Natz-Schabs – ein Reisebuch über Südtirols Wanderparadies

Ein Online-Reiseführer in Bildern

Vorwort

Der Weg von Brixen herauf zum Hochplateau von Natz-Schabs ist nicht weit, dennoch hat der Reisende das Gefühl, plötzlich in eine andere Welt einzutauchen. Hier heroben scheint die Welt aufgeräumt und wohlgeordnet, die Vegetation üppig und trotz der Höhenlage schon fast mediterran und die Menschen: Ja auch die wirken hier oft entspannter als in anderen Tourismusregionen Südtirols.

Apropos Tourismus: Der hat in Natz-Schabs einen hohen Stellenwert. Fast jede Familie hier scheint mit Gästeunterkünften ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften. Doch die zentrale Einkunftsquelle für alle jene, die nicht auspendeln müssen, ist und bleibt die Landwirtschaft. Sie ist es auch, die diesem schönen Flecken von Südtirol einen ganz besonderen Reiz verleiht. Hier hat der Apfel das Sagen: Im Frühjahr überzieht ein wahres Blütenmeer die Landschaft, und bis zur Erntezeit in den Herbst hinein ist der Apfel ein steter Begleiter auf Wanderungen und Radtouren.

Massentourismus gibt es hier nicht. Dafür ist in einer Region, die abseits des Durchzugsverkehrs liegt, auch gar kein Platz. Dafür gibt es hier jede Menge Natur und ein wunderbares Wegenetz für Genusswanderer.

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Obst- und Weinbau sind das Kennzeichen der Region Natz-Schabs.

Land der Äpfel

Wer an Natz-Schabs denkt, denkt an Äpfel: Der Apfelanbau ist das prägende Element des Plateaus, das sich zwischen 730 und 890 Meter Meereshöhe erstreckt. Die vom milden Klima verwöhnte Mittelgebirgslandschaft bietet ideale Bedingungen für den Obstanbau.

Schon im Frühling, wenn ein weiß-rotes Blütenmeer die Landschaft bedeckt, heißt es „alles Apfel“. Zwischen Mitte April und Anfang Mai steht das Apfelhochplateau Natz-Schabs in voller Blüte. Gefeiert wird das am 1. Mai. An diesem Tag hat die Apfelkönigin der Region ihren großen Auftritt. Am Nachmittag gibt es einen großen Umzug mit festlich geschmückten Wagen. Unter der Begleitung von Musikkapellen und Schuhplattlern geht es durch die Dorfstraßen von Natz.

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Apfelbäume soweit das Auge reicht …

Der Apfelanbau in der Region ist auch aus historischer Sicht interessant. Ermöglicht wurde er durch eine Naturdruck-Wasseranlage, die in den 50er Jahren errichtet wurde. Details über den Bau der elf Kilometer langen Anlage verrät eine Schautafel in der Rienzschlucht. Durch diese gewaltige Anstrengung wurde aus einer trockenen und armen Gegend eine blühende Landschaft mit einem florierenden Obstanbau. Initiiert wurde die Leitung von Jakob Auer, genannt „Flötscher“. An ihn erinnert ein im Jahre 1983 auf dem Dorfplatz in Natz errichteter Brunnen mit seiner Büste in Bronze. Auer war die treibende Kraft beim Bau der Wasseranlage, die seither das Hochplateau und die zahlreichen Apfelbäume mit Wasser versorgt.

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Über die Apfelfelder sind teilweise Netze gespannt, die vor Hagelschäden schützen.

Die Dörfer der Region

Fünf beschauliche Dörfer prägen die Ferienregion Natz-Schabs: die drei Hauptorte Natz, Schabs und Raas sowie Viums und Aicha. Hier leben insgesamt rund 3.000 Einwohner.

Natz

Im Zentrum des Hochplateaus auf einer Höhe von rund 890 Metern liegt das Dörfchen Natz mit seinen etwa 700 Einwohnern. Die Gemeinde ist von Apfelfeldern umgeben und Sitz der alten Pfarre Natz aus der Karolingerzeit. Die spätgotische Pfarrkirche wurde 1208 vom Fürstbischof Konrad zu Ehren des hl. Philipp und der hl. Walburga geweiht. Der Turm entstand aus 1400 Granitquadern. Den neugotischen Hochaltar schmücken Holzskulpturen aus dem 15. Jahrhundert, die vom großen Künstler Michael Pacher beeinflusst sind.

Schabs

Schabs, das auf einer Meereshöhe von 775 Metern liegt, zählt rund tausend Einwohner. Es ist das Verwaltungszentrum der Region und der Sitz des Gemeindeamtes. Sehenswert ist die spätgotische Pfarrkirche zur hl. Margarethe. Sie wurde um 1281 geweiht. Die Fertigstellung erfolgte aber erst im Jahr 1454. Das Innere des Gotteshauses wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts barockisiert. Bemerkenswert ist das von Steinen umfasste viereckige Portal.

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Auffallend ist der mit 72 Metern ungewöhnlich hohe und schmale Schabser Kirchturm.

Eine weitere Schabser Sehenswürdigkeit ist das sogenannte „Urlaubsstöckl“. Die einfache Wallfahrtskapelle liegt am südlichen Hang des Spingeser Bergs. Sie lässt sich auf einem leichten Wanderweg mit schönem Panoramablick erreichen. Im Innern befindet sich ein Bild, auf dem der Abschied des Heilands von seiner Mutter Maria zu sehen ist.

Raas

Raas befindet sich im Südteil der Hochebene auf einer Meereshöhe von 820 Metern und hat rund 560 Gemeindemitglieder. Das Dorf ist von Apfelfeldern und Obstanlagen umgeben. Es grenzt an das Weingebiet Neustift mit seinen wohlschmeckenden Weißwein-Trauben Müller Thurgau und Sylvaner.

Raas ist die Heimatgemeinde der Großmutter des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Die Raaser Kirche St. Ägidius, ein spätgotischer Bau, wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Der Hochaltar zeigt den Heiligen Ägidius, den Namensgeber der Kirche, der auch Schutzpatron der Weinbauern ist.

Spaziergänge & Wanderungen

Das Hochplateau bietet ideale Bedingungen für all jene, die gerne gemütlich unterwegs sind. Ein Netz an gut markierten Wanderwegen durchzieht die Hochfläche. Die Routen sind gut markiert und selbst, wenn man sich einmal verlaufen sollte, ist das keine große Sache: Früher oder später gelangt man an eine Wegekreuzung, die ohne allzu kräfteraubende Umwege wieder zum gewünschten Pfad führt.

Ein besonderer Tipp ist der Apfelweg in Natz-Schabs, ein rund acht Kilometer langer Themenweg. Er führt von Natz nach Schabs und wieder retour auf gemütlichen Wegen zwischen den Apfelplantagen. Informationstafeln entlang der Strecke verraten interessante Details über den Apfelanbau in Natz-Schabs und in Südtirol. Der Start des Rundwegs erfolgt im Dorfzentrum von Natz-Schabs in Richtung des Biotops Sommersürs und endet wieder im Dorfzentrum. Wer jetzt Lust auf eine kleine Jause oder einen Kaffee (natürlich mit Apfelkuchen!) hat, findet im Dorf unweit der Kirche gemütliche Einkehrmöglichkeiten.

Detaillierte Wanderkarten gibt es beim Tourismusverein Natz-Schabs oder in den Hotels und Pensionen der Region.

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Die Spazierwege durch die Dörfer bieten immer wieder Einblicke in wunderbar blühende Gärten. Im Bild der verwunschene Garten eines Natzer Dorfhauses.

Auflüge nach Südtirol & Trento

Natz-Schabs liegt zentral in Südtirol und ist daher ein guter Ausgangspunkt für Tagestouren und für Ausflüge in ganz Südtirol.

Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich die Bischofsstadt Brixen. Sehenswert ist das historische Zentrum mit seinen teils mittelalterlichen Häusern und der Hofburg. Auch wer „nur“ ein wenig herumschlendern möchte, wird sich hier wohlfühlen. In der Altstadt gibt es wunderschöne Bürgerhäuser und Laubengassen. Hier kann man in einem der vielen, teilweise malerisch von Weinreben begrünten Straßencafés bei einem Cappuccino und einem Trammezzini entspannen und die vorbeiflanierenden Touristen beobachten.

Wer mit dem Auto anreist, findet ganz in der Nähe der Altstadt ein zentrales Parkhaus (Parkhaus Brixen, Dantestraße, direkt an der Hauptstraße). Von hier aus sind es nur fünf Gehminuten ins Stadtzentrum.

Essen & Trinken

In der Region Natz-Schabs wird hervorragend gekocht: Hier trifft die bodenständige Südtiroler Küche auf Mediterranes in gelungener Kombination. Oft mit dabei sind Polenta, Schlutzkrapfen, Kürbisgerichte, lokale Fischsorten wie etwa Forelle und Pastagerichte – eine wohlschmeckende Anleihe aus der italienischen Küche. Bei den Desserts darf natürlich der Apfel nicht fehlen. Er kommt in zahlreichen Variationen auf den Tisch.

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Ein unverzichtbarer Bestandteil der Südtiroler Küche ist der Kürbis: Im Herbst lassen sich hier exzellente Kürbisgerichte genießen!

Übernachtungstipp

Hotel Seehof

I-39040 Natz-Schabs

www.seehof.it

Im Hotel Seehof der Familie Auer wird Gastlichkeit großgeschrieben. Der Familienbetrieb bemüht sich sehr und hat immer ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Gäste. Das Haus liegt an einem kleinen Teich, der zwar nicht zum Baden einlädt, in dem aber Fischer ihrer Angelruten auswerfen können. Die Terrasse des Hotels bietet einen wunderbaren Ausblick auf Teich, Berge und die Apfelfelder, die den Seehof umgeben.

Bemerkenswert ist die Küche des Hotels: Der Küchenchef überrascht mit wohlschmeckenden Südtiroler Spezialitäten und Pasta al dente – ganz nach italienischer Art. Das Vorspeisenbuffet lässt keine Wünsche offen. Zum Glück ist das Menü für Halbpensionsgäste so konzipiert, dass man zwar angenehm satt, aber nicht „vollgefüllt“ den Tisch verlässt.

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Wer es gerne ruhig hat, sollte um ein Zimmer Richtung See bitten. Die Straßenseite ist etwas belebter, auch wenn der Verkehrslärm selbst für empfindliche Ohren in erträglichen Grenzen bleibt.

Das Haus punktet mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Schwimmbad im Untergeschoss ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, allerdings sauber und gepflegt. Ein ideales Plätzchen für Menschen, die gute Küche und gemütliche Spaziergänge schätzen. Das Haus liegt in der Nähe mehrere Spazierwege und der sehenswerten Apfelstraße.

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Lädt zum Entspannen ein: die Liegewiese des Seehofs.

Adressen & Tipps

Tourismusverein Natz-Schabs

Dorfplatz Natz, Haus Hansengut 1

I-39040 Natz-Schabs

T +39 0472 415 020

F +39 0472 415 122

ganzjährig geöffnet

info@natz-schabs.info

www.natz-schabs.info

Hofladen Hausmann

Hausmannshof

Fam. Deltedesco

I-39040 Natz-Schabs

Raas

Kirchweg 2 (im Zentrum von Raas)

Angebot: Apfelsaft und Sirup, Früchte nach Saison

© Bild Cover: resa

Hinweise

Alle Hinweise und Ratschläge in diesem Buch wurden sorgfältig geprüft. Eine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

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