Allgäuer Reisebuch

Das Allgäu ist ein Paradies für Wanderfreunde, in dem man je nach Höhenlage bis in den späten Herbst hinein herrlich die Berge erkunden kann. Viele Wanderwege verlaufen auf einer Höhe zwischen 700 und 2.200 Metern. Auf Wunsch geht es mit dem Führer sogar ins Hochgebirge.

Auch der Gaumen kommt dabei auf seine Kosten. Nirgendwo sonst wird so fleißig gekäst und gebuttert wie auf den Allgäuer Almen, die hier „Alpen“ genannt werden. Kein Wunder, schließlich verbringen hier vom Frühsommer bis in den September hinein rund 30.000 Milchkühe, Kälber und Jungrinder ihre Sommerfrische.

Die Wanderer, die in eine der zahlreichen bewirtschafteten Allgäuer Almhütten einkehren, können es sich gut gehen lassen. Zur Brotzeit kommen goldgelbe Butter und Käse, Speck von den Talhöfen und frische Milch auf den Tisch.

Dass es in dieser Region oft noch bis in den Spätherbst hinein besonders mild ist, wissen neben Wanderfans auch Mountainbiker oder Golfer zu schätzen. Das Golfzentrum des Oberallgäuer Sonnenplateaus etwa umfasst einen neuen 18-Loch-Platz, einen 9-Loch-Kurzplatz sowie den 18-Loch-Platz Sonnenalp. Auch für das Nordic-Walking gibt es hier ideale Bedingungen.

Wandern, Skifahren oder Golfen?

Wer im Frühling einen Urlaub plant und zwischen diesen drei Möglichkeiten schwankt, ist im Allgäu ebenfalls gut aufgehoben. Denn in dieser klimatisch begünstigten Region kann man mit etwas Glück alle drei Sportarten gleichzeitig erleben. Hier gibt es so manches „Schneeloch“, wo man oft bis in den April hinein herrlich skifahren und am Nachmittag dann die Golfschläger auspacken kann.

Die Region bietet noch ein weiteres Plus: Viele der kleinen Orte haben trotz eines vielfältigen Tourismusangebots ihren ursprünglichen Charakter erhalten. Hier findet man noch unverfälschtes Brauchtum und gut funktionierende dörfliche Strukturen.

Hopfen am See: Bilderbuch-Urlaubswelt im Allgäu

Der Grüntensee am Fuße des Berges »Grünten« bei Wertach im Oberallgäu. Es handelt sich um einen rund 2,5 Kilometer langen Stausee des Flusses Wertach.

Das Allgäu in Kürze

Das Allgäu ist eine Teilregion von Oberschwaben. Er befindet sich im südöstlichsten Teil Schwabens am nördlichen Alpenrand. Der flächenmäßig umfangreichste Teil liegt in Bayern, ein kleinerer Teil ist in Baden-Württemberg. Daneben gibt es noch zwei weitere kleine Gebiete, die zu Österreich bzw. zu Vorarlberg und Tirol gehören.

Die offiziellen Regionenbezeichnungen für die Landkreise lauten: Ober-, Ost- und Unterallgäu. Weitere Regionen umfassen  Teile des Landkreises Lindau und des württembergischen Landkreises Ravensburg.

Das südliche Allgäu wird von der Alpenkette bestimmt. Höchste Erhebung ist die 2.654 Meter hohe Mädelegabel im Hauptkamm der Allgäuer Alpen. Im Norden dieses hochalpinen Teils um Oberstdorf und im Westen werden die Allgäuer Alpen von niedrigeren, bewaldeten Höhenzügen bestimmt. Im Alpenvorland zeigt sich das Allgäu in Form einer Hügellandschaft mit Erhebungen von über tausend Metern.

Blick auf Oberstdorf

Peter Freitag  / pixelio.de

Zweithöchster Gipfel der Allgäuer Alpen auf deutschem Gebiet ist die Mädelegabel (2. 645m), die nur bei gutem, schneefreiem Wetter begehbar ist.

Wie kommt das Allgäu zu seinem Namen?

Der Name Allgäu leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen Begriff „alb“ (für „Berg“ beziehungsweise „Bergwiese“) ab und vom mittelhochdeutschen „göu“, was soviel wie „Landschaft“, „Gegend“ oder auch „Herrschaftsbereich“ bedeutet. Nach einer anderen Theorie könnte „-gäu“ (im Gegensatz zum „Gau“) von „Ge-Äu“ kommen, was mehrere Auen bedeutet. Demnach wäre Allgäu eine „Ansammlung von Auen“ im Gebirge.

Rainer Sturm  / pixelio.de

Im Allgäu lässt es sich nicht nur herrlich wandern. . Das Gebiet ist eine der vielfältigsten Ferienregionen Deutschlands. Hier kann man – entweder alleine oder auf Wunsch mit Gleichgesinnten – Nordic Walking, Golf, Wassersport, Mountainbiken und Radfahren genießen. Im Bild: Morgenstimmung in Oberstdorf

Anreise

Per PKW

Zwei Autobahnen verlaufen durch das Allgäu: die A7 von Ulm nach Füssen und die A 96 von Kempten nach München.

Per Bahn und Flugzeug

Via Bahn und Zubringer zum Flughafen Friedrichshafen ist das Allgäu auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Seit einigen Jahren kann man aus verschiedenen deutschen und internationalen Städten bis zum Flughafen Friedrichshafen fliegen. Von dort aus geht es dann mit einem Shuttle, dem Allgäu-Walser-Express, in kurzer Transferzeit weiter. Die Fahrzeiten sind abgestimmt auf Flüge von und nach Berlin, Frankfurt, Graz, Hamburg, Köln, London, Prag und Wien.

Informationen darüber, wie man am besten via Flugzeug ins Allgäuer Skigebiet kommt, findet man auf der Homepage des „Allgäu Airport“ unter www.airpark-allgaeu.de.

Winter-Anreise per Fernbus

Der “Komm Mit”-Bus bringt die Feriengäste direkt ins Urlaubsquartier. “Benutzen Sie für Ihre Anreise ins Urlaubsgebiet öffentliche Verkehrsmittel. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch weniger anstrengend“, empfiehlt der Deutsche Alpenverein. Diesen Rat kann sich zu Herzen nehmen, wer seine Winterferien im Allgäu plant. Das wenige Kilometer von Oberstdorf entfernte Wintersportzentrum der Allgäuer Hörnerdörfer holt seine Gäste von zu Hause ab und bringt sie zuerst mit dem Taxi und dann mit Bussen ins gebuchte Quartier.

Der Service beinhaltet auch den kostenlosen Gepäcktransfer. Angeboten wird er für rund 30 Städte im gesamten Bundesgebiet. Die Hin- und Rückreise inklusive Taxitransfer und Gepäcktransport erfolgt im 4-Sterne-Bus; für Kinder gibt es Ermäßigungen.

Wandern in idealer Mittelgebirgslage

Wandern tut der Seele gut und ist eine der gesündesten Sportarten. Die Gelenke werden nicht zu stark beansprucht, trotzdem profitieren Fitness und Kondition. Vor allem lassen sich durch die Bewegung in der freien Natur die Abwehrkräfte vor der kalten Jahreszeit noch einmal ordentlich steigern. Mittelgebirgslagen wie man sie etwa im Allgäu findet, sind dafür bestens geeignet. Hier profitiert der Körper zudem besonders von der herrlichen, klaren Luft. Als Lohn für den Aufstieg winken herrliche Panoramablicke – etwa ins obere Illertal oder in das Rubihornmassiv.

Allgäuer Impressionen an einem Nachmittag im Sommer mit Blick auf das Rubihorn in Schöllang/Obersdorf

Der südwestlichste Teil Deutschlands zählt wohl zu den schönsten Wanderregionen des Landes. Das Allgäu ist vor allem Genusswanderern ein Begriff. Ein idealer Ausgangspunkt für Touren aller Schwierigkeitsgrade, der Wanderfreunden ein umfangreiches Netz – auch an einfachen Wegen – bietet. Viele der Routen eignen sich auch für wenig trainierte Menschen.

Peter Freitag  / pixelio.de 

Unterwegs auf dem Gleitweg vom Oytal zum Seealpsee

Heilklima-Wandern

Wandern ist eine Wohltat für Körper und Seele. Das gilt auch für die sanften klimatischen Reize in Kurorten. Was liegt näher, als diese beiden „Jungbrunnen“ zu kombinieren! Das ist eine neue, noch relativ unbekannte Möglichkeit, den Organismus sanft auf Touren zu bringen.

Das Allgäu ist ein Vorreiter beim heilklimatischen Wandern. Hier gibt es nicht nur das notwenige Heilklima, sondern auch besonders viele Sonnenstunden (rund 1.800 pro Jahr). Und vor allem finden Wanderfreunde hier ein umfangreiches Netz an heilklimatischen Wegen auf einer gesunden Höhe von 700 bis etwa 900 Metern. Diese Wege eignen sich auch für wenig Trainierte. Menschen mit Herzkrankheiten, Rheuma, Diabetes oder Bluthochdruck können nach Absprache mit ihrem Arzt ebenfalls von den sanften Klimareizen in Kombination mit Bewegung profitieren.

Heiner Hilburger  / pixelio.de

Der Hopfensee im Allgäu unweit von Füssen ist einer der wärmsten Seen in den Voralpen und oft schon Ende Mai ausreichend warm für ein Bad nach einer gemütlichen Wanderung.

Das weitverzweigte Wandergebiet in den Voralpen erstreckt sich zwischen 700 und 1700 Meter Höhe. In südlicher und westlicher Richtung führen steile Anstiege unmittelbar in den hochalpinen Raum. Auch im Winter kann hier gewandert werden. In dieser Zeit werden an die 50 Kilometer Spazier- und Wanderwege geräumt. Ein gut beschildertes, weitverzweigtes Streckennetz bietet traumhafte Touren entlang des Allgäuer Sonnenplateaus. Der höchste Weg geht bis auf 2.000 Meter hinauf, natürlich mithilfe der Bergbahn. In solchen Höhen gibt es auch für das Winterwandern eine Schneegarantie.

Das Wetter im Allgäu

Noch ein Wort zum Wetter: Das Allgäu zählt, wie bereits erwähnt, statistisch zu den sonnenreichen Gegenden Deutschlands. Der Föhn sorgt oft für blauen Himmel, wenn sich weiter im Norden zäher Nebel und Regenwolken ballen. Die stabilen Hochdrucklagen sorgen häufig über mehrere Wochen für konstantes Schönwetter. Allerdings muss man auch mit den für den nördlichen Alpenrand typischen Schlechtwetter-Staulagen rechnen und damit mit teils sehr ergiebigen Regenfällen. Dieser Wechsel macht das typische – und für den Organismus bekömmliche – Allgäuer Reizklima aus. In der kalten Jahreszeit kann es über mehrere Tage hinweg anhaltend schneien.

Das Allgäu ist eine der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands. Im Bild: Blick auf den Ifen im Kleinwalsertal bei seiner Umwanderung auf dem Weg zur Schwarzwasserhütte.

Die schönste Wanderzeit – das Frühjahr

Im Frühling wird das Allgäu gelb

Wenn der Frühling Einzug hält, duftet es im Allgäu intensiv nach Löwenzahn. Ganze Täler und Wiesen sind in ein sattes Gelb getaucht, während gleichzeitig die Obstbäume blühen und die Berggipfel noch mit Schnee bedeckt sind. Ein schöner „Rahmen“ für alle, die gerne wandern gehen. Zumal es hier viele Wege in mittleren Lagen gibt, die zu familientauglichen Frühlingstouren einladen.

Über Blütenteppiche laufen

Wer die Blütenteppiche erleben möchte, kann den zahlreichen Allgäuer Wanderwegen folgen. Auch Kinder haben in der Zeit des Löwenzahns ihren Spaß. Schließlich ist Löwenzahn die bekannte „Pusteblume“, mit der Groß und Klein um die Wette pusten können.

Die Kehrseite der gelben Pracht

Bei geführten Wanderungen erfahren die Teilnehmer so manches interessante Detail über Flora und Fauna des Allgäus. Auch über die Geschichte des Löwenzahns können sich die Wanderer dabei informieren. Denn die goldgelbe Farbenpracht gab es nicht immer im Allgäu. Früher waren die Wiesen bunt gemischt. Lichtnelken, Teufelskrallen, Glockenblumen, Vergissmeinnicht, Knöterich, Klee, Schlüsselblumen oder Gänseblumen wuchsen im Frühjahr.

Dieser Blumenmix fühlte sich auf Magerwiesen, wie sie früher gang und gäbe waren, besonders wohl. Durch die vermehrte Düngung mit Mist und Jauche wurden diese zu fetten Wiesen, in der sich diese Pflanzen nicht mehr gerne aufhielten. So wurden sie zur Heimat des Löwenzahns. Bergblumen gibt es im Allgäu heute nur mehr auf den Alpen, wo das Jungvieh den Sommer verbringt.

Canyoning-Erlebnis Starzlachklamm

Canyoning-Touren sind eine Abenteuerreise in die Entstehungsgeschichte der Allgäuer Alpen. Wildromantische Wasserfälle, versteinerte Korallenstöcke, schäumende Wasserstrudel – eine Canyoning-Tour durch die Allgäuer Starzlachklamm ist ein Naturerlebnis. Das Erforschen des Gebirgsflusses zwischen Sonthofen und Burgberg, ist eine Reise in die Entstehungsgeschichte der Allgäuer Alpen und ihrer zahlreichen Tobel, Klammen und Wildwasserbäche.

Alpsee-Grünten Tourismus GmbH/Moritz Sonntag

„Die Natur ist ein wundersamer Baumeister. In der Starzlachklamm kann man Dinge sehen und betrachten, die sich keine Phantasie überlegen könnte – es ist fast schon ein bisschen magisch. Wenn man den ersten Wasserfall hinter sich hat, ist man in einer anderen Welt“, sagt der heimische Canyoning-Führer Thomas Waibel.

In vielen Jahrtausenden entstand am Fuße des Grüntens eine Wasserwelt, die sich ihren Weg durch Felsen und kesselförmige Wassermühlen bahnt und mit enormer Naturgewalt in die Klamm drängt. Zwischen Mai und September „schluchteln“ sich outdoorbegeisterte Canyonauten unter Anleitung von erfahrenen Canyoning-Guides von oben nach unten durch teils enge Wasserläufe und Felswände hinab – laufen und springen, klettern und seilen sich ab, rutschen, schwimmen und tauchen. Die Ausrüstung (Neoprenanzug, Gurt, Selbstsicherung, Helm) stellen die Outdoor-Unternehmen zur Verfügung. Tourengeher bringen Mut, Schwindelfreiheit, Schwimmkenntnisse, Kondition, Motivation, festes Schuhwerk, Badekleidung und ein Handtuch mit.

Zertifizierte Schluchtenführer wie Thomas Waibel nehmen Gäste mit auf Touren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und lassen sie direkt teilhaben am Erlebnis Starzlachklamm. Eines haben Waibel & Co. immer mit im Gepäck: genügend Zeit und den Blick für die Natur!

„Wir praktizieren sanften und nachhaltigen Tourismus. Das heißt, sich ausreichend Zeit zu nehmen. Zeit, um den Moment oder Ausblick zu genießen, vor allem aber Zeit, um die intakte Natur ganz nah, intensiv und ursprünglich zu spüren, sich Gedanken zu machen über die große Zeitspanne, in der die Natur einst die Starzlachklamm geformt hat. Nur so lässt sich das Naturschauspiel, das wir beim Canyoning in der Starzlachklamm erleben genießen“, sagt Waibel und betont: „Canyoning ist Adrenalinschub und Nervenkitzel – aber auch sinnlich und bedächtig. Uns geht es nicht um ein lautes und wildes Verhalten in der Natur, sondern um ein nachhaltiges und naturnahes Abenteuer. Das Begehen einer Schlucht entlang eines Flusses lässt uns Hektik und die digitalisierte Welt um uns herum vergessen. Wir sind im Hier und Jetzt – das ist Canyoning.“

Thomas Neuendorf vom Tourismusverein Sonthofen nennt Canyoning eine „tolle Verbindung von Naturerlebnis, Sport und Familie. Die Kombination aus sanftem Erlebnis-Tourismus in Harmonie mit Mensch, Tier und Natur ist uns sehr wichtig.“ Mit einem durchdachten Besucherlenkungssystem, das bereits bei der Anfahrt zum Parkplatz greift, sowie der geregelten Vergabe von Zeitkontingenten haben der Tourismusverein Sonthofen und der Verband Allgäuer Outdoor-Unternehmen (VAO) vertraglich festgeschrieben, wie Übertourismus an der Starzlachklamm vermieden werden kann.

Der VAO berät und unterstützt zwölf Allgäuer Outdoor-Unternehmen, die geführte Wassersport-Touren in der Region durchführen. Die Zusammenarbeit mit dem VAO sowie den über 60 geprüften Führern aus den Bereichen Canyoning, Bergwandern, Biken und Ski alpin funktioniert gut. Die Mitglieder des Verbandes unterstützen den Tourismusverein vor und nach der Saison in der Starzlachklamm aktiv.

Aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes ist der Saisonverlauf von Mitte Mai bis 30. September geregelt. Auch die Gruppengrößen sind im Rahmen der geltenden Qualitätskriterien des Outdoor-Verbandes auf maximal sieben Personen pro Guide beschränkt. Neben den Schluchtenwanderern lassen sich auch klassische Wanderer jährlich aufs Neue von der Starzlachklamm begeistern.

Alpsee-Grünten Tourismus GmbH/Moritz Sonntag

„Ein intensives Erlebnis ist es, wenn sich Canyoning-Gruppen und Wanderer direkt in der Schlucht begegnen – die einen oben am Steg, die anderen unten in der Schlucht“, sagt Canyoning-Führer Thomas Waibel und ergänzt: „Dann wird die Tour de Natur durch die Klamm für einen unbeschreiblichen Moment zu einem Gemeinschaftsabenteuer.“

Nordic Walking rund um die Hörnerdörfer

Nordic Walking einfach mal ausprobieren – das kann man im Allgäu ganz unkompliziert ins Ferienprogramm einbauen. Zwischen der Hörnerkette, ein voralpentypischer Gebirgszug zwischen dem Gunzesrieder- und dem Illertal, nimmt das schonende Ganzkörpertraining Nordic-Walking einen besonderen Stellenwert ein. Der Nordic-Fitness-Sports-Park der Hörnerdörfer ist einer der größten und abwechslungsreichsten Parks Deutschlands (hier geht es zur Detailkarte).

Auf einer Höhe von 761 m bis 1650 m ü. NN, mit einer Streckenlänge von insgesamt 110 Kilometern, verbindet er die fünf “Hörnerdörfer”-Orte Fischen, Obermaiselstein, Balderschwang, Bolsterlang und Ofterschwang. Er ist mit dem Nordic-Wandergebiet in den höheren Regionen der Hörnerkette verbunden. Somit stehen auch anspruchsvollere Routen bis in Höhen von 1.600 Meter zur Auswahl. Einen Überblick über das Angebot an Touren in die schönsten Ecken der Hörnerdörfer zeigt ein interaktiver Nordic-Walking-Tourenplan. Er ist online auch auf der Website des Hörerdörfer-Hauptortes Fischen (www.fischen.de) zu finden und bietet neben Toureninfos auch Tipps rund um Ausrüstung, Technik und Verhaltensregeln.

Per Mountainbike durchs Allgäu

Erst mal lange, lange den Berg raufstrampeln und dann winkt die Belohnung: Adrenalin pur, wenn´s im Höllentempo downhill geht. Jede Menge Natur, Abenteuer und Spaß. Wer gerne so richtig Gas gibt, findet im Allgäu spannende Touren.

Es gilt bei Mountainbikern als besonders interessantes Revier. Kein Wunder: Die Landschaft ist abwechslungsreich, die Sonne scheint überdurchschnittlich oft, und die Berge bieten Touren für alle Anforderungen.

Eines der schönsten Ziele ist die nicht allzu anspruchsvolle Runde um dem Alpsee bei Immenstadt. Dieser einsame Flecken Natur belohnt den Mountainbiker immer wieder mit einem Ausblick auf die umliegenden Gipfel. Die Route wird öfters von Weidentüren unterbrochen und beeindruckt mit einer vielfältigen Flora und Fauna, wie sie in dieser Form nur auf einer Alpe vorkommt. Die Alpsee-Runde macht Einsteigern üblicherweise wenig Probleme, wenngleich das Hochheben des Rads über Weidezäune einige Muskelkraft erfordert.

Interaktive Mountainbike-Tourenvorschläge

Unter www.fischen.de  (im Themenbereich „Radeln und Biken“ gibt es einen interaktiven Tourassistenten. Mit seiner Hilfe können sich Radfans abwechslungsreiche Routen im Allgäu zusammenstellen. Gewünschte Höhenmeter, Länge und Dauer der Tour lassen sich individuell eingeben. Hier findet man auch Informationen darüber, wo es Leihräder gibt.

Reisebuch Geheimtipp: das Ofterschwanger Horn

Eine rasante Abfahrt bietet die Tour rund um das Ofterschwanger Horn. Ein großer Teil der Strecke verläuft auf dem Rücken der Hörnerausläufer und gilt unter Kennern als besonderes Erlebnis. Manche Streckenabschnitte sind einfach, aber die steileren Passagen stellen selbst an geübte Fahrer ihre Anforderungen. Die Aussicht bei schönem Wetter ist hier besonders schön und belohnt für so manche Kletterei.

Rainer Sturm  / pixelio.de

Ein wunderbares Mountainbike-Revier: die Allgäu-Landschaft bei Ofterschwang

Wer gut in Form ist, wird auch die Route von Fischen über Schöllang zur Gaisalp schätzen. Diese Fahrt wartet mit mehreren sehr steilen Teilstücken auf. Die Wege sind rau und mitunter ordentlich schmal. Für die Aussicht auf das Rubihorn und das Illertal lohnen sich diese Anstrengungen aber allemal.

Der Gaisalpsee ist ein Hochgebirgssee auf 1.509 Meter Höhe in den Allgäuer Alpen nordöstlich unterhalb des Rubihorns.

Das Rad fährt mit der Seilbahn

Das Allgäu bietet auch Genussradlern einiges. Ab Anfang Mai sind die Lifte geöffnet. Wer es gerne gemütlich hat, kann sein Rad und sich selbst bequem transportieren lassen und erspart sich so kraftraubende 500 bis 800 Höhenmeter. So können auch Familien mit Kindern Bergtouren mit dem Mountainbike genießen.

Wer dem Donwnhill-Vergnügen wenig abgewinnen kann, der findet im Allgäu auch etliche leichte Touren. Entlang der Iller geht es sogar ganz flach dahin.

Radfahren an der Iller

Die Iller ist ein freundliches Flüsschen. Sie schlängelt sich anmutig durch die Allgäuer Alpen und bietet ein wunderbares Revier für Radausflüge mit Kind und Kegel. Besonders schön ist die Strecke in Richtung Martinszell bis nach Oberstorf. Hier radelt man – umgeben von einem herrlichen Voralpenpanorama – zum Illerursprung. Die Route hat nicht nur landschaftlich viel zu bieten. Hier gibt es auch viele gemütliche Ausflugsgaststätten, die mit Kässpätzle und anderen lokalen Köstlichkeiten locken. Viele bieten Kinderspielplätze an.

Die Radstrecke ist weitgehend autofrei oder autoberuhigt. Und sie ist wunderbar eben und daher eine ideale Strecke, damit auch jüngere Kinder stressfrei mitradeln können.

Der Illerdamm bietet ausgezeichnete Bedingungen für das gemütliche Radfahren.

Falls den Kleinen irgendwann doch die Puste ausgeht, ist das kein Problem. Man kann z. B. in Oberstdorf mit den Rädern bequem in den Zug wechseln und per Bahn retour fahren.

Das geht jetzt übrigens besonders familienfreundlich. Denn hier gilt das vergünstigte Nahverkehrsticket der Deutschen Bahn: Um nur wenige Euro pro Woche ist eine Familie mit Kids unter zwölf Jahren eine Woche lang im gesamten Oberallgäu unterwegs.

Was Golfer ins Allgäu zieht

Abschlag in luftiger Höhe

Golfzentrum des Oberallgäuer Sonnenplateaus liegt in einer der reizvollsten landschaftlichen Gegend Bayerns, bietet jede Menge Abwechslung und ein hochmodernes Trainingszentrum. Das Golfressort Sonnenalp-Oberallgäu hat sich zu einem Anziehungspunkt für Golffans aus Deutschland und dem Ausland entwickelt. Hier finden Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis variantenreiche Fairways und Greens vor der beeindruckenden alpinen Kulisse der Hörnergruppe.

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Golfplatz Sonnenalp im Allgäu

Das Golfzentrum bietet perfekte Bedingungen zum Pitchen und Putten. Das gesamte Areal umfasst einen neuen 18-Loch-Platz (Par 72) nebst einem 9-Loch-Kurzplatz sowie dem 18-Loch-Platz Sonnenalp, ergibt zusammen spielbare 45 Löcher. Ins Sonnenplateau des Oberallgäu eingebettet liegen das ansprechend gestaltete Clubhaus und die Driving Range. Mitreisende, die nicht den Schläger schwingen möchten, finden in der Umgebung ein reichhaltiges Freizeitangebot. Die Region mit ihrem gut gekennzeichneten Netz an Wanderwegen eignet sich zum Beispiel ideal für beschauliche Spaziergänge. Auch Nordic-Walking-Fans finden hier ideale Bedingungen.

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Traumkulisse für Golfer: der Golfplatz Oberallgäu bei Ofterschwang

 Rainer Sturm  / pixelio.de

GC Oberallgäu bei Oberstorf

Allgäu für Kinder

Sport mit kleinen Kindern – das ist gar nicht so einfach, wie viele frischgebackene Eltern feststellen. Wer nicht ganz auf Bewegung an der frischen Luft verzichten will, dem bleiben das Spazierengehen oder das Wandern. Das Allgäu ist ein ideales Gebiet, für alle Familien, die im Urlaub mal wieder so richtig Bewegung machen möchten. In den Allgäuer Alpen gibt es zahlreiche einfache Wanderwege, die sich auch mit dem Kinderwagen bewältigen lassen.

Ein besonderer Tipp unserer Reisebuch Redaktion für wanderlustige Familien sind die Hörnerdörfer. Denn hier inmitten sanfter Hügel ohne schroffe Stürze und einer weiten Tallandschaft kann man die Alpen gefahrlos und sicher erleben. Auch wer mit Kinderwagen unterwegs ist, findet ein interessantes Streckennetz. Fischen liegt flach im Illertal und ist mit seinen knapp 3.000 Einwohnern das größte der fünf Hörnerdörfer.

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Im Allgäu erleben Kinder, was in der Hektik des Alltags und vor allem in den Städten oft viel zu kurz kommt: nämlich den direkten Kontakt zur Natur. Schon das Barfußlaufen über eine Wiese oder das Streicheln eines kleinen Lamms ist für viele Kids etwas ganze Besonderes.

Angelspaß in Fischen

Angelfreunde schätzen das Fliegenfischen, wie es an den glasklaren Bächen rund um Fischen im Allgäu, praktiziert wird. Diese Art des Angelsports gilt als eleganteste und schonendste Form. Dabei wird der Fisch mit künstlich nachgebildeten Insekten – den Fliegen – überlistet. Eine harmonische Wurfbewegung bringt die Fliege mithilfe der Flugschnur auf Distanz.

Der Auwaldsee in Fischen

Der Name der Gemeinde Fischen hält, was er verspricht: Hier, inmitten der idyllischen Allgäuer Bergwelt, finden Angler ideale Bedingungen für ihr Hobby. Die klaren und besonders reinen Gewässer eignen sich ausgezeichnet fürs Fliegenfischen.

In und um Fischen plätschern idyllische Bachläufe für alle, die Freude an diesem besonderen Naturerlebnis haben. Gerade die Fliegenfischerei an den vielen kleinen Bächen der Gegend kann sehr herausfordernd sein. Zum einen, weil man hier seine ganzen Wurfkünste aufbieten muss, und zum anderen, weil es hier größere Fische gibt, als oft vermutet wird.

In Anglerkreisen ist Fischen im Allgäu geschätzt: Der Ort an der Iller zählt zu den zehn größten Fliegenfisch-Gebieten Deutschlands. Ganz in der Nähe lockt der Illerursprung, ein Zusammenfluss der drei Gebirgsflüsse Stillach, Breitach und Trettach. An den Bergseen in der Umgebung von Fischen kann außerdem noch ganz traditionell mit Haken geangelt werden.

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Auch in den kalten Bergseen des Allgäus fühlen sich Fische wohl. Im Bild ein Hecht im ca 8°C kalten Immenauer Weiher.

Skifahren von gemütlich bis rasant

Der Schnee fällt in weichen, weißen Flocken. Wenn es wieder aufklart, glitzert er im warmen Sonnenlicht und in der wunderbar klaren Luft flirren die Schneekristalle. Die frisch präparierten Pisten verlocken zu den ersten Abfahrten. Pistenfans wissen jetzt die wunderbare Atmosphäre der märchenhaft verschneiten Allgäuer Wälder zu schätzen.

Ideal für Einsteiger: Skifahren in Baldeschwang

Ein besonderer „Leckerbissen“ für Pistenfans ist das Allgäuer Skigebiet zwischen Riedbergpass und Ofterschwang. Es gilt als ausgesprochenes „Schneeloch“. Hier findet man oft noch bis ins Frühjahr hinein ausgezeichnete Schneebedingungen. Und noch einen Vorzug bietet die Region: Das Gebiet wurde von den Testern des Falk-Skiatlas als besonders einsteigerfreundlich ausgezeichnet. Das liegt am Voralpencharakter der Gipfel der Hörnergruppe im südlichen Oberallgäu. Trotz so mancher „wintersportlicher Höhepunkte“ (Online-Ausgabe des Falk-Skiatlas) fallen hier fast 80 Prozent der Pisten in die Kategorien „leicht“ und „mittelschwer“. Ideale Bedingungen also für Einsteiger und Genussfahrer. Wer es etwas sportlicher mag, kommt im Netz der teilweise verbundenen fünf Einzelskigebiete ebenfalls auf seine Kosten. Gerade Tourenfahren, „denn immer noch gibt es eine Fülle reizvoller Hänge ohne Liftservice zu entdecken“, so die Tester von Falk.

Das Skigebiet der Hörnerdörfer umfasst fünf Skigebiete mit einer 6er – Kabinenbahn, zwei 4er – Sesselbahnen, drei 2er – Sesselbahnen und 24 Schleppliften mit rund 80 Pistenkilometern auf präparierten Strecken.

 Janina Senkbeil  / pixelio.de

Die Berge rund um Balderschwang bieten gute Voraussetzungen für den gemütlichen Skilauf. Das kleine Gebirgsdorf unweit der Grenze zum Bregenzer Wald auf 1.044 Metern Höhe ist auch unter der Bezeichnung „Bayerisch Sibirien“ bekannt, was den Schneereichtum dieser Region belegt.

Das Allgäu bietet das größte zusammenhängende Skigebiet Deutschlands an. Mit der Superschnee-Card kann man acht Skigebiete mit insgesamt mehr als 500 Pistenkilometern befahren. Die längste Talabfahrt genießt man in Oberstdorf: Ganze sieben Kilometer geht`s vom Nebelhorn hinab in Tal.

Im Bild: das Skigebiet Oberjoch (Bad Hindelang)

Reisebuch Tipps & Wissenswertes

Die Allgäuer Bergwiesen – auch kulinarisch ein Leckerbissen

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Allgäuer Bergwiesenheus ist vielerorts bekannt. Die Verarbeitung ist eine Tradition der Bauern, die bereits 100 Jahre in die Vergangenheit reicht. Heute verwenden es Allgäuer Spa-Hotels Allgäu häufig in Form von Extrakten in Saunaaufgüssen. In Heudampfbädern, den Kraxenofen, entstehen durch ätherische Öle Dämpfe, die Atemwege befreien und außerdem entspannend und entzündungshemmend wirken sollen.

Dass auch ganze Menüs mit dem getrockneten Gewächs kreiert werden können, wissen nur wenige. Ob in Suppen, Soßen, Fleisch oder Nachspeisen – die Würze verleiht jedem Gang eine einzigartige Note. Die Palette reicht von Bergwiesenheu-Gerichten reicht von Heusuppe über Fisch in Alpkräuterkruste bis hin zu Heu Créme Brulée.

Warum die Grasberge für das Allgäu wichtig sind

Die Allgäu-Schichten sind Jura-Gesteine, die oft tiefgründige Böden und scharfkantige Grate hervorbringen. Derart viele Grasberge, die von sanften bis steilen Matten eingerahmt sind, findet man in keinem anderen Gebiet in Deutschland. Das vielfältige Gestein gibt zahlreichen Arten einen Lebensraum. Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen findet man rund 1.000 Pflanzenarten, darunter den Gletscher- Hahnenfuß, die Faltenlilie oder das Schweizer Mannsschild. Auch Vögel wie Mauerläufer, Steinadler oder Alpenschneehuhn und Säugetiere wie Alpensteinbock oder Schneehase leben hier.

Was das Allgäu für Rodelfans bietet

Das Allgäu bietet jede Menge Gelegenheit zum Rodeln. Abfahrten gibt eshier reichlich; oft bringt eine Bergbahn die Rodler nach oben. Wie auch am Mittag: Von seinem Gipfel führt die längste Naturrodelbahn im Allgäu gute fünf Kilometer lang hinunter nach Immenstadt. Beim Gipfelwirt an der Bergstation oder bei Benno und Anneliese an der Mittelstation lässt es sich gemütlich einkehren, ehe man den Rest der Strecke hinabsaust.

Schlitten haben im Allgäu eine lange Tradition. Freilich waren es früher große hölzerne Lastenschlitten, um Holz und Heu vom Berg ins Tal zu befördern. Doch die Schalenggen, wie sie in Pfronten heißen, sind auch heute noch gefragt.

Warum die Almen hier so besonders schön sind

Im Allgäu sind kalkreiche und kalkarme Bereiche eng verzahnt. Dicke, feuchte und humusreiche Böden bieten die Basis für Bäume und Pflanzen, die Alpweiden sind extrem bunt und vielfältig. Diese natürlichen Strukturen nutzen die Einheimischen seit Jahrhunderten: Hier findet man die höchste Dichte an Alpbetrieben im gesamten Alpenraum. Und damit eine Produktion von zahlreichen Käsesorten. Von Mai bis September hüten die Älpler ihre Kühe oben in den Bergen. Insgesamt gibt es im Allgäu um die 690 Alpen – so heißen hier die Almen –, davon sind knapp 50 Sennalpen.

Welchen Höhenweg Sie nicht verpassen sollten!

Via Mittagbahn erreicht man nach ca. drei  Stunden Gehzeit über die Alpe Gund die Alpe Mittelberg – ein Klassiker unter den Gehwegen und ein toller Höhenweg. Die Alpe Mittelberg liegt oberhalb von Immenstadt auf 1.370 Metern Höhe. Sie befindet sich in der Nähe der Wasserläufer-Himmelsstürmer-Route der Wandertrilogie Allgäu, am Scheitelpunkt vom Ehrenschwanger Tal zum Steigbachtal. Dort können Wanderer gemütlich einkehren und eine Brotzeit genießen. Denn im Sommer produziert Familie Steurer in der eigenen Alpsennerei tagtäglich unter anderem Butter, Alpkäse, Joghurt und Ziegenkäse.

Das Käsen ist hier traditionell noch echte Handarbeit. Die Käselaibe des Sommers reifen bei etwa 14 Grad Celsius im Käsekeller mindestens drei Monate lang. Dann werden sie ausschließlich auf der Alpe und beim Viehscheid in Immenstadt verkauft. Geöffnet hat die Alpe Mittelberg täglich von Juni bis Mitte Oktober, nur am Wochenende von Mitte Oktober bis Ostern.

Wo Sie den besten Käse finden

Das klassische Käsegericht im Allgäu sind die Käsespätzle. Die Käsevielfalt in der Region ist groß. Auf der Allgäuer Käsestraße kann man guten Heumilch-Käse in allen Variationen kosten und kaufen. Typische Sorten auf der Käsestraße sind der Allgäuer Bergkäse und der Allgäuer Emmentaler, die beide eine geschützte Ursprungsbezeichnung tragen. Auch Romadur oder Limburger werden oft angeboten. Der Weißlacker, früher von großer Bedeutung, ist heute nicht mehr so gefragt.

Den Kunden der Biosennerei „Käsküche Isny“ schmeckt der Käse aus Bockshornklee, ein Schnittkäse mit nussigem Aroma, besonders gut. Hier gibt es auch den Hildegard-von-Bingen-Käse, der nach Kräuterbüchern der berühmten Äbtissin zusammenstellt wird. Er enthält unter anderem Quendel, Bertram und Galgant. Bestseller in Isny sind auch der Urbergkäse, ein Hartkäse mit mindestens 18 Monate Reifezeit, oder der Adelegger, ein Hartkäse mit mindestens sechs Monaten Reifezeit.

Die Grundrezepturen unterscheiden sich nicht wesentlich. Dennoch schmecken die gleichen Käsesorten bei unterschiedlichen Sennereien immer etwas anders. Das liegt an der Höhe und Temperatur des Standortes, an den verschiedenen Kräutern, die die Kühe auf der Wiese finden, an der Kuhrasse und an der Erfahrung des Senners. Wer das Käsen live erleben will, kann in der Käsküche Isny oder in anderen Sennereien der Allgäuer Käsestraße oder auf der Alpe Mittelberg nach Anmeldung dem Senner über die Schulter schauen. Im Dorfhaus von Thalkirchdorf bei Oberstaufen kann man sogar seinen eigenen Käse in einem kleinen Kessel herstellen, und zwar in einem Seminar der dort ansässigen Käseschule Allgäu.

Was Bierfreunde über das Allgäu wissen sollten

Rund 30 Privatbrauereien gibt es im Allgäu. In Sachen Bier hat das Allgäu einige Kuriositäten zu bieten, zum Beispiel Rettenberg (im Bild): Das Dorf mit rund 4000 Einwohnern hat gleich drei Brauereien im Ort. Länger als das Reinheitsgebot, nämlich seit über 565 Jahren und 21 Generationen braut Zötler-Bräu dort seine Biere. Damit ist es die älteste Brauerei im Allgäu und sogar die älteste Familien-Brauerei der Welt. Ihr Vollmond-Bier ist weithin bekannt und beliebt. Die zweite Brauerei am Platze ist das Engel-Bräu, ebenfalls ein Traditionsunternehmen seit 1668. Das Bernardi-Bräu ist eine Kleinbrauerei, die in der ehemaligen Skilift-Station produziert.

Ebenso klein und ohne jahrhundertealte Tradition ist die Klier-Bier-Manufaktur in Ettensberg. Betrieben von Markus Klier, Brauer mit Leidenschaft, und seiner Frau, die sich von seiner Begeisterung anstecken ließ. Und dann gibt`s noch eine Mini-Brauerei, und zwar die höchste Europas. Auf der Enzianhütte bei Oberstdorf in 1.804 Metern Höhe wird das dunkle Weizen namens „Der Gipfelstürmer“ selbst gebraut. Eine wunderbare Belohnung nach dem steilen Aufstieg!

Geschichte und neue Trends verknüpft zum Beispiel die Simmerberger Braumanufaktur. Der würzig-feine Rödler-Trunk ist nach den Fuhrleuten benannt, die früher die Salzstraße durch Simmerberg benutzten. Heute gehört dieses Bier zur Produktlinie der Bio-Biere.

Allgäu-Fans verbinden auch gerne die beiden Top-Spezialitäten der Region: Welcher Käse am besten zu welchem Bier passt, verraten unter anderem Käse-Sommelier Claudius Janner oder die Bier-Sommeliére Stephanie Meyer von der Brau-Manufactur Allgäu – übrigens die erste Braumeisterin im Allgäu in dieser ansonsten weitgehend von Männern beherrschten Domäne.

Mehr Infos gibt`s im Internet unter:

http://www.allgaeu.de/brauereien-allgaeu