Wachau-Reiseführer für Genießer, Radfahrer und Wanderer

Die Wachau, ein 36 Kilometer langer Abschnitt des Donautals zwischen Krems und Melk, zählt wohl mit zum Schönsten, das Österreich zu bieten hat. Hier trifft intakte Natur auf vielfältige Kultur und Genuss. Die Region knapp 80 Kilometer westlich von Wien bietet hochwertige Weine und die über die Grenzen des Landes hinaus bekannte Wachauer Marille. Sie gedeihen hier dank besonderer klimatischer Bedingungen des schmalen Tales mit seinen für den Wein- und Obstbau ideal geeigneten Steinterrassen besonders gut.

 

Das Stift Melk dominiert den Eingang zur Wachau und ist unbedingt einen Besuch wert. Es lässt sich von der Melker Altstadt aus fußläufig erreichen und bietet einen sehr schönen botanischen Garten und ein sehenswertes Museum (beides mit Eintritt). Im Innenhof lockt ein Restaurant mit Garten.

Reizvolle, romantische Ziele sind die vielen sehenswerten Gemeinden, Burgen, Ruinen und kirchlichen Bauten der Region. Vor allem das auf einer Anhöhe thronende Stift Göttweig ist einen Besuch wert; ebenso das Stift Melk oder die Ruinen Aggstein und Dürnstein. Ein kulturelles Zentrum ist Krems an der Donau mit seiner lebhaften Altstadt und seinen spannenden Museen.

Ein besonderes Erlebnis ist eine Schifffahrt entlang der Flusslandschaft der Wachau. Die Wachau ist eines der beliebtesten Ziele für die touristische Donauschifffahrt. Touren starten etwa in Passau oder in Linz und führen bis Wien.

 

Aber auch zu Fuß lässt sich diese besondere Kulturlandschaft aufs Beste erkunden. Etwa auf den Pfaden des „Welterbesteigs Wachau“. Hier kann man wunderbar von Ort zu Ort wandern, durch malerische Winzerdörfer, Weingärten und beschauliche Renaissance-städte. All das lässt sich aber nicht nur auf gut gepflegten Wanderwegen erkunden. Auch Radfahrer und Mountainbiker schätzen die Region.

Immer wieder lockt dabei Kulinarisches. Die Wachau ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Österreichs und bietet zudem eine Fülle von mit Sternen ausgezeichneten Restaurants sowie urige Gasthäuser und Heurigenlokale.

 Die Wachau ist zudem für ihre leckeren Marillen bekannt und für die rund 150.000 Marillenbäume, die den Obstbauern jedes Jahr eine reiche Ernte bescheren. Sie überziehen die alte Kulturlandschaft im Frühling mit einem duftigen, rosa-weißen Schleier. Rund 150.000 Aprikosenbäume verwandeln die nur eine Fahrstunde von Wien entfernte Wachau in ein regelrechtes Blütenmeer.

Genussurlauber schätzen, was die Region an Marillenprodukten kulinarisch zu bieten hat: Die Früchte finden ihren Weg in Kuchen, Strudel, Chutneys, Marmeladen, Edelbrände und Liköre. Noch bekannter als die EU-geschützte Wachauer Marille ist der Wein, der hier angebaut wird. Denn natürlich steht die Wachau auch für Wein. Die Weingärten der Region sind auch optisch ein Genuss. Erkunden lassen sie sich am besten zu Fuß auf einem der zahlreichen Wanderwege, die diese Region bietet. Hier kann man wunderbar von Ort zu Ort wandern, durch malerische Winzerdörfer, Weingärten und beschauliche Renaissancestädte.

Weissenkirchen in der Wachau

All das lässt sich aber nicht nur auf Wanderwegen erkunden. Auch Radfahrer und Mountainbiker schätzen die Region. Wer sich lieber ganz auf´s Schauen konzentrieren will, kann diese österreichische Region auch bei einer Donau-Schifffahrt erkunden.

 

Die Wachau erwandern

Welterbesteig Wachau

Fast jeder Streckenabschnitt des sehr empfehlenswerten Welterbe-Steigs bietet einen Blick auf die Donau und die pittoresken Dörfer des Weltkulturerbes Wachau. Das Wandererlebnis dauert insgesamt 14 Tage: Während dieser Zeit legt der Wanderer 180 Kilometer zurück und erwandert damit die gesamte Wachau zu Fuß. Die Route ist in 14 Etappen gegliedert, die auch individuell absolviert werden können. Am Welterbe-Steig Wachau treffen mit Weinreben bepflanzte Hügel auf schroffe Felswände und sonnendurchflutete Wege. Übernachten werden kann ganz urig beim Winzer oder im Vier-Sterne-Hotel.

Der Welterbesteig Wachau ist ein 180 km langer Weitwanderweg und führt auf den schönsten Wanderwegen durch das Donautal und die Weinlandschaft.

Rieden und Heurigen erleben

Eines der Highlights des Weltkulturerbe-Steigs sind die Rieden-Wanderwege. Sie führen entlang der berühmten Steinterrassen aus Trockensteinmauern, die für die Wachau so typisch sind und wo der weltberühmte Wein der Region gedeihten.

Weinterrassen bei Dürnstein / Wachau

Genießen kann man ihn zusammen mit einer Heurigenjause bei einem der zahlreichen Winzerbetriebe, die den Weg säumen. Auch kulturell hat der Welterbe-Steig einiges zu bieten. Bei der Etappe Aggsbach-Hofarnsdorf kommt man am Benediktinerstift Melk vorbei, einem barocken Ensemble, das markant über der Altstadt auf einer Anhöhe thront. Beeindruckend ist auch die Burgruine Aggstein, die einst von Raubrittern bewohnt wurde, die bei vorbeifahrenden Schiffen Maut einhoben und Schrecken verbreiteten.

Geschütze Lebensräume erwandern

Der Steig führt durch selten gewordene Natur. Die Wachau gehört zu den am strengsten geschützten Lebensräumen in der Europäischen Union. Die Wachau ist eine von wenigen Regionen in Europa, in denen die Donau frei und ohne in eine Bahn gedrängt zu werden, fließen kann. Typisch sind auch die Trockenrasenflächen, auf denen Orchideenarten gedeihen, die es nur in der Wachau gibt. Mit etwas Glück können Wanderer auch das sehr selten gewordene Steinfedergras auf dem Weg entdecken.

Den Welterbesteig mit Gepäcktransport erwandern:

Mehr als 10 verschiedene Wander-Packages mit Gepäcktransport können ab einer Dauer von 2 Nächten gebucht werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig: so wandert man bei Buchung von „Donauromantik am Welterbesteig“ 5 Tage am Nordufer der Wachau von Krems bis Melk. Beim  Package „Luxuswandern. WanderLuxus“ beinhaltet das 5-tägige Wandererlebnis Aufenthalte in 4 und 5-Sterne Hotels der Wachau. Wer ein ganzes Wochenende Zeit hat, kann im Rahmen des Urlaubspackages „Für Bergfexe und Weinliebhaber“ die Wanderrouten um Spitz entdecken. Nicht nur das Gepäck wird bei allen Angeboten transportiert, auch eine Wanderjause für unterwegs ist bei Buchung inkludiert. Alle Wanderpakete mit Gepäcktransport sind buchbar unter www.wachau.at/urlaubspauschalen.

Alle Informationen, Etappen, Tourendownload und Prospekte finden sich auf www.welterbesteig.at

 

Die Etappen des Welterbesteigs

1. Krems, Hoher Markt – Dürnstein Altstadt (12,5 km in etwa 4h 30 min zu gehen)

2. Dürnstein, Altstadt – Weißenkirchen, Marktplatz (17 km, 6 h Gehzeit)Weißenkirchen, Marktplatz – Spitz, Kirchenplatz (10,5 km, 3,5 h Gehzeit)

3. Spitz, Kirchenplatz – Mühldorf, Marktplatz (13 km, 4 h Gehzeit)

4. Mühldorf, Marktplatz – Jauerling – Maria Laach (13 km, 5 h 30 min Gehzeit)

5. Maria Laach, Marktplatz – Aggsbach Markt, Marktplatz (7 km, 2 h Gehzeit)

6. Aggsbach Markt, Marktplatz – Emmersdorf, Marktplatz (15,5 km, 5 h Gehzeit)

7. Emmersdorf, Marktplatz – Melk, Altstadt (10 km, 3 h Gehzeit)

8. Melk Altstadt – Aggsbach Dorf, Hammerschmiede (17 km, 6 h Gehzeit)

9. Aggsbach Dorf, Hammerschmiede – Hofarnsdorf, Schloss (16 km, 5,5 h Gehzeit)

10. Hofarnsdorf, Schloss – Rossatz, Kirchenplatz (17 km, 6 h 30 min Gehzeit)

11. Rossatz, Oberbergern, Kapelle (12 km, 4 h Gehzeit)

12. Oberbergern, Kapelle – Stift Göttweig – Mautern, Rathausplatz (17,5 km, 6 Std Gehzeit)

13. Mautern, Rathausplatz – Krems, Hoher Markt (4 km, 1h Gehzeit)

Die Jauerling-Runde

Eine schöne Ergänzung des Welterbesteigs ist die Jauerlingrunde. Als Ausgangs- und Endpunkt einer Jauerlingwanderung bietet sich der Wallfahrtsort Maria Laach an.

Die Runde ist ein attraktiver Weitwanderweg um den Naturpark Jauerling-Wachau, der über die Waldviertler Hochebene führt. In insgesamt sieben Etappen kann man weitere 90 Kilometer erkunden. Der höchste Berg der Wachau wird mit seinen 960 Metern Höhe auch “Dach der Wachau” genannt.

  1. Spitz Kirchenplatz – Aggsbach Markt, Marktplatz (16 km, 5 h 30 min Gehzeit)
  1. Aggsbach Markt, Marktplatz – Maria Laach, Marktplatz (7 km, 2h Gehzeit)
  1. Maria Laach, Marktplatz – Emmersdorf, Marktstraße (14 km, 4 h Gehzeit)
  1. Emmersdorf, Marktstraße – Weiten, Prangerplatz (17 km, 5 h Gehzeit)
  1. Weiten, Prangerplatz – Raxendorf, Marktplatz (8 km, 3 h Gehzeit)
  1. Raxendorf, Marktplatz – Mühldorf, Marktplatz (12 km, 3 h Gehzeit)
  1. Mühldorf, Marktplatz – Jauerling- Spitz, Kirchenplatz (13,5 km, 5 h Gehzeit)

Beide Wachau-Ufer werden regelmäßig zwischen Krems und Melk mit Bussen befahren. Bei einer Wanderung am Welterbesteig kommt man nach der Etappe in jedem Fall bequem mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurück.

Best Trails of Austria

Der Welterbesteig Wachau zählt zu den “Best Trails of Austria”. Diese Kooperation der schönsten Weitwanderwege Österreichs steht für optimale Orientierung und Markierung entlang der Wege, besondere Naturerlebnisse, professionelles Gästeservice und leichtes Wandern (Info unter www.best-trails.at).

Mehr Informationen finden sich auch unter www.welterbesteig.at  oder www.wachau.at.

 

Weitwandern an der Donau

Wer noch mehr Zeit mitbringt, kann die Wachau in eine Weitwandertour einbinden. Der Weitwanderweg Nibelungengau verbindet auf seinen 110 km Gesamtlänge den oberösterreichischen Donausteig im Westen mit dem Welterbesteig Wachau im Osten. Viel Natur und traumhafte Ausblicke auf das Donautal begleiten Wanderer auf Schritt und Tritt. Der Weg verläuft sowohl nördlich als auch südlich der Donau und verbindet alle Kulturschätze und Naturjuwele wie ein roter Faden.

Die acht Etappen sind zwischen 10 und 22 Kilometer lang. Entlang der Strecke findet sich alles, was Wanderern Freude macht: Ruheplätze zum Verweilen, romantische Klammen und Plätze, aber auch historisch gewachsene Städte und Dörfer. Infos zu den einzelnen Etappen wie Länge, Höhenmeter oder Schwierigkeitsstufe können auf www.nibelungengau.at abgerufen und heruntergeladen werden.

Der Jakobsweg zwischen Göttweig und Melk

 “Ich bin dann mal weg”, unter diesem Titel veröffentlichte der deutsche Entertainer Hape Kerkeling einen Bestseller über seine Weg- und Sinnsuche auf dem Jakobsweg. Mittlerweile kann man das, was Kerkeling in Spanien erlebt hat, auch in Österreich nachvollziehen. Als besonders schön gilt der Pfad zum Meditieren und Genießen im Abschnitt zwischen den niederösterreichischen Städten Göttweig und Melk. Die Strecke ist nur 44 Kilometer lang. Sie kann in etwa zwölf Stunden oder zwei leichten Tagesmärschen bewältigt werden. Die beiden Stifte Göttweig und Melk kennzeichnen eindrucksvoll den Beginn und das Ende der Wachau und sind Ausgangs- und Zielpunkt der Pilgerwanderung am Jakobsweg.

Auf dem gut markierten Weg geht es von Göttweig über Unter- über Oberbergern in den sagenumwobenen Dunkelsteinerwald und seinen illyrisch-keltischen Hügelgräbern.

Ruine Aggstein. Draußen lockt der Blick über die Wachauer Donau.

Die nächste Station ist die Burgruine Aggstein. Die einstige Raubritterburg beeindruckt heute mit einer stimmungsvollen Atmosphäre und einem atemberaubenden Panorama. Auch bei Schönbühel kann man den Blick über das Donautal schweifen lassen.

2C2C shutterstock

Burgruine Aggstein

 

Anschließend geht es noch einmal steil bergauf nach Hub, wo der Wanderer schon das prachtvolle Barockstift Melk an der westlichen Pforte zur Wachau erkennen kann.

Stift Melk

Dieser Kirchenbau ist vor allem wegen seiner beeindruckenden Stiftsbibliothek weltberühmt. Einen Besuch Wert ist auch das sogenannte Paradiesgärtlein des Stifts – das ist ein gepflegten Hausgarten mit Heil-, Gewürz- und Duftkräutern, einem barocken Gartenpavillon und einem historischen Wasserbecken.

Stift Göttweig – Österreichs “Montecassino”

Stift Göttweig wird wegen seiner fantastischen Lage hoch auf dem Göttweiger Berg und dem herrlichen Ausblick auch das “österreichische Montecassino” genannt. Im Stiftspark faszinieren 125 Jahre alte Mammutbäume und andere Exoten.

Der Alter von Stift Göttweig

Auf dem gut markierten Weg gelangt man von Göttweig über Unter- und Oberbergern in die mystischen Tiefen des Dunkelsteinerwaldes, vorbei an illyrisch-keltischen Hügelgräbern – den “Sieben Gräbern” – bis auf den Kreuzberg.

 Zur Belohnung ein guter Tropfen

Zur Rast entlang des Weges bieten sich die regionstypischer „Heurigen“ an. Diese Buschenschanken sind durch Buschen aus Zweigen am Eingang gekennzeichnet. Sie sind auch ein idealer Stopp bei einem Spaziergang durch die Weinberge, einer weiteren Möglichkeit, die Landschaft entlang der Donau per pedes kennen zu lernen. Neben Wein gibt es hier natürlich auch Alkoholfreies und Limonaden.

Lamas als Gepäckträger

Wer seine Pilgerwanderung gerne in besonderer Gelassenheit und Stille erleben möchte, der lässt sich auf seinem Weg durch den schönen und mystischen Dunkelsteinerwald von einem Lama begleiten.

Die liebenswerten Tiere beeindrucken durch ihre sanfte Ausstrahlung. In Gruppen bis zu 15 Personen, begleitet von fünf bis sechs Lasttieren, geht man von Melk nach Göttweig oder in die entgegengesetzte Richtung.

Info: www.lamawanderland.at

Nähere Infos und Streckendetails des Wachauer Jakobswegs

 

Weingartenwandern

Die Landschaft entlang der Donau verleitet sogar bewegungsfaule Weintrinker zu einem Spaziergang. Wanderungen durch die Weinberge der Orte Weißenkirchen, Spitz oder Dürnstein verlangen weder besondere Kondition noch eine bestimmte Ausrüstung, nur Muße. Über die Weinberge thronen in der Wachau mit der Ruine Dürnstein und der Ruine Hinterhaus in Spitz Zeugen längst vergangener Zeiten. Von diesen Aussichtspunkten eröffnet sich ein wunderbarer Blick über die von Weinrieden und vom Donaufluss geprägte Landschaft.

Der Wachauer Marillen-Erlebnisweg

Im Sommer regieren „König Marillus“ und „Prinzessin Aprikosia“ in der Wachau: Dann leuchten Obstgärten der sonnenverwöhnten Kulturlandschaft nahe bei Wien in appetitlichem Orange. Geerntet werden die leckeren Früchte ab Anfang bis Mitte Juli. In dieser Zeit finden Besucher überall entlang der Hauptstraße farbenfrohe Stände, wo man pflückfrische Marillen kaufen kann. Von den Bäumen geholt werden die vollreifen Früchte in Handarbeit mit dem Wachauer Marillenzistel, dem traditionellen Pflückkorb für die Marille. Durch seine schmale und spitz nach unten zusammenlaufende Form kann mit dem Zistel einfacher in den hohen Bäumen geerntet werden.

Fünf Stationen umfasst der Wachauer Marillen Erlebnisweg, der ausgehend vom Weinhof Aufreiter in Krems-Angern etwa 4,5 Kilometer durch die malerische Landschaft und durch alte Marillengärten der Wachau führt. Am Start und Zielpunkt der Tour gibt es einen Hofladen und Möglichkeiten zur Verkostung. Geführte Wanderungen für Gruppen können per Mail an willkommen@weinhof.at angefragt werden.

Info: www.marillenweg.at

Marillen aus der Wachau (Aprikosen)

Die vielfältige Geschichte des Wachauer Weins und die Besonderheiten dieses niederösterreichischen Anbaugebiets stehen im Mittelpunkt des Panoramawanderweges, der vor einigen Jahren eröffnet wurde („Vom Wein zur Marille“ im Spitzer Graben – www.marivino.at). Spannende Einblicke in die Welt der Wachauer Weine liefert außerdem die Weinerlebniswelt wein.sinn in Krems. Sie bietet Einblicke in die Weinwerdung und Weinproduktion (www.sandgrube13.at).

Kartenmaterial für Wanderer und Mountainbiker:

“Wachau – Kamptal: Wanderkarte mit Aktiv Guide und Radrouten. GPS-genau”

 

Der Wachauer Donauradweg

Der Donauradweg ist einer der bekanntesten Radwege Europas – und die niederösterreichische Donauregion Wachau-Nibelungengau-Kremstal wohl eine der schönsten Etappen seines Verlaufs. Wer hier gerne die Perspektive und das Ufer wechseln möchte, findet im Teilstück durch die Wachau zahlreiche Fähren, mit denen man mit dem Rad übersetzen kann.

 

Radfahren in der Wachau

Das von üppigen Weinterrassen und Weingärten geprägte Nordufer bildet einen interessanten Kontrast zu dem durch Obstbau bestimmten, bewaldeten Hängen des Südufers. Das Panorama der Orte Weißenkirchen, Spitz und Dürnstein lässt sich wunderbar von der südlichen Donauseite aus erleben. Lohnend für alle, die eine Bergetappe nicht scheuen, ist der Besuch der Burgruine Aggstein.

Pause bei einer Fahrradtour entlang des Donauradwegs a mit Blick auf Dürnstein in der Wachau.

 

Abzweigen vom Donauradweg

Wer das Umland kennen lernen will, der sollte im Bereich der Wachau vom Donauradweg abbiegen. Sieben von der Hauptroute abzweigende Radwege verbinden sehenswerte Plätze: Südlich der Donau, zwischen dem Weinbaugebiet Carnuntum, Bruck/Leitha und Hainburg folgt man der „Römer-Tour“ oder der „Wein-Tour“, die mitten ins Herz des Weinbaugebiets Carnuntum durch Kellergassen, Schaukeller und Lehrpfade führt. Am Nordufer, zwischen Orth/Donau und den Marchfeldschlössern, haben Radler die Wahl zwischen der Natur-Tour durch die Auenlandschaft des Nationalpark Donau-Auen und der Schlösser-Tour, die vom Nationalparkzentrum Schloss Orth an Schloss Eckartsau vorbei bis nach Schloss Hof führt.

Kulinarische Abstecher

Es lohnt sich, etwas mehr Zeit einzuplanen, um nach der sportlichen Betätigung auch das kulinarische Angebot und die bekannten Weine der Region zu genießen. Am Weg von Melk nach Krems sind Top-Restaurants und Gasthäuser mit traditioneller Landhausküche in einer unglaublichen Dichte vorhanden. Viel zu schade, um nur im Vorbeifahren einen Stopp zu machen! Besser man quartiert sich in einem der pittoresken Orte ein, um in die Landschaft einzutauchen und Küche und Keller der Region und die Sehenswürdigkeiten zu genießen.

Die Umgebung der Wachau lässt sich übrigens auch im Winter meist problemlos per Rad erkunden, da die Temperaturen in dieser Weinbauregion selbst im Januar meist eher mild sind. Besonders schön ist die Region im Frühjahr, etwa wenn im April tausende Marillenbäume blühen.

 

Gut essen & trinken in der Wachau

Aus’gsteckt is!“ – die Buschenschanken

Die Weißweine der Wachau tragen die Bezeichnungen Steinfeder, Federspiel und Smaragd. Der leichteste Wein, die Steinfeder, wurde nach dem in der Wachau vorkommenden Steinfedergras benannt. Federspiele sind klassische und trockene Weine. Namensgebend ist das so genannte Federspiel, das bei der früher in der Wachau sehr beliebten Falkenjagd verwendet wurde. Die Smaragdweine sind die wertvollsten Weine. Die Smaragdeidechsen, die sich in den Weingärten an den Steinmauern sonnen, standen hier als Namensgeber Pate.

 

Verkosten kann man die Weine in der gesamten Donauregion in uriger Atmosphäre: Untrennbar mit Weingenuss verbunden sind die sogenannten „Heurigen“. Hier gibt es in gemütlicher Atmosphäre Eigenbauweine und als “Unterlage” dazu  Schmankerln. Ein richtiger Heuriger hat nur zu bestimmten Zeiten geöffnet oder “ausg’steckt”, wie es in der Wachau heißt. Das Zeichen dafür ist ein Buschen aus Zweigen am Eingang, der mitunter zur besseren Kenntlichkeit manchmal farbenfroh beleuchtet ist.

DisobeyArt/ shutterstock

Die Wachau ist ein Land für Weingenießer uns solche, die es werden wollen. Fast das ganze Jahr hindurch finden in der Region Weinveranstaltungen statt. Die Haupt-Weinsaison ist der Herbst: Die Trauben sind reif, werden gelesen und die Kellerarbeit läuft auf Hochtouren, um den neuen Jahrgang vorzubereiten. Zu dieser Zeit kann man die Arbeit der Winzer und die Weintradition der Donauregion am besten hautnah miterleben. Im Sommer locken schöne Wanderungen durch die Weingärten.

 

Steinfeder, Federspiel und Smaragd – so wunderbar wie die Namen der verschiedenen Weinkategorien der Wachau ist auch ihr Geschmack. Sie gelten unter Weinkennern als absolute Top-Sorten. Vor allem Qualitäts-Weißweine werden in den sonnenverwöhnten Hügeln der uralten österreichischen Kulturlandschaft entlang der Donau erzeugt. Bodenbeschaffenheit und Klima sind so außergewöhnlich, dass hier eine besonders leichte Variante – der bereits erwähnte Steinfeder – gekeltert werden kann, die trotz ihres geringen Alkoholgehaltes charaktervoll und nuancenreich ist. Aber auch kräftige Weinsorten fühlen sich hier wohl: Die Sorte Federspiel ist besonders fruchtig und kraftvoll. Sie gedeiht nur in besonders guten Lagen. Als kostbarster Wein der Wachau gilt der Smaragd. Er kann nur in besonders guten Jahren gewonnen werden.

 

Die Wachauer Marillen

Bereits in römischer Zeit wurde im Donauraum Obstbau betrieben. Heute werden in der Wachau etwa 20 verschiedene Sorten angebaut. Seit 1996 ist die Aprikose unter dem Namen „Wachauer Marille“ EU-geschützt. Grund für ihre geschätzte Qualität ist das besondere Klima, der Boden und vor allem das Zusammentreffen verschiedener Klimate. Die damit verbundenen großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, speziell in der Reifephase, haben einen direkten Einfluss auf Geschmack, Aroma und Gehalt der Frucht.

Der Startschuss zur Marillenzeit fällt mit dem Beginn der Marillenblüte, die je nach Wetterlage Ende März bis Anfang April einsetzt. Rund 150.000 Marillenbäume sorgen für in ein duftiges rosa-weißes Blütenmeer.

Die Marillenblüte ist auf der Strecke zwischen Rossatz und Arnsdorf am beeindruckendsten. Hier reihen sich die Bäume besonders dicht aneinander. Auf einer Schiffsreise durch die Wachau oder eine Radtour lässt sich die blühende Landschaft am intensivsten erleben.

Das pflückfrische Obst ist von Anfang mit Mitte Juli an für die nächsten drei Wochen an zahlreichen Ständen zwischen Krems und Spitz zu verkosten. Schätzungsweise 100.000 Marillenbäume aus 21 Gemeinden liefern den Ertrag der Original Wachauer Marille. Alle 220 Produzenten sind auf www.wachauermarille.at aufgelistet.

Ein kulinarischer Alleskönner

Egal, ob frisch vom Baum, in Knödeln, in Kuchen und Strudeln, als Marmelade, Kompott oder als fruchtig köstlicher Edelbrand – die Wachauer Marille lässt ihrem Genießer das Wasser in jedem Fall im Munde zusammenlaufen.

Wachauer Marillenknödel

In den Küchen der Wachauer Wirtshäuser, Landgasthäuser und Haubenrestaurants stehen die fruchtigen Kreationen bis etwa Anfang August auf dem Speiseplan. Berühmt für ihre Marillen-Spezialitäten sind unter anderem das Gasthaus Jell in Krems und das Landhaus Bacher in Mautern. Die zahlreichen Marillenprodukte sind zudem beliebte Mitbringsel von einer Wachau-Reise. Von der Marmelade, den Chutneys über Liköre und Destillate bis zu Marillen-Naturkosmetik reicht die Palette der typischen Produkte. Und natürlich ist die Marille auch ein Grund zu feiern: Die traditionellen Marillenfeste finden im Juli statt.

Farbenfrohe Erntezeit

Zur Erntezeit im Juli sind überall entlang der Hauptstraße farbenfrohe Stände aufgebaut, wo man pflückfrische Früchte kaufen kann. Ende Juli findet der traditionelle Spitzer Marillenkirtag statt. Bei diesem Fest wird dem Wachauer Traditionsobst seit mehr als 50 Jahren Fest gehuldigt. Auf dem Speiseplan stehen Marillenknödel, Marillenbowle und Marillenbrand. Zu den Höhepunkten des Programms zählt der traditionelle Festzug von König Marillus und Prinzessin Aprikosia, der durch den Ort führt und in die Verleihung der Goldenen Marille mündet. Mit Volkstänzen und Liedern klingt die zweitägige Feier aus. Ebenfalls Ende Juli feiert Krems unter dem Motto „Alles Marille“.

Die österreichische Tourismusregion Wachau ist für ihre guten Weine bekannt. Ein wenig im Schatten dieser Genuss-Tradition steht die Marille. Dabei ist sie ebenso wie der Rebensaft besonders typisch für diese alte Kulturlandschaft an der Donau. Schon im Frühling steht hier alles Zeichen der Aprikose, wie diese süßen Früchte mit ihrer typisch orangegelben Farbe auch genannt werden. Die Wachauer Marille gilt Dank des milden Klimas und der guten Bodenverhältnisse als besonders süß und prall. Geerntet werden die Aprikosen, wie die Marillen auch heißen, im Juli.

 

Gütesiegel „Original Wachauer Marille“

Immer wieder werden minderwertige oder “zugereiste” Früchte unter der Bezeichnung “Wachauer Marille” verkauft. Als Wachauer Marillen dürfen allerdings nur die alten Sorten bezeichnet werden, die in den letzten 100 Jahren von den rund 200 Wachauer Marillenbauern selektioniert und ausgepflanzt wurden.

Die “echte” Wachauer Marille erkennt man an ihrer prallen Form, ihrer saftigen Konsistenz und an ihrem ausgeprägten Geschmacksaroma. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist das Gütesiegel “Original Wachauer Marille”, das alle Betriebe führen, die das Original anbauen, verkaufen bzw. verarbeiten. Abgebildet ist darauf ein “Marillenzistel”, der für die Wachau typische Pflückkorb. Durch seine schmale und spitz nach unten zusammenlaufende Form kann mit dem Zistel einfacher in den hohen Bäumen geerntet werden.

Alle Mitglieder der Produzentengemeinschaft “Wachauer Marille” sind auf www.wachauermarille.at gelistet.

Die Marille als Souvenir

Kulinarisches rund um die Aprikose kann man in der Wachau nicht nur im Juli, sondern das ganze Jahr über erleben: zum Beispiel als Kompott, Marmelade, Chutney oder Edelbrand. Die flüssigen Früchte in Form von hausgemachten Marillenschnäpsen und -likören werden in den meisten Wirtshäusern der Wachau angeboten. Naturkosmetik aus den orangegelben Früchten hat sich wie viele andere Aprikosenprodukte zu einem beliebten Mitbringsel entwickelt.

Marillenprodukte werden zum Beispiel in den Shops der Destillerie Wieser in Dürnstein und Melk verkauft. Auch am Hof der Destillerie Kausl in Mühldorf oder im Hofladen des Wein- und Marillenhofs Aufreiter in Krems/Angern gibt’s jede Menge “Marilliges”.

Gegen Voranmeldung kann man hier den Betrieb besichtigen oder Produkte verkosten. Ein beliebtes Marillensouvenir sind auch die Wachauer Marillenbäume der Gärtnerei Hick in Weißenkirchen. Das ganze Jahr über können die Marillenbäume im Topf gekauft werden. Eine für den Postversand geeignete Größe ist ebenfalls oft lagernd. Einfach anrufen und die Verfügbarkeit anfragen (Info: www.hick-wachau.at).

 

Weine: von Steinfeder und Smaragd

Ein Urlaub ganz im Zeichen des Weins – das kann man in der niederösterreichischen Wachau erleben. Hier entstehen die wohl besten Weißweine Österreichs. Am schönsten für Weinfreunde ist es hier im Herbst!

Den Weinherbst in der Wachau erleben

Die Wachau ist Weinkennern ein Begriff. Denn aus dieser Region kommen viele Spitzenweine, die ihre besondere Qualität dem milden Klima und den vielen Sonnenstunden verdanken, die die Trauben optimal heranreifen lassen. Der Weinbau ist das bestimmende Element der rund 30 Kilometer langen Tourismus- und Weinlandschaft mit den Hauptorten Dürnstein, Spitz und Weißenkirchen. Hier befinden sich die Rebstöcke klimatisch sozusagen in bester Lage an den Hängen entlang der Donau. Der Fluss und die Steinterrassen mit den Weinbergen bilden eine reizvolle Kombination

Wein direkt beim Erzeuger verkosten

Wenn die Weinernte voll im Gang ist und sich das Laub und die Reben herbstlich zu verfärben beginnen, ist es dort besonders schön. In zahlreichen Heurigenbetrieben wird zu einfachen, selbst gemachten Speisen Wein ausgeschenkt: der leichte, duftige „Steinfeder“, der trockene „Federspiel“ und der edelste Wein der Wachau, der Smaragd, der nur in besonders guten Jahren nach alter Tradition gewonnen werden kann.

Im Herbst finden Weinveranstaltungen statt, bei denen auch die Donau eingebunden wird. Etwa bei einer „Weinriedenfahrt“, die Weinverkostung und eine gemütliche Fahrt auf dem landschaftlich wohl schönsten Teil der Donau kombiniert.

Traditionelle Erntedankfeste gibt es in Weißenkirchen und in Spitz. Hier wird dem Wein und den Erntegaben gehuldigt. Sie bieten auch eine der wenigen Gelegenheiten, die Wachauerinnen in ihrer Tracht mit den typischen Goldhauben zu sehen.

Der Spätsommer und Herbst ist auch die Zeit der stimmungsvolle Feste in den Kellergassen, wo sich Weinkeller an Weinkeller reiht (im August in Rohrendorf bei Krems und Anfang September in Thallern bei Krems). Unter www.wachau.at gibt es weitere Informationen. Hier finden sich auch die Termine für Weingartenführungen, die im September und Oktober in Spitz und Weißenkirchen im Rahmen des Weinherbstes stattfinden.

 

Kleine Weinkunde

Seit der Zeit der Römer ist die Wachau Weinland. Und zwar eines, das sich mit seinen Weißweinen heute mit jeder Weinregion der Welt messen kann. Das beweisen zahlreiche internationale Verkostungserfolge, in denen die Rieslinge und Grünen Veltliner nicht selten vor den berühmtesten Weinen aus Frankreich oder Italien gereiht werden.

Eine ganze Reihe von Spitzenweinen kann in der Wachau verkostet werden, beispielsweise im “Kellerschlössel” in Dürnstein bei der Domäne Wachau oder in der Winzergenossenschaft “Winzer Krems”, aber auch bei vielen kleineren und namhaften Winzern.

In der Wachau werden vorwiegend die Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling angebaut. Die steinigen, mineralhaltigen, aber auch kalkhaltigen und schieferdurchsetzten Böden bringen besonders qualitätsvolle Weine hervor.

Heute fühlen sich die Wachauer Winzer vor allem der Qualität verpflichtet: An die zweihundert Betriebe sind Mitglieder des Gebietsschutzverbands “Vinea Wachau Nobilis Districtus”. Damit werden 85% der Rebfläche der Wachau nach den Kriterien der Qualitätsvereinigung bewirtschaftet.

So ist unter anderem allen Mitgliedern der Zukauf von Trauben aus anderen Weinbaugebieten nicht erlaubt. Um die Einzigartigkeit der Weine aus den Weingärten des Donautals zwischen Spitz und Krems zu betonen, gibt es drei Kategorien (Info unter: www.vinea-wachau.at), die diese Wachauer Weine sehr gut charakterisieren.

Luftig, leichte Weine werden als Steinfeder bezeichnet. Ihr Alkoholgehalt ist gering und beträgt maximal 11,5 Vol.%. Weine mit einem derartig geringen Alkoholgehalt zu erzeugen, ist nicht einfach und sozusagen ein Verdienst des besonderen Klimas und der Bodenbeschaffenheit der Wachau.

Als Federspiel werden die klassischen Weine der Region bezeichnet. Sie lassen sich aus allen Qualitäts-Weißweinsorten der Wachau erzeugten und sind mit einem Alkoholgehalt zwischen 11,5 und 12,5 Vol.% etwas stärker als die Federspiel-Sorten. Sie sind kraftvoller und fruchtiger als die leichtere Steinfeder.

Die besten, wertvollsten und meist teuersten Weine werden in der Kategorie Smaragd angeboten. Diese ganz besondere Spezialität und unterliegt den strengsten Kontrollmaßnahmen. Smaragd-Sorten reifen nur in den sonnigsten Anbauflächen.

Ihren Namen verdanken sie den Smaragdeidechsen, die sich in den sonnendurchfluteten Wachauer Weinbergterrassen besonders wohlfühlen. Der Alkoholgehalt dieser Weine beträgt mindestens 12,5 Vol.%. Smaragd-Weine werden bis zum natürlichen Gärstillstand vergoren und sind immer trocken.

Neben erstklassigen Weißweinen lohnt der in der Wachau selten ausgebaute rote Zweigelt eine Verkostung!

Besondere Weinerlebnisse verheißt eine Führung in dem 300 Jahre alten Weinkeller der Wachauer Winzergenossenschaft Domäne Wachau in Dürnstein mit anschließender Weinverkostung im barocken Kellerschlössel.

Info: www.domaene-wachau.at

 

Sandgrube 13

Wer Wein mit allen Sinnen erleben will, dem sei auch der Besuch der Weinerlebniswelt Sandgrube 13 wein.sinn in Krems ans Herz gelegt. Man begibt sich auf die Spur des edlen Rebensaftes und kann hinter die Kulissen der Weinwerdung blicken.

In verschiedenen Stationen von Wein.Garten bis Wein.Schatz nähert man sich dem Thema Wein auf spielerische Art und Weise. Ein besonderes Weinerlebnis verheißt der Besuch bei der Domäne Wachau in Dürnstein mit seinem 300 Jahre alter Weinkeller. Hier gibt es Führungen mit Weinverkostungen im renovierten barocken Kellerschlössl.

Info: www.sandgrube13.at

 

Lohnender Abstecher ins Kremstal

Für Weinliebhaber lohnt sich ein Abstecher ins benachbarte Kremstal. Auch hier, im Gebiet rund um die Weinstadt Krems, wird Weinbau seit vielen Jahrhunderten betrieben. Die rund 2300 Hektar große Rebfläche des Kremstals verteilt sich auf drei unterschiedliche Zonen: das eigentliche Kremstal und die historische Stadt Krems, deren westlicher Teil “Stein” direkt an die Wachau anschließt, die östlich anschließenden mächtigen Lössmassive und die kleinen Weinorte südlich der Donau rund um das monumentale Stift Göttweig.

Terrassenweinbau bei Krems

Charakteristisch für dieses Weinbaugebiet, das sowohl Urgesteins- als auch Lössboden aufweist, ist der Grüne Veltliner und der Riesling. Hier gelten nicht die Qualitäts-Kategorien der Wachau, sondern werden gebietstypische Kremstal DAC-Weine gekeltert.

Wein als Souvenir

Wer auch zu Hause bei einem Glas Wein in Urlaubserinnerungen schwelgen will, der findet in den Vinotheken entlang der Donau immer wieder Einkaufsmöglichkeiten: Direkt am Donauradweg kann man beispielsweise Weine der Winzervereinigung Domäne Wachau erstehen.

Das größte Angebot von Weinen der Weißenkirchner Winzerbetriebe bekommt man in der Vinothek Thal Wachau in Weißenkirchen. Die Spitzer Vinothek Fohringer hat Weine aus der gesamten Wachau im Programm. Viele Winzer bieten auch Verkostungen und einen Ab-Hof-Verkauf an (bei Besuchen empfiehlt sich eine vorherige Anmeldung).

Wachau für Feinspitze

Gutes Essen hat in der Wachau einen hohen Stellenwert. Die Wachau und ihr Umland sind ein wahres Schlaraffenland für Genießer. Nur wenige Regionen bieten eine so große Vielfalt an frischen Qualitätsprodukten, die zu hochwertigen Gaumenfreuden verarbeitet werden.

Die Region bietet ein dichtes Netz an Gasthäusern und Restaurants in den verschiedensten Preisklassen. Keinesfalls versäumen sollte man den Besuch eines sogenannten „Heurigen“. Hier schenken, wie bereits erwähnt, die Weinbauern ihre eigenen Weine aus. Oft gibt es dazu leckere, regionale Speisen wie zum Beispiel eine Brettljause mit Käse, Aufstrichen, Fleisch und Garnierung.

Wer nach einem Heurigen Ausschau hält, sollte sich nicht vom möglicherweise nicht ganz so perfekten Äußeren dieser Lokalitäten abschrecken lassen. Gerade dann, wenn der Heurige von außen schon etwas ramponiert und renovierungsbedürftig wirkt, locken im Inneren oft eine gemütliche Einrichtung und ausgezeichnete Weine.

Viele dieser einfacheren Lokale besitzen wunderschöne Gastgärten, die besonders an lauen Sommerabenden für ein romantisches Ambiente sorgen.

Außerdem werden die Speisen nach traditioneller Winzerart zubereitet und so mancher große Wein ausgeschenkt. Die kleinen oder großen Deftigkeiten werden vom berühmtesten Wachauer Gebäck begleitet: dem “Wachauer Laberl”.

 

Das Wachauer Laberl

Das 1905 nach streng geheimem Familienrezept kreierte locker-leichte Weißgebäck schmeckt mit Marmelade und Kaffee genauso gut wie zu Schinken, deftigen Heurigenaufstrichen und einem Glas Wein.

Das Original Wachauer Laberl wird nur in der Backstube von Franz Schmidl in Dürnstein hergestellt und kann bei vielen Gastronomie- und Heurigenbetrieben der Region gekostet werden (Info: www.schmidl-duernstein.at).

Heurigenküche auf hohem Niveau kann im Sommer zum Beispiel ganz romantisch unter dem Schatten der mächtigen Linde im Innenhof der Weinstube Nikolaihof in Mautern genossen werden.

Bitte beachten Sie, dass die meisten Heurigen nicht immer geöffnet haben. Meist öffnen sie ihre Pforten nur einige Wochen im Jahr. Erkennbar ist das an der Aufschrift “Aus’gsteckt is”.

 

Landhausküche auf hohem Niveau

Charakteristisch für die Region ist aber auch die bodenständige Landhausküche auf hohem Niveau, wie sie beispielsweise im Gasthaus Jell in Krems auf den Tisch kommt. In unmittelbarer Nähe der Wasserstraße konzentriert sich die größte Dichte an Haubenrestaurants im gesamten Bundesland. Etwa die Hälfte der von Gault Millau ausgezeichneten niederösterreichischen Betriebe befindet sich an der Donau. Wer die kulinarische Top-Liga genießen will, der findet in der Wachau einige der führenden Restaurants des Landes: Das Landhaus Bacher in Mautern etwa, den Loibnerhof in Unterloiben, “Holzapfels Prandtauerhof” in Joching-Wachau oder seit kurzem die Hofmeisterei in Wösendorf.

Best of Wachau

Für regionstypische Hochgenüsse beim Wohnen, Essen und Trinken  stehen eigens zertifizierte “Best of Wachau”-Gastgeber. Sie verstehen sich als Aushängeschilder der Region und bemühen sich um besondere Qualität. Das Qualitätssiegel “Best of Wachau” tragen 52 Restaurants mit Gourmetküche auf Haubenniveau, traditionelle Wirtshäuser, Cafés sowie Hotels, Privatzimmervermieter und Landwirtschaftsbetriebe, die “Urlaub am Winzerhof” anbieten. Alle Best-of-Wachau-Betriebe finden sich unter www.bestof-wachau.at.

 

Der passende Wein …

Fünf der insgesamt acht niederösterreichischen Weinstraßen liegen an der Donau; viele Winzer sind international renommiert. Es dominieren Weißweine, die besonders gut zu frischem Fisch passen. Den gibt es entlang der Donau reichlich und fangfrisch. Der Fluss ist Lebensraum für einige feine Speisefische wie Huchen, Karpfen, Stör und Wels.

Kremser Senf

Auch Senf passt gut zu Heurigenspezialitäten. Da trifft es sich gut, dass des Österreichers liebster Senf nach der Stadt Krems benannt ist. Kremser Senf darf sich ein Senf nur dann nennen, wenn er mit unvergorenem Weinmost und Weinessig aus der Kremser Gegend hergestellt wurde. Weitere Zutaten für den mild-würzig schmeckenden Senf sind grob gemahlene gelbe und braune Senfsamen und etwas Zucker.

 Wachauer Safran

Der schon seit der Zeit um 1200 belegte und bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Safrananbau in Niederösterreich wurde vor einigen Jahren reaktiviert. Safranbauer Bernhard Kaar pflanzt seit einigen Jahren wieder Safran in bestimmten Lagen der Wachau.

Das Klima ist ideal und die geernteten Safrankrokusfäden haben eine hohe Qualität und gelten als besonders aromatisch. Der auf stillgelegten Weinterrassen in der Wachau von Bernhard Kaar angebaute Wachauer Safran wird biologisch zertifiziert kultiviert und ist sogar der einzige bio-dynamisch (Demeter) zertifizierte Safran der Welt. Pro Hektar Anbaufläche können nur etwa sieben bis acht Kilo Safran geerntet werden. Für ein Kilogramm Wachauer Safran benötigt man rund 120.000 Blüten. Geerntet wird in Handarbeit, das ist einer der Gründe, weshalb Safran nach wie vor als weltweit teuerstes Gewürz gilt.

Wie schon seit vielen Jahrhunderten wird hochqualitativer Safran auch heute noch mit Gold aufgewogen. Geerntet werden nur die weiblichen, roten Blütenstempel. Das Geheimnis hoher Qualität liegt unter anderem in der Trocknung dieser Stempel. Bernhard Kaar hat im Jahr 2007 in der Wachau mit 30.000 Pflanzen begonnen und kultiviert in den aufgelassenen Weinterrassen mittlerweile rund 300.000 Safranpflanzen.

Die Safran Manufaktur

Der Hofladen der Wachauer Safran Manufaktur im historischen Bahnhof Dürnstein ist während der Saison Mittwoch bis Sonntag jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Der Produzent Bernhard Kaar hat hier auch einen Schaugarten angelegt, in dem die Blüte des Wachauer Safrans im Herbst aus nächster Nähe bestaunt werden kann. Hier werden während der gesamten Saison Gruppenveranstaltungen für Gourmets und Hobbygärtner, aber auch Schulklassen und Betriebsausflüge angeboten. Neben Wissenswertem über die Geschichte und den Kulturzyklus dieser außergewöhnlichen Pflanze lernen die Teilnehmer auch, unterschiedliche Safranqualitäten zu unterscheiden und Fälschungen sicher zu erkennen.

Nach dem Seminar warten im Hofladen Wachauer Safranprodukte wie Safranschokolade, Safranhonig, Safransalz oder Safranmarillenmarmelade auf die Gäste (Info unter www.wachauer-safran.at).

Schön ist es auch, die Safranblüte im Oktober/November im Schaugarten in Dürnstein am Weg zur Ruine Dürnstein zu erleben. Wer Wachauer Safran im eigenen Garten anpflanzen will, der kann sich ein Starterpaket besorgen. Pflanzzeit ist im Sommer (Info: www.crocus-austriacus.at).

 

Lebendige Wirtshauskultur

Bodenständige Küche bieten die rund 60 Mitgliedsbetriebe der „Niederösterreichischen Wirtshauskultur“. Die Vereinigung setzt auf unkomplizierte Gastlichkeit in Verbindung mit regionaler, traditioneller Küche und auf moderate Preise.

Wer beim Essen das Außergewöhnliche liebt, wird in Norbert C. Payrs Gasthaus “Zum lustigen Bauern” in Zeiselmauer fündig (www.zumlustigenbauern.at). Hier wird einmal im Monat nach den Rezepten des römischen Gourmets Apicius aufgekocht.

Dazu gibt es original gekelterte „antike“ Gewürzweine. Wer mehr über die römische Vergangenheit der Region erfahren möchte, hat dazu im im nahe gelegenen archäologischen Park Carnuntum  Gelegenheit (www.carnuntum.co.at).

 

Tipp: Restaurants mit Donaublick

  • Restaurant Heinzle: am Donauufer in Weißenkirchen mit direktem Donaublick, www.heinzle.at 
  • Restaurant Hotel Schloss Dürnstein: Terrasse mit schönem Donaublick, www.schloss.at
  • Romantikhotel Richard Löwenherz: lauschiger Gastgarten mit Donaublick www.richardloewenherz.at
  • Stiftsrestaurant Göttweig: unschlagbarer Blick ins Kremstal bis nach Dürnstein, www.stiftgoettweig.at
  • Late-Stein Brasserie: Terrasse mit Donaublick in Krems/Stein, www.late.at

Genuss-Adressen an der Donau

 

  • Bäckerei Schmidl, Dürnstein: Erfinder des “Wachauerlaberls”, das bis heute nach dem streng gehüteten Rezept gebacken wird. Tel. 02711 / 224, www.schmidl-duernstein.at
  • Bäckerei Steiner, Tulln: innovative Brotvarianten. Tel. 02272/624 09-0
  • Blunz’nkaiser Karl Gutscher, Königsstetten: Fleischerei, die Spezialitäten nach altbewährten Hausrezepten hergestellt und für ihre Blutwurst schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Tel. 02273/2229
  • Café Konditorei Hagmann, Krems: feinste Schokolade ohne Konservierungsstoffe, 1. Kremser Schokolademanufaktur, www.hagmann.co.at
  • Destillerie Kausl – Marillenhof: produziert international prämierten Wachauer Whisky. Tel: 02713-8225 www.marillenhof.at
  • Fischzüchter Johann Haimel: fangfische Donaufische, auch Raritäten wie Huchen, Tel: 02783/8080
  • Käsehütte Stix in Maria Taferl: Käsespezialitäten aus Kleinkäsereien, Tel: 07413-6180, www.kaesehuette.at
  • Pecoraro Balsamico, Klosterneuburg: hochwertiger aceto balsamico aus Traubenmost, Tel./Fax: +43-2243-87 323, www.pecorarobalsamico.at
  • Uferhaus, Orth an der Donau: täglich frische Fischspezialitäten, Tel: 0664 1800 322, www.uferhaus.at
  • Weinhof Aufreiter, Krems/Angern: Marmeladen, Säfte und Brände von der Original Wachauer Marille, Tel: 02739 2205 44, www.marillengarten.at

 

Übernachtungstipp

 Das Gartenhotel & Weingut Pfeffel in Dürnstein (www.pfeffel.at) liegt im Herzen der Wachau. Hier gedeihen hochwertige Weißweine wie die begehrten Sorten Grüner Veltliner oder Riesling, in den Qualitätsstufen Smaragd, Federspiel und Steinfeder.

Als spezielles Angebot für Weinliebhaber bietet das Weingut Pfeffel eine einwöchige „Steinfeder Woche“. Im Package sind unter anderem ein Weindegustationsmenü mit sieben Gängen und jeweils darauf abgestimmten Weinen. Ebenfalls enthalten sind zwei Themenabende im Hotelrestaurant, bei denen man die regionalen Köstlichkeiten und natürlich auch den entsprechenden Rebensaft verkosten kann. Die Betreiber des Hotels Pfeffel sind auch als Weinbauern aktiv. Das Haus ist in die hoteleigenen Weingärten eingebettet. Nicht nur die Weine auch das sowie Ziegenkäse, Ziegenmilch und Eier kommen aus hauseigener Produktion.

 

Sehenswürdiges

Ruhig fließt die Donau Richtung Osten und erreicht mit Melk den westlichsten Ort des als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichneten Gebiets der Wachau. Die Donau schlängelt sich von nun an an schroffen Felsen und Weinterrassen, Stiften und Burgen vorbei, bis sie Krems, den östlichsten Ort der Wachau erreicht.

Blick auf Melk

Im Westen wird die Wachau vom hoch über das Donautal ragenden Barockstift Melk begrenzt, im Osten thront Österreichs “Montecassino” – das prachtvolle Stift Göttweig. In der Wachau faszinieren nicht nur die pittoresken Winzerorte Spitz und Weissenkirchen am Nordufer. Auch die vielen malerischen Ortskerne der kleineren Gemeinden lohnen einen Besuch. Wer auf der Bundesstraße B3 unterwegs ist, sollte daher unbedingt die Hauptstraße verlassen, um sich in den alten Ortskernen umzusehen. Das Auto lässt man am besten auf einem Parkplatz am Ortseingang stehen. Vor allem Weißenkirchen und Spitz sollte man sich nicht entgehen lassen.

Eine der wohl bekanntesten Weinlagen der Wachau ist der unübersehbare “Tausendeimerberg”. Er liegt in der Gemeinde Spitz, die von der Ruine Hinterhaus überragt wird. Die Erhebung ist auch als Burgberg bekannt. Der Hügel hat zwar nie eine Burg beherbergt, bietet auf seinen Terrassen aber ausgezeichnete Weinbaubedingungen. In guten Jahren ist der Hügel für bis zu tausend Eimer gut; das sind 56.000 Liter Wein.

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Noch ein Tipp: Das Spitzer Schifffahrtsmuseum zeigt neben der Geschichte der Schifffahrt auch das Leben der Schiffleute, des Adels und des Kaiserhauses.

Krems – heimliche Hauptstadt der Wachau

Keinesfalls versäumen sollte man Krems. Das Städtchen mit seinem großen Altstadtkern gilt sozusagen als die Hauptstadt der Wachau. Mit ihren mittelalterlichen Gassen und Bauwerken aus Spätgotik, Renaissance und Barock wurde die Altstadt von Krems im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Universitätsstadt hat sich in den letzten Jahren zur heimlichen Kulturhauptstadt der Region entwickelt und bietet zeitgenössische Ausstellungen zum Thema Karikatur und moderner bildender Kunst.

Das Programm der Kunsthalle Krems als das internationale Ausstellungshaus des Landes Niederösterreich bewegt sich im Spannungsfeld der Kunst des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Der Schwerpunkt der Programmatik liegt auf der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Kunsthalle Krems hat sich vor allem der Neuentdeckung von scheinbar altbekannten Meistern der Moderne und bisher in Österreich nicht oder selten gezeigten internationalen und nationalen Künstlern verschrieben (Info unter www.kunsthalle.at).

Das Karikaturmuseum Krems ist Österreichs einziges Haus für Karikatur, Cartoon, Comic und Bildsatire. Errichtet nach den Plänen des Architekten und Karikaturisten Gustav Peichl/IRONIMUS, bereichert es seit 2001 die Museumslandschaft in der Region. Im Museum befinden sich das IRONIMUS-Kabinett, ein Ausstellungsraum der ausschließlich politischer Karikatur gewidmet ist und eine permanente Schau des österreichischen Karikaturisten Manfred Deix.

Das Museum für Humor und Zeichenkunst zeigt zahlreiche Wechselausstellungen (Info unter www.karikaturmuseum.at).

 

Zeit für eine leckere Pause: die Konditorei Hagmann im Zenrum von Krems

Melk – ein Spaziergang durch alle Epochen

Auch Melk am anderen Ende der Wachau lohnt einen Besuch. Hier ist vor allem das Stift Melk ein touristischer Anziehungspunkt (im Bild eines der Stiegenhäuer). Das Städtchen Melk selbst mit seinen wenigen Häuserzeilen wirkt auf den ersten Blick wenig beeindruckend. Doch die historische Bausubstanz kann sich sehen lassen.

Bei einem Spaziergang durch das Städtchen finden sich Straßenfronten aus allen Epochen – ein architektonisch spannendes Nebeneinander von Spätgotik, Biedermeier, Gründerzeit und Jugendstil. Darunter das „Haus am Stein“ aus dem 15. Jahrhundert, das vom Ende der Sterngasse aus über einen schmalen Steig erreicht wird. Das private Wohnhaus mit dem ausladenden Weinstock ist das älteste Haus der Stadt.

Die Klosteranlage Melk besteht aus einem großen Garten mit Gartenpavillon und dem Klosterkomplex, der teilweise besichtigt werden kann, sowie der berühmten Stiftskirche. Im Bereich des Klosters empfiehlt sich ein Besuch des Stiftsmuseums. Die überaus prunkvolle Stiftskirche und der Kräutergarten des Klosters sind Besuchermagneten.

Wer hinter die prunkvolle Fassade schauen und am geistigen Leben des Klosters teilnehmen möchte, hat dazu beim gemeinsamen Chorgebet mit den Mönchen Gelegenheit. Die Gebetszeiten, zu denen die Benediktiner in der Stiftskirche Melk Besucher herzlich einladen, lassen sich vor Ort erfragen oder online auf der Website des Stiftes nachlesen (Rubrik: „Chorgebet“).

Info: www.stiftmelk.at

 

Dürnstein: auf den Spuren von Richard Löwenherz

Die bekannteste Ansicht der Wachau und sein heimliches Wahrzeichen ist wohl der blaue Turm der Stiftskirche von Dürnstein. Hier befindet sich auch die Ruine jener Burg, in der Richard Löwenherz nach seiner Gefangennahme 1192 lange Zeit eingekerkert war und der Sage nach vom Sänger Blondel gefunden wurde.

Eine der beliebtesten Kirchen für Hochzeiten und Taufen ist die Stiftskirche Dürnstein mit ihrem bekannten Kirchturm. Brautpaare aus der ganzen Welt schließen hier den Bund fürs Leben. Manche kommen auch mit dem Schiff an. Nähere Infos finden sich unter der Website www.stiftduernstein.at.

Dürnstein am linken Ufer der Donau. Die Landschaft der Wachau und die Architektur machen Dürnstein zu einem besonderen Ort. Wahrzeichen ist der blaue Turm der Stiftskirche. Oberhalb des Ortes liegt die Burgruine Dürnstein.

 

Spitz – historische Schiffe & moderne Trachten

Im Schifffahrtsmuseum in Spitz ist die Geschichte der Donauschifffahrt kurzweilig und spannend aufbereitet. Es bietet Erstaunliches über die Schifffahrt vor der Erfindung der Dampfschiffe. Über 400 Exponate aus der Zeit, als die Pferdezüge ganze Schiffe wieder flussaufwärts zogen, sind hier zu sehen. Schon zur Tradition geworden in Spitz ist das Erntedankfest Anfang Oktober. Hier bietet sich eine der seltenen Möglichkeiten, Wachauer Bürger in ihren Trachten und die Frauen in den berühmten Wachauer Goldhauben zu sehen und den ersten Sturm – den noch nicht fertig vergorenen Wein – der Saison zu verkosten.

Einen Rundgang durch Spitz startet man am besten auf dem Platz vor der spätgotischen Pfarrkirche des Ortes. An ihrer Südwand finden sich interessante Reste von Fresken, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Lassen Sie sich einfach durch die Gassen des Ortes treiben! Viele der alten Häuser präsentieren sich noch heute so, wie sie vor über hundert Jahren von den Wachaumalern auf Leinwand festgehalten wurden.

 

Pilgern nach Maria Taferl

Der Ort Maria Taferl liegt am Nordufer der Donau. Dank der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl, Niederösterreichs Landesheiligtum, ist der Ort eine wichtige Wallfahrtsstätte.

Schon von Weitem sieht man die zweitürmige, barocke Basilika zur Schmerzhaften Muttergottes, von der man eine besonders schöne Aussicht auf die Donau hat. Schon seit dem Jahr 1660 ist der kleine Ort am nördlichen Donauufer eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten Österreichs. Bis zu 300.000 Pilger besuchen Maria Taferl jedes Jahr. Über den “Bußweg” gelangt man nach Marbach und wandert von dort den Radweg entlang über Gottsdorf nach Persenbeug. Besonders schön ist die Aussicht von Maria Taferl aus: Hier öffnet sich ein fast endlos wirkendes Panorama, das vom Schneeberg bis zum Toten Gebirge reicht.

Info: www.mariataferl.at

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“Österreichischs Montecassino” Stift Göttweig

Stift Göttweig wird wegen seiner fantastischen Lage hoch auf dem Göttweiger Berg und dem herrlichen Ausblick auch das “Österreichische Montecassino” genannt. Es wurde 1083 vom Hl. Altmann, Bischof von Passau am östlichen Ende der Wachau gegründet und 1094 den Benediktinern übergeben. Im Inneren beeindruckt es vor allem durch die monumentale Kaiserstiege und die Fresken Paul Trogers. Im Stiftspark faszinieren 125 Jahre alte Mammutbäume und andere Exoten.

Das Stift beherbergt unter anderem die zweitgrößte Grafiksammlung Österreichs mit rund 32.000 Blättern. Im Musikarchiv befinden sich zahlreiche wertvolle Autografen und Instrumente. Eine kuriose Besonderheit unter den Ausstellungsstücken ist eine Tabatiere von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Zentrum des Besucherinteresses steht die Stifts- und Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die 1083 geweiht wurde.

Viele Teile des Klosters sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier leben rund 60 Mönche. Die besonders schönen Räume des Stiftes wie zum Beispiel Stiftskirche, Kaiserstiege, Sommerrefektorium oder der Brunnensaal können jedoch besichtigt werden. Auch Führungen werden angeboten.

Info: www.stiftgoettweig.at

 

Wildes Mittelalter auf der Burgruine Aggstein

An das wilde Mittelalter erinnert die Raubritterburg Burgruine Aggstein in Schönbühel-Aggsbach, von der man einen herrlichen Blick über das Donautal genießen kann. Im Mittelalter wurden vorbeiziehende Schiffe von den Burgherren ausgeraubt. Wer in den “Hafen der Ehe” in einem historischen Ambiente einlaufen möchte, tut dies am besten im Stile einer mittelalterlichen Ritterhochzeit. Ein besonders schöner Rahmen dafür ist die Burgruine Aggstein. Gefangen genommen wird man hier glücklicher-weise nicht mehr von den Raubrittern, sondern vom romantischen Ambiente und der atemberaubenden Aussicht. Auf der Burg kann man standesamtlich heiraten; in der schlichten, gotischen Kapelle kirchlich. Auf Wunsch wird auch die gesamte Zeremonie und Feier im mittelalterlichen Stil abgehalten. Der prachtvolle Rittersaal bietet Platz für 200 Gäste und bildet den Rahmen für die Hochzeitstafel.

Info: www.ruineaggstein.at

 

Veranstaltungstipps

Weinfrühling Wachau

Start der Weinsaison ist der „Weinfrühling Wachau“! Mehrere tausend Weinliebhaber strömen jedes Jahr Anfang Mai zum Wachauer Weinfrühling, um ihre Lieblingswinzer zu besuchen und den neuen Jahrgang zu verkosten. An diesem Wochenende sperren die Wachauer Winzer ihre Keller auf. Krönung ist jedes Jahr die Steinfeder Night im Schloss Spitz. Auch in der Weinregion Kremstal laden die österreichischen Traditionsweingüter an diesem Tag zum Weinkosten, Plaudern und Einkaufen ein.

Info: www.vinea-wachau.at

und www.traditionsweingueter.at

 donaufestival

Ein Festival für zeitgenössische Kunstformen ist das donaufestival, das alljährlich von Ende April bis Anfang Mai über diverse Bühnen in Krems geht.

Info: www.donaufestival.at

 Sommerspiele Melk

 Die Veranstaltungen in der Donauarena am Fuße des Stiftes Melk – alljährlich von Mitte Juli bis Mitte August – sind mit ihren Freilichttheateraufführungen ein traditioneller Publikumsmagnet.

Info: www.sommerspielemelk.at

Rieslingfest in Weißenkirchen

Alljährlich im August wird Weißenkirchen zum Zentrum der Wein- und Genusskultur: Das Rieslingfest mit Verkostung der berühmten Wachauer Rieslinge findet im einzigartigen Ambiente des Teisenhofer-Hofs statt.

Info: www.weissenkirchen.net

Musikfestival Grafenegg

In der Freiluftbühne “Wolkenturm” am Areal von Schloss Grafenegg ist das Musikfestival unter der Leitung des Starpianisten Rudolf Buchbinder von Mitte August bis Anfang September künstlerischer Höhepunkt der Saison.

Info: www.grafenegg.com

wachau GOURMETfestival

 Jedes Jahr im Frühjahr findet auch das wachau GOURMETfestival statt, bei dem die Creme de la creme der Wachauer Hauben-Köche gemeinsam mit renommierten internationalen Gastköchen aufkocht. Die besten Lokale der Wachau tischen exklusive mehrgängige Menüs auf. Unterhaltsame Kochshows finden statt sowie prominent besetzte Tischgespräche und außergewöhnliche Weinverkostungen.

Info: www.wachau-gourmet-festival.at

Sonnenwende

Zur Zeit der Sonnenwende erstrahlen im Juni traditionell viele Orte in der Wachau in einem Licht von unzähligen Fackeln und Dutzenden Sonnwendfeuern. Das eindrucksvolle Spektakel führt alljährlich Tausende Besucher in die Region.

Bei diesem Veranstaltungshighlight wird das alte Brauchtum der Sonnwendfeiern auf außergewöhnliche Art gepflegt. Am schönsten kann man den Feuerzauber vom Schiff aus erleben. Wer daran teilnehmen möchte, sollte schon sehr frühzeitig buchen.

Info: www.donau.com/de/sonnenwende

Marillenfeste

Zur Erntezeit der Wachauer Marille stehen Krems und Spitz ganz im Zeichen der einzigartigen Frucht: Die Marillenfeste “Alles Marille” in Krems und der “Marillenkirtag” in Spitz gehen jedes Jahr Mitte Juli über die Bühne.

Flaumige Marillenknödel, fruchtige Marillenbowle und Marillenbrand erfreuen jedes Jahr beim traditionellen Spitzer Marillenkirtag die Gaumen der Besucher. Zu den Höhepunkten des Programms zählt der traditionelle Festzug von König Marillus und Prinzessin Aprikosia. Der Anschnitt des Riesenmarillenkuchen ist der Höhepunkt dieses Fests.

Info: www.alles-marille.at und www.spitz-wachau.com

Weinherbst & Erntedank

 Im September und Oktober zur Zeit der Weinlese finden in der Region zahlreiche Weinveranstaltungen statt. Im September geht in Spitz zudem jedes Jahr der Weinherbst über die Bühne. Hier erwartet die Besucher ein umfangreiches Programm, bei dem der Wein im Mittelpunkt steht wie Tage der offenen Kellertüren, Weingartenwanderungen und Weinherbstmenüs.

Traditionell finden im Oktober in der ganzen Wachau die Erntedankfeste statt, bei der die Wachauer Bürger ihre typischen Wachauer Trachten mit den Goldhauben tragen. Sobald die Winzer die letzten Trauben gelesen haben, beginnen ab Mitte November die Weintaufen der neuen Jahrgänge, bei denen die ersten Weine aus den früh geernteten Trauben präsentiert werden. Diese finden beispielsweise im Stift Göttweig in Krems, Weißenkirchen oder Spitz statt.

Der erste Sonntag im Oktober steht in Spitz/Donau ganz im Zeichen des Erntedankes. Die Spitzer ziehen in Festtracht und mit zahlreichen Gaben zur Kirche und feiern anschließend den Festgottesdienst. Wein und andere Erntegaben werden verkostet und die Volkstanzgruppe Spitz tanzt auf.

Info: www.spitz-wachau.com

Wachauer Advent

 Mit dem “Wachauer Advent” und “Wachau in Echtzeit” präsentiert sich die Wachau in der kühleren Jahreszeit als Ruhepol für Entspannungssuchende.

Unter dem Titel “Wachauer Advent” präsentieren sich Adventmärkte in Schlössern, Burgen und Stiften mit einer Reihe von Adventaktivitäten der einzelnen Wachaugemeinden. Adventsingen und Kirchenkonzerte sorgen für besinnliche Stunden.

Info: www.donau.com

 

Das Donaufestival: Ende April bis Anfang Mai

Krems liegt im Donautal und zwar im östlichen Randbereich der Wachau. Das donaufestival Krems gilt als das Festival für aktuelle künstlerische Positionen im Spannungsfeld zwischen Performance und Klangkunst, Experiment, Pop und Subkultur.

Es muss am Fluss liegen und an der Landschaft zu beiden Seiten seiner Ufer, am Kommen und Gehen der Völker im Laufe der Jahrtausende, die ein geschärftes Bewusstsein geben von den eigenen Wurzeln und gleichzeitig den Blick frei machen für Neues. Wie sonst ließe sich die Fülle der Festivals in dieser Region erklären, die mit einem wachen Sinn für Tradition und der Begegnung über Grenzen hinweg gleichermaßen ausgestattet sind. Im Jahresreigen dieser Festivals ist das donaufestival eines der ersten.

Ostern ist kaum vorüber, wenn das donaufestival alljährlich seine Überraschungen auspackt. Besonderes Augenmerk legen die Initiatoren dabei auf (noch) Unbekanntes und eine Fülle von Eigenproduktionen, die es nur hier zu erleben gibt. Trotzdem bietet das Programm immer auch internationale Größen: So stellte in Krems Rufus Wainwright eines seiner Alben vor, hatten die Melvins einen bejubelten Auftritt und brachte Peaches Techno-Punk zu Gehör. Getreu dem inhaltlichen Gestaltungsprinzip „Nodes, Roots & Shoots” – Knoten, Wurzeln und Triebe – wird alljährlich an den Schaltstellen künstlerischer Netzwerke gearbeitet.

Spaziergänge bei psychedelischer Musik dem Hypothalamus entlang oder mit den Noiserockern Sonic Youth hart an der Schmerzgrenze werden beim „donaufestival“ ebenso geboten wie Diskursoperetten, Musikfilmprojekte und experimentelle Nebenbeschäftigungen wie Lachyoga. Alles zusammen ein junges und garantiert ungewöhnliches Festivalprogramm, das sich wohltuend vom Mainstream abhebt.

Termin: Ende April – Anfang Mai

www.donaufestival.at

Wissenswertes

Anreise

Mit dem Auto lässt sich die Wachau via A1, der Westautobahn, über die Anschlussstelle Melk erreichen bzw. über die S33, Anschlussstelle Krems. Die Region ist nicht nicht direkt an den Fernverkehr der Bahn angebunden. Melk kann mit Regionalzügen erreicht werden. Aus Wien kommend ist Krems nach einer Stunde Fahrzeit mit der Franz-Josefs-Bahn erreichbar.

Nur 50 Minuten dauert die Fahrt von Wien nach Melk. Auf der Westbahnstrecke Innsbruck-Salzburg-Linz ist Melk der Anknüpfungspunkt an das öffentliche Verkehrssystem der Wachau.

Die Busse mit den Namen WL1 bis WL7 verkehren an verschiedenen Strecken in der Wachau. Die wichtige Verbindung zwischen Krems und Melk am linken Donauufer bedient die WL 1 im Stundentakt. Entlang dieser Strecke liegen viele der schönsten Orte der Wachau. Die WL 2 am rechten Donauufer fährt im 2-Stundentakt. In Krems hat man Anschluss an die Franz-Josefs-Bahn nach Wien, in Melk an die Westbahnstrecke.

 

Geografie

Die Wachau erstreckt sich entlang eines etwa 30 Kilometer langen Flusstales zwischen Melk und Krems an der Donau. Geografisch zählt die Region zu den Ausläufern des österreichischen Granit- und Gneishochlands. Die dominierenden Erhebungen sind der Sandl (725 Meter) und der Jauerling mit knapp tausend Meter Höhe.

 

Schönbühel Michail_Vorobyev shutterstock

Blick auf Schloss Schönbühel am rechten Donauufer in der  Gemeinde Schönbühel-Aggsbach. Auf einem 40 Meter hohen Felsen wurde es Anfang des 12. Jahrhunderts von Marchwardus de Schoenbuchele als Festung errichtet. Als Anfang des 14. Jahrhunderts die Familie derer von Schonpihel ausstarb, ging das Schloss an Conrad von Eisenbeutel und kurz darauf an das Stift Melk und später an die Familie Starhemberg. 1930 wechselte es in den Besitz der Familie Seilern-Aspang ging, die es bis heute besitzt. Das Anwesen kann nicht besichtigt werden.

Das rechte (= südliche) Ufer der Donau dominiert der Dunkelsteinerwald mit den Gemeinden Mautern, Bergern im Dunkelsteinerwald, Melk, Schönbühel-Aggsbach und  Rossatz-Arnsdorf. Am nördlichen Donauufer finden sich die Gemeinden Emmersdorf, Aggsbach Markt, Maria Laach, Mühldorf und Krems. Die wichtigsten Orte der Wachau sind Dürnstein, Spitz und Weißenkirchen.

 

Geschichtliches

In der Wachau wurden bedeutende frühgeschichtliche Zeugnisse gefunden – etwa in Stratzing und in Willendorf. Aus der Region stammen Funde aus dem Jungpaläolithikum, also der Zeit der Einwanderung des Homo sapiens in das zuvor nur von Neandertalern bewohnte Europa. Bemerkenswert sind vor allem die figürlichen Frauendarstellungen aus dieser Zeit und hier vor allem die Venus von Willendorf. Die 1908 entdeckte Venusfigur aus der jüngeren Altsteinzeit ist ein überaus bekanntes Fundstück und im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen.

Im Römischen Reich bildete die Donau bzw. die Wachau als die römische Provinz Noricum die Nordgrenze des Reichsgebiets. Entlang der Grenze verlief durch die Wachau der sogenannte Donaulimes, die römische Militärgrenze entlang der Donau im heutigen Bayern, Österreich, der Slowakei, in Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien. Etwa 100 v. Chr. gründeten die Römer an der Donau die Siedlung Favianis, an deren Stelle später das heutige Mautern entstand.

Am rechten Donauufer am Eingang der Wachau gelegen sind die archäologisch und kunsthistorisch bedeutsamen Reste dieser antiken Zivilisation im Römermuseum der Stadt umfassend dokumentiert. Weitere Relikte aus der Römerzeit sind zum Beispiel der Römerturm und die Römerstraße in Mauternbach. Außerdem entstanden entlang des südlichen Ufers mehrere Kastelle, die die Zeit teilweise bis heute überdauert haben wie etwa der Burgus Bacharnsdorf, ein Bestandteil der Festungskette des römischen Donaulimes in Österreich.

Im Mittelalter beherrschten die Kuenringer die Wachau. Ihre Burgen lagen in Aggstein (südlich der Donau) und in Dürnstein (nördlich der Donau). Die Zwettler „Bärenhaut“ gilt als die wichtigste Quelle der Geschichte der Kuenringer. Dabei handelt es sich um das Stifterbuch des Klosters Zwettl, eine Handschrift, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts im Kloster entstand. Sie gilt als eine der wichtigsten Quellen für die Geschichte Niederösterreichs im Mittelalter. Die Handschrift wird bis heute im Stift Zwettl aufbewahrt.

Sie berichtet von der segensreichen Regierung Hadmars II.. Seine Söhne hingegen hatten einen weit weniger guten Ruf. Sie galten die „Hunde von Kuenring“ und traten offenbar als Raubritter in Erscheinung, „deren Knechte die Donauschiffer grausam ausraubten“. Die Kuenringer wurden schließlich militärisch niedergezwungen. Ihre Burgen wurden weitgehend zerstört.

In die Regierungszeit der Kuenringer fällt auch die Einkerkerung des englischen Königs Richard Löwenherz in Dürnstein. Richard Löwenherz wurde 1192 auf der Rückreise vom Kreuzzug in die englische Heimat gefangen genommen und nach Dürnstein überstellt. Fast drei Viertel der Weinberge waren übrigens bereits Ende des 15. Jahrhunderts in kirchlichem Besitz, überwiegend in den Händen der bayerischen Klöster. In der Wachau zählte man damals mehr als 50 Lesehöfe, in denen der Wein gekeltert wurde. Weinbau und Handel florierten schon damals: Der Wein wurde auf Zillen und Schiffen nach Oberösterreich und Bayern verschifft, im Gegenzug kamen Salz, Eisen und andere Güter in die Wachau. An den Ufern entstanden Treppelwege, damit die Schiffe besser mit den Pferdegespannen flussaufwärts gezogen werden konnten.

In der Neuzeit wurde die Wachau 1805 zum Kriegsgebiet. Am 11. November 1805 fand im Zuge des Dritten Koalitionskriegs die Schlacht von Dürnstein statt; ein Gefecht zwischen französischen und russisch-österreichischen Truppen, das auf beiden Seiten viele Todesopfer forderte. Erste touristische Eroberungen gab es schließlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Wiener Künstler entdeckten in dieser Zeit die romantische Landschaft der Wachau. In der Folge erlag die Wiener Bevölkerung den Reizen dieses besonderen Landstrichs.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrten einige Filmproduktionen den touristischen Ruhm der Region vor allem durch die Kinoerfolge „Der Hofrat Geiger“ und die Neuinszenierung des Mariandl im Jahr 1962 mit Rudolf Prack und Conny Froboess inklusive dem populären Schlager Mariandl („… aus dem Wachauer Landl, Landl“). In dieser Zeit entstanden viele Ausflugslokale, von denen es nur wenige bis in die Gegenwart geschafft haben. Neuen Filmruhm brachten der Wachau Fernsehserien wie etwa die „Donauprinzessin“.

Die Wachau ist heute streng geschützt. Sie wurde bereits 1955 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Seit dem Jahr 2000 sind das Tal der Donau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems als Kulturlandschaft Wachau Teil des UNESCO-Weltkultur- und Naturerbes.

Die Wachau ist ein Teil österreichischen Bundeslandes Niederösterreich. Niederösterreich ist das Kernland Österreichs. Hier tauchte im 10. Jahrhundert zum ersten Mal die Bezeichnung Ostarrichi auf, die früheste bekannte Form des Wortes, aus dem der spätere Name für Österreich entstanden ist. Und hier hatten auch die Babenberger, die ersten Markgrafen und Herzöge Österreichs ihre ersten Stammsitze, bis im Jahr 1146 die Hauptstadt in den Kernbereich Niederösterreichs verlegt wurde – nach Wien.

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Ruine Schaunburg in Hartkirchen nahe Haibach ob der Donau: Gebaut wurde die Burg in den Jahren 1154 – 1161.

 

Klima

Die Wachau bietet ein ganz spezielles Mikroklima. Im Schnitt ist es hier milder und wärmer als in anderen Regionen Niederösterreichs dank der klimaregulierenden Wirkung der Donau, was auch dem Weinbau zugutekommt. Das Tal ist gegen Norden und Westen abgeschirmt, was besondere Klimaverhältnisse schafft, die es normalerweise erst viel weiter südlich gibt. Vom Osten her können warme pannonische Luftmassen in die Wachau strömen, die vor allem in der kalten Jahreszeit für moderate Temperaturen sorgen. Eine geschlossene Schneedecke ist relative selten. In manchen Jahren können die Trauben dadurch bis in den November hinein an den Weinstöcken reifen. Im Sommer verhindert die Donau große Hitzestaus und wirkt temperaturausgleichend. Auf Sonne ohne Ende darf man sich trotz überdurchschnittlich vieler Sonnentage in der Wachau nicht gefasst machen. Im Sommer kann hier schnell einmal ein Gewitter aufziehen, und in der Nacht kann es frisch werden. Relativ mild ist es nur in den klimatisch begünstigen Regionen nahe des Donauufers. In den angrenzenden Hügeln des Dunkelsteinerwaldes und des Waldviertels können die Temperaturen durchaus gedämpft sein.

Das milde Klima der Wachau erlaubt einen terrassenförmigen Weinanbau. Die Weinqualität profitiert von den vielen Sonnenstunden und den relativ kühlen Nächten. Zu den Weinspezialitäten zählen der Grüne Veltliner, der Riesling und der Neuburger. Der Wein wird während einiger Wochen im Jahr in zahlreichen Heurigenbetrieben durch die Winzer selbst ausgeschenkt, die auch einfache Speisen anbieten.

 

Mobil in der Wachau

In der warmen Jahreszeit sollte man sich keinesfalls eine Schifffahrt durch die Wachau entgehen lassen. Zwischen Melk und Krems sind mehrere Linien im Einsatz. Die meisten werden von der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH betrieben (Info unter www.ddsg-blue-danube.at).

Kleinere Anbieter  (Infos z.B. unter www.brandner.at) bieten auch Fahrten für besondere Anlässe wie etwa Feiern, Hochzeiten und Familienfeste. An Bord mancher dieser Schiffe kann man sogar standesamtlich heiraten.

Fähren verkehren von April bis Oktober zwischen den beiden Donauufern. Auf den Rollfähren zwischen Spitz-Arnsdorf und Weißenkirchen-St. Michael sowie auf der Motorfähre Dürnstein-Rossatz erhält man einen fantastischen Blick auf die Wachau. Tickets sind direkt auf den Fähren, in den Bussen sowie in einigen Infostellen erhältlich. Wer per Rad unterwegs ist, findet entlang beider Donauufer eine gute Infrastruktur vor mit zahlreichen Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten. Der nordseitige Weg ist stärker frequentiert, da er durch die bekannten Tourismusgemeinden Dürnstein und Spitz führt. Details über die Wachauer Abschnitte des Donauradwegs gibt es unter www.donauradweg.at. Wer die Wachau mit dem Auto erkunden möchte, kann zwischen der gut ausgebauten B3 auf der Nordseite und der mit einigen Engstellen versehenen B33 auf der Südseite wählen.

Ein besonderes Erlebnis verspricht die Wachaubahn. Touristen und Ausflügler zwischen Krems und Emmersdorf können mit der Bahn entlang der Donau fahren und die pittoresken Dörfer aus einer anderen Perspektive erleben. An bestimmten Terminen im Sommer werden Themenzüge angeboten – etwa mit den Nostalgiewaggons des “Majestic Imperator” (Luxuswaggons aus der Imperialzeit).

Kombi-Angebote wie “Große Wachau-Fahrt” oder “Donauberge erkunden” erweitern das Programm. Dabei kann eine Strecke wahlweise mit dem Schiff, Bus oder der Wachaubahn erkundet werden.

Infos: www.noevog.at/wachaubahn

 

Auch per Bus lässt sich die Wachau gut erkunden.

Die Buslinien:

  • WL 1 Krems – Spitz – Melk und retour
  • WL 1A Radtramper Krems – Spitz – Melk – Grein
  • WL 2 Krems – Aggstein – Melk
  • WL 3 Campus-Shuttle Bhf. Krems – Campus – Kunstmeile Krems
  • WL 4 Rufbus Krems – Stift Göttweig, nach Hadersdorf zum Spoerri-Museum sowie zum Schloss Grafenegg. Immer Sa, So und an Feiertagen
  • WL 5 ab Spitz über Mühldorf und ins Waldviertel
  • WL 6 Wachaubahn-Shuttle zwischen Emmersdorf und Melk
  • WL 7 Wander-Rufbus ab Spitz bzw. Emmersdorf auf den Jauerling und ins Weitental. Immer Sa, So und an Feiertagen

Weitere Infos zu Fahrplänen und Tarifen finden Sie im Internet auf www.vor.at.

 

Beste Reisezeit

Die meisten Gäste besuchen die Wachau zwischen Ostern und Allerheiligen. Außerhalb der Hauptsaison haben viele Tourismusbetriebe geschlossen. Einige Hotels und Gasthöfe haben aber auch im Winter für Ruhe suchende Urlauber geöffnet. Die Weinterrassen sind zwar nur selten von Schnee bedeckt, vermitteln aber doch eine ganz besondere Stimmung. Der Frühling ist unter anderem dank der bezaubernden Marillenblüte eine besonders schöne Reisezeit. Im Sommer bietet die Wachau durch mehrere Bademöglichkeiten eine willkommene Erfrischung. Schöne Strände gibt es etwa gegenüber von Dürnstein, in Rührsdorf und in Aggsbach-Markt.

 

Die Wachau entdecken

 

 

 

 


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