Burgenland – der Online-Reiseführer

Die Landeshauptstadt

Das Burgenland ist nicht nur ein Land des Weins und des guten Essens, sondern auch ein Land der Musik. Wir haben uns für Sie in den Konzertsälen, auf den Open-Air-Bühnen, in den Weinkellern, bei den besten Lieferanten lokaler Spezialitäten und in burgenländischen Hauptstadt Eisenstadt umgesehen.

Es ist wohl ihre Lage, an den südlichen Ausläufern des Leitergebirges, umgeben von Weinbergen und nahe des Neusiedlersees, die Eisenstadt stark prägt und geprägt hat. Schon die Römer wussten um die Vorzüge, die das Klima rund um den Neusiedlersee zu bieten hat, und gründeten hier ihre Provinz Pannonia. Und tatsächlich schwebt über der beschaulichen Stadt ein Hauch von Süden: Das milde burgenländische Klima beschert der gesamten Gegend besonders vielen Sonnenstunden; in denen die über weite Strecken denkmalgeschützte Altstadt zum Bummeln einlädt.

 

 

Das cremefarben leuchtende Schloss Esterhazy, ursprünglich eine gotische Burg (1364), thront am Ende der Fußgängerzone. Es ist eines der schönsten Barockschlösser Österreichs und gibt mit seinen prunkvollen Räumen einen beeindruckenden Einblick in das ehemals glanzvolle Leben der Aristokratie. Doch in Schloss Esterhazy wird nicht nur der glorreichen Vergangenheit in Sonderausstellungen gehuldigt, das Schloss steht auch im Mittelpunkt des kulturellen Geschehens von Eisenstadt. Von klassischen Konzerten bis hin zu Weinverkostungen reicht das Angebot. Der so genannte Schlossbezirk kann mit gastronomischen Betrieben aufwarten und vis-à-vis in der ehemaligen Kommandantur des Schlosses wurde für Weinliebhaber die Vinothek Burgenland eingerichtet.

Lohnenswert ist auch ein Besuch des größten Weinmuseums Österreichs. Es liegt in den 330 Jahre alten Kellergewölben des Schlosses und beherbergt eine beeindruckende Sammlung, die einen historischen und kulturgeschichtlichen Überblick über den Weinbau im Burgenland bietet.

Der ehemalige barocke Garten des Schlossparks wurde um 1800 in einen englischen Landschaftsgarten verwandelt. Rund um den Leopoldinentempel können die Besucher mit ihren selbst mitgebrachten Picknick-Körben entspannt in der Sonne liegen.

Esterházy-Picknickkonzert

An vier Wochenenden im Sommer verwandelt sich der private Schlosspark der Familie Esterházy in eine Picknickzone mit Konzerten. Vor dem Musikgenuss und in einer Pause verköstigt man sich auf Wunsch von dem vorbestellten Picknickkorb, der unter anderem mit Spezialitäten und Weinen der Region bestückt ist. Da die Musik auf der grünen Wiese auch „leicht verdaulich“ sein soll, wird das Essen jedes Mal auf einen der Themenabende abgestimmt. Bisher wurden etwa „Spanische Nächte“, „Sommernachtstraum“ oder „Musik aus den USA“ geboten, interpretiert von Symphonikern und Virtuosen aus aller Welt.

Programm: http://esterhazy.at


 

Auf den Spurten von Joseph Haydn

Apropos Musik: Der Name Joseph Haydn ist untrennbar mit der Landeshauptstadt des heutigen Burgenlandes verbunden. Mehr als vierzig Jahre wirkte der Musiker am Hofe Esterhazy als fürstlicher Kapellmeister und schrieb hier den Großteil seiner Meisterwerke. Begegnen wird man dem Komponisten in der Haydnkirche (Bergkirche), im Haydn-Mausoleum und dem barocken Haydn-Haus. Wirklich lebendig wird Haydns Werk aber im Rahmen der Auftritte der weltbesten Haydn-Interpreten – etwa im Haydn-Saal des Schlosses Esterhazy.

Landschaftlich besonders schön ist der Ausblick von der Gloriette auf die Stadt. Umgeben von einem historisch gewachsenen Hochwald thront sie über Eisenstadt und ist zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden. Vor allem der Walderlebnispfad punktet mit einer Vielzahl an Spiel- und Bewegungsangeboten. Besonders beliebt sind Führungen mit Erlebnispädagogen, die einem Aus- und Einblick Weingärten vermitteln.

Eisenstädter Weingärten im Frühling. © Österreich Werbung, Fotograf: Wiesenhofer

LINKTIPPS:

Schloss Esterhazy
www.esterhazy.at

Vinothek Burgenland
www.esterhazy.at

Weinmuseum
www.eisenstadt-tourismus.at/weinmuseum-burgenland.html

Haydn-Haus
www.kultur-burgenland.at

Walderlebnispfad
www.eisenstadt-tourism.at/walderlebnispfad.html


Burgenlands Winzer – die interessantesten Ziele

Im Burgenland wird die weitverbreitete Ansicht, guter Wein reife nur in alten Gemäuern, widerlegt. In modernen Bauten gelangen vielfach ausgezeichnete Weine zur Vollendung.

Mit heißen Sommern und kalten, trockenen Wintern ist das Burgenland ein ideales Weinbaugebiet. Das wussten vermutlich schon die Kelten, die bereits vor fast 4.000 Jahren im heutigen Ostösterreich Wein anbauten. Heute reifen hier die kräftigsten Rotweine und die süßesten Weißweine des Landes. Was bemerkenswert ist: Die Weinbauern sind auch äußerst progressive Bauherren. Viele von ihnen haben kühne Bauten in die Landschaft gesetzt oder ihren Bestand sensibel vergrößert.

Mit fast einem Drittel der österreichischen Produktion ist der Weinbau im Burgenland von großer Bedeutung. Rund um den Neusiedlersee werden mineralische Weißweine und Süßweine von Weltrang angebaut, das Mittel und Südburgenland ist das Zentrum des „Blaufränkischen“ und des „Zweigelts“, der zwei typisch österreichischen Rotweine. Dabei verfeinerte eine neue Generation von burgenländischen Winzern den traditionellen Weinbau immer weiter. So entstanden und entstehen hier Spitzenweine, die inzwischen international Anerkennung finden. Parallel dazu entdeckten die Winzer auch die Wirkung von zeitgenössischer Architektur für sich. Seither entstanden zahlreiche neue Häuser für den Wein.

 

Weinwerk-Burgenland in Neusiedl am See

Im Weinwerk-Burgenland in Neusiedl am See verschmilzt zeitgemäße Architektur mit einem Gebäudebestand aus der Renaissance zu einer der eindrucksvollsten Vinotheken Österreichs. 400 Weine von 140 burgenländischen Winzern werden hier angeboten, vom international gefeierten Star bis hin zu hoffnungsvollen Jungwinzern.

Vinothek Weinwerk Burgenland Obere Hauptstraße 31 7100 Neusiedl am See www.weinwerk-burgenland.at

Leo Hillinger in Jois

Von Neusiedl nach Jois sind es nur wenige Kilometer. Riesige Schrägen stützen hier ein in den Weinberg hinein gesetztes Gebäude: Leo Hillinger hat die Produktion seiner Weine in den Berg verlegt. Die Transparenz der gesamten Anlage entspricht der Philosophie von Leo Hillinger und seiner geradlinigen Sicht auf die Welt: durch eine breite Glaswand blickt man auf den Neusiedler See und die umliegenden Weingärten. Ein eindrucksvoller Raum, auch für die Präsentation der Weine. Führungen durch den Betrieb bringen Besuchern die Entstehung des Weines näher.

Weingut Hillinger Hill 1 7093 Jois www.leo-hillinger.com

Weinhof Kracher in Illmitz am Neusiedler See

Aus Illmitz am Neusiedler See sind die inzwischen vielfach ausgezeichneten Süßweine der Familie Kracher. Weil ihre Weine immer begehrter wurden, musste der nur 7,5 Hektar große Weinlaubenhof erweitert werden. Der Neubau kommt ganz ohne Attitüden aus und fügt Alt und Neu zu einem selbstverständlichen Ganzen zusammen. Die vielfach prämierten Weine der Familie Kracher erregen international immer wieder Aufsehen. Die Vinzerfamilie gehört österreichweit zu den Einzigen, die von dem Weinkritiker Robert Parker mit 100 Punkten ausgezeichnet wurden.

Weinlaubenhof Kracher Apetlonerstraße 37 7142 Illmitz www.kracher.net

Josef Umathum in Frauenkirchen

Ebenso bekannt wie die Kracher Süßweine ist der Frauenkirchener Josef Umathum, der beim Zubau zu einem bestehenden Gebäude Anleihen bei der regionalen „Stadl-Architektur“ nahm. So fügt sich das unter diesem zurückhaltenden Leitbild entstandene Ensemble fast nahtlos in das übliche Ortsbild ein.

Vor allem im Kontrast zu den alten Kellergassen sind die neuen Häuser für den Wein ein spannungsreicher Eindruck. Die oft mehrere Jahre alten Hohlwege entstanden, weil sich die Spuren von Kutschen und Wagen immer tiefer in den weichen Lössboden eingegraben hatten. Die Bauern, die sich damals keine eigenen Weinkeller leisten konnten, mussten von diesem tiefen Niveau nur noch seitlich in die Erdwände graben und erhielten so einen Weinkeller. Der Eingang wurde mit Ziegeln gemauert und fertig waren Keller, die sich selbst klimatisierten und das ganze Jahr über den selben Feuchtigkeitsgrad haben.

Weingut Umathum St. Andräer Straße 7 7132 Frauenkirchen www.umathum.at

Golser Weinkulturhaus

Das Pendeln zwischen Vergangenheit und Gegenwart lässt sich beim Besuch des Golser Weinkulturhauses fortsetzen. Fast wäre das 200-jährige Gewölbe eingerissen worden, als man sich entschied, die alte Substanz doch zu erhalten und behutsam zu einer Vinothek umzubauen. Den außergewöhnlichen Neubau des Weingutes Preisinger sollte man sich in Gols auf keinen Fall entgehen lassen. Das futuristische Gebäude in mitten von Weingärten ist ein gelungener Beweiß für innovative Architektur rund um den Neusiedlersee.

WeinkulturhausVinothek der Golser Weine Hauptplatz 20 7122 Gols www.weinkulturhaus.at

Weingut Renner in Gols Obere Hauptstr. 97 7122 Gols www.rennerhelmuth.at

Weingut Claus Preisinger am Goldberg 7122 Gols www.clauspreisinger.at

Kellerei Esterhazy

Untrennbar verbunden mit dem pannonischen Raum ist die Geschichte der Familie Esterhazy. Zwar wohnt die Familie schon lange nicht mehr in ihrem Schloss in Eisenstadt – dieses wird heute für Ausstellungen und Konzerte genutzt und beherbergt ein Weinmuseum -, für das Burgenland ist sie aber mit der größten Bio- Landwirtschaft Österreichs und ihrer über 300 Jahre alten Weinbautradition ein nicht wegzudenkender Faktor. Ihre Kellerei mit Präsentationsräumen ist ein dramatisches Gebäude und verbindet aktuelle Architektur mit moderner Technik. Bei einer Weinverkostung im ersten Stock des Gebäudes liegt einem die weite Landschaft zu Füßen.

Schloss Esterhazy www.haydn-zentrum.at

Schloss Esterhazy in Eisenstadt. © Österreich Werbung, Fotograf: Pigneter

Reifekeller „Arachon“ in Horitschon

Ein ebenso auffällig in die Gegend gesetztes Zeichen ist der Reifekeller „Arachon“ in Horitschon, im Mittelburgenland, der zum großen Erstaunen oberirdisch ist. Die 80 Meter lange Sandsteinfassade mitten in den Weinbergen ist schon von weitem erkennbar. Hier wohnt und ruht der „Blaufränkische“ auf rostfarbenem Boden in Holzfässern. Besucher beeindruckt der Blick in den imposanten Reifekeller bei der Verkostung der Arachon-Bariques.

ARACHON Reifekeller Günserstraße 60 7312 Horitschon www.arachon.com

Ebenfalls in Horitschon angesiedelt, ist Franz Weninger – seit vielen Jahren ein Fixpunkt der österreichischen Winzerszene. Seine Rotweine waren schon international bekannt, als man beim Stichwort „Wein aus Österreich“ nur an Weißweine dachte. Sein neues Weingut orientiert sich formal an den burgenländischen Bauernhof und bietet auch die Möglichkeit zur Übernachtung.

Weingut Weninger Florianigasse 11 7312 Horitschon www.weninger.com

Weingut Wachter-Wiesler in Deutsch-Schützen

Ein guter Grund für einen Ausflug nach Deutsch-Schützen ist das Weingut Wachter-Wiesler, das außer guten Rotweinen, einem Wirtshaus mit schöner Aussicht, auch eine Wohnothek zu bieten hat. Die zehn exklusiven Feriendomizile wurden nach ökologischen Gesichtspunkten angelegt und bestechen nicht nur durch ihre Optik sondern auch durch ihre idyllische Lage.

Weingut Wachter-Wiesler Am Ratschenberg 7474 Deutsch Schützen www.ratschen.at

Weingut Igler / Dependance Schaflerhof in Deutschkreutz 

Einen Wochenendausflug ins Burgenlands zu unternehmen und dabei die häuslichen Vorräte in Weinregal oder Weinkeller aufzustocken ist eine feine Sache. Wer freitags und samstags im Raum Deutschkreutz unterwegs ist, sollte nicht versäumen, den Schaflerhof des Weinguts Igler aufzusuchen – an diesen Tagen hat das Winzerehepaar Igler nämlich sein Weinlager in dem 300 Jahre alten Hof geöffnet.

Die 40 ha Rebfläche des Weingutes Hans Igler befindet sich in Deutschkreutz, dem Herzstück des mittelburgenländischen Rotweingebietes, dem Blaufränkischland. Neben den weißen Burgundersorten Pinot Blanc und Chardonnay haben sich Waltraud Reisner-Igler und Wolfgang Reisner vor allem auf Rotweine – allen voran den regionstypischen Blaufränkisch, weiters Zweigelt, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, und zuletzt Merlot – spezialisiert.

Der Schaflerhof wurde, wie sein Name schon sagt, wurde er jahrhundertelang für die Schafzucht genutzt – unter Patronanz der Fürsten von Esterházy. Die Iglers adaptierten die 65 Meter langen Hauptgebäude und ließen die alten Gemäuer mit einer spektakulären Dachkonstruktion versehen.

Die aufwändige Fachwerkskonstruktion des Dachstuhls erinnert an einen umgedrehten Schiffsrumpf, darunter lagern rund 600 Barriquefässer. Der bekannteste Wein aus den Igler’schen Lagen im Blaufränkischland ist die Cuvée Vulcano. Ein Geheimtipp unter Weinkennern sind die Weine der Lage „Biiri“, der ältesten in Deutschkreutz. Und wer es am Wochenende nicht schaffen sollte: Auch unter der Woche können die Rotweine des Weinguts Igler in deren Vinothek in der Langen Gasse in Deutschkreutz verkostet werden.

Weingut Igler, Lange Gasse 49, A-7301 Deutschkreutz. www.weingut-igler.at


Kulinarische Spezialitäten

„Aloisia’s Mehlspeiskuchl“ – Hochzeitsbäckerei aus dem Südburgenland

 

Die vielen Feste und Bräuche des Burgenlands haben ihren Ursprung in dem ungewöhnlichen Völkergemisch des Landes. Am Schnittpunkt von Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Österreich gelegen, ist das Burgenland (das bis 1921 zu Ungarn gehörte) ein Schmelztiegel unterschiedlicher Nationen und Traditionen.

Eine der Traditionen, die es sonst nirgendwo in Österreich gibt, ist die der Hochzeitsbäckerei. Noch bis vor wenigen Jahren trafen sich vor der Hochzeit die Frauen beider Familien im „Hochzeitshaus“, dem Haus der Braut, und backten dort wochenlang unter Anleitung einer Hochzeitsbäckerin Unmengen von Keksen. Denn dem Brauch folgend, werden alle Hochzeitsgäste mit einem sogenannten „Bschoat-Pinkerl“ beschenkt, einem Paket voller Gebäck. Da zu einer burgenländischen Hochzeit üblicherweise sehr, sehr viele Gäste gehören, braucht man entsprechend große Mengen Kekse.

Der ungewöhnliche Name des Geschenks geht wahrscheinlich auf seine frühere Transportart zurück. Einst, als man nach der Hochzeit noch zu Fuß nach Hause wanderte, band man das Paket als „Pinkerl“ über den Wanderstab und trug es auf der Schulter nach Hause. Wie früher gilt auch heute noch: Je aufwändiger und größer das „Bschoat-Packerl“, desto besser behält man die Hochzeit in Erinnerung.

Die Hochzeitsbäckerinnen, die früher von Hochzeit zu Hochzeit zogen, bewahrten deshalb ein einzigartiges Repertoire an Rezepten und organisierten die kollektive Bäckerei professionell. So gab es Frauen, die nur Teig rührten, andere, die tagelang nur Kekse ausstachen, und solche, die die Kekse zu kleinen, süßen Kunstwerken zusammenbauten. Denn Hochzeitsbäckerei muss nicht nur schmecken, sie muss auch optisch beeindrucken.

Der hohe Aufwand forderte seinen Preis: Der Brauch der Hochzeitsbäckerei drohte in den letzten Jahren auszusterben. Bis Aloisia Bischof kam. Die 1948 geborene Burgenländerin zog schon im Volksschulalter mit ihrer Mutter und ihrer Tante, beide berühmte Hochzeitsbäckerinnen, durch das Land und half bei der Herstellung der Kekse. Der verführerische Duft des Gebäcks hat sie ein Leben lang nicht losgelassen.

„Es gibt Traditionen, die darf man nicht sterben lassen“, sagt die resolute Südburgenländerin. Mit knapp 50 Jahren beschloss sie daher, aus ihrer Liebe zu den Mehlspeisen einen Beruf zu machen, legte die Prüfung zur Konditormeisterin ab und eröffnete in ihrem Heimatort Badersdorf „Aloisia’s Mehlspeiskuchl“, in der ausschließlich die traditionellen Süßigkeiten hergestellt werden. Eine gute Entscheidung: Nach nur zehn Jahren ist aus der Hobby-Köchin die berühmteste Hochzeits- und Zuckerbäckerin des Landes geworden.

Heute ist Aloisia Bischof Herrin über 15 backende Frauen, die täglich die beeindruckende Menge von 200 Kilogramm Keksen herstellen. In den Hochzeitsmonaten Mai bis September sind es noch mehr. Verkauft werden sie nur im eigenen Geschäft – weshalb das winzige Badersdorf zu einem Anziehungspunkt für Naschkatzen und Brautleute geworden ist. „Aloisia’s Mehlspeiskuchl“, an der Hauptstraße des Ortes gelegen, ist einfach zu finden. Man muss nur Ausschau halten nach dem Haus, vor dem die meisten Autos parken. Und man sollte etwas Geduld mitbringen: Das Geschäft ist zwar wegen der enormen Nachfrage sieben Tage die Woche von acht bis 20 Uhr geöffnet, aber nicht selten reicht die Schlange der wartenden Keks-Liebhaber bis zur Eingangstür.

Über 60 verschiedene Sorten von Keksen werden von den kundigen „süßen Damen“ hergestellt. Die meisten Rezepte sind überliefert und entstammen der alten Backtradition, viele der Mehlspeisen sind sehr aufwändig in der Herstellung. Erstaunlicherweise beinhalten die Kekse auch viele ungewöhnliche und teure Zutaten und das, obwohl das Südburgenland jahrhundertelang als äußerst arme Gegend galt. Aloisia Bischof kann das erklären: „Viele Frauen mussten früher, um die Familien zu ernähren, in den reichen Adelshaushalten Ungarns oder in Wien arbeiten. Von den reichen Damen haben sie dann die ungewöhnlichen Rezepte abgeschaut.“

Und so werden im kleinen Badersdorf heute noch Köstlichkeiten hergestellt, die in den „reichen Adelshäusern“ längst vergessen sind. Entsprechend quirlig geht es in der Backstube der Keks-Königin zu. Da werden riesige Bleche mit Biskuitteig in den Ofen geschoben, imposante Rührmaschinen produzieren Berge cremiger Füllungen, die anschließend zwischen den Kekshälften verschwinden. Schokostreusel-Regen gehen auf Legionen zierlicher Kekse nieder und winzige Schaumrollen werden mit süßer Masse gefüllt.

Und was sind jetzt die beliebtesten Kekse? „Wahrscheinlich die Husarenkrapferl“, meint Aloisia Bischof, „oder die Vanillekipferl. Und natürlich die Nussstangen. Und die Orangenkrapferl.“ Wer sich angesichts der großen Auswahl in der „Mehlspeiskuchl“ nicht entscheiden kann, dem packt Aloisia Bischof einfach eine „Blindverkostung“ ein.

„Aloisia’s Mehlspeiskuchl“
Untere Dorfstraße 29
7512 Badersdorf
Tel.: +43 3366 773 69
www.aloisia.at

 

Informationen über die Region:
www.ein-stueck-vom-paradies.at


Produkte vom Mangalitza-Schwein

Was ist wollig dicht behaart und trägt im burgenländischen Seewinkel ganz massiv zur Flurpflege bei? Die Rede ist vom Mangalitzaschwein, das auch als „Ungarisches Wollschwein“ bekannt ist und neben einem eifrig wühlenden Rüssel auch kulinarische Eigenschaften mitbringt.

„Wetterfest sind sie, meine Mangalitzaschweine, das muss man ihnen lassen“, ist Josef Göltl stolz auf seine borstig behaarte 80-köpfige Schweineschar. „Diese Ferkel hier sind zum Beispiel in einer Nacht mit zweistelligen Minusgraden geboren. Natürlich im Freien! Jetzt sausen sie bereits durch den Schnee und graben sich zum Schlafen gerade einmal in ein bisschen Stroh ein.“ Doch auch abgesehen von dieser robusten Konstitution kann man sich kaum erklären, warum die Rasse zwischenzeitlich fast vom Aussterben bedroht gewesen wäre. Tatsächlich handelt es sich beim Mangalitza um eine der ältesten autochthonen Schweinerassen Europas, die besonders sozial und anpassungsfähig ist und kaum Anfälligkeit für Stress oder Krankheiten zeigt. Was unter anderem erklärt, dass die „Ungarischen Wollschweine“ bis Ende des 19. Jahrhunderts bevorzugte Zuchtschweine in unseren Breiten waren und speziell im Burgenland bis in die 1950er Jahre hinein, ganz traditionell in Weidewirtschaft, als Speck- und Schmalzlieferant gehalten wurden.

 

 

„Doch dann kamen andere Essgewohnheiten. Die Leute wollten plötzlich nur noch mageres Schweinefleisch, und da konnten die Mangalitzas rein biologisch nicht mithalten“, erklärt Josef Göltl den Wandel vom Paradeschwein zum Nischenschwein. „Ein Wollschwein mit zwei Jahren bringt um die 140 kg auf die Waage und hat durchaus eine Rückenfettstärke von 11 bis 14 cm. Eine ordentliche Schutzschicht, die auch erklärt, warum ihnen Wind und Wetter nichts ausmacht.“ Eine Schutzschicht, die aber auch ausgezeichnete kulinarische Voraussetzungen schafft. Typisch für die Wollschweine ist nämlich nicht nur der hohe intramuskuläre Fettgehalt und die schöne Durchmarmorierung, die das Fleisch besonders zart und saftig machen, sondern auch ein ganz spezifisches Fettsäuremuster. Darum weist das dunkle, im Geschmack an Wildschwein erinnernde Mangalitza-Fleisch überraschenderweise auch deutlich weniger Cholesterin auf als EU-genormtes Mastfleisch, das optisch magerer wirkt. Ein gewichtiges Argument, nicht nur für Slow-Food-GenießerInnen!

Wiederentdeckte Symbiose
2003 begann der Biobauer aus Frauenkirchen mit der professionellen Zucht und Mast von Mangalitzaschweinen. „Meine ersten Zuchttiere habe ich mir hier in der Region besorgt. Das waren schwalbenbäuchige. Dann kamen nach und nach blonde und rote Mangalitzas dazu, und jetzt züchten wir eigentlich nur noch die roten Wollschweine reinrassig, während sich die beiden anderen Rassen fröhlich kreuzen“, erinnert sich der engagierte Biobauer, der daneben auch noch Turopoljeschweinen Kost und Logis gibt. „Ich wollte damals ganz bewusst zeigen, wie viel Geschmackspotential Fleisch besitzt, das in Symbiose zwischen Tier und Natur entsteht. Jedes Tier sollte das Recht haben, die Sonne zu sehen, und die Gelegenheit bietet sich auf unseren zwei großen Feldstücken mit Waldanteil mehr als genug.“ Das bedeutet auch, dass die Tiere zum Großteil Selbstversorger sind, sich ohne menschliches Zutun vermehren und, dass die silbrig gestreiften Ferkel von der Mutter gesäugt werden. „Acht bis zehn Wochen ernähren sie sich ausschließlich von Muttermilch, dann fressen sie schon ganz normal mit den Großen mit. Das einzige, was wir zufüttern, ist ein bisschen Getreide, Kartoffeln und im Winter Heu und getrockneten Klee, alles aus biologischem Anbau.“, steht Josef Göltl zu den Prinzipien nachhaltiger Landwirtschaft. Dazu gibt’s noch ausreichend Suhlmöglichkeiten zur Abkühlung im Sommer.

Beinschinken, Lardo und Bauchspeck
Über die Herkunft des Namens „Mangalitza“ ist man sich übrigens nicht einig, doch scheinen seine Wurzeln im Serbischen oder Kroatischen (mit den Bedeutungsfeldern „Schwein, dass sich gut ernährt“ oder „Schwein mit viel Schmalz“) zu liegen, was einleuchtet, wenn man bedenkt, dass Würste, Speck, Schmalz und Grammeln geradezu prädestinierte Mangalitzaprodukte sind. „Wir arbeiten eng mit der Firma Thum zusammen und schlachten für sie nach Bedarf ganz in der Nähe, in Parndorf. Die Schinken Manufaktur in Wien erzeugt aus unseren Mangalitzas dann Beinschinken, Lardo oder Bauchspeck.“

Aber auch im Bezug auf Nachhaltigkeit macht sich das Wollschwein. So trägt es speziell im Nordburgenland zur Aufrechterhaltung der dort typischen Steppenlandschaft bei.

Genuss Steckbrief: Genuss Region Pannonisches Mangalitzaschwein

eine der ältesten, rein erhaltenen europäischen Schweinerassen – drei Arten: schwalbenbäuchiges Mangalitza, blondes Mangalitza und rotes Mangalitza – geboren in Österreich, aufgewachsen und gemästet im Nordburgenland

Josef Göltl
Kanalgasse 5
7132 Frauenkirchen-Österreich
www.goejo.at


Stekovics-Tomatenprodukte aus alten Tomatensorten

Auf der Suche nach dem verloren gegangenen Geschmack hat Erich Stekovics auf der ganzen Welt Tomatensamen gesammelt. Heute wachsen auf seinen Feldern neben dem Neusiedler See bereits über 3.200 alte Sorten.

Er zählt zu den innovativsten – und erfolgreichsten – Landwirten des Burgenlandes, und seine Liebe gilt den Tomaten. „Ein wunderbares Gemüse“, meint er, „kein Wunder, dass es in Österreich Paradeiser (umgangssprachlich für ,Paradiesapfel‘) genannt wird.“ Stekovics besitzt die größte Sammlung an Tomaten weltweit. Das milde Klima am Neusiedler See, dem größten Steppensee Mitteleuropas, ist für die Tomaten ideal: An 300 Tagen im Jahr scheint die Sonne. Mit seinen unkonventionellen Methoden – Stekovics gießt die Pflanzen niemals und bindet sie nicht auf – bringt er die Aromen der schmackhaften alten Tomatensorten besonders gut zur Geltung. Sofort nach der Ernte werden die Tomaten zu Sugos, Konfitüren oder Chutneys weiterverarbeitet, die man auf dem Hof und in ausgewählten Feinkostgeschäften kaufen kann. Von Juli bis September führt Stekovics täglich Interessierte über seine Felder.

www.stekovics.at


Das Burgenland und sein Musikangebot

Auch wenn der Atlas enge Grenzen um das Burgenland gezogen hat, die Musik des Landes geht weit über seine Grenzen hinaus.

Seit mehr als 500 Jahren leben Kroaten und Roma auf dem Gebiet des heutigen Burgenlands und haben das musikalische Schaffen des Landes nachhaltig geprägt. Mit ihrer Musik verbindet man vor allem ein Instrument: die Tamburica. Das ist eine lange Laute mit Bünden – wobei die Saiten nicht, wie bei einer Gitarre, mit den Fingern gezupft, sondern durch eine rasche Zitterbewegung mittels Zupfblatt, genannt Trzalica, zum Klingen gebracht werden. Die Tamburica kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts von Kroatien ins Burgenland, sie ist daher eine relativ junge, aber sehr lebendige Tradition – mit nicht weniger als 30 Tamburicagruppen und ca. 750 Mitgliedern. Und mit Romano Zölss gibt es seit einigen Jahren auch einen im Burgenland heimischen Instrumentenbauer, der die alte Kunst der Tamburica- Herstellung beherrscht.

Der bekannteste burgenlandkroatische Musiker ist Willi Resetarits, der seit Mitte der 1980er Jahre unter dem Pseudonym Ostbahn-Kurti mit frechem Dialekt-Rock für volle Konzerthallen sorgt. Bekannt ist Willi Resetarits auch für sein politisches und soziales Engagement, etwa für „SOS Mitmensch“, „Asyl in Not“ und das Wiener Integrationshaus.

Integration ist auch im Burgenland ein wichtiges Thema. Im Zuge des Staatsvertrags 1955 sind alle sprachlichen und ethnischen Minderheiten im Land anerkannt worden, und Regelungen wie zweisprachige Ortstafeln wurden rasch umgesetzt. Dennoch hatten die im Burgenland seit Jahrhunderten beheimateten Roma immer wieder mit Verfolgung und Diskriminierung zu kämpfen. Dabei ist ihre Musik fest mit der Geschichte des Burgenlands verbunden. Sie galt lange Zeit als Gebrauchsmusik, d. h., sie war vor allem bei besonderen Anlässen wie Festen, Hochzeiten und Kirtagen zu hören, bei denen Roma-Kapellen, sogenannte „Bandas“, aufspielten. Eine typische Banda besteht aus Geige, Bratsche, Klarinette, Zymbal und Kontrabass. Mit der Zeit gerieten die Lieder beinahe in Vergessenheit, erst in den letzten Jahren wurden sie wiederentdeckt, etwa von der Hans Samer Band.

Bekannt ist das Burgenland auch für sein reiches vokales Schaffen, denn fast jedes Dorf verfügt über seinen eigenen Chor. Die burgenländischen Volkslieder sind durch enge Zweistimmigkeit geprägt, fast alle Liedgattungen werden mit dieser angestimmt. Die deutschsprachige Bevölkerung singt auch noch oft auf „Hianzisch“, in dem Dialekt also, der in weiten Teilen des Burgenlandes gesprochen wird und sich durch besonders viele ui-Laute auszeichnet.

Der bekannteste Musiker des Burgenlands ist der Geiger Toni Stricker. In seiner lyrischen Musik spiegelt sich das Lebensgefühl Pannoniens wider, eines Lebensraums, der sich von Pressburg bis Kroatien, vom Plattensee in Ungarn bis ins Burgenland erstreckt. Indem er die vielfältigen musikalischen Einflüsse dieser Region in seiner Musik verarbeitet, steht er in der Tradition eines anderen großen Sohnes des Burgenlands – des Komponisten Joseph Haydn. Der ließ sich etwa von einem kroatischen Volkslied zu seiner „Kaiserhymne“ inspirieren – und die ist heute die deutsche Nationalhymne.

LINKTIPPS:

 


Klangfrühling auf der Burg Schlaining

Burg Schlaining, eine wehrhafte Festung aus dem 13. Jahrhundert im Südburgenland, wird Jahr für Jahr während des „Klangfrühlings“ zum Ort der musikalischen Begegnung.

Es gibt Konzertorte, die einen einfach nicht loslassen. Burg Schlaining ist ein solcher. Stolz auf einem Felsen im Südburgenland gelegen, ringsum von Wald umgeben, lässt einen der archaische Eindruck auch im Inneren der Burg nicht los. Und wenn dann noch innerhalb des mittelalterlichen Gemäuers Kammermusik auf höchstem Niveau mit Ausflügen in Jazz und Moderne ertönt, kann man sich dem Zauber der Klänge nicht mehr entziehen. Seit vielen Jahren lädt das Brüderpaar und Pianistenduo Eduard und Johannes Kutrowatz zum „Klangfrühling“ auf Burg Schlaining und lotet dabei die Grenzen zwischen E- und U-Musik spielerisch aus. Virtuose Kammerkonzerte sind ebenso zu erleben wie überraschende Crossovers zwischen Jazz und Klassik. Dazu kommen Uraufführungen zeitgenössischer Werke sowie österreichische Erstaufführungen. Die Atmosphäre ist dabei immer angenehm entspannt: Fernab von elitärem Kulturgehabe bestimmen spürbare positive Schwingungen und lebendige, herzliche Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum den „Klangfrühling“.

www.klangfruehling.com

 

Schlosskonzerte Halbturn

Stilvoll ist auf Schloss Halbturn vieles. Von der eleganten Barockarchitektur des Lucas von Hildebrandt über die weitläufigen Alleen des Schlossparks bis zur Schlosskellerei des dazugehörigen Weinguts. Lückenlos fügen sich hier die seit vielen Jahrzehnten stattfindenden Halbturner Schlosskonzerte ein. Jedes Jahr im Juli und August erklingen im stimmungsvollen Ambiente des Freskensaals musikalische Darbietungen. Die Grenzen sind dabei locker gesteckt: Neben namhaften Klassik-Interpreten stehen auch Ausflüge in die Welt des Chansons und der Weltmusik auf dem Programm. Als zweite musikalische Dependance dient die Barockkirche in der Ortschaft Halbturn. Besucher der jeweils immer Samstagabend stattfindenden Schlosskonzerte schwärmen vor allem von der künstlerischen Vielfalt und der hohen Qualität der Darbietungen.

www.halbturner-schlosskonzerte.at

Oper im Steinbruch St. Margarethen

Bizarre Felsformationen auf Europas größter Naturbühne bilden alljährlich die Kulisse für opulente Operninszenierungen.

2.000 Jahre lang wurde im Steinbruch Margarethen Sandstein gewonnen. So entstand eine bizarre Felslandschaft, die einer monumentalen Opernkulisse gleicht, und als solche wird sie nun auch genutzt. Mit populären Opernproduktionen ziehen die Festspiele seither Jahr für Jahr mehr als 200.000 Besucher an. Ein breitgefächertes Programm bietet neben internationalen Opernstars auch Größen des Jazz und Pop unter freiem Himmel. In der Reihe „Kinderoper“ bietet eine Märchenoper jedes Jahr auch einem jungen Publikum ein Programm. Für den kulinarischen Genuss sorgt das Angebot im neu gestalteten Foyerpark.

www.arenaria.at

Alter Römersteinbruch bei St. Margarethen im Burgenland. © Österreich Werbung, Fotograf: Ortner

Internationales Kammermusikfest Lockenhaus

Das Kammermusikfest Lockenhaus, von der „New York Times“ zum Europäischen Kulturerbe ausgerufen und zu einem der zwei weltbesten Festivals gekürt, verwandelt im Juli für zwei Wochen ein 1000-Seelen-Dorf in das Zentrum der Kammermusik.

Das von dem weltberühmten Geiger Gidon Kremer gegründete Festival in Lockenhaus bietet seinen Künstlern einen Freiraum zum gemeinsamen Experimentieren. Oft schließen sich Ensembles eigens für eine Komposition zusammen oder lösen feste Gruppierungen auf, um vor Ort in jeweils neuen Besetzungen aufzutreten. Die Proben sind dabei zumeist öffentlich zugänglich. Was dann tatsächlich im nächsten Konzert zu hören sein wird, geben die Musiker erst 24 Stunden vorher bekannt, eine Eigenheit, die das Publikum längst zu schätzen weiß und die dem Festival seinen besonderen Werkstattcharakter verleiht. Klassik wird ebenso geboten wie Musik des 20. Jahrhunderts und Erkundungen in noch wenig begangenes Neuland. Lockenhaus liegt inmitten des Naturparks Geschriebenstein. Die Schlösserstraße verbindet die Burg Lockenhaus unter anderem mit der Burg Schlaining, dem Burgschloss Bernstein und der Burg Forchtenstein.

www.kammermusikfest.at

Haydn-Festspiele Schloss Esterházy in Eisenstadt

„Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“, sagte Joseph Haydn über seine Musik. Und so reisen auch heute Künstler und Besucher von überallher an, um an der Wirkungsstätte des Meisters seine Musik zu genießen.

Fast zeitlebens stand Joseph Haydn im Dienste der Fürsten Esterházy in Eisenstadt. Doch nicht nur sein Salär als fürstlicher Kapellmeister, auch die Heimatverbundenheit und die Liebe zur pannonischen Landschaft ließen Haydn dem Burgenland sein Leben lang treu bleiben. Dass sich diese heimatlichen Wurzeln auch in seiner Musik wiederfinden, kann man alljährlich beim Haydnfestival in Eisenstadt überprüfen. Und wo ließe sich diese Musik für alle Sinne besser genießen als an Haydns „Arbeitsplatz“, auf Schloss Esterházy? Ob Kammerkonzert oder Orchesterwerke, im Haydnsaal des Schlosses finden die Werke des Meisters ideale akustische Voraussetzungen. Zum hohen Niveau der Konzerte tragen freilich auch die renommierten Ensembles und Solokünstler bei, die im September aus aller Welt den Weg nach Eisenstadt finden. Das Festival widmet sich jedoch nicht nur Haydn, sondern auch Werken anderer Komponisten, die musikalische Anknüpfungspunkte zum burgenländischen Meister bieten.

www.haydnfestival.at/haydn_de

Liszt Festival in Raiding

Wunderkind, Klaviervirtuose, Lebemann und Abbé, Weltbürger, selbsternannter „Zigeunermusiker“. Wandlungsfähig und widersprüchlich wie ihr Schöpfer ist auch die Musik des Franz Liszt.

Geboren 1811 im kleinen burgenländischen Dorf Raiding, gilt Franz Liszt als Schöpfer einer völlig neuartigen Klaviermusik und eines zukunftsweisenden Kompositionsstils, wobei er die poetische Idee als Form für eine moderne musikalische Sprache verwendet. Geleitet von der Vision, seine Gedanken hinaus in die Welt zu tragen, wurde er durch seine ausgedehnten Konzertreisen durch ganz Europa bald zum Kosmopolit und beeindruckte in den bedeutendsten Metropolen durch seine einzigartige Vortragsweise und seine Virtuosität. In Raiding steht heute noch das schindelgedeckte Geburtshaus, das inzwischen ein Museum ist. Anlässlich der Gründung des Liszt-Festivals 2006 wurde in direkter Nachbarschaft der mit dem Architekturpreis des Landes Burgenland ausgezeichnete Franz-Liszt-Konzertsaal errichtet. Im rund 600 Sitzplätze umfassenden Konzertsaal werden vor allem die Klavier-, Vokal- und Orchesterwerke von Franz Liszt gespielt.

www.lisztfestival.at

www.lisztomania.at

Lisztzentrum, Raiding.  © Österreich Werbung, Fotograf: Ulrich Schwarz


Der Nationalpark Neusiedlersee

Dieser nach Ungarn grenzüberschreitende Steppennationalpark wurde 1993 eröffnet. Er zählt mit Wasser- und Schilfflächen, seenahen Wiesen und salzhaltigen, periodisch austrocknenden Lacken zu den faszinierendsten Naturräumen Europas. Der Schilfgürtel um den Neusiedler See ist – nach dem Donaudelta – der zweitgrößte zusammenhängende Schilfbestand Europas. Hier führt das Aufeinandertreffen ost- und westeuropäischer Tier- und Pflanzenarten zu einer außergewöhnlichen Vielfalt. Arten aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten treffen im Steppennationalpark aufeinander: Hier quäkt der Balkanfrosch, sucht der Donaukammmolch nach Regenwürmern und Nacktschnecken. Hier wächst der österreichische Beifuß neben dem ungarischen Tragant. Außerdem ist der Seewinkel eines der berühmtesten und bedeutendsten Vogelparadiese Europas: ein Eldorado für Ornithologen, aber auch für Radfahrer, Läufer und Reiter.

www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at

Übernachtungstipps

  1. Pannonisch Wohnen, Burgenland
  2. Kloster am Spitz, Purbach
  3. Bliem’s Wohn.Reich, Halbturn
  4. Pannonisch Wohnen, Burgenland

Die Betriebe von „Pannonisch Wohnen“ im Burgenland sind schlichte, gediegene und landestypische Unterkünfte mit Ambiente: etwa die dicken Deckenbalken, alten Holzstiegen und das weiß getünchte, verwinkelte Mauerwerk im Hof der Avantgarde-Künstlerin Fria Dagegen war Halbturn einst das Jagdschloss von Kaiserin Maria Theresia, wo man heute erholsame Tage in imperialem Ambiente verbringen kann.

www.pannonischwohnen.at

  1. Kloster am Spitz, Purbach

Mönche gibt es in dieser Einsiedelei keine mehr – dafür ein Hotel mit Fernblick, ein  gutes Wirtshaus und gute Weine.

Helmut Qualtinger und „die halbe Wiener Prominenz“ genossen hier einst bei Wein und Backhendl die Aussicht auf den Neusiedler See. Bis heute ist das berühmte Backhendl von der Speisekarte nicht wegzudenken, und auch sonst bekennt sich Wolfgang Schwarz zu einer „authentischen Wirtshausküche, wie man sie früher gekannt hat“ – das aber mit Niveau und mit regionalen Produkten, so dass selbst Schweinebauch und Rindsrouladen zum Genuss werden. Da hilft es unter anderem, dass ein befreundeter Fischer stets Zander, Welse und Aale für das Kloster am Spitz reserviert. Dazu liefert Thomas Schwarz Bio-Weine, die das Burgenländer Terroir zum Ausdruck bringen und sich vom Mainstream abheben. Das als „low-budget Designhotel“ bezeichnete Hotel des Familienbetriebs ist als Basis für Tagesausflüge gedacht. Die Zimmer sind – abgesehen von zwei geräumigen Suiten mit gläsernen Fassaden im obersten Stockwerk – stilvoll, aber klein.

www.klosteramspitz.at

  1. Bliem’s Wohn.Reich, Halbturn

Mitten im Burgenland-Dörfchen Halbturn mit seinem berühmten Barockschloss, Weingärten, Feldern und Kellergassen befindet sich das Bliem’s Wohn.Reich.

Lokaler Bezug ist Gisela und Josef Bliem wichtig. Fast alles, was in ihrem Hotel auf die Tische kommt, stammt aus dem Burgenladen: Honig und Eier vom Nachbarn, Mangalitzaschweinespeck aus dem Nachbardorf, Marmeladen vom „Paradeiser-Kaiser“ Erich Stekovics im nahen Frauenkirchen. Wer will (und sich rechtzeitig angemeldet hat), kann bei der Hausherrin sogar einen pannonischen Kochkurs belegen oder sich im Weinkeller mit angeschlossenem Presshaus durch die Weine der Umgebung gustieren. Gewohnt wird in insgesamt 14 Zimmern und einer Suite, die sich alle ebenerdig im Innenhof befinden und in warmen, hellen Tönen eingerichtet wurden. Radfahrer schätzen den „Radstall“ des Hauses, in dem bei Bedarf sogar ein Fahrradprofi die Wartung mitgebrachter Räder übernimmt. Man kann sich aber auch ein Bliems-Bike nehmen und die Steppen- und Weinlandschaft erkunden. Wassersportler wissen die unmittelbare Nähe zum Neusiedler See zu schätzen, wo jede Menge Strandbäder sowie Surf- und Segelschulen warten.

www.bliems.com


Burgenland – 13 empfehlenswerte Hotels und Gasthöfe

Ob Heiligenbrunn oder Neusiedlersee: Wir stellen Ihnen 12 Orte vor, um im Burgenland gut zu essen und zu wohnen. Die Auswahlkriterien: edle Weine, frische, regionale Gerichte und ein besonderes Flair abseits von Bettenburgen und Massentourismus!

 

Bliem’s Wohnreich –  essen und wohnen im Winzerhaus

Mitten im Burgenland-Dörfchen Halbturn mit seinen Weingärten, Feldern und Kellergassen und dem berühmten Barockschloss, befindet sich das Bliem’sWohn.Reich,  ein  150 Jahre altes Winzerhaus  am Nationalpark Seewinkel. Keine Stunde dauert die Autofahrt von Wien hinaus in den Seewinkel. Und doch ist es eine Reise in eine andere Welt. Oder, um es neudeutsch zu sagen, es ist der perfekte Entschleunigungs-Trip – besonders dann, wenn man im Bliem’s absteigt. Das wird gleich klar, wenn man den hübschen Innenhof betritt, durch den Naschgarten schlendert und danach unter schattenspendenden Bäumen den ersten edlen Tropfen Wein oder Bio-Saft aus der Region genießt.

Lokaler Bezug ist Gisela und Josef Bliem wichtig. Fast alles, was in ihrem Hotel auf die Tische kommt, stammt aus dem Burgenland: Honig und Eier vom Nachbarn, Mangalitzaschweinespeck aus dem Nachbardorf, Marmeladen vom „Paradeiser-Kaiser“ Erich Stekovics im nahen Frauenkirchen. Wer will (und sich rechtzeitig angemeldet hat), kann bei der Hausherrin sogar einen pannonischen Kochkurs belegen oder sich im Weinkeller mit angeschlossenem Presshaus durch die Weine der Umgebung gustieren. Gewohnt wird in insgesamt 14 Zimmern und einer Suite, die alle rund um den ruhigen Innenhof liegen und in warmen, hellen Tönen eingerichtet wurden. Der „Radstall“ des Hauses hält auch E-Bikes zum Ausborgen bereit.

Bliem’s Wohnreich, Erzherzog-Friedrich-Straße 40, 7131 Halbturn. www.bliems.com

Gut Oggau – Edelheuriger mit Bioweinen

Ein außergewöhnliches Ambiente, Bio-Weine und eine kleine, aber feine Heurigenküche: Mit dieser Mischung hat Gut Oggau  es sogar bis nach San Francisco ins Museum geschafft! Neun Mitglieder umfasst die „Weinfamilie“ von Gut Oggau. Ihre Namen: Theodora, Winifred, Timotheus, Atanasius, Emmeran, Joschuari, Mechthild, Bertoldi und Wiltrude. Das Besondere an ihnen: Sie wurden nicht nur nach biologischen Kriterien produziert, sondern sehen außerdem auch noch so gut aus, dass sie es bis in die Ausstellung „Design & Wine“ im Museum of Modern Art in San Francisco geschafft haben!

Hinter den alten Mauern eines geschichtsträchtigen Weinguts betreiben Stephanie Tscheppe- Eselböck (aus der bekannten Gastronomenfamilie) und Eduard Tscheppe (vom berühmten steirischen Weingut) hier ihren Edel-Heurigen samt Weinverkauf. Hübsch: Das liebevoll dekorierte Hofambiente mit großen Tischen, bequemen Bänken, Blumen- und Spitzenkissen sowie ein gemütlicher Keller und eine ehemalige Garage, in der man heute an einem zum Tisch umfunktionierten Holzboot speisen kann. Auf der Speisekarte: Geselchtes, Aufstriche, Gebäck, Blunzen und Pasteten aus der Region sowie die fast schon legendären Lammbratwürste und der Oggauer Feuerfleck – ein knuspriges Fladenbrot mit Speck, Käse und Zwiebeln. Toll für kleine Gäste: Max und Moritz, die beiden Ziegen im Mini-Streichelzoo sowie Menge Platz zum Spielen und Spaßhaben.

Gut Oggau, Hauptstraße 31, 7063 Oggau. www.gutoggau.at

Der Kirchenwirt – Uhudlerei Mirth: mit Wildschein aus Eigenzucht

Wie der Name dieses Lokals unschwer erraten lässt, dreht sich hier fast alles um den legendenumrankten Uhudler. Der Name stammt angeblich daher, dass die Augen, nach übermäßigem Genuss, denen eines Uhus ähneln. In der Küche jedoch entfaltet der auch liebevoll Heckenklescher oder Rabiatperle genannte Tropfen ganz beeindruckende Eigenschaften. Großartig geraten dann auch die Saucen zu Wild wie Hirsch und Reh, das Kirchenwirt Matthias Mirth oft selbst erlegt. Das Wildschwein entstammt der hauseigenen Zucht. Das Gejagte wird aber auch zu Würsten, Schinken, Leberpasteten und Grammelschmalz verarbeitet. Auf Uhudlersuppe mit Kürbiskerncroutons folgt ein im Ganzen gebratenes Schweinsfilet auf Eierschwammerlragout oder Fische wie Wels, Forelle und Zander aus der Eltendorfer Teichwirtschaft. Als Abschluss sollte man Uhudler-Palatschinke oder Liwanzen mit dem tollen Uhudlerpowidl bestellen. Natürlich bietet der wirklich gut sortierte Weinkeller noch anderes, Hauseigenes und Weine der besten Winzer des Burgenlands.

Kirchenwirt – Uhudlerei Mirth, Kirchenstraße 7, 7562 Eltendorf. www.uhudlerei-mirth.at

St. Martins Therme & Lodge

Im burgenländischen Seewinkel, dort, wo die Ausläufer der Alpen auf die pannonische Steppe treffen, befindet sich die St. Martins Therme & Lodge. Lang haben die Forscher in der Region gesucht. Doch erst in einem ehemaligen Schotterwerk, im ebenso windigen wie sonnenreichen Nirgendwo zwischen den Gemeinden Frauenkirchen und Apetlon gelegen, wurden sie fündig. Ausgerechnet hier stießen sie in 860 Metern Tiefe auf heilsames Thermalwasser. Danach kamen die Architekten und Landschaftsplaner, die das Areal renaturierten und den geschwungenen, an ein Schneckenhaus erinnernden Thermen- und Lodge-Komplex darauf errichteten.

Durch riesige Glasflächen und auf erhöhten Holzterrassen sieht man heute vom Thermenbereich über die angrenzende, von der UNESCO zum Welterbe erklärte Steppen- und Seenlandschaft. Wem das schon reicht, der bleibt den Rest des Tages im Inneren der Therme mit ihren verschiedenen Saunen und Dampfbädern, Whirlpools, Schwimmbecken, Kinder- und Ruhebereichen. Alle anderen können, allein oder mit den St. Martins Scouts, die Pflanzen- und Tierwelt in der Umgebung erkunden. Auf dem Programm stehen u. a. Bird Walks, Fährten- und Nachtwanderungen sowie Touren zu freilebenden Wasserbüffeln, Graurindern, weißen Eseln oder den letzten Wildpferden der Erde. Außerdem bietet die Lodge ein Natur-Observatorium mit Panoramablick in die Weite des Burgenlands.

www.stmartins.at

Gut Purbach – Spezialisten für Innereien und Safran

Es ist schon eine schöne Wirkungsstätte, die sich Max Stiegl, der bei Schuhbeck in München gekocht hat und im „Inamera“ jüngster Michelin-Stern-Träger der Welt wurde, da ausgesucht hat. Ein gepflegter Innenhof, der mediterranes Flair bietet, der Gutshof mit den dicken Mauern, der alte Weinkeller … übrigens bestens gefüllt mit allem, was ein Weintrinker lieben könnte. Aus Österreich fehlt sowieso nichts, dazu weniger bekannte Weine aus Stiegls Heimat Slowenien, zahlreiche Pinot Noirs aus Südtirol und dann natürlich noch Wagenladungen von Bordeaux – und das alles auch noch sehr fair kalkuliert. Da kann man schon froh sein, dass sich im Haus auch ein paar individuell gestaltete Appartements befinden. In der Küche setzt Stiegl auf Heimisches und Mediterranes, wobei Kreativität großgeschrieben wird. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf Innereien und Raritäten, die selten zubereitet werden, wobei er immer wieder auch mit Zutaten wie burgenländischem Safran überrascht. So speist man unter anderem pannonische Lammkutteln, eine Fischsuppe mit Mangalitzaspeck, geröstete Ziegenkitzleber oder aber einen klassischen Zwiebelrostbraten – allerdings vom Galloway-Rind.

Gut Purbach, Hauptgasse 64, 7083 Purbach. www.gutpurbach.at

Gourmet-Gasthaus Csencsits – Geschmortes aus dem Holzofen

Auf eines kann man sich verlassen: Wer beim burgenländischen Meisterkoch Walter Eselböck gearbeitet hat, nimmt nicht nur Ideen mit, sondern auch die Fertigkeit, sie umzusetzen. Ganz besonders gilt das natürlich, wenn man – so wie Jürgen Csencsits – dort zuletzt Küchenchef war. Inzwischen ist dieser gemeinsam mit seiner Frau Melanie, die ebenfalls im Taubenkobel tätig war, ins elterliche Wirtshaus zurückgekehrt und kocht dort formidabel auf. Wie am Land oft üblich, wird dabei zweigleisig gefahren: mit einem Wirtshaus für die bodenständigen Klassiker vom Zwiebelrostbraten bis zum gebratenen Zander, und einem Restaurant, in dem Csencsits getreu seinem Motto „Niemals abgehoben, aber stets gehoben!“ eine kreative Jahreszeitenküche höchster Qualität liefert. Eine Besonderheit ist der Holzofen in der Küche, in dem unter anderem die gefüllten Stubenhendln oder das Geschmorte vom Milchlamm schmurgeln. Die Weinkarte orientiert sich großteils regional, was kein Wunder ist, denn gute Weine gibt es hier in Hülle und Fülle.

Kontaktdaten:

Gasthaus Csencsits, Harmisch 13, 7512 Harmisch. www.gasthaus-csencsits.at

Hotel Krutzler – Hoansterz und Jiddische Entenleber

Eingebettet in die Hügel des Südburgenlandes, inmitten des historischen Kellerviertels und Weinbaugebietes Heiligenbrunn, liegt das 4*-Hotel Krutzler. Die Geschichte der Familie Krutzler ist wie die vieler Südburgenländer von der Krise Anfang des vorigen Jahrhunderts geprägt, als sie die Heimat verlassen mussten und ihr Glück in Amerika suchten. Sie kamen zurück, um den Familienbetrieb in Heiligenbrunn weiterzuführen. Nach einer geführten historischen Wanderung mit Weinverkostung durch das malerische Kellerviertel von Heiligenbrunn – ein weitläufiges und nahezu vollständig erhaltenes Ensemble von Weinkellern, die seit dem 18. Jahrhundert in Verwendung stehen – sowie seinen Öko- Energiegarten erwartet den Gast ein Wellnessbereich mit Sauna-Landschaft, Aroma-Dampfbad und Whirlgrotte. Alle, die den Tag ein bisschen sportlicher anlegen wollen, können mit dem Leihrad die Umgebung – die Städte Güssing und Körmend in Ungarn sind etwa 10 km vom Hotel entfernt – erkunden oder zur botanischen Sensation – zur Schachbrettblume nach Luising (blüht um Ostern) – radeln.

Im Restaurant werden österreichische Gerichte inklusive pannonischen Schmankerln aus Omas Kochbuch wie Jiddische Entenleber, Uhudler-Cremesuppe, Hoansterz mit Knoblauchsuppe oder Fasanenbrüstchen serviert, und dazu sollte man unbedingt den berühmten Uhudler-Wein trinken.

Genusshotel Krutzler, Heiligenbrunn 16, 7522 Heiligenbrunn. www.hotel-krutzler.at

Hotel Restaurant Kloster am Spitz – ein „Low-Budget Designhotel“

Helmut Qualtinger und „die halbe Wiener Prominenz“ genossen hier einst bei Backhendl und Wein die Aussicht auf den Neusiedler See. Bis heute ist das berühmte Backhendl von der Speisekarte nicht wegzudenken. Darüber hinaus werden klassische Wirtshausgerichte wie Grammelknöderl mit Krautsalat oder ein in Rotwein geschmortes Schulterscherzl vom Bio-Rind serviert. Wolfgang Schwarz bekennt sich zu einer „authentischen Wirtshausküche, wie man sie früher gekannt hat“ – das aber auf höchstem Niveau und mit regionalen und frischen Produkten. Da hilft es unter anderem, dass ein befreundeter Fischer stets die besten Zander, Welse und Aale für das Kloster am Spitz reserviert. Dazu liefert Thomas Schwarz Bio-Weine, die bewusst das Burgenländer Terroir zum Ausdruck bringen und sich vom Mainstream abheben. Das kokett als „Low-Budget Designhotel“ bezeichnete Hotel des Familienbetriebs ist als Wohlfühlbasis für Tagesausflüge gedacht. Die Zimmer sind – abgesehen von zwei geräumigen Suiten mit gläsernen Fassaden im obersten Stockwerk – stilvoll eingerichtet, aber eben klein.

Hotel Restaurant Kloster am Spitz, Waldsiedlung 2, 7083 Purbach. www.klosteramspitz.at

Heuriger Schlossahaus – pannonische Schmankerl

Die Speisekarte im Mönchhof ist schlicht, aber voller Überraschungen. Die Antwort auf die Frage, ob das Schlossahaus nun ein Heuriger oder eine Buschenschank ist, sei jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall ist das Schlossahaus eine Bereicherung für die Gegend. Die Räume, der schöne Garten in der ehemaligen Schlosserei und die Öffnungszeiten entsprechen denen eines Heurigen, das Wein-und Speisenangebot eher dem einer Buschenschank. Alle Weine sind auch glasweise zu haben. Die Speisekarte liest sich ganz schlicht, ist aber voller Überraschungen. Der Liptauer wird nach Hausrezept zubereitet und kommt auch als „Igel“ mit Soletti daher. Der Bio-Dinkelaufstrich ist die Spezialität des Hauses und wird nach „streng geheimem Rezept, aufwändig und ständig frisch zubereitet“. Presswurst mit Mamas Marinade, roter Zwiebel, Kernöl, Kirschpfefferoni, Blutwurst mit Senf und Kren, Schlossajause mit, unter anderem, luftgetrockneten Würsteln vom Grauen Steppenrind aus dem Nationalpark Seewinkel. Die gibt es auch gekocht und warm mit Kren und Dijon-Senf. Den Saftschinken vom selbigen Rind sollte man sowieso probieren. Der pannonische Schmankerlteller ist eine Klasse für sich, Schinken vom Wildschwein und Hirsch, Wildwürstel, Bio-Lammleberaufstrich und Käse, Eingelegtes vom Stekovics und mehr.

Heuriger Schlossahaus, Stiftsgasse 18, 7123 Mönchhof. www.heuriger-schlossahaus.at

Buschenschank Schandl – bekannt für sein pikantes Krautfleisch

Das schön renovierte Haus verfügt über eine klassische Schank, an der man die von Barbara Schandl selbstgemachten Speisen wählen kann. Quargel, mariniert mit Kürbiskernöl und Jungzwiebeln, Blunznkranzl mit Senf, Kren und Brot, dreierlei vom Schwein, „delikate Aufstrichvariation“ und verschiedene Brat’l gibt es immer in sehr guter Qualität. Neben dem Buffetangebot gibt es auch noch Fischsuppe mit Wurzelgemüse und Paprika, Zanderfilet mit Knoblauch und Petersilerdäpfeln, Schweinsschnitzel mit Erdäpfelsalat und ein ausgezeichnetes saftig-pikantes Krautfleisch, interessanterweise begleitet von einem Semmelknödel. Überhaupt wird man bei der Weinauswahl freundlich und kompetent beraten. Rosé, Furmint, Weißburgunder und natürlich Blaufränkisch sind ausgezeichnet. Wer noch kann, bestellt anschließend Somlauer Nockerl, Mohnnudeln mit Zwetschkenröster und notfalls ein Zimmer im Hotel Schandl.

Buschenank Schandl, Hauptstraße 20, A, 7071 Rust. www.schandlwein.com

Mooslechners Bürgerhaus im Zentrum von Rust

Mooslechners Bürgerhaus ist ein Paradiesgärtlein im Herzen von Rust mit einem höchst individuell gestalteten Hotel und einem erstklassigen Restaurant. Man geht nur durch eine Tür – und betritt eine eigene, ganz andere Welt. Allein der Innenhof dieses prächtigen Ruster Bürgerhauses aus dem Jahr 1537 mit seinen schmiedeeisernen Tischen und Sesseln und den vielen kleinen Details und Accessoires verzaubert auf den ersten Blick. Kein Zweifel, Patronin Tina Mooslechner gestaltet gern, und sie hat auch eine geschickte Hand dafür – das sieht man auch im Lokal mit den alten Holzdecken und im Hotel, wo jedes Zimmer seine eigene Geschichte erzählt. Ein Platz zum Durchatmen, Wohlfühlen und natürlich Genießen. Dazu gehört eine feine Küche, die vom engagierten Küchenteam umgesetzt wird, während Patron Michael Mooslechner aufmerksam über dem Ganzen wacht. Viele der Zutaten stammen aus nächster Nähe, nur der wohlgereifte Käse reist aus Frankreich an. Die dazupassenden Weine findet Tina Mooslechner aber größtenteils in burgenländischen Rieden.

Mooslechners Bürgerhaus, Hauptstraße 1, 7071 Rust. www.hotelbuergerhaus-rust.at

Gastronomietipps

Gut Purbach (Restaurant) in Purbach

In einem wunderschön restaurierten, alten Gutshof bildet das modern gestaltete Restaurant einen spannenden optischen Kontrapunkt – und gut gegessen wir hier sowieso.

Es ist schon eine schöne Wirkungsstätte, die sich Max Stiegl, der bei Schuhbeck in München gekocht hat und im „Inamera“ jüngster Michelin-Stern-Träger der Welt wurde, da ausgesucht hat. Der gepflegte Innenhof, der mediterranes Flair bietet, der Gutshof mit den dicken Mauern, der alte Weinkeller … übrigens bestens gefüllt mit allem, was ein Weintrinker lieben könnte. Aus Österreich fehlt sowieso nichts, dazu weniger bekannte Weine aus Stiegls Heimat Slowenien, endlos viele Pinot Noirs aus Südtirol und dann natürlich noch Wagenladungen von Bordeaux – und das alles auch noch sehr fair kalkuliert. Da kann man schon froh sein, dass sich im Haus auch ein paar individuell gestaltete Appartements befinden. In der Küche setzt Stiegl auf Heimisches und Mediterranes, wobei Kreativität großgeschrieben wird. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf Innereien und Raritäten, die selten zubereitet werden, wobei er immer wieder auch mit Zutaten wie burgenländischem Safran überrascht. So speist man unter anderem pannonische Lammkutteln, eine Fischsuppe mit Mangalitzaspeck, geröstete Ziegenkitzleber oder aber einen klassischen Zwiebelrostbraten – allerdings vom Galloway-Rind.

www.gutpurbach.at

Gasthaus Csencsits (Gourmet), Harmisch

Das Gasthaus Csencsits im Südburgenland ist ein hochwillkommener, neuer (alter) Stern in einer kulinarisch bis vor wenigen Jahren nicht sehr verwöhnten Gegend.

Auf eines kann man sich verlassen: Wer beim burgenländischen Meisterkoch Walter Eselböck gearbeitet hat, nimmt nicht nur Ideen mit, sondern auch die Fertigkeit, sie umzusetzen. Ganz besonders gilt das natürlich, wenn man, so wie Jürgen Csencsits, dort zuletzt Küchenchef war. Inzwischen ist Csencsits gemeinsam mit seiner Frau Melanie, die ebenfalls im Taubenkobel tätig war, ins elterliche Wirtshaus zurückgekehrt und kocht dort formidabel auf. Wie am Land oft üblich, wird dabei zweigleisig gefahren – mit einem Wirtshaus für die bodenständigen Klassiker vom Zwiebelrostbraten bis zum gebratenen Zander und einem Restaurant, in dem Csencsits getreu seinem Motto „Niemals abgehoben, aber stets gehoben!“ eine kreative Jahreszeitenküche höchster Qualität liefert. Eine Besonderheit ist der Holzofen in der Küche, in dem unter anderem die gefüllten Stubenhendln oder das Geschmorte vom Milchlamm schmurgeln. Die Weinkarte orientiert sich großteils regional und das ist kein Fehler, denn gute Weine gibt es hier in Hülle und Fülle.

www.gasthaus-csencsits.at


Der Neusiedler See – die besten Tipps für einen Kurzurlaub

Verpassen Sie bei Ihrem Kurzurlaub keine der Schönheiten des Neusiedler Sees! Wir haben die besten Tipps für Sie zusammengestellt: Von einer Tour auf dem auf dem Neusiedler-See-Fahrradweg von Podersdorf, über einen Besuch im Blaufränkischland bis zu einem Abstecher ins Paradeiserparadies.

Seeluft schnuppern auf dem Neusiedler-See-Fahrradweg

Ein besonderer Tipp ist eine Tour auf dem Neusiedler See Fahrradweg von Podersdorf, wo die Surfer den See und die Kitesurfer den Himmel bevölkern, nach Illmitz. Die Gegend nennt sich zwar „Hölle“, aber den Teufel hat hier noch kaum einer getroffen. Dafür kommt man an den Mangalizaschweinen vorbei, auch eine alte Haustierrasse. Und an den Przewalski-Pferden, die sich auf ihr Leben als Wildpferde in der Mongolei vorbereiten.

Bird-Watching am Neusiedler See

Die Geisterstunde ist der helllichte Tag. Die Ungarn nennen das Phänomen, das in anderen Weltteilen als Fata Morgana bekannt ist, délibáb. Das heißt wörtlich übersetzt Mittagstäuschung. Und wenn im Hochsommer die Lacken austrocknen und das Salz – nach dem ungarischen „szik“ wird das Salz der Lacken „Zick“ genannt – weiß blüht, kann sich jeder selbst ein Bild davon machen. Das délibáb ist allerdings nicht die einzige Sehenswürdigkeit des Neusiedler Sees. Das sind zweifellos die Vögel, die hier in einer wahrhaft verwirrenden Vielfalt nicht nur brüten, sondern auch durchziehen, für den Winter Quartier nehmen wie die Gänse oder einfach zum Fressen vorbeischauen wie die Stare im Herbst, wenn sie in riesigen Schwärmen über die Weingärten herfallen und die Winzer zur Verzweiflung bringen. Herbst für Herbst lockt das beeindruckende Schauspiel tausende Bird Watcher und andere Naturliebhaber aus aller Welt ins Burgenland.

Martiniloben im November

Im Herbst entsteht der neue Wein . Da werden die Weinbauern ganz aufgeregt, besuchen einander in den Kellern, wollen wissen, wie er werden wird, der neue Jahrgang. In Gols ist daraus der Brauch des mittlerweile rund um den See verbreiteten Martinilobens entstanden: Am 11. November lassen die Menschen den Heiligen Martin hochleben. Ganz im Gegensatz zu den Gänsen. Die müssen dafür büßen, dass sie den bescheidenen Heiligen einst durch ihre Schnatterhaftigkeit verraten haben, als er sich vor jenen versteckte, die ihn zum Bischof von Tours küren wollten. Aber auch – oder vor allem – dafür ist der Heilige sehr, sehr hoch zu loben: Nirgendwo anders wissen die Köche und Köchinnen so gut umzugehen mit der Martinigans.

Die Skulpturenallee in Andau

Vom Ortsrand von Andau führt kilometerweit eine schnurgerade Straße bis zur Grenze, bis zum Damm des Einserkanals, des einzigen – künstlichen – Abflusses des Neusiedler Sees. Die Straße hat der Andauer Bildhauer Franz Gyolcs mit Freunden und Kollegen aus ganz Europa nach und nach zu einer Skulpturenallee gestaltet. Die trifft auf die „Brücke von Andau“, welcher der amerikanische Bestseller-Autor James A. Michener mit dem gleichnamigen Buch, das die Ereignisse der ungarischen Revolution des Jahres 1956 behandelt, ein Denkmal gesetzt hat. Über diese Brücke entkamen damals zehntausende Ungarn dem sowjetischen Terror.

Franz Gyolcs – neben Wander Bertoni und Karl Prantl der bedeutendste Bildhauer des Landes – arbeitet heute auf dem Kleylehof, einer typischen Puszta. Es ist der Meierhof der „Herrschaft“ Halbturn, dessen Schloss einst den Habsburgern gehörte und vom Barockbaumeister Lucas Hildebrand für Karl VI., den Vater von Maria Theresia, erbaut wurde. Wen die Geschichte der Seewinkler Meierhöfe interessiert, sollte in Mönchhof unbedingt das Dorfmuseum besuchen, wo die Familie Haubenwallner ein altes Dorfensemble rekonstruiert hat und in Zusammenarbeit mit der Universität Wien das Leben der Puszta-Bewohner im frühen 20. Jahrhundert sehens- und anschauenswert erforscht.

Das Blaufränkischland entdecken

Durch Ungarn, vorbei an der Stadt Sopron, die sich heute auch wieder Ödenburg nennt, ist man ohne Bergstrecke bald in Deutschkreutz und damit schon im eigentlichen Zentrum jener Region, die sich mit sehr gutem Recht Blaufränkischland nennt. Hier werden die besten Rotweine Österreichs gekeltert. Wer das nicht glauben mag, soll sich unbedingt einmal in der Deutschkreutzer Gebietsvinothek umtun und sich dort durchprobieren. Gerade wer sich länger Zeit nimmt fürs mittlere Burgenland, kann Deutschkreutz damit zum Ausgangspunkt einer Wein-Entdeckungsreise machen. Viele sind hier schon auf den Geschmack gekommen, der sie dann in ein anderes Dorf führte – nach Neckenmarkt, Horitschon oder Nikitsch zum Beispiel. Dass es in diesem Land nicht nur etwas zu verkosten gibt, sondern auch zu schauen, ist der engen Kooperation der Winzer mit engagierten Architekten zu verdanken. Eines der spektakulärsten Beispiele ist der Arachon-Keller der Vereinigten Winzer Horitschon.

www.blaufraenkischland.at

Winzergenossenschaft Horitschon: www.vereinte-winzer.at

Im Kellerviertel Heiligenbrunn einkehren

141 Weinkeller, die größtenteils gar keine Keller sind, sondern über der Erde erbaute Press- und Lagerhäuser, bilden das denkmal- und landschaftsgeschützte Kellerviertel Heiligenbrunn. Das dazugehörige Areal umfasst mehr als 60 Hektar und lässt sich ganzjährig erkunden. Als Holzblockhäuschen erbaut, mit Lehm verputzt und mit Stroh gedeckt: Die ältesten noch erhaltenen Weinkeller in Heiligenbrunn und Umgebung gehen zurück auf das 18. Jahrhundert. Spätere Bauten verschwanden dann tatsächlich halb in der Erde und wurden ihrem Namen somit auch gerechter. Genutzt werden sie alle noch – und deshalb ist das Kellerviertel Heiligenbrunn auch kein vinophiles Museum, sondern ein Stück Weinkultur. Hier erlebt man bis heute, wie Wein gemacht und gelagert wird.

Auf Voranmeldung öffnen die Mitglieder des Weinbau- und Kellervereins die alten Holztore und laden Interessierte zu Führungen und Verkostungen ein. Probieren kann man hier vor allem den Uhudler, ein reines Naturprodukt, das man nur im Südburgenland findet. So intensiv er nach Erdbeeren riecht, der Geschmack des Roséweines geht in eine säurebetonte Richtung. Seit einigen Jahren kultiviert man den Uhudler nun wieder. Der Besuch des Kellerviertels lohnt sich aber auch spontan – befindet es sich doch schließlich in einer der schönsten Gegenden des Burgenlandes: Weingärten, Steppenlandschaften und Felder, die bis zum Horizont zu reichen scheinen, kleine Biotope, uralte Baumalleen sowie die unmittelbare Nähe zur ungarischen Grenze machen das Kellerviertel Heiligenbrunn zu einer besonderen Tipp für Burgenland-Reisende.

www.kellerviertel-heiligenbrunn.at

Wein genießen in Rust

Für Weinfreunde ist die idyllisch in Weinberge eingebettete Stadt ein lohnendes Ziel. Mit ihren 1.700 Einwohnern ist Rust eine der kleinsten Städte Österreichs mit eigenem Stadtrecht. Der historische Kern zählt zu den schönsten des Landes. Die  gepflegten Bürgerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert waren ein wichtiges Kriterium dafür, dass die Region um den Neusiedler See heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Außerdem nisten in der „Stadt der Störche“ jährlich etwa zehn Storchenpaare auf Dächern und Rauchfängen. Und noch ein Aspekt macht Rust so besonders: Begünstigt durch das milde Klima des Neusiedler Sees und ideale Böden produzieren die Ruster Winzer seit Jahren international gerühmte Spitzenweine. Nicht umsonst hat die Weinakademie Österreich ihren Sitz hier im renovierten Seehof. Und nicht umsonst weist Rust Österreichs höchste Restaurantdichte pro Einwohner auf.

Lohnenswert ist auch ein Besuch des sieben Kilometer langen „Weidener Weinwanderweg“, der Wissenswertes über Weinbau, Kultur und Natur der Region vermittelt. Auch hier wird in der warmen Jahreszeit jede Woche eine geführte Weinbergwanderung angeboten mit anschließender Weinverkostung.

Führungen am Weidener Weinwanderweg: www.weiden-see.at

Im Weinwerk Burgenland in Neusiedl am See lassen sich 400 Weine von 140 Winzern der Region verkosten (und kaufen), und in der Weinakademie im renovierten Seehof wird Wein-Wissen an Neulinge und Weinprofis gleichermaßen vermittelt. Besonders beliebt sind auch die „Weinschnuppertage“ an dieser größten Weinschule Europas.

Weinwerk Burgenland, Obere Hauptstraße 31, 7100 Neusiedl am See. www.weinwerk-burgenland.at

Wer selbst zum Winzer werden will, kann im Ort Purbach auf ein einmaliges Angebot zurückgreifen: Unter dem Motto „Rent a Weinstock“ können Laien wie Profis 100 Rebstöcke in den besten Rieden eine Saison lang mieten und bei prämierten Winzern in die „Lehre“ gehen (sechs Termine). Im Herbst erhalten sie dann 100 Flaschen vom eigenen Wein mit persönlichem Etikett.

Rent a Weinstock
www.weinerlebnis.info

 

Weitere Tipps:


Burgenslands Paradeiserparadies entdecken

Durchschnittlich 300 Sonnentage pro Jahr machen die Region um den Neusiedlersee zu einem verlockenden Geheimtipp für Besucher aus aller Welt. Das milde Klima sorgt auch dafür, dass rund um den größten Steppensee Mitteleuropas ein Schlaraffenland für Genießer entstanden ist. Der bekannteste Genuss-Produzent der Region heißt Erich Stekovics.

Wenn Erich Stekovics über seine Felder geht, sieht man ihm die Begeisterung an. Immer wieder bückt er sich, greift sich eine Frucht und isst sie mit sichtlichem Genuss. Der Gourmet, der eigentlich Theologie studiert hatte, übernahm 1999 den kleinen Gemüsebaubetrieb seines Vaters. Heute zählt Stekovics zu den innovativsten – und erfolgreichsten – Landwirten des Burgenlandes.

Die Hauptakteure in seinem „Theater der Genüsse“ sind rot, gelb oder grün und schmecken nach Bananen, Melone oder Zuckerrübe. Sie tragen exotische Namen wie „Bulgarischer Triumph“, „Rose vom Libanon“ oder „Schlesische Himbeere“ und wuchern in Hülle und Fülle auf seinen Feldern am Rande des Neusiedlersees in Frauenkirchen. Die Rede ist von Tomaten. Ein wunderbares Gemüse, wie Erich Stekovics meint, und „kein Wunder, dass es in Österreich ‚Paradeiser’, das sich vom Wort Paradiesapfel herleitet, genannt wird.“

Die besondere Liebe von Erich Stekovics gilt alten Paradeisersorten. „Die ersten Tomaten wurden 1498 von Christoph Columbus aus Südamerika nach Europa gebracht“, erzählt Stekovics. Das, was heute in Supermärkten verkauft wird, erinnert seiner Meinung nach allerdings nur noch optisch an Tomaten. Die unglaubliche Aromen-Vielfalt der Pflanzen ist bei der „industriellen“ Zucht im Glashaus abhandengekommen. Auf der Suche nach dem verloren gegangenen Geschmack sammelt Stekovics seit 2002 auf der ganzen Welt Tomatensamen – und züchtet heute, nach nur wenigen Jahren, die unvorstellbare Menge von über 3200 alten Sorten. Damit besitzt Stekovics die weltweit größte kultivierte Sammlung an Tomatensamen!

Wie lecker die Tomaten-Raritäten schmecken, kann jeder vor Ort verkosten. Der „Kaiser der Paradeiser“ führt im Sommer von Juli bis September jeden Tag Besuchergruppen in einer dreistündigen Führung über seine Felder. Immer wieder greift der Bauer dabei in die Tomatensträucher, schneidet die Paradeiser halb durch und erzählt etwas zur Geschichte, zur Verwendung oder zum Geschmack. So erfahren Gourmets und Hobbygärtner beispielsweise, dass man aus „Black Plum“, die nach Zwetschken schmeckt, das beste Sugo machen kann, dass die schönste Tomate, die „Russische Reisetomate“ in Wahrheit aus Guatemala stammt und bei der Sorte „Dattelwein“ zwei unterschiedlich geformte Früchte auf einer Rispe wachsen. Auch seine persönlichen Vorlieben macht Stekovics klar: „Alle nicht-roten Sorten schmecken besser als die roten.“ Besonders stolz ist er auf seine Tomaten-Pflanzen aus dem Himalaya und die „Gelbe Johannisbeere“. Diese kleinste aller bekannten Tomaten trägt im Sommer pro Pflanze 6.000 Früchte. Ihre Samen werden seit 1.400 Jahren nur von Züchter zu Züchter weitergegeben.

Für die Tomaten – wie auch für Besucher und Reisende – ist das Klima am Neusiedlersee ideal. An 300 Tagen im Jahr scheint hier die Sonne. Außerdem, so Stekovics, „weht an 360 Tagen Wind“. Der Neusiedlersee, der größte Steppensee Mitteleuropas, liegt zum Teil in Österreich und zum Teil in Ungarn und bildet einen einmaligen Naturraum: Mosaikartig liegen hier großflächige Feuchtgebiete, Trockenrasen, Eichenwälder, Sandsteppen, Weideflächen und Salzstandorte nebeneinander.

Am Ostufer des Sees setzt Erich Stekovics seine Pflanzen unter freiem Himmel aus und überlässt sie ganz dem Lauf der Natur. Er gießt die Pflanzen niemals, lässt sie nach Lust und Laune vor sich hin wuchern, ohne je auszugeizen (= die kleinen Mitteltriebe entfernen) und bindet sie nicht hoch. Obwohl dies alles scheinbar untypisch für die Tomatenzucht ist, erzielt er mit seiner ungewöhnlichen Anbaumethode unglaubliche Erfolge. Die Ernte fällt reicher aus – und die großen Temperaturschwankungen, der ständige Wind und der Verzicht auf Bewässerung bringen die Aromen in besonderer Weise zur Entfaltung.

Und beim Geschmack kennt Erich Stekovics keine Kompromisse. Daher erntet er die Tomaten auch erst zum Zeitpunkt der Vollreife. Was bedeutet, dass die Paradeiser nicht weit transportiert und im normalen Handel verkauft werden können. Die Raritäten kann man nur in Hauben-Lokalen der Umgebung, wie dem „Taubenkogel“ oder „Der blauen Gans“, genießen – oder weiterverarbeitet im Hofladen und vielen Feinkost-Geschäften erstehen. Stekovics benutzt die traditionellen Konservierungstechniken seiner Heimat und bannt die Aromen selbst ins Glas: Die Tomaten werden eingelegt, zu Sugo oder süßem Tomatensaft verarbeitet und als besonderes Highlight in Konfitüren und Chutneys verwandelt. Für die Fleischparadeiser-Konfitüre etwa werden 120 Sorten Fleischtomaten zusammen eingekocht.

Erich Stekovics
Schäferhof 13
7132 Frauenkirchen
Pflanzenverkauf: im gesamten Mai
www.stekovics.at


Nicht verpassen: Wander Bertonis Freilichtmuseum

Rund um sein Wohnhaus führt manchmal der Bildhauer selbst durch eine umfangreiche Werkschau und gewährt Einblick in eine äußerst „ei-gentümliche“ private Sammlung.

Wander Bertoni ist einer der renommiertesten Bildhauer Österreichs. Seine meist abstrakten oder symbolischen Skulpturen und Objekte sind auf der ganzen Welt zu sehen, aber nirgends in einer solchen Dichte wie bei ihm zu Hause in Winden am Neusiedler See. Zahlreiche Großplastiken machen aus der Wiese neben dem Haus ein Freilichtmuseum. Nähert man sich von hier den Gebäuden, blickt man durch eine breite Glasfront in das Atelier des Künstlers sowie in eine Galerie mit Arbeiten aus drei unterschiedlichen Schaffenszyklen. Der Ausstellungspavillon mit einer chronologischen Übersicht über Bertonis Lebenswerk ist ebenfalls von außen einsehbar. Macht man sich jedoch vor dem Besuch einen Termin mit Bertonis Ehefrau Waltraud aus, öffnet sie die Gebäude. Darunter auch das architektonisch sehenswerte Eiermuseum, das eine rund 3000 Objekte zählende, sehr persönliche Sammlung an Kult- und Kitsch-Eiern aus aller Welt beherbergt. Besichtigungen sind nach telefonischer Vereinbarung unter +43 664 4325 403 möglich!

www.wanderbertoni.com

Kulturtipp: Seefestspiele Mörbisch

Walzerseligkeit und der schiere Melodienzauber haben die Wiener Operette in der ganzen Welt berühmt gemacht. Ein  besonderes Erlebnis sind die Aufführungen auf der riesigen Freiluftbühne der Seefestspiele Mörbisch.

Den Traum vom Glück träumen alle Operetten. Aber ehe er sich erfüllt, bedarf es meist einiger List, komischer Verwicklungen und vieler Kapriolen. Und nicht selten sind dabei anmaßende Herrscherfiguren und mit hohlem Pomp auftretende Würdenträger Ziel des Spotts. Gegenüber ihrem französischen Vorbild hat die Wiener Operette die Schärfe dieser Kritik abgemildert und den Tanz, und das ist in Wien natürlich der Walzer und der Drei-Viertel-Takt, in den Mittelpunkt gerückt. Hier dominieren die pure Lebenslust und ein selbstvergessenes Schwelgen in Musik.   Die Seefestspiele Mörbisch verwandeln den nur 60 km südöstlich von Wien am malerischen Neusiedlersee gelegenen Ort alljährlich in den Mittelpunkt der Operettenwelt. Vor einer einzigartigen Naturkulisse werden auf einer der größten und schönsten Freilichtbühnen Europas die Meisterwerke der klassischen Operette geboten. Zusammen mit einem besonderen kulinarischen Angebot, den im pannonischen Klima gereiften burgenländischen Weinen und dem die Aufführung abschließenden Feuerwerk, sind die Seefestspiele Mörbisch mit ihren 6.000 Sitzplätzen ein Fixpunkt in der Kulturszene am See.

Termin: Juli / August

www.seefestspiele-moerbisch.at


Kaffeeduft schnuppern in Neusiedl am See

Bei einem Besuch im Hause Schärf erfährt man alles über Anbau, Veredelung, Zubereitung und – vor allem – den Genuss von Kaffee – u.a. in einer begehbaren Kaffeebohne!

Ein Rundgang durch die Schärf World kann Kaffeegewohnheiten verändern. Immer wieder unterbrechen Angestellte der Firma – oft auch Führungskräfte – ihre Arbeit für die Gäste und erzählen mit spürbarer Begeisterung, warum wirklich guter Kaffee unbedingt von Hand gepflückt werden muss, wie entscheidend die gute Nase eines Röstmeisters ist und was fachgerechtes Lagern und Mahlen für den Geschmack bedeuten. All das sieht, riecht und erlebt man aus nächster Nähe, denn die Führung findet zum Teil mitten im laufenden Betrieb der pittoresken Rösterei und Manufaktur statt. Woran man reife Bohnen erkennt, kann sogar an den Kaffeesträuchern gezeigt werden, die im Foyer zu Blüte und Reife gebracht werden – eine Seltenheit in Europa. Mit den Methoden eines Kaffeesommeliers darf man bei einer Verkostung am Cupping-Table probieren, wie Unterschiede schmecken. Als Entwickler von Espressomaschinen demonstriert die Firma, welche Technik das Beste aus der Bohne herausholt und woran man erkennt, ob ein Wirt mit seiner Maschine auch meisterhaft umzugehen versteht.

Schärf World “The Art of Coffee”, Dr. Alexander Schärf Platz 1, A-7100 Neusiedl/See. www.schaerf.at

 

Gut essen im Fischerei-Restaurant Varga

Im Fischrestaurant Varga kommt seit 1972 traditionell der fangfrische Fisch auf den Teller und wird in verschiedensten Variationen mit Beilagen der Saison präsentiert. Ein Geheimtipp.

Inmitten der größten Weinbaugemeinde Österreichs mit circa 200 Winzern lebt einer der wenigen noch verbliebenen Fischer des Neusiedler Sees – Emmerich Varga. Im Fischrestaurant der Familie kommt seit 1972 traditionell der fangfrische Fisch auf den Teller und wird in verschiedensten Variationen mit Beilagen der Saison verarbeitet. Eine Spezialität des größten europäischen Steppensees ist der Zander. Im Fischrestaurant Varga kann man ihn im Ganzen gebraten, gebacken oder blau genießen. Auf Bestellung und je nach Tagesfang gibt es Wels und Hecht. Üblicherweise werden zum Fisch ganz einfach Petersil- oder Buttererdäpfel gereicht und Knoblauchbutter sowie gemischter Salat serviert. Weitere Neusiedler-See-Fische wie Wildkarpfen und Aal werden saisonal zubereitet, zum Beispiel im Sommer auf Eierschwammerln oder mit frischem Gemüse und Salaten aus dem Seewinkel. Vorspeisen-Spezialitäten beim Varga sind der gebackene Milchner vom Karpfen, der von Konsistenz und Farbe an Kalbsbries erinnert, oder auch die paprizierte Fischsuppe – eine traditionelle, ungarische Halászlé. Erwähnenswert ist auch das pannonische Fischpaprikasch, das in einer bunten Paprikasauce mit Nockerln und Salat serviert wird. Zum Abschluss ist das hausgemachte Sorbet-Eis zu empfehlen. Das Weinbaugebiet Gols bietet eine große Auswahl von Weinen, die sich auf der Weinkarte wiederfinden. Zudem gibt es Golser Bier und naturtrübe Säfte aus der Region.

Kontaktdaten:

Fischerei-Restaurant Varga, Untere Hauptstraße 123, 7122 Gols. www.varga.co.at

Gut essen im Landgasthof Zur Dankbarkeit in Podersdorf

Das Gasthaus „Zur Dankbarkeit“ ist längst ein Klassiker der pannonischen Gastronomie – und ein Treffpunkt für alle, die gerne gut und bodenständig essen.

Heimkehrende Windsurfer, Sonntags-Ausflügler oder umherziehende „Gern-Esser“ fühlen sich in diesem traditionsreichen Gasthof gleichermaßen wohl. Kein Wunder, denn beim Lentsch geht es ganz unprätentiös zu – ein richtiges Wirtshaus eben, aber mit dem gewissen Etwas, das sich wohl immer aus dem Engagement der Wirtsleute ergibt. In den gemütlichen Stuben speist man typisch burgenländisch und die Küche greift gerne zu Zutaten, mit denen der Tisch hier im Seewinkel reich gedeckt ist: Fische vom Neusiedler See, Steppenrinder, Mangalitzaschweine, Weidegänse und Seewinkler Gemüse wie Paradeiser und Paprika, die hier beste Qualitäten bringen. Daraus entstehen Gerichte wie der gebratene Wels in Weißweinsauce, Mangalitzabeuscherl, Gänsebraten oder Dankbarkeit-Klassiker wie die Jiddische Hühnerleber und die Fischsuppe mit Paprika. Den passenden Wein dazu liefert Wirt und Winzer Josef Lentsch gleich selbst – aus dem eigenen Weingut.

Kontaktdaten:

Gasthaus Zur Dankbarkeit, Hauptstraße 39, 7141 Podersdorf. www.dankbarkeit.at

Leuchtturm in Podersdorf am See. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner


Gut essen im Taubenkobel in Schützen am Gebirge

Wenn Gourmets aus aller Welt in das winzige Dorf Schützen pilgern, haben sie nur ein Ziel: den Taubenkobel.

1984 erwarben Eveline und Walter Eselböck in Schützen am Gebirge in der Nähe des Neusiedler Sees ein altes Bauernhaus und bauten es zu einem Restaurant, dem heutigen Taubenkobel, um. Walter Eselböck, der nie eine klassische Kochausbildung absolviert hatte, begann, sich für das Kochen zu interessieren. Ein Glücksfall für alle Genießer! Denn bereits Mitte der 90er-Jahre zählte der Taubenkobel zu den besten Restaurants Österreichs. Walter Eselböck kocht kompromisslos seinen eigenen Stil, der außergewöhnliche Kreativität, regionale Produkte und unkonventionelles Denken perfekt verbindet. Für frischen Wind sorgen Alain Weissgerber und Barbara Eselböck-Weissgerber, und es duftet nach archaischen Aromen von am offenen Feuer Gegartem. Das kulinarische „Gesamtkunstwerk“ Taubenkobel wird durch ein kleines, romantisches Hotel, eine Greißlerei und eine Weinhandlung ergänzt.

Kontaktdaten:

Restaurant Taubenkobel, Hauptstraße 31–33, 7081 Schützen am Gebirge. www.taubenkobel.com

Gut essen in der Blauen Gans in Weiden am See

In Weiden am Neusiedler See werden traditionelle Gasthausküche und kreative Gourmet-Cuisine miteinander verbunden.

Oliver Wiegand, der sich mit dem „Fossil“, einem Weinkeller-Restaurant im nahen Purbach, in kürzester Zeit zwei Hauben erkochte, ist seit der Wiedereröffnung der neue Mann am Herd. Gemeinsam mit seinem Team hat er ihr ein neues, nordisch inspiriertes Interieur verpasst, das für viel Licht, Luft und Leichtigkeit in den Stuben sorgt, und eine Speisekarte aufgelegt, die traditionelle Gasthausküche und ambitionierte Gourmet-Cuisine verbindet. Gebratener Zander mit gebackener Blunzn auf Krenschaum kommt jetzt auf die Tische oder Gänseleber-Terrine mit rosa Pfeffer, Himbeerkompott und Trüffelbalsam sowie geschmortes Kalbsbackerl auf Kartoffel-Liebstöcklpüree. Und dann gibt es noch den jetzt schon zur Legende gewordenen knusprigen Kümmelbraten mit Krautravioli und Knoblauchjus, das Kräuterrahmsüppchen mit Zander-Senftatar sowie den Schoko-Gateau mit Erdbeereis und den Kaiserschmarrn mit Birnenkompott. Nicht nur eine Versuchung, sondern auch die scharf kalkulierten Preise wert: die drei- bis sechsgängigen Überraschungsmenüs! Auch dabei ist Wiegand der saisonale und regionale Bezug wichtig. Ebenso wie die eigene schnörkellose Handschrift – immer getreu seinem Motto: „Ziel ist es, gut zu kochen – der Rest macht auch Spaß.“

www.zurblauengans.at

Gut wohnen in Mooslechners Bürgerhaus in Rust

Mooslechners Bürgerhaus ist ein Paradiesgärtlein im Herzen von Rust mit einem höchst individuell gestalteten Hotel und einem erstklassigen Restaurant.

Man geht nur durch eine Türe – und betritt eine eigene, ganz andere Welt. Allein der Innenhof dieses prächtigen Ruster Bürgerhauses aus dem Jahr 1537 mit seinen schmiedeeisernen Tischen und Sesseln und den vielen kleinen Details und Accessoires verzaubert auf den ersten Blick. Kein Zweifel, Patronin Tina Mooslechner gestaltet gern und sie hat auch eine geschickte Hand dafür – das sieht man auch im Lokal mit den alten Holzdecken und im Hotel, wo jedes Zimmer seine eigene Geschichte erzählt. Ein Platz zum Durchatmen, Wohlfühlen, Verstecken und natürlich Genießen. Dazu gehört eine feine Küche, die von einem jungen, engagierten Küchenteam umgesetzt wird, während Patron Michael Mooslechner sozusagen über dem Ganzen wacht. Viele der Zutaten dafür stammen aus nächster Nähe, nur der wohlgereifte Käse reist aus Frankreich an. Die passenden Weine dazu findet Tina Mooslechner aber größtenteils in burgenländischen Rieden.

www.hotelbuergerhaus-rust.at

 

Weitere Tipps


Einkaufstipps

Im Burgenland besser einkaufen: Hier finden Sie das typisch Burgenländische, das Besondere und Regionale: Edles, qualitativ Hochwertiges und lokal Gefertigtes statt Massenware.

Original burgenländischer Indigo-Handblaudruck

Die Holzmodeln und Muster des zweiten österreichischen Blaudruckers sind hunderte Jahre alt: Im mittleren Burgenland, in der Ortschaft Steinberg-Dörfl nahe der ungarischen Grenze, befindet sich die Färberei Koó, ein kleiner Familienbetrieb. Josef Koó ist der letzte Färbermeister im Burgenland, der in traditioneller Art im Handdruckverfahren und mit Walzen druckt und Stoffe mit pflanzlichem Indigo färbt: „Unsere Spezialität sind die Doppeldrucke, die auf Vorder- und Rückseite je ein anderes Muster aufweisen. Diese werden mit einer alten, von Hand betriebenen Walzendruckmaschine hergestellt“, erzählt Koó.

Original burgenländischer Indigo-Handblaudruck
Blaudruckerei Koó
Neugasse 14
7453 Steinberg
Tel.: +43 2612 8471
www.originalblaudruck.at

Brot und Gebäck

  • Gradwohl – Stammhaus der Vollwerbäckereien-Kette. In Wien fünf Filialen. Hat sich der langsamen Teigführung verpflichtet, bäckt ausschließlich Bio-Backwaren aus Vollkorn.
    www.gradwohl.info
  • Waldherr – Vollkornbäckerei mit zwei Filialen in Wien (am Naschmarkt und in der Marc-Aurel-Str.) Das „Essener Brot“ wird ohne Hefe gebacken.
    Kleinhöfler Hauptstr. 39
    7000 Eisenstadt
    www.vollkornbaeckerei-waldherr.at
  • Barislovits – Berühmt gutes Schwarzbrot
    Kapellenplatz 3
    7052 Müllendorf

 

 

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere