Kärnten entdecken – der Online-Reiseführer

Das südlichste Bundesland Österreichs hat viel zu bieten: Natur, Kultur, gutes Essen und beeindruckende Seen! Wir laden Sie ein zu einer Entdeckungsreise zu den schönsten Zielen Kärntens. Außerdem erfahren Sie viel Wissenswertes rund um das landschaftlich besonders schöne Bundesland, das eine Reihe von berühmten Persönlichkeiten hervorgebracht hat.

 

Entdeckungsreise entlang der Drau

Starten Sie Ihren Kärnten-Besuch mit einer Entdeckungsreise entlang der Drau! Mit dem PKW sind es nur knapp 200 Kilometer quer durch das südlichste Bundesland Österreichs. Auf der Strecke zwischen Oberdrauburg und Lavamünd lohnt es sich allerdings, das Auto abzustellen und den einen oder anderen Umweg einzuplanen. Der Drauradweg R1 ist die längste Fitnessmeile in Kärnten.


Oberkärnten: Natur und gutes Essen

Vom Bahnhof in Oberdrauburg geht die Entdeckungsreise nach Irschen. Das Dorf wurde durch seine duftenden Kräuter-Erlebnisstationen überregional bekannt. Entlang von Wäldern und Wiesen fährt, läuft oder wandert man dann bis Greifenburg. Naturliebhaber unternehmen von hier aus einen Ausflug zum nahe gelegenen Weißensee. Er liegt inmitten eines beeindruckenden Bergpanoramas. Im Sommer ist der See ein beliebtes, aber nie überlaufene Urlaubsziel. Im Winter erfreuen sich neben den Einheimischen auch immer mehr Gäste aus Deutschland, Italien und vor allem aus den Niederlanden an der kilometerlangen Eislaufstrecke. Wer nach so viel Sport Hunger verspürt, wird im Restaurant Zimmermann in Techendorf gut bedient. Auf der Karte finden sich exotisch anmutende Kreationen wie Sashimi vom Saibling, aber auch bodenständige Spezialitäten.

Oberdrautal Kräuterdorf Irschen. (c) Kärnten Werbung

Von Greifenburg geht es über Lind im Drautal nach Sachsenburg und weiter nach Möllbrücke. An dieser Stelle bietet sich eine Alternative zur vorgeschlagenen Route an. Wenn man der Möll folgt, kommt man nach Obervellach und im weiteren Verlauf nach Heiligenblut am Fuße des Großglockners. Der mit 3.798 Metern höchste Berg Österreichs ist nicht nur für Alpinisten interessant, sondern auch Teil des Nationalparks Hohe Tauern. Das Naturschutzgebiet ist mit rund 1.800 km 2 Fläche, davon viele große Gletscherfelder, einzigartig in Europa.

Wer weiter der Drau die Treue hält und mit einem Mountainbike oder zu Fuß unterwegs ist, verlässt die befestigten Wege und genießt bis zur Ortschaft Rosenheim eine außergewöhnlich schöne Flusslandschaft in den Auen der Drau. Bevor man von Rosenheim nach Spittal kommt, lohnt sich ein Besuch des archäologischen Museums Teurnia. Hier siedelten einst die Kelten und später die Römer. Beide Völker hinterließen historisch bedeutsame Spuren.

In Spittal an der Drau, der größten Stadt Oberkärntens, ist das Schloss Porcia besonders interessant. Kunsthistoriker bezeichnen das im 16. Jahrhundert von italienischen Baumeistern entworfene Gebäude als „schönsten Renaissancebau nördlich der Alpen“. Im Untergeschoß befindet sich eine Galerie, die regelmäßig zeitgenössische Kunst aus Kärnten ausstellt.

Schloss Porcia in Spittal/Drau, Kärnten. © Tourismusbüro Spittal, Fotograf: Auer

Schloss Porcia in Spittal/Drau, Kärnten. © Tourismusbüro Spittal, Fotograf: Auer

Weil die erste Etappe der Kulinarik gewidmet ist, wäre ein anschließendes Essen im Restaurant Mettnitzer in der Altdeutschen Weinstube am Neuen Platz eine ausgezeichnete Idee: In den Räumen fließen die Stilrichtungen Gotik, Renaissance und Altdeutsch nahtlos ineinander. Die Küche von Karlheinz Mettnitzer erfreut mit bodenständigen Kreationen.

Weniger klassisch als in der Weinstube, dafür aber leicht skurril und sehr familiär, geht es beim Kleinsasserhof fünf Kilometer südlich von Spittal zu. Positive Überraschungen, auch in Sachen Kochkunst, sind hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel.


Mittelkärnten: Wasser und Kultur

Von Spittal nach Villach sind es nur knapp 40 Kilometer. Dafür bietet der Weg eine Menge an möglichen Abstechern und lohnenden Umwegen. So etwa könnte man von Spittal durch die Lieserschlucht zum Millstätter See wandern und dabei von hoch oben Kanuten beobachten, die sich durch das Wasser kämpfen oder einen Tagesausflug nach Bad Kleinkirchheim einplanen. Auf den dortigen Pisten wurde Abfahrts-Olympiasieger Franz Klammer groß. In der Therme von Kleinkirchheim findet man ganzjährig Entspannung.

Zurück im Drautal werden eingefleischte Literaturfreunde die kleine Ortschaft Kamering in der Nähe von Paternion aufsuchen. Hier beschrieb der Autor Josef Winkler minutiös die Struktur des Dorfes, die laut seiner Darstellung einem Kruzifix nachempfunden ist. Wie weit Winklers vielfach preisgekrönte Abrechnung mit der Gegend literarische Fiktion war, lässt sich am besten vor Ort überprüfen.

Kurz vor Villach liegt dann noch ein kultureller Geheimtipp. Das Krastal, wo seit mehr als vierzig Jahren Bildhauer aus aller Welt zusammenkommen, um im Juli während eines Symposiums drei bis vier Wochen lang gemeinsam im Marmorsteinbruch zu arbeiten und zu leben. Wer mit Kindern unterwegs ist, den könnte die Elli-Riehl-Puppenwelt in der Nähe von Treffen interessieren. In diesem Museum sind mehr als 700 handgefertigte Puppen zu sehen, die das Landleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen.

Von Treffen ist es nicht weit zum Ossiachersee, zum Dobratsch und zur Gerlitzen. Auch die Hochkultur hat in dieser Gegend einen fixen Platz. Das Festival Carinthischer Sommer präsentiert im Congress Center Villach und im Stift Ossiach Kirchenopern, klassische und moderne Konzerte sowie Lesungen und Ausstellungen. Seit einigen Jahren wird auch das avantgardistische Steinhaus des Architekten Günther Domenig für Veranstaltungen genutzt. Das Haus in Steindorf am Ossiachersee ist Domenigs Lebenswerk; die Fertigstellung nahm über zwanzig Jahre in Anspruch. Mehrere geometrisch strenge Baukörper türmen sich auf wie ein Gebirgsmassiv. Das Haus geht dabei nicht nur auf die umgebende Landschaft ein, sondern will auch ein Statement sein gegen die „Verlogenheit einer Scheinheimatarchitektur“, wie Domenig betont.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Weg entlang des Radwegs R1 ist natürlich nur eine mögliche Route durch Ober- und Mittelkärnten. Bereits in Oberdrauburg gäbe es eine interessante Ausweichstrecke. Über die wilden Kehren des Gailbergs geht es nach Kötschach-Mauthen ins Gailtal. Dort wartet mit der Kellerwand von Sissy Sonnleitner ein Gasthaus mit Gault-Millau- Punkten. Der Gail folgend gelangt man über den Presseggersee, das Skigebiet Nassfeld und die Bezirksstadt Hermagor zur Therme Villach-Warmbad. Von dort ist es nur ein Katzensprung zu einem kulinarischen Geheimtipp. In der ältesten Nudelfabrik Österreichs, die etwas versteckt in Finkenstein liegt, kann man ein schönes Sortiment an Teigwaren kaufen oder direkt vor Ort verspeisen. Die berühmten Kärntner Kasnudeln sollte man keinesfalls auslassen.

Kaerntener Kasnudeln – Kärntner Spezialität mit Butter.
© Österreich Werbung, Fotograf: Viennaslide

Wie man seine Reise auch anlegt, irgendwann kommt fast jeder Kärnten-Urlauber nach Villach. Spätestens in der zweitgrößten Stadt Kärntens wird deutlich, dass sich der Charme des Mittelmeerraums erfolgreich über die nahe italienische Grenze importieren ließ. In der weitläufigen Fußgängerzone oder am Ufer der Drau genießt man ein Eis oder einen Drink, ehe man das kulturelle Angebot der Stadt in Angriff nimmt. Villach verfügt nicht nur über anspruchsvolle Kinos und Galerien, sondern auch über ein modern gestaltetes Veranstaltungszentrum. Das Congress Center und das unmittelbar benachbarte Hotel Holiday Inn bieten eine besonders schöne Aussicht auf den Fluss und die Berge. Am Ufer vor dem Hotel befindet sich die Anlegestelle des Ausflugsschiffes Landskron, das auf der Drau verkehrt.

Vom Stadtzentrum Villachs geht es weiter am linken Drauufer nach Rosegg. Unmittelbar am Radweg liegt die Galerie Sikoronja. In den liebevoll restaurierten Räumen eines früheren Gasthauses werden renommierte Künstler aus Kärnten und Slowenien ausgestellt. Im lauschigen Garten ragen große Skulpturen auf. Auch die Kirche im Ort, das Schloss und der Tierpark sind Anziehungspunkte für Reisende. Kinder freuen sich über den Streichelzoo und einen großen Spielplatz. Und die Erwachsenen bewundern seltene Wildtiere wie den Davidhirsch, von dem es weltweit nur mehr rund 600 Exemplare gibt.


Unterkärnten: See und Grenze

Von Rosegg sind es nur wenige Kilometer bis Velden. Hierher, an die Ufer des Wörthersees zieht es mondäne Urlauber und die junge Szene. Die einen in die schönsten Hotels und Restaurants sowie ins Casino, die anderen in Bars und an den Strand. Der Radweg rund um den See führt durch Velden, Pörtschach und Krumpendorf und bietet einen prächtigen Ausblick auf das türkisfarbige Wasser und die Gebirgskette der Karawanken. Anfang Juli versammeln sich alljährlich Spitzensportler und begeisterte Hobbyathleten, um den Ironman in der Wörthersee-Region in Angriff zu nehmen. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Fahrrad und ein Marathon sind zu bewältigen. Kleiner Trost für die Mühen: Die Strecke ist landschaftlich wunderschön und mehr als 100.000 Zuschauer spenden den Teilnehmern Beifall. Der Wörthersee ist zudem mit dem Beach Volleyball Grand Slam ab Ende Juli und mit Kärnten läuft im August ein internationaler Treffpunkt für Sportbegeisterte geworden.

Bucht von Velden. Badestrand mit Bootsstegen am Kärntner Wörthersee. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Bucht von Velden. Badestrand mit Bootsstegen am Kärntner Wörthersee. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

 

Am Südufer des Sees in der Ortschaft Sekirn liegen eine Villa und ein Komponierhäuschen, in denen Gustav Mahler zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Hauptwerke komponierte. Auch Mahlers Künstlerkollegen Johannes Brahms, Alban Berg, Anton Webern und Hugo Wolf residierten gerne im Sommer am Wörthersee und genossen die inspirierende Atmosphäre.

 

Klagenfurt

Die Hauptstadt Kärntens ist sich durchaus bewusst, welche Anziehungskraft der See hat. Nicht zuletzt deswegen wurde die Stadt vor kurzem ganz offiziell in „Klagenfurt am Wörthersee“ umbenannt. Über den Lendkanal ist man nach wenigen Kilometern vom Ufer des Sees im Zentrum. Hier gibt es viele kulturelle Angebote wie etwa das Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) oder das Landesmuseum Rudolfinum. Zu den am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten gehört wohl der Lindwurmbrunnen am Neuen Platz. Er stellt ein Ungeheuer dar, das der Legende nach von mutigen Männern in der Stadt erschlagen wurde und das im Laufe der Zeit zum Wahrzeichen von Klagenfurt geworden ist.

Lindwurmbrunnen in Klagenfurt. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Lindwurmbrunnen in Klagenfurt. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Von den vielen Veranstaltungen, die in der Stadt zu erleben sind, soll nur eine erwähnt werden, die stets für gehöriges Aufsehen im Feuilleton sorgt: Der Ingeborg-Bachmann-Preis gehört seit Ende der 1970er Jahre zu den wichtigsten Literaturwettbewerben im deutschsprachigen Raum.

Wieder am Wörthersee angelangt geht es von Velden über Rosegg ins Rosental. In Feistritz im Rosental kann man das Naturerlebnisdorf, die alte Schmiede und das Krampusmuseum besichtigen. Als nächste Station bietet sich Ferlach an, das durch die Produktion edler Waffen berühmt geworden ist. Das Büchsenmacher- und Jagdmuseum gibt dieser traditionellen Handwerkskunst breiten Raum.

Der Drau folgend fährt man bei Wildgehegen und dem Vogelschutzgebiet Guntschacher Au vorbei. Der Völkermarkter Stausee und das für Naturliebhaber besonders sehenswerte Ratschitschacher Moor werden passiert, ehe man Lavamünd erreicht. Im benachbarten Ort Neuhaus (Suha) verbinden sich seit Sommer 2008 Kunst und moderne Architektur im Museum Liaunig. Von Mai bis Oktober ist nicht nur eine einzigartige Sammlung von zeitgenössischer Kunst zu sehen, sondern auch die Dauerausstellung „Gold der Akan“. In einem schwarzen Kubus werden 600 Schmuck- und Kultobjekte afrikanischer Königsstämme aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt.

Von Lavamünd sind es nur mehr wenige Kilometer bis zur slowenischen Grenze. Wer die Reise in Österreich stilvoll beenden will, nimmt den Radweg R7 nach St. Paul. Hier bietet das Benediktinerstift aus dem 11. Jahrhundert mit einer der größten Kunstsammlungen Europas einen würdigen Abschluss des Streifzugs durch Kärnten.

LINKTIPPS:

Oberkärnten

Mittelkärnten


Südkärnten: Zweisprachiger Kulturraum

Slawische Gruppierungen ließen sich bereits Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. in dieser Region nieder. Erst nach der Vereinigung mit dem Herzogtum Bayern begann die Besiedelung „Karantaniens“ durch deutschsprachige Einwanderer und mit ihr der Einzug der deutschen Sprache. Deutsch wurde zunächst nur von sozial höher gestellten Schichten und vorwiegend in den Städten gesprochen. Am Land, in der bäuerlichen Bevölkerung hielt sich das Slowenische als Alltagssprache und blieb bis zum Spätmittelalter gewissermaßen auch „Amtsprache“: Sogar die Herzogseinsetzung erfolgte in slowenischer Sprache.

Im letzten Jahrhundert reduzierte sich der Anteil der slowenischsprachigen Bevölkerung von 25% auf nunmehr etwa 3%. Selbst diejenigen, die des Slowenischen noch mächtig sind, sprechen die Sprache nur noch „unter sich“. Für Gäste gerät es damit zur Glückssache, Ohrenzeuge eines der vier bis heute gesprochenen Haupt-Dialekte zu werden: des Gailtaler-, Obir-, Rosentaler und Jauntaler Dialekts. Ersterer wird auch im italienischen Kanaltal/Val Canale/Kanalska Dolina gesprochen und letzterer im slowenischen Mießtal/Meža. Die Chance, das eine oder andere Dialekt-Relikt zu erhaschen erhöht sich allerdings in Orten mit zweisprachigen Ortstafeln.

Um dieses immaterielle Kulturgut der Kärntner Slowenen auch für künftige Generationen zu bewahren, wurde auf Initiative des Slowenischen Volkskundeinstituts ein Projekt gestartet, an dem sich zahlreiche slowenische Kulturvereine und Einzelpersonen beteiligen. Ziel ist die Erfassung mündlich überlieferter slowenischsprachiger Haus-, Hof-, Flur-, Orts-und Gebietsnamen, die zum größten Teil auf diese Weise das erste Mal schriftlich festgehalten werden. Dieses überlieferte Namensgut wird auf Land-und Wanderkarten in dialektaler Form festgehalten – sind sie doch nicht wegzudenkender Teil der lokalen Identität.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Dokumentation der Ansingelieder des gesamten zweisprachigen Gebietes vom Gailtal/Ziljska dolina bis zum Jauntal/Podjuna. Sie werden zu bestimmten Anlässen wie dem „Florianisingen Anfang Mai in Südkärnten oder beim beinahe schon in Vergessenheit geratenen „Georgijagenim unteren Gailtal und oberem Rosental zumeist von Sängern, die von Haus zu Haus gehen vorgetragen. Lajko Milisavljevič hat eine CD zusammengestellt die von den Neujahrsliedern bis zum „Gesundschlagen“ am 28. Dezember die Anlässe im Jahreskreislauf wiedergibt und damit lebendiges Brauchtum vorstellt.

Bis heute ist eine große Anzahl an Volksliedern erhalten, die – ins Deutsche übersetzt – zum allgemeinen Liedgut zählen. Tatsächlich gleichen sich sowohl Sprachklang als auch die Harmonien der Lieder. Mitunter hört man heute abwechselnd eine Strophe in slowenischer bzw. deutscher Sprache gesungen.

Um in den Genuss der unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungen zu kommen sollte man gezielt die jeweiligen Termine in den einzelnen Gemeinden wahrnehmen – seien es nun musikalische Darbietungen, Tanz oder Theateraufführungen – stets sind sie Ausdruck authentisch gelebter, nicht selten jahrhundertealter überlieferter Brauchtumskultur.

Auch kulinarisch hat in diesem Dreiländereck Niederschlag gefunden was wir heute mit Fusionsküche bezeichnen und die „Kärntner Küche“ in jedem Fall um so manch feines Schmankerln bereichert. Einige Speisen verraten schon sprachlich ihre Herkunft. So erfreut sich die „Sasaka“/“Verhackerts“, ein aus geräuchertem und gewürztem Speck hergestellter Brotaufstrich, größter Beliebtheit. Eine Auffälligkeit dieser Region und ein Geschmackserlebnis der besonderen Art stellt die Kombination von Fleisch mit süßem Weißbrot, dem „Reindling“/“Pogača“ (sprich „Pogatscha“) dar. Sei es nun bei der „Kärntner Osterjause“ wo man es mit Schinken und Eierkren isst oder zur „Gailtaler Kirchtagssuppe“/“Čisava župa“ (slow. dialektal) bzw. „Kisla juha“ (slow. schriftsprachlich) serviert – einer aus dreierlei Fleischsorten bestehenden Hauptspeise zu der dieses mit Rosinen und Zimt bestreute Hefegebäck gereicht wird.

Gelegenheit zur Verkostung ergibt sich beim alljährlich am Pfingstmontag stattfindendenGailtaler Kufenstechen“, ein Reiterbrauch, zu dem die Frauen eine farbenfrohe Festtagstracht anlegen. Der von Hand plissierte Rock sowie seine Rocklängezeigen deutlichen Einfluss aus dem slawischen Raum. In dieser „Untergailtaler Festtagstracht“ geht es nach dem Kufenstechen zum traditionellen „Tanz unter der Linde“/“Rej pod lipo“ – ein Baum übrigens der als symbolisches slowenisches Pendant zur deutschen Eiche gilt.

Die Kärntner Landeshymne wird übrigens sowohl auf Deutsch als auch auf Slowenisch gesungen.

LINKTIPPS:

  • KulturdreieckSüdkärnten
    www.kulturdreieck-suedkaernten.at
  • Slovenski narodopisni inštitut Urban Jarnik/Slowenisches Volkskundeinstitut
  • Urban Jarnik
    www.ethno.at
  • Krščanska kulturna zveza/Christlicher Kulturverband
    www.kkz.at
  • Volksgruppenbüro
    Volksgruppenbüro des Landes Kärnten, alle Infos zum Thema
    www.volksgruppenbuero.at
  • Hadn
    Alles über den Hadn (Buchweizen) mit Infos über Hersteller, Wirte, Rezepten etc.
    www.hadn.info
  • Reindling
    Natascha Partl – Buch „Der Kärntner Reindling“/“Koroška Pohača“
    www.mohorjeva.at
  • Zotter-Reindling-Schokolade mit zweisprachigem Text
    Der Schokoladenguru Josef Zotter hat eine eigene Schokolade mit Reindling-Geschmack hergestellt. Bestellbar unter
    www.zehrer.at
  • KärntnerSpezialitäten,Rezepteund Genusswirte
    www.genusslandkaernten.at
  • Rosentaler Pohača Fest
    Das Fest findet im Schlosspark Ferlach statt und gehört zu den Veranstaltungen des Kärntner HeimatHerbstes. Dabei sollen verschiedene, teils uralte Rezepte vorgestellt und die verschiedensten Backformen gezeigt werden. Weiters wird der kulturgeschichtliche Hintergrund näher dargestellt.
    Termin: August 2012
    www.pohaca-fest.at

Der Weissensee – ein wunderbare Natureislauffläche

Eine besondere Kombination aus Höhenlage und klimatischen Verhältnissen macht den Kärntner Weissensee zur bekanntesten Natureislauffläche Europas.

Immer schön langsam über den gefrorenen Weissensee. Sachte bis zum Ort Naggl hinauf. Dann die Kehre am Ronacherfels und wieder retour. Schaben und fegen und fegen und schaben. Nein, es ist kein Nebenjob, ein Natureisjuwel wie den im Südwesten Kärntens gelegenen See zum Strahlen zu bringen. Rund 10.000 Eispflug-Kilometer kommen im Laufe eines arbeitsreichen Winters zusammen, auch wenn sich der Eismeister des Weissensees längst einen speziellen, sechs Meter breiten Besen gebaut hat. Zuletzt hat dieser, Herr Norbert Jank, japanischen Besuchern damit etwas vorgefegt – einem der vielen Recherche-Teams, die sich zum bekanntesten Natureislaufplatz Österreichs bemühen.

Herr Janks Gespür für Eis

Die Herren aus Hokkaido waren keineswegs die Einzigen, die nach langen Recherchen in Sachen Natureis auf den erfahrenen Eismeister vom Weissensee gestoßen waren. Da gab es außerdem die Holländer und die Schweizer – Deutsche und Villacher sowieso. Manches ließe sich ja recht einfach vermitteln, sagt der Herr Jank und überblickt die matt spiegelnde Eisfläche des idyllisch gelegenen Sees. Den Besen und die Stahlkanten seiner Eismaschine „Glitschi“ und den 170 Kilogramm leichten Squad-Pflug, mit dem im Jänner die ersten Fahrversuche auf dünnem Eis unternommen werden, können die „Eispflege- Spione“ gerne kopieren. Aber Herrn Janks über die Jahrzehnte erworbenes Gespür für Eis nicht. Mit dem steht der Eismeister konkurrenzlos da. Ähnliches gilt für das günstige Zusammentreffen geografischer und klimatischer Daten im Südwesten Kärntens: 930 Meter Seehöhe, wenig Nebel, viel Sonne. Sie bescheren dem Kärntner Weissensee zwar hinreichend eisige Temperaturen, aber zugleich relativ wenig Schnee – ideale Verhältnisse zum Präparieren von 200 Kilometern Natureisbahn.

Beim Eislaufen am Weissensee. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

Beim Eislaufen am Weissensee. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

Europas größte präparierte Natureisfläche

Wenn man von Oberdorf her kommend auf die größte präparierte Natureisfläche Europas hinunterschaut, kann man die perfekt gepflegten Bahnen ganz klar in der milchig-weißen Winterlandschaft ausmachen. Eisgraue Streifen und solche mit aufgeworfenem Schnee ziehen sich dann über den langgestreckten Kärntner See. Soeben packen die holländischen Eismarathonläufer ihre geraden Kufen weg, brechen die kleinen Zelte ab, die ihre traditionelle 11-Städte-Tour begleiten. Seit über zwanzig Jahren kommen die Niederländer mangels zugefrorener Grachten an den Weissensee, den sie auf der Suche nach einem eissicheren Austragungsort für ihre historische Natureis-Veranstaltung schätzen gelernt haben. Und vor ihnen kamen gar Location-Scouts aus Hollywood mit Timothy Dalton alias James Bond im Schlepptau. „Der Hauch des Todes“ hieß der 1987 gedrehte Bond-Streifen, der den österreichischen Geheimtipp für Natureis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte. Immerhin gab der Weissensee die perfekte Kulisse für eine hier gedrehte, rutschige 007-Verfolgungssequenz ab.

Die Kunst der perfekt präparierten Natureisfläche

Jank. Norbert Jank. Weder nach Martini noch gerührt sieht soeben der Eismeister aus. Lieber gießt er sich einen warmen Tee in die Tasse und erinnert sich schnell an die Zeit vor dem 007-Popularitäts-Schub, als das Kärntner Gewässer noch ein Geheimtipp für geruhsame Winterurlaube war. Ende der sechziger Jahre ging es allmählich los, auf Hufen statt auf Kufen zunächst. Der spätere Eismeister organisierte damals Pferdeschlittenfahrten, und immer wieder führten die Wege quer über das Eis, dessen Wachsen er heute, mehr als vierzig Jahre später, systematisch dokumentiert. Eine Karte mit Datumsmarkierungen gehört zum Rüstzeug, auf ihr vermerkt Herr Jank akribisch, wann was wo zufriert. Um einzelne Blätter handelt es sich, deren Messdaten der Eismeister im Laufe der Wochen addiert. Doch es steckt mehr Arbeit und Pflege hinter dem Natureislaufplatz der Superlative. Vor allem muss die Seefläche von Schnee freigehalten werden, weil der doch isoliert und das junge Eis vom Wachsen abhält. Ende November, wenn der Eismeister die ersten Schritte wagt, folgen die Eisstärke-Checks per Motorsäge. Offiziell freigegeben wird die Eisfläche erst einige Wochen später – auch wenn sich Ungeduldige schon Tage zuvor übers vier Zentimeter dünne Eis tasten. „Mit Schraubenziehern um den Hals“, sagt Herr Jank, „um sich im Falle des Einbrechens im Eis festkrallen, mit Hilfe der Eisenspitzen herausziehen zu können.“

Mehr als nur Eislaufen

Der vereiste See als Sportgerät – im Falle des Kärntner Weissensees reduziert sich das keineswegs auf die alleinige Nutzung als weitläufiger Natureislaufplatz. Klar: Österreichs einzige Natureislaufschule, bei der Interessierten auch die Technik des Schnelleislaufs nähergebracht wird, aber auch Know-how hinsichtlich Sicherheit am Natureis, befindet sich selbstverständlich hier.  Regelmäßig wird ein Schnupperkurs samt Ausrüstung geboten. Der alljährlich stattfindende Eisschnelllauf-Marathon der „Alternativen Holländischen 11-Städte-Tour“ lockt dreitausend aktive Teilnehmer hierher, was den Weissensee dann zum Ort des größten Eissportspektakels der Welt macht – Highlights wie den 200-km-Lauf der Profis inklusive. Doch längst zieht die steigende Nachfrage nach sanften Wintersport-Varianten ein vielfältiges Angebot nach sich, und so lädt die schwarzblau schimmernde Fläche zu vielen weiteren Aktivitäten ein: Ein beachtliches Netz an Langlaufloipen führt nun über die verschneiten Teile des Sees, die Veranstaltung von Eisstock-Turnieren versteht sich praktisch von selbst. Auch Trendsportgeräte sind längst präsent. Segway am Eis? Die Segwayschule Weissensee hat auch diese Lücke geschlossen und bietet entsprechende Ausfahrten an.

Eiszeit mit Event-Charakter

Mitunter wirbt Europas bekannteste Natureislauffläche mit skurril anmutenden Aktivitäten um Aufmerksamkeit. Dann umweht den Weissensee ein Hauch von Eiszeit mit Event-Charakter. Kaum sind die Holländer entglitten, kann Herr Jantsch etwa die „Whites“ präparieren und hart walzen: Sie ersetzen im Rahmen des Mitte Februar stattfindenden Internationalen Eisgolf-Turniers herkömmliche Greens. Wer sich gewissenhaft darauf vorbereiten möchte, kann vorab und im Rahmen einer Eisgolf-Clinic den entsprechenden Golf-Unterricht genießen. Gelegentlich dient die Eisfläche auch für Extremeres – wie die praktisch parallel durchgeführte Landung von dreißig Kleinflugzeugen. Selbst ein Rekordversuch in der ungewöhnlichen Disziplin „Streckentauchen unter Eis“ wurde hier bereits unternommen – hundert Meter ohne Sauerstoffflasche (aber mit mehreren Löchern zum vorzeitigen Auftauchen!). Auch so eine Idee, mit der man vor Ort an die viel beachtete, weltweit erste Eishockey-WM unter Eis anknüpfen will. Wenn Eistaucher unter der glitzernden Fläche und mit Eishockeystöcken auf versenkte Tore spielen, ist dem Weissensee auch ohne James Bond weltweite Resonanz sicher.

Keine Frage: Der Weissensee ist ein Natureislaufplatz der ganz besonderen Art. Aber Kärnten hat noch andere Eisflächen zu bieten. Nicht weit entfernt vom Weissensee locken weitere Gewässer Eisläufer ins südliche Bundesland Kärnten. Der Millstätter See, der Längsee im Bezirk St. Veit/Glan, die 55 Hektar große Natureisfläche des Pressegger Sees oder der Turner See, ein Geheimtipp in der Nähe des Klopeinersees.

LINKTIPPS:


Villen mit Flair: Tipps für eine Architekturreise

Im wasserreichsten Bundesland Österreichs führt auch eine Architekturreise meist direkt ans Wasser: Viele der schönsten Bauwerke des Landes stehen entlang dermalerischen Kärntner Seeufer.

Mögen andere Seen vielleicht beschaulicher oder romantischer sein: Der Star unter den Kärntner Seen ist nach wie vor der Wörthersee. Dass er aber nicht erst seit Jahrzehnten, sondern schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebter Treffpunkt der Reichen und Schönen war, ist an einer Reihe prächtiger Seevillen erkennbar, die aus jener Zeit stammen. Das besterhaltene Villenensemble aus jener Epoche findet sich am Nordufer des Sees in Pörtschach. Eine besonders schöne Villa ist die Villa Wörth, auch „Wörtherschlössl“ genannt. Ihre verspielten Loggien, Terrassen, Giebel und Ecktürme sind im Stil der Neorenaissance gestaltet.

Prachtvolle Villen, wohin man schaut

Wie wichtig die repräsentative Funktion dieser Villen war, zeigt das Beispiel der Villa Miralago: So wurde die zum See gerichtete Fassade mit zwei symmetrischen Erkern besonders aufwändig und kunstvoll gestaltet. Romantisch wirkt hingegen das kleine hölzerne Bootshaus der Villa mit seinem achteckigen, pavillonartigen Aufbau – ein schönes Beispiel damaliger Holzhandwerkskunst. Das Bootshaus der Villa Schnür wiederum ist sowohl wegen seiner aufwändigen Gestaltung mit zwei Stockwerken als auch seiner pittoresken Lage bemerkenswert: Auf Piloten im Wasser ruhend, ist es über einen Holzsteg mit dem Seegrundstück verbunden.

Villa Schnür, Woerthersee-Architektur. © Österreich Werbung, Fotograf: Gredl

Villa Schnür, Woerthersee-Architektur. © Österreich Werbung, Fotograf: Gredl

Am besten erschließt sich der Reiz der Wörthersee-Villen vom Wasser aus – wenn man mit dem Boot gemächlich vorüberfährt und den Anblick auf sich wirken lässt. Wer Zeit hat, legt auch noch in Klagenfurt an und spaziert zu den sehenswerten Bauwerken der Stadt, allen voran das im Jugendstil erbaute Stadttheater.

Historisches Flair rund um die Schlosshotels

Geschichte atmet aber auch, wer in den historischen Schlosshotels am See gastiert. Das Schlosshotel Leonstain in Pörtschach wurde bereits 1492 erbaut und zählt somit zu den ältesten Gebäuden am See. Das Schlosshotel Velden, vielen Gästen bekannt aus der beliebten Fernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“, ist durch die romantische Lage und die schöne Kulisse beliebt für Hochzeiten und Veranstaltungen. Dass der dreigeschossige Neorenaissancebau mit seinen vier charakteristischen Ecktürmen mitunter so manchem Darsteller die Show gestohlen hat, wundert hier niemanden.

Eines der ungewöhnlichsten Bauwerke Österreichs

Auch die Ufer des Ossiachersees locken nicht nur mit Badefreuden, sondern ebenso mit architektonischen Genüssen. Das rund tausendjährige Stift Ossiach wurde 2009 auf aufsehenerregende Weise saniert, umgebaut und erweitert. Bei den alljährlichen kulturellen Veranstaltungen wird die semitransparente Fassade durch geschickte Hinterleuchtung spektakulär inszeniert. Schräg gegenüber auf der anderen Seite des Sees befindet sich ein architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der architektonisches Juwel, das aufgrund seiner bizarren Optik lange Zeit bei der Bevölkerung höchst umstritten war: Das „Steinhaus“ von Günter Domenig in Steindorf ist eines der ungewöhnlichsten Bauwerke Österreichs und gilt heute als bedeutendstes Schlüsselwerk der dekonstruktivistischen Architektur. Seine zerklüfteten Polyeder aus Stahl, Glas und Beton zitieren die umliegenden Gebirgs- und Felsenformationen, aber auch die zerfallende Architektur aus der ländlichen Gegend.

Geschichte wird durch Künstler wiederbelebt

Eine halbe Autostunde davon entfernt liegt der malerische Millstätter See. Neben dem Stift Millstatt, in dessen historischen Gemäuern zahlreiche kulturelle Veranstaltungen stattfinden, ist hier vor allem das Schloss Porcia in Spittal an der Drau erwähnenswert: Der Palazzo aus dem 16. Jahrhundert zählt zu den schönsten Renaissancebauten nördlich der Alpen. Gleich in der Nachbarschaft lockt die mittelalterliche Kulturstadt Gmünd mit einer besonderen Attraktion: Im Sommer kann man als Gast miterleben, wie internationale zeitgenössische Künstler die historischen Gebäude, Plätze und Gassen mit ihrer Kunst beleben. Auch in Friesach, der ältesten Stadt Kärntens, wandelt man auf den Spuren des Mittelalters: Die gut erhaltenen historischen Bauwerke wie die Stadtbefestigung samt wasserführendem Stadtgraben werden bei Veranstaltungen wie den Burghofspielen perfekt inszeniert. Friesach liegt übrigens an der Metnitz, Gmünd an der Malta und Lieser. Hier in Kärnten wurde und wird bis heute gerne nah am Wasser gebaut.

Architektur:

Betriebe:


Der Villacher Fasching

Der Faschingsamstag bildet den Höhepunkt des närrischen Treibens in Villach. Villach gleicht dann einer einzigen Narrenbühne. In den Geschäften und Lokalen sind die Mitarbeiter maskiert, Musikgruppen heizen schon ab den Morgenstunden die Stimmung an. Um auch den Kleinsten an diesem Tag eine bleibende Erinnerung zu bieten, gibt es jedes Jahr ein umfangreiches Kinderprogramm.
Am Umzug am Nachmittag – Beginn um 14 Uhr – beteiligen sich jedes Jahr um die 150 Gruppen und mehr als 3.000 Närrinnen und Narren. Der Umzug wird von zehntausenden Besucherinnen und Besuchern verfolgt. Die schönsten und
aufwendigsten Maskierungen werden in verschiedenen Kategorien durch eine Jury bewertet und prämiert. Im Anschluss an den Narrenfestzug geht es in den Lokalen der Villacher Innenstadt weiter, dann wird gefeiert bis in die frühen Morgenstunden.

www.villacher-fasching.at


Die Bleiberger Knappenkultur erleben

Glück auf! Wie oft ist dieser Gruß schwer gefallen und war doch alles, woran man voller Hoffnung festhalten konnte. Trotz der Schließung des Bergwerks 1993 ist dieser Gruß in Bad Bleiberg bei Villach in Kärnten bis heute in aller Munde.

Weil der Preis für Zink und Blei am Weltmarkt zu stark fiel, wurde das Bergwerk im Bleiberger Tal 1993 geschlossen – nach 800 Jahren Wirtschaftsgeschichte. Die einzige Antwort darauf war, wieder in den Berg zu gehen. Und so ist Bad Bleiberg heute die vielleicht einzige Gemeinde, wo Bergleute ein Stück Bergstollen privat besitzen: 800 kleine, handgemeißelte Schrämstollen. Insgesamt ist das Stollensystem 1.300 Kilometer lang und 850 Meter tief. Von 16 Läufen (die Stockwerke des Bergwerks) sind fünf noch zu begehen – und ein Schaubergwerk.

Wer heute als Gast in die Stollen einfährt, den erwartet bergmännische Arbeits- und Lebenskultur. So liegt in der Perscha-Zeche das Festspielhaus der Gemeinde, in der die Bergkapelle und der Knappen-Chor mit ihren schwarzen Jacken und Mützen auftreten. Terra Mystica, ein geführter unterirdischer Rundgang, stellt in einer unterirdischen Licht- und Toninszenierung den Ursprung der Erde und des Erzes vor und zeichnet den Weg von der Alchemie bis zur modernen Montanistik nach. Terra Montana, ein weiterer Rundgang, führt noch tiefer in die Stollen und beschreibt die Entwicklung des Bergbaus von Schlägel und Eisen bis zu Maschine und Motorisierung.

Über die mit 69 Metern längste Bergmannsrutsche Europas saust man hinab – Alternativen sind Stiegen oder Lift. Und über einen in Österreich einzigartigen Schachtaufzug oder per Grubenhunt gelangt man wieder nach oben. Bleibend ist der Eindruck der außergewöhnlichen Ästhetik der Stollen.

Im Bergbau-Museum ist die älteste Knappenfahne der Welt ausgestellt, ein Geschenk von Prinz Eugen von Savoyen an die Knappen für ihre Tapferkeit bei der Belagerung der Stadt Belgrad 1717. Im Bleiberger Knappenspiel stellen die Bergmänner zu besonderen Anlässen diese Begebenheit nach. Beim Bergmandl- Fest gibt es Wettbewerbe in bergmännischen Disziplinen wie Steinbohren oder Schachtkübel-Ziehen.

Im Gasthaus Wirnsperger kann man der Bleiberger Geschichte „nachschauen“ – durch eine Glasplatte im Boden blickt man direkt in den Stollen, der jetzt beleuchtet ist. Berührend sind die Andachten zu den Barbara-Feiern, die am 4. Dezember in privaten und den Besuchern zugänglichen Stollen begangen werden: Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und wird bei Gefahr und gegen den plötzlichen Tod angerufen. Danach geht es zum so genannten Ledersprung. Dieser Sprung über das Rutschleder der Knappen ist ursprünglich eine Aufnahme- Zeremonie in diesen Berufsstand und ehrende Auszeichnung für Freunde und Angehörige des Bergwesens.

Die Luft in den Stollen ist frei von allen Belastungen: In zwei Heilklimastollen kann man, bei konstanten plus 9 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 99 Prozent, eingehüllt und auf Liegen ausgestreckt so durchatmen. Diese Frische bringt auch Allergikern und Asthmatikern Besserung. Und noch ein Wellness-Detail: Bad Bleiberg besitzt die höchstgelegene Therme Österreichs.1951 wurde der unterirdische See entdeckt, der heute die Becken des Bades mit seinem Thermalheilwasser speist.

LINKTIPPS:

Bergmännischer Kulturverein
Der Verein hat an die 265 Mitglieder, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die
jahrhundertealte Bergbautradition aufrecht zu erhalten. Ebenso auch die mehrere
hundert Jahre alten Stollen für die Nachwelt zu erhalten. Gehen Sie mit auf die
Reise und lassen Sie sich die Kultur von Bleiberg näher bringen.
www.bergbauverein-bad-bleiberg.at

Terra Mystica
Mit der längsten Bergmannsrutsche Europas (68 m) geht es zu sieben
faszinierenden Multimedia-Show und zur Schatzsuche für Kinder. Mit der
Grubenbahn fahren Gäste 800 m zurück und mit der Schachtfahrt von 49 m wird
die Wunderwelt zum einzigartigen Erlebnis.
www.terra-mystica.at

Bergbaumuseum
Einige interessante Schriften sind ebenso ausgestellt wie die Werkzeuge des
Bergmanns, vom einfachen Schlägel und Eisen bis zur Bohrausrüstung. In Zeiten
der Hochblüte waren bis zu 1500 Knappen und Angestellte im Bergbau Bleiberg
tätig. Für ihre untertägige Arbeit war Licht, frisches Wetter und strenge
Sicherheitsmaßnahmen die Voraussetzung.
www.bergbaumuseum-klagenfurt.at

Heilklimastollen Friedrich
Die Luft im Heilklimastollen ist frei von allen Belastungen. Sie weist eine hohe
Luftfeuchtigkeit von 99% bis 100% und eine konstante Temperatur von plus 8 Grad
auf. Die kurmäßige Heilklimastollentherapie findet täglich, gruppenweise unter
therapeutischer Aufsicht und Betreuung statt. Begleitet wird sie durchkurärztliche
Anfangs- und Verlaufskontrolle sowie Beratung.
www.heilklimastollen.at

Therme Bad Bleiberg
Die Therme Bad Bleiberg ist eine der höchstgelegenen Thermen in ganz
Österreich. Mit Sauna, Dampfbad und Luftperlbädern entspannen Sie nach einem
ereignisreichen Tag.
www.kurzentrum.com/bad-bleiberg

Bergkapelle Bad Bleiberg
Im Jahre 1792 wurde die derzeit zweitälteste Knappenkapelle Österreichs, die
„Bergkapelle Bad Bleiberg“ gegründet. Laut Chronik waren die Geschichte des
Bergbaues und des Klangkörpers seit jeher eng miteinander verbunden. Traditionell
ist auch die historische Uniform, bei der Tschako mit weißem Federbusch, sowie
das Bergleder nicht fehlen darf.
www.bergkapellebadbleiberg.at

Gasthaus Wirnsperger
Das Gasthaus hat eine Stehtheke, von der man aus durch einen Glasboden in
einen Stollen blicken kann!
Gasthaus Wirnsperger – „Zum Bergmann“
Bleiberg-Kreuth 42
9531 Bleiberg-Kreuth

Veranstaltungen

Bleiberger Knappenspiel
Bergmanndlfest

Weitere Informationen zu Terminen, etc. unter
www.bad-bleiberg.at


Das Lesachtal

Folgt man von Villach kommend dem Tal der Gail flussaufwärts, erreicht man nach rund einer Stunde Fahrt Kötschach-Mauthen. Die schmucke Zwillingsgemeinde, seit jeher eine wichtige Transitstation auf der Fernroute zwischen Drautal und westlichem Friaul, ist Ausgangspunkt für die Entdeckung einer Landschaftsidylle, wie man sie heutzutage kaum mehr irgendwo erwarten kann. Knapp 25 km erstreckt sich das Lesachtal, dessen Name sich aus dem slawischen Wort für „Wald“ ableitet, von Kötschach Richtung Westen. Zwischen 900 und 1.500 m ist es hoch und an seinem Talgrund äußerst eng. Im Süden begrenzen die schroffen Gipfel und Grate der Karnischen Alpen den Blick, im Norden die hellgrauen Felstürme der Lienzer Dolomiten. Tief unten, in schattigen Gräben und Klammen, schäumt grün und kalt die Gail. Mehr als 70 Wildbäche stürzen ihr entgegen und zerfurchen dabei die steilen Flanken. Auf halber Höhe schmiegen sich fünf Dörfer an die schmalen Sonnenterrassen. Beiderseits der Talschlucht über die Wiesen gestreut: Ein paar Dutzend alte oder im alten Stil neu gebaute Weiler und Einzelhöfe.

Urlaub im Lesachtal

Herbstwanderung im Lesachtal, Kärnten. © Kärnten Werbung, Fotograf: Franz Gerdl

Das Lesachtal, das an seinem westlichen Ende in das Osttiroler Hochpustertal mündet, galt unter Kärntnern lange Zeit als eine Art hinterwäldlerischer Herrgottswinkel. Es war immer ein wenig später dran als die anderen Regionen im Land. Elektrisches Licht wurde erst 1957 eingeleitet. Erst seit 1993 ist auch die letzte Siedlung, Aigen, mit dem Auto erreichbar. Und während in den 1970er- Jahren fast ganz Kärnten vom Tourismusboom profitierte, blieb man hier, nahe der Grenze zu Italien, vom materiellen Fortschritt weitgehend ausgeschlossen. Mit gravierenden Folgen: Mitte der 1980er litt die Randregion unter massiver Abwanderung. Bis der Verein „Entwicklungsinitiative Lesachtal“ begann, die vermeintlichen Nachteile in Vorteile zu verwandeln.

„Ich hatte damals“, erinnert sich Hans Windbichler, seines Zeichens Bauer aus Obergail und langjähriger Obmann des regionalen Tourismusverbandes, „manchmal Alpträume. Darin sah ich unsere Straße begradigt und verbreitert. Autobusse karrten Heerscharen von Tagesausflüglern ins Tal.“ Um die Unschuld seiner Heimat zu bewahren, begannen er und Gleichgesinnte – mit „einigen kleinen Sachen“ – das Lesachtal aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen. Mit der Sanierung alter Bauernhäuser und der Installation von Solaranlagen. Mit dem Verkauf kunsthandwerklicher Produkte und dem systematischen Aufbau von Vermietern, die „Urlaub am Bauernhof“ anbieten.

Dieses Prinzip der weitsichtigen Selbstbeschränkung wurde von manchen Einheimischen anfangs skeptisch beäugt, erwies sich jedoch bald als voller Erfolg. Mitte der 1990er erkor die Naturfreunde-Internationale das Lesachtal zur „Landschaft des Jahres“ und pries es als ein Zukunftsmodell für Alpenregionen. Gleichzeitig wurde das nachhaltige kollektive Engagement mit dem Ford European Conservation Award belohnt. Und deutsche Medien, allen voran die Hamburger Zeit, ernannten das Lesachtal zum „umweltfreundlichsten und naturbelassensten Tal Europas“.

Was gestern noch als Lebensraum ohne Zukunftsaussichten galt, war mit einem Mal zum Vorbild geworden. Kein Wunder, dass die Anerkennung zu weiteren Aktivitäten anspornte. So knüpften die Lesachtaler mit Behutsamkeit ein dichtes Netz aus Promenadenwegen, Themenpfaden, Bergwanderrouten und hochalpinen Klettersteigen. Heute bieten sie ihren erholungsbedürftigen Gästen aus den Städten an, einen Tag als Erntehelfer oder Kuhhirte mit den Bauern zu arbeiten, unter fachkundiger Führung Jodeln oder Chorsingen zu lernen, in Gebirgsbächen Gold zu waschen oder nach Edelsteinen zu schürfen.

Besonderes Augenmerk wird auf die Pflege und Wiederbelebung kulinarischer Traditionen gelegt. Ob Almheuschnaps, Honigwein oder Wildheutee, Schafskäse, Edelhirschwurst oder Brotschokolade: Über 70 Bauern stellen nach alten Rezepten Bioprodukte her und vertreiben sie entweder direkt ab Hof oder gemeinsam über den Bauernladen in Maria Luggau.

Besondere Bekanntheit aber erreichten die Bäcker: Das Lesachtal ist seit alters weit über die Grenzen als „Tal der hundert Mühlen“ bekannt. An die 200 Wasserräder klapperten in der Blütezeit entlang seiner Bäche, um Mehl zu mahlen, Seilzüge und Pflüge, Sägewerke und Dreschmaschinen anzutreiben. Fünf historische Exemplare wurden in Maria Luggau entlang eines Wanderwegs restauriert. In ihnen, aber auch in gut hundert Haushalten wird Getreide aus biologischem Anbau zu dem weithin geschätzten Lesachtaler Brot verarbeitet. Wobei die spezielle Struktur der alten, langsam drehenden Mühlsteine ein besonders feines, flaumiges Mehl hervorbringt. „Darin bleiben“, weiß Leopold Lugger vom Mühlenverein Maria Luggau, „alle wertvollen Bestandteile des Korns – Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Fettsäuren und Eiweiß – unverändert erhalten.“

Der gesamte Entstehungsprozess, von Bauart und Standort der Mühlen über den rechten Zeitpunkt für Aussaat und Ernte bis zu den Ingredienzien beim Backen und den Segenssprüchen beim Anschneiden, wurde von der UNESCO 2010 zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Wie viel Wissen und Geschick nötig ist, bis man das Lesachtaler Brot genießen kann, bekommen Besucher alljährlich beim Luggauer Mühlenfest (im August) und beim Dorf- und Brotfest in Liesing (Anfang September) vorgeführt.

Auch die anderen Dörfer haben inzwischen, jedes für sich, ihre Eigenarten herausgestrichen. So hat man in St. Lorenzen das zuvor recht urtümliche Tuffbad zu einem Kur- und Wellnesszentrum ausgebaut. Birnbaum hat sich erfolgreich als Wildwasser- und Bergsteiger-Eldorado etabliert und bietet mit der Riesenschaukel „Mega-Dive“ Gelegenheit, an 70 m langen Stahlseilen mit 100 km/h über die Baumwipfel zu sausen. Und in Liesing wurde vor wenigen Jahren die Erste Alpenländische Volksmusik-Akademie ins Leben gerufen, an der das ganze Jahr über professionelle Lehrer Kurse für Instrumentalmusik und Gesang abhalten.

Abgesehen von all diesen sanfttouristischen „Schmankalan“ (Kärntnerisch für Leckerbissen) warten die einzelnen Orte mit Kulturdenkmälern von Rang und ganz speziellen Naturschönheiten auf. Gleich in St. Jakob etwa, dem ersten größeren Ort nahe dem Taleingang, stößt der Kunstfreund hinter der Pfarrkirche auf einen wunderschönen, 14 Kreuzwegstationen umfassenden Kalvarienberg. Von hier führt ein Fahrweg auf die Mussen – ein Almgebiet, das für seine besonders reiche und ungewöhnliche Flora bekannt ist. Weil dort seit Jahrhunderten zwar gemäht, aber nie geweidet wurde, gedeihen unter anderem Tüpfelenzian, Alpenazaleen sowie äußerst rare Orchideen- und Lilienarten.

Birnbaum ist der Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Wolayertal zum malerisch am Fuß der Hohen Warte (2780 m) gelegenen See. Einen grandiosen Blick auf die Karnische Gipfelkulisse genießt man vom Weiler Kornat oberhalb von Birnbaum aus. In der Nähe von St. Lorenzen, wo etliche besonders stattliche Exemplare des Lesachtaler Hofes mit den charakteristischen breiten Satteldächern den Ortskern umstehen, findet sich das älteste Bauwerk im Tal: Die 1085 geweihte Kirche St. Radegund. Und in Maria Luggau lockt, abgesehen von dem Mühlenweg, die Wallfahrtskirche Maria Schnee bis heute scharenweise Pilger und Kunstfreunde an. Sie wurde im 16. Jahrhundert erbaut, im 18. glanzvoll barockisiert und wird heute von Mönchen des zugehörigen Servitenklosters betreut. Wer von hier auf die Saualm steigt, darf sich auf einen Traumblick freuen, der bis zum Glocknermassiv und zu den Sextener Dolomiten reicht.

LINKTIPPS:

Tourismusverband Lesachtal
www.lesachtal.com

Festival AlpenKammerMusik
ca. 10 Tage Mitte Juli in Liesing
Kontakt: Hr. Werner Lexer, Tel.: +43 664 2830282
www.alpenkammermusik.com

Volksmusikakademie Lesachtal
www.volksmusikakademie.at

Natur-& Kräuterwerkstatt Lesachtal
www.kraeuterwerkstatt-lesachtal.at

Lesachtaler Dorf-und Brotfest
1. September-Wochenende in Liesing
www.dorfundbrotfest.at

Mühlenfest
Im August in Maria Luggau
www.karnische-museen.at

Mega-Dive/Riesenschaukel
ab 10 Jahren und 2 Pers.
nur mit Anmeldung
www.fitundfun-outdoor.com

Bauernladen
in Maria Luggau, Tel.: +43 4716 484, Mai – Okt. täglich 10 – 18 Uhr, schmackhafte Bioprodukte und nettes Kunsthandwerk von 70 örtlichen Betrieben, jeden 1. und 3. Freitag im Monat 9.30 – 13 Uhr Bauernmarkt


Besondere Urlaubstipps für Sommer und Herbst 2016

Kulinarische Landschaften am  Millstätter See

Von 3. September bis 8. Oktober  2016 gibt es die Möglichkeit, den Millstätter See in einer ganz besonderen Art und Weise kennenzulernen. Regionale Partner präsentieren mit den Kulinarischen Landschaften die „wilde Millstätter See Küche“. Der Duft von geräucherter Reinanke, zartem Hirschcarpaccio und wilden Kräutern liegt in der Luft, wenn die Gäste Platz nehmen.  Die Tafeln an den Logenplätzen sind festlich gedeckt – egal ob am Granattor oder in den Garten- und Parkanlagen,  die bis ans Seeufer reichen. Zwischen den Gängen steht Kurzweiliges auf dem Programm: Musik, Straßentheater, Geschichten vom See, von den Benediktinern, von Fischern und (Alm-)bauern.

Info: www.millstaettersee.com

Wandern, Radeln, Golfen aber auch Kulinarik stehen im Kärntner Spätsommer im Mittelpunkt. (c) Franz Gerdl. Kärnten Werbung

Magische Momente in Kärntens Natur

Aushängeschild Nummer eins im Wanderland Kärnten ist der Alpe-Adria-Trail, der in 43 Tagesetappen und über 750 Kilometer vom Großglockner in Kärnten über Slowenien bis in die Nähe von Triest ans Meer führt. Erst kürzlich wurde der Trail vom National Georgraphic Traveller Magazin unter die weltweit schönsten Weitwanderwege der Welt gewählt. Tipp: Die 10 Magischen Punkte am Alpe-Adria-Trail

Einige der Angebote, in deren Mittelpunkt immer die Begegnung mit Land,  Leuten und Kulinarik steht, werden bis spät in den Herbst angeboten. So z. B. Wandern im Duftgarten Speik (bis 20. Oktober), Genussfloß am Weissensee (bis 7. Oktober) oder Kanutour in der Schütt (bis 12. Oktober).

Info:  www.naturerleben.kaernten.at

Tafelrunden am Drauradweg

Er zählt zu den vier besten, international relevanten Radwegen und wurde heuer vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) mit dem fünften Stern ausgezeichnet: Der Drauradweg,  der sich vom Ursprung der Drau im Toblacher Feld in Italien 366 km entlang des gleichnamigen Flusses durch Osttirol und Kärnten bis nach Marburg in Slowenien schlängelt.  Von Sillian bis Lavamünd reihen sich mehr als  50 Drauradweg-Wirte. Bis 2. Oktober laden die Drauradweg Wirte zum Drau.Kulinarik.Herbst. Tagesprogramme – die sogenannten „Tafelrunden“ – sorgen für sportliche und kulinarische Erlebnisse entlang der Drau. Immer samstags wird geradelt, verkostet und genossen. Ausgewählte Drauradweg Wirte haben Pakete geschnürt. Sie umfassen zwei bis drei Übernachtungen, immer bis Sonntag und beinhalten eine Tafelrunde. Info: www.drauradwegwirte.at/tafelrunden

Küchenkult Villach

Das Kulinarikfestival Küchenkult in der Region Villach – Faaker See – Ossiacher See ist mittlerweile ein fixer Bestandteil im Kärntner Feinschmecker-Kalender. Nach der erfolgreichen Frühjahrsversion im heurigen Jahr mit der langen Tafel über die Draubrücke bringt Küchenkult heuer erstmals auch den kulinarischen Herbst des Alpen-Adria-Raumes auf den Tisch. Von 6. bis 9. Oktober 2016 widmen sich 12 Genussspezialisten unter dem Motto „Der Kochtober“ verschiedenen Schwerpunktthemen: Von „Naturküche unplugged“ über „Olivenöl trifft Zitrusvielfalt“ bis zum „Kuchlkirchtag“.

Info: www.kuechenkult.at

Golf: Herbst Aktion „2 für 1“

Zehn der Kärntner Golfclubs sind Partner der Alpe-Adria-Golf Card, weitere zwölf Golfanlagen in Friaul Julisch Venetien und Slowenien runden das Golferlebnis bis zur Adria ab. Egal ob man seinen Drive lieber am Klopeiner See oder am Championskurs in Klagenfurt-Seltenheim spielt, auf nahezu allen Partnergolfanlagen gilt die Herbstaktion. Unter dem Motto „2 für 1“ sind alle Alpe-Adria-Golf Cards ab 10. Oktober 2016 das Doppelte wert. Auf den an der Aktion teilnehmenden Golfanlagen kann pro gebuchter Runde eine weitere Person kostenfrei mitspielen.

Info: www.golflust.at

European Bike Week am Faaker See

Ein Pflichttermin für Motorrad-Fans aus ganz Europa findet von 6. bis 11. September 2016 in Kärnten statt: Seit mittlerweile 18 Jahren treffen sich Harley Davidson-Fahrer und Biker aus aller Welt zur „European Bike Week“ am Faaker See. Beim größten Bike-Event Europas versammeln sich mehr als 100.000 Motorradfahrer, um durch die Landschaft zu cruisen, Kärntens Bergstraßen zu erobern, Erfahrungen mit Gleichgesinnten auszutauschen und gemeinsam zu feiern. Der Höhepunkt: die Harley Davidson Parade am 10. September 2016.

Info:   http://events.harley-davidson.com/de_DE/european-bike-week/

 


Berühmte Kärntner

 Ingeborg Bachmann

  • 25. Juni 1926 in Klagenfurt †17. Oktober 1973 in Rom

„Ich existiere nur, wenn ich schreibe.“

Ingeborg Bachmanns Sprache ist gewagt und gewaltig, fantasievoll und brillant, leuchtet in die stillsten Winkel menschlicher Empfindungen und gesellschaftlicher Abgründe, seziert feinsinnig die Verwicklungen zwischen Frauen und Männern. Bachmann kam in Kärnten zur Welt und studierte nach dem Krieg Philosophie, Psychologie, Germanistik und Rechtswissenschaften. Schon während des Studiums, mit 21 Jahren, veröffentlichte sie erste Erzählungen und Gedichte. Nach ihrer Promotion gilt sie bald als die bedeutendste deutschsprachige Lyrikerin und Schriftstellerin der Nachkriegsliteratur. 1953 übersiedelt sie nach Italien und lebt zunächst in einer Künstlerkolonie auf der Insel Ischia, später in Neapel und Rom. Sie ist mit bedeutenden Komponisten, bildenden Künstlern, Literaten und Philosophen befreundet; mit einigen davon hat sie Liebesbeziehungen, etwa mit Jacob Taubes oder Paul Celan.

Neben Lyrik und Prosa veröffentlicht sie Libretti und Hörspiele, fertigt Übersetzungen an und schreibt Essays. Trotz ihres Erfolges und obwohl sie bedeutende Preise gewinnt, geht sie Ende 1957 aus Geldnot nach München, um für den Bayerischen Rundfunk als Dramaturgin zu arbeiten. Im Jahr darauf wird sie die Geliebte von Max Frisch und zieht zu ihm nach Zürich. Die Beziehung verläuft konfliktreich, und nach der endgültigen Trennung 1962 muss Bachmann sich wegen Sucht- und Seelenproblemen mehrfach in Krankenhäuser einweisen lassen. Nach einem Jahr als Artist in Residence in Berlin kehrt sie nach Rom zurück und veröffentlicht nur noch sporadisch Gedichte. Sie ist alkoholkrank und abhängig von Tabletten. In der Nacht zum 26. September 1973 fängt ihre Wohnung durch eine brennende Zigarette Feuer. Bachmann wird schwer verletzt und stirbt drei Wochen darauf mit nur 47 Jahren.

LINKTIPPS:


Peter Turrini

  • 26. September 1944 in St. Margarethen, Kärnten

„Keine meiner Übertreibungen war so maßlos wie die Wirklichkeit.“

Nachdem Peter Turrini in seiner Kärntner Heimat die Handelsschule abgeschlossen hat, schlägt er sich gut sieben Jahre lang mit verschiedenen Berufen durch. Er ist Lagerarbeiter, Metallarbeiter, versuchte sich im Hotelgewerbe und arbeitet als Werbetexter. 1967 schreibt er auf einer griechischen Insel in einem „verzweifelten Selbstreinigungsprozess“ das provokant-sozialkritische Theaterstück „Rozznjogd“, das die Fremdbestimmung der Menschen behandelt – etwa durch Familie, Gesellschaft und Kultur: Ein Liebespaar will sich auf eine Müllhalde besser kennen lernen, was in einen zerstörerischen seelischen und körperlichen Striptease ausufert und tragisch endet. Der Dichter H.C. Artmann empfiehlt das Stück einem Verlag, 1971 wird es am Wiener Volkstheater aufgeführt, löst einen Skandal aus und macht Turrini über Nacht als Enfant Terrible berühmt. Diesem Ruf wird er auch weiterhin gerecht: Er schreibt gesellschaftskritische Stücke, Essays und viel beachtete Reden über Themen wie Fremdenhass, Opportunismus, den perversen Druck der Arbeitswelt, den „Alltag der Unterdrückung, die normale Katastrophe” und vieles mehr.

Oft geht es um Sex und Gewalt, er ätzt gegen moralische Werte und Lebenslügen. Seine Helden sind besessen, mitunter zornig und vulgär. Wenn er in krassesten Farben übertreibt, dann nur, wie er sagt, um der Wirklichkeit annähernd gerecht zu werden. Seine TV-Serie „Alpensaga“ (über das Leben österreichischer Bauern zwischen 1900 und 1945) löst heftige Kontroversen aus. Von seiner nächsten Fernseharbeit, der vierteiligen „Arbeitersaga“, werden schließlich nur drei Teile gesendet. Mit bissigem Humor liebt Turrini Österreich für seine theatralische Verlogenheit, die ihm eine unendliche Quelle der Inspiration bietet. Er bezeichnet sich als zutiefst katholischen Gotteslästerer und behauptet ein „Heimatdichter“ zu sein, der Österreich als Unschuld heuchelndes „Hawaii Mitteleuropas“ mit nicht aufgearbeiteter Nazivergangenheit beschreibt. Peter Turrini wird oft als der erfolgreichste lebende Dramatiker Österreichs genannt, seine Stücke wurden in 30 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt.

BUCHTIPP:

Masken und Gesicht Peter Turini im Portrait Von Silke Hassler und Herbert Neubauer Verlag Wieser


Peter Handke

*6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten

“(…) dass die Literatur mit der Sprache gemacht wird, und nicht mit den Dingen, die mit der Sprache beschrieben werden”.

Peter Handke wurde mit 23 Jahren durch einen Eklat berühmt. 1966, kurz vor Erscheinen seines ersten Romans „Die Hornissen“, ergriff er auf einer Tagung der Gruppe 47 das Mikrophon und beschimpfte ausgiebig die anderen Autoren, aber auch die Kritiker. Das neue Mitglied warf den älteren Kollegen “Beschreibungsimpotenz” vor, nannte ihre Prosa dumm und läppisch und löste eine literarische Grundsatzdebatte aus, die bald darauf zum Ende der Gruppe führte. Einen ähnlichen Ton schlägt er in seinem Sprechstück „Publikumsbeschimpfung“ an, wo er versucht, die Zuhörer aus ihrer Trägheit als Konsumenten von Kultur aufzurütteln. Der Ruf als Enfant Terrible war gesichert. Handkes Frühwerk gilt als wesentlicher Beitrag zur sprachexperimentellen Literatur, wendet sich gegen die traditionellen literarischen Formen, gegen die direkte Gesellschaftskritik durch die Literatur und gegen die Erwartungen des Publikums. Später findet er zu eher traditionellen Erzähltechniken, beschäftigt sich intensiv mit dem Werk Adalbert Stifters, schreibt über Selbstfindungsprozesse, das Verhältnis zwischen Individuum und Welt, reflektiert den Schreibprozess selbst oder kritisiert die Bilderflut durch die Medien. Und er sorgt weiter für Aufregung. In der Diskussion um die Jugoslawienkriege ergreift er Partei für Serbien, besucht Slobodan Milosevic im Gefängnis von Den Haag und spricht auf dessen Beerdigung.

In der Öffentlichkeit übertönt die Aufregung über seine provokanten Äußerungen – auch zu anderen Themen – nicht selten seine sehr interessanten Ansichten. Nach verschiedenen Stationen im Ausland und einer ausgedehnten Weltreise lebt Peter Handke heute in Chaville bei Paris. Trotz aller Kontroversen gilt er als einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart.

LINKTIPPS:

  • Stift Griffen
    Peter Handke Ausstellung
    Tel.: +43 4233 2029
    Öffnungszeiten: ganzjährig, nach telefonischer Vereinbarung
    Montag Ruhetag
    Öffnungszeiten | 1.Mai – 30.Juni und 1.September – 31. Oktober 9-12 u. 13-17 Uhr |
    | 1.Juli – 31. August täglich 9-17 Uhr geöffnet |
    www.kulturdreieck-suedkaernten.at/Kulturstandorte/griffen.html
  • Österreichische Nationalbibliothek
    www.onb.ac.at

 

Titelbild: Boot am Weissensee in Kärnten. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Podpera

 


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