Salzburger Land – ein Reisebuch

Mountainbiking bei Filzmoos / Salzburger Land © Österreich Werbung, Fotograf: Himsl

Salzburg für Almfans

Wer Salzburg kennenlernen möchte, sollte auch seine Almen kennenlernen. Über vierzig bewirtschaftete Hütten bescheren etwa dem Großarltal den Namen „Tal der Almen“ – und verweisen dabei auf eine generelle Besonderheit des Salzburger Landes. Über 1.800 bewirtschaftete Almen nehmen ein Viertel der Landesfläche ein. Das macht Salzburg in Summe zum österreichischen Bundesland mit der höchsten Dichte an Almen. Kreuzt man zur kürzesten Nacht des Jahres, am 22. Juni, an der Dorfgasteiner Kögerlalm auf, bekommt man handfeste Details dazu serviert: Pongauer Fleischkrapfen etwa oder die frische Butter, die die Sennerinnen aus der frischen Milch rühren – freilich erst nach Beendigung der Alm-Disziplin „Wettmelken“. Zahlreiche Almfeste werden im Salzburger Land während der Sommermonate veranstaltet. Besonders ursprünglich geht es bei den Sonnwendfeiern und den Almauf- und -abtrieben zu. Sehenswert ist aber auch das Jakobi-Ranggeln auf dem Hundstein bei Maria Alm. Ringkampfbewerbe zwischen Hüterbuben und Sennern um die Festlegung der Weidegrenze bilden den historischen Hintergrund dafür – und verweisen auf den Fortbestand bäuerlicher Traditionen.

Hochkoenig bei Muehlbach /Almhuetten

Hochkönig bei Mühlbach /Almhütten. © Österreich Werbung, Fotograf: Weinhaeupl W.

Almsommer-Hütten
Zertifizierte Almsommer-Hütten im Salzburger Land müssen besondere Kriterien erfüllen. Eine Hütte muss original und authentisch sein und darf nur auf nicht öffentlichen Wegen erreicht werden. Weidende Tiere in der Umgebung sind ebenso Pflicht wie Hygiene- und Trinkwasservorschriften. Die eigene Erzeugung regionaler Produkte ist ebenfalls verpflichtend ist. 142 Almsommer-Hütten erfüllen diese Vorgaben und betten müde Wanderer auf Heulager und Stockbetten, bieten komfortable Gästezimmer oder gar eine „Hochzeitssuite“ an. Garant für romantische Nächte sind diese Lager allemal. Und Ruhepole, um die herum sich ein zweites Netz spannt: Der Salzburger Almenweg, der in 31 Etappen auf 350 Kilometern quer durch den Pongau führt. Wer schon ein wenig via Internet voraus spazieren möchte, kann auch das hier tun: Eine eigene Internet-Seite – www.salzburger-almenweg.at – informiert über die einzelnen Etappen. 3D- Ansichten plus Luftbild und Tourdaten, die via Internet auf Outdoor-GPS- Navigationsgeräte geladen werden können.

LINKTIPPS:

Großarltal
www.grossarltal.at

Salzburger Almenweg
www.salzburger-almenweg.at


Salzburger Almen und ihre Küche – ein Buchtipp

Seit Jahrzehnten ist Herbert Gschwendtner für den ORF Salzburg und für die Salzburg-Krone auf den Almen des Salzburger Landes unterwegs. Er kennt nicht nur die Landschaft und die Hütten, sondern auch die Senn- und Wirtsleute, ihr Leben mit und in der Natur. Er ist ein Genießer der Almprodukte und der verschiedenen Schmankerl, deren Rezepte oft seit Generationen überliefert wurden. Herbert Gschwendtner beschreibt die Wege zu den Almen Salzburgs mit den besten Schmankerln, er stellt die Hütten mit ihren Traditionen und Besonderheiten vor, und er bringt die zugehörigen Rezepte, die ihm die Wirtsleute selbst verraten haben. An Guatn!

ALMSCHMANKERL

176 Seiten, Hardcover, 21 x 24 cm, durchgehend farbig bebildert, ISBN: 978-3-7025-0704-6

Herbert Gschwendtner

1948 in Schwarzach im Pongau geboren, er stammt aus einer Bergmannfamilie und verbrachte seine Kindheit in Mühlbach am Hochkönig. Auf seine Malerlehre folgten Wanderjahre, in denen er sich in verschiedenen Berufen versuchte. In den Siebzigerjahren betreute er als Hüttenwirt das Matrashaus auf dem Hochköniggipfel und bewirtschaftete anschließend 20 Jahre die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte im Tennengebirge. Nach einer Krebsoperation versuchte er, seine Krankheit durch das Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten zu überwinden. Seit den Achtzigerjahren gestaltet er Volksmusiksendungen für den ORF Salzburg und verfasst – nach wie vor seine Lieblingsbeschäftigung – Mundart-Gedichte.


Der Lungau – Salzburg für abseits der Touristenpfade

Was das Wanderland um die 15 Lungau-Gemeinden im Süden des Bundeslands Salzburg besonders prägt, ist das Wasser – über 60 Bergseen in Farben liegen noch beinahe unentdeckt zwischen Berggipfeln und Almwiesen. Die grün, blau, türkis und silber schimmernden Seenaugen sind durchwegs auf gut markierten Wegen zu erreichen, und nicht selten führen Routen an Wasserfällen, Gebirgsbächen oder Quellen vorbei.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Lungauer Wanderwelt im Frühling, wenn die Osterfeuer auf den Bergen entzündet werden. Die festlichen Feuer, deren Ursprung in vorchristlicher Zeit liegt, drücken die Freude über das Wiedererwachen der Natur aus und werden am Ostersamstag entfacht. Die vielen großen und kleinen Flammen an den Berghängen und der mit dem Abbrennen verbundene Böllerlärm sind im Dunkeln weithin zu sehen und zu hören.

Tamsweg im Lungau

Kühe auf der Almweide über Tamsweg. © Österreich Werbung, Fotograf: Weinhaeupl W.

Im Sommer ist der Lungau nicht nur für seine Bergwelt, sondern auch für seine ungewöhnliche Vegetation bekannt. Auf den Almwiesen wachsen zahlreiche Enzian- und Orchideenarten, Aurikel, Akelei und Seidelbast. Bunte Wiesen mit Almrosenblüten verschönern den Juni, das Reifen der verschiedenen Beeren den Juli und August. Im „Salzburger Almsommer“ warten dann 33 Wanderrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, 17 Themenwege (vom Moorlehrpfad bis zum Erzweg Ramingstein) und nicht zuletzt 63 bewirtschaftete Almhütten auf Wanderer. Die Schutz- und Berghütten bieten Einkehrmöglichkeiten und bieten frische Milch, Käse, Butter, Brot, Speck, Bauernkrapfen oder selbstgebrannten Schnaps. Auf einigen Almen kann man auch übernachten.

Von Mauterndorf aus schwebt man in nur wenigen Minuten mit der Kabinenbahn auf den Großecksattel in 2.000 m Seehöhe. Die Gondeln sind behindertengerecht und auch für Kinderwagen geeignet. Von der Bergstation aus erreicht man in zehn Minuten die Trogalm und den Trogalmsee. Oder man wandert über sanfte Almböden weiter bis zum Gipfelkreuz des Speierecks auf 2.411 m. Oben angekommen bietet sich ein Panorama über die südlichen Gipfel Österreichs, die Julischen und Karnischen Alpen, Großglockner, Ankogel und Sonnblick.

Im Sommer veranstalten alle Gemeinden der Region auch geführte Wanderwochen, und von Juni bis Oktober ist sogar „Wandern ohne Gepäck“ möglich. Bei zwei Trekking-Touren, die jeweils acht Tage dauern, wird das Gepäck täglich zum nächsten Übernachtungsquartier transportiert. Zum Wandern selbst genügt ein kleiner Rucksack. Die „Nockalmrunde“ führt dabei durch die sanften Nockberge, wo sich die drei Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten berühren. Die „Tauern-Sonnseiten-Tour“ führt auf der Südseite der Niederen Tauern westwärts – auf leicht begehbaren Höhenrücken von Tamsweg bis St. Michael.

Unternimmt man die Tour Ende Juni, sollte man sich ein ungewöhnliches Spektakel nicht entgehen lassen: das Prangstangentragen. Für das farbenprächtige Blumenschauspiel werden 50.000 Blumen gesammelt, zu Girlanden geflochten und auf zwölf Meter hohen Stangen befestigt. Die bis zu 85 kg schweren Stangen werden bei Feiertagsprozessionen zur Kirche getragen und bleiben bis Maria Himmelfahrt am 15. August dort stehen. Dann werden die Blumen abgenommen und als „Weih- kräuter“ aufbewahrt.

Prangstangen / Dekoration

Prangstangen / Dekoration (Brauchtum im Lungau). © Österreich Werbung, Fotograf: Markowitsch

LINKTIPPS:

Informationen über die Region, Unterkünfte
www.lungau.at

Infos zu Wandern, Wanderurlaub und Almhüttenverzeichnis für Lungau und gesamtes Salzburger Land
www.salzburgerland.com

Buchung für „Wandern ohne Gepäck“
www.lungau4you.info


Buchtipp: Erlebnis Salzburger Land

Siegfried Hetz hat 45 Ausflüge in idyllische Lungauer Täler, zu funkelnden Bergseen und auf gemütliche Almen ausgewählt. Dass man dabei auch an mittelalterlichen Burgen, gotischen Kirchen und anderen kulturhistorischen Perlen vorbeikommt, versteht sich im Lungau ganz von selbst.

Siegfried Hetz, Erlebnis Salzburger Land, Band 3: LUNGAU, 192 Seiten

Der Autor:

Siegfried Hetz, M.A., 1954 in Piesendorf geboren, hat in Mainz und München Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert. Er ist Autor von Reiseführern und Büchern zu literatur- und kulturhistorischen Themen. In seiner Arbeit als Kulturpublizist und Reisejournalist nimmt das Land Salzburg einen besonderen Stellenwert ein.


Ganz hoch hinaus: der Nationalpark Hohe Tauern

Angrenzend an Kärnten, Salzburg und Tirol liegt der größte Nationalpark Mitteleuropas. Mit mächtigen Gipfeln wie dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs und dem Großvenediger, weiten Gletscherflächen sowie den imposanten Krimmler Wasserfällen ist der Nationalpark Hohe Tauern ein vielschichtiges Naturwunder. Diese einzigartige Welt erschließen zahlreiche Wanderwege, die man alleine oder mit ausgebildeten Nationalpark-Rangern begeht. Von Juli bis September stehen jede Woche von Montag bis Samstag 26 davon zur Auswahl – zu Themen wie „Wildtiere beobachten“, „Entstehung der Gletscher“, „Alltag auf der Alm“ oder „Auf den Spuren der Säumer“. Eine Wanderung vom Tal hinauf ins ewige Eis entspricht, geologisch gesehen, einer Reise in die Antarktis. Darüber hinaus werden an zusätzlichen Terminen fünf Spezialexkursionen angeboten, etwa mit Übernachtung an einem Bergsee, für Naturfotografen oder zur Beobachtung der Hirschbrunft.

Das Wanderwegenetz mit Alpinsteigen umfasst rund 1.200 km. Über 80 Schutzhütten und Jausenstationen sind Stützpunkte für ausgedehnte Wanderungen und Übergänge auf der Tauern-Südseite mit 240 Dreitausendern.

In den Hohen Tauern befindet sich übrigens auch die Wiege des Alpinismus: Der 3.251 m hohe Ankogel war im Jahr 1761 der erste vergletscherte Alpengipfel, der bestiegen wurde. Heute können Bergsteiger – am besten in Begleitung von Berg- oder Schiführern – auf unzähligen Routen die Berg- und Eiswelt erklimmen. Bei schlechtem Wetter ist ein Besuch der Nationalparkwelten in Mittersill eine gute Alternative. Das erst 2006 eröffnete Naturmuseum ist ein multimediales Gesamterlebnis. Allein die gestalterische Umsetzung von Naturerlebnissen in Ausstellungsräumen mit Titeln wie „Almsommer“ oder „Am Grund des Bergbaches“ ist einen Besuch wert.

Regenbogen über Mittersill

Regenbogen über Mittersill. © Österreich Werbung, Fotograf: Mallaun

Feste zur Sonnwendfeier in Krimml, Embach, Großarltal
Bauernherbst Eröffnung in Mittersill, Bruck-Fusch

Nationalparkwelten
Gerlos-Straße 18
5730 Mittersill
www.hohetauern.at


Für gestresste Lungen: die Krimmler Wasserfälle

Schneereiche Winter und die mächtigen Gletscher der Hohen Tauern bescheren dem Oberpinzgau im Salzburger Land einen immensen Wasserreichtum. Durch jedes Tal fließen zahlreiche Wildbäche, die in allen Tonlagen rauschen – von lieblich bis ohrenbetäubend und tosend. Und: Hier befinden sich die höchsten Wasserfälle Europas – die Krimmler Wasserfälle.

Nein, mit dem Bus ankommen, aussteigen, ein Foto schießen und wieder weiterfahren, gilt nicht. Die Krimmler Wasserfälle muss man nicht nur gesehen, sondern auch gespürt haben: den sanften Sprühnebel auf der Haut, den tosenden Lärm, die tiefen Bässe, die man in der Magengrube spürt, den kühlen Wind des herabstürzenden Gletscherwassers, der die Farne und Moose an den Felsen in dauernder Bewegung hält. Beobachten lässt sich dies am besten auf den Schaukanzeln, die neben Wegen und Brücken von wagemutigen Pionieren im 19. Jahrhundert zwischen den reißenden Fluten errichtet wurden. Kurz danach, im Jahr 1898, wurde der kleine Ort Krimml an die Pinzgauer Eisenbahn angebunden – seither erfreuen sich unzählige Besucher an den höchsten Wasserfällen Europas – und den fünftgrößten der Welt.

Ein in Serpentinen angelegter Lehrweg führt entlang der drei Kaskaden, an denen das Wasser 380 Meter in die Tiefe stürzt. Wer am Vormittag hinaufgeht, sieht die Fälle im Sonnenlicht und kann über die vielen kleinen Regenbogen staunen, die sich durch die aufgewirbelten Wassertropfen über den Wasserfall spannen. Aus nicht weniger als 23 Gletschern auf einem Gebiet von 110 Quadratkilometern speist sich die Krimmler Ache. Den spektakulärsten Blick hat man am Ende des Lehrpfads, wenn nach einer Stunde Gehzeit der oberste, mit einer Fallhöhe von 145 Metern höchste Wasserfall erreicht ist.

Krimml / Pinzgau / Salzburger Land

Krimml. © Österreich Werbung, Fotograf: Pigneter

Hier bekommt man eine Ahnung, wie beeindruckend diese Naturgewalten aus der Vogelperspektive sein müssen – und Vögel gibt es hier ebenfalls ungewöhnlich viele. 62 Vogelarten, wovon neun auf der roten Liste stehen, leben rund um die Wasserfälle. Für Ornithologen eine Besonderheit, da das gleichzeitige Vorkommen von Wald- und Gebirgsvogelarten, Höhlenbrütern und Stammläufern einzigartig ist. So lässt sich die hier heimische Wasseramsel beobachten, die ein wahrer Tauchmeister ist, da sie bis zu einen Meter ins Wasser eintauchen und dort eine halbe Minute verweilen kann – und das etwa 200-mal pro Tag.

Wer den Ursprüngen des Wassers näherkommen will, kann ins Krimmler Achental weiterwandern, das sich nach der letzten Steilstufe als weitläufiges, prachtvolles Hochtal öffnet. Über Almwiesen fließt hier die Krimmler Ache ruhig und beschaulich – kaum zu glauben, dass aus ihr nur wenige Meter weiter der reißende, in die Tiefe stürzende Katarakt wird. An Almen vorbei, am Horizont das ewige Eis des mächtigen Krimmler Kees vor sich, erreichet man schließlich das über 600 Jahre alte Krimmler Tauernhaus – früher ein wichtiger Stützpunkt für Kaufleute und Wanderer war, die bereits im Mittelalter diesen Übergang benutzten. Von hier geht man entlang des Wildbaches, der nun vielleicht schon mehr Gletscherwasser als beim Hinweg führt, denselben Weg wieder zurück.

Nationalpark Hohe Tauern / Krimmler Kees mit Eissee / Salzburger Land

Nationalpark Hohe Tauern / Krimmler Kees mit Eissee. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp G.

Beim Abstieg lässt sich vieles entdecken, das man im ersten Moment übersehen hat. So hat der Wasserfall an vielen Stellen tiefe Gruben in den Stein gegraben, von wo das Wasser in alle Richtungen aufspritzt. Rundherum finden sich verschiedene Moose – 327 verschiedene Arten konnten hier nachgewiesen werden. Die schönsten, darunter einige in den Zentralalpen seltene, atlantische Moose, gedeihen in sattem Grün im Bereich des Sprühnebels.

Am Fuß der Kaskaden angekommen, lässt sich in der WasserWunderWelt in Ausstellungen mehr über das Lebenselixier Wasser erfahren. Das Haus des Wassers widmet sich thematisch dem Phänomen der Krimmler Fälle und gibt über Strömungsdifferenzen, den Wasserdruck in Bäumen oder den weiten Weg des Wassers von den Gipfeln der Tauern bis zum Wasserfall Auskunft. Im „Aqua-Park“ warten sowohl Wasserattraktionen für Kinder wie wasseranimierte Skulpturen oder eine von Wasser betriebene Schaukel als Ruhepunkt zum Relaxen an einem großen Biotop.

Mediziner, die seit einigen Jahren an den Krimmler Wasserfällen forschen, haben herausgefunden, dass die hohe Konzentration an negativen Luftionen in der Umluft des Wasserfalls lungenreinigend wirkt. Derzeit halten sich unter Asthma und Allergien leidende Kinder im sogenannten „splash camp“ täglich eine Stunde am Krimmler Wasserfall auf und die ersten Ergebnisse sind so vielversprechend, dass schon jetzt über die Errichtung eines Kurzentrums nachgedacht wird.

Am Abend ist die Wassermenge, die in die Tiefe stürzt, am höchsten. Das mittägliche Schmelzwasser des Gletschers braucht nämlich für die 18 Kilometer vom Gletschertor bis zum Oberen Achenfall etwa sieben bis acht Stunden, und so wird vor allem an heißen Sommertagen am untersten Fall regelrecht eine „Flut“ erzeugt.

LINKTIPPS:

Krimmler Wasserfälle
www.wasserfaelle-krimml.at
www.krimml.at
www.krimmler-tauernhaus.at


Für Kräuterfreunde: heilkräftiges Pinzgau

Der Salzburger Pinzgau, zwischen Tirol und Bayern gelegen, ist mit Wäldern, Wiesen und Höfen der Inbegriff alpiner Lebenswelt. Oft isoliert, haben die Bergbewohner über Jahrhunderte hinweg Wege zum Überleben gesucht und das Nötige dazu in ihrer nächsten Umgebung gefunden.

„Ubi malum ibi remedium.“ – „Wo Krankheit ist, da ist ein Heilmittel.“ Paracelsus (1493 – 1541), Philosoph, Arzt, Alchimist und Mystiker, hat damit ausgedrückt, was im Pinzgau traditionelles Heilwissen war und ist. Sein Grab befindet sich ganz in der Nähe, in der Kirche St. Sebastian in der Stadt Salzburg. Die überlieferten Heilmittel der Pinzgauer sind in der Region verwurzelt, stammen aus Wald, Wiesen und Wasser. Vor allem des Pech, das Harz der Nadelbäume, ist wesentlicher Wirkstoff; das der Lärche wirkt besonders stark – vermischt mit anderem Harz wird es milder und verträglicher. Weitergegeben wurde solches Wissen traditionell von einem erfahrenen Heilkundigen an einen ausgewählten Schüler, jedoch ohne schriftliche Aufzeichnungen. Jetzt ist es erhoben und allgemein zugänglichgemacht worden. Es soll erhalten bleiben – als Traditionelles Europäisches Heilwissen, abgekürzt TEH, sowie als Selbstverständnis und Einverständnis mit der Natur.

Auf geführten Kräuterwanderungen oder entlang beschriebener Kräuterwege erlebt und erfährt man unmittelbar Duft, Aussehen und Geschmack der Wildkräuter.

Der Trägerverein von TEH mit Sitz in Unken bietet ein breites Programm: Neben Heilpflanzen-Wanderungen kann man das Zubereiten von Kräuter- und Pechsalben oder das Ansetzen von Tinkturen erlernen; dazu gibt es Verkostungen regionaler Spezialitäten und Degustationsmenüs, in denen Wildkräuter, Blumenblüten und Wildgemüse eine kraftvolle Rolle spielen.

Jährlich im Juni finden die Saalachtaler Heilsamen Tage zu einem bestimmten Thema statt.

LINKTIPPS:

Weitere Angebote von TEH sind Workshops zu Salbenherstellung,
Blütenessenzen, Phytotherapie sowie ein Lehrgang zu Traditioneller Europäischer
Heilkunde.

Mehr zu den aktuellen Terminen unter: www.teh.at

Saalachtaler Heilsame Tage 2012
Die Saalachtaler Heilsamen Tage sind die Leitveranstaltung des Vereins für
Traditionelle Europäische Heilkunde. Sie bieten eine Plattform für regionale
traditionelle Heilkunde und lassen Menschen aus der Region und Experten zu Wort
kommen. Auch 2012 wird es wieder eine Fortsetzung dieser einzigartigen
Veranstaltung geben, die 2011 unter dem Stern „Gewürze“ stand.
www.teh.at

Kräuterhof Lutzbauer
Ein Kräuterweg der anderen Art beim Lutzbauern in Unken entführt die Besucher in
die Welt der Wild- und Heilpflanzen. Eine fast unendliche Vielfalt an Wildkräutern
zeichnet den naturbelassenen Waldrand am Sonnberg aus. Zudem wurden
bedeutende Heilkräuter kultiviert. Produkte aus der eigenen Kräuterei können direkt
vor Ort gekauft werden und eignen sich hervorragend als Geschenk.
www.lutzbauer.at

Thurerhofs Kräuterwelt
Allein der wunderschöne Ausblick bis über die Trumer Seen ist schon einen Besuch
am Thurerhof in Claudias BioNaturgarten wert. In diesem liebevoll angelegten
Garten erwartet Sie auf ca. 8.000 m² ein Naturparadies mit Biotop, Kräuterhügeln,
Räucherecke, Wildsträucherhecke, Obst- und Bienenweiden sowie mit einem
Biohotel für Insekten, einigen Bachblütenpflanzen, Bäumen, Lehm und vielem
mehr. Nach dem Besuch des Schaugartens haben Sie montags die Möglichkeit,
diesen mit einer Pferdekutschenfahrt ausklingen zu lassen. Geöffnet von Juni bis
August.
www.thurerhof.at

Pinzgau im Salzburger Land

Luftaufnahme vom Pinzgau mit Zeller See. © Österreich Werbung, Fotograf: Homberger


Für Smaradsucher: das Habachtal

Das Habachtal im Salzburger Pinzgau, ist das mineralienreichste Gebiet der Ostalpen – berühmt ist es für seine Smaragde, deren wertvollstes Exemplar bei den britischen Kronjuwelen im Londoner Tower liegt. Aufgrund der schwierigen Abbaubedingungen ist das Bergwerk zwar nur noch eingeschränkt in Betrieb, zieht aber dennoch seit Jahrzehnten Mineraliensammler, Schatzsucher und Glücksritter in das idyllische Tal am Fuß der Hohen Tauern.

Ausgangspunkt für einen Ausflug ins Habachtal ist Bramberg am Wildkogel, etwa 10 km von Mittersill entfernt. Im Hüttentaxi, dem „Smaragdexpress“, der vom Parkplatz Weyerhof zum Gasthof „Alpenrose“ führt, finden sich meist schon allerhand Gestalten mit seltsamen Utensilien – Sieben, Schaufeln, Hämmern, Hacken. Auf- merksam beäugt man sich und fragt sich: Auch ein Schatzsucher?

Angekommen bei der „Alpenrose“, dem auf 1300 Meter gelegenen Stützpunkt für die meisten Mineraliensucher, erkennt man noch deutlich die Spuren des letzten großen Erdrutsches vom August 2002. Riesige Felssteine sind nur fünfzig Meter vom Gasthof entfernt zum nahen Habach gedonnert. Was für den Gasthof beinahe eine Katastrophe bedeutet hatte, war für viele Smaragdliebhaber ein Glück. Denn die Mure löste sich ausgerechnet dort, wo im Berg die meisten Smaragde liegen – die nun zur Freude der Edelsteinsucher mit dem Leckbach ins Tal befördert werden. Kurz danach soll eine deutsche Spaziergängerin im Geröll einen mehrere Karat schweren Smaragd gefunden haben.

Das Habachtal, ein durch Eiszeitgletscher geschaffenes Trogtal, beherbergt die einzig relevanten Smaragdvorkommen in Europa. Schon zur Bronze- und Römer- zeit wurde hier nach Smaragden geschürft. Mineralienexperten schätzen das intensive Grün des „Habachtalers“, der – sofern er wasserklar und fehlerfrei ist – weit höhere Preise als die besten Diamanten erzielt. In den letzten Jahrhunderten wurde mit wechselndem Erfolg ein Bergwerk betrieben, das nun während der Sommermonate von der Familie Steiner aus Bramberg bewirtschaftet wird.

Die meisten Mineralien finden sich östlich des Habachs unter dem Graukogel: in der Leckbachrinne, am sogenannten Sedl, einem Schotterfeld unterhalb der Rinne, und schließlich vor den für die Öffentlichkeit geschlossenen Stollen auf 2200 Metern Höhe. Zwei bis drei Stunden Gehweg sollte man von der „Alpenrose“ aus einplanen. Unter den vielen Smaragdsuchern, die sich in dem riesigen Gelände verlieren, lassen sich zwei Gruppen ausmachen: auf der einen Seite die „Klopfer“, auf der anderen die „Sieber“. Die „Klopfer“ bearbeiten mit dem Hammer das Muttermaterial, den meist weichen und grünschimmernden Glimmerschiefer, weil sie in ihm das begehrte „grüne Feuer“ vermuten, während sich die „Sieber“ dem nassen Element widmen und bevorzugt in Gummistiefeln im kalten Leckbach ste- hen, wo sie alles, was angeschwemmt wird, durchsieben.

Aber auch Neulinge sind unter den Smaragd-Schürfern – schließlich lassen sich im Gasthof „Alpenrose“ alle notwendigen Werkzeuge für die „Schatzsuche“ ausborgen. Für seine Sicherheit ist allerdings jeder selbst verantwortlich, im steilen Bereich der Mine ist vor allem auf Steinschlag zu achten, bei Regenwetter auch auf lockere Felsbrocken die Möglichkeit eines kleineren Hangrutsches.

Für die Smaragdsuche braucht man auf jeden Fall Geduld – und auch etwas Glück. Dass man dabei „steinreich“ werden kann, ist allerdings unwahrscheinlich, denn viele der hier vorkommenden Smaragde weisen Einschlüsse auf. Trotzdem ist natürlich jeder Fund ein schönes Andenken an ein aufregendes Abenteuer in einer großartigen Naturlandschaft: Steigt man nach der anstrengenden Suche wieder ins Tal ab, passiert man riesige, glatt geschliffene Felsmonolithen aus Granitgneis, die wie aus dem Berg geschnittene Tortenstücke wirken. An sonnigen Tagen speichert das Gestein die Wärme des Tages bis weit in die Abendstunden. Sich auf die warmen Gesteinsbrocken zu legen und in den Abendhimmel zu schauen, ist eine verdiente Entspannung für die Schatzsucher. Danach kann es dann in der „Alpenrose“ gemütlich weitergehen, wenn die Glücksritter sich näher kommen und ihre Funde vergleichen. Dabei tröstet sich so mancher, der tagsüber leer ausging, mit einem käuflich erworbenen, lupenreinen Kristall aus der Vitrine der „Alpenrose“.

In der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern gelegen, ist das Habachtal aber nicht nur für seine Smaragdvorkommen, sondern auch für seinen schönen Talschluss mit dem imposanten Habachgletscher und viele schöne Wanderwege bekannt.

Eine der lohnendsten Touren ist ein sogenanntes „Täler-Hopping“ ins benachbarte Hollersbachtal, bei dem man gleich einen Dreitausender mitnehmen kann – den einfach zu besteigenden, 3022 Meter hohen Larmkogel, der als einer der schönsten Aussichtsberge der gesamten Tauernregion gilt. Als erstes Highlight erwartet den Wanderer bereits eine Viertelstunde nach dem Aufbruch von der „Alpenrose“ die Moaralm, eine wahrhafte Bilderbuchalm. Die einfache Holzblockhütte mit ihrem Schindeldach wurde 1771 errichtet und seither nicht verändert. Nur ein kleines Wasserrad am Bach ist neueren Datums, aber auch das ist aus Holz gefertigt und sorgt umweltfreundlich für den Strom der Alm. Die Milch der rundum grasenden 30 Pinzgauer Kühe wird hier zu Butter, Buttermilch und Pinzgauer Käse verarbeitet. Nach weiteren 45 Minuten erreicht man den Talgrund und wandert über den Noitroisteig steil aufwärts, bis man das sogenannte „Gott-sei-Dank-Bankl“ mit einem Brunnen erreicht, das seinen Namen dem kraftraubenden Aufstieg verdankt. Mit den immer näher rückenden, leuchtenden Gletschern des Venedigergebietes im Blick erreicht man bald die Thüringer Hütte auf 2212 Metern. Von hier sind noch etwa zwei Stunden Weg im hochalpinen, jedoch leicht begehbaren Gelände zum Larmkogel zu bewältigen. Der Gipfel belohnt den Wanderer mit einem Bergpanorama: Vom alles dominierenden Großvenediger im Süden, über die Zillertaler Alpen und Karwendel im Westen, bis zum Großglockner und noch hundert Kilometer weiter bis zum Dachstein im Nordosten reicht der Blick. Beim Abstieg wartet auf einem ausgedehnten Hochplateau ein weiteres Naturjuwel – der Kratzenbergsee, der größte natürliche Bergsee im Nationalpark Hohe Tauern. Nach einer Übernachtung in der nahegelegenen Fürther Hütte geht es am nächsten Tag weiter ins Hollersbachtal. Hier warten entlang des von milchigem Gletscherwasser gespeisten Baches jede Menge Hütten und Almen auf müde und hungrige Wanderer – und bieten die Möglichkeit, mit dem Hüttentaxi zurück ins Salzachtal zu fahren.

Wer sein Auto in Bramberg geparkt hat, legt die kurze Wegstrecke dorthin mit dem Bus zurück. Und wer noch immer nicht genug von Mineralien hat, kann dort im Heimatmuseum eine große Mineraliensammlung mit den herausragenden Smaragdfunden der letzten Jahrhunderte, dem größten Rauchquarz der Ostalpen und weiteren Spitzenfunden aus den Hohen Tauern bewundern. Und: Andreas Steiner, der Pächter der Mine am Leckbach, führt in Bramberg ein Geschäft für Tauernmineralien. Bei ihm lassen sich nicht nur Anfänger beraten, wie sich die gefundenen Steine aus dem Habachtal zu Schmuck weiterverarbeiten lassen.

LINKTIPPS:

Smaragdsuche im Habachtal
www.wildkogel-arena.at/de/sommer/wandern/habachtal.html

Alles über Smaragde, insbesondere jene des Habachtals:
www.smaragd.granat.at

Steiner
Website des Betreibers der Mine und Smaragd-Goldschmieds mit eigenem Geschäft in Bramberg:
www.mineralien-steiner.at


Buchtipp

Die 100 schönsten Rundtouren in Salzburg und drum herum, zusammengefasst in einem alpinen Führer.

Nach der Gipfelrast folgt der Abstieg ins Tal. Einfach den Anstieg zurücktrotten? Uninteressant, meint der Salzburger Journalist und Alpinist Thomas Neuhold: „Spannender wird der Abstieg, wenn er auf anderen Wegen verläuft.“ Neuhold stellt 100 solcher Routen unterschiedlicher Schwierigkeit vor. Die notwendige Logistik wird dabei auf ein Minimum reduziert: Für diese Rundtouren ist weder ein zweiter Pkw noch ein öffentliches Verkehrsmittel notwendig. Die Unternehmungen sind als Tagestouren konzipiert, man braucht keine Übernachtung einzuplanen. Als exzellenter Kenner der heimischen Bergwelt hat der Autor jede Menge Zusatztipps parat. Die Rundtourenvorschläge umfassen alle Gebirgsgruppen vom Alpenvorland im Norden bis zu den Nockbergen und den Hohen Tauern im Süden, vom Wilden Kaiser und den Grasbergen im Westen bis zu den Niederen Tauern und dem Dachstein im Osten.

Thomas Neuhold: 100 Tagesrundtouren – Bergauf – bergab auf neuen Wegen


Für Jazzfans : Internationales Jazzfestival Saalfelden

Das Bergmassiv des Steinernen Meeres, Almen und ein See bilden die Kulisse für Europas bedeutendstes Festival für zeitgenössischen Jazz.

„A waxe Musi“ will man beim Jazzfestival in Saalfelden machen, also ehrlich, rau und ungekünstelt soll es zugehen. Ein Ort des Experiments soll es sein, jeweils die innovativsten Spielarten sollen zu Gehör kommen. Was 1979 in einem Pferdestall begann, hat inzwischen längst seine Main Stage im Congress Saalfelden gefunden. Dazu gibt es Konzerte im Kunsthaus Nexus und bei freiem Eintritt am Rathausplatz. Schließlich wird hier vier Tage lang Jazz der Spitzenklasse inmitten der Salzburger Bergwelt geboten. Was liegt aber näher, als bei diesem Gipfeltreffen des Jazz auch noch hinaufzuziehen auf die Alm? Das kulinarische Angebot auf der Steinalm, der alten Schmiede Leogang, dem Vorderkühbühelhof und dem Berggasthof Huggenberg sorgt dafür, dass man nicht mit zu schwerem Gepäck anreisen muss. Auch die Almkonzerte können bei freiem Eintritt besucht werden.

http://www.jazzsaalfelden.com


Für Retro-Fans: das Freilichtmuseum Großgmain

Das Freilichtmuseum in Großgmain ist mehr als ein Museum, es bietet eine Wanderung durch die Zeiten und die Traditionen des Landes Salzburg.

Nur 15 Kilometer von der Stadt Salzburg entfernt kann man die gesamte Siedlungsgeschichte des Landes Salzburg an einem Platz erleben. Im Freilichtmuseum Großgmain ist jedem Gau des Landes ein eigenes „Dorf“ gewidmet. Diese einzigartige Dorflandschaft kann zum einen zu Fuß erlebt werden, oder man steigt in die Museumbahn ein und lässt sich mit dieser durch diesen landwirtschaftlichen Mikrokosmos führen.

Das Freilichtmuseum ist ideal für Familienausflüge, denn auf den Höfen – oft in Blockbauweise nach allen Regeln der Zimmermannskunst erbaut –, erfährt man, wie die Bauern früher gelebt, gearbeitet, gespeist und auch geruht haben. Angesichts der kleinen Betten wird einem bewusst, wie viel kleiner die Menschen vor 200 oder 300 Jahren noch gewesen sein mussten. Wesentlich unbequemer hatten es damals die Knechte und Mägde, die oft nur auf Strohsäcken im Vorhaus des oberen Stockwerks schlafen mussten. Auch in frühe bäuerliche technische Errungenschaften wie Sägen, Seilbahnen und ein originalgetreu erhaltenes E-Werk aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wird Einblick gegeben. Letztendlich ist der Spaziergang durch das Freilichtmuseum aber vor allem ein Ausflug in die Vielfalt der Natur. Liebevoll angelegte Kräuter- und Blumengärten mit seltenen Gewächsen vor den Höfen, ein Schmetterlingweg samt Biotop oder ein Ziegengehege bringen einem die reichhaltige Flora und Fauna des Landes Salzburg näher. Das gesamte Ensemble aus meist reinen Holzbauten ist so authentisch, dass es immer wieder als Filmkulisse dient – etwa für den bekannten Alpenwestern „Das finstere Tal“.

www.freilichtmuseum.com


Für alle, die gerne gut essen: Salzburger Gastronomietipps

Markterwirt in Altenmarkt im Pongau

Der Markterwirt ist ein Lokal, von dem man glauben könnte, es sei immer schon da gewesen – und trotzdem ist hier die Zeit keineswegs stehengeblieben.

Sozusagen im Schatten des Kirchturms steht das älteste Haus am Marktplatz von Altenmarkt – der Markterwirt. Die günstige Lage an der alten Straße über den Hohen Tauern zog hier zu allen Zeiten Durchreisende an, darunter prominente Gäste von Kaiser Franz Joseph I. bis Sir Hillary, Erstbesteiger des Mount Everest. Aber auch als ganz und gar unprominenter Gast genießt man in den gemütlichen Stuben Brat’ln, Nock’n, Wild aus der Eigenjagd oder Fische aus dem Zauchensee. Apropos: Auch Fliegenfischer, die in den eigenen Revieren des Hauses der Bachforelle nachstellen wollen, sind hier gern gesehen. Der Markterwirt wurde jüngst Alpenbierwirt: Die neue Bierbar ist In-Treffpunkt für Alt und Jung.

Kontaktdaten: Markterwirt, Marktplatz 2, 5541 Altenmarkt im Pongau. www.markterwirt.at


Kirchenwirt in Leogang

Der Kirchenwirt im idyllischen Leogang gilt mit einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1326 als ältester Gasthof im Salzburger Land.

Heute ist das mustergültig erhaltene Haus sowohl gesellschaftlicher Treffpunkt als auch eine ausgezeichnete kulinarische Adresse. Küchenchef Fritz Braumüller zaubert aus den besten heimischen Produkten kreative Gerichte, denen aber trotzdem nie die Bodenhaftung fehlt. Die sollte man auch bei Wanderungen auf die zum Haus gehörende Almhütte am Spielberg (1.800 Meter Seehöhe) nicht verlieren, wo zur Belohnung ein feines Bergfrühstück oder eine zünftige Hüttenjause warten. Will man nach der Heimkehr das müde Haupt gemütlich betten, warten nicht nur die Zimmer im Haupthaus, sondern auch sechs luxuriöse Appartements im „Ansitz Wirtsgut“.

Kontaktdaten: Wirtshaus Kirchenwirt, Dorf 3, 5771 Leogang. www.hotelkirchenwirt.at


Pfefferschiff in Hallwang

Für genussorientierte Festspielgäste, Feinschmecker und viele andere mehr ist das Pfefferschiff ein Fixstern am kulinarischen Himmel über Salzburg.

Im Jahr 2010 hat Familie Vigne das Pfefferschiff zu Söllheim, eines der renommiertesten Spitzenlokale Salzburgs, von der legendären Wirtsfamilie Fleischhacker übernommen. Gekocht wird im wunderschönen historischen Landhaus mit besten Produkten geradlinig und verständlich – statt Spielereien gibt es hier Geschmackskonzentration pur. Die Basis der fantasievollen Gerichte von Zwei-Hauben-Koch Jürgen Vigne bilden regionale Produkte wie Saibling, Hirsch, Spargel oder Mispel. Dazu passend wählt Sommelière Iris Vigne aus den 500 im hauseigenen Keller lagernden Weinen jene edlen Tropfen aus, welche mit den Speisen in einen harmonischen Dialog treten. Mehrmals jährlich lässt sich Jürgen Vigne übrigens im Rahmen von Kochkursenin die Töpfe schauen. Die Gourmetküche gibt’s auch für zu Hause zum Selberkochen – die Zutaten für drei verschiedene Menüs für zwei Personen vereinen die sogenannten „Gourmetboxen“.

Kontaktdaten: Gourmetrestaurant Pfefferschiff, Söllheim 3, 5300 Hallwang. www.pfefferschiff.at


Hotel & Restaurant Hubertus in Filzmoos

Meisterköchin Johanna Maier zelebriert in der kleinen Welt dieses auf über 1.000 Metern Seehöhe gelegenen Dorfes im Pongau die große Welt der Haute Cuisine.

Johanna Maier, eine der bekanntesten und höchstdekorierten Köchinnen des Landes, wurde zur Attraktion im beschaulichen Filzmoos. In ihrem Gourmetrestaurant zelebriert sie eine fein ziselierte Regionalküche auf höchstem Niveau mit unglaublicher Präzision. Patron Dietmar Maier kredenzt zu den Gerichten seiner „Hannerl“ stets den richtigen Tropfen und steht Gästen mit Rat und Tat zur Seite, die sich mit der Fliegenrute an den weitläufigen Gewässern des Hauses versuchen wollen. Seit vielen Jahren bietet Johanna Maier mit großem Erfolg auch Kochkurse an, die inzwischen in der neu eingerichteten „Kochschule und Kulturküche“ abgehalten werden. Für müde Häupter schließlich stehen komfortable Gästezimmer im Hotel Hubertus, Mitglied bei Relais & Chateaux, zur Verfügung.

Kontaktdaten: Restaurant Hubertus, Am Dorfplatz 1, 5532 Filzmoos, www.hubertus-filzmoos.atwww.johannamaier.at


Landgasthof Schloss Kammer in Maishofen

Das Schloss Kammer ist ein Betrieb wie aus dem Bilderbuch. Es spiegelt nicht nur die Tradition der Region wider, sondern verfügt auch über eine einmalige Familiengeschichte.

Drei Generationen der Familie Neumayer leben und arbeiten in diesem prachtvollen Hof, zu dem auch noch eine angeschlossene Landwirtschaft mit Kühen und Kälbern, mit Schafen, Lämmern und Schweinen gehört. Seit über 40 Jahren steht Frau Neumayer in der Küche, während ihr Mann sich um die Landwirtschaft kümmert, und Tochter Johanna, Sohn Matthias und seine Ehefrau Anita helfen, wo es nur geht. In einem Holzofen wird das Brot gebacken, in der Selchkammer unter der hauseigenen Kapelle der Schweinespeck und Hirschschinken geräuchert. Gleich neben der Küche ist ein prächtiger Gemüsegarten angelegt, daneben rankt sich Spalierobst die Wand hinauf. Frau Neumayers Küche bietet einige Klassiker der Pinzgauer Bauernküche, wie etwa die knusprig herausgebackenen Bladln aus Roggenmehl, die mit Gröstl gefüllt und mit Sauerkraut serviert werden. Oder die herrlich flaumigen Speckknödel, die in einer kräftigen Rindsuppe auf den Tisch kommen. Das Fleisch der auf der Alm grasenden Rinder und Lämmer ist vorzüglich und wird gekocht als Bestes vom Jungrind mit Apfelkren und Erdäpfelröster oder als im Heu gebratener Lammschlögel angeboten. Als Dessert empfehlen sich die bilderbuchmäßigen Salzburger Nockerln oder aber das Muas, eine Art Schmarrn, der in der Pfanne auf den Tisch kommt, im Sommer garniert mit frischen Heidelbeeren und reichlich Staubzucker, und im Winter mit hausgemachter Preiselbeermarmelade und Apfelspalten.

Kontaktdaten: Landgasthof Schloss Kammer, Kammererstr. 22, 5751 Maishofen. http://www.schlosskammer.com


Zur Sonnleit’n in Abtenau

Almcharakter, grandioses Panorama, spektakuläre Sonnenuntergänge und hervorragende Speisen – so schön kann das Leben hier oben sein.

Der Traditions- und Genuss-Bauernhof Zur Sonnleit’n zeichnet sich durch seinen Almcharakter aus. Von der hohen Lage der Sonnenterrasse überblickt man den Ort Abtenau und genießt spektakuläre Sonnenuntergänge. Das Gasthaus selbst besticht durch liebevolle Einrichtung und Gestaltung des Gastraumes. Die Speisekarte ist klein und bietet Tagesgerichte, die sich nach Saison- und Marktangebot richten. Neben einigen warmen Gerichten wie Rindsuppe, Frankfurter und manchmal auch Bratl von den ringsum auf den Almen weidenden Lämmern gibt es sehr viel Hausgemachtes. Wie etwa Bergkäse, Bierkäse oder Schmierkäse aus der eigenen Käserei, die alle nur aus roher Heumilch gekäst werden. Oder auch Rindfleischwurst, Kaminwurz und Speck aus der hofeigenen Räucherkammer. Das hervorragende Brot kommt aus dem Holzofen und ist aus Sauerteig und Roggenmehl gebacken. Die hausgebrannten Zwetschken-, Birnen- und Zirbenschnäpse schmecken raffiniert und elegant. Und sind, wie vieles andere auch, im Hofladen zu erstehen. Das Bier stammt aus Salzburgs Brauereien. Ein rundum empfehlenswertes Lokal, wenn man heimische Küche, Freundlichkeit und Flair genießen möchte.

Kontaktdaten: Zur Sonnleit’n, Schratten 5, 5441 Abtenau. www.sonnleitn-abtenau.at


Bürgerstube in Golling

Hell leuchtet dieser goldene Stern, bestehend aus einem Gourmet-Restaurant, dem Wirtshaus „Bürgerstube“, einer Vinothek und einer Fleischhauerei samt Feinkost-Abteilung.

Manchmal will man bei einem Meisterkoch einkehren, ohne gleich das ganze Programm zwischen Aperitif und Digestif zu absolvieren: Dann ist man in Döllerer’s Bürgerstube bei Backhendl, Tauernlamm, Blunz’nknödel und Co oder ganz einfach bei den längst legendären Weißwürsten an der richtigen Adresse. Ausgedehnter darf das Mahl dagegen in der Gourmet-Abteilung werden, wo Junior- und Küchenchef Andreas Döllerer zu kreativer Höchstform aufläuft. Seine neue Küchenlinie heißt „Cuisine Alpine“. Das Menü ist eine Wanderung durch Texturen, Düfte, Impressionen und Geschmäcker des Salzburger Landes. Wer sich Döllerer’s Köstlichkeiten vom Chutney bis zur Hauswurst auch zu Hause nicht entgehen lassen will, kann seine „Genusspackerln“ bequem im Online-Shop bestellen.

Kontaktdaten: Döllerer’s Genusswelten, Markt 56, 5440 Golling. www.doellerer.at


Landgasthof Löckerwirt in St. Margarethen

Der Löckerwirt bezieht seine Grundprodukte aus der eigenen biologischen Landschaft. In der Küche des schlichten und gleichzeitig gemütlichen Gasthauses werden sie zu ehrlichen und bodenständigen Gerichten kreiert.

Direkt am Eingang zum Lungau liegt der Landgasthof der Familie Löcker, die nebenbei auch eine biologische Landwirtschaft und Viehzucht betreibt. Aus Letztgenannten stammen die meisten exzellenten Grundprodukte, die in der Küche des schlichten und gleichzeitig gemütlichen Gasthauses zu ehrlichen und bodenständigen Gerichten verarbeitet werden. Wie etwa zu Ochsengulasch, zu äußerst saftigem Ochsenbraten mit flaumigen Butternockerln oder zu Blutwurstgröstl. Im Sommer gibt es knackige Salate und Kräuter aus dem eigenen Garten, aus dem auch die Kartoffeln der alten lokalen Sorte Lungauer Eachtling stammen. Hervorragend auch die für die Gegend typischen Knödel und Nockerlgerichte wie etwa Salzburger Kasknödel und Kräuterspätzle im Pfandl. Vorzüglich gewählt sind die Käse, Schinken und Würste lokaler Produzenten, die als Lungauer Schmankerlreise mit vorzüglichem Hausbrot serviert werden. Klassische und tadellos zubereitete Nachspeisen bestehen aus Salzburger Nockerln, Kaiserschmarrn oder Palatschinken. Die Weinkarte präsentiert ausschließlich österreichische Weine.

18 Kilometer weiter, in der Ortschaft Göriach, liegt der Hiasnhof von Gunther Naynar, der zu den besten Käsern des Landes gehört und auch die alte Roggensorte Tauernroggen wiederbelebt hat. Der Tauernroggen ist eines der österreichischen Slow Food Presidi.

Kontaktdaten:

Landgasthof Löckerwirt, Dorfstraße 25, 5581 St. Margarethen. www.loeckerwirt.at, www.bauernhoefe.at/hiasnhof


Obauer

Werfen / Salzburg, Gastronomie

In den Augen vieler Gourmets sind Karl und Rudi Obauer das erfolgreichste Brüderpaar des Landes. Ihr Restaurant erlangt Jahr für Jahr Höchstwerte bei nationalen und internationalen Gourmetführern.

Man kann es kurz ausdrücken: Man kann in Österreich kaum besser essen als bei „den Obauers. Oder lang: Für ihre kulinarischen Kreationen wurden die Brüder neben Dutzenden Preisen mit vier Hauben bei „Gault Millau“, fünf Kronen im Gourmetführer „À la Carte“ und zwei Sternen im „Guide Michelin“ ausgezeichnet. Seit 1979 betreiben Karl und Rudi Obauer ihr Restaurant in Werfen bereits – und bis heute präsentiert sich ihre Küche spannend und richtungsweisend. Die Produkte der Region, die handwerklichen Grundsätze der großen Küche und der freie Blick für die Geschmacksharmonien in aller Welt charakterisieren die Kochkunst der Obauers. Und die manifestiert sich in den bekannten Klassikern des Hauses – Forellenstrudel, Wallergröstl oder Werfener Lamm – ebenso wie in sensationellen neuen Kreationen.

Kontaktdaten: Restaurant Hotel Obauer, Markt 46, 5450 Werfen. www.obauer.com


Meilinger Taverne in Mittersill

Man kann hier fast nicht vorbeigehen, denn der Gasthof mit der charakteristischen roten Fassade wirkt einfach zu einladend – ein Signal, dem man getrost folgen kann.

Die Bezeichnung „Taverne“ ist für das 300 Jahre alte denkmalgeschützte Haus am Marktplatz von Mittersill eigentlich Understatement, erinnert aber an die Zeit, als die Überquerung des Felbertauern noch ein gefährliches Unterfangen war und Reisende hier gerne Rast und Labung suchten. Die findet man auch heute bei einer stark bodenständig orientierten Küche, in deren Zentrum das hervorragende Fleisch vom Pinzgauer Rind steht. Auch rundherum fehlt es hier an nichts, vom gemütlichen Ambiente über die passenden Weine bis zum abschließenden Schnapserl. Der Gasthof trägt eine Gault-Millau-Haube.

Kontaktdaten: Meilinger Taverne, Am Stadtplatz 10, 5730 Mittersil. www.meilinger-taverne.at


Winterstellgut in Annaberg

Das Winterstellgut ist einer der inspirierendsten Plätze zum kulinarischen Genuss im Salzburger Land.

In der Küche dieses alten Landguts und Pferdegestüts von Dietrich Mateschitz aus dem 16. Jahrhundert, auf 1000 Meter über dem Meer, wird viel Wert auf regionale Zutaten gelegt, Kräuter und ein Teil des Gemüses kommen aus dem hauseigenen Gemüsegarten, Brot wird selbst gebacken, die Schnäpse sind hausgebrannt. Unter den bodenständigeren Gerichten auf der sommerlichen Speisekarte finden sich eine tadellose Leberknödelsuppe, knuspriger Spanferkelschopf mit Sauerkraut und Serviettenknödel, cremiges Eierschwammerlgulasch ebenfalls mit Serviettenknödel und für danach Marillenknödel mit Butterbrösel und Vanilleeis oder den herausragenden Sauerrahmschmarrn mit Marillenragout. Zudem werden während der Sommermonate auch Grillabende veranstaltet. Die Weinauswahl ist beachtlich, beschränkt sich auf Österreich und wird von kompetenter Beratung begleitet.

Kontaktdaten: Winterstellgut, Braunötzhof 4, 5524 Annaberg. www.winterstellgut.at


Hoagascht in Flachau

Dass das „Hoagascht“ früher einmal ein Kuhstall war, ist sicher nicht das einzige Ungewöhnliche an diesem etwas anderen Lokal im Pongau.

Fast 250 Jahre hat das alte Gemäuer, das früher Kühen als Schutz- und Aufenthaltsort diente, am Buckl. Dementsprechend aufwändig waren die Umbau- und Adaptierungsarbeiten, die aus dem ehemaligen Kuhstall einen modernen Gastronomiebetrieb machten. Hier werkt Christoph Oberreiter, der in seiner gastronomischen Karriere viel herumgekommen ist und in vielen Spitzenbetrieben gearbeitet hat. Dementsprechend begnügt er sich nicht damit, traditionelle Wirtshausküche anzubieten, sondern kombiniert geschickt regionale Grundlagen mit Einflüssen aus der asiatischen oder italienischen Küche. Klingt ein wenig verwegen – schmeckt aber ausgezeichnet, wenn es von Könnerhand stammt. Abgesehen vom Essen und Trinken ist das Hoagascht aber auch ein Platz zum Chillen, Feiern, Musikhören oder -machen und um sich anschließend in einem der hübschen Zimmer aufs Ohr zu hauen.

www.hoagascht.at

 

 

 

 

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