Steiermark – der Reiseführer

Blick auf das Dachsteinmassiv / von der Reiteralm bei Schladming Steiermark © Österreich Werbung, Fotograf: Lamm

 

In der Steiermark beginnen die Alpen, oder hier enden sie – je nach Standpunkt. Dadurch ergeben sich landschaftliche Kontraste, die kaum ein anderes Bundesland in sich vereinen kann: Da ist zum einen das Hügelland der Süd- und Oststeiermark mit seinen Ausläufern in die pannonische Tiefebene. Im Gegensatz dazu steht die gebirgige Welt des Nordens, wo in den Tälern von jeher in handwerklichen und industriellen Betrieben für Wohlstand gesorgt wurde. Im Süden des Landes gedeihen hervorragende Weine: Welschriesling, Sauvignon blanc und Muskateller, aber auch Chardonnay, in der Steiermark Morillon genannt.

Die Steiermark steht für eine bunte Vielfalt. Der Reigen reicht von der Kulturhauptstadt Graz als größter bis Oberwölz als kleinster Stadt, über die Lipizzaner bis zum Erzberg, von der Riegersburg bis zum Gartenschloss Herberstein samt Tierwelt. Eine Entdeckungsreise wert ist auch das 200 alte Joanneum, das erste Museum Österreichs, das Kunsthaus Graz oder die Weingüter mit ihrer oft interessanten Architektur.

Eine wichtige Rolle spielen natürlich auch die vielen Kulturveranstaltungen und Feste wie das Narzissenfest, die klassische styriarte und das elektronische springfestival oder die zeitgenössischen Festivals wie steirischer herbst und elevate. Und die Sprache der Steirer? Vom tiefen Oststeirisch, übel beleumundet als „bellen“, bis zum fast aristokratisch anmutenden Eggenberger Grazerisch, ist die Palette der Dialekte bunt.


Daten und Fakten

 

Zwischen Dachstein, Hochschwab, Zirbitzkogel und Almenland, zwischen Flussauen und Klammen erstreckt sich Österreichs grünste Ecke. Die Steiermark ist 16.401 km2 groß und damit das zweitgrößte sowie zu 61,3 Prozent bewaldet  und damit auch das waldreichste Bundesland Österreichs. Die Region besitzt einen knappen 3000er (Dachstein: 2.995 m), 788 Gipfel über 2000 Meter und 2000 Almen mit einer Gesamtfläche von ca. 50.000 ha.

Die Steiermark wird auch als der Obstgarten Österreichs bezeichnet und ist dank ihrer klimatischen Bedingungen das fruchtbarste Bundesland der Alpenrepublik. Vor allem Wein, Kürbis-(kernöl) und Äpfel zählen zu den Exportschlagern.

Die Steiermark besitzt eine Weinanbaufläche von 3.940 Hektar, das mit 5.800 Hektar größte Apfelanbaugebiet Österreichs und beachtliche 12.000 ha Kürbisanbaufläche, die dem Land jährlich rund zwei Millionen Liter Kürbiskernöl bescheren.

  • Lage: im Südosten Österreichs
  • Fläche: 16.401 km2, 61,3 % Waldanteil, zweitgrößtes Bundesland Österreichs
  • Bevölkerung: 1.213.255 Einwohner
  • Landeshauptstadt: Graz (zweitgrößte Stadt Österreichs) mit 266.965 Einwohnern
  • Klimazonen: alpines Klima im Norden, pannonische Klimazone im Süden
  • Topografie: Der Norden ist (hoch)alpin mit Bergen bis annähernd 3000 Metern; in der Mitte prägen Almen (das größte zusammenhängende Almgebiet Europas) und das Grazer Becken die Landschaft; im Süden wechseln die Hügel der Weinberge mit flachen Ebenen des Thermenlandes
  • Staatsgrenze: 145 km mit der Republik Slowenien
  • Landesfarben: Weiß-Grün
  • Wappen: rot gehörnter, Feuer speiender, silberner Panther auf grünem Wappenschild, den der steirische Herzogshut krönt
  • Symbol: das grüne Herz (das Land wird wegen seines Waldreichtums seit 1972 auch als Grünes Herz Österreichs bezeichnet)
  • Verwaltung: 17 politische Bezirke einschließlich der Landeshauptstadt Graz
  • Höchster Punkt: 2.995 m – Hoher Dachstein
  • Tiefster Punkt: 200 m – die Mur östlich von Bad Radkersburg
  • Längster Fluss: Mur – 290,9 km (in der Steiermark)
  • Größter See: Grundlsee – 4,3 km2

Der Grundlsee

  • Wandern: ein knapper 3000er (Dachstein: 2.995 m), 788 Gipfel über 2000 Meter, 2000 Almen (Gesamtfläche: ca. 50.000 ha)
  • Radfahren/MTB: Flussradwege (entlang von Mur und Enns) sowie mehrere Mountainbikeregionen
  • Ältestes Museum Österreichs: Joanneum in Graz (seit 1811)

Die 6 Regionen der Steiermark
1. Schladming-Dachstein, Ramsau am Dachstein, Alpenregion Gesäuse:
2. Thermenland Steiermark & Oststeiermark:
mit 6 Thermen, den Weinstraßen und der Schlösserstraße. Das Apfel-Zentrum Österreichs.

3. Ausseerland – Salzkammergut:

4. Die Region Murtal:
Im Winter: beliebte Region für Snowboarder. Die zweite Seite: der Red Bull Ring als Motorsport-Eldorado.
5. Die Hochsteiermark:
6. Die Süd- & West- Steiermark:
Die Heimat von Kürbis(-kernöl) und Wein, sanfte Weinberglandschaft und die Geburtsstätte der Lipizzaner u

Interessante Ziele & Sehenswürdigkeiten

Nationalpark Gesäuse

 

Der Nationalpark wurde 2002 gegründet und erstreckt sich über die steirischen Ortschaften Admont, Johnsbach, Weng, Hieflau, Landl und St. Gallen.

Mit rund 110 km ist der Nationalpark Gesäuse der drittgrößte Österreichs. 2 Markanteste Wahrzeichen sind die hochaufragenden Kalkriesen, mit dem Gipfel des Hochtors in 2.370 m Seehöhe. Unten zwängt sich die Enns in engen Schluchten durch das Bergmassiv. Ansonsten gibt es viel Wald und zahlreiche schöne Almen.

Anreise: Die Bahnlinie zwischen Selzthal und Amstetten folgt den Schluchten der Enns und bringt die Besucher bis ins Zentrum des Nationalparks. Mit seinem Dutzend Häusern ist Gstatterboden zwar nicht sehr groß, dort befindet sich aber auf einer kleinen Anhöhe der Nationalpark-Pavillon, der Informationen für die Besucher bereithält und zugleich den wohl spektakulärsten Blick auf das Herzstück des Gesäuses gewährt: Eine mehrere Kilometer lange, fast senkrecht aufsteigende Felswand, die sich vom bewaldeten Talgrund auf ca. 500 m bis zur Gipfellinie in weit über 2.000 m Seehöhe aufbaut.

Eine der beliebtesten Wanderrouten führt durch diese Wand: Mit dem „Wasserfallweg“, einer mit Leitern und Drahtseilen gut gesicherten Wanderroute, gelangt man aus dem tiefen Tal in die Region der Hochalmen und die hinter dem Wandabbruch gelegenen Nadelwälder. Etwa 3 bis 4 Stunden ist man unterwegs, davon benötigt man die erste Hälfte für den Anstieg durch die felsige Wand, vorbei am ca. 100 m hohen Wasserfall, der im Hochsommer allerdings nur spärlich Nass spendet. Die zweite Hälfte des Weges ist dann ein Waldspaziergang, der bei der Heinrich-Hess-Hütte endet.

Für viele Besucher des Nationalparks Gesäuse ist dieses Haus mit 115 Betten und Lagern das wahre Zentrum der Region. Von hier aus lässt sich in einer nicht ganz einfachen Bergtour der höchste Gipfel der Region, das Hochtor (2.370 m), ersteigen. Allerdings ist der Josefinensteig wirklich nur den schwindelfreien und absolut trittsicheren Wanderern vorbehalten. Die Rundumsicht vom Gipfel entlohnt aber alle, die es geschafft haben, für die Mühen und den „Thrill“ bei der Überwindung der steilen Kletter-Passagen über die Kalksteingrate und -kanten.

Vom höchsten Punkt des Nationalparks wird die Urwüchsigkeit dieser Landschaft besonders deutlich. Bis vor wenigen Jahrhunderten war das gesamte Gebiet undurchdringliche Wildnis, in die nur wenige Jäger, Wilderer, Bergleute, Köhler oder Holzknechte vorzudringen wagten. Erst im 17. Jahrhundert, während der frühen Blüte der Eisenindustrie im nahen Eisenerz und Hieflau, rückte das Gesäuse mit seinen dichten Urwäldern in den begehrlichen Blick der Eisenindustrie und ihrer „Hammerherren“. Einige Wälder wurden geschlägert und das so gewonnene Holz auf dem Wasserwege über die Bäche und die Enns dann in Richtung der Städte im Alpenvorland – nach Weyer, Waidhofen an der Ybbs und Steyr – abtransportiert. Erst der Niedergang der Eisenindustrie vor etwa 150 Jahren verhalf der Natur im Gesäuse zu einer Atempause und Regeneration, die durch den Nationalpark nun für die kommenden Zeiten gesichert zu sein scheint.

Heute führt ein dichtes Netz von Wanderwegen durch die Schluchten und Wiesentäler hinauf auf die Almen und Berghänge. Neben der Hess-Hütte sind vor allem das Buchstein-Haus, die Ennstaler Hütte sowie die Mödlinger Hütte die wichtigsten Stützpunkte für Touristen, die hier eine warme Mahlzeit und ein Bett zum Übernachten finden. Kaum ein Weg zu einer Berghütte dauert länger als drei bis vier Stunden, wer allerdings einen Gipfel erklimmen will, sollte die doppelte Stundenanzahl annehmen – Großer und Kleiner Buchstein, Tamischbachturm, Admonter Kalbling, Tieflimauer, Sparafeld und Lugauer, alle um die 2.000 m hoch, sind die bekanntesten davon.

Der kulinarische Tipp: Die Kaspressknödelsuppe der Hess-Hütte, ein Gedicht! © Erich Neuhold

Einige Gasthöfe und Pensionen finden sich in dem Dorf Johnsbach am Fuße des Großen Ödsteins. Neben der kleinen Kirche des Ortes sollte man unbedingt den Bergsteiger-Friedhof besuchen. Viele verunglückte Kletterer des vergangenen Jahrhunderts haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Etliche der blumengeschmückten Gräber mit ihren oft skurrilen Inschriften („Viele Wege führen zu Gott, seiner führte über die Berge …“) zeugen von der langen und oft auch tragischen Geschichte des Sportkletterns im Gesäuse. Ein Wiener Buchautor sprach sogar von den Gesäusewänden als der „Hochschule des Felskletterns“. Heute führen zahllose Kletterrouten von (relativ) leicht bis zum höchsten Schwierigkeitsgrad durch die Wände des Nationalparks.

Mountainbike:  Zwei Touren sind ausgeschildert und verlangen auch gut trainierten Könnern so einiges ab. Von Gstatterboden geht es rund 700 Höhenmeter hinauf zur Hochscheibenalm und dann auf Serpentinen hinunter nach Hieflau. Die zweite Mountainbike-Strecke ist die sogenannte Johnsbacher-Almrunde, die ebenfalls immer im Angesicht der umliegenden „wilden“ Zweitausender auf gut ausgebauten Forststraßen hinauf zur Mödlinger Hütte am Fuße des Reichensteins (2.251 m) führt.

Von Mai bis Oktober ist auf der Enns Rafting-Hochsaison: Mit großen, schweren Schlauchbooten werden die wilden Katarakte der Enns, etwa die tosende Schlüsselstelle beim Gesäuseeingang nahe Admont, „unter das Paddel“ genommen.

Informationsbüro des Nationalparks Gesäuse
Hauptstraße 35
8911 Admont
www.nationalpark.co.at

Tourismusverband Gesäuse
www.gesaeuse.at

Über Hütten und Wege im Nationalpark informiert am besten der Österreichische Alpenverein
www.alpenverein.at

Rafting-Touren auf der Enns im Gesäuse
www.rafting.at

Weitere Infos und Wandertipps: www.nationalpark.co.at

Salza: www.salza.at

Mödlinger Hütte im Gesäuse bei Johnsbach in der Steiermark im Nationalpark Gesäuse. © Österreich Werbung, Fotograf: Jezierzanski


Stift Admont

 

Umrahmt von den schroffen Wänden des Kalkgebirges liegt das älteste noch bestehende Kloster der Steiermark, dessen Besuch bei keiner Steiermark-Tour fehlen sollte: Stift Admont. 1074 gegründet, erlebte die Benediktinerabtei während des Spätbarocks ihre größte Blüte. Damals entstand unter sieben massiv gemauerten Kuppeln ein Bauwerk, das nach seiner Vollendung im Jahr 1776 den Zeitgenossen wie ein Weltwunder erscheinen musste: eine Bibliothek, die noch heute die weltgrößte eines Klosters ist. „Wie den Verstand soll auch den Raum Licht erfüllen“, war das Credo der Baumeister, die in dem 70 Meter langen, elf Meter hohen und 14 Meter breiten Bibliothekssaal unter prachtvollen Fresken Platz für mehr als 40.000 Bände schufen. Heute begegnet man Admont aber auch Werken von Erwin Wurm, Rudi Molacek und Lois Renner, denn die Mönche haben sich 1997 auf das historisch gewachsene Mäzenatentum der Kirche zurückbesonnen und ein „Museum für Gegenwartskunst“ ins Kloster gebaut – ein zeitgenössischer Rahmen für Werke von über 100 Künstlern.

Stift Admont: www.stiftadmont.at

Stift Admont

Stift Admont. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner


Wallfahrtskirche von Mariazell

 

In den Bergen ist man dem Himmel ein Stück näher, müssen sich die Erbauer vieler Kirchen in der Steiermark wohl gedacht haben. So auch bei der berühmten Wallfahrtskirche von Mariazell – mitunter zum Leidwesen der Pilger, die nach einer anstrengenden Wallfahrt noch eine letzte, kraftraubende Steigung überwinden müssen. Doch Pilgern ist wieder „in“, und Mariazell, inmitten eines waldreichen Gebirgszugs ganz im Norden der Steiermark, erlebt eine neue Renaissance. Drei Wallfahrtswege, der Wiener, der Niederösterreichische und der Kärntner-Steirische Mariazeller Weg führen in den Gnadenort, der zugleich ein bedeutender Luftkur- und Wintersportort ist. Doch die meisten Besucher kommen hierher, um Hoffnung statt Hektik zu suchen, Mystik statt Vernunft. Im Zentrum steht die aus Lindenholz geschnitzte Marienstatue auf dem Altar der Kirche: Seit 850 Jahren soll sie schon für eine Reihe von Wundern verantwortlich sein. Im Habsburgerreich wurde sie zur „Magna Mater Austriae“, heutzutage bekommt sie geflüsterte Anrufungen in vielen verschiedenen Sprachen zu hören – denn die Menschen pilgern von überall hierher, vor allem aus Osteuropa. Absolut sehenswert: vor allem in Verbindung mit einer Fahrt mit der Mariazellerbahn.

www.mariazell.at

Mariazell Basilika www.basilika-mariazell.at

Mariazell

Mariazell. © Österreich Werbung, Fotograf: Pigneter


Gestüt Piber

 

Ein Besuch des traditionellen Gestüts mit seinen rund 230 Lipizzanern gestattet einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen dieser uralten Zucht der edlen Tiere. Sie sind weiß, elegant und weltberühmt – die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien. Ihre ungestümen Jugendjahre verbringen die weißen Pferde im Gestüt Piber in der Weststeiermark. Die Tiere, die als älteste Kulturpferderasse Europas gelten, verbringen die ersten drei Lebensjahre im Sommer auf den Almen in 1500 Meter Seehöhe, wo sie die notwendige Trittsicherheit, Ausdauer und Abhärtung erlangen. Erst danach beginnen die täglichen Trainings in der Reithalle, wo auch Besucher dabei sein können.

Steiermark Tourismus © Spanische Hofreitschule – Bundesgestüt Piber

Schließlich werden die Besten unter den Pferden für die Spanische Hofreitschule ausgewählt, wo ihre natürlichen Bewegungsanlagen zur höchstmöglichen Eleganz gebracht werden. Den Lipizzanern in Piber kann man auf ganz unterschiedliche Weise begegnen: etwa bei der Sommerfrische auf der Alm, wo die Jungpferde und Fohlen noch herumtollen, oder bei einer Kutschenfahrt mit den kaiserlichen Barocktieren – und das auf dem Kutschbock: Denn auch Anfänger können in Schnupperkursen ein- oder zweispännig Gespannfahren erlernen. Nach Beendigung ihrer Karriere in Wien verbringen die Lippizzaner übrigens ihren wohlverdienten Ruhestand wieder in Piber.

www.piber.com

Spanische Hofreitschule: Pas de Deux. © WienTourismus/Spanische Hofreitschule/Herbert Graf


Der Erzberg

 

Der Erzberg mit seinen endlosen gehauenen Stufen ist das optische Markenzeichen der Region und eines der tourististischen Highlights der Steiermark. Hier befindet sich das weltweit größte bekannte Vorkommen von karbonatischem Eisenerz. Ein Schaubergwerk unter Tage führt Besuchern anhand von Werkzeugen und Maschinen die Methoden des Erz-Abbaus vor Augen. In den Stollen erhält man Einblick in einstige Arbeitsweisen der Knappen wie auch in moderne Bohr- und Sprengtechnik. Wieder am Tageslicht, wird man mit dem größten Fahrzeug der Welt, dem Erztransporter Hauly, unglaubliche 55 Tonnen schwer und 860 PS stark, zu den einzelnen Betriebspunkten des Erzbergs gebracht.

Heulende Motoren verspricht auch das alljährlich im Mai stattfindende „Erzberg- Rodeo“, ein Pflichttermin für Motorsportfreunde aus aller Welt. Wagemutige Motocross-Fahrer versuchen hier drei Tage lang über die Steilstufen den Berg zu erzwingen. Nur die allerwenigsten schaffen es, nicht umsonst gilt dieser Rodeoritt auf den Erzberg als das „härteste Motorrad-Rennen der Welt“.

Erzberg

Erzberg bei Eisenerz. © Österreich Werbung, Fotograf: Wiesenhofer

 

Das Schaubergwerk in steierischen Erzberg

Im Schaubergwerk lässt sich auf eindrucksvolle Weise die 1000 Jahre alte Geschichte des Erzabbaus, an dessen Beginn übrigens die Legende von einem Wassermann stand, nachvollziehen, darüber hinaus wird man hier mit dem größten Fahrzeug der Welt, dem 860 PS starken Erztransporter „Hauly“, zu den einzelnen Betriebspunkten des Erzbergs geführt. Und wer sich um Punkt 9.53 Uhr am Erzberg einfindet, kann die tägliche Sprengung auf einer der 24 Erzabbaustufen erleben. Aber bitte Abstand halten – ca. 40.000 bis 50.000 Tonnen Gestein werden pro Sprengvorgang weggesprengt.

In Eisenerz, der alten Bergbaustadt im Talgrund, wird einem bewusst, dass das Eisen langsam zur Neige geht. Seine große Bedeutung hat der Ort verloren, die Jugend wandert ab. Doch der Schichtturm, ein wunderschöner Renaissance-Bau aus dem Jahr 1584, thront als Wahrzeichen immer noch stolz über der Stadt. Hier wurde jahrhundertelang die Schicht der Knappen eingeläutet oder vor Brand und Hochwasser gewarnt.

LINKTIPPS:

Erzberg
www.abenteuer-erzberg.at
www.erzbergrodeo.at

Eisenerz
www.eisenerz.at


Das steierische Salzkammergut

 

Diese von hohen Bergen und Wäldern umrahmte Seenlandschaft im äußersten Nordwesten der Steiermark war schon immer Heimat von unabhängigen und streitbaren Menschen, die sich gegen jede Obrigkeit – sei es die katholische Kirche oder das Kaiserhaus – auflehnten. Und dennoch zog es immer Fremde ins Ausseerland: Dichter, Maler, Musiker ließen sich von der dramatischen Landschaft inspirieren. „Wer nach Altaussee kommt“, schrieb Friedrich Torberg, „will nirgends hin als nach Altaussee und wollte er’s, so könnt’ er’s nicht.“ – Auch, weil der Ort eine Sackgasse ist. Am Ende der Ortsstraße liegt der Altausseer See, hinter diesem türmen sich – scheinbar unüberwindbar – die Trisselwand und das Tote Gebirge auf.

Dachstein Panoramaplattform

Dachstein Panoramaplattform – Wanderer auf dem Skywalk über Ramsau am Dachstein. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp

Im Mittelpunkt des Salzkammerguts liegt der 2995 Meter hohe Dachstein, die höchste Erhebung der Steiermark. Die beinahe senkrecht abfallende Dachstein- Südwand flößt nicht nur kletternden Alpinisten Respekt ein. Ihr Anblick, vor allem bei Nachmittags- und Abendlicht, ist immer spektakulär, ob von der Bergstation der Dachstein-Seilbahn aus, oder mitten im Fels, von dem auf 2700 Meter Höhe befindlichen Skywalk aus – einer Plattform, die 250 Meter über die Felswand hinausragt. Durch den teils gläsernen Boden dieses luftigen Balkons blickt man in den felsigen Abgrund oder man genießt den Panoramablick auf die Landschaft des Ausseerlands.

www.ausseerland.at
www.altaussee.at
www.derdachstein.at


Weiters sehenswert:

Basilika Mariazell

einer der ältesten und bedeutendsten Marien-Wallfahrtsorte Mitteleuropas (über 850 Jahre alt)

Grazer Schlossberg

Der Schlossberg mit dem Wahrzeichen der Stadt – dem Uhrturm – bietet den schönsten Blick auf die Landeshauptstadt.

Schloss & Tierwelt Herberstein

Schloss mit historischen Gärten, mit einem Museum des Bildhauers Bruno Gironcoli und einem Tierpark mit Tieren aus fünf Kontinenten

Zotter Schoko-Theater

Der Chocolatier Josef Zotter zählt er zu den besten Schokoladenherstellern der Welt. Seit Schokowelt zeigt, was alles möglich ist von der Kakaobohne bis zur Schokolade: Darunter sind auch seltsamste Geschmacksrichtungen; alles ist bio.

Kunsthaus Graz

Kunsthalle für Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Außergewöhnlich durch ihre futuristische Architektur, die an eine blaue Blase erinnert.

Riegersburg

über 850 Jahre alte, größte Festung der Steiermark

Freilichtmuseum Stübing

rund hundert originale historische bzw. bäuerliche Bauten aus ganz Österreich

Schloss Eggenberg + Museen

Die bedeutendste steirische Schlossanlage ließ sich der Fürst von Eggenberg als architektonisches Abbild des Universums bauen.

Zeughaus Graz

Das Zeughaus beherbergt die weltweit größte Sammlung historischer Waffen.

Zeughaus. © Graz Tourismus – Harry Schiffer

 

INTERESSANTE MUSEEN

Museum Zeitroas in Ramsau am Dachstein

Tourismusgeschichte, Alpingeschichte, Geologie, die Jagd, bäuerliches Handwerk, Alltag und Leben sowie insbesondere die für die Ramsau so prägende evangelische Glaubensgeschichte werden im Museum Zeitroas Ramsau am Dachstein thematisiert.

Infos: www.zeitroas.at

Alpinmuseum Austriahütte

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Alpinmuseum Austriahütte. Die auf 1638 m Seehöhe gelegene Hütte des Österreichischen Alpenvereins ist das höchstgelegene Museum der Steiermark. 1989 wurde hier das erste Alpinmuseum der Steiermark eröffnet und 1995 um eine naturgeschichtliche Schau erweitert, welche die Tier- und Pflanzenwelt des Dachsteingebietes zeigt.

Geöffnet ist die Hütte von Pfingsten bis 26. Oktober und im Winter von Weihnachten bis Ostern.

Infos: www.austriahuette.at


Gut essen und trinken

 

„Ich könnte in Kernöl baden und mich ausschließlich von Käferbohnen ernähren“, sagt die in Graz geborene Schauspielerin Aglaia Szyszkowitz. Sandra Thier, RTL II-Moderatorin und ebenfalls gebürtige Grazerin, antwortet auf die Fragen nach ihren persönlichen Steiermark-Assoziationen: „Klapotetz, Heimat, grüne Berge, Wein.“

Ein Klapotetz (slowenisch klopotec) ist eine im südsteirischen Weinland verbreitete Vogelscheuche. Sie besteht aus einem Windrad mit Welle und Schlägeln, die durch ihr rhythmisches Geklapper die Vögel von den Weingärten zur Zeit der Traubenreife fernhalten sollen

Die Steiermark ist ein äußerst fruchtbares Land. Nicht zufällig wird sie als der Feinkostladen, oder noch besser der Bauch Österreichs, bezeichnet. Im Süden prägen Weingärten, Kürbisfelder, Obstgärten sowie Mais- und Getreidefelder das Bild. Käferbohnen, Kren (Meerrettich), Schwarzer Holunder, Hopfen, Raps und vieles mehr gedeihen hier vorzüglich. Der alpine Norden wiederum liefert Almo (langsam und länger gereiftes Rinderfleisch aus dem steirischen Almenland) sowie Wild und Saibling.

Dies alles wird of noch natürlich verarbeitet, auf kurzen Wegen zugestellt und dann ideenreich zubereitet. Wein, Kürbis und Apfel spielen dabei die kulinarische Hauptrolle. Die Region ist aber auch für ihre Schinken wie den Vulcano, oder seine große Käsevielfalt und seine zahlreichen kleinen Käsereien bekannt. Essig, Schnäpse und ungewöhnliche Schokoladenvariationen gibt es hier ebenfalls in guter Qualität.

 


Der Kürbis

 

Unzählige gelbrot bis grün gesprenkelte Plutzer leuchten im Herbst von rund 12.000 Hektar Kürbisan – baufläche. Aus dem angebauten Cucurbita-Kürbis schälen die Bauern bei der Ernte direkt auf dem Acker die Kerne heraus. Im getrockneten Zustand sind das jährlich insgesamt rund 4.800 Tonnen Kürbiskerne.

Deren Besonderheit: Durch eine Mutation vor etwa hundert Jahren verlor der Kürbiskern die verholzende Samenschale. Heute schützt den Samenkern nur noch ein dünnes Silberhäutchen. Diese weiche Kernkonsistenz ermöglicht die effiziente Pressung des intensiv grünrot fluoreszierenden Kernöls – es wird auch das Grüne Gold der Steiermark genannt.

Gut zu wissen: Für die Produktion von einem Liter des steirischen Kürbiskernöls benötigt man rund 2,5 Kilogramm oder in etwa 11.000 getrocknete Kürbiskerne und damit 30 bis 40 Kürbisse.

www.steiermark.com/de/urlaub/kulinarium/produkte/kuerbis

Kuerbisernte in der Steiermark

Herstellung des Steirischen Kürbiskernöles. © Österreich Werbung, Fotograf: Wiesenhofer


Die Buschenschank

 

Als 1784 unter Kaiser Joseph II den Weinbauern die Möglichkeit des Ab-Hof-Verkaufs ermöglicht wurde, sicherte dies vielen Südsteirern einen dringend notwendigen Zusatzverdienst. Der Ausschank wurde ursprünglich abgehalten, um den Winzern und der Bevölkerung des Ortes den Sturm und den Wein der aktuellen Ernte zu präsentieren.

Heute gibt es noch immer über 800 Buschenschänken, knapp ein Zehntel darf das Prädikat „ausgezeichnet“ tragen. Das Angebot wurde vielfältig weiterentwickelt. Bio-Weine sind das große Thema, denn immer mehr Weinbauern bauen ihre Weine nach Biokriterien an oder produzieren klimaneutral.

In den Buschenschänken werden außerdem nicht nur mehr klassische Brettljausen mit Geselchtem und Verhackertem, sondern zunehmend vegetarische Speisen und auch vegane Gerichte kredenzt. Die Brettljause ist der Evergreen der Buschenschank-Küche. Das hat einen Grund: Zum Unterschied von Wirtshäusern und Restaurants dürfen am Buschenschank nur kalte Speisen und selbst erzeugte Weine serviert werden. Ein eigenes Buschenschankgesetz regelt, was gereicht bzw. zugekauft werden darf. Zum Beispiel ist auch der Ausschank von Kaffee und Bier nicht erlaubt. Natürlich fehlt aber das süße Speisenangebot nicht: etwa Germ-Mehlspeisen und Kuchen.

© Steiermark Tourismus / Harry Schiffer – Brettljause im Buschenschank

Bei der klassischen Brettljause ist der Name Programm: Am Holzbrett serviert werden eine Vielfalt an gekochten und geräucherten Schinkenvariationen, gebratene Ripperln oder Schweinsbraten, Selchwürstel, Käse, verschiedene Aufstriche, Verhackerts (geräucherter, gemahlener Speck), frisches Gemüse und natürlich unverzichtbar –geriebener Kren (Meerrettich). Dazu noch ein Käferbohnensalat mit Kernöl und Rettich oder auch Schafkäse mit Kernöl.

Ursprünglich wurden Fleisch und Würste in grob portionierten Stücken am Brett zum selber Schneiden serviert, heute werden aufgeschnittene und angerichtete Jausenkreationen geboten.

Infos und Details: www.suedsteirischeweinstrasse.at


Speisekarte: Steirische Spezialitäten

 

Typische Vorspeisen: Kürbiscreme- oder Schilcherrahmsuppe, Schwammerlsuppe mit Heidensterz, Vogerlsalat mit Erdäpfeln, geräucherter Wildschinken.

Kürbiscremesuppe mit Schilcherbegleitung © Steiermark Tourismus / Harry Schiffer

Typische Hauptspeisen: das Nationalgericht der Steirer, das Backhendl, knusprig gebrateneForellen und Saiblinge, steirisches Wurzelfleisch,Almo-Steaks mit frischen Pilzen oder auch ein Kürbisstrudel.
Typische Desserts: Spagatkrapfen mit Schlag, Strauben, gefüllte Potizen, Krapfen, Obst-Strudel oder -knödel.

Das Backhendl, eine steirische Spezialität. © Steiermark Tourismus / ikarus.cc


 

Das weststeirische Schilcherland

 

Das Schilcherland ist ein uraltes Weinland. Wer auf den verkehrsarmen, einspurigen Sträßchen über die weststeirischen Hügel rollt, den von Pappeln gesäumten Weinbergen der ebenso nahen wie auch kalkerdereichen Südsteiermark entgegen, der soll sich nur ja nicht täuschen: Das Schilcherland ist so klein wie es speziell ist. Das gilt ja bereits für die Böden. Gleise und Glimmerschiefer müssen es sein, die kristallinen Gesteine der Koralpe, die erst die geeignete Unterlage für den Blauen Wildbacher bieten. Eine Traube, deren Geschichte weit zurückreicht und die in den 1970er-Jahren einen wahren Hype erlebte, der sich in Form einer zunehmend diversifizierten Produktpalette niederschlug: Diese reicht vom brisanten Schilchersturm bis zum schäumenden Schilcher-Sekt und -Frizzante – wenngleich der „Schilcherchampagner“ schon auf der Grazer Messe um 1900 als Highlight bekannt war, wie die Stainzer Ortschronik zu berichten weiß. Als eine der letzten önologischen Entwicklungen in der Weststeiermark werden nun auch edelsüße Schilcher, wie Eisweine, Botrytisweine oder Trockenbeerenauslesen, gekeltert. Und hochprozentiger, setzen sich heute auch die Tresternbrände aus der Wildbacher- Traube in Szene.

"Blauer Wildbacher"- Schilcher-Trauben / Weststeiermark

„Blauer Wildbacher“- Schilcher-Trauben / Weststeiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: H.Wiesenhofer

Schon in der La- Tène-Zeit, im 4. Jh. v. Chr., zogen die Kelten aus einer heimischen Wildrebenart die Schilcherrebe. Auf deren bizarre Farbkomposition verweist schließlich der mittelhochdeutsche Name: „Schillern“ oder eben „Schilchern“. Vom urig-säuerlichen Bukett mit seinen mitunter grasigen Sauvignon-Tönen könnte man erzählen, wohl auch von administrativen Dingen: Wie Ende der 1980er-Jahre der Schilcherschutzverein „Weißes Pferd“ gegründet wurde, dessen Mitglieder strengen Kriterien unterliegen. Wie der Blaue Wildbacher zur anerkannten Qualitätsrebe, und der aus ihr gekelterte Schilcher gesetzlich geschützt wurde.

LINKTIPPS:

Die Schilcherweinstraße
Die beste Gelegenheit, dem Schilcher näher zu kommen, ist ein Ausflug entlang der Schilcherweinstraße. Die Schilcherweinstraße erschließt das Anbaugebiet zwischen Ligist und Eibiswald. Von Ligist kommend führt die Straße durch Hügel, Gundersdorf und St. Stefan über Greisdorf in den Markt Stainz. Am Schloss Stainz vorbei windet sich die Straße über Vochera zum Kurort Bad Gams. Über Schloss Wildbach geht‘s weiter zur Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg.

Weitere Stationen der Schilcherweinstraße sind Schwanberg mit dem Moorbad, Wies mit seinem „Theater im Kürbis“ und der Landesversuchsanlage für Spezialkulturen. Die Schilcherweinstraße endet bzw. beginnt im Kloepfermarkt Eibiswald. Entlang der Straße warten zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, wo man den Schilcher verkosten kann.

www.schilcher.at

Schilcherdorf Wernersdorf
www.schilcherdorf.at

Rauchhof in Stainz
Willi Rauch ist einer der profiliertesten Schilcherwinzer, der auch eine Schilcher-Spätlese keltert.
www.rauch-hof.at

Weinhaus Stainz
Treffpunkt für alle Weinliebhaber mit kompetenter Beratung und stilvollem Ambiente.
www.weinhaus-stainz.at

Einkehren

Buschenschank Klug vlg. Voltl
Wunderbareute Jausen, Weine und Hausgebrannte.
www.klug-voltl.at

Weingut Hiden vlg. Höllerhansl
Neben Schilcher auch steirische Weißweine als auch ein Blauer Zweigelt.

Wunderbarer Kulisse, die im Osten bis zur Riegersburg reicht, im Norden das Hochlandschgebiet näherrücken und gegen Südosten hin das slowenische Bacherngebirge erkennen lässt.
www.weingut-hiden.at

Restaurant Kaminstub’n
Deutschlandsberg-Hollenegg, feine regionale Küche
www.kaminstubn.at

Koschak Wirt & Weinbauer
Von Slow Food empfohlen, 20-Autominuten-Ausflug von Deutschlandsberg
www.koschak.at

Renommierte Schilcher-Produzenten sind unter anderem:

Weingut Langmann vlg. Lex
Langegg 23
8511 St. Stefan ob Stainz
www.l-l.at

SchilcherweingutFriedrich
Langegg 18
8511 St. Stefan ob Stainz
www.friedrich-schilcher.at

Wein & Sekt Manufaktur Strohmeier
Lestein 148
8511 St. Stefan ob Stainz
www.strohmeier.at

Weingut Reiterer
8551 Wies
www.weingut-reiterer.com

Weingut Kuntner
8544 St. Ulrich am Greith
www.trinkgenuss.at

Brennerei Weinkellerei Jöbstl
Genießt hohes Renommee für ihre edlen Obstbrände.
8551 Wernersdorf bei Wies
www.brennerei-joebstl.at


Wandern in der Steiermark

 

Schon vor mehr als hundert Jahren war die Steiermark mit Wegen so gut erschlossen, dass Wandersleute tagelang in den Bergen unterwegs sein konnten. Zum Beispiel die Schladminger Tauern, wo der heutige Höhenweg noch immer auf die Spuren der einstigen Trails führt. Hunderte Bergseen und Wasserfälle säumen den auf bis zu 3.000 Meter Höhe führenden Weg.

Blick auf das Dachsteinmassiv von der Reiteralm bei Schladming. Steiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: Lamm

Insgesamt 14 Weitwanderwege bietet die Steiermark. Sie führen den Reisenden auf allen Höhenlagen und in allen Landschaftstypen durch das Land. Die Hohe Schule ist wohl das Erklimmen des Dachsteins im Nordwesten des Landes – er ist mit 2.995 Metern Höhe der höchste Punkt der Steiermark. Von dort sieht man hinüber zum Grimming mit seiner 1.600 Meter hohen, senkrechten Wand.

 Seit 2013 kann man am Dachstein mit einer sogenannten „Panorama Gondel“ auf den höchsten Berg der Steiermark schweben. Das Besondere daran: Die Gondel hat einen Balkon auf dem Dach der Kabine, der noch einmal für zehn Personen Platz bietet. Fahrtdauer: 5,5 Minuten. Fahrtgeschwindigkeit: 43 km/h – dies entspricht 12m pro Sekunde.

Seit 2013 ist auch der Dachsteingletscher um eine Attraktion reicher. Eine Hängebrücke mit einer Aussicht über die höchsten Berggipfel Österreichs und freiem Blick auf die Felsen des Dachsteinmassivs in bis zu 400 Meter Tiefe. Für ganz Mutige gibt es die „Treppe ins Nichts“, eine Plattform aus Glas, die die Gäste über die Felsen „schweben“ lässt. 14 Stufen führen nach unten auf eine Glasplattform und wer sie betritt, steht direkt in den Felswänden des Dachsteins 500 Meter über dem Abgrund.

Sonderfahrten zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang

Seit mehr als 250 Millionen Jahren thront der Hohe Dachstein über dem Massiv, dem er seinen Namen gab. Nur an wenigen Tagen im Jahr kann kurze Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang das beeindruckende Farbenspiel der blauen Stunde am Dachsteingletscher beobachtet werden. Nähere Informationen unter:

www.derdachstein.at

Die Region um den Dachstein ist nicht das einzige beeindruckende Wanderrevier der Steiermark. Bis in den Osten der Obersteiermark ziehen sich die hohen Gipfel, die so beeindruckende Namen wie Blumenberg, Stoderzinken, Hochschwab oder Rax tragen.

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann zum Beispiel auf dem Märchenwanderweg den Rittisberg im Westen des Ramsauer Hochplateaus erkunden. Oder die Lehr- und Naturpfade am Ramsauer Sattelberg und beim Ödensee im Ausseerland.

Obersteiermark: Wandern in den Eisenerzer Alpen und im Hochschwab

Den höchsten Punkt der Eisenerzer Alpen, den Reichenstein (2165 m), erreicht man vom Präbichl aus in zweieinhalb Stunden. Eine leichte Wanderung führt erst durch Wälder und Bergwiesen und schließlich über die grasbewachsene Westseite des Bergkamms bis zum Gipfel. Wer nach dem Genießen des 360º- Panoramas wieder bei der Reichensteinhütte vorbeikommt, wird vielleicht erstaunt sein, hier eine für diese Höhenlage ungewöhnlich große und gut ausgestattete Hütte vorzufinden. Der Gast kann sich hier nicht nur einer reichhaltigen Speisekarte erfreuen, sondern auch in komfortablen Zimmern übernachten, um von hier aus weitere Touren, zum Beispiel eine Höhenwanderung über den Reichhals hinunter zum Krumpensee, zu unternehmen.

Den Reichenstein erreicht man auch über den Grete-Klinger-Steig, allerdings ist dieser mit Seilversicherungen ausgestattete Weg nur für Klettersteig-Freunde mit entsprechender Ausrüstung zu begehen. Ebenso wie der vor zwei Jahren eröffnete Klettersteig auf den Westgipfel des Pfaffensteins, der einigen Variantenreichtum bietet: vom fast senkrechten Einstieg über anspruchsvolle Gratkletterei bis zur hochalpinen Kamindurchschreitung, also alles, wonach das Herz der „Gämsen“ unter den Bergsteigern verlangt.

Ganz ohne Seil und Klettergurt lässt sich die Frauenmauerhöhle erkunden, deren Besonderheit darin liegt, dass sie das darüber liegende Bergmassiv auf 644 Metern vollständig durchquert. Die am Ende der Eiszeit entstandene Höhle, die zu den tiefsten in Österreich zählt, ist allerdings ein wahres Felslabyrinth – eine Führung ist nicht nur ratsam, sondern unbedingt notwendig. Die Höhlenführer erzählen schaurige Geschichten über Abenteuerlustige und Forscher, die sich hier in verhängnisvoll verirrt hatten. Skelette findet man allerdings keine, dafür Tropfsteine (Kopf einziehen!), Verbindungsgänge zu weiteren Höhlen und schließlich eine Eiskammer (warme Kleidung nicht vergessen!).

Am besten bei Tageslicht genießt man Eisenerz’ größten See, den Leopoldsteiner See. Noch besser bei Sonnenschein, denn der Bergsee verfügt im Hochsommer über Badeseequalitäten.

In direkter Nachbarschaft zu den Eisenerzer Alpen liegt das Hochschwab-Massiv. Diese Gebirgsgruppe fällt schon von Weitem durch seine Breite von beinahe 40 Kilometern und sein weitläufiges Kalkplateau auf. Wienern ist der Name des Gebirgsstocks schon deshalb vertraut, da die Zweite Wiener Hochquellwasserleitung aus einer Quelle im nördlichen Hochschwabgebiet gespeist wird.

Den Hochschwab kennenzulernen erfordert zwar etwas Zeit, der Einblick in seine vielfältige Flora und Fauna entschädigt aber für manch weiten Weg, den man zurückzulegen hat. Eine Überschreitung des Hochschwabs dauert zwei Tage, dementsprechend gut sollte man planen und den Wetterbericht studieren. Einer der vielen Überschreitungswege startet in Tragöss am Grünen See – hier bürgt schon der Name für die Trinkwasserqualität dieses Bergsees – und endet in Seewiesen, an der Hauptverbindung zwischen Aflenz und Mariazell.

Gruener See bei Tragoess / Hochschwab-Massiv / Steiermark

Grüner See bei Tragoess im Hochschwab-Massiv / Steiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp G.

Die Route durchquert alle Vegetationszonen des Gebirges, von Waldwegen, über Almwiesen mit Bergblumen wie Enzian, Aurikel, Knabenkraut, durch Latschenfelder, bis in das karstige Hochplateau des Massivs mit seinen bizarren Felsformationen. Wer dann nach acht Stunden Wanderung auf dem 2277 Meter hohen Gipfel ankommt, kann dort – sofern es die Witterung zulässt – die Füße ordentlich ausstrecken und entgegen allen alpinen Regeln auch noch warten, bis die Sonne untergeht. Denn: Das Nachtquartier, das Schiestlhaus, liegt auf leichtem Weg nur 20 Minuten unter dem Gipfel.

Das Schiestlhaus: www.schiestlhaus.at

Das 2005 neu erbaute Schiestlhaus ist eine architektonische Besonderheit – es ist das weltweit höchstgelegene Passivhaus (2154 m). Seine Energie wird aus Sonnenkollektoren, einer Photovoltaikanlage und inneren Wärmequellen (Personen- bzw. Kochwärme) gewonnen. Als Back-up bei Strom-Engpässen dient ein mit Pflanzenöl betriebenes Aggregat.


Pilgern in der Steiermark

 

Jahr für Jahr pilgern rund eine Million Wallfahrer in den Norden der Steiermark nach Mariazell, dem größten Wallfahrtsort Mitteleuropas. Aus allen Himmelrichtungen führt ein gut ausgebautes Netz an Pilgerwegen, die als Weitwanderwege allesamt die Nummer 06 tragen, zum Ziel des Fußmarsches: der Magna Mater Austriae in Mariazell.

Der Mariazeller Gründerweg

Im Jahre 1157 sandte, so die Legende, der Abt des Benediktinerklosters St. Lambrecht einen Mönch in die Gegend von Mariazell, um dort die Seelsorge zu übernehmen. Als ihm nach Tagen am Ende seiner Kräfte ein riesiger Felsbrocken das Tal versperrte, holte er aus seinem Gepäck eine aus Lindenholz geschnitzte Marienstatue und betete. Auf wundersame Weise teilte sich der Felsen. Aus Dankbarkeit errichtete er eine „Zelle“ für die Statue und begründete so den Wallfahrtsort Mariazell. Dem Weg des Mönches folgend, schlängelt sich heute der Mariazeller Gründerweg durch das Land und über den legendenumwobenen Hochschwab 182 Kilometer weit, die in acht Tagen zu je fünf bis elf Stunden Gehzeit zu bewältigen sind. Eine kürzere Variante startet in Aflenz, von wo man die Basilika Mariazell in zwei Tagen erreicht.

Der Steirische Mariazeller Weg

Er gilt als einer der bemerkenswertesten und mit 216 Kilometern längsten Pilgerwege Österreichs: der steirische Mariazeller Weg. Als Hauptroute des steirischen Pilgerwegesystems folgt man dem Weg von der Südweststeiermark über Graz in das Oststeirische Hügelland, um schließlich durch die Waldheimat und über die Hohe Veitsch nach neun ausgiebigen Pilgertagen ans Ziel Mariazell zu gelangen. Eine meditative Wanderung, die zum Großteil über Wald- und Wiesenwege leitet und nur wenige steinige Pfade im alpinen Bereich vorgibt.

Mariazeller Weg, Murfähre Weitersfeld. © Steiermark Tourismus / Leo Himsl

Pilger aus der Oststeiermark können in Vorau, das als Pilgerzentrum mit dem einzigen noch aktiven Augustiner-Chorherrenstift der Steiermark bekannt ist, den Zubringerweg nehmen, der dann in den steirischen Mariazeller Weg einmündet.

Auf dieser Variante erwartet Pilger mit dem Teufelsstein eine besondere Begegnung: Sechs Meter hoch ist der sagenumwobene Turm aus aufgeschichteten Steinen – eine der Legenden besagt, dass ihn der gefallene Engel Luzifer unendlich hoch bauen wollte, um so wieder in den Himmel zu gelangen.

Der Hemma-Pilgerweg

Nicht alle Pilgerwege führen nach Mariazell. Der steirische Hemma-Pilgerweg führt Wallfahrtswillige ins kärntnerische Gurk, in dessen Domkrypta die heilige Hemma beigesetzt ist. Seinen Ausgangspunkt nimmt der Pilgerweg beim bereits im Jahr 1074 gegründeten und damit ältesten Stift der Steiermark in Admont. Es beherbergt die größte Klosterbibliothek der Welt und ein modernes Museum. Es werden barocke und aktuelle Architektur, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ein Naturhistorisches Museum, frühe Handschriften, Drucke und noch viel mehr gezeigt. Der sehr anspruchsvolle, siebentägige Pilgermarsch nach Gurk führt über 163 Kilometer vorbei an Natur- und Kulturschönheiten.

Weststeirischer Jakobsweg

Der Weg führt von Thal bei Graz vorbei bei der Hundertwasserkirche St. Barbara in Bärnbach und durch die Lipizzanerheimat bis nach Soboth. Von hier aus ist es eine Tagesetappe, bis die Wanderer im kärntnerischen Lavamünd ankommen.

Exakte Routenbeschreibungen und weitere Informationen:

www.steiermark.com/pilgern

www.pilgern.info


Sehenswerte Höhlen und Schluchten

 

Die Palfauer Wasserlochklamm

Enge Schluchten, steinige Hohlbecken und fünf Wasserfälle mit einer gemeinsamen Höhe von 152 Metern machen die Palfauer Wasserlochklamm mitten im Gesäuse zu einem Naturschauspiel. Inmitten einer steilen und äußerst schwer zugänglichen Felswand am Südhang des Hochkars befindet sich eine mächtige Quellhöhle, die größte wasserführende Höhle in der gesamten Steiermark. Durch die 900 Meter lange romantische Klamm führt eine auch mit Kindern leicht begehbare Steiganlage mit Holztreppen und Holzbrücken. In die Palfauer Wasserlochklamm gelangt man über eine spektakuläre Stahlseilhängebrücke, die sich in 20 Meter Höhe 65 Meter über die Salza spannt. Zwei Stunden dauert die Reise durch diese Welt des Wassers.

www.wasserloch.at


Bärenschützklamm bei Mixnitz

Erst durch eine gewaltige Pionierleistung des Grazer Alpenclubs wurde eine der schönsten Felsenklammen Österreichs erschlossen: Die Bärenschützklamm bei Mixnitz im Grazer Bergland ist seit 1978 Naturdenkmal. Die Kalkwände der Klamm zeugen von mehr als 400 Millionen Jahren geologischer Vergangenheit.

Der oft nur wenige Armlängen breite Spalt zwischen den 200 bis 300 Meter hohen Felswänden wurde mit Leitern und Brücken für Familien begehbar gemacht. Oberhalb, unterhalb, links und rechts der Wanderer tost das Nass in ungezählten Wasserfällen zu Tal. Nach gut zweieinhalb Stunden erreicht man den Teichalmsee, der in Europas größtem zusammenhängenden Almengebiet liegt.

Infos zu Wanderungen in der Klamm: www.baerenschuetzklamm.at


Die Raabklamm: die längste Schlucht Österreichs

Die Raabklamm ist mit 17 km die längste zusammenhängende Klamm Österreichs. Während der südliche Teil der Klamm durch seine düstere, märchenhafte Atmosphäre besticht, verleihen die bizarren Felsformationen des nördlichen Kalkteils der Klamm einen wildromantischen Charakter. Entlang schroffer Felswände kann dieses Naturschauspiel auf gesicherten Wegen und Stegen erwandert werden (Info: www.raabklamm.at).


Die Grasslhöhle

Die Grasslhöhle bei Weiz gilt als älteste Schauhöhle Österreichs und fasziniert ihre Besucher mit Tropfsteinen und einer Entstehungsgeschichte, die vor 360 Mio. Jahren begann. Das Katerloch, ebenfalls bei Weiz, gilt als die tropfsteinreichste Schauhöhle Österreichs und die Lurgrotte (zwei Zugänge; bei Peggau und Semriach) gilt als die größte aktive Wasserhöhle der Alpenrepublik – alle drei bilden das Tor zu einem unterirdischen Kosmos.

Info:

www.grasslhoehle.at

www.katerloch.at

www.lurgrotte.com

Weitere Tipps, Routenbeschreibungen und weitere Informationen:

www.steiermark.com/wasserwege


Die steirischen Thermen

 

Der geografische Thermenschwerpunkt liegt mit sechs Thermen 65 km südöstlich der steirischen Landeshauptstadt Graz. Hier fand auch das steirische Thermengeschehen seinen Anfang. Im Sommer 1972 begab man sich auf Basis eines geologischen Gutachtens in der Gegend von Loipersdorf auf die Suche nach Erdöl und wurde prompt enttäuscht: In einer Tiefe von 1.100 Metern stieß man statt auf das erhoffte Schwarze Gold „lediglich“ auf heißes Wasser. Die Regionsverantwortlichen bewiesen jedoch das richtige Gespür; die ersten Badeversuche in der heißen mineralhaltigen Quelle (Natrium-Chlorid-Hydrogenkarbonat) überzeugten, und dem Ausbau der ersten Therme stand nichts mehr im Wege.

Mittlerweile bilden sechs Thermen innerhalb von nur 90 km das größte Wohlfühlgebiet Europas. Ergänzt werden die sprudelnden Sechs zwischen Bad Waltersdorf und Bad Radkersburg durch zwei weitere Themen in der Südweststeiermark und eine inmitten der obersteirischen Bergwelt.

Bad Gleichenberg wurde übrigens schon vor 180 Jahren als Kurort entdeckt. Schon 1882 hatte der Arzt Ignaz Werle eine Abhandlung über die die Heilkraft der Gleichenberger Quellen verfasst. Diese bewog im Jahr 1834 den Reichsgrafen Constantin von Wickenburg dazu, in den Südosten der Steiermark zu reisen und sich selbst ein Bild davon zu machen. Er kam – und blieb (weitere Infos: www.bad-gleichenberg.at).

Die Therme Loipersdorf (größte Therme der Steiermark) hat sich im Zentrum der oststeirischen Hügellandschaften zu einer touristisch außergewöhnlichen Destination entwickelt. Der südlichste Thermenort der Steiermark, Bad Radkersburg, birgt einige der heilkräftigsten Quellen Österreichs. Die jüngsten Thermenprojekte finden sich im Norden der Steiermark. Die Aqualux Therme in Fohnsdorf lockt mit Kinderbereich und Relax-Lounge.

© Therme Loipersdorf


Kulturevents und Festivals

steirischer Herbst

 

Die „Ortstafel“ mit der Aufschrift Steiermark empfängt Reisende in 25 Sprachen. Ein Zeichen der Weltläufigkeit, das auch für den Geist des steirischen herbstes steht.

Als eine Gruppe Maler, Architekten und Fotografen Ende der 1950er Jahre in einem Gründerzeitcafé eine Ausstellungshalle errichten wollte, stieß das zuerst einmal auf Ablehnung. 1960 war es dann aber so weit. Das Forum Stadtpark war ursprünglich eine Plattform für Kunst, Architektur, Film, Fotografie und Musik. Daraus ging 1968 das Avantgardefestival steirischer herbst hervor. So grenzen- und genreübergreifend wie das Festival, so nomadisch ist auch sein Zentrum, das jedes Jahr an einem anderen Ort aufgeschlagen wird. Kaffeehaus, Club, Lounge, Informationsstelle, Akademie, Casino und Konzertraum sind Hauptbühnen eines Festivals, das in sein Programm Musik, Performance, Tanz, Theater, Literatur, Architektur, Neue Medien und Theorie integriert.

www.steirischerherbst.at


La Strada in Graz

 

Beitrag zur Überwindung von Barrieren: Jeden Sommer, Anfang August, wird Graz beim Festival für Straßen- und Figurentheater zur Bühne.

Da staunten die Wartenden an der S-Bahn-Station nicht schlecht, als ihnen eine professionelle Abschiedsagentur ein glanzvolles Bahnhofszeremoniell bereitete, auf Wunsch romantisch oder mannhaft, inklusive Tränen und winkenden Taschentüchern. Es ist dies eine der Kunstaktionen eines Festivals, das bewusst ungewohnte Orte der Stadt Graz und einiger steirischer Gemeinden zu Spielstätten erklärt. Straßentheater, Akrobatik, Pantomime, Figuren- und Maskentheater, Kindertheater, Tanz und Clownerie schaffen alljährlich für eineinhalb Wochen Raum für Begegnungen zwischen Publikum und Künstlern aus ganz Europa, aber auch zwischen den Einwohnern aus verschiedenen Vierteln der Stadt. La Strada ermöglicht die Erkundung der Stadt und ihrer Bewohner und sucht die Begegnung über Grenzen hinweg. Damit ist das Festival längst ein Fixpunkt im Kulturleben der Stadt Graz.

www.lastrada.at


springfestival in Graz

 

Elektronische Musik ist das Wichtigste, was es auf Erden gibt. Das jedenfalls behauptet jedes Jahr für ein langes Juniwochenende das Grazer springfestival, Österreichs größtes Festival für junge elektronische Musik.

Internationale Elektronik-Top-Acts, Superstar-DJs, Visual Artists und Clubkultur-Pioniere treffen auf lokale Hoffnungsträger, Nachwuchs-DJs und Underground-Helden. Mit diesem Mix und dem bunt die Genres durchmessenden Programm wagt das springfestival alljährlich den Spagat zwischen Massenkompatibilität und Avantgarde. Und erklärt sämtliche nennenswerte Locations der Stadt zur Party-Zone. So steht etwa die Postgarage, einer der angesagtesten Clubs der Stadt, ganz im Zeichen der Electronic Beats, ebenso wie das Rondell des Parkhouse, einer lauschig-chilligen Location im Grazer Stadtpark. Auch das altehrwürdige Thalia dient dem Festival als Spielstätte, und zu guter Letzt steigen am City Beach Graz – mit Blick auf Murinsel, Kunsthaus und Franziskanerkirche – alle wesentlichen Open-Air-Acts des Festivals.

www.springfestival.at


Adventmärkte und Weihnachtliches

 

Mariazeller Advent

Mariazell gilt mit seiner Basilika als der wichtigste Wallfahrtsort Mitteleuropas – das 850-Jahr-Bestehen wurde 2007 sogar mit Papst Benedikt X VI gefeiert. Über 50 Veranstaltungen des Mariazeller Advents an den vier Advent-Wochenenden (Fr-So) und am 8. Dez. bieten Konzerte, Lesungen, die morgendliche Rorate, die Adventbastelstube für Kinder… Adventsingen, Märchentheater, regionale Chöre und Musikgruppen, romantische Adventspaziergänge, Fackelwanderungen, Krippenpfad und vieles mehr bringen den Gästen das große Fest näher.

www.mariazeller-advent.at

Mariazeller Advent. © Mariazeller Land GmbH / www.mariazellerland-blog.at


Grazer Advent 

8 duftende Adventmärkte in der Landeshauptstadt Graz, geschnitzte Eiskrippe aus 50 t Eis, weihnachtlicher Lichterglanz, Adventstadtspaziergänge, leuchtender Adventkalender am Rathaus, zahlreiche Adventkonzerte, das Büro für Weihnachtslieder und vieles mehr – das ist Graz in der Vorweihnachtszeit. Zahlreiche Adventpackages.

www.graztourismus.at


Weitere gute Adventadressen 

Bad Gleichenberger Advent: Advent, sou wia ́s früaher wor.

Bad Gleichenberg bietet an den Adventwochenenden einen Advent ohne Glitzer, ohne Plastik, ohne Alkohol. Die elektrische Beleuchtung wird abgeschaltet. Ausschließlich natürliche Lichtquellen sorgen für Licht und Wärme.

www.bad-gleichenberg.at


Advent auf der Pürgg

Der kleine romantische autofreie Ort Pürgg im Ennstal – in der Literatur auch „das steirische Kripperl“ genannt – öffnet an zwei Adventwochenenden die Türen der Privathäuser und lädt in diesem privat-persönlichen Rahmen zum Zuschauen beim Filzen, Schnitzen, Basteln und Handarbeiten ein. Im Ort selbst sorgen offene Feuerstellen, die mit Kerzen beleuchteten Fenster und die stimmungsvolle Bläsermusikuntermalung für eine Stimmung. Darüber hinaus werden Führungen in der freskenreichen romanischen Johanniskapelle aus dem 11. Jhdt. angeboten.

Weitere Infos


Advent in Stübing 

„Tannengraß und Lebzeltstern“ so nennt sich das Adventwochenende im Freilichtmuseum Stübing, in dem es Anfang Dezember ganz traditionell und besinnlich zugeht: alte Weihnachtslieder und –erzählungen bei knisterndem Feuer in der Rauchstube, Basteln von Christbaumschmuck, Verzieren der Lebzeltsterne, Spinnen, Klöppeln und traditionelle Leckerbissen stimmen auf Weihnachten ein. Man spaziert zwischen den Jahrhunderte alten Bauernhöfen herum – und wird wieder Kind.

www.stuebing.at


Schladminger Bergweihnacht

Im Zentrum der ehemaligen Bergwerksstadt Schladming verzaubern an den Adventwochenenden (Fr-So) 1000 Weihnachtskugeln und Sterne den Adventmarkt mit seinen Ennstaler Spezialitäten, sowie der traditionelle Handwerkskunst bei den Adventständen. Im Mittelpunkt stehen die lebensgroße begehbare Krippe, Maria und Josef, gekleidet in Schladminger Loden.


Joglland Advent in Vorau

An zwei Adventwochenenden findet in Vorau der Joglland – Advent statt. Hier werden bäuerliches Kunsthandwerk dargeboten, altes oststeirisches Brauchtum gelebt, bodenständige regionale Rezepte verkocht und verkostet und eine für die Region authentische Weihnachtskultur, basierend auf der langen landwirtschaftlichen Tradition der Region, erlebbar gemacht. Dies alles im Angesicht des Augustiner Chorherrenstiftes Vorau, des einzigen noch aktiven Chorherrenstiftes der Steiermark, welches in das Programm des Advent mit eingebunden wird. Zu jeder vollen Stunde gibt es vorweihnachtliche Gesangs- und Musikbeiträge, die sowohl in und um die Marktkirche, im mit einbezogenen Rathaus, aber auch bei angrenzenden Betrieben dargeboten werden.

www.joglland-waldheimat.at


Farracher Advent

im Schloss Farrach bei Knittelfeld stimmen rund um das 8.-Dez.-Wochenende regionale Musikensembles und Chöre sowie Kunsthandwerker aus ganz Österreich mit ihrer Handwerkskunst auf Weihnachten ein.

www.schlossfarrach.at


Stiller Advent im Vulkanland Straden 

Straden setzt ein Zeichen der Besinnung – der Markt mit seinen zwei Kirchtürmen am Stradner Kogel ist tannengrün erleuchtet und von weitem sichtbar. Es läutet alljährlich den Stillen Advent ein – ohne großen Zirkus, aber doch mit dem Bestreben, bewussten Menschen ein Stück Besinnung urückzugeben. Entkoppelt von der Hektik der Einkaufsstraßen streben die Gemeinden einen sichtbaren Gegenpol zur Glitzerwelt an.

www.vulkanland.at


Bratapfelzauber im ApfelLand

Im Zentrum des steirischen Apfels beginnt der Advent Ende November am Hauptplatz von Anger. Ab diesem Zeitpunkt ist die diesjährige Bratapfelzaubersaison im ApfelLand eröffnet. Verschieden zubereitete Bratäpfel, Bratapfelmarmelade, Bratapfellikör, Bratapfelmehlspeisen etc. können in der Adventzeit bei den Gastro- und Selbstvermarktungsbetrieben genossen werden.

www.apfelland.info

Bratäpfel im Steirischen Advent, Adventmarkt in Semriach.© Steiermark Tourismus / ikarus.cc


Christtagsfreudewanderung in Peter Roseggers Waldheimat 

Die Gegend rund ums Alpl in der nordöstlichen Steiermark wird nach Peter Rosegger, dem großen Sohn und Schriftsteller der Gegend, Roseggers Waldheimat genannt. Angeregt durch Roseggers Erzählung „Als ich Christtagsfreude holen ging“ macht man sich alljährlich stets am letzten Sonntagnachmittag vor dem Heiligen Abend auf dessen Spuren.

Die Wanderer werden um ca. 14. Uhr mit Bussen von Langenwang zur Waldschule gefahren und gehen von dort hinauf zum Geburtshaus. Mit Waisenblasen und einer kurzen Roseggererzählung stimmt man sich auf die Wanderung ein, die bei Anbruch der Dämmerung mit Fackeln durchgeführt wird. Den Fackelzug führt nun eine „Peter-Roseggerfigur“ als Waldbauernbub in der Person eines Buben an. Ein Bläserquintett des örtlichen Musikvereins sorgt für musikalische Umrahmung. An die 1000 bis 1200 Leute nehmen alljährlich an der Christmettenwanderung teil. Wie der „Christmettenweg“ ist auch die „Christtagsfreudewanderung“ dem Roseggergedächtnis gewidmet. Der vorangehende „Waldbauernbub“ wird mit dem kindlichen Rosegger identifiziert und ist ein Verweis auf die weithin bekannten Waldheimaterzählungen Roseggers.

www.hochsteiermark.at


Weihnachtsspaziergang bei Lipizzanern 

Die Weststeiermark mit dem Gestüt Piber ist Heimat und Kinderstube der Lipizzaner, bevor diese in der Spanischen Hofreitschule in Wien in der Tradition der „Hohen Schule“ ihre Reitkunst zeigen. Nach dem Advent in der Kirche zu Piber findet alljährlich am 24. Dezember der Weihnachtsspaziergang speziell für Kinder statt – damit kann die Wartezeit bis zum Christkind im Gestüt verkürzt werden…

www.piber.com

Viele weitere Märkte finden zwischen Pöllau, Deutschlandsberg, Fürstenfeld und Grundlsee statt: siehe www.steiermark.com/advent


Steirisches Brauchtum im Jahreslauf

 

JÄNNER

  1. Jänner – DREIKÖNIG (Epiphanie – Fest der Erscheinung des Herrn)

Die DREIKÖNIGSNACHT (5. auf 6. Jänner) ist die letzte der vier Raunächte. Im Ennstal kommen an diesem Tag die „Perchtln” und überprüfen, ob der Haushalt wohl sauber geführt wird.

Ennstal: GLÖCKLERLAUF (Glöckler tragen auf den Schultern große, von innen beleuchtete Kappen, z. T. mit Darstellungen biblischer Szenen). Der Brauch stammt aus dem ausklingenden 19. Jh. und kam aus dem Oberösterreichischen Salzkammergut in die Steiermark.

 FEBRUAR/MÄRZ

Faschingssonntag bis Faschingsdienstag

Maskenumzüge im gesamten Land.

Viele Zuschauer erleben alljährlich den Ausseer-Fasching: Am Sonntagabend werden in den Gaststätten „Faschingsbriefe” in gereimter Form verlesen oder gesungen; Vorkommnisse im Ort sowie „Schandtaten” einzelner Personen kommen dabei zur Sprache und sorgen für Erheiterung. Am Montag sind die „Trommelweiber” unterwegs; der Faschingsdienstag gehört den „Flinserln”. In ihren mit Stoffapplikationen und Silberflitter bestickten Gewändern, oft Familienerbstücke, ziehen sie von einer Streichmusik angeführt durch den Ort. Die „Zacherln” bahnen mit ihren Stöcken, an denen Schweinsblasen befestigt sind, dem Zug einen Weg durch die Zuschauermengen. Aus ihrem Nusssack werfen die Flinserl den Kindern Nüsse zu. Der Faschingsdienstag ist die eigentliche Fastnacht.

Bekannt ist auch das Murauer Faschingrennen. Maskierte (Wegauskehrer, Heangreifer, Schmied, Bär, Schellfasching, Glockfasching etc.) bewegen sich im Dauerlauf von Haus zu Haus. Jedem Hausbesitzer wird das „Fasching-Ross“ – dargestellt durch eine Maskengruppe – verkauft.

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch steht am Beginn der 40-tägigen Fastenzeit (eigentlich 46 Tage, an den Sonntagen darf aber nicht gefastet werden). In der Kirche zeichnet der Priester den Gläubigen das Aschenkreuz als Zeichen der Vergänglichkeit auf die Stirn (Asche aus verbrannten gesegneten Palmzweigen des Vorjahres).

  1. März – JOSEFITAG

Josef aus dem Geschlecht Davids war als Zimmermann in Nazaret tätig und wurde als Verlobter Marias zum Nährvater von Jesus. Josef ist auch Landespatron der Steiermark, Kärntens und Tirols. Ebenso ist er seit 1870 Patron der katholischen Kirche.

 MÄRZ/APRIL

Karwoche

Die Karwoche ist das Ende der Fastenzeit und der Beginn der österlichen Zeit. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag und endet am Karsamstag.

Palmsonntag:

Erinnerung an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Symbol: Palmbuschen in verschiedenen Gestaltungsvarianten; in der Messe wird erstmals die Passion gelesen. In der Steiermark werden am Palmsonntag statt der Palmwedel Weiden mit Palmkätzchen geweiht. Die Bezeichnung der Palmbuschen ist regional verschieden – vom Palmbesen über Palmbuschen bis Palmschüppel.

Gründonnerstag:

Früher Antlasstag (=Entlassung aus der Kirchenstrafe). Heute werden an diesem Tag verschiedene Grünbräuche zelebriert – auch beim Essen, etwa von Spinat mit Spiegelei. In der Kirche: Das Allerheiligste wird ausgesetzt; Glockenschweigen bis zur Auferstehung – Ratschen riefen früher zu den Betzeiten; heute ziehen Ratschergruppen Sprüchlein sagend von Haus zu Haus und erhalten kleine Gaben.

Im traditionellen Gründonnerstagsgottesdienst wird an das biblische Ereignis der Fußwaschung erinnert. So wäscht Jesus als Zeichen seiner Dienstbarkeit den Jüngeren die Füße. In Mariazell erfolgt im Anschluss an diese Gründonnerstag-Abendmesse mit der Fußwaschung das Apostelessen.

Karfreitag:

Gedenken an Kreuzigung und Grablegung Christi; Kreuzesanbetung; Aufstellen des hl. Grabes. An diesem Tag sind die Kirchenglocken stumm, nachdem sie sich am Gründonnerstag verabschiedet haben und nach Rom „geflogen“ sind. Erst zum Gloria der Karsamstagsmesse sind sie wieder zu hören. Ein schöner Brauch an diesem Tag ist wie bereits oben erwähnt das Ratschen. So bauen Kinder Hammer-, Kasten- oder Flügelratschen und geben anstelle des Glockengeläuts die Gebetszeiten an und sagen dazu Sprüche auf.

Karsamstag:

Am frühen Morgen Feuersegen; Weihfeuerträger bringen das gesegnete Feuer in die Häuser; erhalten kleine Gaben (Geldspenden, Ostereier). In der Osternachtfeier ertönen zum Gloria Glocken und Orgel erstmals wieder; „Weihfleischessen“ in den Familien; Ende der Fastenzeit. Osterfeuer werden an den Hängen angezündet.

Ostersonntag

Bis Mitte des 16. Jh. wurde Ostern vielerorts als Jahresanfangstermin gesehen und war neben den christlichen Glaubensvorstellungen mit zahlreichen Frühlingsbräuchen verbunden.

Osterei: das Symbol des Festes; das klassische Ei ist das rote; (Rot gilt als Farbe der Freude, des Lebens, des Triumphes). Mittlerweile gibt es Ostereier mit verschiedensten z. T. kunstvollen Verzierungen; das Ei wird zum Sammelobjekt. An diesem Tag findet das „Maschta-Singen“ (=Marter- bzw. Leiden-Christi-Singen) in den Gemeinden Mooskirchen und Hitzendorf in der Weststeiermark statt: Dabei pilgert eine Bußprozession zur Kirche mit geschmücktem Vortragskreuz; Buß- und Osterlieder werden gesungen; die Texte und Melodien reichen bis ins Mittelalter (1348/49). Die Prozession selbst stammt aus der Zeit des ersten Auftretens der Pest.

Mit dem Ostersonntag ist auch die Fastenzeit vorbei und damit auch wieder das Tanzen erlaubt. So finden in der ganzen Steiermark Ostertanz-Feste statt.

Ostermontag

Am Ostersonntag stehen die Ereignisse rund um die Auferstehung von Jesus im Mittelpunkt. Er ist der letzte Feiertag in der Osterzeit. Der Osterspaziergang an diesem Tag soll an den Gang der Jünger von Jesus nach Emmaus, einem Ort nordwestlich von Jerusalem erinnern. Emmausgänge gibt es auch in der Steiermark, so beispielsweise im weststeirischen Wernersdorf.

Symbole des Osterfestkreises

Kalvarienberge

Die Kasmandln (so werden sie im oberen Ennstal bezeichnet) sind geisterhafte Wesen, die in den leeren Hochalmen einziehen und am Martini-Vorabend zu den Menschen in die Häuser kommen. Im Mittleren Ennstal werden die Kasamandl als „Almraunzl“ bezeichnet, während sie im Mur- und Mürztal „Hüttenwaberl“ oder „Winterschwoagerin“ heißen.

Der rheinländische Brauch des Laternenfestes kam ebenso vor einigen Jahren in die Steiermark und wird hauptsächlich in Kindergärten mit Liedern und einem Lichterumzug begangen.

 DEZEMBER

  1. Adventsonntag

Am 1. Adventsonntag wird das erste Licht am Adventkranz angezündet. Der Adventkranz ist ein sehr junger Brauch, ursprünglich evangelischer Herkunft. Er kam aus Norddeutschland über Jugendbewegungen und evangelischen Gemeinden Ende der 1920er Jahre nach Österreich. Doch erst nach 1945 hat er sich über Kindergärten, Schulen und Kirchen als vorweihnachtliche Dekoration im privaten Haushalt weitläufig etabliert.

  1. Dezember – HL. BARBARA

Der Festtag der Hl. Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, wird vor allem in den Bergbauorten gefeiert. In den ost- und weststeirischen Braunkohlerevieren gibt es ein Barbara-Amt in der Kirche mit anschließender Feier in einem Gasthof.

In den obersteirischen Revieren um den Erzberg gibt es Aufführungen von Knappentänzen („Schwert- oder Reiftänze”). An der Montanuniversität Leoben ist der Barbaratag der Haupttermin für Anfang und Ende des Studiums. Studenten müssen als eine Art Aufnahmeritual den Sprung über das Bergleder, den Ledersprung, absolvieren. Die graduierten Diplomingenieure hingegen begeben sich im schwarzen Bergkittel zum Brunnen am Leobener Hauptplatz, wo sie die steinerne Brunnenfigur des Bergmannes zum Abschied küssen.

  1. Dezember: Hl. Nikolaus

Der Gaben bringende Nikolaus kommt schon am Vorabend (5. Dezember) –manchmal begleitet vom Krampus – zu den Kindern in die Häuser; vielerorts tritt der „Nikolo” nicht persönlich auf, sondern legt seine Gaben in bereitgestellte Gefäße. Bis zur Einführung des Christbaumes war „Nikolaus” das eigentliche Bescherungsfest für die Kinder. In vielen Orten gibt es am 5. Dezember „Krampustreiben”, ähnlich den Salzburger Vorbildern, wo vielfach besonders kostbare Holzmasken verwendet werden. Die Entwicklung hin zu prächtigen Masken erfolgte hauptsächlich erst in den letzten Jahrzehnten. Früher trat der Krampus ausschließlich in Begleitung des Nikolaus auf.

Krippen

In der Steiermark sind zwei Grundtypen zu sehen: orientalische (Geburtsszene in Ruine, Palmen) und regionale Krippen (mit Bauernhäusern und dazugehörigem Alltagsleben).Die Krippen in Kirchen sind im Vergleich zu den Privatkrippen meist wesentlich größere Ausführungen. Krippen gibt es in unterschiedlichen Varianten und Materialien zu kaufen. Es gibt auch Bastelanleitungen für den Selbstbau. Das Salzkammergut ist bekannt für besonders umfangreiche Krippen. Krippenschnitzer waren hauptsächlich die Bergknappen um den steirischen Erzberg und den Ausseer Salzberg. In Eisenerz ist für Interessierte eine Krippenschau eingerichtet.

Hl. Abend bis Neujahr

Die Adventzeit war früher eine strenge Fastenzeit, die erst mit der Christmette zu Ende ging. Das Festessen nach der Mette fiel daher besonders reichlich und fett aus. Der Christtag war ein reiner Familienfesttag. Der Stefanitag galt als Besuchstag. Es war auch der Tag, an dem die Pferde beim Stefaniritt bewegt wurden. In der nördlichen Weststeiermark vor allem werden Stefani-Ritte veranstaltet.

Jahreswechsel

Frisch und G`Sund Schlagen ist in der Steiermark und darüber hinaus verbreitet: Kinder streichen Erwachsene mit Birkenruten und sagen Sprüche mit Wünschen für gute Gesundheit im neuen Jahr auf. Als Gegenleistung gab es früher Nüsse, Äpfel oder Kletzen, später aber auch kleine Geldspenden.

Weitere Brauchtumsinformationen: www.volkskultur.steiermark.at


Historisch Interessantes – die Geschichte der Steiermark

 

 

2004

Seit dem 1. Mai und den neuen Mitgliedstaaten der EU rückt die Steiermark von einer geographischen Randlage (wieder) in die Mitte Europas.

1999

Die Altstadt Graz wird von derUNESCO zum Welterbe ernannt.

1919

Nach dem 1. Weltkrieg verliert die Steiermark 1/3 ihrer Landesfläche, die sogenannte Untersteiermark wird dem neu gegründeten SHS StaatJugoslawien angegliedert. Durch den Zerfall desHabsburgerreiches gerät die Steiermark, einst das

„Tor zum Südosten”, in eine Randlage.

1854

Bau der Südbahnstrecke über den Semmering (die 1.Hochgebirgsbahn der Welt, CarlRitter von Ghega). Die Bahnstrecke gehört zum UNESCO Welterbe.

19. JH.

Rege Bautätigkeit im Land undin Graz (TechnischeUniversität, Opernhaus, Karl-Franzens-Universität,Bahnhof, Landeskrankenhaus). Bedeutende Wissenschafter und Künstler siedeln sich an. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts setzt Erzherzog Johannvon Österreich entscheidende und nachhaltige Impulse zur Entwicklung von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft in der Steiermark.

1797 –1800

verwüstet Napoleon in den Koalitionskriegen die Obersteiermark. Die Einnahme von Graz jedoch gelingt nicht, der 3-

wöchigen Belagerung halten die Grazer tapfer stand. Jedoch fordert Napoleon die Schleifung der Burganlage auf dem Schlossberg, der Uhrturm, das Wahrzeichen der Landeshauptstadt, wird von den Bürgern freigekauft und bleibt

erhalten.

1619

Der Habsburger Herzog Ferdinand wird Kaiser des deutschen Reichs, mit ihm übersiedelt auch der gesamte Hof nach Wien. Graz verliert seineBedeutung als Residenzstadt.

1564

Herzog Karl II von Innerösterreich lässt im untersteirischen Lipica (heute Slowenien) die berühmten weißen Pferde ansiedeln, die Geburtsstunde der Lipizzaner und der Wiener Hofreitschule. 1920 nach Verlust der Untersteiermark werden die Pferde ins

weststeirische Piber gebracht, wo sie bis heute im Bundesgestüt ihre Heimat haben.)

1438 –93

Erste Blütezeit der Stadt Graz und der Steiermark unter dem Habsburger Herzog Friedrich V (ab 1452 Kaiser Friedrich III

– als letzter Kaiser in Rom gekrönt). Seine Lieblingsresidenz ist Graz, welches eine rege Bautätigkeit und seine Hochzeit als

Kaiser-Residenz erlebt. Größte wirtschaftliche Blüte der Steiermark.

1379

Teilung des Habsburgerreiches. Zu Innerösterreich gehören fortan die Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Triest, Istrien und die

Windische Mark. So sollten sie bis 1919 bleiben.Graz entwickelt sich zum kulturellen und geistigen Zentrum von Innerösterreich.

1180

Die Steiermark wird zum selbständigen Herzogtum erhoben.

970

ist die Steiermark erstmals namentlich erwähnt, Graz (“Gracz”) erstmals 1128/29.

8. JH. – 955

Ständig Ungarn-Einfälle, anschließend Eingliederung in das Frankenreich.

6. – 8. JH.

Slawische Stämme besiedeln das Gebiet der heutigen Steiermark, erst gegen Ende des 8. Jahrhunderts siedelt Kaiser Karl der Große deutsche Stämme an. Das slawische Element jedoch bleibt bis heute im Sprachgebrauch erhalten.

15 v. –70 n.CHR.

Das Gebiet der Steiermark (Königreich Noricum) wird dem Römischen Reich friedlich angegliedert. Bereits aus der Römerzeit bekannt sind Thermalquellen wie Bad Gleichenberg oder Bad Mitterndorf.


Christian Klöckl: die Steiermark in ihrer vollen Breite – ein Buchtipp

 

Er ist ein begnadeter Musiker und liebt die Stille, er hat 60 Länder bereist und 16 davon zu Fuß durchquert, ist auf sieben Pilgerreisen 4.000 km gewandert und hat in der Langsamkeit seinen Blick geschärft – der Steirer Christian Klöckl. Er ist Pianist, Komponist, Geograf – und er ist ein grandioser Fotograf.

15 Jahre ließ sich Christian Klöckl Zeit, um sein Heimatland in 3.000 Panoramabildern in Szene zu setzen. Und nun legt er mit STEIERMARK – Das Land in seiner vollen Breite  ein Buch der Superlative vor: Aufgeklappt ist das Buch mehr als einen Meter breit, über 3 kg schwer, und die 80 ausgewählten Fotos im Format von 600 x 300 mm bestechen durch ihre meditative Kraft und ihre unendliche Schönheit.

Ausgehend von Graz lädt Christian Klöckl zu einer fotografischen Reise zu Bergen, Hügeln, Seen, Wasserfällen, Burgen, Städten, Kultur- und Naturschätzen zwischen der südsteirischen Weinstraße und dem Dachstein ein. Seine Bilder sind mit einer Noblex Panorama-Kamera in einem Winkel von 136 Grad aufgenommen, sie sind Kompositionen aus dem Standpunkt, dem Sonnenstand, der Grundstimmung, der Jahreszeit – und beflügelt von dem eigenen Staunen und dem Glück angesichts der Schönheit der Natur und der Landschaften.

 

Christian Klöckl
STEIERMARK – DAS LAND IN SEINER VOLLEN BREITE
Mit einem Vorwort von Dietrich Mateschitz
Hardcover mit geprägtem Efalin, 600 x 300 mm, 176 Seiten

ISBN: 978-3-7104-0123-7, Preis: € 149,-

 

Der Pianist und Komponist Christian Klöckl wurde 1967 in Graz geboren. Mit 6 Jahren begann er Klavier zu lernen. Mit 10 Jahren bekam er seine erste Kamera. 14-jährig wurde er als Begabtenschüler an der Musikuniversität Graz im Fach Klavier aufgenommen. Nach der Matura am Musikgymnasium Graz studierte er bei Professor Walter Groppenberger Klavier, zusätzlich studierte er drei Jahre Geografie und Wirtschaftskunde. Erste große Reisen führten ihn nach China, Neuseeland, Kanada, Island und in die Südsee. Insgesamt bereiste Klöckl 60 Länder, 16 davon durchquerte er zu Fuß. In 7 großen Pilgerreisen ging er mit dem Pfarrer von Frohnleiten 4.000 Kilometer durch Europa – u. a. von Köln nach Salzburg, von Salzburg nach Lourdes, von Ungarn nach Istanbul, von Damaskus nach Jerusalem. Als Pianist und Komponist konzertierte Klöckl in Dubrovnik, Split, Graz, Salzburg, Rom, Wien und im Vatikan. In den Jahren 2008 und 2015 gewann er beim Internationalen Kompositionswettbewerb „Harmonia Classica“ in Wien den Publikumspreis. Musik und Natur sind die großen Themen seines Lebens.


Beitragsbild: Blick auf das Dachsteinmassiv von der Reiteralm bei Schladming. Steiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: Lamm

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