Niederösterreich – der Online-Reiseführer

Der Reiseführer durch die schönsten Ecken des Bundeslands Niederösterreich: Wer sich für Kultur, Natur und Kulinarik interessiert, ist hier richtig.

Niederösterreichs Regionen

260 km weit fließt die Donau durch Niederösterreich und bereist dabei höchst unterschiedliche Landschaftsräume. Die malerische, weltberühmte Wachau, die im Jahr 2000 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Das Tullner Becken mit der Römerstadt Traismauer und dem Stift Klosterneuburg. Das Auland-Carnuntum, ein weites und fruchtbares Land, mit spärlichen Erhebungen – einst Grenzland zum Osten, heute Zentrum eines neuen Europas. Die Regionen entlang der Donau gehören zum Schönsten, was Österreich zu bieten hat – und dennoch lässt sich hier noch mancher Geheim-Tipp entdecken.

Die Wachau

Sie gilt als eines der schönsten Flusstäler der Welt: die Wachau. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, Kulturschätze, kulinarische Köstlichkeiten und international prämierte Weine machen die Wachau zum Treffpunkt für Feinschmecker und Weinkenner aus aller Welt. Die sonnenverwöhnte Region ist aber auch das Ziel von Kulturinteressierten. Mit Stift Melk hoch über der Donau findet sich hier eines der schönsten Klöster des Landes, in der Kunstmeile Krems warten gleich mehrere Museen mit moderner Kunst, Karikaturen und Kulinarik auf Besucher.

Wachau


Das Waldviertel

Im Norden der Wachau liegt das Waldviertel. Hier, im nördlichsten Teil von Österreich, spielt die Natur die Hauptrolle: Das nordisch anmutende Klima, sanfte Hügel, grüne Wiesen, dunkle Wälder, über 1.000 Gewässer und Teiche, riesige Wackelsteine und idyllische Hochmoore haben das oft als „mystisch“ bezeichnete Waldviertel berühmt gemacht. Tier- und Pflanzenarten, die anderswo vom Aussterben bedroht sind, sowie sieben Naturparks und Österreichs einziger grenzüberschreitender Nationalpark, der Nationalpark Thayatal an der Grenze zu Tschechien, laden dazu ein, die Vielfalt der Natur zu bestaunen. Die intakte Umwelt und das leichte Reizklima mit warmen Tagen und kühlen Nächten machen das Waldviertel außerdem zu einer der gesündesten Regionen Österreichs.

Der Waldviertler Stausee Ottenstein. © Niederösterreich-Werbung/Michael Liebert


Die Bergwelt südlich von Wien

Deutlich gebirgiger geht es in den Wiener Alpen zu, der etwa eine Stunde von Wien entfernten Bergwelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts traf sich die damalige „High Society“ der Kaiserstadt am Semmering, in Reichenau an der Rax oder in Payerbach zur Sommerfrische. Noch heute ist das Flair längst vergangener Zeiten zu spüren und an so manchem eindrucksvollen Haus auch zu sehen.

Semmeringbahn - Viadukt über die Kalte Rinne im südlichen Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Semmeringbahn – Viadukt über die Kalte Rinne im südlichen Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Dabei liegt die Bergwelt gerade einmal 60 km südlich von Wien. Sie umfasst die sogenannte Bucklige Welt und die Regionen rund um Semmering, Rax und Schneeberg. Über die Berge schlängelt sich die 150 Jahre alte Semmeringbahn, ein technisches Meisterwerk und seit 1998 UNESCO-Weltkulturerbe. Das klare Wasser aus den Bergen speist die 1. Wiener Hochquellwasserleitung, ihr verdankt die Millionenstadt Wien das angeblich beste Trinkwasser der Welt.


Das Auland-Carnuntum

Gänzlich konträr präsentiert sich das Auland-Carnuntum, zumindest optisch. Das weite, flache, fruchtbare Land zählt zu den noch zu entdeckenden Kleinoden Niederösterreichs. Einst Grenzland zum Osten hat sich die aufstrebende Region darauf spezialisiert, ihre Besucher in andere Welten zu entführen: etwa in die Welt der Römer mit dem Archäologischen Park Carnuntum, in dem eine der größten untergegangenen Metropolen des Römerreichs rekonstruiert wird. Mit einem Ausflug in die ursprüngliche Naturwelt der Auen mit dem Nationalpark Donauauen. Oder mit einer regelrechten Zeitreise in die opulente Welt barocken Lebens: Mit den restaurierten Festschlössern Hof und Niederweiden wurde um über 30 Millionen Euro (und mit Hilfe modernster historisch-wissenschaftlicher Methoden) eines der schönsten Barock-Ensembles der Welt wieder zum Leben erweckt. Vor allem der barocke Prachtgarten von Prinz Eugen lockt Freunde des Grüns aus aller Welt.

(c) Schloss Hof/Lois Lammerhuber

Eine günstige Methode, Ausflugsziele in Niederösterreich zu besuchen, ist die Niederösterreich-CARD. Egal ob Stift Heiligenkreuz, das Thermalbad Bad Vöslau, die Tropfsteinhöhle Alland oder die berühmte Sammlung Essl mit dem Museum für moderne Kunst in Klosterneuburg: Zum Pauschalpreis eröffnet die Card interessierten Besuchern 315 Ausflugsziele in ganz Niederösterreich – und zwar kostenlos. Museen und Ausstellungen können gratis angeschaut, zahlreich Bäder und Schlösser ohne Eintritt betreten, zehn Stifte ohne Bezahlung besichtigt werden.

LINKTIPPS:


Das Mostviertel

Most heißt der vergorene Obstsaft, nach dem in Niederösterreich eine ganze Region benannt ist das Mostviertel. Einst ein eher rustikales Getränk, haben ambitionierte Erzeuger den Most längst auch für Feinschmecker interessant gemacht.

Im Mostviertel, rund 120 Kilometer westlich von Wien, wird ein geflügeltes Wort gepflegt: „Soll ich dir zeigen, wo der Bartl den Most herholt?“ Man sollte sich bei dem Einheimischen, der einen das fragt, zur Sicherheit erkundigen, was damit gemeint sei. Denn diese Redewendung hat verschiedene Bedeutungen, darunter auch: „Du hast ja keine Ahnung!“.

Aber was ist es überhaupt, das Kultgetränk Most, und wie schmeckt es? Allgemein versteht man darunter einen Obstwein aus vergorenem Apfel- oder Birnensaft. Im Gegensatz zum deutschen Hessen, wo dem Apfelwein, dem „Äppelwoi“, gehuldigt wird, oder Frankreich mit seinem Cidre, ebenfalls aus Äpfeln, steht im Mostviertel ganz klar die Birne im Mittelpunkt. Der Most wird hier zu 70 bis 90 Prozent aus Birnen hergestellt, was ihm ganz spezielle Geschmacksaromen verleiht: von mild bis herb variieren die Nuancen. Am besten ist der Most in der Regel dann, wenn er leicht, aber nicht zu säuerlich schmeckt. So lässt er sich sowohl pur als auch mit Mineralwasser verdünnt trinken. Er ist natürlich, erfrischend und stellt aufgrund seines relativ geringen Alkoholgehalts von 4 bis 8 Prozent – ein „g’spritzter Most“ zählt ohnedies nur halb so viel – eine gute Alternative zum deutlich schwereren Wein dar. Und gesund ist er obendrein: reich an Vitamin C, Kalium, Calzium und Magnesium.

Bauernhof im Mostviertel

Bauernhof im Mostviertel/Landschaft bei Seitenstetten in Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Hinterndorfer Ch.

Der Most verfügt in Niederösterreich, wie auch im angrenzenden Oberösterreich, über eine lange Tradition. Bereits die Kelten schworen nach einem anstrengenden Tag auf ein, zwei Kelche davon, allerdings soll der Most zu ihrer Zeit noch ein furchtbar saures Gemisch gewesen sein. Weiter waren da schon die Römer, die sortenreine Äpfel- und Birnenmoste herstellten. Im Mittelalter war der Obstwein ungebrochen beliebt, Minnesänger sprachen ihr Lob auf den Most aus. Auch unter späteren Monarchen hatte er seine Fans, Kaiserin Maria Theresia wie auch ihr Sohn Joseph II. förderten das Pflanzen von Streuobstbäumen. Und so ging es immer weiter – bis er nach dem 2. Weltkrieg langsam an Popularität verlor. Die Menschen tranken mehr Bier, Wein oder Limonade, und irgendwann war der gerbstoffreiche, säuerliche Most von früher kaum mehr gefragt.

Diese Situation hat die Mostbauern zum Nachdenken angeregt – und kreativ gemacht. Schließlich stellten sie nach und nach ihre Produktion um und setzen nun nicht mehr auf Quantität, ins Glas kommt heute ausschließlich Qualität. Wichtig ist dazu eine saubere, möglichst sortenreine Obstverarbeitung und eine Kellertechnik, die von der Weinherstellung übernommen wurde. Mittlerweile gibt es bereits Most-Sommeliers sowie speziell geformte Mostgläser. Der Most empfiehlt sich längst nicht mehr nur als Getränk zu einer Speckjause, er kann auch als Speisebegleiter bei edlen Menüs dienen.

Wie aber kann der Österreich-Besucher herausfinden, welcher Most am besten zu ihm passt – Speckbirne oder Pichlbirne, Dorschbirne oder Stieglbirne, Knollbirne oder Rosenhofbirne? Da gibt es nur eine Methode: probieren, probieren und noch einmal probieren. Am besten nimmt man dazu die rund 200 Kilometer lange Moststraße, die quer durch das Land der Mostbirne führt. Der Weg führt von Mostbauern in typischen Vierkant-Bauernhöfen, die eihre Produkte auch ab Hof anbieten sowie zu Heurigen und Wirtshäusern. Apropos Wirtshaus: Beim ersten Schluck Most wünscht man seinem Gegenüber nach der Mostviertler Etikette „G’sundheit!“, worauf dieser erwidert: „Sollst leben!“

Neben den verschiedensten Mostsorten – darunter leichte Jungmoste als Durstlöscher – werden auch Mostschaumweine, Naturfruchtsäfte (hochwertiger Apfel- und Birnensaft, aber auch Apfel-Karotten- oder Apfel- Johannisbeer-Mischungen), Essig, Liköre und Edelbrände (etwa der Pielachtaler Dirndlbrand) hergestellt. Das Pielachtal gilt als eine besonders schöne Region, in der aus den so genannten Dirndln (Kornelkirschen) Marmeladen, Gelées, Sirup und vieles mehr hergestellt wird. Es bietet sich an, die Schönheiten des Pielachtals zu Fuß zu erkunden und den Pielachtaler Pilgerweg zu gehen. Sollten die 90 Kilometer von der Maria Lourdes Kirche in St. Pölten nach Mariazell, für die drei Tage veranschlagt werden sollten, zu lang werden, lässt sich mit der Mariazellerbahn ein Stück des Weges abkürzen.

LINKTIPPS:

Mostviertel – Informationsportal der Region
www.mostviertel.info

Moststraße – Informationen zur Genussregion des Mostviertels
www.moststrasse.at

Pielachtal: www.pielachtal.info

Mostbarone – bekannte Mostproduzenten und Gastronomen
www.mostbaron.at

Gafringwirt – Landhotel in Euratsfeld, das neben Mostmenüs auch Mostseminare anbietet
www.landhotels.at/gafringwirt

Mostbirnhaus – Erlebniswelt rund um die Mostbirne
www.mostbirnhaus.at

Mostviertler Bauernmuseum – Mostbauer mit riesigem Bauernmuseum
www.distelberger.at


Die Landeshauptstadt St. Pölten

Die barocke Stadt beindruckt nicht nur städtebaulich, sondern überrascht auch mit einer erstaunlichen Vielfaltan kulturellem Angebot. Erst 1986 wurde St. Pölten zur niederösterreichischen Landeshauptstadt.

Österreichs jüngste Landeshauptstadt zögerte nicht lange, um ihrem neuen Status Ausdruck zu verleihen: Innerhalb weniger Jahre entstand entlang der Traisen ein völlig neuer Stadtteil – das moderne Regierungsviertel mit dem architektonisch beachtlichen „Landtagsschiff“. Das Landesmuseum, der „Klangturm“, das Landeszentrum des Österreichischen Rundfunks, Landesbibliothek und Landesarchiv bilden einen neuen Kulturbezirk. Ebenso dort angesiedelt, befindet sich das Festspielhaus St. Pölten, in dem sowohl klassische Musik als auch zeitgenössische Kunstformen wie Tanz und Performance geboten werden.

St. Pölten

Regierungsviertel in St. Pölten. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner

Festspielhaus in St. Pölten

Festspielhaus in St. Pölten. © Österreich Werbung, Fotograf: Bartl

Die Ursprünge der Stadt

St. Pölten ruht auf einem uralten Fundament. Die Stadt an der Traisen verfügt neben Enns und Wien über das älteste verbriefte Stadtrecht Österreichs. Bereits 1159 wurde ihr dieses vom Passauer Bischof Konrad verliehen. Zugleich ist St. Pölten eine Hauptstadt des Barock, geprägt durch die Handschrift des Erbauers von Stift Melk: Nachdem der Barock-Baumeister Jakob Prandtauer 1689 hierher übersiedelte, veränderte ein wahrer Bauboom die verkehrstechnisch günstig gelegene Stadt. Das Karmeliterinnenkloster oder der Kernbau des Instituts der Englischen Fräulein gehen auf diese Jahre zurück. Auch die Fassaden der Fuhrmanngasse und des Herrenplatzes zeugen bis heute von der barocken Pracht jener Zeit.

Kulturell bemerkenswert sind die am Hauptplatz gelegene Bühne am Hof und das Programmkino „Cinema Paradiso“, das mit einer internationalen Auszeichnung bedacht wurde, veranstaltet alljährlich das Open-Air-Kino am Rathausplatz. Hier kann man in lauen Sommernächten mitten im Zentrum der Altstadt unter dem Sternenhimmel sitzen.

St. Pölten

Rathausplatz in St. Pölten. © Österreich Werbung, Fotograf: Bartl

Nachhaltigkeit

St. Pölten kann als „Windhauptstadt Österreichs“ bezeichnet werden. Viele Windkraftanlagen decken einen beachtlichen Teil des gesamten Stromverbrauchs aller St. Pöltener Haushalte ab. Darüber hinaus ist das hier stattfindende Österreichische Windenergiesymposium auch für internationale Experten ein Begriff geworden. Auch die Bevölkerung zeigt Umweltbewusstsein: So werden zehn Prozent aller Verkehrswege in St. Pölten mit dem Fahrrad erledigt. Im Jahr 2005 wurde deshalb auch die Fußgängerzone in der Innenstadt für Radfahrer geöffnet. Das bestehende Routennetz wird stetig ausgebaut und soll auf 219 Kilometer erweitert und verknüpft werden. Außerdem ist St. Pölten beliebter Ausgangspunkt für viele lohnenswerte Radstrecken, hauptsächlich entlang des von Mariazell bis zur Donau reichenden Traisentalradweges. Der Reiz der Strecke liegt in dem landschaftlichen Kontrast zwischen den sanften Weinbergen und der Bergwelt der Mostviertler Alpen mit deren Gebirgswäldern und Seen.

LINKTIPPS:

Landesmuseum
www.landesmuseum.net

Klangturm
www.klangturm.at

Festspielhaus St. Pölten
www.festspielhaus.at

Bühne am Hof
www.bih.at

Cinema Paradiso
www.cinema-paradiso.at

Traisentalradweg
www.traisentalradweg.at

St. Pölten
www.st-poelten.gv.at
www.kulturbezirk.at


Stifte, Klöster und Schlösser

Stift Göttweig

Unübersehbar liegt Stift Göttweig auf einem Berg hoch über dem Donautal der Wachau. Nicht nur der außergewöhnlichen Lage wegen, auch aufgrund seiner reichhaltigen Kulturschätze gehört es wie die Wachau zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Stolz und mächtig sind die Attribute, die einem einfallen, wenn man Stift Göttweig schon von weitem erblickt. Dabei ist der Göttweiger Berg ein Ort der Einkehr und der Ruhe. Seit mehr als 900 Jahren arbeiten und beten hier Benediktinermönche. Nach einem Großbrand 1718 wurde das Stift nach den Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt neu aufgebaut. Die Pläne waren umfassend, eine wahre Festung sollte entstehen – doch umgesetzt wurden die hochtrabenden Pläne nur zum Teil. Geblieben ist unter anderem die beeindruckende und reich ausgestattete Stiftskirche und eine der schönsten und elegantesten Barockstiegen Europas. Die monumentale Kaiserstiege mit dem Deckenfresko von Paul Troger (1739) ist eine Huldigung an das Licht, in dessen Mittelpunkt sich Kaiser Karl VI. selbst sonnt. Der Barockmeister Johann Martin Schmidt, der berühmte „Kremser Schmidt“, stattete das Kloster mit unzähligen Ölbildern aus.

Kaiserstiege im Stift Göttweig / Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Kaiserstiege im Stift Göttweig / Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Am besten genießt man den Blick auf die Weinberge mit ihren terrassierten Rieden von der Panoramaterrasse des Stiftsrestaurants. Hier gibt es Wildspezialitäten aus eigenen Revieren, Fisch aus den Gewässern des Waldviertels oder Süßem von der Wachauer Marille . Und natürlich traditionellen stiftseigenen Wein – schließlich keltern hier die Mönche bereits seit 900 Jahren den Rebensaft.

http://www.stiftgoettweig.at


Stift Heiligenkreuz, die größte Zisterzienser-Abtei Europas

Kaum eine halbe Autostunde von Wien entfernt liegt Stift Heiligenkreuz, die größte Zisterzienser-Abtei Europas. 900 Jahre Klosterleben begegnen einem hier.

1133 gegründet und seither ohne Unterbrechung von Mönchen besiedelt, ist das Kloster überraschend jung: Von den 83 Brüdern sind die meisten weit unter 50 Jahre alt. Nicht wenige davon haben den Weg ins Kloster über Internet und E-Mails gefunden. Die Brüder nützen die neuen Medien, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen und ihnen ihr Erbe, ihren Lebens-Sinn vorzustellen. Genau das macht Stift Heiligenkreuz aus: Die Qualität der Zeit zu begreifen und dennoch unverändert gemäß der überlieferten Glaubensgrundsätze und Ordensregeln zu leben. Die Zisterzienser verlangen Disziplin, Arbeit und Gehorsam. Strenge ist ihr Anspruch – das beweist die Architektur genauso wie ihre Lebensführung und ihr Gewand. Ohne Maß wollen sie nur in ihrer Liebe zu Gott sein und das Gebet ist für sie die Brücke in den Himmel. Mehrmals täglich erklingt ihr einstimmiger Choralgesang; er löst die Individualität auf und vereint die Gemeinschaft.

(c) Niederösterreich-Werbung/Michael Liebert

Zuhörer sind willkommen und werden allein an diesem Ort zu Zeugen eines mittelalterlichen Ritus voll Symbolik und Zeremonie. Wer Gast sein will, muss nur eines tun: still werden, still sein. Denn die Stille ist hier heilig. Als „die schönsten heiligen Stimmen“ haben die Mönche von Heiligenkreuz mittlerweile Weltruf erlangt.

LINKTIPPS:

Ein Besuch im „Paradisum“
Die ersten Zisterzienser im 12. Jahrhundert nannten das Kloster „Paradisum“, das Paradies. Wer nämlich im Kloster ist, der lebt in der Nähe und Gegenwart Gottes, er liest und meditiert das Wort Gottes, er lebt in Einheit mit seiner Liebe. Das Stift Heiligenkreuz ist eine Reise wert! Bei einer Besichtigung kann man eben dieses stille „Paradisum“ erleben.
Öffnungszeiten: Täglich, auch an allen Feiertagen (außer Karfreitag und 24.12.) Für eine Klosterführung ist normalerweise keine Anmeldung notwendig.
www.stift-heiligenkreuz.org

Gast sein im Kloster

In der Mönchsregel des heiligen Benedikt heißt es, dass die Gäste wie Christus behandelt werden sollen. Die Art des  Gastaufenthaltes kann sehr verschieden sein: geistliche Einkehr, Einzelexerzitien, Erholung vom Stress, Neuordnung des Lebens, Tage für Familien im Kloster, Pilgerreise oder einfach einige Tage zur Stille.

www.stift-heiligenkreuz.org

Kloster auf Zeit

Über den Aufenthalt als „normaler Gast“ hinaus gibt es das besondere Angebot von „Kloster auf Zeit“. Dies gilt für Burschen (ab 16 Jahren) und Männer, die sich für das geistliche Leben näher interessieren. Man lebt integriert in den klösterlichen Rhythmus von Gebet und Arbeit mit den Mönchen mit.

Als Wallfahrernach Heiligenkreuz kommen
Heiligenkreuz selbst ist Wallfahrtsort! Schon im Mittelalter haben die Päpste die Wallfahrt zur Kreuzreliquie mit Ablässen ausgestattet. Seit 1983 ist die Kreuzreliquie in der Kreuzkirche jederzeit sichtbar ausgestellt. Viele Menschen wallfahren nach Heiligenkreuz, um hier Kraft zu schöpfen und um die Sakramente, vor allem das Bußsakrament, zu empfangen.
www.stift-heiligenkreuz.org

Das tägliche Chorgebet der Mönche

Die Mönche sind durch ihre CD chant berühmt geworden. Sie pflegen den jahrhundertealten Gregorianischen Choral bei ihren gemeinsamen Gebetszeiten.
Im Sommer (ca. Mai – Oktober) findet das Chorgebet in der großen Abteikirche statt. Eine Anmeldung beim Gastmeister wird erbeten (gastmeister@stift-heiligenkreuz.at)!

Chorzeiten:

5.15 Uhr Vigilien
6.00 Uhr Laudes
6.25 Uhr Konventmesse
An Sonn- und Feiertagen ist die Lateinische Konventmesse erst um 9.30 Uhr.
12.00 Uhr Terz und Sext
12.55 Uhr Non
18.00 Uhr Gesungene Lateinische Vesper
19.45 Uhr Komplet und Salve Regina
20.10 Uhr Rosenkranz vor dem Allerheiligsten in der Krankenkapelle

Chant-Music for Paradise

Universal Music hat mit den Zisterziensermönchen des Stiftes Heiligenkreuz eine CD mit Gregorianischem Choral produziert. Die CD trägt den Titel „Chant-Music for Paradise“ und ist seit 16. Mai 2008 überall im Handel erhältlich. Innerhalb eines Jahres bis April 2009 erschienen drei Ausgaben. Die CD stieg in England sofort in die Top-Ten der Pop-Charts ein! Sie führte weltweit in dutzenden Ländern über Monate die Classic-Charts an, in vielen auch die Pop-Charts.

Klosterladen

Beim Eingang in den Stiftshof, vis à vis von der Klosterpforte, gibt es einen Klosterladen, wo Souvenirs, Heiligenkreuz-Wein, -Schnäpse, -Liköre und andere Köstlichkeiten angeboten werden.


Stift Melk

Stift Melk ist ein Gesamtkunstwerk. 1702 bis 1746 von Jakob Prandtauer errichtet, gilt die Anlage als monumentalster Barockbau in Österreich. Zentrum des riesigen Ensembles ist die Stiftskirche: Nahezu unendlich wölbt sich in ihr die gewaltige Kuppel mit Fresken des Barockmeisters Johann Michael Rottmayr. Genauso hell und strahlend wirkt auch der Marmorsaal im Kaisertrakt, dessen berühmtes Deckenfresko von Paul Troger Motive aus der griechischen Mythologie zeigt. Über die Altane, die einen herrlichen Blick auf die Flusslandschaft der Wachau bietet, gelangt man schließlich in die prächtige Stiftsbibliothek, die mit ihren 100.000 Bänden nach der Kirche das zweitwichtigste Gebäude des Benediktinerklosters ist.

Luftaufnahme über Melk in Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Homberger

Luftaufnahme über Melk in Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Homberger

Raffiniert ins Licht gerückt werden im Stiftmuseum die Geschichte des Klosters und Chroniken des monastischen Lebens vom Mittelalter bis heute. Das vielschichtige Ensemble von Melk mit seiner einmaligen Akustik ist auch wie geschaffen für die Internationalen Barocktage, die jedes Jahr hier zu Pfingsten stattfinden. Diese Konzertreihe, die zum Treffpunkt der aufstrebenden europäischen Barockmusikszene geworden ist, lockt jedes Jahr begeisterte Musikliebhaber aus Nah und Fern an. Tipp: rechtzeitig Karten sichern! Musiziert wird übrigens auch im Stiftspark, der mit seinem barocken Gartenpavillon integraler Bestandteil des Melker Gesamtkunstwerks ist. Die Räume des Pavillons zeigen fremdartig wirkende Fresken mit exotischen Tieren, verschlungenen Dschungeln und Indianern. Wie in einer anderen Welt fühlt man sich auch im Paradiesgärtchen, das von den Melker Benediktinern liebevoll gepflegt wird.

www.stiftmelk.at


Schloss Hof – Prinz Eugens Sommerschloss

Es gilt als eines der schönsten Barock-Ensembles der Welt – Prinz Eugens Sommerschloss Hof.

Zu Lebzeiten des kunstsinnigen Prinzen, der das Marchfeldschloss 1725/26 zur weitläufigen barocken Anlage erweitern ließ, und unter der späteren Besitzerin Kaiserin Maria Theresia war das Schloss ein weithin berühmter Ort luxuriöser Feste für den Wiener Hof. Seit dem 18. Jahrhundert aber geriet es zusehends in Vergessenheit. Mit viel Aufwand und Einsatz wurde die gesamte Schlossanlage, der danebenliegende Meierhof, eine Art Selbstversorgerbauernhof, sowie der vollkommen verloren gegangene 16 ha große Garten anhand von Gemälden und Radierungen wieder rekonstruiert. Der barocke Prachtgarten von Prinz Eugen mit seinen riesigen Terrassen, Wasserspielen, den Brunnenanlagen und Irrgärten zählte schon 1730 zu den schönsten Anlagen der Donaumonarchie. Heute kann man den Garten und das Schloss wieder besichtigen und sogar die Lieblingstiere der barocken Gesellschaft – wie weiße Esel und Brillenschafe – streicheln. Kostüm-Sommerfeste und jahreszeitliche Märkte ergänzen das detailgetreue Erlebnis.

http://www.schlosshof.at


Natur und Wildparks

Wildpark Ernstbrunn

Im Wildpark Ernstbrunn befindet Österreichs einziges Wolfsforschungszentrum und Gelegenheit, die Tiere wie in freier Wildbahn zu beobachten.

Warum Wölfe auf der Vorderpfote eine Zehe mehr als auf der Hinterpfote haben, dass sie mit ihren 42 scharfen Zähnen auch gerne mal Fisch fressen und warum sie nicht nur bei Vollmond heulen – all das erfährt man im Wolfsgehe des Wildparks Ernstbrunn. Ein besonderes Highlight ist es, bei der Fütterung der Wölfe dabei zu sein oder ihre Revierkämpfe zu beobachten. Den Wolfsrudeln in den großzügig angelegten Gehegen zuzusehen ist nicht nur für Kinder ein aufregendes Spektakel, auch Hunde (an der Leine) sind meist fasziniert von ihren direkten Vorfahren. Die Wölfe reagieren allerdings jedoch meist ungerührt auf ihre aufgeregt bellenden Artgenossen. Eingebettet in die ruhigen Eichenwälder des Naturparks Leiser Berge, lassen sich im Wildpark Ernstbrunn noch viele weitere Wildtiere beobachten: Steinböcke, Mufflons, Sikahirsche, Wildschweine und so seltene Haustierrassen wie das Ungarische Zackelschaf.

www.wildpark-ernstbrunn.at


Der größte und nördlichste Schwarzföhrenwald Europas

Im Süden von Wien, vom Wienerwald bis zu Rax und Schneeberg, erstreckt sich eine botanische Rarität: der größte und nördlichste Schwarzföhrenwald Europas. 

Die Schwarzföhre hat entlang des Alpenrandes eine spezielle Art ausgebildet, Pinus nigra austriaca, die die Eiszeit überdauerte. Weit weniger kälteempfindlich als ihre südlichen Verwandten wurzelt sie bei geringstem Erdreich und hält langen Phasen der Trockenheit stand; kein anderer Baum ihrer Umgebung kann da mithalten. Bis zu 800 Jahre alt, bedeckt sie als lichter, hoher Wald die Hänge der Kalkalpen oder krönt, klein und wetterzerzaust, Felsvorsprünge und Bergkämme.

Im Sommer umfängt einen in den Wäldern ein herrlicher Duft, harzig und frisch. Die Föhre, besonders reich an Harz, „schwitzt“: Kleine klare Tropfen perlen über ihren Stamm; die ätherischen Öle verdampfen und würzen die Luft. Schon unter den Römern, die es als Klebemittel und zum Rasieren verwendeten, sammelten die Kelten hier Harz – das ist 2.000 Jahre her.

1.800 Jahre später – Kaiserin Maria Theresia hatte kurz zuvor den Bestand an Schwarzföhren, als Windfang und Harzbaum, von den Bergen in die Ebene des Wiener Beckens hinein ausdehnt – galt das Pech, wie die Österreicher dazu sagen, als das Gold der Region. Wasserunlöslich und haftend war es Grundstoff vielfältigster Produkte: Farben, Lacke, Schmieröle, Schuhcremes und Papier wurden damit genau so gemischt wie Hautcremes und Arzneien; sogar im Kaugummi war es enthalten. Vor 50 Jahren dann das Aus für diesen Kraftstoff der Natur – Harz wurde durch Erdölprodukte ersetzt.

Nur in den Wäldern zwischen Baden und Neunkirchen, kaum eine Autostunde von Wien entfernt, wird heute noch von Mai bis November Pech gesammelt. Acht sogenannte Pecher ernten hier das Harz der Schwarzföhre; und sie haben einen Abnehmer dafür, ein Harzwerk in der Region.

Nach den überlieferten Methoden und weltweit einmalig tragen sie etwas Rinde ab und hobeln vorsichtig über den Stamm. Das Harz, der Wundbalsam des Baumes, beginnt so zu fließen. Zwei Scharten aus Holz werden links und rechts wie Leitplanken gesetzt und führen den Harzfluss zum Pechhäferl, ein Gefäß, welches das Pech auffängt. Nimmt man die Scharten und das Häferl weg, werden die drei Schnitte ins Holz sichtbar, in denen sie eingeklemmt waren: Die der Scharten sehen einen wie zwei Augen an, der dritte Schnitt ist ein Mund. Viele Bäume schauen einem so ins Gesicht, als Zeugen der großen Zeit des Pechs.

Im Pecherhof Hernstein, auch dieser ein Unikat, wird das Harz getrennt in Terpentin und Kolophonium. Vor Ort werden Naturkosmetik, Heilmittel, Duftöle und Weihrauch daraus. In Wien, von dem Traditionsbetrieb Petz Kolophonium seit 1912 nach geheimer Rezeptur zum Geigenharz veredelt, wird es – vor allem in Japan, China und England – international vertrieben. Mehrmals über die Haare des Geigenbogens gestrichen, verleiht es der Geige erst ihren berührenden Klang.

LINKTIPPS

Waldpädagogische Führungen Waldpädagogische Führungen für Familien und Gruppen durch den Pecherwald bucht man in Waidmannsfeld oder Umgebung.

Pecher Bernhard Kaiser Waidmannsbachstraße 35 2761 Waidmannsfeld

Pecherpfad in Matzendorf-Hölles: http://pecherpfad-hoelles.blogspot.com

Radwandern an der „Fit & Fun Föhrenroute“

Die „Fit & Fun Föhrenroute“ ist die „Hausstrecke“ von Matzendorf-Hölles und führt bis Markt Piesting. Sehenswerte Stopps entlang des Radweges sind Höllturm und Höllturmhöhle in Wöllersdorf, im Sommer das idyllische Waldbad in Markt Piesting und für Naturliebhaber die Mäandrierungen der Piesting, die man zu Fuß erkunden kann. Im Sommer empfiehlt sich an heißen Tagen auch ein Bad in der kühlen Piesting unterhalb von Steinabrückl.

Waldbauernmuseum Gutenstein Im Waldbauernmuseum in Gutenstein gewinnt man einen Überblick über die Nutzung und Bedeutung von Holz in dieser so waldreichen Region – vom Schausägewerk samt Wasserrad über den Holzkohlenmeiler bis zur Pecherei werden die unterschiedlichsten Gewerbe vorgeführt.

Öffnungszeiten: 1. Mai bis Mitte Oktober www.waldbauernmuseum.at

Pechermuseum Hernstein In Hernstein gibt es vom Pecherhof aus leicht zu erreichende Schaubäume. Mit dem Werkzeug im Gepäck führt der Besitzer des Pecherhofs gerne vor, wie man pecht, und beschließt die Führung dann in seinem Betrieb. Jedes seiner Werkzeuge ist handgeschmiedet, nicht einmal den hölzernen Stiel dafür gibt es zu kaufen.

Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Individuelle Terminvereinbarung unter: Tel.: +43 2633 47205 /+43 664 5568611 oder info@pecherei.com

Weitere Informationen unter: www.hernstein.gv.at

Alpin-und Heimatmuseum Hohe Wand mit Pecher-Schauraum

Vom Skywalk aus, einer frei in die Luft hinausragenden Aussichtsterrasse, auf dem Hochplateau im Naturpark Hohe Wand verschafft man sich einen beeindruckenden Überblick über den Lebensraum der Schwarzföhre. Der Naturpark ist über eine Bergstraße mit dem Auto zu erreichen. Dazu gibt es einen Pecher-Schauraum im Alpin- und Heimatmuseum Hohe Wand. www.hohe-wand.gv.at

Skywalk / Wiener Alpen in Niederösterreich. (c) Niederösterreich-Werbung/Franz Zwickl


Weinkultur in Niederösterreich

Die Weinregionen

In Carnuntum liegt die größte archäologische Landschaft Österreichs: Rund um die vom Feldherren Tiberius vor 2.000 Jahren gegründete römische Siedlung entstand das erste ausgedehnte Weinbaugebiet. Zeugnis davon geben archäologische Funde und Pflanzenreste. Doch ausgegraben ist bisher nur ein kleinster Teil – für Informationen aus der geschichtlichen Tiefe der steinigen Kalk- Lössböden sorgen jedoch die Weine: Diese kleine und ursprüngliche Region mit dem Hauptort Göttlesbrunn besticht mit brillanten Rotwein-Cuvées. Zum Verkosten ihrer Produkte mit einem Hauch von Antike laden die Rubin Carnuntum-Winzer in der Carnuntum Experience ein. Vom prächtigen Barockfest in Schloss Hof, einem Jagdsitz der Habsburger in der Nähe der Donau-March- Auen, über Weinbergwanderungen bis zu Wine&Dine-Abenden in den Weingütern und Restaurants reicht das Programm.

Die sonnige Reife nehmen die Weine vom Kamptal, das sich oberhalb Krems zur Donau hin öffnet, aus dem Süden. Den prägnant klaren Ausdruck erhalten sie durch den kühlen Rückenwind aus dem Waldviertel und dem Mix von Lehm, Löss und Urgestein: Grüner Veltliner und Riesling sind hier zuhause. Den Stolz dieser Region machen Weingüter wie Jurtschitsch oder Bründlmayer aus.

Waren diese Winzer – gemeinsam mit 700 anderen Weinbauern aus Langenlois – bahnbrechend für das neue Selbstverständnis des (nieder)österreichischen Weins, so haben sie ihre avantgardistische Entsprechung in der Wein-Erlebnis-Welt Loisium gefunden: Inmitten der Weingärten liegt ein futuristischer Kubus aus gebürstetem Aluminium. Er ist als Besucherzentrum – mit repräsentativer Vinothek – Ausgangspunkt für eine unterirdische Reise in die Seele des Weins. In den mit Licht, Ton und Projektionen inszenierten Kellergewölben, die bis zu 900 Jahre alt sind, kann man die Geheimnisse dieses biblischen Getränks ergründen. Eine Weinwerdung der besonderen Art stellen Installationen dar. Vom Mythos zur Moderne führen ein barockes Winzerhaus und eine zeitgenössische Weinkellerei. Besondere Keller-Tage erlebt man hier im März, zur Loisiarte, dem Musik- und Literaturfestival im Loisium, werden Wein und Kulinarik inszeniert.

Hohe Lagen, die über schmale Steinterrassen schnell zur Donau hin abfallen, das kennzeichnet die mit Stiften, Ausflugskirchen und alten Stadtkernen reiche Landschaft der Wachau, die von Melk bis Krems reicht. Riesling und Grüner Veltliner dominieren auch hier, doch kommt zum thermischen Wechselspiel zwischen Tag und Nacht und den kristallinen Urgesteinsböden die Jahrhunderte lange, ausgeklügelte Nutzung von Gelände und Sonnenstand. Durch wärmespeichernde Mauern und Felsen entstehen Kleinst-Klima-Zonen, die sich in mineralreichen, trocken-aromatischen Trauben ausdrücken. Vielfach prämierte Winzer wie Jamek, Hirtzberger oder die Domäne Wachau halten den noblen Ruf hoch und ihre Weingüter stehen für Gäste offen.

Weingarten bei Dürnstein an der Donau im Herbst. © Österreich Werbung, Fotograf: Krobath

Weingarten bei Dürnstein an der Donau im Herbst. © Österreich Werbung, Fotograf: Krobath

Über den Wagram, einer mächtigen Geländestufe, die östlich von Krems beginnt und der Donau am linken Ufer bis zum Bisamberg bei Wien folgt, geht es hinauf ins Weinviertel, dem mit Abstand größten Weinbaugebiet des Landes. Zwischen den sandig-schweren Hügeln von beispielsweise Retz, Poysdorf oder Bad Pirawarth geduckt, liegen die Weingärten. Zu den Dörfern hin führen die Kellergassen. Mit Abstand dominierend in diesem Viertel vom Wein ist der Grüne Veltliner, der meist fruchtig- frisch und mit geringem Alkoholgehalt ausgebaut wird. Ihn prägt das typische „Pfefferl“, eine pikante Würze, die eben an Pfeffer erinnert. International gesehen, ist der „Grü Ve“ die Hausmarke Österreichs und seine abwechslungsreiche Veredelung hierzulande einzigartig.

Im Wiener Becken, am Südostabfall des Wienerwaldes, liegt die Thermenregion. Ihren Namen erhält sie von den zahlreichen warmen Heilquellen, die dort sprudeln und in historisch-schönen Bädern aus der Zeit der Monarchie gefasst sind. Die Weinstöcke profitieren hier vom pannonischen Klima-Einfluss mit heißen Sommern und trockenen Herbsten sowie von der Häufung unterschiedlichster Böden und Lagen. Was Weinfreunde fasziniert, ist die Vielfalt auf engstem Raum: Autochtone Rebsorten wie Zierfandler, auch Spätrot genannt, und Rotgipfler stechen hervor und wachsen nur hier. Beides sind übrigens Weißweine und legendär ist die Cuvée Spätrot-Rotgipfler.

Besonders gut gedeihen auch die Weine der Burgunderfamilie: Pinot blanc und Pinot noir, der in Österreich auch Blauburgunder heißt, werden hier handverlesen. In Perchtoldsdorf, direkt an der Grenze zu Wien, drängen sich die Häuser der Weinbauern entlang der mittelalterlichen Stadtmauer. Übers ganze Jahr, doch immer nur für eine kürzere Zeit, öffnen die Hauer, wie sich die Weinbauern hier nennen, ihre Höfe und stecken aus. Mit langen Holzbänken und Tischen in den Gärten und Gaststuben werden sie zu Heurigen. Ausgeschenkt wird nur eigener Wein und Heuriger heißt dabei auch der jüngste Jahrgang. Schon in diesen Weißwein setzen die Winzer hohen Ehrgeiz. Dazu bieten sie, weiß wie rot, eine Auswahl regionaltypischer Weine. Das meiste davon wird jedoch schon weggetrunken, wenn ausgesteckt ist; für den Handel bleibt wenig über. Die Winzerinnen kochen, braten und backen selbst und stellen damit so manches Gourmet-Restaurant in den Schatten. Höhepunkt im Jahr ist der Hiata- Einzug, das Erntedankfest der Perchtoldsdorfer Haurer. Einst beschloss es die Hut-Zeit in den Weingärten, heute die Lese: Ein junger Winzersohn trägt auf einer Stange die „Pritsche“ – eine von den Haurern gefertigte, 70 Kilo schwere mannshohe Krone – zur Kirche hinauf und tanzt mit ihr.

LINKTIPPS:

  • CarnuntumExperience Weinfestival
    Jährlich wartet das „Carnuntum Experience“, ein Festival rund um Wein, Genuss, Natur und Kultur mit einem  Programm für die ganze Familie auf.
  • Termin: August
    www.carnuntum-experience.com
  • Rubin Carnuntum Weingüter
    Informationen über die Rubin Carnuntum Weingüter
    www.carnuntum.com
  • Weinerlebniswelt Loisium
    In Langenlois befindet sich die Weinwelt Loisium, inkl. Verkostung, Erlebnisführung, etc.
    www.loisium.at
  • Literatur-und Musikfestival Loisiarte
    Jährlich im März
  • www.loisiarte.at
  • Sandgrube 13und Winzerkrems
    Winzer Krems, Sandgrube 13, ist eine der bekanntesten Weinadressen Österreichs. Sandgrube 13 wein.sinn führt in 8 Stationen auf die Spuren des Rebensaftes und öffnet Blicke hinter die Kulissen. www.sandgrube13.at, www.winzerkrems.at
  • Literatur & Wein
    Hochkarätiges Literaturfestival im Stift Göttweig zu dem die besten Weine gereicht werden: www.literaturundwein.at
  • Wachau Gourmet Festival: www.wachau-gourmet-festival.at
  • Domäne Wachau
    Kellerführung, Weinverkostung und Donauschifffahrt: www.domaene-wachau.at
  • Hiataeinzug Perchtoldsdorf
    Größtes Erntedankfest Österreichs, Termin: November, www.perchtoldsdorf.at
  • WAGRAM WERITAS
    Gebietsvinothek in Kirchberg am Wagram: www.weritas.at
  • Wein & Co online Weinversand
    www.weinco.at

Weingüter und Gasthöfe

  • Gastwirtschaft Floh
    Man nehme Produkte der Region, dazu beste Weine, und serviere das Ganze in einem bodenständigen Ambiente: Mit diesem Geheimrezept hat sich Josef Floh – Küchenchef und Eigentümer der „Gastwirtschaft Floh“ in Langenlebarn an der Donau – in die Liga der österreichischen Top-Lokale gekocht. www.derfloh.at
  • Landhaus Bacher
    Lisl Wagner-Bachers höchstprämierte Küche, komponiert aus erlesenen Zutaten, versehen mit regionalen und mediterranen Akzenten, ist so unverwechselbar wie die Wachau selbst: www.landhaus-bacher.at
  • Weingut Holzapfel
    Preisgekrönte Weine, hausgebrannte Schnäpse, ein kleines, feines Restaurant samt Gästezimmern sowie Süßes „rund um die Marille“ im mehr als 700 Jahre alten Prandtauerhof in Joching an der Donau: www.holzapfel.at
  • Loibnerhof
    Der Loibnerhof ist der Klassiker der Wachauer Gastronomie und seit Jahrzehnten eine Kultstätte für ausgezeichnete, regionale Küche: www.loibnerhof.at
  • „bittermann“ Vinarium
    Das „bittermann“ Vinarium ist ein Landgasthaus modernen Typs in alten Mauern und ein wahres Schlaraffenland für jeden, der gerne gut isst und trinkt: www.bittermann-vinarium.at
  • Heurigenhof Bründlmayer
    Der Heurigenhof Bründlmayer ist kein gewöhnlicher Heuriger. Im wunderschönen, historischen Ensemble wird auf hohem Niveau gekocht und Bründlmayer-Weine zählen zur Creme der österreichischen Weinszene: www.heurigenhof.at
  • Weinhaus Nigl
    Das mitten in den Weinbergen gelegene Ensemble aus Weingut, Hotel und Restaurant hat etwas Märchenhaftes an sich – und das liegt nicht nur an der langen Geschichte dieser historischen Mauern: www.weingutnigl.at

 

Kunst und Kultur

Wellenklänge in Lunz am See

Der Lunzer See und das Wald- und Bergpanorama des Voralpenlandes bilden die Kulisse für ein Juli-Festival, das sich dem Crossover über alle Stil- und Genregrenzen hinweg verschrieben hat.

Dass sich Kunst und Natur mit praktischem Nutzen und Vergnügen verbinden lassen, beweist die mit einem Architekturpreis prämierte Seebühne. Die Zuschauertribüne an einem Steilhang am Nordufer des Sees fügt sich in die umgebende Natur und bildet zusammen mit der im Wasser schwimmenden Bühne einen Teil des Lunzer Seebades. Für drei Wochen im Juli verwandelt sich die bewegliche Stahl-Holz-Konstruktion allabendlich in eine Festspielbühne. Profis begegnen hier Laien, internationale Stars Künstlern der Region. Das hat mit dazu beigetragen, das Festival in besonderem Maße in der Region zu verankern. Hip-Hopper treten auf der Seebühne ebenso auf wie amerikanische Singer/Songwriter, Jazzbands, Solo-Virtuosen, Blechbläser oder lokale Musikanten. Dazu gibt es Tanzperformances, Breakdance, Workshops und Lesungen. Lunz mit seinem glasklaren See ist schön. Und mit den wellenklängen besitzt es ein kleines, feines Festival.

www.wellenklaenge.at


Glatt & Verkehrt – Festival für traditionelle Musik

Seit 1997 ist Krems und Umgebung Heimstatt für Künstler aus aller Welt, die sich auf originelle, witzige und überraschende Weise mit ihren eigenen musikalischen Wurzeln auseinandersetzen.

„Glatt & Verkehrt“ ist Österreichs größtes Festival für traditionelle Musik aus aller Welt. Der überdachte Innenhof des Hauptgebäudes der Winzergenossenschaft „Winzer Krems“ in der Sandgrube 13 mit herrlichem Blick über die Stadt, auf die Donau und zum Stift Göttweig bildet den Hauptspielort des Festivals. Während auf der Bühne im überdachten Innenhof lateinamerikanische Rhythmen, Hackbrett oder Freibassakkordeon erklingen, kommen aus dem Keller erlesene Weine und werden im angrenzenden Zeltgelände Speisen aus der Region serviert. Das hoch über der Donau gelegene Barockstift Göttweig beherbergt die Musikwerkstatt, wo zwei Wochen lang gelehrt wird. Mit dem Arkadenhof im Minoritenkloster in Stein wurde neben dem Klangraum Krems Minoritenkirche ein neuer, reizvoller Open-Air-Veranstaltungsort dazugewonnen.

www.glattundverkehrt.at


Fakten über Niederösterreich

Die Geografie

19.186 km² beträgt die Landfläche Niederösterreichs, das ist fast ¼ der Fläche Österreichs

_ 42 % der Landfläche sind Ackerland

_ 40 % Wald

_ 11 % Wiesen

_ 1,7 % Almen und Weiden

_ 1,6 % Weingärten

_ Auf 2.076 m Seehöhe liegt der höchste Punkt: Schneeberg

_ 218 km fließt die Donau durch Niederösterreich

Die Natur

_ 2 Nationalparks: Donau-Auen und Thayatal

_ 23 der 48 österreichischen Naturparke liegen in Niederösterreich

_ 15.000 km Wanderwege

_ 5.600 km MTB-Routen

_ 4.200 km Radrouten (davon 1.200 km TOP-Radwege)

_ 9 Bergerlebniszentren (Lackenhof am Ötscher, Annaberg, Puchberg am Schneeberg, Göstling an der Ybbs, Mitterbach am Erlaufsee, Reichenau an der Rax, Semmering, Mönichkirchen, St. Corona am Wechsel)

Die Kultur

_ 2 UNESO-Weltkulturerbe-Stätten: Wachau und Semmeringbahn

_ 15 Klöster und Stifte

_ Über 50 Orte sind Spielstätten von Theatersommer und Festivals

_ Über 600 Museen und Sammlungen

Der Wein

_ 30.000 ha Weingärten liegen in Niederösterreich, das sind mehr als

_ 50 % der österreichischen Weinbaufläche, auf fast 50 % wird der Grüne Veltliner angebaut

_ 830 km zieht sich die Weinstraße Niederösterreich durchs Weinland

_ Ca. 800 Veranstaltungen im Weinherbst Niederösterreich

Die Persönlichkeiten

_ Marc Aurel (Römischer Kaiser und Philosoph,121-180, Carnuntum)

_ Severin von Noricum (Heiliger, Missionar, Klostergründer, 410-482, Mautern)

_ Hl. Leopold III (Markgraf, Landespatron von Österreich, 1073-1136, Klosterneuburg)

_ Jakob Prandtauer (Barockbaumeister, 1660-1726, Stift Melk)

_ Joseph Haydn (Komponist, 1732-1809, Rohrau)

_ Ludwig van Beethoven (Komponist, 1770-1827, Baden und Mödling)

_ Ferdinand Raimund (Dichter, 1790-1836, Gutenstein)

_ Karl Ritter von Ghega (Mathematiker und Bauingenieur, Erbauer der Semmeringbahn, 1802-1860)

_ Karl Millöcker (Komponist, 1842-1899, Baden)

_ Matthias Zdarsky (Skipionier, 1856-1940, Lilienfeld)

_ Max Reinhardt (Theaterregisseur, 1873-1943, Baden)

_ Oskar Kokoschka (Maler und Grafiker, 1886-1980, Pöchlarn)

_ Heimito von Doderer (Schriftsteller, 1896-1966, Prein an der Rax)

_ Ludwig Wittgenstein (Philosoph, 1889-1941, Kirchberg/Wechsel)

_ Konrad Lorenz (Verhaltensforscher 1903-1989, Altenburg an der Donau)

_ Egon Schiele (Maler, 1890-1918, Tulln)

_ O. W. Fischer (Schauspieler, 1915-2004, Klosterneuburg)

_ Arnulf Rainer (Maler, *1929, Baden)

_ Hermann Nitsch (Maler, *1938, Mistelbach)

_ Daniel Spoerri (*1930, Hadersdorf/Kamp)

 

Beitragsbild: Niederösterreich © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

 

 


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