Trentino Reiseführer – Kultur, Sport & Genuss

Romantische Wege, links und und rechts ein paar Weingärten, dahinter eine stolze Burg vor mächtigen Felsformationen und einige Kilometer entfernt schimmert ein See. Unterwegs locken gemütliche Kaffeebars und verführerische Trattorien. Egal, ob hochalpine Felswelt in den Dolomiten oder mediterranes Klima am Gardasee, eine Reise ins Trentino ist etwas Besonderes. Die Region ist nicht nur ein Ziel für Aktivurlauber, sondern zieht den Besucher mit seinem Mix aus Naturerlebnis, Kultur und italienischer Gastfreundschaft in den Bann.

Die norditalienische Region ist geprägt von spannenden Kontrasten: schneebedeckte Berggipfel der Dolomiten einerseits und Palmen an den Ufern des Gardasees andererseits. Das Trentino bildet eine geografische und kulturelle Brücke zwischen Mitteleuropa und Mittelmeerraum, was sich in Kunst, Kultur und Lebensweise widerspiegelt. So bieten die unterschiedlichen Talschaften nicht nur viel Natur, sondern einen bunten Mix aus alpenländischen Traditionen und südländischer Lebensfreude, aus kühlem Gebirgsleben und warmem Strandspaß.

Das Trentino steht aber nicht nur Naturerlebnisse, sondern auch für vielfältige Kunst- und Kulturereignisse. So ist die ganze Region vom Frühjahr bis zum Herbst eine riesige Bühne für Ausstellungen, Feste,  Musik-, Film- und Theaterfestivals: Dazu zählen etwa das Garda Jazz Festival, das internationale Mozart Festival und das Festival Oriente Occidente in Rovereto oder die Initiative Arte Sella in Val di Sella, wo seit 1986 Kunstobjekte aus natürlichen Materialien im Wald oder auf Wiesen ausgestellt werden.

NATURPARKS

Tausend Quadratmeter der Provinz Trentino –  das sind 17 Prozent der Gesamtfläche – sind geschützt: Die drei Naturparks Stilfser Joch, Paneveggio-Pale di San Martino sowie Adamello-Brenta sind weitgehend unberührte Landschaften mit einer reichen Tierwelt. Die Dolomiten – nach den Worten des legendären Architekten Le Corbusier das schönste Gebirge der Welt – wurden von der UNESCO bereits vor mehreren Jahren zum Weltnaturerbe erklärt.

Das Stilfser Joch mit seinen 48 Kehren. Reiner Konrad / pixelio.de

Ein ganz besonderes alpines Paradies ist der Naturpark Adamello-Brenta. Mit etwa 620 Quadratkilometern und mit den eindrucksvollen Gebirgsketten der Brenta, Adamello und Presanella zählt er zu den größten und schönsten geschützten Gebieten des Trentino. 48 Seen und einer der größten Gletscher Europas, der Adamello-Gletscher, gehören zu den Attraktionen des Naturparks.

Der Naturpark Adamello Brenta
Foto: Trentino / Giorgio Deflorian

Ebenfalls spannend für eine Entdeckungsreise ist der Naturpark Paneveggio-Pale di San Martino im Osten des Trentino. Rund um die Felsformationen der Pale di San Martino und der Lagorai-Kette breiten sich malerische Wälder aus, die auch im Winter viel zu bieten haben. So laden sie beispielsweise zu einer Schneeschuhtour von Paneveggio zum Geigenwald ein. Das Holz der Rottannen dieses Waldes verwendete schon Stradivari für seine legendären Instrumente.

Ganz im Westen liegt der Nationalpark Stilfser Joch mit der Ortler-Cevedale-Gruppe als unübersehbarem Höhepunkt. In diesem Park, der zu den größten Naturschutzgebieten Europas gehört, kann man Hirschen, Steinböcken oder Füchsen begegnen oder einen Adler bei seinem Flug beobachten.

MUSEEN & AUSSTELLUNGEN

Das Castello del Buonconsiglio

Im Castello del Buonconsiglio in der Landeshauptstadt Trento residierten über Jahrhunderte über der Stadt die Trienter Fürstbischöfe. Es wird von mächtigen, über zweihundert Jahre alten Mauern umgeben. Bis heute gilt das Castello del Buonconsiglio als das bedeutendste profane Bauwerk des Trentino. Kein Wunder: Sein historisches Mauerwerk, sein monumentaler

Turm, seine berühmten Fresken und Relikte erzählen Trentiner Geschichte ab dem 13. Jahrhundert. Schon ein Spaziergang durch die restaurierten Säle, an den Wehrmauern entlang und durch die Gärten lohnt sich, ebenso wie der Ausblick vom Felsvorsprung hinunter auf Trento und hinein ins Etschtal.

Das Castello del Buonconsiglio in Trento © Trentino, Gianni Zotta

Darüber hinaus sind heute in dem Kalkstein-Komplex ein kunsthistorisches Museum sowie Räume für Wechselausstellungen untergebracht. Die Schauen in diesen prächtigen Gemächern finden stets internationale Beachtung.

www.buonconsiglio.it

Das Wissenschaftsmuseum „MUSE“

Bemerkenswert ist das neue Wissenschaftsmuseum „MUSE“, das 2013  in Trient öffnete. Es wurde vom Architekten Renzo Piano entworfen und überrascht seine Besucher mit aktuellen Technologien, Animationen und Videoinstallationen. Schwerpunkt ist der Alpenraum mit seiner Flora und Fauna. Im Inneren des Gebäudes durchläuft der Besucher eine vertikal angeordnete Darstellung, die die Veränderungen der alpinen Ökosysteme beschreibt – von den Gletschern bis hinunter zu den Tälern. Ein tropisches Gewächshaus kann ebenfalls besichtigt werden.

Wissen wird durch Experimente und Spiele vermittelt. Ob man sich inmitten von Dinosauriern wiederfindet, mit der Hand einen Gletscher berührt, durch eine tropische Landschaft läuft oder den Geräuschen eines Waldes lauschen kann – das Museum bietet wirklich so etwas wie eine neue Qualität der Begegnung mit wissenschaftlichen Themen.

Hauptansicht des Wissenschaftsmuseums MUSE (c) Foto Trentino

Das MUSE ist das größte Museum der Wissenschaften in ganz Italien. Seine Form erinnert an die Trentiner Berge. Im Inneren des Gebäudes weitet sich der Blick ungestört über die offenen Räume, da die Tragelemente fast unsichtbar in die Geschossebenen integriert wurden. Der Bau basiert auf dem Fundament des ehemaligen Museo Tridentino di Scienze Naturali.

www.muse.it

Museo degli Usi e dei Costumi della Gente

Einen einen guten kulturhistorischen Überblick verschafft das Museo degli Usi e dei Costumi della Gente. Das Museum der Trentiner Sitten und Gebräuche, wie das Haus in der Übersetzung heißt, befindet sich im Kloster der Augustinerprobstei in San Michele im Etschtal. Hier wird gezeigt, wie die Bergbauern vor Jahrhunderten gelebt haben. Die Käseherstellung oder das Hüten von Ziegen hat sich übrigens bis heute kaum verändert.

www.museosanmichele.it

Mart, Museo di Arte Moderna e Contemporanea

Das mittelalterliches Städtchen Rovereto besitzt ein Museum von Weltruf. Das Mart, Museo di Arte Moderna e Contemporanea, wurde von dem berühmten Tessiner Architekten Mario Botta gestaltet und präsentiert sich mit einer großen Glaskuppel über der überdachten Piazza.

Die Kuppel des Museums MART in Rovereto, (c) Trentino, Andrea Razzol

Im Inneren gibt es moderne und zeitgenössische Kunst mit rund 15.000 Werken und eine Sammlung futuristischer Kunst zu besichtigen, die einen regionalen Bezug hat. Fortunato Depero, einer der bedeutendsten Vertreter des italienischen Futurismus, zog 1919 nach Rovereto und eröffnete hier ein futuristisches Kunsthaus.

www.mart.trento.it

Historische Kriegsmuseen

Der Geschichte des Ersten Weltkriegs begegnet man fast überall im Trentino. Entlang der damaligen Frontlinie, die sich von der Marmolada bis zum Tonale Pass über 520 Kilometer erstreckt, verläuft heute der Sentiero della Pace – der Weg des Friedens. Dort liegen 19 Museen und Gedenkstätten, die die einstigen Kriegsereignisse dokumentieren. Sehenswert ist das Gschwent in Lavarone, besser bekannt als Forte Belvedere (www.fortebelvedere.org)-

Zahlreiche Festungen wurden für das Gedenkjahr 2014 restauriert. Besonders beeindruckend ist die Wehranlage Corno di Cavento, die in den Felsen und das ewige Eis des Adamello-Gletschers auf 3.000 Metern Höhe gemeißelt wurde.

Herausragend unter den zahlreichen Museen ist das italienisch-historische Museo Storico Italiano della Guerra. Das Italienische Historische Kriegsmuseum von Rovereto verfügt über eine vielfältige Dokumentation militärischer, kultureller und sozialer Aspekte der Zeit. Zu finden ist es im Schloss von Rovereto. Dieser Ort spielt ohnehin eine besondere Rolle in den Nachkriegsjahren und der Erinnerung an das Leid und das Erbe des Ersten Weltkrieges (www.museodellaguerra.it).

In Rovereto entstand auch ein besonderes Symbol für die Region: die Friedensglocke. Sie wurde aus den Bronzekanonen der am Krieg beteiligten Nationen gegossen und erinnert jeden Abend mit hundert Glockenschlägen an die Gefallenen aller Kriege. So ruft sie zu Frieden und Brüderlichkeit zwischen den Völkern auf.

Campana dei Caduti , Rovereto Foto: Trentino / Luca Monel

Die Stiftung, der die Glocke anvertraut wurde, setzt sich bis heute für einen friedvollen Dialog zwischen Völkern und Nationen ein. Auch die Gedenkstätte Sacrario di Castel Dante und besagtes Museo Storico Italiano della Guerra trugen dazu bei, dass Rovereto im Trentin zur „Stadt des Friedens“ ernannt wurde.

Vom Krieg zum Frieden

Die Provinz Trentino, die 1914 zum Österreichisch-Ungarischen Reich gehörte, sah sich bereits ein Jahr früher als Italien in den großen Konflikt involviert. Sie verwandelte sich kurz darauf in ein Schlachtfeld zwischen den sabaudischen Truppen und dem kaiserlichen Heer. Ein Ereignis, das ihr Schicksal bestimmte und das Gebiet veränderte.

Die Provinz  hat in den letzten Jahren viel in Restaurierungsmaßnahmen investiert, um die zahlreichen Zeugnisse der Kriegsgeschehnisse auch der großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das regionale Erbe, welche 80 Festungen, 19 Museen und Hunderte Kilometer Saumpfade sowie Schützengräben umfasst, bildet heute einen Parco della Memoria (Erinnerungspark). Einige dieser Werke des Ingenieurwesens, oft für die damalige Zeit geradezu  avantgardistisch, sind in großer Höhe errichtet worden, sogar auf den Gletschern.

Der Friedensweg

Entlang der früheren Frontlinie verläuft der bereits erwähnt Sentiero della Pace/Friedensweg. Mit einer Länge von mehr als 500 Kilometern durchquert er das Trentino vom Adamello bis zur Marmolada. Der lange Höhenweg durch die Südtiroler und Italienischen Dolomiten wurde Mitte des 20. Jahrhunderts auf Basis militärisch benützter Steige des Alpenkriegs, der alpinen Südfront des Ersten Weltkriegs, angelegt und zählt zu den bedeutendsten historischen Weitwanderwegen im nördlichen Italien.

Der Friedensweg deckt sich mit einigen Teilen der Dolomiten-Höhenwege und verläuft von den Sextener Dolomiten bis zum 150 Kilometer Luftlinie entfernten Stilfser Joch (Passo Stelvio) an der Schweizer Grenze und senkt sich unweit von Trient in das fruchtbare Etschtal und nach Kaltern hinab. Die Gipfelregion liegt teilweise weit über 3000 Meter.

SPORT & AKTIVURLAUB

Für Aktivurlauber sind die legendären Berge und Gipfel im Trentino ein wahres Paradies. Felstürme und Zinnen, weite Almen und klare Seen: Die vielseitige Landschaft im Trentino ist ein Terrain für jegliche Art von Outdoor-Aktivität wie etwa Wandern, Trekking oder Klettern.

Wandern

Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, dem stehen im Trentino 800 ausgeschriebene Wanderwege mit einer Länge von fast 5.000 Kilometern zur Verfügung. Sie ermöglichen individuelle Tagestouren oder Mehrtageswanderungen wie der „Dolomiti Brenta Trek“, der die berühmte Brenta-Gruppe umrundet, oder „Trekking delle Leggende“ auf den Spuren der Trentiner Mythen und Sagen. „Trekking del Lagorai“, „Trekking del Catinaccio-Rosengarten“, „Giro del Sella“ und der „Dolomiti Palaronda Trek“ sind weitere Mehrtagestouren.

Schutzhütte im Trentino © Trentino Marketing S.p.A. – Pio Geminian

Der sagenumwobene Wanderweg „Trekking delle Leggende“ führt auf den Spuren von Kobolden und Elfen, Zwergenkönigen und Waldgeistern in die entlegensten Winkel des Trentino. Die 200 Kilometer lange Rundtour verbindet in neun Etappen das Val di Fassa mit dem Val di Fiemme und Primiero.

Wandern nahe Val di Fassa Foto: Trentino / Thomas Grüner

Die Etappenroute „Dolomiti Brenta Trek“ hat keinen Anfang und kein Ende und führt auf rund 90 Kilometern rund um die Brenta-Gruppe. Es gibt keine festgelegten Etappenziele oder vorgegebenen Gehzeiten. Jeder kann sich seine eigene Tour nach individuellen Bedürfnissen und Anforderungen selbst zusammenstellen. Der Dolomiti Brenta Trek wird sowohl von ambitionierten Trekkern als auch von Familien und Genusswanderern begangen. Beide Routen haben eine Vielzahl an Einstiegen und Verbindungen ins Tal.

Unterkunft finden die Gäste in 143 Schutzhütten und Rifugi, die von Mitte Juni bis Mitte September bewirtschaftet sind. Im Frühherbst wartet ein besonders schmackhaftes Projekt auf „Genuss“-Wanderer. Die „Schutzhütten für Feinschmecker“ bieten von Trentiner Top-Küchenchefs verfeinerte traditionelle Gerichte zu Sonderpreisen an.

Von der Fuchiade-Hütte (im Bild) zieht sich der Dolomiten-Höhenweg bis zum Cirelle- Pass (2683 m) hinauf, wobei ein Höhenunterschied von 700 m überwunden wird.
Foto: Trentino Sviluppo

Naturerlebnisse offerieren auch die drei Naturparks Stilfser Joch, Paneveggio-Pale di San Martino und Adamello-Brenta, in denen vor allem der Naturschutz großgeschrieben wird.

Klettern

Die wilden Felsformationen des Trentino bieten Kletterern und Klettersteig-Gehern gute Voraussetzungen. Welcher Climber träumt nicht davon, einmal die Ferrata Bolver Lugli oder die Vajolettürme erklommen oder auf dem berühmten Klettersteig Via delle Bocchette die Brenta überquert zu haben? Wer sich alleine in der Bergwelt nicht sicher genug fühlt, kann einen der 250 staatlich geprüften Bergführer buchen, die sich in allen größeren Zentren zusammengeschlossen haben und geführte Wanderungen oder Klettertouren anbieten.

Kletterer an der Steilwand. Im Hintergrund das Nordufer des Gardasees.
Fototeca Trentino Marketing S.p.A. – Ste

Kletterhochburg ist zweifelsohne das mediterran anmutende Örtchen Arco am Gardasee, das mit über 2000 gebohrten Routen eines der größten Klettergebiete Europas ist. Seit über 20 Jahren findet dort jährlich im Spätsommer der Rockmaster Kletterwettkampf statt, bei dem sich die weltweit besten Climber in verschiedenen Disziplinen messen.

Mountainbiken

Selten kann der Beginn einer Legende exakt datiert werden. Die Geschichte des Bikens im Trentino hat ihren Anfang ziemlich genau im Jahr 1991. Der „Moser“ löst einen Erdrutsch aus. Denn als dieses unscheinbar-schwarze Ringbüchlein veröffentlicht wird, sorgen die in ihm beschriebenen 40 Touren unter Mountainbikern für Aufbruchstimmung, für Goldgräberstimmung. Man munkelt von kunstvoll in die steilen Waldhänge über dem Lago geschnitzten Militärwegen, die angeblich von 2.000 Meter Höhe bis hinunter an den Strand reichen sollen – und das keine vier Autostunden von München entfernt. Der Rest ist Legende: Der „Moser-Bikeguide“ wird zur Bibel, der Lago zur Pilgerstätte aller Mountainbiker, das Trentino Inbegriff für Outdoorsport und Dolce Vita.

Foto: Trentino

Viele Jahre nach „Moser“, auf den manche Radfans nach wie vor schwören (siehe z.B. Bike Guide 11/Gardasee ) hat sich einiges geändert: Man fährt heute Bikes mit 160 Millimeter Federweg und muss nicht mehr ein kleines Zettelchen entziffern, sondern folgt dem Pfeil auf dem GPS-Display. Eines ist gleich geblieben: Das Trentino ist der Spot „Numero Uno“ aller Biker. Denn nirgendwo sonst sind die Rahmenbedingungen so ideal wie im magischen Dreieck zwischen Dolomiten, Brenta und Gardasee: Das mediterran-milde Klima erlaubt Biken an 365 Tagen im Jahr. Das Wegenetz für Mountainbiker ist lang, engmaschig und vorbildlich ausgeschildert. Die thematischen Strecken lassen Radfans auf den Spuren der Römer wandeln, auf Bahntrassen den malerischen Gardasee bestaunen oder die Apfelstraße erkunden. Wer entsprechend plant, kann in den Bergdörfern traditionelle Feste miterleben und bei hochklassigen Radsport-Events live dabei sein.

Mit dem Rad vorbei an wunderbar entlegenen Seenlandschaften
Foto: Trentino  / Ronny Kiauleh

Wie sehr Trentino auf den Radsport ausgerichtet ist, zeigt sich in den „Bicigrills“. Diese speziell für Radfahrer errichteten Raststätten bieten warme und kalte Speisen, Notfallwerkzeug, Infos, Tipps und Kartenmaterial rund um das Radwandern sowie Internetzugang für die interaktive Tourenplanung.

Vor einigen Jahren schlossen sich die Regionen rund um den Gardasee – also Alto Garda mit Riva, Torbole und Arco, das Val di Ledro, Rovereto und Vallagarina, Trento, Monte Bondone und Valle dei Laghi zum Projekt „Mountain & Garda Bike“ zusammen (www.mountaingardabike.com). Wer alle Regionen auf einen Streich erleben will, stellt sich der Herausforderung der 218 Kilometer langen Rundstrecke mit 10.000 Höhenmetern.

Sie verbindet alle Highlights der Bike-Region – inklusive der Superklassiker Tremalzo und Altissimo.

Monte Baldo – Altissimo: eine Herausforderung für Mountainbiker
FOTO: TRENTINO  / RONNY KIAULEH

Bike-Touren rund um das Brenta-Massiv

Wer am Altissimo-Gipfel steht, dem liegt der Gardasee 2.000 Meter weiter unten zu Füßen. Er blickt zum Horizont und bleibt unweigerlich an den bulligen Felsformationen der Brenta hängen. Auch um dieses spektakuläre Gebirgsmassiv führen Mountainbikewege. Sportliche Biker umrunden das Massiv auf der 171 Kilometer langen „Expert“-Strecke mit

7.700 Höhenmetern. Einsteiger und Familien mit sportlichen Kids wählen die „Country“-Strecke mit 136 Kilometern und 4.600 Höhenmetern. Unterwegs können Unersättliche sich auf sechs „Explorer“-Strecken zusätzlich austoben.

Wer von der steilen Welt in der Brenta nicht genug kriegen kann, sollte sich die Dolomiten nicht entgehen lassen. Spektakuläre Touren führen durch die Bergwelt in Val di Fassa, Val di Fiemme, Valsugana und San Martino di Castrozza. Zwischen Rosengarten im Norden, Sella im Osten und Pale di San Martino im Süden warten über 1.000 Kilometer abwechslungsreiche Bike-Strecken des Projekts „Dolomiti Lagorai Bike“ auf Einsteiger und sportliche Biker (www.dolomitilagoraibike.it).

Relativ neu ist die „Grand Tour“, die sich an gut trainierte Biker richtet. In sechs Tagen führt die Strecke über rund 350 Kilometer durch unberührte und entlegene Winkel des östlichen Trentino mit einem gesamten Höhenunterschied von 10.470 Metern. Alle Touren gibt es als GPS-Tracks zum Download (www.visittrentino.it/de/articolo/dett/landing-bike-dlb-grand-tour).

Tipp:

In Riva del Garda läuten die Biker seit mehr als 20 Jahren am ersten Mai Wochenende die Saison ein mit dem legendären Bike Festival inklusive Messe und coolen Partys (www.gardasee.de/veranstaltung/bikefestival.html).

Touren mit dem E-Bike

Das E-Bike ist eine ausgezeichnete Methode, um das Trentino zu erleben. Zum Beispiel bei einer typischen Tour von Levico Terme auf dem 15 Kilometer langen Radweg nach Arte Sella. Unterwegs wartet ein längerer Anstieg mit 620 Höhenmetern. Mit der Unterstützung des Elektromotors kein Problem mehr, denn mit E-Bikes kann jeder radeln, wie und wo er will.

In vielen Teilen des Trentino bieten die Tourismusverbände flexible E-Bike-Leihsystemen an. Damit können selbst wenig geübte Biker flott die alte Ponalestraße hinauf zum Lago di Ledro fahren, das Valsugana erkunden oder die Brenta Dolomiten erobern. Das Gebiet Valsugana und Lagorai östlich von Trento ist in Italien Vorreiter in Sachen E-Bike. Seit 2013 bietet die Region gemeinsam mit dem Movelo ein gut ausgebautes Netz von Verleihstationen an (www.movelo.com/de/alle-stationen/?region=124). Damit auch längere E-Bike-Touren möglich sind, gibt es außerdem viele Akkuwechselstationen. So sind zum Beispiel alle  Touristeninformationsbüros im Valsugana mit diesen ausgestattet.

Verliehen werden unter anderem E-Bikes der Marke Kalkhoff, die jährlich gewartet und erneuert werden. Zusätzlich zu den Leihbikes gibt es Helm, Schloss, Werkzeug und eine persönliche, individuelle Tourenempfehlung. Außerdem werden wöchentlich geführte Touren angeboten. Auch in Riva del Garda können an den Ladestationen Elektrofahrräder gemietet werden. Dieses offene System ermöglicht das Fahrrad an irgendeiner der Stationen abzugeben, ganz gleich wo es abgeholt wurde. Die Ladestationen befinden sich an einfach erreichbaren Stellen im ganzen Gebiet.

Das E-Bike ist ideal, um die abwechslungsreiche Landschaft des Trentino zu entdecken!
FOTO: TRENTINO                                                                                                       

WASSERSPASS & WASSERSPORT

Mit seinen fast 300 Seen und zahlreichen Flüssen, die eine Gesamtfläche von 35 Quadratkilometern bedecken, bietet das Trentino Wassersportlern gute Voraussetzungen zum Surfen, Segeln, Schwimmen und Raften.

Valle dei laghi mit dem Schloss Drena: Auf dem Felsen, auf dem die Ruinen des Schloss Drena mit seinem gut erhaltenen Turm aus emporragen, erstreckte sich einst eine Burganlage. Heute umschließt eine Ringmauer die Reste des gräflichen Palastes, eine kleine Kapelle und einige Nebengebäude.
Foto: Trentino / Vaerio Banal

In seinem Wasserreich ist passenderweise auch das Valle dei Laghi, das Tal der Seen, beheimatet. Dort finden sich der Terlago-, Cavedine-und Toblinosee sowie der Lago di Santa Massenza. Bekannt sind auch die heilenden Quellen von Pejo, Comano, Levico, Vetriolo und Roncegno.

Ledro- und Molvenosee

Nur wenige Kilometer vom Gardasee entfernt liegt der Ledrosee mit seinem türkisblauen Wasser und den grünen Wiesen auf 650 Metern Höhe. Er ist wegen seiner sanft abfallenden Strände ideal für Familien mit Kindern. Badegästen stehen vier Strände zur Verfügung. Bekannt ist der See unter anderem für seine reiche Fischwelt und die guten Angelmöglichkeiten. Der dafür notwendige Schein ist im Fremdenverkehrsamt erhältlich. Zudem können Tret-und Segelboote, Surfbretter und Kanus gemietet werden.

Der Molvenosee liegt zu Füßen der Brenta-Dolomiten. Senkrecht ragen die Felswände aus dem Wasser empor. Er ist mit 123 Metern das tiefste Gewässer im Trentino und gehört zu den Seen mit der schönsten Blaufärbung. Er ist für seine gute Infrastruktur bekannt. Wassersportler können hier jegliche Art von Sportequipment ausleihen.

Surfen und Segeln

Dank seiner zuverlässigen Winde ist der Gardasee ein bekanntes Surfrevier. Vor allem der Ort Torbole ist unter Surfern beliebt, denn dort findet man dank des konstanten Nord-und Südwindes die besten Bedingungen ganz Trentinos.

Eine Regatta auf dem Gardasee
Foto: Trentino / Sviluppo

Der beliebte Gardasee mit seinem mediterranen Ambiente liegt fast auf Meeresniveau und bietet Strandleben und Dolce Vita. Dank des frischen Nordwinds Pelér und des warmen Südwinds Ora, die von Frühjahr bis Herbst die Segel blähen, braucht der Lago den Vergleich mit internationalen Wassersportrevieren nicht zu scheuen. Er gehört daher auch zu den Hotspots für Segler.  Der Ora, der bekannteste Gardasee-Wind, weht im Frühjahr, Sommer und Herbst pünktlich ab etwa 13.00 Uhr und hält meist bis Sonnenuntergang an. So zuverlässig wie der Wind, so zuverlässig kommen die Surfer und Segler.

Dank der konstanten Winde und dem Verbot von Motorbooten ist Torbole ein bekanntes Segel- und Windsurfzentrum. Foto: Trentino / Rasmus Kaessman

Kitesurfer wählen gerne die Nordküste des Idrosees, der 20 Kilometer westlich des Gardasees zwischen dem Trentino und der Lombardei liegt. Dieser Teil ist für seine regelmäßigen, thermischen Winde bekannt. Der Idrosee zählt zu den saubersten Seen Italiens. Gute Verhältnisse zum Segeln und Surfen bieten auch der Caldonazzo-, Ledro-und Molveno-See.

Wasserskifahren

Als Outdoor-Vergnügungspark hat sich vor allem der Caldonazzosee im Valsugana einen Namen gemacht. Er ist der einzige Trentiner See, auf dem man Wasserski fahren kann. Zudem steht er bei Tauchern, Schwimmern und Ruderern hoch im Kurs. Mit einer Länge von fünf Kilometern ist er der größte, vollständig in der Provinz Trentino gelegene See. Nur zwei Kilometer östlich und unterirdisch mit dem Caldonazzosee durch Grotten verbunden, befindet sich der kleinere, in seiner Form an einen Fjord erinnernde Lago di Levico. Er liegt direkt bei dem bekannten, gleichnamigen Thermalort Levico. Wer in Ruhe schwimmen, Kanu fahren oder sich sonnen möchte, sollte dort ein paar Tage verbringen.

Der Levicosee im Sommer: Entlang seines Nordufers verläuft ein Themenweg, der Fischerweg (Strada dei pescatori). Da er direkt am Seeufer unter schattigen Bäumen angelegt ist, eignet sich der Panoramaweg auch für einen Spaziergang an heißen Sommertagen. Foto: Trentino

Rafting

Rafting-Touren im Val di Sole oder Canyoning im Val di Ledro werden in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten. So sind während manch einer Canyoning-Tour durch die Schluchten des Val di Ledro – zu den spektakulärsten zählen jene der Wildbäche Palvico und Rio Nero – meterhohe Sprünge, rasante Naturrutschen oder Kletterpassagen zu bewältigen. Wildwasserfahrer dürfen im Val di Ledro rasende Stromschnellen bezwingen. Spektakulär ist der 18 Kilometer lange Parcours Gola di Mostizzolo auf dem Fluss Noce. Die Zehn-Kilometer-Strecke von Cusiano bis Mestriago di Commezzadura eignet sich für Einsteiger und Familien.

Rafting-Tour auf dem Noce im Val di Sole: Mit seinen vielen aufeinender folgenden Stromschnellen zählt der Fluss zu den aufregendsten und interessantesten Rafting-Strecken Europas. Foto: Trentino

National Geographic kürt den Noce zum besten europäischen Rafting-Fluss. Aufgrund der ursprünglichen Dolomiten-Landschaft und Stromschnellen bis zum fünften Schwierigkeitsgrad ist er ein besonders beliebtes Revier.

Info: www.valdisole.net/en/Rafting-and-Whitewater-Sports

Canyoning

Wer es aufregend mag, kann sich übrigens auch im Canyoning versuchen. Diese Sportart beginnt dort, wo Wandern aufhört. Neoprenanzug, Helm, Klettergurt und ein erfahrener Bergführer dürfen bei diesem ungewöhnlichen Abenteuer nicht fehlen, denn Springen, Schwimmen, Rutschen und Klettern gehören dazu, wenn man die entlegenen Schluchten des Trentino entdeckt. Zu den spektakulärsten Canyoning-Touren laden der Wildbach Palvico und der Rio Nero im Val di Ledro ein.

Wintersport

Dolomiti Superski und Skirama Dolomiti Adamello-Brenta sind zwei der größten Ski-Karusselle der Alpen.  Ende November starten in den Trentiner Dolomiten die Saison. Mehr als 300 Liftanlagen erschließen rund 800 Pistenkilometer. Hinzu kommen 500 Loipenkilometer in 23 Langlaufzentren.

Zu Dolomiti Superski gehören zwölf Skigebiete. 350 davon führen über Trentiner Hänge in die Gebiete Val di Fass, Carezza, Moena  Trevalli, Val di Fiemme und San Martino di Castrozza  Passo Rolle. Acht Skiorte (darunter das berühmte Madonna di Campiglio) umfasst Skirama Dolomiti.

Skifahrer im Pulverschnee bei Madonna di Campiglio Foto: Trentino / Alessandro Trovat

Val di Fassa –  Ciampac

Die Ciampac ist regelmäßig Austragungsort von internationalen Wettkämpfen. Die abwechslungsreiche, technisch anspruchsvolle Strecke führt über 2,2 Kilometer, überwindet dabei einen Höhenunterschied von 650 Metern und weist ein Gefälle von mehr als 28 Prozent auf.

Paganella, Andalo – Olimpica Due

Eine weiteren Kultstatus hat längst die schwarze, fünf Kilometer lange Piste Olimpica Due erreicht. Auf ihr überwinden Wintersportler einen Höhenunterschied von 1.000 Metern und ein durchschnittliches Gefälle von 23 Prozent.

Val di Fiemme, Alpe Cermis – Olimpia

Den Titel der längsten Kultpiste im Trentino kann die Pista Olimpia am Cermis in Cavalese für sich beanspruchen: Sie misst 7,2 Kilometer und führt über einige schwierige Steilhänge und weitläufige Plateaus ins Tal, bei bestem Ausblick auf das gesamte Val di Fiemme. Die schwarze Piste ist mit einem Vierer-Sessellift oder einer Seilbahn erreichbar.

Die Sellaronda

Die Sellaronda ist eine Skirundfahrt um die Sellagruppe und beträgt über 26 Pistenkilometer (40 Kilometer mit Seilbahnfahrten) und ist der Schwierigkeit nach von einem durchschnittlichen Skifahrer zu bewältigen. Die Dauer der Tour hängt neben den skiläuferischen Fähigkeiten und Witterungsbedingungen von der Auslastung der Seilbahnen ab. Sie kann im Uhrzeigersinn (orangefarbene Richtungsweiser) oder im Gegenuhrzeigersinn (grün) befahren werden.

Die Durchführbarkeit der Sella Ronda während der Skisaison wird an Südhängen und in Tallagen mit Schneekanonen gewährleistet. Als Startpunkte eignen sich die Orte Campitello, Canazei, Arabba, Corvara und Wolkenstein. Individuell können Abstecher in die entsprechenden Skigebiete eingebaut werden. Benötigt wird für die Sella Ronda der Großraumskipass Dolomiti Superski.

Ohne Wartezeiten an den Liften und mit Einkehrpausen lässt sich die Sellaronda
in vier bis fünf Stunden schaffen.   Rainer Sturm  / pixelio.de

ESSEN & TRINKEN

Auf der Sonnenseite der Alpen spielt die gute Küche traditionell eine sehr wichtige Rolle. Trentiner Vielfalt bedeutet beim Essen zum Beispiel in Apfelessig marinierte Forellen, Kräuter-und Käseknödel sowie Rinderschmorbraten mit Polenta. Feinschmecker wählen unter Vorspeisen wie Bohnensuppe, Gerstensuppe mit Gemüse auf Trentiner Art, Pilzknödel mit Almbutter oder Kartoffelnocken.

Weitere traditionelle Hauptspeisen sind das Trentiner „Spezzatino“, in Trentodoc geschmorte Schweinebacke mit Polenta oder Kartoffelpüree. Zum Dessert werden im Trentino unter anderem Kuchen aus Nonstaler Dop-Äpfeln, Karottentorte oder Birnen in Teroldego-Rotaliano-Rotwein aufgetischt. Dazu ein Glas Wein – etwa einen Trentino Doc Nosiola, einen Doc Marzemino oder einen Rotaliano Doc und einen Trentiner Grappa.

Genießen kann man all das zum Beispiel auf einer kulinarischen Entdeckungstour: Verschiedene ausgeschilderte Wein-und Gourmetstraßen führen durch das Vallagarina, vom Gardasee zu den Brenta-Dolomiten, durch das Valle di Cembra oder das Val di Fiemme (LANDKARTE).

Die Trientiner Weine

Die Rebfläche im Trientiner Weinbau umfasst rund 10.000 Hektar – was einen Anteil von zwei Prozent an den italienischen Anbaugebieten ausmacht. Das Trentino besitzt zahlreiche Mikroterritorien mit außergewöhnlichen Merkmalen und klimatischen Unterschieden – vom mediterranen Klima in der Nähe des Gardasees, über das subkontinentale, das im Etsch-Tal vorherrscht, bis hin zum alpinen Klima. Die bepflanzte Rebfläche erstreckt sich von 70 bis auf 800 Höhenmeter. Eine Million Doppelzentner Trauben werden gewonnen, von denen immerhin 85 Prozent der DOC-Kategorie angehören. Soviel besitzt kaum eine andere Region in Italien. Insgesamt zählt das Trentino 27 DOC-Weine: 13 Rote, zwölf Weiße, ein Rosé und ein Schaumwein.

Die Struktur der Weinbaubetriebe im Trentino ist kleinräumig: 69 Prozent der heimischen Winzerbetriebe besitzen Anbauflächen von weniger als einem Hektar. Nur 0,3 Prozent der Betriebe haben mehr als 10 Hektar Rebfläche. Rund 85 Prozent der gesamten Trentiner Produktion liegt in den Händen von 14 Kellereigenossenschaften. Viele der Trentiner Weinbauproduzenten haben sich dem integrierten Anbau verschrieben, wobei so wenig Chemie wie möglich eingesetzt wird.

Weinlese im Herbst wird per Hand in Kisten durchgeführt. Foto: Trentino

Das Trentino bietet also gute Bedingungen für eine Vielzahl an nationalen und internationalen Rebsorten. Drei davon sind autochthon (als autochthon bezeichnet man Rebsorten, die in einem bestimmten Gebiet entstanden sind) : der weiße Nosiola sowie die roten Marzemino und Teroldego Rotaliano. Die Nosiola-Reben werden überwiegend im Valle dei Laghi angebaut, einem seenreichen Gebiet mit subkontinentalem Klima, das von dem vom Gardasee heraufwehenden Ora-Wind beeinflusst wird.

Wein ist im Trentino fester Bestandteil des Alltagslebens. Foto: Trentino / Carla Baroni

Der Marzemino ist im südlichen Trentino zu Hause. Er bevorzugt die basalthaltigen Böden des burgenreichen Vallagarina, in das die Stadt Rovereto eingebettet liegt. Der Teroldego Rotaliano dagegen gedeiht ausschließlich auf der Piana Rotaliana nördlich von Trento, wo sich am Zusammenfluss von Etsch und Noce eine fruchtbare Ebene gebildet hat, die schon Goethe als „schönsten Weingarten Europas“ bezeichnet hatte.

Wer D.O.C. Weine erleben und genießen will, kann das stilgerecht im Palazzo Roccabruna im historischen Zentrum von Trento tun. Der ehemalige Adelssitz beherbergt die regionale Enoteca mit allen Schätzen der Weinregion Trentino inklusive Grappa (www.palazzoroccabruna.it, Via Santissima Trinità, 24, 38100 Trento).

Der Spumante Trentodoc

Das Highlight der Trentiner Weinproduktion ist der im Flaschengärungsverfahren „Metodo Classico“ erzeugte Spumante Trentodoc, der nach dem Champagner als erster Schaumwein den DOC-Status erlangte. Rund 40 Prozent aller nach diesem Verfahren produzierten italienischen Spumantes stammen aus dem Trentino. In der Region sind nicht weniger als 36 Spumantekellereien tätig, die das Siegel Trentodoc tragen.

Besonders großer Wert wird auf die Flaschengärung mit Schütteln und Enthefen sowie erneutem Verschluss nach der Champagner-Methode gelegt. Der Trentodoc bietet feine Geschmacksnoten von Vanille über Aprikose und Nuss bis zu exotischen Früchten. Man trinkt ihn idealerweise frisch geöffnet mit einer Temperatur zwischen acht und zwölf Grad.

Der Trentino Grappa

Ein weiteres wichtiges Produkt der Region ist der Trentino Grappa. 30 der 130 italienischen Grappabrennereien liegen im Trentino und stellen acht Prozent der gesamtitalienischen Produktion her. In den heimischen Brennereien werden nur aus dem Trentino stammende Trester im  Wasserbadverfahren destilliert, das von dem Trentiner Tullio Zadra entwickelt worden ist. Dem Endprodukt bleiben damit die zarten Aromen und die besonderen Merkmale erhalten, die einen Brand zu einem guten Destillat machen. Der echte Trentino Grappa ist an dem Gütesiegel „Marchio del Tridente“ zu erkennen, das vom Istituto Tutela Grappa vergeben wird.

Käse, Speck & Äpfel

Das Trentino ist nicht nur reich an Wein- sondern auch an Käsesorten. Sie werden vor allem aus der Milch der über 8.000 Kühe gewonnen, die den Sommer auf den Almen verbringen. Es gibt den berühmten Trentingrana, der dem Parmesan ähnelt und von dem fast 100.000 Laibe pro Jahr produziert werden. Jedes Tal hat seine speziellen Käsesorten, darunter den intensiven Puzzone di Moena aus dem Val di Fiemme oder Val di Fassa.

Sehr populär ist auch der gehaltvolle Vezzena, der auf den Hochebenen von Lavarone, Folgaria oder Vezzena hergestellt wird. Das Val di Sole wiederum ist berühmt für den Casolèt, einem weichen Rohmilchkäse.

Foto: Trentino / Romano Magrone

Weitere kulinarische Besonderheiten sind die herzhaften und traditionsreichen Wurstwaren vom Speck über die Trentiner Lucanica, die Mortandela della Val di Non und die Ciuìga del Banale bis zum Carne Salada, eine Art Pökelfleisch, das vor allem rund um den Gardasee sehr beliebt ist.  Das Rindfleisch wird 30 Tage lang nach alten Rezepten in eine Mischung aus grobem Salz, Zucker, Thymian, Majoran, Lorbeer, Salbei, Rosmarin, Wacholder, Muskatnuss, Zimt, Pfefferkörnern und Rotwein eingelegt. Das magere Fleisch, das nur ein Prozent Fettanteil hat, wird gerne roh und dabei hauchdünn geschnitten mit Olivenöl und Grana gegessen. Der ideale Begleiter dazu ist ein Wein aus dem Trentino wie die roten Marzemino und Teroldego oder der weiße Nosiola. Unweit des Gardasees sind auch einige der besten Olivenöle des Landes zuhause.

Apfelreich

Eine weitere Trentiner Besonderheit sind die Äpfel, von denen jährlich rund 4,5 Millionen Doppelzentner geerntet werden. Das sind 20 Prozent der italienischen Produktion.

Der Trentiner Renetta ist besonders als Kochapfel geeignet und gilt als der beste Apfel für Strudel und Kuchen. Foto: Trentino / Nicola Angeli

Für deren Qualität spricht, dass das Trentino in Europa das weitläufigste Obstanbaugebiet in Hochlage ist. Die EU hat drei Sorten von Äpfeln im Val di Non – Golden Delicious, Renetta und Red Delicious – mit der geschützten Ursprungsbezeichnung D.O.P. ausgezeichnet.

Eine Radtour durch das Trentino inmitten blühender Apfelbäume im April.
Foto: Trentino / Carlo Baroni

ÜBERNACHTEN

Im Trentino gibt es rund 1.500 Hotels, Pensionen, Bauernhöfe, Berghütten und Appartementhäuser. Damit jeder Urlauber im richtigen Bett landet, haben sich die Trentiner Gastbetriebe in Themengruppen und „Clubs der Gastfreundschaft“ zusammengeschlossen

Wandern

Wanderer und Naturliebhaber sind die Zielgruppe der „Dolomiti Walking Hotels“. Diese Betriebe haben sich auf die Bedürfnisse der Bergsportler eingestellt. Sie bieten sowohl geführte Touren als auch andere Serviceleistungen wie Ausrüstung, Kartenmaterial und Informationen über das Wandern in den Dolomiten.

www.dolomitiwalkinghotel.it

Familien

„Giocovacanza“  hat sich auf Ferien mit Kindern spezialisiert. Die Mitgliedbetriebe bieten ein Familienkonzept mit Details wie kindgerecht ausgestatteten Zimmern bis zum Freizeitprogramm für Groß und Klein.

www.giocovacanza.de

Natururlaub

Individuell sind die restaurierten Almhütten des Clubs „Vacanze in Baita“. Sie und die Betriebe vom Projekt „Cuore Rurale“ haben sich auf Natururlaub mit regionaltypischen Produkten spezialisiert.  Ganz auf den umweltbewussten Urlaub in den Brenta Dolomiten haben sich die Gastbetriebe des Clubs „Qualità Parco“ im Naturpark Adamello-Brenta konzentriert. Die Verwendung umweltschonender Waschmittel, die Reduktion schädlicher Emissionen und die sorgfältige Mülltrennung sind hier Pflicht. Die „Parco Card“ ermöglicht den Urlaubsgästen zudem die Nutzung von zahlreichen Angeboten und Dienstleistungen.

www.vacanzeinbaita.com

www.pnab.it

Motorradfahrer

Für Motorradfahrer stellt „Trentino in Moto“ Unterkünfte in mehr als 30 Hotels bereit, die spezielle Leistungen wie Gepäcktransport und Zugtransport des Motorrads offerieren. Die Hotels bieten Bikdern zudem sichere Abstellplätze für die Motorräder, Tourenvorschläge auf verkehrsarmen Straßen und eine eigene Motorrad-Straßenkarte .

www.trentinoinmoto.it

Schutzhütten

Wer bei Hüttenwirten übernachten möchte, kann sich online auf www.visittrentino.it/i-rifugi-del-gusto informieren.

Camping

Das Trentino ist ein beliebtes Ziel für Camper. Insgesamt befinden sich in der Region rund 70 Anlagen von den Dolomiten bis zum Gardasee.  Eine gefragte Adresse bei Campern ist zum Beispiel der Campingplatz Vidor in Pozza di Fassa im Val di Fassa. Der wie ein Amphitheater zwischen Marmolada und Rosengarten gelegene Platz wurde bei der ADAC Camping Gala als einer der drei exklusivsten kleinen Campingplätze Europas ausgezeichnet (Strada Ruf de Ruacia, 15, 38036 Pozza di Fassa, www.campingvidor.it).

WEIHNACHTSMÄRKTE

Vor den historischen Mauern der Piazza Fiera in Trento vereinigen sich rund 70 Hütten zu einem der beliebtesten Weihnachtsmärkte der Region. Die Burgmauern von Buonconsiglio und die schneebedeckten Gipfel des Monte Bondone und der Paganella im Hintergrund bilden eine stimmungsvolle Kulisse. Vom 24. November bis zum 24. Dezember präsentiert der Markt kulinarische Spezialitäten und Handwerk von Künstlern aus den Tälern des Trentino.

Foto: Trentino / Gianni Zotta

Auch der Weihnachtsmarkt in Rovereto ist bekannt. Er findet vom 24. November bis zum 6. Januar statt. Hier trifft das Kunsthandwerk aus dem Süden Italiens auf Exponate aus Nordeuropa. Kunst und Brauchtum stehen auch im Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes in Arco am Nordufer des Gardasees von Mitte November bis zum 23. Dezember. In rund 40 Hütten werden Arbeiten von Künstlern aus der Region und aus ganz Italien angeboten. Höhepunkt des Marktes ist der 8. Dezember.  An diesem Tag wird ein Adventskalender auf die Mauern der historischen Palazzi projiziert. Für den krönenden Abschluss sorgt ein großes Feuerwerk.

In Levicio Terme startet der Weihnachtsmarkt am 24. November und findet dann an jedem Wochenende im Dezember statt.

Alle Hinweise und Ratschläge in diesem Trentino Reiseführer wurden sorgfältig geprüft. Eine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autoren des Trentino Reiseführers für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

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