Reutte und Plansee

Dieses kleine Reisebuch entführt Sie in die Region Reutte, die geografisch so etwas wie Deutschlands Tor zu den Alpen ist. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer attraktiven Fremdenverkehrsregion entwickelt. „Schuld“ daran ist zum einen die intakte Naturlandschaft und die grandiose Berg- und Wasserwelt des Landstrichs nahe dem bayrischen Allgäu.Diesen landschaftlichen Schönheiten verdankt Reutte, dass es heute unter Aktiv-, aber auch unter Verwöhnurlaubern als Geheimtipp gehandelt wird. Vor allem auch als Tipp für naturnahe Ferien, wo es sich Dank der Nähe lohnt, für ein Wochenende anzureisen. Die Region ist zudem dafür bekannt, dass man hier noch relativ kostengünstig urlauben kann – selbst dann, wenn man mit Kind und Kegel anreist. Denn ganz im Gegensatz zu so manchen hochpreisigen Tiroler Gemeinden waltet in Reutte bei der Preisgestaltung noch Vernunft.

Die Ferienregion Reutte

Die Ferienregion Reutte ist ein Naturparadies inmitten einer grandiosen Berg- und Seenlandschaft an der österreichischen Grenze nahe der bekannten Königsschlösser. Hier kann man sich abseits der Touristenströme zu vernünftigen Preisen erholen. Die elf Ortschaften im Land „außerhalb des Fernpasses“ – Breitenwang, Ehenbichl, Höfen, Lechaschau, Musau, Pinswang, Pflach, Vils, Wängle und Weissenbach – sind kleine, beschauliche Gemeinden, in denen die Zeit manchmal stillzustehen scheint.

Blick nach Deutschland aus dem Lechtal in Tirol. © Österreich Werbung, Fotograf: Homberger

Blick nach Deutschland aus dem Lechtal in Tirol. © Österreich Werbung, Fotograf: Homberger

Reutte, der Hauptort, besticht mit seinem städtisch anmutenden Flair. Hier gibt es stattliche Bürgerhäuser mit beeindruckenden Giebeln, Erkern und mit Lüftlmalerei verzierten Fassaden. Fast jedes alte Stadthaus hat seine eigene Historie. Auf Haustafeln kann man von Handwerk, Instrumentenbau oder anderen Besonderheiten lesen. Für Wintersport-Fans stehen in der Region Reutte rund 90 Kilometer Loipen und fast 60 Kilometer geräumte Wanderwege zur Verfügung. Die Pisten für Skifahrer, Carver und Snowboarder bieten durchgängig Schneesicherheit bis ins Tal. Auch eisige Vergnügungen kommen hier nicht zu kurz: Die Bergseen laden im Winter zum Eislaufen oder Eistauchen ein. Denn Reutte ist Eisland: Hier findet man Bergseen wie den Plansee, Heiterwanger See, Urisee und Frauensee, wo im Winter der Eismann regiert. Rund um Reutte kann man aber auch prima schneeschuhwandern, skilaufen oder mit den Langlaufskiern die faszinierende Welt des „Außerfern“, wie die Gegend rund um den Fernpass heißt, erkunden.

Plansee bei Reutte in Tirol © Österreich Werbung, Fotograf: Gruenert

Plansee bei Reutte in Tirol. © Österreich Werbung, Fotograf: Gruenert

Ein besonderer Vorzug von Reutte ist sein Wasserreichtum: Vier glasklare Seen laden zum Schwimmen, Surfen, Tauchen, Segeln und Angel ein. Hier kann man unbesorgt und ohne Angst vor Verschmutzungen mit der hohlen Hand aus einem Wasserfall trinken.

Auch der durch das Hochtal fließende Lech, früher einmal das wildeste Gewässer Tirols, wartet mit frischem, sauberem Wasser auf.

Durch die Zeit reisen

In der Region Reutte wurde zudem Tiroler und europäische Geschichte geschrieben. Dieser kulturelle Hintergrund wird heute u. a. im Europäischen Burgenmuseum Ehrenberg lebendig. Es ist auf dem besten Wege ein kulturtouristisches Highlight zu werden. In der Arena wird zwei Mal wöchentlich das Multimediaspektakel „Ehrenberg Historical“ gespielt. Im Juli gibt es das Großevent „Ehrenberg – Die Zeitreise“. Organisiert wird es vom Tourismusverband Reutte und dem Bayern-Festival. Unter anderem erwarten die Besucher ein Turnier der Könige, die Schlacht um Ehrenberg, das Duell der Gladiatoren, die Theateraufführung „Weißes Gold“, eine „Geschichts-Parade“ sowie jeden Abend Nachtkonzerte (Info www.ehrenberg.at).

Noch ist Reutte ein Geheimtipp

Reutte gilt noch als Geheimtipp unter den Tiroler Urlaubsregionen. Die Region mit dem gleichnamigen Hauptort ist sozusagen ein noch fast unentdecktes Tor von Deutschland bzw. dem Allgäu ins Tirolerische. Die breite Vielfalt der Region gibt es zu einem erstaunlich vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich gerade in der kalten Jahrszeit wohltuend von so manch anderem Wintersportparadies abhebt. Auch die Erreichbarkeit ist ein Pluspunkt dieser Tiroler Region. Reutte ist nur 120 Straßenkilometer von München entfernt und gut an das Streckennetz der Österreichischen Bundesbahn angeschlossen. Die Region kann über Garmisch von Deutschland aus bequem mit dem Zug erreicht werden.


Wandern rund um Reutte

Die vier Seen nahe der Grenze zum bayrischen Allgäu gelten als Geheimtipp unter Wanderfans. Der kleinräumige Wechsel von Bergen und Tälern, Bächen und Seen, Wiesen und Wäldern, spricht alle an, die in der Natur und beim Müßiggang auftanken können. Ein Almen- und Hüttenführer zeigt, wo in der Region, die auch anspruchsvolle, zeitaufwendige Routen bietet, für das leibliche Wohl gesorgt wird (zu bestellen über www.reutte.com – Stichwort „Wandern“).

Hier findet man zum Beispiel den legendären Alpenrosenweg am Hahnenkamm mit seinem beeindruckenden Alpenblumengarten auf einer Seehöhe von 1.700 Metern. Die Bergbahn können Gäste mit der grenzüberschreitend gültigen Tirol-Allgäu-Card übrigens kostenlos benützen. Seine vier Bergseen geben der Ferienregion Reutte das besondere Etwas – Trinkwasserqualität und Badetauglichkeit inklusive!

Bei den Reuttener Bergführern kann man auch eine der regelmäßig am Montag stattfindenden Laternenwanderungen zur Burgruine Ehrenberg buchen. Hier gibt es im Winter einen herrlichen Ausblick auf den verschneiten Talkessel von Reutte, den man am besten mit einem Becher Glühwein genießt. Ehrenberg bietet noch etwas ganz Besonderes: ein Historical in Form einer Multimedia-Show. Jeden Dienstag und Donnerstag kann man hier in nur zwei Stunden eine 700 Jahre dauernde Zeitreise absolvieren (www.ehrenberg.at).

Blick auf die Zugspitze


Langlaufen rund um Reutte

Reutte ist ein Gebiet für das Langlaufen oder das Walken im Schnee. Hier gibt es schöne Loipen und Wanderwege, etwa entlang des wildromantischen Lechs. Oder man tourt durch die Wälder und Felder rund um Wängle – eine Route, die sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen Spaß macht. Das Gebiet ist landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich.

Loipen

Das Loipennetz umfasst rund hundert Kilometer. Da kann man selbst nach einer Woche fleißigen Laufens noch neue Winkel entdecken. Neben den klassischen Fahrern kommen auch die mitunter ein wenig vernachlässigten Skater auf ihre Kosten. In Reutte läuft man sogar grenzüberschreitend (ohne es zu merken): Vom Allgäu geht´s zum Beispiel nach Vils und Musau ins Tirolerische. Besonders schön ist die Loipe am Hahnenkamm mit 20 Kilometern Länge und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die Strecke liegt auf 900 bis 1.000 Höhenmeter und bietet mehrere, beliebig kombinierbare Rundkurse, die auch sportliche Läufer ansprechen.

Die Loipen verlaufen an zugefrorenen Seen und über schneebedeckte Wiesen. Sogar ein spezieller Hundeschlitten-Trail ist vorhanden. Die ursprüngliche Landschaft gilt unter Langlauffreunden als regelrechtes Paradies.

Nordic Walking

Wer schon im Frühjahr oder sogar noch bei Schneelage mit dem Training starten will und das gerne in einer reizvollen Landschaft tun möchte, dem sei der „Lechufer Trail“ bei Reutte empfohlen. Die rund fünf Kilometer lange Tour ist sowohl im Sommer als auch im Winter begehbar und eignet sich sehr gut für Anfänger. Die Tiroler Region an der Grenze zum bayrischen Allgäu ist als Walking-Strecke bekannt. Hier gibt es ausgefeilte Parcours in allen Schwierigkeitsgraden.


Eislaufen am Plansee

Die Sonne glitzert auf den riesigen Eisflächen, die Schlittschuhe gleiten fast wie von selbst dahin und die Luft riecht nach Schnee und Winter: Eislaufen auf einem zugefrorenen See in der Ferienregion Reutte ist eine wunderbare Sache – nicht nur für Kinder.

Warum nicht wieder mal die alten Schlittschuhe auspacken? Der Urlaub ist eine tolle Gelegenheit, um sich aufs Eis zu wagen. Während auf künstlich angelegten Eislaufflächen oft drangvolle Enge herrscht, kann man hier so richtig Gas geben oder einfach in aller Ruhe seine etwas eingerosteten Eislaufkünste wiederentdecken. Wer bisher nur sterile Kunsteisplätze kannte, wird überrascht sein, welch sinnliche Vergnügungen ein zugefrorener See bietet. Reutte nahe der deutschen Grenze und dem Allgäu verfügt dank seiner Seen und seiner Höhenlage über ideale Bedingungen für „eisige“ Ferien.

Hier hat es ordentlich tiefe Temperaturen, die die Bergseen der Region in Eislandschaften verwandeln. Zwei Kinder-Eislaufplätze gibt es und eine lange Eisbahn, auf denen der Plansee erkundet werden kann. Ganze Familien begeben sich hier auf´s Eis – mit Schlitten oder sogar mit dem Kinderwagen! Warm einpacken und eine Thermoskanne Tee in den Rucksack – und schon steht dem „eisigen Familienvergnügen“ nichts mehr im Wege! Neben dem Plansee bietet sich auch der Urisee zum Eislaufen an. In den elf Orten der Region mit dem Hauptort Reutte gibt es außerdem jede Menge Eisplätze.

Eislaufen mit Kinderwagen

In Reutte in Tirol spielen sich im Winter Szenen ab, die man normalerweise nur aus dem hohen, schlittschuhfreundlichen Norden kennt. Auf dem zugefrorenen Plansee gleiten Familien mit Schlitten und sogar inklusive Kinderwagen über riesige Eisflächen. Schlittschuhläufer toben sich auf zwei Bahnen mit der beachtlichen Länge von je 15 bzw. 10 Kilometer aus. Für die Kleinen gibt es spezielle Kinder-Eislaufplätze, wo sie vor den scharfen Schlittschuh-Kanten der Erwachsenen geschützt sind und wo sie ohne Gefahr auch mal auf den Popo plumpsen können.


Eistauchen und Eisklettern

Die Umgebung von Reutte gilt als Eldorado für Eistaucher und Eiskletterer. Ein besonderes Erlebnis ist es, den wagemutigen Eistauchern am Urisee bei ihrem Hobby zuzusehen. Die reizvolle Berglandschaft auf fast tausend Metern Höhe ist ein Eldorado für Eistaucher, die hier jeden Winter ihrem außergewöhnlichen Hobby nachgehen. Für Anfänger und fortgeschrittene Taucher werden Kurse angeboten. Eisklettern ist ein weiteres nicht alltägliches Wintervergnügen in der Ferienregion Reutte. Auf dem 17 Meter hohen Eiskletterturm haben unter fachlicher Anleitung auch Anfänger ihren Spaß.

Tauchen am Urisee


Schneeschuhwandern

Erfunden wurde das Schneeschuhwandern von den Inuit in Alaska, die als erste auf riesigen Sohlen durch den Tiefschnee stapften. Heute wird diese gemächliche Fortbewegungsart als „Slow Walking“ durch verschneite Winterlandschaften wiederentdeckt. Der Begriff zeigt schon, wobei es bei dieser neuen Trendsportart ankommt – nämlich darauf, den Rhythmus der Natur wieder zu spüren und sich selbst in diesem Rhythmus zu bewegen.

Als ein Geheimtipp unter den Freunden des langsamen Wanderns durch den Schnee gilt die Ferienregion Reutte. Hier gibt es Strecken, die auch von Anfängern gut bewältigt werden können. Schneeschuhwandern ist kinderleicht. Es gibt keine schönere Art, die Langsamkeit der Zeit und den Rhythmus der Natur wieder zu entdecken.

Die Reuttener Bergführer bieten geführte Wanderwochenenden an. Regelmäßig stehen Schneeschuhwanderungen speziell für Senioren auf dem Programm. Wer mitmacht, kann gerade in der Zwischensaison die Ruhe und Einsamkeit der Tiroler Berge genießen. Die Teilnehmer der Tagestouren mit bis zu vier Stunden Gehzeit werden von einem geprüften Wanderführer begleitet. Er sorgt für ein angenehmes Gehtempo und stimmt die Routenwahl auf etwas ältere Schneeschuhwanderer ab. Erkundet werden die Berge rund um Reutte, das Lechtal und das Tannheimer Tal bis hinein ins Allgäu. Die Ausrüstung kann man sich vor Ort bei den Bergführern ausleihen.


Auf Zeitreise in der Festung Ehrenberg

Das bekannte „Historical“ auf der nahen Burg Ehrenberg entführt in eine Welt aus Sound und Visionen. Die Inszenierung macht jede Epoche in dieser geschichtsträchtigen Umgebung für den Besucher erlebbar.

In der Festung Ehrenberg bei Reutte direkt am Tor zum Allgäu wird Vergangenheit lebendig: Eine multimediale Zeitreise führt durch 700 Jahre Geschichte. Das hier aufgeführte „Historical“ bietet ein Schauspiel rund um Pest, Hungernot, Feuersbrünste und Waffenklirren. Eine Lichtinstallation zaubert eine besondere Atmosphäre in den Innenraum des Festungstheaters. Ergänzt wird sie von beweglichen Videobildern an drei Seiten der historischen Mauerreste. Hörspielähnliche Dialoge, Szenen und Soundcollagen vervollständigen die Ehrenberger Zeitreise (www.ehrenberg.at). Die ehemals größte Festung Tirols, wo einst sogar der Sohn des russischen Zaren Unterschlupf vor seinen Verfolgern fand, ist wie geschaffen dafür, Geschichte lebendig werden zu lassen. Das Historical ist ein kultureller Höhepunkt innerhalb der Region Reutte.

Die Festung Eherenberg in Reutte


Mit Kindern zum Skifahren nach Reutte

Wenn Kinder das Skifahren lernen, ist vor allem eines wichtig: Das Ganze soll Spaß machen. Gute Skischulen bieten heute ein pädagogisch ausgefeiltes Programm, das mit spielerischen Elementen arbeitet. Das erleichtert vor allem den ganz Kleinen ab fünf Jahren die ersten Gehversuche auf der Piste. Zwei Skischulen, die als Spezialisten für den stressfreien Start in den Wintersport gelten, gibt es in der Ferienregion Reutte. Die Skischule Hahnenkamm 2000 und Reutte-Hahnenkamm stellen den Kleinsten erfahrene Skilehrer zur Verfügung. Die Reuttener Bergbahn am Hahnenkamm bietet darüber hinaus familienfreundliche Tarife. Der Skipass ist an 81 Liftanlagen der Region gültig.

Familienfreundlich sind auch die Preise in den Hotels, Pensionen und Privatherbergen der Region. Reutte gilt nach wie vor als Geheimtipp unter den Tiroler Urlaubsdestinationen. Das Zimmer im Gasthof gibt es hier zu besonders moderaten Preisen.


 Tiroler Weihnacht erleben

Es duftet nach frisch gebackenen Keksen und nach den Äpfeln und Honigwachs-Kerzen, die den Weihnachtsbaum schmücken. In der Ecke der guten Stube steht die traditionelle Tiroler Weihnachtskrippe und im Kamin knistert ein Feuer. Dazu gibt es einen schön warmen Glühwein und den Blick auf eine Winterkulisse mit Eiszapfen vor dem Fenster und allem, was einen richtigen Winter ausmacht. So schön kann Weihnachten in den Tiroler Bergen sein!

Tiroler Weihnacht mit Weihnachtskeksen

Hier gibt es stimmungsvolle Weihnachtsmärkte, wo nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind regiert. Die Weihnachtsmette ist etwas ganz Besonderes. Rund um Reutte wird lebendiges Tiroler Brauchtum gepflegt – das zeigt schon die liebevoll gestaltete Krippe in der Kirche. In Reutte, dem „Tor zu Tirol“, kann man Natur, statt weihnachtlicher Einkaufshektik erleben. Etwa auf einer Pferdeschlittenfahrt auf abseits gelegenen Wegen.

Alle Rechte vorbehalten

 Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, auch auszugsweise, ist daher unzulässig. Das betrifft insbesondere Vervielfältigungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

(c) Beitragsbild: Der Plansee bei Reutte in Tirol. (c) Andreas Liebhart / www.pixelio.de

Haftung:

Alle Hinweise und Ratschläge in diesem Reiseführer wurden sorgfältig geprüft. Eine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial