Die besten Reiseinfos – der kompakte Linz-Reiseführer

Erfahren Sie die spannendsten Seiten der oberösterreichischen Landeshauptstadt: Kultur vom Feinsten und kulinarische Tipps und viele andere spannende Highlights!

Die Stadt Linz ist etwa geeigneter Ausgangspunkt für eine architektonische Rundreise durch Oberösterreich. Am besten startet man frühmorgens, noch vor sechs Uhr. Zu dieser Zeit fährt die erste Bergbahn auf den Pöstlingberg hinauf. Der morgendliche Aufwand lohnt sich allemal. Einmal ganz oben angekommen, liegt einem die Stadt in spektakulärem Panorama zu Füßen.

Linz setzt neue architektonische Impulse

Diese Stadt hat in den vergangenen Jahren ein völlig neues Image erlangt, und zwar hauptsächlich aufgrund der vielen neuen architektonischen Projekte. Linz – wo bis vor wenigen Jahren hauptsächlich Stahl verschmolzen wurde, verschmelzen heute Kunst, Wissenschaft und Technologie zu einer neuen Gesamtkomposition. Die zeitgenössischen Bauten wie das Lentos Kunstmuseum, das Zukunfts-und Technologiezentrum Ars Electronica, das Brucknerhaus oder das entstehende Musiktheater lassen die ganze Region profitieren. Auch die Tabakfabrik Linz gehört zu den Architekturbesonderheiten der Stadt. Erbaut von den Architekten Peter Behrens und Alexander Popp ist sie ein Industriedenkmal.

Der architektonische Gegenpart zu dieser zeitgenössischen Architektur ist die Linzer Altstadt mit dem Mariendom und der romantischen Landstraße mit ihren vielen kleinen Geschäften. Tradition und Moderne vereint das kolossale Linzer Schloss (oder Schlossmuseum) auf spektakuläre Weise. Auf der einen Seite die historischen Mauern, die über die Donau wachen. Auf der anderen Seite der Südflügel, der heute eine moderne Stahl-Glas-Konstruktion ist und jenen Teil des historischen Schlosses ersetzt, der 1800 abbrannte.

Linz – ein erster Überblick

Vielleicht liegt es am Erbe der Industrie, und am rauen Charme der nahen Hafenkräne: Aber Kunst und Technik verschränken sich in der oberösterreichischen Landeshauptstadt auf besonders spannende Weise. Linz ist eine Stadt der Arbeit, offen auch für die Arbeit der Avantgarde. Da wartet das Ars Electronica Center mit den virtuellen Welten der interaktiven Kunst auf – und mit 40.000 Leuchtdioden, der größten LED-Fassade Europas. Wie selbstverständlich weist moderne Architektur den Linzern den Weg: Auch das Lentos Kunstmuseum steht dafür Pate. Am schönsten ist die Sehenswürdigkeit, wenn sich die Glashaut der illuminierten Fassade im Hafenwasser spiegelt.

Energiegeladen und offen für neue Strömungen. So macht sich Linz seit langem einen Namen als Kunststadt. Die Linzer Klangwolke, das Ars Electronica Festival, das Pflasterspektakel, der Donausommer und das Brucknerfest zählen zu den Höhepunkten des Linzer Kulturjahres. Im Experimentallabor des OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich erarbeiten Kreative vor Ort Positionen einer lebendigen Gegenwartskunst. Aber auch moderne Skulptur beweist dauerhaft Präsenz: Das am Donaupark beheimatete Open-Air Museum „forum metall“ bietet einen spannenden Überblick auf das zeitgenössische Schaffen internationaler Bildhauer wie Donald Judd oder Max Bill.

Eingebettet in dieses moderne Umfeld erinnern historische Sehenswürdigkeiten an die vorindustrielle Ära der Donaustadt. Ein alter Kulturboden stellt dabei seine Besonderheiten vor. Mit der Martinskirche, deren älteste Teile aus der Zeit vor 788 stammen, weist Linz sogar die älteste, noch ursprünglich erhaltene Kirche Österreichs auf. Und spaziert man durch die kompakte Altstadt, dann bezaubert die Eleganz bedeutender Renaissance-Bauten. Das weitläufige Landhaus oder der Arkadenhof des Alten Rathaus sind hervorragende Beispiele dafür. Nur einen Schritt davon entfernt laden kleine Cafés zum Verkosten der Linzertorte ein.

Der Linzer Dom

Sucht man trotzdem ein wenig Distanz zu dieser Stadt, so haben Linzer Technik-Tüftler auch dafür gesorgt. Denn beim Ausflug auf den Pöstlingberg kommt als besondere Sehenswürdigkeit Europas steilste Schienenbergbahn zum Einsatz. Mit im Panoramabild, das man von hier aus genießt: Jene Donauschiffe, die hunderte Meter tiefer eine ganz andere Ausflugs-Alternative ansteuern.

 

Zwischen Edelstahl und Naturidyll

Linz liegt an der Donau, so viel ist bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, dass Linz auch an zahlreichen kleinen Seen liegt, etwa dem Weikerlsee. Moderne Großstadt und wilde Natur treffen hier aufeinander, und zwar in einer durchaus harmonischen Weise. Auf der einen Seite befindet sich die „solarCity Pichling “, ein nach dem Masterplan des Architekten Roland Rainer entstandenes städtebauliches Experiment mit Niedrigenergiewohnungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Wenige hundert Meter von diesen futuristisch anmutenden Gebäuden entfernt beginnen die Traunauen – ein undurchdringlicher Dschungel, der nur an den Ufern des Weikerlsees ein wenig zivilisiert wurde. Hier liegt eine Wiese mit alten Bäumen, an deren Rand eine Imbissbude mit schattigen Sitzgelegenheiten steht.

Am Weikerlsee tummeln sich an schönen Sommertagen Enten, Schwäne und Nudisten, doch soll die Idylle von heute nicht über die historischen Hintergründe hinwegtäuschen: Der See entstand während der Zeit des Nationalsozialismus, denn hier wurde Schotter für den Bau der Westautobahn sowie zur Errichtung der „Hermann-Göring-Werke“ gewonnen. Die gigantische Waffenschmiede wurde nach dem Krieg zur Vöest und notiert heute unter dem Namen voestalpine als einer der größten und erfolgreichsten Stahlkonzerne der Welt an der Börse. Das Gelände der voestalpine, der größte Industriestandort Österreichs, ist etwa doppelt so groß wie die Linzer City. Es gibt darin ein Straßennetz von über 80 Kilometern. Das Schienennetz ist länger als jenes des Bundeslandes Vorarlberg. Und die Schienen dazu werden natürlich im eigenen Haus produziert.

Die Zeiten, als man in Linz täglich die Fenster putzen musste und die Stadt als Synonym für Umweltverschmutzung galt, sind freilich längst vorbei. Dank modernster Technologie weist die Linzer Luft heute den zweitniedrigsten Schadstoffwert aller österreichischen Städte auf.

Die zahlreichen Geh- und Fahrradwege an der Donau bilden ein Naherholungsgebiet von unschätzbarem Wert, und dass der zweitgrößte Fluss Europas nicht ganz so blau ist, wie es der Donauwalzer vermuten lässt, sagt über die gute Wasserqualität nichts aus. Wichtig war das Wasser auch für die Wirtschaft. Der Linzer Hafen befand sich einst an jener Stelle, wo heute Lentos-Museum und Brucknerhaus stehen. Und dort, wo heute auf der Donaulände die Autos vierspurig durch die Stadt fahren, erstreckte sich der „Fabriksarm“, ein Seitenarm der Donau, an dem sich Handwerk, Gewerbe und frühe Industrie angesiedelt hatten.

Übrig geblieben sind davon hauptsächlich Straßennamen, wie Färbergasse, Fabrikstraße oder Lederergasse. Dennoch, ein herausragendes Gebäude, freilich aus einer späteren Epoche, ist noch heute an der Donaulände zu sehen: Die Tabakfabrik, 1929-1935 nach Plänen von Peter Behrens und Alexander Popp entstanden, steht als revolutionär neuartiges Werk der Industriebaukunst und heutige Sehenswürdigkeit unter Denkmalschutz.

Wenige hundert Meter davon entfernt liegt der Hauptplatz, der bereits um 1230 in dieser Größe konzipiert wurde. Es war in Linz eine Zeit lang modern, italienische Arkadeninnenhöfe zu bauen. In lauen Sommernächten, bei einem Glas Wein, kann sich durchaus ein toskanisches Lebensgefühl einstellen. Gleich neben dem Rathaus zum Beispiel teilen sich das Studentenbeisl „Alte Welt“ und ein chinesisches Restaurant solch einen Arkadenhof. Besonders verwinkelt und romantisch sind die Arkadengänge beim Hotel Wolfinger oder beim Restaurant El Greco, wo man wie in Griechenland zwischen Säulen sitzt. Nur stammen diese Säulen nicht aus dem Altertum, sondern aus einem Mühlviertler Granitsteinbruch.

Geht man weiter Richtung Landhaus, findet man an der Adresse Altstadt Nr. 17 einen weiteren prächtigen Innenhof, jenen des Mozarthauses. Auf der Rückreise von Salzburg nach Wien hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart als Gast des Grafen Thun für längere Zeit in Linz auf. „… Dienstag, als den 4ten November werde ich hier im Theater academie geben. – Und weil ich keine einzige Simphonie bey mir habe, so schreibe ich über hals und kopf an einer Neuen, welche bis dahin fertig seyn muss“, schrieb er am 31. Oktober 1783 an seinen Vater. In vier Tagen entstand die Sinfonie in C-Dur, die den Namen „Linzer Sinfonie“ trägt.

Auch ein anderer berühmter Musiker schrieb Teile einer Sinfonie in Linz: Ludwig von Beethoven. Nikolaus Johann van Beethoven, der Bruder des berühmten Komponisten, lebte lange Jahre in Linz und betrieb die Apotheke am Hauptplatz, die Vorläuferin der heutigen Wasser-Apotheke. Beethoven besuchte seinen Bruder immer wieder und vollendete während eines mehrwöchigen Aufenthalts 1812 in Linz seine 8. Sinfonie.

Jener Komponist, dessen Name am stärksten mit Linz verbunden bleibt, ist zweifellos Anton Bruckner, der 1824 im „Vorort“ Ansfelden zur Welt kam. Bruckner, zu Lebzeiten als Orgelvirtuose weltbekannt, war Linzer Domorganist und Schöpfer von neun Sinfonien, deren harmonische Kühnheit den Weg ins 20. Jahrhundert wies. Bruckner starb 1896 in Wien. Er liegt in der Krypta des Stiftes St. Florian bei Linz unter der Orgel begraben. Ein „Sinfoniewanderweg“ führt vom Geburtsort Ansfelden durch Felder, Wiesen und Wälder bis zum Grab nach St. Florian. In zehn Stationen werden auf Schautafeln Bruckners Sinfonien und ihr biografischer Hintergrund beschrieben.

Versteckte Türen mitten in der Linzer City führen, wie in Spionageromanen beschrieben, in geheimnisvolle unterirdische Welten, in denen einen sanftes Gruseln befällt. Seit vielen Jahren führt Linz-Guide Gundi Grabner durch die ehemaligen Linzer Luftschutzstollen unter dem Bauernberg und unter dem Schlossberg. So ist Linz auch historisch gesehen eine in jeder Hinsicht spannende Stadt.

LINKTIPPS:

 

Linz und sein Kulturangebot

Das Besondere an Linz ist die überall präsente Mischung aus Tradition und Moderne, aus Wirtschaft, Natur und Kultur. Die Nähe zu den bäuerlichen Strukturen des Mühlviertels hat die Stadt ebenso geprägt wie die Stahlindustrie. Im Namen des Kunstmuseums „Lentos“ ist die keltische und römische Vergangenheit präsent und zugleich ist das Lentos selbst ein Teil der florierenden Szene moderner Kunst, die sich in Linz in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat.

Linz ist heute dank Ars Electronica und Kunst-Universität die wichtigste Stadt für avantgardistische Kunst in Österreich. Freilich konnte diese Entwicklung nur in einer Stadt passieren, deren Gegensätze und Reibeflächen eine spürbare Spannung erzeugen. Die Reibung entsteht auch durch Mobilität, durch ständige Fluktuation: Linz, nach Wien und Graz drittgrößte Stadt Österreichs, bietet rund 200.000 Arbeitsplätze, und das bei 190.000 Einwohnern.

 Museum Lentos

 Zurück zum Museum Lentos, mit Blick auf die barocke Pöstlingbergkirche an der Donau gelegen. Ohne diese kühn Sehenswürdigkeit aus Stahl, Glas und Beton wäre die Stadt gar nicht mehr zu denken, und es verwundert nicht, dass das Kunstmuseum Lentos seit 2003 zum meistfotografierten Linzer Motiv geworden ist. Hier ist dem Schweizer Architekturbüro Weber & Hofer, das sich in einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb gegen 218 Konkurrenten durchgesetzt hatte, ein großer Wurf gelungen. Am eindrucksvollsten ist es in der Nacht, wenn es leuchtet, rosa in der Dämmerung, später wechselnd in lila-blau.

www.lentos.at

Offenes Kulturhaus Oberösterreich

Vom Museum Lentos in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen ist das „OK“: In der Nähe der Landstraße ist in den letzten Jahren ein neuer und auch unter den Jungen als „cool“ geltender Kulturbezirk entstanden. Das OK (Offenes Kulturhaus Oberösterreich) und das fast schon altehrwürdig zu nennende Programmkino „Moviemento“ gehen in diesem neu gestalteten Gebäude eine Symbiose ein, ergänzt durch stilvolle Restaurants und Café-Bars, darunter das „Gelbe Krokodil“, das schon seit vielen Jahren als Treffpunkt der nationalen und internationalen Kunstszene gilt. Das OK ist gleichzeitig Experimentallabor, Ausstellungs- und Produktionshaus für zeitgenössische Kunst und begleitet die Umsetzung einer künstlerischen Arbeit von der Idee bis zu ihrer Ausstellung. Eine Sammlung wurde bewusst nicht aufgebaut. Der Bau selbst stammt aus den 1930er- Jahren und wurde nach einem Konzept des Architekten Peter Riepl erweitert. Wie im Rathaus am Hauptplatz gelang auch hier ein herausragendes Beispiel qualitätsvoller Architektur, die einen Bezug zwischen Altem und Neuem herstellt.

www.ok-centrum.at

Restaurant Gelbes Krokodil: www.krokodil.at

Ars Electronica Center und Klangwolke

Bereits eine Linzer „Institution“ und eine fixe Sehenswürdigkeit ist das Ars Electronica Center. Wobei das AEC eigentlich kein Museum ist, es zeigt keine Vergangenheit, sondern die Zukunft. Die interaktiven technischen Sensationen, die es hier zu sehen und zu erleben gilt, versetzen Kinder und Erwachsene in Erstaunen. Die Linzer Ars Electronica steht heute auf vier Säulen: Dem Ars Electronica Center, dem Festival, dem Prix Ars Electronica (wichtigster und höchstdotierter Computerkunstpreis weltweit) und dem Future Lab, einer Art Labor zur Erforschung des Spannungsfeldes zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft. Eng mit der Ars Electronica verbunden ist die zweite international bekannte Linzer Kulturinstitution, die Klangwolke – ein visuell umgesetztes Open-Air-Konzert an der Donaulände, wobei man in der Mehrzahl von Klangwolken sprechen sollte, denn es gibt ihrer alljährlich drei: die visualisierte Klangwolke, die Kinderklangwolke und die klassische Klangwolke.

www.aec.at

Nicht nur, dass das Ars Electronica Center zu einem der wichtigsten Museen für Zukunftstechnologien in Mitteleuropa zählt. Die außergewöhnliche Architektur symbolisiert den rasanten Wandel der Stadt Linz. Bis vor wenigen Jahren galt Linz als graue Stahlstadt, heute ist sie eine farbenprächtige, weltoffene Kultur- und Kunststadt. Farbenfroh ist das imposante Ars Electronica Center vor allem in der Nacht. Wenn die Lichtfassade des Baus, eine der größten LED-Fassaden weltweit, in knalligen Farbenspielen erstrahlt. Die Wasseroberfläche der angrenzenden Donau verwandelt sich dann auch in ein prächtiges Lichtermeer.

Linzer Pflasterspektakel

Ebenfalls ein Fixpunkt im Linzer Kulturkalender: Seit 1987 findet im Juli das Linzer Pflasterspektakel statt. Hunderte Künstler und Künstlergruppen verwandeln die Innenstadt in eine Traumwelt von Gauklern und Artisten. Ganz Linz wird zu einem Zirkus, einem Zirkus, wie es ihn früher einmal gab: einfach, akrobatisch, poetisch. Mittlerweile gehört das Pflasterspektakel international zu den wichtigsten Treffen der Straßenkunstszene. Jahr für Jahr kommen über 200.000 Besucher – mehr Menschen als Linz Einwohner hat! Dennoch ist das Pflasterspektakel nur zum Teil organisiert. Die Stadt Linz bezahlt den Auftretenden zwar die Reisespesen und die Übernachtungen, doch wer wann und wo auftritt bleibt den Künstlern überlassen, die, wie sich das im Ehrenkodex der Straßenartisten gehört, auch keine Gage bekommen, sondern vom Hutgeld leben.

So mancher Wiener Theatertriumph erfuhr seine ungleich leisere Uraufführung oder Entdeckung im „theaternarrischen“ Linz. Kein Wunder, gibt es hier doch zwei Bühnen von Rang, das Landestheater und das Theater Phönix, verbunden mit einer lebendigen Avantgarde-Szene: Der Elektroniker Fadi Dorninger, die Hip- Hopper „Texta“ oder die Band „Shy“ wuchsen im Linzer Biotop um Stadtwerkstatt, Café Landgraf und „Kapu“ heran. Nicht zu vergessen Dr. Dietmar Bruckmayrs Formation „Fuckhead“ – ein nach wie vor extremer Grenzgang zwischen Punk, Aktionismus und Körperverletzung, immer noch so wild und schmerzhaft wie vor zwanzig Jahren, und das trotz Kultstatus.

 Adalbert-Stifter-Haus

 Einen Kultstatus der anderen Art genießt der Dichter Adalbert Stifter. Der Autor feinsinniger Werke, wie „Bergkristall“ oder „Der Nachsommer“, war auch als Maler, als Landeskonservator für den Denkmalschutz, als Schulinspektor sowie als Journalist tätig, etwa für die „Linzer Zeitung“. Es ist überliefert, dass der tragisch verstorbene Stifter pro Jahr 600 Liter Wein konsumierte. In einem Tagebuch beobachtete er seinen Gesundheitszustand: „Bis Abends ausgezeichnet. Suppe Rindfleisch Taube Spargel sehr gut. Nachts infolge Zorn wegen der Frau unruhig.“

Das Haus, in dem Adalbert Stifter lebte und starb, befindet sich an der Donaulände gegenüber dem Lentos-Museum und heißt heute Adalbert-Stifter-Haus. Die ehemaligen Wohnräume des Dichters wurden in ein oberösterreichisches Literaturmuseum mit einem Gedenkraum umgewandelt. In den anderen Stockwerken befinden sich unter anderem das oberösterreichische Literaturhaus sowie das Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich.

Adalbert Stifter

Eine Gasse weiter wartet das Café Meier mit Bio-Kaffee aus der hauseigenen Rösterei auf, zu genießen übrigens in einer handy- und laptopfreien Zone. Ein paar hundert Meter Richtung Hauptplatz befindet sich ein anderes „kultiges“ Linzer Lokal, der „Leberkas-Pepi“, der Tag und Nacht zahlreiche Varianten seines hausgemachten Leberkäses anbietet: „Net beim Hias/ beim Franz oder beim Seppi/ an guat´n Leberkas gibt´s nur beim Pepi“, so lautet der markige Werbespruch des Hauses, das 2008 eine Filiale in der Fast-Food-Metropole London eröffnete. Im Haus gleich neben dem „Leberkas-Pepi“ vollendete übrigens Johannes Kepler zwischen 1621 und 1626 sein astronomisches Hauptwerk „Tabulae Rudolphinae“. Der Mathematiker, Astrologe und kaiserliche Hofastronom Kepler, in der Nähe von Stuttgart geboren, lebte zwischen 1612 und 1626 in Linz.

Zu dieser Zeit dürfte es das geheime Wahrzeichen von Linz schon gegeben haben: die Linzer Torte. In der Stiftsbibliothek zu Admont in der Steiermark wurde ein aus dem Jahr 1653 und aus Linz stammendes Rezept gefunden. Die „älteste Torte der Welt“ mundet noch Jahrhunderte später.

www.stifter-haus.at

Stahlwelt Linz

Ohne Stahl gäbe es weder Raketentriebwerke noch Autokarosserien oder Hochhäuser. Einer der traditionsreichsten stahlerzeugenden Betriebe ist die Linzer Voest. In der „Stahlwelt“ erleben Besucher, wie Stahl erzeugt wird und fertige Produkte entstehen. Blumen, Sträucher und Wiesen umgeben das 30 Meter hohe „Periskop“, das auf fünf Stockwerken interaktives Ausstellungszentrum ist. Von der Dachterrasse aus überblickt man das gesamte Werk der Voestalpine. Innen beeindruckt die Stahl-Glasarchitektur des Gebäudes, und bei der ca. 1,5-stündigen Führung erfährt man alles über die Geschichte des Konzerns und die Stahlerzeugung. Die Ausstellungsstücke reichen von einfachsten Arbeitsutensilien bis zu feinmechanischen Teilen und medizinischen Geräten. Auf Knopfdruck werden Vorgänge interaktiv erklärt. Nach der Führung geht es mit dem Werksbus durch das gesamte Areal der Voestalpine.

Dort kommt flüssiger Rohstahl aus riesigen Hochöfen. Man spürt die Hitze des mehr als 1.400 Grad heißen Ofens. Mit etwas Glück erlebt man einen sogenannten „Abstich“, bei dem das flüssig gewordene Gestein wie ein Bach in Behälter fließt. Nicht minder beeindruckend ist, wie der flüssige Rohstahl in Form gebracht wird. Hinter dicken Glaswänden sieht man 40 Meter lange, gleißend orange Stahlblöcke mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h vorbeiflitzen. Später werden 50 cm dicke Blöcke zwischen riesigen Walzen in 0,5 cm dünne Stahlplatten gepresst und zu Knäulen gerollt.

www.voestalpine-stahlwelt.at

Neues Musiktheater Linz

Mit dem neuen Musiktheater hat sich Linz endgültig als Kulturstadt etabliert. Genau zwischen den „Musikhauptstädten“ Salzburg und Wien gelegen, setzt man in Linz auf spannende architektonische und musikalische Konzepte.

Seit 2013 hat Linz endlich ein Musiktheater. Und was für eines! Der eindrucksvolle, 200 Meter lange Bau mit seiner geriffelten Fassade am Linzer Volksgarten ist das Zuhause für Oper und Operette, Ballett, die neugegründete Musicalsparte und das Bruckner Orchester Linz. Im Sinne des britischen Architekten Terry Pawson sollte dieser Bau mehr als ein reines Opernhaus sein, sondern „ein neues Wohnzimmer für die Stadt“.

Dafür wurde einer der modernsten Theaterräume Europas geschaffen, der tatsächlich hohen Wohlfühlcharakter hat – auch bei 1.200 Besuchern im Großen Saal. Nicht weniger als vier Bühnen hat das Musiktheater zu bieten. In der sogenannten Black Box im Keller, deren Bühne die Form einer halben Gitarre hat, widmet man sich etwa musikalischen Kleinodien von der Kinderoper bis zur zeitgenössischen Musik. Das Neue Musiktheater ist aber nicht nur eine Konzertlocation, sondern auch ein Erlebnisraum: Außerhalb der Vorstellungen kann sich das Publikum im KlangFoyer jederzeit einen spielerischen Überblick über das Haus verschaffen: Interaktiv lassen sich über Töne die einzelnen Teile des Musiktheaters entdecken. Und noch eine Besonderheit hat das neue Musiktheater zu bieten: Es gibt keine Sommerpause, ideal also, um einen Kurzurlaub in Linz mit einem Theaterbesuch zu verbinden.

www.landestheater-linz.at

Anton Bruckner in Linz

Anton Bruckner gilt als einer der innovativsten Komponisten der Romantik. Er hat die Musikwelt durch seine groß angelegten Sinfonien und Werke in der Kirchenmusik bereichert, die ihm den Namen „Musikant Gottes“ eingetragen haben. Das alljährliche Brucknerfest in Linz zeugt gemeinsam mit der Ars Electronica und der Klangwolke Linz für eine spannende Verbindung von Tradition und Zukunft in der Kunst.

Engagierter Lehrer, emsiger Schüler, erfolgreicher Sinfoniker

Anton Bruckner wurde am 4. September 1824 in Ansfelden, Oberösterreich, geboren und gilt neben Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms als einer der bedeutendsten Sinfoniker. Durch seinen Vater, der ihm Grundbegriffe des Orgelspiels beibrachte, kam er bereits früh in Kontakt mit der Musik und lernte bald das Violinen- und Orgelspiel. Beruflich trat er vorerst aber in die Fußstapfen des Vaters und nahm den Beruf des Lehrers an. 1855 wurde er Dom- und Stadtpfarrorganist des Alten Doms in Linz, gab aber bald darauf den Lehrerberuf auf, um Berufsmusiker zu werden. Anton Bruckner war stets bemüht, durch Studien bei den Meistern seines Fachs seinen musikalischen Horizont zu erweitern, und nahm Unterricht in Musiktheorie und Komposition.

Während ihn sein erster Lehrer anhielt, vom selbständigen Komponieren Abstand zu halten, ermutigte der Kapellmeister Otto Kitzler Anton Bruckner dazu, sich aus den Fesseln der Theorie zu befreien und dem eigenen Schaffensdrang zu folgen. Zwischen 1864 und 1868 entstanden die ersten Meisterwerke Bruckners, die drei großen Messen in d-Moll, e-Moll und f-Moll sowie die Sinfonie Nr. 1 c-Moll. Angesteckt von der Verehrung seines Lehrers für die Musik von Richard Wagner, fuhr Bruckner 1865 eigens nach München, um der Uraufführung der Oper „Tristan und Isolde“ beizuwohnen. Acht Jahre später besuchte er den Meister in Bayreuth und widmete ihm in tiefer Verehrung sogar seine dritte Sinfonie.

So gut es anfangs mit Bruckners musikalischer Karriere gelaufen war, sein Umzug nach Wien bedeutete vorerst ein abruptes Ende seines Erfolgs. Plötzlich fand sich der Komponist kritischen Stimmen ausgesetzt. Seine Sinfonien ernteten bei den Musikkritikern der Hauptstadt Missfallen. Der große Durchbruch gelang ihm erst mit der Uraufführung seiner Sinfonie Nr. 7 im Jahr 1884, die bezeichnenderweise außerhalb Wiens, in Leipzig, stattfand. Auch die Aufführung des „Te Deum“ im darauffolgenden Jahr war ein großer Erfolg. Damit war die problematische Zeit in Wien vorüber, Bruckners Musik wurde nun sowohl im In- wie auch im Ausland anerkannt. Durch die Verleihung des Ehrendoktors der Universität Wien 1891, wo er ein Lektorat für Musiktheorie hatte, wurde seinem musikalischen Schaffen schließlich allerhöchste Anerkennung zuteil.

Über kaum einen Musiker kursieren so viele Anekdoten in Bezug auf seine Persönlichkeit wie über Anton Bruckner. Besonders sein eigentümliches Verhältnis zu Frauen wird hier oft erwähnt. Zeit seines Lebens schrieb der Komponist Briefe mit Heiratsanträgen an meist deutlich jüngere Frauen, die immer unerwidert blieben. Entgegen seiner Wunschvorstellung von trauter Zweisamkeit blieb der tief religiöse Bruckner bis zu seinem Tod alleine und pflegte einen beinahe mönchisch bescheidenen Lebensstil. Am 11. Oktober 1896 starb Anton Bruckner im Alter von 72 Jahren in seiner Wohnung im Kustodenstöckl bei Schloss Belvedere in Wien. Auf seinen Wunsch hin wurde er in der Krypta unter der Orgel der Stiftskirche in St. Florian beigesetzt.

Sinfonien und Kirchenwerke das Werk

Anton Bruckners Werke vor 1863 gelten als seine Frühwerke. Sie sind zwar vom hohen Niveau seiner Spätwerke noch weit entfernt, aber man erkennt bereits die spätere Genialität. Die Wende in Bruckners musikalischem Schaffen vollzog sich im Jahre 1863. Zu dieser Zeit setzte die eigenständige Kompositionstätigkeit ein, auf die er seine ganze Schaffenskraft richtete. Die neun Sinfonien sind dafür der beste Beweis. Er widmete sich fast ausschließlich dieser Musikgattung. Die Sinfonien sind meist mächtigen und einflussreichen Persönlichkeiten oder Institutionen gewidmet, wie dem Kaiser von Österreich, dem Bayernkönig Ludwig II., der Wiener Universität oder dem Komponisten Richard Wagner. Das Hauptmerkmal seines Stils ist der sogenannte „Bruckner-Rhythmus“: ungleichmäßige Rhythmisierungen, die der Musik große Spannkraft und Energie verleihen. Seine wohl berühmteste Sinfonie ist die 7. in e-Dur (uraufgeführt 1884 in Leipzig), die er König Ludwig II. von Bayern widmete. Teile des in vier Sätzen komponierten Meisterwerkes erinnern an die Musik von Richard Wagner, dessen Tod Bruckner vorausahnte. Kurz bevor er am zweiten Satz zu arbeiten begann, schrieb er an seinen Schüler Felix Mottl: „Einmal kam ich nach Hause und war ganz traurig; ich dachte mir lange kann der Meister nicht mehr leben. Dabei fiel mir das Cis-Moll-Adagio ein.“ Dieser zweite Satz gilt als eine der ergreifendsten Trauermusiken des 19. Jahrhunderts. In der Zeit zwischen 1842 und 1875 komponierte Bruckner Messen und Requien, von denen die „Missa solemnis in b-Moll“ die bekannteste ist. Unter den zahlreichen Werken der geistlichen und weltlichen Chormusik ragt das „Te Deum laudamus“ aus dem Jahre 1881 hervor. Weitere Kompositionen Anton Bruckners sind Menuette, Märsche, Lieder und Psalmen.

Brucknerfest, Ars Electronica und Linzer Klangwolke

Das Brucknerfest wurde nach der Eröffnung des Brucknerhauses in Linz 1974 gegründet und war anfangs ein reines Musikfestival mit der Musik von Anton Bruckner. Die Festspiele in Salzburg oder die Wiener Festwochen waren Vorbilder für das internationale Festival. Erst als Ende der 1970er Jahre die Ars Electronica und die Klangwolke Linz zum ersten Mal stattfanden und somit eine Verbindung zwischen Tradition und Zukunft geschaffen wurde, bekam das Musikfestival ein unverwechselbares Image, das heute weltweit Anerkennung findet. Künstlerisches Niveau und das Vermitteln zeitgenössischer Strömungen in der Musik stehen im Mittelpunkt jedes Programms. Das Konzerthaus selbst besticht mit seiner schlichten Form und zählt zu den Architekturklassikern in Linz. Vom zweigeschossigen Foyer an der Außenseite des Kreissegments eröffnet sich ein Panoramablick auf den Linzer Stadtteil Urfahr und den über der Donau gelegenen Pöstlingberg.

LINKTIPPS:

Brucknerhaus und Brucknerfest
Untere Donaulände 7
4020 Linz
Tel.: +43 732 76120
www.brucknerhaus.at

Ars Electronica
Ars-Electronica-Straße 1
4020 Linz
Tel.: +43 732 72720

www.aec.at

Klangwolke Linz
www.klangwolke.at

Umfassende Infos rund um Anton Bruckner
www.antonbruckner.at
www.antonbrucknercentrum.at

Literatur:
„Bruckner-Stätten in Österreich“ von Renate Grasberger, Wien 2001 (Herausg.
Anton Bruckner Institut Linz)

 

Linzer Gastronomie-Tipps

Linzer Markt

Der Südbahnhofmarkt in Linz ist als größter Grünmarkt Oberösterreichs ein höchst lebendiger Markt und vor allem am Freitag und Samstag eine Sehenswürdigkeit. Dann nämlich verkaufen neben den fixen Marktständen unzählige Kleinbauern und Gärtnerinnen aus der Region ihre Waren und es wimmelt vor winzigen Verkaufstischen, auf denen oft nur zehn Kohlrabi und zwei Kilo Zwetschken angeboten werden. Jeden Samstag zeichnet zudem der ORF Oberösterreich in einem apfelförmigen Übertragungspavillon die Radio-Sendung „Arcimboldo – Live vom Markt“ auf, in der Star-Köche und bekannte Gastronomen vor Publikum ihre Spezialitäten zubereiten und verkosten lassen.

Südbahnhofmarkt Linz

Marktplatz, 4020 Linz
www.suedbahnhofmarkt-linz.at

Die Donauwirtinnen

Der Linzer Stadtteil Alt-Urfahr hat eine wahre kulinarische Attraktion zu bieten. Nachhaltig, in liebevoll eingerichtetem Ambiente zu genießen steht bei den Donauwirtinnen Tanja Obernberger und Julia Oswald im Vordergrund.

Es sind zwei junge couragierte Quereinsteigerinnen, die unweit des Donauufers dieses Wirtshaus mit einem einladenden Gastgarten führen. Dieser Garten mit Blick auf den träge fließenden Strom ist gleichzeitig ein Ort, an dem verschiedenste Küchenkräuter nicht nur zur Dekoration wachsen, sondern auf kürzestem Wege in der Küche landen. Die regionale Abstammung der Lebensmittel sorgt für hohe Qualität. Täglich werden zwei verschiedene Mittagsmenüs, eines mit Fleisch oder Fisch und eine vegetarische Alternative angeboten, beispielsweise ein dunkles Hirschcurry mit Rhabarber oder „Bratene Kaspressknödeln“ mit gemischtem Salat. À la carte beginnt man etwa mit Variation von heimischen Schafskäsesorten, dazu hausgemachtes Sauerteigbrot, gefolgt vom gerollten Schulterbraten vom Gutauer Jungschaf in Natursaftl und Rosmarin-Polenta. Der Besuch an der Donau kann mit einem Joghurt-Sauerrahm-Törtchen auf Schoko-Biskuit, dazu Kaffee von Suchan (aus Freistadt), abgerundet werden. Aus der Getränkeauswahl sind Freistädter Biozwickel-Bier oder Frühroter Veltliner vom biodynamisch arbeitenden Weingut Wimmer-Czerny vom Wagram sowie die Brände von Florian Prückl (Dambachler, Gutau) hervorzuheben.

Kontaktdaten:

Die Donauwirtinnen, Webergasse 2, 4040 Linz. www.diedonauwirtinnen.at

Landhotel Keplingerwirt

Die Mühlviertler Gemeinde St. Johann am Wimberg liegt etwa eine halbe Autostunde entfernt von Linz in der Region Hansbergland, die für ihre Weberei-Tradition und den Hopfenanbau bekannt ist. Gleich auf der ersten Seite der Speisekarte des Keplingerwirts findet sich eine Auflistung aller Lieferanten und Bezugsquellen, darunter viele bäuerliche und handwerkliche Betriebe aus der Gegend. Zur Begrüßung kommt hausgemachtes Sauerteigbrot mit Nussbutter, zur Vorspeis gibt es Grammeltascherln mit Rieslingkraut oder gebackene Saiblingsnockerl. Sehr gut auch der Bachsaibling mit Bärlauchrisotto und Veltlinerschaum. Als Hauptgericht: der geschmorte Rostbraten vom Mühlviertler Ochsen mit Wurzelgemüse und Pestonockerl, ein zartes Bauernhenderl, Mühlviertler Weidelamm oder Milchkalbsrücken mit Schnittlauchpüree.

Wer dann noch hungrig ist, sollte unbedingt die hausgemachten Eisspezialitäten oder die Topfen-Mohntascherl mit gebräunter Honigsauce probieren. Beim Keplinger werden auch Degustationsmenus mit Weinbegleitung geboten. Der Weinkeller ist mit besten österreichischen Weinen bestückt, es gibt sehr gute Säfte und zum Abschluss steht eine schöne Auswahl an heimischen Bränden bereit.

Kontaktdaten:

4172 St. Johann/Wimberg.www.keplingerwirt.at

 


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