Wien – der Architektur- und Designführer

Das Loft Restaurant, Sofitel Vienna Stephansdom ©WienTourismus/Christian Stemper

 

Wiens 2000-jährige Geschichte ist in einzigartiger Dichte im Stadtbild gegenwärtig. Der Grundriss des Zentrums geht auf die Römerstadt und das mittelalterliche Straßennetz zurück. Romanische und gotische Kirchen prägen die Straßen und Plätze ebenso wie Paläste und Bürgerhäuser der barocken Residenzstadt. Die Ringstraße ist Ausdruck der modernen Großstadt des 19. Jahrhunderts, im 20. Jahrhundert setzten ausgedehnte Wohnhausanlagen Akzente in den äußeren Bezirken. Aktuell werden groß angelegte städtebauliche Maßnahmen umgesetzt; markante Bauten internationaler Star-Architekten ergänzen die Silhouette der Stadt.

Durch seine Funktion als Residenz des Kaisers und europäisches Machtzentrum stand Wien jahrhundertelang im Fokus internationaler Aufmerksamkeit, war sich seiner besonderen Rolle aber auch bewusst. Dadurch entwickelte sich eine herausragende Baukultur, und noch heute können nur wenige Städte weltweit mit einer vergleichbaren Dichte an hochwertiger Architektur aufwarten. Seit mehreren Jahren bemüht sich Wien verstärkt, an seine historischen Höhepunkte anzuschließen und macht mit teils spektakulären Neubauten auf sich aufmerksam. Die am schnellsten wachsende Großstadt im deutschsprachigen Raum setzt heute vor allem im Wohnbau weltweit beachtete Maßstäbe. Konstanten der Wiener Architektur sind die Rücksicht auf gewachsene Strukturen, das Spürbarmachen historischer Schichten und der Dialog von Alt und Neu.

Höhepunkt mittelalterlicher Baukunst: der Stephansdom

Das älteste architektonische Wahrzeichen der Stadt ist der Stephansdom. Unter der Herrschaft der Habsburger, die das Gesicht der Stadt vom späten 13. Jahrhundert bis 1918 entscheidend prägten, wurde der Dom zum sakralen Denkmal für die politischen Ambitionen des Herrscherhauses ausgebaut. Der 1433 vollendete, 137 Meter hohe Südturm, von den Wienern liebevoll „Steffl“ genannt, ist ein Meisterwerk spätgotischer Architektur in Europa. Jahrzehntelang war er das höchste steinerne Bauwerk Europas, bis heute ist er der unangefochtene Mittelpunkt der Stadt.

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Die barocke Residenzstadt

 

Wiens Aufstieg in die Reihe der großen europäischen Hauptstädte begann im Barock. Zu den bedeutendsten Baumeistern zählten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt. Außerhalb der Stadtmauern entstand eine Kette von Sommerpalästen, darunter das Gartenpalais Schwarzenberg (1697-1704) sowie das Obere und Untere Belvedere des Prinzen Eugen von Savoyen (1714-22). Zu den bedeutendsten Stadtpalästen zählen das Winterpalais des Prinzen Eugen (1695-1724; heute Außenstelle des Belvedere) und das Palais Daun-Kinsky (1713-19; Auktionshaus Im Kinsky). Der Kaiser selbst ließ die Hofburg durch Bauten wie die Hofbibliothek (1722-26) und die Winterreitschule (1729-34) ergänzen. Wichtiger war den Habsburgern jedoch die Stiftung von Kirchen und Klöstern. So entstand vor den Mauern der Stadt Fischer von Erlachs Karlskirche (1714-39), die mit ihrer formal und inhaltlich komplexen Schaufassade zu den Hauptwerken des europäischen Barock zählt. In farbigen Innenräumen wie jenem der Peterskirche (1701-22) wird das zeitgenössische Bemühen um die Synthese von Architektur, Malerei und Skulptur sichtbar.

Karlskirche am Abend

Karlskirche am Abend © Österreich Werbung, Fotograf: Kalmar

 

Ausbau zur Metropole: die Ringstraßen-Zeit

Seit dem Barock wurden Überlegungen zur Erweiterung der hoffnungslos überfüllten Stadt angestellt, doch erst Kaiser Franz Joseph befahl 1857 die Abtragung der Befestigungsanlagen und die Verbindung der Inneren Stadt mit den Vorstädten. 1865 wurde die Ringstraße eröffnet. Sie ist als bedeutendster Prachtboulevard Europas eine städtebauliche und architektonische Leistung höchsten Ranges. Die originale Bausubstanz ist fast vollständig erhalten und vermittelt damit das authentische Bild einer Metropole des 19. Jahrhunderts. Die öffentlichen Repräsentationsbauten sprechen, ganz im Sinne des Historismus, durch ihren Stil: Die griechisch-antiken Formen von Theophil Hansens Parlament (1871-83) standen für Demokratie, die Renaissance der von Heinrich Ferstel erbauten Universität (1873-84) für die Blüte des Humanismus, die Gotik des Rathauses (1872-83) von Friedrich Schmidt für den mittelalterlichen Bürgerstolz.

Dominierend blieben die Bauten des Kaiserhauses: Eduard van der Nüll und August Sicardsburgs Opernhaus (1863-69) Gottfried Sempers und Carl Hasenauers Burgtheater (1874-88), ihr Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum (1871-91) sowie die Neue Hofburg (1881-1918). Zugleich war die Ringstraße bevorzugtes Wohngebiet des zumeist jüdischen Großbürgertums. Mit luxuriösen Palästen machten Familien wie Ephrussi, Epstein oder Todesco deutlich, dass sie die kulturelle Führungsrolle in der Wiener Gesellschaft übernommen hatten. Im Rahmen der Weltausstellung des Jahres 1873 präsentierte sich das neue Wien einem internationalen Publikum. An der Ringstraße wurden zahlreiche Hotels eröffnet, darunter das Hotel Imperial und das heutige Palais Hansen Kempinski.

Staatsoper in Wien

Staatsoper in Wien. Ringstraße bei Nacht. © Österreich Werbung, Fotograf: Viennaslide

 

Laboratorium der Moderne: Wien um 1900

Zu den letzten Bauten im Ringstraßenbereich zählte Otto Wagners Postsparkasse (1903-06), die mit ihrer von Ornament befreiten, nur mit „funktionalen“ Aluminiumknöpfen geschmückten Fassade und dem gläsernen Kassensaal heute zu den Ikonen der Architektur der Moderne zählt. Wie kein Zweiter stand Otto Wagner für den Aufbruch ins 20. Jahrhundert: Seine Stadtbahnbauten machten den öffentlichen Verkehr der Großstadt zu einem Thema der Architektur, die Kirche der Nervenheilanstalt am Steinhof (1904-07) gilt als erste moderne Kirche.

Mit seiner konsequenten Ausrichtung auf die Funktion eines Gebäudes („Etwas Unpraktisches kann nicht schön sein“) prägte Wagner eine ganze Generation von Architekten und machte Wien zum Laboratorium der Moderne. Neben Joseph Maria Olbrich, dem Erbauer der Secession (1897/98) und Josef Hoffmann, dem Architekten des am westlichen Stadtrand gelegenen Sanatorium Purkersdorf (1904) und Begründer der Wiener Werkstätte (1903) ist vor allem Adolf Loos zu nennen, der mit dem Looshaus am Michaelerplatz (1909-11) Architekturgeschichte schrieb. Die verschwenderische Marmorverkleidung der Geschäftszone steht in maximalem, aus der Funktion abgeleiteten Kontrast zur dekorlosen Fassade darüber, wodurch ihre „Nacktheit“ noch offensichtlicher wurde – eine Provokation, ebenso wie seine kulturkritischen Texte („Ornament und Verbrechen“), mit denen er größten Einfluss auf die Architektur des 20. Jahrhunderts nahm. Öffentliche Aufträge blieben Loos verwehrt. Zu seinen wichtigsten Werken zählen daher Villen, Wohnungseinrichtungen und Geschäftslokale wie der noch im Originalzustand erhaltene Schneidersalon Kniže am Graben (1910-13) und die restaurierte Loos-Bar (1908/09) nahe der Kärntnerstraße.

Zwischen den Kriegen

 

internationale Moderne und sozialer Wohnbau

Nach dem Zerfall der Monarchie im Jahr 1918 wurde Wien Hauptstadt des neu gebildeten Kleinstaates Österreich. Im Herzen der Stadt errichteten die Architekten Theiss & Jaksch 1931/32 das erste Hochhaus Wiens als exklusive Wohnadresse (Herrengasse 6-8). Zur Bekämpfung der Wohnungsnot der breiten Bevölkerung ließ die sozialdemokratische Stadtregierung in einem weltweit einzigartigen Bauprogramm innerhalb weniger Jahre 60.000 Wohnungen in hunderten Wohnhausanlagen im gesamten Stadtgebiet errichten, darunter den bekannten Karl Marx-Hof von Karl Ehn (1925-30). Eine Alternative zum Geschoßwohnbau wurde mit der 1932 eröffneten Werkbundsiedlung vorgestellt, an der 31 Architekten aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Holland und den USA teilnahmen und Modelle für leistbares Wohnen im Grünen zeigten. Mit Bauten von Adolf Loos, André Lurçat, Richard Neutra, Gerrit Rietveld zählt die Werkbundsiedlung, die derzeit mit großem Aufwand saniert wird, zu den wichtigsten Dokumenten der modernen Architektur in Österreich.

Die Moderne kam auch in bedeutenden Villenbauten zum Ausdruck. Das Haus Beer (1929-31) von Josef Frank steht beispielhaft für die verfeinerte Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit, während das vom Philosophen Ludwig Wittgenstein gemeinsam mit dem Architekten Paul Engelmann für seine Schwester Margarete errichtete Haus Stonborough-Wittgenstein (1926-28; heute Bulgarisches Kulturinstitut) durch seine ästhetische Radikalität und mathematische Strenge einen Sonderfall innerhalb der zeitgenössischen Architektur darstellt.

Vertreibung, Krieg und Wiederaufbau

 

Nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich 1938 wurden zahlreiche jüdische Bauherren, Architektinnen und Architekten, die wesentlich für das hohe Niveau der Wiener Architektur verantwortlich gewesen waren, aus Österreich vertrieben. Während der NS-Zeit blieb Wien von baulichen Umgestaltungen weitgehend verschont, sieht man von den sechs zur Luftabwehr errichteten Flaktürmen von Friedrich Tamms (1942-45) aus massivem Stahlbeton ab, die heute als Mahnmale im Stadtbild präsent sind.

Die Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs standen im Zeichen des Wiederaufbaus der von Bomben schwer beschädigten Stadt. Die Architektur jener Zeit war von ästhetischem Pragmatismus geprägt, aber auch von dem Versuch, an die Zeit vor 1938 anzuknüpfen und aktuelle internationale Trends aufzugreifen. Zu den wichtigsten Bauten der 1950er-Jahre zählen Roland Rainers Stadthalle (1952-58), das von Oswald Haerdtl errichtete Wien Museum am Karlsplatz (1954-59) und das 21er Haus von Karl Schwanzer (1958-62).

Die Jungen kommen

 

Seit den 1960er-Jahren suchte eine junge Generation nach Alternativen zur moderaten Moderne der Wiederaufbaujahre. Mit visionären Entwürfen, konzeptuellen, experimentellen und vor allem temporären Architekturen, Interventionen und Installationen erhielten Raimund Abraham, Günther Domenig, Eilfried Huth, Hans Hollein, Walter Pichler und die Gruppen Coop Himmelb(l)au, Haus-Rucker-Co und Missing Link rasch international Aufmerksamkeit. Wenn auch zunächst mehr gezeichnet, als gebaut wurde, war der Einfluss auf die postmodernen und dekonstruktivistischen Tendenzen der 1970er- und 1980er-Jahre auch außerhalb Österreichs groß. Holleins futuristisches Kerzengeschäft „Retti“ am Kohlmarkt (1964/65) und Domenigs biomorphes Gebäude der Zentralsparkasse in Favoriten (1975-79) zählen zu den frühesten Beispielen, später kamen Holleins Haas-Haus (1985-90), der Dachausbau Falkestraße (1987/88) von Coop Himmelb(l)au oder Domenigs T-Center (2002-04) hinzu. Vor allem Domenig, Hollein, Coop Himmelb(l)au und die Architekten Ortner & Ortner (ehem. Mitglieder von Haus-Rucker-Co) machten durch Aufträge aus dem Ausland die neue österreichische und Wiener Architektur zu einem festen internationalen Begriff.

MuseumsQuartier und Gasometer

Seit den 1980er-Jahren liegt ein Schwerpunkt des Bauens in Wien auf dem Verdichten des historischen Stadtgefüges, das als qualitativ hochwertiger urbaner Lebensraum nun nicht mehr in Frage gestellt wird. Zu den international bekanntesten Projekten zählt das von Ortner & Ortner geplante MuseumsQuartier in den ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen (Wettbewerb 1987; 1998-2001), das mit Institutionen wie dem mumok – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, dem Leopold Museum, der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien und dem Zoom Kindermuseum weltweit zu den größten Kulturarealen zählt. Nach Kontroversen in der Planungsphase wurde hier am Ende ein architektonischer Kompromiss zwischen Alt und Neu erzielt, dessen Erfolg als urbane Bühne mit vier Millionen Besuchern (2012) überwältigend ist.

Der Dialog von Alt und Neu, der in einer von der Geschichte so stark geprägten Stadt wie Wien auf der Tagesordnung der Baukultur stehen muss, kennzeichnet auch den Umbau der Gasometer in Simmering durch Coop Himmelb(l)au, Wilhelm Holzbauer, Jean Nouvel und Manfred Wehdorn (1999-2001). Hier wurde nicht nur neuer Wohnraum geschaffen, sondern auch ein historisches Industriedenkmal zu einem Signal im Stadtentwicklungsgebiet uminterpretiert.

Museumsquartier in Wien / Museum Leopold

Museumsquartier in Wien. © Österreich Werbung, Fotograf: Bartl

Neue Stadtviertel

 

In den vergangenen Jahren rückten die großen Bahnhöfe und ihr Umfeld in den Fokus der Planungen. Hier wurden nicht nur notwendige infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt, sondern zugleich weiträumige innerstädtische Wohnareale und Geschäftsviertel erschlossen. Zu den Prestigeprojekten zählt der neue Hauptbahnhof (2010-14) mit den umgebenden Büro-Hochhäusern des Quartier Belvedere und den Wohn- und Schulbauten des Sonnwendviertels. Auf der Fläche des ehemaligen Nordbahnhofes entstehen derzeit 10.000 Wohnungen und 20.000 Arbeitsplätze, auf jener des Aspangbahnhofes wird an Europas größter Passivhaussiedlung „Eurogate“ gebaut, das Areal des Nordwestbahnhofes wird voraussichtlich ab 2020 für Wohnen und Arbeiten erschlossen. Das größte derzeit in Bau befindliche Wohnprojekt findet sich aber am nordöstlichen Stadtrand, wo in der Seestadt Aspern bis 2028 Wohn- und Arbeitsraum für insgesamt 40.000 Menschen geschaffen wird. Eine gezielte Förderpolitik ermöglicht dabei die Schaffung von leistbarem und qualitativ hochwertigem Wohnraum – ein besonderes Merkmal der Wiener Stadtplanung, das weltweit Beachtung findet.

Neben dem Wohnbau wird auch in den Neubau von Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen investiert. So wurde 2013 in einer der „grünen Lungen“ Wiens, dem Prater, der Campus WU für die größte Wirtschaftsuniversität Europas eröffnet. Um den zentralen Platz sind spektakuläre Bauten einer internationalen Architektenriege aus Großbritannien, Japan, Spanien und Österreich versammelt, die ein mitunter recht lautstarkes Gespräch über den Status quo der zeitgenössischen Architektur zu führen scheinen (Hitoshi Abe, BUSarchitektur, Peter Cook, Zaha Hadid, NO MAD Arquitectos, Carme Pinós).

Hoch hinaus

International ist auch die Reihe jener Architekten, die sich in den letzten Jahren mit Hochhäusern in die Silhouette Wiens eingeschrieben haben und dem Stephansdom eine nicht immer unproblematische Konkurrenz machen. Schon von weitem sichtbar ist Massimiliano Fuksas’ 138 bzw. 127 Meter hoher eleganter Twin Tower am Wienerberg (1999-2001). Der monolithische, 75 Meter hohe Turm des Hotel Sofitel am Donaukanal von Jean Nouvel ( 2007-10) reagiert dagegen auf die besondere städtebauliche Situation und inszeniert in seinem obersten Stockwerk neue Perspektiven auf das historische Stadtzentrum.

Ebenfalls am Wasser steht Dominique Perraults DC-Tower (2010-13) in der Donau-City – jener Hochhausstadt, in der sich seit Baubeginn 1996 die Ausdehnung der Stadt nördlich der Donau zeichenhaft verdichtet. Selbst in dieser Umgebung sprengt der schlanke und zugleich auffällig vertikal gefaltete Turm Perraults alle bisher bekannten Dimensionen; von seiner Bar kann man den höchsten Blick auf Wien genießen. Mit 250 m ist der Turm Österreichs höchstes Gebäude und beinahe doppelt so hoch wie der Stephansdom. Wien hat damit eine neue, tatsächlich unübersehbare architektonische Landmark erhalten – ob sie auch das Potenzial zu einem Wahrzeichen des neuen Wien hat, wird die Zukunft zeigen. Die Architekturgeschichte Wiens, wo europäische Geschichte Gegenwart ist und Neubauten in spannungsreichen Dialog mit einem großen und herausragenden baulichen Erbe treten, wird in jedem Fall noch spannende Kapitel bieten.

Hochhaeuser in Wien

Blick von der Donauinsel am Abend. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner

 


Wien um 1900

 

Wien um 1900, das ist ein glänzendes Gewebe aus Gegensätzen wie „Traum und Wirklichkeit“ oder „Tod und Eros“ – und aus großen Namen der europäischen Kulturgeschichte. Am Beginn eines neuen Jahrhunderts konzentrierten sich in dieser Stadt Höchstleistungen der Literatur, Malerei, Architektur und Musik in einer Dichte, die ihresgleichen sucht.

Stadtwachstum und Stadtumbau

 

Dass Wien um 1900 zum kulturellen Zentrum Mitteleuropas werden konnte, setzte zunächst das rasante Wachstum zur Großstadt voraus, in Konkurrenz mit den europäischen Metropolen London, Paris und Berlin. Durch Zuwanderung und zwei Stadterweiterungen vergrößerte sich die Stadt im 19. Jahrhundert um ein Vielfaches. Zwischen 1870 und 1910 stieg die Einwohnerzahl von rund 900.000 auf mehr als das Doppelte (über 2 Millionen) an. Die erste Stadterweiterung um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte den Prachtboulevard Ringstraße und die an ihn grenzenden monumentalen Häuserblöcke hervorgebracht. Rund 1,6 km² füllten sich zwischen 1860 und 1890 mit Kulturstätten (Oper, Burgtheater, Museen), Wohnpalästen (Miets- bzw. Zinshäusern) und Monumentalbauten für Politik, Kommerz und Bildung (Rathaus, Parlament, Börse, Universität, Kunstgewerbeschule). Viele der Palais an der Ringstraße waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den sogenannten „Ringstraßenbaronen“, reichen, oftmals jüdischen Bankiers und Großindustriellen, errichtet worden und dienten ihnen als Wohn- und Geschäftshäuser. Das Palais der Familie Ephrussi am Universitätsring erlangte durch Edmund de Waals Roman „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ (englische Originalausgabe 2010), der auf der Familiengeschichte der Ephrussis beruht und in ca. 30 Sprachen übersetzt wurde, weltweite Bekanntheit.

Gleichzeitig wurden alte Häuser umgebaut, aufgestockt oder ganz durch neue ersetzt. Damit erarbeitete sich die Wiener Architektur einen internationalen Ruf, die Bauindustrie prosperierte so, dass der Börsenkrach von 1873 sie nur vorübergehend lähmen konnte. Die Generation der Ringstraßenarchitekten hatte die großen öffentlichen Bauaufgaben bewältigt, für die Nachfolger blieben hauptsächlich private Aufträge. Immerhin war ein wichtiges öffentliches Infrastrukturprojekt, die für eine Großstadt unerlässliche Stadtbahn, so lange aufgeschoben worden, dass Otto Wagner es ab 1894 gestalten konnte: 45 km Bahnstrecke mit mehr als 30 Stationen.

Konfliktreiches Nebeneinander

 

Wien war die Hauptstadt eines weit über 50 Millionen Einwohner und an die 15 Nationen um-fassenden Reiches, der österreichisch-ungarischen Monarchie. Ihren Bestand sicherten vor allem der Langzeitregent Kaiser Franz Joseph I. (geb. 1830, reg. 1848-1916), die den Zusammenhang repräsentierende Symbolfigur, und der effiziente Verwaltungsapparat.

Aus allen Teilen des multinationalen Kaiserreiches strömten Zuwanderer in die Hauptstadt, verschiedenste ethnische und religiöse Gruppen trafen hier aufeinander. Ebenso verschieden und konfliktreich waren die sozialen Verhältnisse, speziell die Zuwanderer litten unter den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen des Liberalismus. Damit schlug aber auch die Stunde für die Organisation der Arbeiter, Gewerkschaftsbewegung und Sozialdemokratie formierten sich.

Das Schlagwort „Völkerkerker“ illustriert die Nationalitätenproblematik aus der Sicht der slawischen Einwohner – und das waren beinahe 50 Prozent der Bevölkerung: Während die Ungarn seit dem „Ausgleich“ von 1867 zweite Staatsnation waren, besaßen die Slawen (Tschechen, Polen, Serben, Kroaten, Ukrainer usw.) keinen vergleichbaren Status. Was in dieser spannungsreichen Epoche und in der gegenseitigen Befruchtung der Nationalitäten aber entstand und bis heute Bestand hat, ist sehr viel mehr als die Wiener Küche mit ihrer ungarischen Würze und ihrer böhmischen Reichhaltigkeit.

Baukunst: Otto Wagner, Josef Hoffmann, Adolf Loos

 

Otto Wagner (1841-1918) war Wiener, aber beinahe die Hälfte der Absolventen seiner Spezial-schule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste, der „Wagner-Schule“, stammte aus den östlichen und südlichen Provinzen des Reiches. Beispielsweise Josef Hoffmann (1870-1956) aus Mähren oder Josef Plecnik (1872-1957) und Max Fabiani (1865-1962) aus Slowenien. Aus dem gemischtsprachigen Reichsteil Mähren (heute Tschechien) kamen auch Joseph Maria Olbrich (1867-1908) oder Adolf Loos (1870-1933).

Majolikahaus

Majolikahaus. Otto Wagner-Bau in der Wienzeile. © Österreich Werbung, Fotograf: Wiesenhofer

 

Allein mit diesen Namen ist der wesentliche Teil des Baugeschehens um 1900 abgedeckt: die Stationen, Geländer und Brücken der Wiener Stadtbahn, Majolikahaus und Musenhaus an der Wienzeile, die erste moderne Kirche Europas, nämlich St. Leopold am Steinhof, und die Post-sparkasse, allesamt von Otto Wagner zwischen 1894 und 1910 entworfen. Die Villen von Josef Hoffmann, der 1903 gemeinsam mit Kolo Moser die Wiener Werkstätte gründete. Eine der Hoffmann-Villen auf der Hohen Warte ist das Doppelhaus für die Künstlerkollegen Kolo Moser und Carl Moll. Zwei Häuser weiter, in der Villa Ast, führte in den 1930er-Jahren Alma Mahler-Werfel, femme fatale des 20. Jahrhunderts und Titelheldin in Paulus Mankers Theater- und Partyspektakel „Alma“, ihren prominenten Salon. Das Ausstellungsgebäude der protestierenden Jungen, die „Secession“, baute Olbrich, der Wagners Mitarbeiter war. Die Wagner-Schüler Plecnik und Fabiani zeichnen für Zacherl-Haus und Heilig-Geist-Kirche bzw. Artaria-Haus und Urania verantwortlich.

Adolf Loos, der Streitbare, verpflichtete den Architekten auf das klassische Ornament. Das Erfinden neuer Ornamente hielt er für eine zeitverschwenderische Degenerationserscheinung. Als solche verstand Loos insbesondere die Jugendstil-Ornamente von Wagners Schülern und Mit-arbeitern und beinahe alles, was aus der Wiener Werkstätte kam. Das von Adolf Loos für die Schneiderfirma Goldman & Salatsch errichtete Wohn- und Geschäftshaus auf dem Michaelerplatz kommt mit sparsam eingesetzter klassischer Ornamentation aus. Aber damit konnten die meisten an üppiges Neo-Barock gewöhnten Zeitgenossen noch viel weniger anfangen als mit dem „neuen“ Jugendstil-Dekor und verspotteten es als das „Haus ohne Augenbrauen“.

Literatur & Kaffeehaus

 

„Adolf Loos und ich, er wörtlich, ich sprachlich, haben nichts weiter getan als gezeigt, dass zwischen einer Urne und einem Nachttopf ein Unterschied ist …“, schrieb Karl Kraus (1874-1936) – übrigens in Böhmen geboren – über die Geistesverwandtschaft mit seinem Freund Loos. Maler und Musiker, Architekten, Dichter, Journalisten und andere Intellektuelle trafen sich im Café Griensteidl, im Café Central oder im Café Museum. Das Griensteidl befand sich im Vorgängerbau des 1899 fertig gestellten neobarocken Palais Herberstein am Michaelerplatz. Das Herberstein-Palais zeigt jenen ornamentalen Reichtum, den viele am gegenüberliegenden, nur zehn Jahre später errichteten Goldman & Salatsch-Gebäude, heute „Loos-Haus“ genannt, vermissten. In den 1890er-Jahren war das Café Griensteidl Treffpunkt des Literatenkreises „Jung Wien“ um Hermann Bahr gewesen. Karl Kraus, ebenfalls Stammgast im Griensteidl, hatte an der anti-naturalistischen literarischen Moderne und ihrem Hang zur „Décadence“ vieles auszusetzen, besonders an Hermann Bahr. In der „Fackel“, der von 1899 bis 1936 herausgegebenen und zum größten Teil von Kraus allein verfassten Zeitschrift, machte er alles zum Stoff seiner Satire, was ihm missfiel. Solches Missfallen verschaffte Hermann Bahr jahrzehntelange Präsenz in der „Fackel“.

Café Central, Wien

Das Café Central in der Wiener Innenstadt am Abend. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner

 

Nachdem Kraus ins Café Central gewechselt war, rechnete er in der Satire „Die demolirte Literatur“ mit der im Literatencafé beheimateten „Jung-Wiener-Dichtergalerie“ ab. Zum Titel veranlasste ihn der Abriss (die Demolierung) besagten Vorgängerbaus samt Schließung des Cafés Griensteidl 1897. (1990 wurde im Palais Herberstein ein neues Café mit dem Namen „Griensteidl“ eröffnet.) Nichtsdestotrotz war Karl Kraus Freund und Förderer von Peter Altenberg (1859-1919), des Lebenskünstlers und Kaffeehausliteraten par excellence. Zu dessen Freundeskreis wiederum zählte auch Alban Berg, ein Repräsentant der musikalischen Moderne, der Orchesterlieder nach Texten von Altenberg komponierte.

Musikalische Moderne: Atonalität und Antisemitismus

Der Begriff „Atonalität“ bezeichnet am ehesten die Reizungen, mit denen die gerade an die Spät-romantik gewöhnten Ohren des Publikums konfrontiert waren, wenn Musik Schönbergs und seines Schülerkreises (u. a. Berg, Webern, Wellesz), der „Zweiten Wiener Schule“, zur Aufführung kam. Schönberg, der später eine Methode der „Komposition mit zwölf Tönen“ entwickeln sollte, dirigierte am 31. März 1913 im Goldenen Saal des Musikvereins den als „Watschenkonzert“ in die Musik-geschichte eingegangenen Skandal. Am Programm standen Werke von Webern, Schönberg, Zemlinksy, Berg und Mahler. Nach der Pause, als Bergs Lieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg an der Reihe gewesen wären, beendete ein Tumult mit gerichtlichem Nachspiel das Konzert.

Gustav Mahler (1860-1911), auch in Böhmen geboren, war 1897-1907 Direktor der Wiener Oper und damit eine Art Regent der damaligen europäischen Musikszene. Streitigkeiten u. a. über zu häufige Engagements in anderen Städten und antisemitische Angriffe veranlassten Mahler schließlich, vom begehrten Amt des Wiener Hofoperndirektors zurückzutreten. Mahlers Gattin Alma ist wegen ihres abwechslungsreichen Liebes- und Ehelebens nicht nur Musikliebhabern bekannt. Das Paar hatte sich in einem der berühmten Salons des Wiener Großbürgertums, dem Bertha Zuckerkandls, kennen gelernt. Die schwierige Beziehung zu Alma mag mit ein Grund für Mahler gewesen sein, die Praxis des Dr. Freud aufzusuchen. Aber es kam bis ein Jahr vor Mahlers Tod nur zu abgesagten Terminen. 1910 trafen sich die beiden schließlich auf Reisen in Leiden (Holland) und Freud analysierte einen Nachmittag lang Mahlers Verhältnis zu Frauen.

Sexualität, Moral und Gesellschaft: Freud und Schnitzler

Üblicherweise fanden die Analysen in der Wiener Berggasse auf Freuds berühmter Couch statt und dauerten viel länger. Die Familie Freuds lebte seit 1860 in Wien, Sigmund war 1856 noch in Mähren zur Welt gekommen, in der neuen Heimat studierte er Medizin. 1896 verwendet Freud erstmals den Begriff „Psychoanalyse“, 1899 erscheint die auf 1900 vordatierte “Traumdeutung“. Dass Freud die Sexualität als Zentrum vieler Handlungen und Wünsche darstellt, stört(e) und verstört(e) viele. Seine Zeitgenossen um 1900 umso mehr, als in den ehelichen Beziehungen eine krasse Doppelmoral herrschte und alles Geschlechtliche ein von Ängsten und Neugier umgebenes Tabuthema war.

Wie Freud und Mahler, lernten sich auch Freud und Arthur Schnitzler (1862-1931) sehr spät kennen, obgleich sie in derselben Stadt lebten, in ähnlichen Kreisen verkehrten und verwandte Themen behandelten. Erst 1922 kam es zu einer persönlichen Begegnung und Freud schrieb in einem Brief an Schnitzler, er habe den Dichter wohl aus einer Art Doppelgängerscheu gemieden, da er in Schnitzlers Dichtungen die „nämlichen Voraussetzungen, Interessen und Ergebnisse“ wie die eigenen zu finden glaubte.

Schnitzlers Vorfahren väterlicherseits stammten aus Ungarn. Arthur Schnitzler wurde zunächst Arzt wie sein Vater und befasste sich mit Hysterie- und Hypnosestudien. Als Schriftsteller behandelt er Sexualität, Verführung, Ehebruch und die damit verknüpfte Doppelmoral, aber auch den wachsenden Antisemitismus der Wiener Gesellschaft. Viele seiner Novellen und Theaterstücke, „Leutnant Gustl“, „Professor Bernhardi“, oder „ Der Reigen“, sind Klassiker der deutschen Literatur geworden. Schnitzlers „Traumnovelle“ inspirierte übrigens Stanley Kubrick zu seinem letzten Film „Eyes Wide Shut“ (1999).

Ödipus, Generationskonflikte und Traditionsverbundenheit

Die Geschichte von Ödipus, der seinen Vater tötete, ist seit der Antike Thema der Dichtkunst. Den Ödipuskomplex als wichtiges Entwicklungsstadium machte Freud bewusst. Vereinfacht und auf kulturelle Vorgänge umgelegt, müssen Künstler stets die Werke der vorausgehenden Generation in Frage stellen. Das geschah um 1900 deutlicher, als man es aus den Jahrhunderten davor kennt. Vielleicht, weil am Ausgang des „historistischen“ 19. Jahrhunderts mehr denn je ersichtlich war, dass es nicht nur den Stil der Väter gab. Waren doch so viele Stile der Vergangenheit erforscht und katalogisiert worden. Es kam zu lautstarken Austritten aus den Institutionen der Väter, wie dem Wiener Künstlerhaus, von dem sich 1897 die „Vereinigung bildender Künstler Österreichs“ abspaltete. Zu den Mitgliedern dieser bekanntesten Secession zählten Gustav Klimt (1862-1918), Kolo Moser (1868-1918), Josef Hoffmann (1870-1956) oder Joseph Maria Olbrich (1867-1908).

Zu mancher Entsetzen trat 1899 Otto Wagner, beinahe 60-jährig und seit 1894 ordentlicher Professor für Baukunst an der ehrwürdigen Wiener Kunstakademie, der Secession der „Jungen“ bei. Viele waren seine Schüler und Mitarbeiter: Olbrich, Architekt des 1898 errichteten neuen Ausstellungsgebäudes, ebenfalls Secession genannt, arbeitete an Wagners Stadtbahnbauten mit. Kolo Moser entwarf die Musenmedaillons an Wagners Haus Wienzeile 38 und die Glasfenster für die Kirche am Steinhof. Hoffmann hatte u. a. bei Wagner studiert. Mit ihrem „Meister“ waren die Wagnerschüler fest in der Tradition verankert, was über dem Protest gegen die „historistischen“ Väter oft übersehen wurde. Selbst im Namen des Vereinsorgans der Secessionisten, Ver Sacrum (Heiliger Frühling), ist die Tradition präsent, verweist er doch auf einen antiken Brauch der Erneuerung.

Beethovenfries / Gustav Klimt / Secession in Wien

Beethovenfries. Gemälde von Gustav Klimt in der Wiener Secession. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

 

Gustav Klimt (1862–1918), mit dem Heiligen Frühling um 1900 aufs engste verbunden, lernte in Ravenna und Venedig die Goldgründe und den ornamentalen Reichtum frühchristlicher und mittelalterlicher Mosaiken kennen. Seine „goldene Periode“ mit dem Hauptwerk „Der Kuss“ (1907/08) zeigt, wie er auf diese Vorbilder reagierte. Die freie Sinnlichkeit in vielen seiner Frauendarstellungen, Nacktheit, Schwangere und gewagte Posen illustrieren die Themen Tod und Eros, Kreislauf des Lebens, die in der Luft lagen und die in ihren „Medien“ auch Freud und Schnitzler behandelten.

Wenige Jahre vor dem ersten Weltkrieg reizten neue „Junge“ die Sehgewohnheiten: Egon Schiele (1890-1918) und Oskar Kokoschka (1886-1980), die bekanntesten Vertreter des österreichischen Expressionismus. Beide stellten 1908 bzw. 1909 unter Klimts Patronanz auf der Wiener Kunst-schau aus. Wenig früher, 1907, malte Picasso in Paris die „Demoiselles d’Avignon“, die als Initiationsbild des Kubismus gelten. Eine der wenigen modernen Bewegungen, auf deren Geburt „Wien um 1900“ keinen Anspruch erheben kann.

Abendröte und Habsburgnostalgie

Auf den Heiligen Frühling der Secession folgte kein Sommer, sondern der Erste Weltkrieg (1914-18). Darin ist aller ornamentaler Reichtum der Jahrhundertwende, ob nouveau oder klassisch, untergegangen, samt der Kultur, die ihn hervorbrachte. So konnte „Wien um 1900“ den Über-lebenden und den Nachgeborenen als glänzende Abendröte einer europäischen Hochkultur erscheinen. Joseph Roth (1894-1939) war kurz vor dem Ende der Habsburgermonarchie auch an einem der Ränder des Reiches zur Welt gekommen, in Galizien, heute Ukraine. Wie so viele der Genannten hatte Roth jüdische Vorfahren. Er schrieb, als die Zeit des entfesselten Antisemitismus anbrach, den „Radetzkymarsch“ (1932). Dieser Roman wurde und wird gerne als verklärend-nostalgische Darstellung der untergegangenen „k. u. k. Monarchie“ vereinnahmt, wenngleich er auch anders gelesen werden kann. Gerade Joseph Roth, exilierter Österreicher, katholischer Jude und sozialdemokratischer Monarchist, konnte gut zwischen Operette und Wirklichkeit unter-scheiden. Und erst recht musste er die Wirklichkeit der 1930er-Jahre als menschheits-geschichtlichen Rückschritt erleben, der selbst die gröbsten Unzulänglichkeiten der Monarchie in ein mildes Licht tauchte.


Gustav Klimt und die Geburt der Moderne in Wien

 

Gustav Klimt (1862-1918) prägte entscheidend die Malerei der Moderne und verhalf dem Jugendstil zu Weltruhm. Die Gemälde des Malergenies – allen voran „Der Kuss“, eines der bekanntesten Bilder der Welt – werden als Inbegriff für den Aufbruch in eine neue Zeit gesehen. In Wiener Museen und Kulturstätten sind zahlreiche Werke Klimts zu besichtigen.

 

Im Wien um 1900 konzentrierte sich Hochkultur aus allen Bereichen. In Literatur, Bildender Kunst, Architektur und Musik entstand Neues und Wegweisendes in einer Dichte und Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht. 1910 war Wien mit zwei Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt der Welt und das unbestrittene kulturelle Zentrum Mitteleuropas. Gustav Klimt fasste die Erkenntnisse und Entwicklungen von Kunst und Wissenschaft dieser Zeit des Auf- und Umbruchs in Bilder.

Künstlerisch spiegelt das Werk Klimts den Weg von der „Ringstraßenzeit“ bis in die Anfänge der Abstraktion. Beeinflusst von Hans Makart, dem tonangebenden Wiener Maler des ausgehenden 19. Jahrhunderts, übernahm Klimt mit seinem Bruder Ernst und mit Franz Matsch Aufträge zur Dekoration einiger Ringstraßenbauten. So gestalteten sie die Stiegenhäuser des Kunsthistorischen Museums und des Burgtheaters. Klimts weiteres Schaffen und sein in späteren Jahren entwickelter Stil ebneten hingegen den Weg für seine jüngeren Zeitgenossen Egon Schiele und Oskar Kokoschka.

Secession und Wiener Werkstätte

Bis heute sichtbare Folgen hat die von Gustav Klimt und seinen Künstlerkollegen 1897 als „Protest“ gegen einen überholten Kunstbegriff beschlossene Gründung der Künstlervereinigung „Wiener Secession“. Das von Joseph Maria Olbrich, einem Mitarbeiter Otto Wagners, geschaffene neue Ausstellungshaus, die Secession, trägt das wegweisende Motto „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“. Klimt schuf für das Haus den Beethovenfries. Ein Mitbegründer der Secession war Architekt Josef Hoffmann. Gemeinsam schufen die Künstler mit dem Palais Stoclet in Brüssel das wohl bedeutendste Jugendstil-Gesamtkunstwerk der Welt. Wesentlichen Einfluss hatte Klimt auch auf die 1903 von Hoffmann und Kolo Moser gegründete Wiener Werkstätte, die das Design nachhaltig veränderte. Zeugnisse für das Schaffen dieser Künstler und ihrer Zeitgenossen finden sich in Wien nicht nur in Museen und Sammlungen, sie prägen auch das Stadtbild.

Druckwerk der Wiener Werkstätten

Druckwerk der Wiener Werkstätten. Exponat im Museum für angewandte Kunst (MAK). © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

 

Auch die Gesellschaftsstruktur wandelte sich um die Jahrhundertwende dramatisch. An Klimts Frauen-Bildnissen lässt sich der Aufstieg eines selbstbewussten Bürgertums nachvollziehen. Mit seinem 1898 entstandenen Bildnis von Sonja Knips avancierte Klimt zum Porträtisten des wohlhabenden Wiener Großbürgertums. Seine Bilder, etwa von Fritza Riedler oder Adele Bloch-Bauer (eines der teuersten Gemälde der Welt) faszinieren bis heute ebenso wie das seiner langjährigen Begleiterin Emilie Flöge, einer emanzipierten und modernen Frau.

Viele Werke von Klimt, vor allem die seiner Anfänge, sind permanent in Wien zu sehen.

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien, www.albertina.at

Die Wiener Albertina besitzt in ihrer grafischen Sammlung rund 170 Blätter Gustav Klimts, unter anderem mehrere Serien von Figurenstudien, die der Künstler im Zusammenhang mit wichtigen allegorischen Gemälden oder Porträtbildern geschaffen hat. Klimts Gemälde „Nixen“ („Silberfische“) ist das einzige Werk des Künstlers, das permanent im Original in der Albertina zu sehen ist. Es wird in der Schausammlung Claude Monets „Der Seerosenteich“ gegenübergestellt, beide Werke sind Interpretationen der um 1900 beliebten Wasserthematik. Faksimiles von Klimts fragilen Zeichnungen sind in den Prunkräumen zu sehen.

Albertina in Wien / Nachtaufnahme

Albertina in Wien / Nachtaufnahme. © Österreich Werbung, Fotograf: Lammerhuber

Belvedere

Oberes Belvedere, Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien, www.belvedere.at

Die ehemalige Residenz des Prinzen Eugen von Savoyen gehört mit seinen prachtvollen Gartenanlagen zu den international schönsten Barockensembles. Das Obere Belvedere beherbergt neben der weltgrößten Klimt-Gemäldesammlung, u. a. mit den Jugendstillikonen „Kuss“ und „Judith“, Meisterwerke von Schiele, Kokoschka, Waldmüller, Renoir, Monet und Van Gogh sowie bedeutende Sammlungen des 19. und 20. Jahrhunderts, des Barock und des Mittelalters. Im Unteren Belvedere sowie der Orangerie werden nach umfangreichen Adaptierungen seit 2007 laufend Sonderausstellungen gezeigt.

Belvedere, Wien

Burgtheater

Universitätsring 2, 1010 Wien, www.burgtheater.at

Gustav Klimt schuf, gemeinsam mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch, die beeindruckenden Deckenbilder der Feststiegen des Burgtheaters. Dargestellt sind das antike Theater in Taormina, das Londoner Globe Theatre und die Schlussszene aus Shakespeares „Romeo und Julia“. Im Hintergrund hat der Maler sich selbst und seine beiden Kollegen verewigt. Die wertvollen Entwurfszeichnungen zu diesen Deckenbildern wurden Ende der 1990er-Jahre am Dachboden des Burgtheaters gefunden. Nach ihrer Restaurierung sind sie permanent im „Klimt-Raum“ des Burgtheaters ausgestellt und können im Rahmen von Führungen sowie beim abendlichen Theaterbesuch besichtigt werden.

Burgtheater

Wiener Burgtheater vor dem Rathausplatz. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Klimt-Villa

Feldmühlgasse 11, 1130 Wien, www.klimtvilla.at

Von 1911 bis zu seinem Tod 1918 nutzte Gustav Klimt eine Villa im 13. Bezirk als Atelier. Dieses wurde revitalisiert und ist seit Ende September 2012 wieder für der Öffentlichkeit zugänglich. Klimt nutzte das ursprünglich ohne ersten Stock errichtete Gartenhaus als Atelierraum bzw. Werkstatt während seiner letzten Schaffensperiode. Im Erdgeschoß wird das Atelier anhand zeitgenössischer Beschreibungen und Abbildungen detailgetreu nachgebaut. Lebens- und Arbeitssituation sollen atmosphärisch und inhaltlich erfahrbar gemacht werden. Dies geschieht durch die Rekonstruktion der Möblierung des „Empfangszimmers“ und des „Ateliers“ auf Basis der Fotos von Moritz Nähr und vorhandener Originalmuster von Objekten (z. B. Teppich). In den anderen Räumen des Ateliers werden Informationen über Modelle und „Klientinnen“, die für Klimts Werke dieser Schaffensperiode von Bedeutung waren, vermittelt.

Kunsthistorisches Museum Wien

Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien, www.khm.at

Gustav Klimt, sein Bruder Ernst und Franz Matsch wurden 1890 mit der Gestaltung der schmalen Wandbereiche zwischen den Bögen und Säulen im imposanten Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums beauftragt. Elf dieser 40 Zwickel- und Interkolumnien-Bilder wurden von Gustav Klimt geschaffen, die anderen von seinem Bruder Ernst und von Franz Matsch. Dargestellt ist die Geschichte der Kunst und des Kunstgewerbes von den altägyptischen Anfängen bis in die Neuzeit. Mit diesen Bildern, in denen bereits die Zuwendung zum Symbolismus des Jugendstils erkennbar ist, schuf Gustav Klimt die stilistischen Schlüsselwerke für sein weltberühmtes Schaffen um 1900. Die Gemälde können beim Museumsbesuch besichtigt werden.

Kunsthistorisches Museum Wien

Kunsthistorisches Museum Wien – Halle. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst

Stubenring 5, 1010 Wien, www.mak.at

Als Eigentümer des Archivs der Wiener Werkstätte kann das MAK wie kein anderes Museum die Geschichte und Bedeutung der Wiener Werkstätte belegen. Das Archiv, das dem MAK 1955 von seinem letzten Besitzer Alfred Hofmann geschenkt wurde, umfasst etwa 16.000 Entwurfs-zeichnungen, darunter 5.500 aus der Hand von Josef Hoffmann, rund 20.000 Stoffmuster, Plakate, Entwürfe für Postkarten, Modellbücher, Fotoalben und Geschäftskorrespondenz. Einen der Höhepunkte der MAK-Sammlung stellt Gustav Klimts neunteilige Werkzeichnung zum Mosaikfries (um 1910) im Speisezimmer des von Josef Hoffmann entworfenen Palais Stoclet in Brüssel dar, die nach mehrjähriger Restaurierung seit 2012 wieder permanent im MAK zu sehen ist. Das Palais Stoclet, das als eines der Hauptwerke der Wiener Werkstätte gilt, entstand im Auftrag von Adolphe Stoclet in der Avenue de Tervuren in den Jahren 1905 bis 1911. Es symbolisiert am deutlichsten die Utopie des Gesamtkunstwerks, einen Kerngedanken der Wiener Werkstätte.

Stuhl um 1905 von Josef Hoffmann

Stuhl um 1905 von Josef Hoffmann. MAK Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst in Wien. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Österreichisches Theatermuseum

Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien, www.theatermuseum.at

Gustav Klimts Ölbild „Nuda Veritas“ (1899) ist Teil einer kleinen, kunsthistorisch wertvollen Sammlung aus dem Nachlass Hermann Bahr/Anna Bahr-Mildenburg. Der österreichische Schriftsteller Hermann Bahr (1863-1934), ein großer Förderer der Kunst der Jahrhundertwende, hatte das in der vierten Ausstellung der Wiener Secession im Jahre 1899 vertretene Bild von Klimt erworben. Die „Nuda Veritas“ ist permanent im Österreichischen Theatermuseum ausgestellt.

Secession

Friedrichstraße 12, 1010 Wien, www.secession.at

Die Wiener Secession, deren Mitbegründer Klimt war, ist nicht nur eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern beherbergt auch den weltberühmten Beethoven-Fries. Der Bilderzyklus (34 x 2 Meter groß) ist dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet und war eines der Hauptwerke der großen Beethoven-Ausstellung 1902 in der Secession. Wegen ihrer Erotik und Drastik löste Klimts Wandmalerei damals neben Bewunderung auch heftige Kritik aus.

Beethovenfries / Gustav Klimt / Secession in Wien © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Wien Museum

Karlsplatz, 1040 Wien, www.wienmuseum.at

Das Wien Museum verfügt über eine hochkarätige Klimt-Sammlung und vor allem über den weltweit größten Bestand an seinen Zeichnungen, der absolute Meisterwerke, Skizzen und Vorstufen aus allen Phasen seines Schaffens umfasst. Das wichtigste Kunstwerk des Museums ist Klimts „Porträt Emilie Flöge“ (1902), sein erstes Damenporträt, in dem das Ornament im Vordergrund steht. Damit markiert es den Beginn jener Schaffensperiode des Künstlers, deren Bilder auf internationalen Auktionen Rekordpreise erzielten. Permanent ausgestellt sind zudem Klimts Gemälde „Pallas Athene“ (1898) und „Allegorie der Liebe“ (1895).


Design in Wien

Wien ist seit langem Designstadt. Spätestens seit 1900 ist der Übergang von der imperialen Vergangenheit zur klassischen Moderne vollzogen und Wien ein Schmelztiegel für Kreative geworden. Damals wie heute zeigt sich Design in zahlreichen Geschäften, Hotels und Institutionen und lässt sich an vielen Orten der Stadt erleben und bestaunen.

Designgeschichte in Wien

Aufbauend auf der künstlerischen Tradition Wiens als prunkvolle Residenzstadt der Habsburger und Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie entwickelte der Architekt Otto Wagner einen neuen Stil und setzte damit noch immer sichtbare Akzente im Stadtbild. Als prägender Architekt der Jugendstilepoche beim Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert entwarf er unter anderem die Stadtbahn samt Stationsgebäuden, Geländer, Leuchten und Aufschriften. Am Gürtel wurde die Stadtbahn über weite Strecken als Hochbahn auf eleganten Bögen geführt. Heute fährt auf dieser Trasse die U6, in den Bögen haben sich viele Lokale der kreativen jungen Wiener Musikszene angesiedelt.

Mit innovativen Materialen – Stahlbeton und Aluminium – arbeitete Otto Wagner beim Gebäude der Postsparkasse. Hier gelang ihm eine besonders spannende Verbindung von Funktion und Ästhetik: Die Marmorverkleidung wurde mit Bolzen befestigt, was den Eindruck eines Schmuckornaments entstehen lässt. Das Gebäude wurde – typisch für den Jugendstil – ein Gesamtkunstwerk. Historisch steht der Jugendstil zwischen der Biedermeier-Epoche, die ab 1820 in Wien einen ersten Höhepunkt der schlichten Eleganz im Möbeldesign brachte – berühmt wurden etwa die Bugholzmöbel der Firma Thonet – und der Moderne mit ihrer streng funktionalistischen Formensprache.

Josef Hoffmann, einer von Otto Wagners Schülern, gründete gemeinsam mit Kolo Moser im Jahr 1903 die Wiener Werkstätte, die den Begriff des Kunstgewerbes neu definierte. In höchster Qualität und mit niedrigen Stückzahlen wurden in Zusammenarbeit mit den namhaftesten Künstlern der Zeit wie Gustav Klimt, Egon Schiele oder Oskar Kokoschka Alltagsgegenstände, Schmuck und Möbel hergestellt. Außenstellen in New York, Berlin und Zürich bildeten sichtbare Zeichen des internationalen Erfolgs. Auch hier spielte das Gesamtkunstwerk die übergeordnete Rolle: Beim Palais Stoclet in Brüssel und dem Sanatorium in Purkersdorf bei Wien, zwei von Josef Hoffmann entworfenen Gebäuden, wurde die gesamte Einrichtung von der Wiener Werkstätte entworfen. Trotz dieser Erfolge geriet das Unternehmen im Zuge der Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten und musste 1932 seine Produktion einstellen. Heute gelten die Erzeugnisse der Wiener Werkstätte längst als Klassiker der Designgeschichte.

Firmenzeichen / Logo / Wiener Werkstätte

Firmenzeichen / Logo / Wiener Werkstätte. Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

 

In starkem Gegensatz zu Jugendstil und Wiener Werkstätte stand Adolf Loos, der wichtigste Architekt der Wiener Moderne. In seinen Schriften (vor allem „Ornament und Verbrechen“, „Die Potemkinsche Stadt“) geißelte er, mit spürbarer Lust an der Polemik, vor allem die Auffassung vom „Gesamtkunstwerk“, das Kunst und Handwerk verbinden sollte, und die Jugendstil-Ornamentik der Wiener Werkstätte. Loos sah das Kunstwerk streng vom Gebrauchsgegenstand getrennt. Von seinen architektonischen Arbeiten wurde vor allem das Loos-Haus am Michaelerplatz, direkt bei der Hofburg, bekannt. Wegen des Verzichts auf Fassadenschmuck erhielt es bald den Spitznamen „Haus ohne Augenbrauen“. Die „American Bar“ im Kärntner Durchgang in der Innenstadt ist in Wien besser als Loos-Bar bekannt. Hier kann man die Arbeit von Adolf Loos – er gestaltete sowohl das Portal als auch die gesamte Inneneinrichtung – bei einem guten Cocktail ganz aus der Nähe betrachten. Die Praxis wirkt nicht ganz so streng, wie Loos’ theoretische Schriften vermuten lassen.

Zeitgenössisches Design

 

Anknüpfend an diese große Vergangenheit, damit spielend oder sich bewusst davon distanzierend, haben in den vergangenen Jahren Wiener DesignerInnen unverkennbare Formensprachen entwickelt. Wien beweist sich als kreatives Zentrum. Das gilt für Mode und Schmuck genauso wie für Accessoires und Interior Design, für die Gastronomie oder für Designhotels.

Der Modemacher Helmut Lang begann seinen Siegeszug in Wien, eine neue Riege an DesignerInnen wie Lena Hoschek oder Wendy & Jim hat übernommen und feiert internationale Erfolge. Und selbst so traditionsreiche Unternehmen wie J. &.L. Lobmeyr erweitern ihre Palette um innovative Designstücke. Lobmeyr gilt in Wien als Synonym für hochwertige, klassische Tischkultur und arbeitet immer wieder mit jungen GestalterInnen zusammen. So entwickelten etwa der Designer Mark Braun und der Meisterdestillateur Christoph Keller gemeinsam für Lobmeyr das Schnapsglas Stählemühle. Auch die seit 1718 bestehende Wiener Porzellanmanufaktur Augarten verbindet High-Tech-Design und Tradition, so wurde mit der Designschmiede Mostlikely die „Katzendose“ entwickelt.

Wiens Modeszene hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Geschäfte wie Meshit, Awareness & Consciousness oder Art Point machen den 7. Bezirk zu einer Gegend, in der designaffine Stadtbummler sicher fündig werden. Hergestellt werden die Produkte nicht selten in angeschlossenen Hinterhofateliers.

Das Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au gehört mit seinem markanten, dekonstruktivistischen Stil längst zu den internationalen Stars dieser Branche. In Wien hat Coop Himmelb(l)au beispielsweise einen der Simmeringer Gasometer vom brachliegenden Industriedenkmal in ein Wohnhaus mit Shoppingcenter und Entertainmenthalle verwandelt. Zu den  Großprojekten gehört der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, das Musée des Confluences in Lyon sowie das Musikkens Hus im dänischen Aalborg..

Auch im Produkt- und Interior-Design mischt die österreichische Kreativszene international kräftig mit. Das Wiener Designbüro EOOS hat unter anderem das weltweite Store-Konzept für Giorgio Armani Cosmetics und, gemeinsam mit dem Wasserforschungsinstitut Eawag der ETH Zürich, ein revolutionär neues Sanitärkonzept für die Bill & Melinda Gates Foundation entwickelt. Das Designduo Walking Chair versteht sich als Think Tank für neue Wege im Design und entwarf unter anderem einen Konferenztisch namens Ping Meets Pong oder Luster aus Pfandflaschen.

Die Basis dafür bietet das kreative Klima Wiens. Im Innovation Cities Index 2014 (www.innovation-cities.com), dem weltweit größten City-Ranking, das auf die Innovationskraft der Städte abzielt und 445 Städte analysiert, belegt Wien international Rang sechs hinter San Francisco, New York, Boston, London und Paris. In Wien verbinden sich Tradition und Innovation auch im Design auf schönste Weise, das Gestern und das Heute bestimmen den Puls der Stadt. Dafür sorgt eine Vielzahl an Geschäften, Hotels, Lokalen, Events und Institutionen.

Mode, Schmuck und Accessoires

 

A&C Store

Lindengasse 25, 1070 Wien, www.awarenessandconsciousness.com

Das Label Awareness & Consciousness, gegründet von Christiane Gruber, einer Absolventin der Modeklasse an der Universität für Angewandte Kunst Wien, steht für zeitlose Kollektionen aus Jersey und Seide. In ihrem Shop gibt es auch Accessoires und Baby-Mode, genauso wie Schuhe, Schmuck und Taschen befreundeter DesignerInnen.

Anukoo – Fair Fashion

Gumpendorfer Straße 28, 1060 Wien, www.anukoo.at

Mit der Modemarke Anukoo setzt die Organisation EZA Fairer Handel ihre Vision eines alternativen fairen Handels in die Praxis um. Das geradlinige Shopkonzept stammt von Atelier Heiss Architekten. Das Mobiliar aus Esche bietet einen natürlichen und doch exklusiven Hintergrund für die Präsentation der schicken Kollektionen mit Fair-Trade- und Öko-Zertifizierung.

artup – Austrian Design in the City

Bauernmarkt 8, 1010 Wien, www.artup.at

In einem Shop mit Galeriecharakter präsentiert artup seit 2003 österreichisches Design. Mode, Accessoires, Wohnkultur und Souvenirs findet man hier in einem bunten Mix, frische Ideen sind als Unikate oder Kleinserien zu haben. GastdesignerInnen ermöglichen den Blick auf internationale Trends.

Art Point

Neubaugasse 35, 1070 Wien & Bauernmarkt 11-13, 1010 Wien, www.artpoint.eu

Neben ihrer eigenen Modekollektion präsentiert die russisch-stämmige Designerin Lena Kvadrat ausgewählte Schuhe, Taschen und Accessoires anderer junger Label.

eigensinnig

Sankt-Ulrichs-Platz 4, 1070 Wien, www.eigensinnig.at

Der Concept-Store eigensinnig betrachtet Mode als tragbare Kunst für Kreative, Querdenker und Visionäre. In den historischen Gewölben am idyllischen Sankt-Ulrichs-Platz finden DesignerInnen wie Hannibal, Daniel Andresen oder Biek Verstappen eine beeindruckende Präsentationsfläche.

Göttin des Glücks

Kirchengasse 17, 1070 Wien, www.goettindesgluecks.at

Das Wiener Öko-Modelabel „Göttin des Glücks“ setzt bereits seit mehreren Jahren auf Fairtrade und zertifizierte Bio-Baumwolle für seine Entwürfe.

Ina Kent

Neubaugasse 34 & Siebensterngasse 50, 1070 Wien, www.inakent.at

Die Designerin Ina Kent legt bei ihren Taschen Wert darauf, dass sie vielseitig einsetzbar und gut kombinierbar sind. Verarbeitung und Qualität des Materials erfüllen höchste Ansprüche. Kombiniert mit gutem Design ergibt das Taschen mit Geschichten – gemäß Ina Kents Motto: „Bags tell stories“.

Meshit

Westbahnstraße 25, 1070 Wien, www.meshit.at

Die Modemacherinnen Ida Steixner und Lena Krampf haben ganz jung angefangen, wurden im britischen Topshop gelistet und gewannen den Modepreis der Stadt Wien. Ihre frechen, urbanen Outfits gibt es seit 2014 in im eigenem Shop in der Westbahnstraße, bald wird das Sortiment um Meshit-Unterwäsche erweitert.

Michèl Mayer

Singerstraße 7, 1010 Wien, www.michelmayer.at

Mit avantgardistischer Mode für Damen und Herren hat sich Michèl Mayer einen Namen gemacht. Im kleinen Shop unweit des Stephansdoms führt die Wiener Designerin außerdem eine eigene Kaschmir-Kollektion, die durch ihre Qualität besticht.

PARK

Mondscheingasse 20, 1070 Wien, www.park.co.at

Der futuristische, ganz in Weiß gehaltene Concept Store führt Designer wie Ann Demeulemeester, Raf Simons, Haider Ackermann und Edwina Hörl sowie Fotobücher und internationale Magazine.

RUNWAY Vienna

Goldschmiedgasse 10, 1010 Wien, www.runwayvienna.com

Edle österreichische Designermode und Accessoires gibt es bei RUNWAY Vienna in noblem Ambiente am Petersplatz. Außerdem bietet der Store DesignerInnen eine Präsentationsfläche für Events und Modeschauen.

Samstag Shop

Margaretenstraße 46, 1040 Wien, www.samstag-shop.com

Superated ist ein Wiener Designlabel für tragbare und leistbare Mode für Frauen und Männer, gegründet von Peter Holzinger und Christian Moser. Unter dem Namen „Samstag“ wurde in Wien der erste Shop eröffnet, hier gibt neben den superated-Kollektionen weitere interessante Labels wie La Casita de Wendy, Großer Heinrich oder Andy Wolf Eyewear.

Song

Praterstraße 11-13, 1020 Wien, www.song.at

In dem von Architekt Gregor Eichinger gestalteten Concept Store in der boomenden Praterstraße sind exklusive Stücke von Dries van Noten, AF Vandevorst oder Veronique Branquino erhältlich.

Wall

Westbahnstraße 5a, 1070 Wien, www.kaufhauswall.com

Gelungene Mischung aus Frisörladen und Streetwear-Store, der neben coolen Outfits auch Kosmetik, Schmuck sowie Foto- und Kunstbücher führt.


Interior Design

 

Augarten Porzellan

Spiegelgasse 3, 1010 Wien, www.augarten.at

Porzellanmuseum im Augarten, Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien

Innerstädtisches Verkaufslokal der seit 1718 bestehenden Wiener Porzellanmanufaktur, deren exquisite, handbemalte Geschirrserien, Lampen, Vasen und anmutige Figuren weltweite Berühmtheit erlangten. Die Geschichte des Wiener Porzellans zeigt ein eigenes Porzellanmuseum, untergebracht in einem Seitenflügel der Porzellanmanufaktur im Augarten.

Das goldene Wiener Herz

Kirchberggasse 17/L1, 1070 Wien, www.dgwh.at

Authentische und umweltfreundliche Wien-Souvenirs, entworfen von den Grafikdesignern Alexander Dworsky und Ursula Meyer, bietet Das goldene Wiener Herz am Spittelberg. Hier gibt es originelle Porzellanbecher, traditionelle Weingläser und mehrdeutige Postkarten mit einem neuen Blick auf die großen Wiener Klischees.

Die Werkbank

Breite Gasse 1, 1070 Wien, www.werkbank.cc

Das Geschäft zwischen MuseumsQuartier und Spittelberg versteht sich als Raum, Drehscheibe und Werkbank für Design. Hier finden sich Arbeiten junger heimischer Labels, von Möbeln und Wohnaccessoires bis hin zu Taschen, fein gearbeitetem Schmuck und vielem mehr.

feinedinge

Margaretenstraße 35, 1040 Wien, www.feinedinge.at

Aus feinem Porzellan gefertigte Speiseservices, Becher, Schalen, Sushi-Sets, Blumenvasen und Wandlichter, die zeitgemäßes Design mit echtem Gebrauchswert kombinieren.

Lichterloh

Gumpendorfer Straße 15-17, 1060 Wien + Showroom in der Ankerbrotfabrik, Absberggasse 27, 1100 Wien, www.lichterloh.com

Möbelklassiker des 20. Jahrhunderts, unter anderem von Charles und Ray Eames, Arne Jacobsen, Roland Rainer und Carl Auböck sind bei Lichterloh ebenso zu finden wie ausgewählte Neuanfertigungen österreichischer JungdesignerInnen. Ein gutes Beispiel dafür ist die limitierte Armbanduhr NORMALZEIT. Der in New York lebende Wiener Uhrendesigner Fredi Brodmann hat sie nach dem Vorbild der legendären Wiener Würfeluhren, die auf vielen öffentlichen Plätzen der Stadt zu sehen sind, gestaltet.

J.&.L. Lobmeyr

Kärntner Straße 26, 1010 Wien, www.lobmeyr.at

Das 1823 gegründete Wiener Traditionsunternehmen steht mit handgefertigten Lustern und kostbaren Glasserien für hochwertige Glaskultur und kunstvolle Lichtgestaltung – und arbeitet immer wieder mit jungen DesignerInnen zusammen.

Lucy.D Studio

Halbgasse 20/3, 1070 Wien, www.lucyd.com

Die Produktpalette von Barbara Ambrosz und Karin Santorso umfasst Trinkschalen aus mund-geblasenem Kristallglas, multifunktionale Sitz-/Liegemöbel oder recyceltes Porzellangeschirr.

Mano Design

Grundsteingasse 36/1-3, 1160 Wien, www.manodesign.at

Aus hochwertigem Porzellan fertigt die Designerin Hedwig Rotter in ihrem Studio in Ottakring in Handarbeit Unikate, Kleinserien und limitierte Auflagen. Ihre Objekte wie Becher, Schalen, Teller, Vasen und Dekorationsobjekte zeichnen sich durch funktionale Vielfalt aus.

das möbel > das geschäft

Gumpendorfer Straße 11, 1060 Wien, www.dasmoebel.at

Zwischen MuseumsQuartier und Naschmarkt gelegene Einrichtungsgalerie auf drei Ebenen mit innovativem Möbeldesign und außergewöhnlichen Wohnaccessoires.

Polka Studio

Mariahilfer Straße 9/7, 1060 Wien, www.polkaproducts.com

Das von Marie Rahm und Monica Singer gegründete Label Polka spielt mit Alltagsprodukten: Aus einer drahtverstärkten Stoffserviette wird ein Brotkorb, ein klassischer Emailkochtopf erhält unzählige kleine Füße.

The Viennastore

Herrengasse 5 + 6, Herrengasse 1/Palais Herberstein, 1010 Wien, www.theviennastore.at

Originelle und kitschfreie Wien-Souvenirs gibt es in gleich drei Geschäften in der Herrengasse. Vom „Vienna“ Weinglas über Würstelteller aus Porzellan bis zum Riesenrad-Keksausstecher findet sich hier Schönes und Kurioses. Einer der drei Shops, der Vienna1900Store neben dem Café Griensteidl, bietet Ausgesuchtes zur Wiener Jahrhundertwende.


Gastronomie-Design

Albertinapassage Dinnerclub

Opernring/Ecke Operngasse, 1010 Wien, www.albertinapassage.at

In einer aufgelassenen Fußgängerunterführung, direkt vor der Wiener Staatsoper, befindet sich dieser 800 Quadratmeter große Club mit Live-Musik, gehobener Gastronomie und ausgezeichneten Steaks. Das Designkonzept der Wiener Architekten Söhne & Partner setzt auf den eleganten Kontrast der dunklen Möbel zu den weißen Elementen von Bar und Bühne.

American Bar

Kärntner Durchgang 10, 1010 Wien, www.loosbar.at

Die Bar wurde 1908 von Adolf Loos entworfen und versteckt sich in einer kleinen Seitenstraße der Kärntner Straße. Auf nur 24 Quadratmetern bestimmen Holz, Glas, Messing und Onyx das heute denkmalgeschützte Frühwerk architektonischer Moderne.

Café-Restaurant Corbaci

MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, corbaci@chello.at

Das Architekturzentrum Wien beherbergt mit dem Corbaci eines der schönsten Restaurants des MuseumsQuartiers. Entworfen wurde das Lokal mit dem orientalisch gefliesten Gewölbe von den französischen Architekten Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal.

ChinaBar an der Wien

Hamburgerstraße 2, 1050 Wien, www.chinabaranderwien.at

Ein ehemaliges Gasthaus am Rande des Naschmarkts hat der chinesische Gastronom Simon Xie Hong puristisch renoviert. In dunkelgrauer Kulisse werden Spezialitäten der scharfen Sichuan Küche auf höchstem Niveau serviert, im Sommer auch im ruhigen Garten.

Heuer am Karlsplatz

Treitlstraße 2, 1040 Wien, www.heuer-amkarlsplatz.com

Das lichtdurchflutete urbane Lokal teilt sich diesen besonderen Ort mit der Kunsthalle am Karlsplatz. Das Architektenteam von BUSarchitektur setzte beim Interieur auf eine Mischung aus echten Lederbänken, alten Thonet-Stühlen, multifunktionalen Regalen und einer zentralen Bar. An der Decke ist der Verlauf des vor seiner Regulierung unter dem Restaurant verlaufenden Wienflusses angedeutet.

Kussmaul

Spittelberggasse 12, 1070 Wien, www.kussmaul.at

Die Architekten von BEHF hatten keine leichte Aufgabe. Schließlich sollten ein der Wiener Küchentradition verpflichtetes modernes Restaurant, eine Café-Pâtisserie und eine Bar gleichermaßen Raum finden. Gelungen ist dies im Restaurant mit gediegenen Designsesseln aus Japan und in den beiden trotz Reduktion gemütlichen Wintergärten.

Labstelle

Lugeck 6, 1010 Wien, www.labstelle.at

Ein zeitgerechtes Restaurant im ersten Bezirk, sehr entspannt, der regionalen Küche verpflichtet – und doch urban. Gestaltet vom Architektenteam Traum Raum Harald Klune ist das 270 m² umfassende Gewölbe der Labstelle ein genussvoller Gewinn für den Platz am Lugeck.

O Boufés

Dominikanerbastei 17, 1010 Wien, www.konstantinfilippou.com

Direkt neben seinem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant auf der Dominikanerbastei hat der Spitzenkoch Konstantin Filippou ein Bistro eröffnet. Raue Wände, Eames Chairs und ein grober Holzboden schaffen die richtige Atmosphäre für raffinierte Snacks und eine große Auswahl an Natural Wines.

On Market

Linke Wienzeile 36, 1060 Wien, www.on-market.at

Direkt am Naschmarkt gelegen, aber kulinarisch von den Küstengegenden Südchinas und Japans inspiriert. Die ehemalige Bankfiliale mit riesigen Fenstern und hohen Räumen wurde von der Architektin Birgit Eschenlor gestaltet.

Palmenhaus

Burggarten 1, 1010 Wien, www.palmenhaus.at

Früher nutzte Kaiser Franz Joseph das Palmenhaus zum Entspannen, heute beherbergt die einzigartige Stahl-Glaskonstruktion im Burggarten ein trendiges Café-Restaurant.

Wien, Burggarten, Palmenhaus

Abendliche Sommerstimmung vor dem Palmenhaus im Burggarten. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner

 

Roberto American Bar

Bauernmarkt 11-13, 1010 Wien, www.robertosbar.com

Roberto Pavlovic gilt als einer der besten Barkeeper Wiens, die Roberto American Bar am Bauernmarkt ist sein erstes eigenes Lokal. Schwarzes Holz, eine geschwungene Theke, gemütliche Séparées und ein beeindruckender Luster aus 80.000 aufgefädelten Perlen schaffen eine einzigartige Atmosphäre.

Unger und Klein

Gölsdorfgasse 2, 1010 Wien, www.ungerundklein.at

Die von den Architekten „Eichinger oder Knechtl“ gestaltete Weinhandlung und Weinbar wird von einem langen, geschwungenen Weinregal dominiert, edle Tropfen und ausgesuchte Lebensmittel finden hier ihren Platz.

Unger und Klein im Hochhaus

Herrengasse 6-8, 1010 Wien, www.imhochhaus.at

Wiens erstes Hochhaus wurde 1932 eröffnet und erfreute sich prominenter Bewohner wie Curd Jürgens oder Oskar Werner, bekannt ist es nach wie vor als „das Hochhaus“. In der rundum verglasten Mini-Espresso-Bar im Erdgeschoss dieses Gebäudes gibt es Kaffee von der hochgelobten Berliner Andraschko Kaffee Manufaktur und ausgezeichneten Wein. Für den Umbau des Lokals nach italienischem Vorbild zeichnete das Architektenbüro BEHF verantwortlich.

Weingut & Heuriger Christ

Amtsstraße 10-14, 1210 Wien, www.weingut-christ.at

Der „Design“-Heurige Christ vereint Tradition und Moderne der Wiener Heurigenkultur. Rainer Christ wurde schon mehrmals als Winzer des Jahres prämiert, sein Heuriger ist in den ungeraden Monaten täglich ab 15 Uhr geöffnet.

Zum Schwarzen Kameel

Bognergasse 5 + 7, 1010 Wien, www.kameel.at

Seit 1618 gibt es das Lokal für den feinen Gaumen „Zum Schwarzen Kameel“ in der Innenstadt, in der edlen Patisserie nur zwei Häuser weiter werden süße Köstlichkeiten fabriziert und angeboten.


Designhotels

 

25hours Hotel

Lerchenfelder Straße 1-3, 1070 Wien, www.25hours-hotels.com/wien

Von der Blütezeit des Zirkus zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben sich die Designer des 25hours Hotel inspirieren lassen. Schwere Samtvorhänge und Memorabilien aus der Manege treffen auf rohen Beton. Das Dachgeschoss ist eine cool-gemütliche Lounge, von der Dachterrasse geht der Blick über das nahe Parlament und die Stadt.

Altstadt Vienna

Kirchengasse 41, 1070 Wien, www.altstadt.at

Mitten im angesagten 7. Bezirk liegt das Hotel Altstadt Vienna, mehrere der Zimmer und Suiten wurden vom italienischen Stararchitekten Matteo Thun und der Modedesignerin Lena Hoschek neu eingerichtet – und kein Zimmer gleicht dem anderen.

DO & CO Hotel Vienna

Stephansplatz 12, 1010 Wien, www.doco.com

Das DO & CO Hotel bietet einen einmaligen Blick auf den Stephansdom, urbanen Luxus der Sonderklasse und ein ausgezeichnetes Restaurant.

Hollmann Beletage

Köllnerhofgasse 6, 1010 Wien, www.hollmann-beletage.at

Mit nur 26 Zimmern ist das Hollmann Beletage ein sehr familiäres Wiener Designhotel in einem noblen, nur wenige Minuten vom Stephansplatz entfernten Gründerzeithaus.

Hotel Daniel Vienna

Landstraßer Gürtel 5, 1030 Wien, www.hoteldaniel.com

Neben dem Schloss Belvedere gelegen, setzt das Hotel Daniel auf reduzierte Eleganz. „Smart Luxury“ heißt das Konzept, die Architektur wurde mit dem österreichischen Staatspreis Architektur 2014 ausgezeichnet. Das Daniel befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude, das aber nicht aus dem Barock oder der Ringstraße-Epoche stammt. Es wurde 1962 errichtet – als erstes Haus in Österreich im damals revolutionären Curtain-Wall-Stil.

Palais Hansen Kempinski Vienna

Schottenring 24, 1010 Wien, www.kempinski.com

Das zur Eröffnung der Wiener Ringstraße gebaute Ringstraßen-Palais wurde 2013 von Boris Podrecca & Atelier Hayde Architekten als Luxushotel neu gestaltet. Es beherbergt 98 Zimmer und 54 Suiten, Herzstück ist der großzügige Lobby-, Lounge- und Barbereich.

Grand Ferdinand

Schubertring 10-12, 1010 Wien, www.grandferdinand.com

Das denkmalgeschützte Ringstraßen-Gebäude aus den 1950er-Jahren war früher Firmensitz der Veitscher Magnesitwerke. Deren Direktor hieß Dr. Hans Lauda, Großvater des Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda. Sein ehemaliges Firmenauto, einen Jaguar, können die Gäste ausleihen. Die188 Zimmer des Grand Ferdinand verbinden zeitlose Eleganz mit zeitgemäßem Komfort.

grätzlhotel

Belvedere/Meidlinger-Markt/Karmelitermarkt, www.graetzlhotel.com

Grätzl ist ein Wiener Ausdruck für einen Teil eines Stadtbezirks, für die unmittelbare Wohnumgebung. Das grätzlhotel ist kein klassisches Hotel, es besteht aus 18 individuellen Suiten, verteilt über drei Gebiete im 2., 4. und 12. Bezirk. Alle Suiten befinden sich in ehemaligen Geschäftslokalen, deren ursprüngliche Nutzung sich im modernen Design wiederfindet.

The Guesthouse Vienna

Führichgasse 10, 1010 Wien, www.theguesthouse.at

Zwischen Wiener Oper und Albertina hat der britische Stardesigner Sir Terence Conran ein Boutiquehotel mit nur 39 Zimmern und Suiten entworfen. Die Zimmer vermitteln das Gefühl einer gemütlichen und zugleich luxuriösen Wohnung im ersten Wiener Bezirk.

Hotel Lamée

Rotenturmstraße 15, 1010 Wien, www.hotellamee.com

Das Hotel Lamée ist ein edles, kleines Designhotel, gelegen in einem Haus aus den 1930er-Jahren nahe dem Stephansdom. Die moderne Interpretation des Grand Hotels ist auch in den insgesamt 32 Zimmern zu spüren, eine Dachterrasse mit Blick über Wien rundet das Bild ab.

Magdas Hotel

Laufbergergasse 12, 1020 Wien, www.magdas-hotel.at

Ein ehemaliges Seniorenheim wurde vom Architekturbüro AllesWirdGut ideenreich umgebaut, entstanden ist ein Hotel mit 78 Zimmern im Upcycling-Design und das Restaurant magdas Salon. In dem von der Caritas betriebenen Haus arbeiten 20 Flüchtlinge aus 14 Ländern, hier kommen also nicht nur die Gäste aus allen Teilen der Welt.

Meliá Vienna

Donau-City-Straße 7, 1220 Wien, www.melia.com‎

Das höchste Gebäude Österreichs wurde vom französischen Architekten Dominique Perrault entworfen. Ganz oben im 58. Stock befindet sich die atemberaubende Meliá Roof Top Bar, in den 239 Zimmern und 14 Suiten des Hotels logiert man von Stockwerk 4 bis 15.

Le Méridien

Opernring 13-15, 1010 Wien, www.lemeridienvienna.com

Das trendige Ringstraßenhotel in der Nähe der Staatsoper ist mit einer coolen Mischung aus Alt und Neu ausgestattet, moderne Kunst und aktuelle Wiener Szene-DJs gibt es in der Lounge Bar Shambala.

Motel One Wien

www.motel-one.com

Die Budget-Designhotel-Kette Motel One betreibt in Wien vier Standorte: am Westbahnhof, in der Nähe der Staatsoper, in Praternähe und seit Sommer 2015 ein Haus mit 533 Zimmern am Wiener Hauptbahnhof.

Rathaus Wein & Design

Lange Gasse 13, 1080 Wien, www.hotel-rathaus-wien.at

In diesem Designhotel dreht sich alles um den Wein. Jedes der 40 Zimmer ist einem österreichischen Spitzenwinzer gewidmet, die Minibar ist ebenfalls mit Wein bestückt, zum Frühstück gibt es Wein-Käse, und auch für Wein-Kosmetik ist gesorgt.

Hotel Sans Souci Wien

Museumstraße 1, 1070 Wien, www.sanssouci-wien.com

Das Interieur des Sans Souci, eingebettet zwischen MuseumsQuartier und Volkstheater, wurde vom Londoner Designkollektiv yoo konzipiert. 63 individuell gestaltete und großzügig angelegte Zimmer unterstreichen den Lifestyle-Anspruch des Designhotels.

Hotel Schani Wien

Karl-Popper-Straße 22, 1100 Wien, www.hotelschani.com

Die Architektur und das Interieur Design des Hotels in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes stammen aus der Feder von Gabriel Kacerovsky von archisphere. Die innovativen Ideen für eine digitale Hotellobby kommen vom Fraunhofer Institut: 135 Zimmer können individuell via Smartphone gewählt und aufgeschlossen werden.

Sofitel Vienna Stephansdom

Praterstraße 1, 1020 Wien, www.sofitel-vienna.com

Das am Donaukanal errichtete Hochhaus des französischen Stararchitekten Jean Nouvel beherbergt neben dem Designcenter Stilwerk das Luxus-Hotel Sofitel Vienna Stephansdom, dessen Interieur ebenfalls von Nouvel gestaltet wurde. Auf der 18. Etage bietet das Restaurant „Das Loft“ französisch inspirierte Küche inklusive 360-Grad-Stadtpanorama und eine spektakuläre Deckeninstallation der Künstlerin Pipilotti Rist.

Hotel Topazz

Lichtensteg 3, 1010 Wien, www.hoteltopazz.com

Für die Architektur des Designhotels und seine auffällige Fassade zeichnen BWM Architekten aus Wien verantwortlich. Die ovalen Fenster der insgesamt 32 Zimmer geben dem Hotel ein einzigartiges Aussehen – von innen wie von außen.

Das Triest

Wiedner Hauptstraße 12, 1040 Wien, www.dastriest.at

Das Triest hat als erstes Wiener Designhotel Maßstäbe gesetzt, es wurde von Sir Terence Conran designt und ist immer noch ein absoluter Hot-Spot zwischen Karlsplatz und Naschmarkt. Auch die kleine Silverbar ist einen Besuch wert, hier haben sich schon Robbie Williams und andere Showgrößen wohl gefühlt.


Design-Events & -Institutionen

 

Austrian Fashion Association (AFA)

www.austrianfashionassociation.at

Die Austrian Fashion Association organisiert seit 2014 die Vergabe der Modeförderung des Bundes und der Stadt Wien. Das AFA Offspace in der Lindengasse ist eine Spielfläche für grenzüberschreitende Präsentationen von Mode und ihrem kreativen Umfeld – Fotografie, bildende Kunst, Performance und Musik. Im April 2016 kommt das New Fashion Festival in der Alten Post hinzu, initiiert von AFA und Creative Headz.

Blickfang Wien

Einmal jährlich im Oktober im MAK, www.blickfang.com

Mit über 150 Ausstellern präsentiert sich Blickfang einmal jährlich als Österreichs größte Designmesse für Möbel, Mode und Schmuck im MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst am Stubenring.

designforumMQ

MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.designforum.at

Das Designforum im MuseumsQuartier beschäftigt sich mit designrelevanten Themen, die in Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Symposien, Vorträgen, Konferenzen und Events für eine breite Öffentlichkeit aufbereitet werden.

Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien

Andreasgasse 7, 1070 Wien, www.hofmobiliendepot.at

Mit knapp 160.000 Objekten beherbergt das Hofmobiliendepot die größte Möbelsammlung der Welt und bietet einen Überblick über die Geschichte der Wiener Möbelkunst von den kaiserlichen Hoflieferanten über berühmte Namen wie Adolf Loos, Otto Wagner und Josef Hoffmann bis heute.

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst

Stubenring 5, 1010 Wien, www.mak.at

Im MAK Design Shop sind limitierte Editionen heimischer DesignerInnen und im Rahmen von Aus-stellungen entwickelte Produkte erhältlich. Der MAK Design-Info-Pool dokumentiert das Schaffen von mehr als 800 österreichischen GestalterInnen, regelmäßige Design Showcases stellen ausgewählte DesignerInnen und Designstudios vor. Im Museum selbst ist das Wiener-Werkstätte-Archiv höchst sehenswert, ebenso wie das vom Wiener Designstudio EOOS gestaltete MAK Design Labor. Es bietet auf 2.000 m² inspirierende Bezüge zwischen Kunst und Alltag.

Modepalast

Einmal jährlich im Mai im Künstlerhaus Wien, www.modepalast.com

Verkaufsausstellung junger österreichischer und internationaler Mode-, Schmuck- und Accessoires-Labels mit jährlich wechselndem Länderschwerpunkt, Modeschauen und einer Fashion-Lounge.

MQ Point

MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.mqw.at

Direkt im Haupteingang des MuseumsQuartier gelegen ist der MQ Point die erste Adresse für internationale Designartikel, eigens für das MuseumsQuartier kreierte Produkte, ausgefallene Geschenke und originelle Accessoires.

Vienna Design Week

Einmal jährlich im September/Oktober an verschiedenen Orten in Wien, www.viennadesignweek.at

Österreichisches Produkt-, Industrie- und Möbeldesign steht im Mittelpunkt der Vienna Design Week, deren reichhaltiges Veranstaltungsprogramm Ausstellungen, Spezialführungen, Diskussionen, Vorträge und eine Designverkaufsausstellung umfasst.

 


Literaturtipp: ungewöhnliche Orte, überraschend, verstörend, amüsant und schön

111 Orte in Wien die man gesehen haben muss

111 Einblicke und Einsichten in ungewöhnliche Orte, überraschend, verstörend, amüsant und schön verspricht der etwas andere Wien-Reiseführer: „hinter den diskret versteckten Tapetentüren der alten Monarchie ebenso wie in den schrill erleuchteten Entrees des New Vienna, in postmodernen Kaffeehäusern, musealen Beisln, politischen Waschsalons und längst vergessenen Hinterhöfen“.

Lesen Sie nach, wo sich Wien richtig böse, und wo ist es richtig gemütlich ist, wo sich das schönste Stundenhotel der Stadt befindet und wo der Kopf eines Mörders hinter Glas liegt …

Dieses Buch ist ein wahrer Lesegenuss für all jene, die bei ihrem Besuch nicht nur das übliche Standard-Touristenprogramm abspulen möchten.

Von Peter Eickhoff  / Emons Verlag

Spiegel-Bestseller Nr. 1

 

 

 

 

Beitragsbild: Das Loft Restaurant, Sofitel Vienna Stephansdom. © WienTourismus/Christian Stemper

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