Gute Weine aus Österreich: Diese Keller sollten Sie besuchen!

Gastgeber bei im Weinberg in Falkenstein, Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

Gastgeber bei im Weinberg in Falkenstein, Niederösterreich. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

Picknick mit Weinverkostung in einem Weingarten in der Südsteiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

Picknick mit Weinverkostung in einem Weingarten in der Südsteiermark. © Österreich Werbung, Fotograf: Peter Burgstaller

 


Die besten Sightseeing-Tipps für Wein-Liebhaber

Weinkultur bedeutet viel mehr, als nur guten Wein zu trinken: Welche Weingüter, Kellergassen, Erlebniswelten und Weinseminare Sie nicht verpassen sollten!

Seit mehreren Jahrzehnten hat sich Wein aus Österreich beharrlich zu immer besserer Qualität entwickelt. Mit dem Ergebnis, dass heimischer Wein, sei es nun Grüner Veltliner aus Niederösterreich, steirischer Sauvignon Blanc oder Blaufränkisch aus dem Mittelburgenland, selbst in Tokio oder New York zum Geheimtipp wurde und so mancher prämierte Wein von renommierten Winzern aus der Wachau, dem Blaufränkischland oder der Südsteiermark selbst im Inland nur mit viel Spürsinn aufgetrieben werden kann. Wer in Österreich Urlaub macht, hat die Gelegenheit, dem Wein noch näher zu kommen. Wie immer führen viele Wege zum Ziel.

Besuch beim Winzer
Der gemütlichste, aber bestimmt nicht langweiligste Weg: Ein Besuch beim Winzer. Österreichische Weingüter sind fast immer Familienbetriebe und zeichnen sich oft auch optisch durch eine Besonderheit aus: Durch ihren Mut zu moderner Architektur. Ob ganz im Süden der Steiermark an der Grenze zu Slowenien oder in kleinen burgenländischen Dörfern: Was die Winzerinnen und Winzer da auf die (Beton-)Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen. Logisch, dass in den neuen (und alten) Weinkellern und Verkostungsräumen Gäste gern gesehen sind. Bei Voranmeldung führt meist sogar der Winzer oder die Winzerin persönlich durch Produktion und Keller. Eine Weinprobe im Anschluss an eine Betriebsführung ist selbstverständlich. Dort wird vom leichtesten Wein bis zu Raritäten gemeinsam verkostet und gerne auch ausführlich über den Jahrgang, das Wetter und die Vinifizierung fachgesimpelt. Wer sich noch nicht so gut auskennt, braucht aber keine Sorge haben: Erstens kann man Wein auch ohne große Worte genießen und zweitens nimmt man so manches Detail der Weinverkostung ganz automatisch mit.

Viele kleine und große Keller
Wem ein Keller nicht genug ist, die oder der wird in allen Weingebieten Österreichs unter der Erde fündig: Sowohl Kellergassen in Niederösterreich, in denen nahezu laufend Feste und Veranstaltungen stattfinden, bei denen Neugierige von Keller zu Keller wandern und Wein probieren können, als auch jahrhundertealte, riesige Kellergewölbe in Schlössern und Stiften laden zur geführten Erkundung ein. Der Keller im Stift Klosterneuburg nördlich von Wien – eines der ältesten und größten Weingüter Österreichs – zum Beispiel, liegt unglaubliche 36 Meter tief in der Erde. Der Retzer Erlebniskeller erstreckt sich über 21 Kilometer Länge unter der nördlichen Weinviertler Stadt. Und im steirischen Schloss Seggau ist gar einer der größten Weinkeller Europas zu finden: 300 Jahre alt, 72 Meter lang und achteinhalb Meter hoch.

Eine Art Gemeinschaftskeller

Gebietsvinotheken sind eine weitere wunderbare Möglichkeit, alle wichtigen Weinbaubetriebe einer Region an einem Ort kennenzulernen. So verschafft man sich den besten Überblick über Winzer und Rebsorten. Dort kann man in Ruhe Etiketten studieren, Informationen einholen und natürlich auch verkosten. Zum Beispiel im Weinwerk Burgenland in Neusiedl am See, im Vinatrium in Deutschkreuz, im Weinquartier in Retz, in der Vinofaktur in Ehrenhausen in der Südsteiermark oder in der idyllisch hoch über den steirischen Hügeln liegenden Gesamtsteirischen Vinothek in St. Anna am Aigen. Auch in Wien gibt es selbstverständlich hervorragend sortierte Vinotheken, zum Beispiel die auch architektonisch und kulinarisch interessante Weinhandlung Unger und Klein im ersten Bezirk.

Ein Mikrokosmos voll Wein

Alte Weintradition und moderne Architektur haben die Weinerlebniswelten vereint, von denen es mittlerweile mehrere im Osten Österreichs gibt. Das Loisium im niederösterreichischen Langenlois, die Sandgrube 13 in Krems und die Domäne Pöttelsdorf im Burgenland haben alle dasselbe Ziel: Wein mit allen Sinnen erlebbar zu machen und dabei auch noch Wissen zu vermitteln. Die aufwändigen Inszenierungen im Loisium oder der Domäne Pöttelsdorf veranschaulichen, dass in Österreich schon lange bekannt ist, wie man guten Wein macht. Das Wissen zu teilen und die Wertschätzung für das Handwerk der Weinbäuerinnen und Weinbauern zu erhöhen, gelingt dort mühelos. Kaum jemand, der nicht staunend (und durstig) aus einer der Weinerlebniswelten wieder ins Freie tritt. Eine ganz besondere Weinerlebniswelt wurde in Wien geschaffen: Das Hotel Rathaus ist von Dach bis Keller auf den Rebensaft eingestellt. Jedes der 39 Zimmer des mehrfach ausgezeichneten Designhotels hat einen österreichischen Winzer als Paten (und dessen Weine im Kühlschrank).

Weingenuss vor der Loisium Weinwelt im Kamptal. © Österreich Werbung, Fotograf: Wolfgang Zajc

Weingenuss vor der Loisium Weinwelt im Kamptal. © Österreich Werbung, Fotograf: Wolfgang Zajc

Wein verstehen
Wein kann man auch in Seminaren lernen. Bei dieser Art von Weiterbildung braucht niemand Prüfungsangst zu haben. Weinseminare verbinden Theorie und Praxis auf angenehme (und oft sehr lustige) Art und Weise. Angeboten werden sie zuallererst von der höchst angesehenen Weinakademie Österreich, aber auch von privaten Instituten, Vinotheken und Restaurants. Zuerst wird über die Besonderheiten der jeweiligen Region gesprochen, vom Werden des Weins ab dem Rebstock über die Lese, Vergärung und Reifung bis zur Abfüllung. In Einsteigerseminaren kommt eine ausführliche Verkostungskunde nicht zu kurz: Farbe, Viskosität, Geruch und natürlich Geschmack geben Auskunft über Alter, Reife, Boden, Herkunft, Rebsorte und vor allem Qualität des Weins. Das klingt kompliziert, aber mit ein bisschen angeleiteter Übung findet man sich mit Hilfe einiger schnell gelernter Grundbegriffe gut zurecht. Das hat allerdings ungeahnte Folgen: Wer einmal Wein in einem Weinseminar geleckt hat, wird sich so schnell keinen schlechten Wein mehr vorsetzen lassen. Die Chancen, in Österreich einen serviert zu bekommen, sind ohnehin nicht sehr groß.

LINKTIPPS:

 


Unverzichtbar: ein Besuch im Heurigen

Zeit ist beim Heurigen ein relativer Faktor: Nicht die Uhr, sondern der Konsum des „Heurigen“, also des Weins des aktuellen Jahrgangs, entscheidet über die Aufenthaltsdauer. Schon bald entsteht mit den anderen Gästen eine traute, heimelige Verbindung: Man teilt den Genuss und unterhält sich ungezwungen über Standes- und Sprachgrenzen hinweg. Vor dem Heurigen sind alle Menschen gleich – nur die da unten in der Stadt haben es nicht so gut. Also nimmt man noch ein Glas, und da der Wirt am Buffet gerade Schinken und Käse aufschneidet und der Duft von frisch geriebenem Kren in die Nase steigt, bestellt man noch etwas davon, weil es den Wein noch besser munden lässt. Es gibt Orte, an denen man sich sogleich behaglich fühlt, von denen man nicht mehr loskommt, ja gar nicht loskommen will – und dieser Platz gehört dazu. Und wenn man eine Landkarte der Sehnsüchte zeichnen wollte – hier wäre ihr Mittelpunkt …

AUSG’STECKT IST

Heurige gibt es dort, wo der Wein wächst. Die meisten in den Weinorten Grinzing, Sievering, Nussdorf, Heiligenstadt und Neustift-Salmannsdorf. Weitere Heurige finden sich in Mauer, von wo man auch zu Fuß in den benachbarten Weinort Perchtoldsdorf kommt, sowie in Stammersdorf. Ob ein Heuriger geöffnet ist, erkennt man am Föhrenbuschen über der Eingangstür. Mitgliedsbetriebe der Qualitätsplattform „Der Wiener Heurige“ auf: www.wienerwein.at

Göbel
Modernes Ambiente in der einzigen Kellergasse von Wien. Großartige Rotweine.

1210 Wien
Stammersdorfer Kellergasse 131
Tel.: +43 664 2439835
www.weinbaugoebel.at

Kierlinger
Seit 1784 wird hier Heurigengeschichte geschrieben. Bester Liptauer von Wien!

1190 Wien
Kahlenberger Straße 20
Tel./Fax: +43 1 370 22 64
www.kierlinger.at


Klöster mit Weinangebot

Österreichs Stifte und Klöster haben für Weinkenner einiges zu bieten. Zum Beispiel das Benediktinerstift Altenberg, das den größten Stiftsweinkeller im Waldviertel besitzt, und zu jenen einundzwanzig Klöstern gehört, die sich zur Vereinigung Klösterreich zusammengeschlossen haben. „Kloster unter dem Kloster“ wird der Altenberger Keller, in dem die feinen Tropfen des Stifts lagern, genannt und er ist eine filmreife Location: Rot- und Weißweine aus Limberg am Manhartsberg, preisgekrönte Brände und Liköre finden sich hier. Gerne empfiehlt Abt Christian Haidinger den Besuchern seinen Lieblingswein: den DAC Grünen Veltliner. Um diese und ähnliche Produkte in der Christenheit zu verbreiten, wurde vom Stift in Maissau am Manhartsberg sogar ein eigener Klosterheuriger eingerichtet. Hier kann der Gast auf der Terrasse „Prälatenwein“ und „St. Ursula Wein“ genießen und dabei die Aussicht bewundern.

Dabei ist Stift Altenberg bloß ein Beispiel unter vielen. Wein, neben Brot, eines der symbolträchtigsten Lebensmittel des Christentums, spielt schließlich in einer Reihe von österreichischen Stiften eine wichtige Rolle. Dass Stift Göttweig mehr als seine berühmte Benediktinertorte zu bieten hat, beweist etwa ein Blick auf die Gründungsurkunde des Stifts. Sie stammt aus dem Jahr 1083 und weist Göttweig als einen der ältesten Weinbaubetriebe Österreichs aus. Und auch der Prandtauer- Keller des Stiftes in Wielandsthal bei Herzogenburg, wo die trockenen Traisental- Weine gekeltert werden, und regelmäßige Weinverkostungen stattfinden, liegt auf uraltem Grund. Das bewies der Fund eines 4.000 Jahre alten Weinkorns, der das untere Traisental als ältestes Weinbaugebiet Österreichs ausweist.

Diversifiziert gibt sich der Kulturträger Wein im Kloster allemal. Auf Gut Thallern bei Gumpoldskirchen, das zu Stift Heiligenkreuz gehört, können die guten Tropfen im alten Holzfasskeller bei Kerzenschein verkostet werden. In der eigenen Brennerei werden verschiedene Obst-, Wein- und Tresteredelbrände sowie Klosterliköre hergestellt. Zur Einstimmung gibt es vor Ort die „Grangienkapelle“ zu besichtigen, mit der berühmten Christusstatue von Giovanni Giuliani, umgeben von Weinreben und Trauben und der Inschrift: „Ich bin der wahre Weinstock“. Auch „Kremsmünster” gehören derzeit zwei Weingüter (Krems-Stein und Deutschkreutz). Gar weltweit bekannt ist der Weinbau des Augustiner Chorherrenstifts Klosterneuburg. Das größte private Weingut des Landes empfiehlt seinen roten „Sankt Laurent“, der erstmals durch dieses Kloster in Österreich eingeführt wurde. Mehr davon erfährt man bei Führungen in den barocken Kellergewölben, die sich über vier Etagen erstrecken und ausschließlich der Vinifikation dienen. Oder besser noch: im Rahmen von Weinseminaren in der Vinothek.

 

Klöster mit Weinangebot:

Stift Herzogenburg
Weine aus dem stiftseigenen Keller und dem Weinbaugebiet Traisental, Obstbrände, Tees, Lebkuchen. www.stift-herzogenburg.at

Chorherrenstift Klosterneuburg
Weine, Sekte, Edelbrände, reinsortige Apfelsäfte in der Vinothek Stift Klosterneuburg. Rathausplatz 24 3400 Klosterneuburg www.stift-klosterneuburg.at

Benediktinerstift Kremsmünster
Bio-Produkte, sowie Weine und Sekt-Spezialitäten aus den Weingütern Krems- Stein und Deutschkreuz, sowie der Partnerweingüter Röschitz und Gründl. Edelbrände und Spirituosen ergänzen das Angebot. www.stift-kremsmuenster.at

St. Florian
Wein, Bier, Liköre und Schnäpse aus Klöstern bzw. von Bauern aus der Umgebung, Chorherren-Brot, Produkte aus eigener Landwirtschaft, Lebkuchen, getrocknete Kräuter, Dörräpfel, Honig aus eig. Erzeugung. www.stift-st-florian.at

Zisterzienserstift Zwettl
Weine aus dem stiftseigenen Weingut Schloss Gobelsburg in der Weinbauregion Kamptal, geräucherte Karpfen und Forellen aus der Fischerei Stift Zwettl, Honig und Mohnprodukte. Die „Zwettler Stiftsschätze“ sind Tees, Kräuter, Gewürze, Kekse und Leckereien aus eigener Erzeugung oder Produkte, die in der Klosterküche verwendet werden. 3910 Stift Zwettl 1 www.stift-zwettl.at

ONLINE-KLOSTERLÄDEN
Einige Klöster haben auch einen „Virtuellen Klosterladen“ mit Online- Bestellmöglichkeit:

www.stift-heiligenkreuz.org
www.stift-klosterneuburg.at

RESTAURANTTIPPS:

Stift Heiligenkreuz
Weine aus den klostereigenen Weingärten vom Klosterweingut Thallern, sowie Bier aus dem Stift Schlägl, der einzigen Stiftsbrauerei Österreichs. Außerdem: Wildverkauf. www.klostergasthof.stift-heiligenkreuz.org

Klostergasthaus Thallern
Information und Platzreservierungen: Tel: +43 2236 8703 233

Benediktinerstift Kremsmünster
Weinverkostung in der Kellerei Burgfried 1 4550 Kremsmünster Tel.: +43 7583 5275-218 weinkellerei@stift-kremsmuenster.at


Zu Besuch beim Bio-Weinbauern

Wer sein Bio-Menü nicht von Kräutertees, sondern von hochwertigen Weinen begleitet sehen will, wird in Österreich ebenfalls bestens bedient. Vorbei die Zeiten, da saure und unausgewogene Öko-Weine eher aus ideologischen als aus Gründen des Genusses getrunken wurden.

Zu den wichtigen Merkmalen des biologischen Weinbaus gehört der Verzicht auf chemische Düngung sowie auf Pestizide, Insektizide und Herbizide. Die erlaubten Schwefelobergrenzen liegen um ein Drittel unter den gesetzlichen Höchstwerten. Während sich herkömmlich produzierte Weine bei Schadstoffanalysen regelmäßig als wahre Chemiekeulen entpuppen, kann man Bioweine rückstandsfrei genießen.

Neben diesen „herkömmlichen“ Bioweinen gewinnt das Thema biodynamischer Weinbau in den letzten Jahren zunehmend an Popularität. Die Biodynamik vermeidet nicht nur chemische Produkte, sondern versucht den Boden, die Reben und den Wein mittels biodynamischer Präparate auf der Basis der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners zu stärken. Auch kosmische Einflüsse und die Kunst, auf „den richtigen Zeitpunkt“ zu achten, spielen dabei eine wichtige Rolle. Was wie die Spinnerei von Sonderlingen anmutet, gehört im Spitzenweinbau längst zum Alltag. Der vielleicht berühmteste und teuerste Wein der Welt vom Gut Romanée Conti im Burgund etwa wird nach den Lehren der Biodynamik gezogen und gekeltert. Absolut erschwinglich hingegen sind die ausgezeichneten Weine des biodynamischen Betriebs Meinklang: Sie spiegeln nicht nur Boden und Klima des Nationalparks Neusiedler See wider, sie sind auch Ausdruck einer Philosophie.

LINKTIPPS:

Weinbaugebiet Carnuntum
www.bioartner.at/carnuntum.htm

Bio Austria
www.bio-austria.at

Bio-Steirer-WEIN
www.bio-steirer-wein.at

 

Titelbild: © Österreich Werbung    /   QT:öw

 


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