Österreich-Reisetipps für Literaturfans

Österreich hat Literaturfans viel zu bieten: Lesen Sie nach, wo Sie auf den Spuren berühmter Autoren wandeln können, welche Literaturfeste wie zum Beispiel die Rauriser Literaturtage Sie keinesfalls verpassen sollten und in welchen Hotels (Bibliotels) sich Literaturfreunde wie zuhause fühlen.

Literaturtage – und festivals

Wenn man wollte, könnte man in Österreich das ganze Jahr über von einem Literaturfestival zum nächsten reisen. Schon allein daran erkennt man die große Bedeutung der Literatur für Österreich. Oder umgekehrt: die Bedeutung Österreichs für die Literatur.

Rauriser Literaturtage im Salzburger Land

Eine ganze Reihe von hochkarätigen Literaturfestivals bietet jedes Jahr einen Überblick über Trends der heimischen und internationalen Literaturszene. Eines davon, das sich fernab der Kulturmetropole Wien besonders um die österreichische Literatur hervorgetan hat, ist das Bergdorf Rauris am Rande des Nationalparks Hohe Tauern. Im März finden die Rauriser Literaturtage im Salzburger Land statt. Große Namen zieren dabei traditionell die Gästeliste: Ilse Aichinger, Thomas Bernhard oder Peter Handke gehörten zu den ersten hier lesenden Autoren. Jedes Jahr sind die Literaturtage einem speziellen Thema gewidmet. In diesen letzten vier Jahrzehnten haben sich in Rauris über 300 Künstler zu Lesungen und Gedankenaustausch getroffen. Der Rauriser Literaturpreis, der alljährlich für die beste Prosa-Erstveröffentlichung in deutscher Sprache vergeben wird, hat vielen Talenten zu erster Publizität verholfen. Kein einziger der Preisträger war nur ein Augenblickserfolg – eine Bestätigung für die Entscheidungen der Juroren in Rauris.


Wortspiele, internationales Festival für junge Literatur in Wien

Wien und München teilen sich die Wortspiele,ein internationale Festival für junge Literatur. Veranstaltungsort in Wien ist jeweils der legendäre Jazzclub „Porgy & Bess“ in der Innenstadt, wo die Besucher drei Abende lang jede Menge spannender Debüts und Neuvorstellungen erwarten. Etwa 20 Minuten lang hat jeder Schriftsteller Zeit, sein Publikum von seinem Text zu überzeugen. Das Publikum wählt dann am Ende des Abends den jeweiligen Tagessieger. Im Anschluss an die Lesungen macht dann der Jazzclub seinem Namen alle Ehre: Bei Live-Musik und lockerer Atmosphäre hat das Publikum dann die Gelegenheit, die Autorinnen und Autoren näher kennen zu lernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.


Literaturfestival O-töne im Wiener Museumsquartier

Fast schon die Atmosphäre von Pop-Konzerten bietet das Literaturfestival O-töne im weitläufigen Hof des Wiener Museumsquartiers. Oft finden sich hier über tausend Zuhörer pro Abend ein, um die aktuellen Highlights der österreichischen Literaturszene live zu erleben. Unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt wird hier an allen Donnerstagen von Anfang Juli bis Ende August das heimische Literaturangebot – vom Krimi über Lyrik bis zum großen Roman – zelebriert und gebührend gefeiert.


Bachmannpreis: Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

Jedes Jahr im Sommer wird Klagenfurt zur Literaturhauptstadt. Als Höhepunkt der Tage der deutschsprachigen Literatur gilt der Ingeborg-Bachmann-Preis, der höchstdotierte Literaturpreis im deutschen Sprachraum.

Der renommierte Bachmannpreis ist das Sprungbrett für deutschsprachige Autoren in die hohen Sphären des Literatur-Olymps. Dementsprechend hoch ist das Niveau des jährlich stattfindenden Wettlesens im Klagenfurter ORF-Theater. Immer wieder sorgen schrille Texte – nicht selten von jungen Autoren – für lebhafte Diskussionen innerhalb der Jury. Was für den Autor mitunter peinigend ist – das Zuhören von harten Kritiken bis zu gnadenlosen Verrissen –, macht für das Publikum den speziellen Reiz aus. Oft liegen Spannungen und Gefühlsausbrüche im nüchternen Rahmen des Klagenfurter Funkhauses hauchdünn nebeneinander. Wer dem Bachmann-Preis ganz entspannt folgen will, kann dies im beschaulichen Klagenfurter Lendhafen tun. Dort findet – ganz in WM-Manier – täglich ein literarisches Public Viewing statt. Begleitet wird es von einem entspannten Abendprogramm mit DJs, Performances und Konzerten. Für weitere literarische Veranstaltungen während der Tage der deutschsprachigen Literatur bietet das Klagenfurter Robert-Musil-Haus – Sitz des Musil-Literaturmuseums und des Kärntner Literaturarchivs – den geeigneten Rahmen.

http://bachmannpreis.eu


Sprachsalz-Literaturfestival in Hall in Tirol

Literatur ist das Salz in der Sprache. So könnte man das Motto des Festivals „Sprachsalz“ umschreiben, das jedes Jahr hochrangige Literaten zu einem ungewöhnlichen Festival nach Hall in Tirol einlädt.

Sprachsalz ist ein Fest der literarischen Vielstimmigkeit, bei dem jedes Jahr bekannte heimische und internationale Autoren in Hall in Tirol gastieren. Inzwischen ist es fast schon Tradition, dass ein besonderer Schwerpunkt der amerikanischen Avantgardekultur gewidmet wird: ein Engagement, das dem Festival den renommierten US-amerikanischen Acker Award einbrachte – als Auszeichnung für seine gelungene „Kunst des Konventionsbruchs“. Fernab aller Gewohnheiten ist auch der Veranstaltungsort: Das Parkhotel in Hall in Tirol bietet mit seinem modernen, schwarzen Glasturm ein gleichsam futuristisches Ambiente für die Soirées, bestehend aus Lesungen und Performances. Ein Festival-Tag findet in Kooperation mit den Klangspuren in Schwaz statt, wo die Verwandtschaft zwischen Sprache und Musik schöpferisch ausgelotet wird. Eine weitere beliebte Besonderheit der Literaturtage ist die Überraschungslesung eines bekannten Autors, der bis zuletzt geheim gehalten wird. Und noch etwas ist ungewöhnlich an Sprachsalz: Alle Veranstaltungen können bei freiem Eintritt besucht werden!

www.sprachsalz.com

 

Hall in Tirol, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Innsbruck, hat einen der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Österreichs. Die Zeiten, in denen Hall ein bedeutendes Salz-Handelszentrum war, sind längst vorbei. Heute tut sich die Stadt am Inn unter anderem als wichtiges regionales Kulturzentrum hervor. Seit 2003 findet das Literaturfestival Sprachsalz alljährlich an einem Wochenende im September statt. Fast rund um die Uhr lesen hier junge Autoren aus ihren Werken mit dem Ziel „die Lust am Lesen und Zuhören, die Lust auf gute Literatur zu wecken“, wie es das fünfköpfige Organisatoren-Team beschreibt, das selbst aus engagierten Literaten besteht.


Literatur und Wein: Loisiarte in Langenlois / Niederösterreich

Inmitten von Weingärten erhebt sich der metallverkleidete Kubus der Wein-Erlebniswelt Loisium, wo  das Musik- und Literaturfestival Loisiarte im März stattfindet.

Das niederösterreichische Langenlois ist ein Kompetenzzentrum in Sachen Wein. Die Wein-Erlebniswelt Loisium führt die Besucher durch das 900 Jahre alte Labyrinth der alten Weinkeller, ehe es nach einer Rast im romantischen Innenhof eines ehemaligen Weinbauernhofs wieder zurück unter die Erde führt. Im Loisium findet auch die Loisiarte statt: Vier Tage im März erklingt Zeitgenössisches und Klassisches, gemixt mit Literatur. Eine Weinverkostung mit einem der Langenloiser Winzer gehört zu jedem Konzert dazu. Und im Restaurant des angrenzenden Loisium-Hotels wird im Anschluss ein Menü serviert, abgestimmt auf das Thema des Abends.

http://www.loisium-weinwelt.at/index.php?idp=123


Literatur im Nebel in Heidenreichstein

Wenn es Spätherbst wird, dann ist im Norden Österreichs, im sagenumwobenen, mystischen Waldviertel, an vielen Tagen Nebel angesagt. Gleichzeitig ist hier aber zumindest an einem Wochenende im Oktober Hochsaison für die Weltliteratur: Mit dem Festival Literatur im Nebel in Heidenreichstein verfolgen die Veranstalter ein völlig anders Konzept als die meisten anderen Festivals: Hier steht nicht eine Vielzahl von Autoren im Brennpunkt, sondern immer nur eine einzige Schriftsteller- Persönlichkeit. In den letzten Jahren waren das u.a. Salman Rushdie, Jorge Semprun, Amos Oz und Margaret Atwood. Bekannte Schauspieler lesen dabei aus ihren Büchern und helfen so den Nebel, der sich mitunter auf Autor und Werk legen kann, zu lösen und so für Klarheit und neue Erkenntnisse beim lesenden Publikum zu sorgen.

LINKTIPPS:

 

Weitere kleine, feine Festivals:

 


Bibliotels – Hotel plus Buch

Reisende und Lesende verbindet vor allem eines: der Wunsch, neue Welten zu entdecken. So gesehen war es nur eine Frage der Zeit, bis die „Bibliotels“ erfunden wurden: Unterkünfte mit speziellem Literaturangebot (auf Deutsch).

Dass viele Menschen vor allem im Urlaub gerne zu einem guten Buch greifen, ist nichts Neues. Sehr wohl aber, dass es jetzt eine neue Art von Unterkünften gibt, die sich genau auf dieses Publikum spezialisiert haben: die Bibliotels. Mit diesem Angebot reagieren die österreichischen Gastgeber nicht nur auf den steigenden Literaturkonsum in Österreich und Deutschland. Es steckt vor allem der Wunsch dahinter, den Gästen im Urlaub einen Mehrwert zu bekannten Annehmlichkeiten wie der Schönheit der Natur, dem ausgezeichneten Essen oder dem charmanten Service zu bieten und ihr Reiseerlebnis auf diese Art zu vertiefen und zu bereichern.

Der logistische Clou an der Idee aus der Salzburger Innovationswerkstatt: Erstmals kooperieren Tourismusbetriebe mit Verlagen, Buchhändlern und Bibliotheken, um dem Gast ein anspruchsvolles und vielfältiges Lesevergnügen zu bieten. Dank der Zusammenarbeit spannt sich der Bogen der in den Bibliotels aufliegenden Bücher von brandaktuellen Neuerscheinungen bis hin zu Klassikern der Weltliteratur, von internationalen Bestsellern bis hin zum beachtlichen Repertoire österreichischer Autoren. Wer ein Land im Urlaub richtig kennen lernen will, sollte sich eben auch mit seiner Literatur befassen – und gerade Österreich war und ist mit schriftstellerischem Talent reich gesegnet.

Das „Amadeo Hotel Schaffenrath“ in Salzburg zum Beispiel konzentriert sich auf Literaten von Weltrang, die dieses Bundesland hervorgebracht hat, wie Thomas Bernhard, Stefan Zweig oder Peter Handke. Und im Hotel „Waldheimathof“ in der Heimat Peter Roseggers sind vor allem Werke aus der Feder des steirischen Heimatdichters vorzufinden während sich das „Landhotel Falkner“ vor allem der Literatur aus Oberösterreich widmet.

Aber was unterscheidet nun ein „Bibliotel“ von einem „Hotel mit Bibliothek“? Eine ganze Reihe kreativer Ideen, die lesefreudigen Gästen den Aufenthalt versüßen. So findet man als Gast bereits bei der Ankunft auf dem Zimmer sein persönliches Wunschbuch vor, das man bereits bei der Buchung aussuchen kann. Die allgemeine Bibliothek des Hauses bietet je nach Kategorie zwischen 300 und 3500 Bücher, darüber hinaus stehen Hörbücher, MP3 Player, Tageszeitungen und Zeitschriften zur Verfügung. Auch die Ausstattung ist ganz auf die lesende Klientel ausgerichtet: Von gemütlichen Hängematten, kuscheliges Sofas und Lesestühlen bis hin zu Leihbrillen für Vergessliche und einem Langschläferfrühstück für alle, die wieder einmal bis in die späten Nachtstunden hinein gelesen haben. Der Ideenreichtum kennt nahezu keine Grenzen: Für den literarischen Tagesausklang sorgen bibliophile „Betthupferln“ in Form von Ansichtskarten mit je einer Kurzgeschichte, die dem Gast aufs Bett gelegt werden.

Viele der Bibliotels widmen sich ganz bestimmten Themen: So gibt es Romantik- Bibliotels, Alpen-Bibliotels oder Krimi-Bibliotels wie das Ferienhotel „Haus am See“ am Kärntner Weissensee. Die „Krimi-Lichtung“ in der Nähe dieses Bibliotels ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Gastgeber mit speziell gestalteten „Lese- Themenräumen“ die Phantasie des Lesers anregen und das jeweilige Genre inszenieren: Der Gast erhält im Hotel einen Schlüssel zu einer Schatzkiste, die auf einer Waldlichtung versteckt ist. Darin befinden sich ausgewählte Kriminalromane, für den Finder. Vor allem in der Dämmerung ein durchaus spannendes Vergnügen.

Mehrere Dutzend Bibliotels gibt es derzeit allein in Österreich und bei der Buchung werden sie bereits in fünf Kategorien unterteilt: Zwei Buch-Symbole bedeuten eine Auswahl von mindestens 300 Büchern, während man in einem Fünf-Buch-Bibliotel aus rund 1.500 Büchern wählen kann. Damit auch in qualitativer Hinsicht höchste Ansprüche erfüllt werden, haben die Initiatoren eine Reihe strenger Kriterien definiert. Belesenes und leseaffines Personal und die bereits erwähnte optimale Ausstattung gehören ebenso dazu wie eine gute Lage und weiträumige Grünflächen bzw. Ruhezonen. Schließlich braucht selbst der leidenschaftlichste Bücherwurm zwischendurch eine kleine Pause. Und nach einer ausgedehnten Wanderung an der frischen Luft, einer fordernden Mountainbike-Tour oder einem erfrischenden Bad in einem der klaren Seen hat man umso mehr Lust, sich mit einem guten Buch zurückzuziehen und zu entspannen. Einzig die Art der Unterkunft ist bei den Bibliotels nicht definiert. Schließlich lässt es sich am Kachelofen einer gemütlichen Almhütte ebenso gut schmökern wie in einem sonnigen Weingarten oder in der Wellness-Landschaft eines Fünf-Sterne-Hotels.

 

Ein Beispiel: das Spiele- und Buchhotel Tschitscher

Buch statt Fernseher und Computer: Der stilvoll renovierte Gutshof in den Lienzer Dolomiten aus dem Jahr 1672bietet den perfekten Rahmen für den echten fernsehfreien Abschalturlaub. Das Hotel-Garni unterhält seine Gäste mit Hörbüchern, Büchern und Spielen.

Im Spiele- und Buchhotel Tschitscher ist der Name Programm: Statt Fernsehern findet man auf den Zimmern CD-Player, womit man entweder eine der über 500 Musik-CDs oder eines der über 450 Hörbücher abspielen kann. Wer es lieber klassisch mag, nimmt sich aus der Bibliothek eines von etwa 1.000 Büchern mit aufs Zimmer. Die Zahl der Bücher und Hörbücher in englischer und italienischer Sprache wächst stetig. Die Zimmer haben alle einen eigenen Wohnbereich, sodass sich die Gäste zum Lesen und Hören jederzeit zurückziehen können. Sie sind auch nicht nummeriert, man wohnt hier beispielsweise im Mühle- oder Backgammon-Zimmer. Wer sein Hörbuch im Garten genießen möchte, kann sich einen iPod ausleihen. Der Gast findet aber nicht nur Bücher und Hörbücher vor, sondern hat auch die Wahl zwischen den 250 Brett- und Kartenspielen aus der Sammlung des Hausherrn Dieter Mayr-Hassler. Zu den kuriosen Highlights der Sammlung gehört ein überdimensionales „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel im Garten, und in der historischen Stube steht eine 150 Jahre alte Tischkegelbahn bereit: Da ist bei Groß und Klein für Spannung gesorgt, wenn sie die Kugeln aus Holzkanonen auf die Kegel abfeuern. Damit der Spielelust auch unbeschwert gefrönt werden kann, hat sowohl das Spielezimmer als auch das eigentliche Frühstückszimmer extra große Tische. Die Lounge ist stylisch mit gemütlichen Lehnsesseln und Couchtischen eingerichtet und verfügt über ein Getränkebuffet mit Nespresso-Maschine. In den Spielpausen sollte man das Land zwischen Großglockner und Dolomiten mit seinen klaren Bergseen und grünen Almen bei Wanderausflügen oder Teile des Drau-Radweges (Fahrräder können kostenlos ausgeborgt werden) erkunden. Im Winter locken 350 km präparierte Skipisten, 400 km Langlaufloipen in sechs mehrfach ausgezeichneten Skigebieten sowie zahlreiche wildromantische Naturrodelbahnen – und das kleine Familienhotel liegt mittendrin.

Kontaktdaten

Spiele- und Buchhotel Tschitscher, Hausnr. 21, 9782 Nikolsdorf, http://www.spielehotel.at

Weitere LINKTIPPS:

Beispiele für Bibliotels:


Auf den Spuren berühmter österreichischer Literaten

Vom großen Germanisten Peter von Matt stammt der Satz: „Große Kunst entsteht in der Wildnis, dort leben keine Schafe.“ Und tatsächlich haben die großen Künstler der österreichischen Nachkriegsliteratur – Thomas Bernhard, Gerhard Roth, Peter Handke – stets die Abgeschiedenheit gesucht, um gegen den Herdentrieb unserer Gesellschaft anzuschreiben.

Einer der bekanntesten österreichischen Autoren ist zweifellos Thomas Bernhard (1931-1989), dessen Werke in 30 Sprachen übersetzt wurden. Schon sein radikales Romandebüt „Frost“ (1963) gab der österreichischen Literatur völlig neue Impulse. Über seine Protagonisten entlädt sich darin Bernhards tief sitzende Abneigung gegen das engstirnige bäuerliche Leben in Österreich, gegen die Künstler und die Situation des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg. Thematisch war Bernhard damit wegweisend für viele seiner Schriftstellerkollegen, die sich mit ihrer kritischen Haltung gegenüber Österreich gerne und oft auf ihn beziehen. Doch so kritisch Bernhard in seinen Romanen und Theaterstücken erschien, so bewahrend, wenn nicht gar rückwärtsgewandt war er als Privatperson. Schon bald wurde das Renovieren alter Häuser zu seiner größten Leidenschaft, wobei er größten Wert auf Traditionen legte und mit seinem Vierkanthof in Ohlsdorf, den man heute als den etwas anderen Teil seines Schaffens besichtigen kann, ein sprachloses, aber deshalb nicht weniger beredtes Dokument seiner Persönlichkeit hinterließ.


Thomas Bernhard: Provokateur und Restaurateur

Ein besonderes Merkmal der Literatur von Thomas Bernhard sind Übertreibungen und Zuspitzungen, sein liebstes Stilmittel war der Superlativ. Zugleich lassen wuchtige Monologe, überlange Satzkonstruktionen, verbunden mit Handlungssträngen, die stets um das Bernhard’sche Thema der existenziellen Verlorenheit kreisen, eine zäh-schwere Atmosphäre entstehen. Aber ob er nun Österreich als Land verdammte, in dem noch immer die schrecklichsten Nazis wüteten oder ein Konzert im Musikvereinssaal im Übermaß lobte – Bernhards Pendeln zwischen Extremen sorgte immer für Gesprächsstoff. Oder Skandale: So wurde der Roman „Holzfällen“ (1984) schon kurz nach dem Erscheinen in Österreich gerichtlich verboten, weil sich der Komponist Gerhard Lampersberg bösartig karikiert fand. Das Theaterstück „Heldenplatz“ löste den größten österreichischen Theaterskandal der Zweiten Republik aus – fast einhellig brandmarkten die Medien Thomas Bernhard als Nestbeschmutzer.

Dabei lebte Thomas Bernhard ein ganz und gar unprovokantes Leben. Von seinem ersten Preisgeld kaufte er sich einen renovierungsbedürftigen Bauernhof. „Denk- Kerker“ nannte er sein Gehöft, in das er sich während der Schreibarbeit zurückzog. Mit der Anschaffung des Bauernhofs hatte er sich einen Lebenstraum erfüllt, doch die Renovierung erwies sich als langwierig und aufwändig, wollte Bernhard die Gebäude doch um jeden Preis in ihren Urzustand zurückversetzen. Er verhehlte nicht, dass er damit eine Rückkehr in Zeiten seiner Kindheit verwirklichen wollte, während der er wunderschöne Jahre bei seinem Großvater auf dem Land verbracht hatte. Schon zu seinen Lebzeiten hatte Bernhards Vierkanthof daher – sowohl Außen wie auch Innen – jenen musealen Charakter, den er auch jetzt, als Bernhard-Haus, hat. Nie würde man glauben, dass es erst in den 1970er-Jahren eingerichtet wurde: Das harmonische Zusammenwirken des antiken Mobiliars mit der altertümlichen Ausstattung wird nur durch einen Plattenspieler und wenige moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im moderne Errungenschaften „gestört“. Die penible Ordnung der vollständig im Originalzustand erhaltenen Räume spiegelt Bernhards zwanghaften Charakter wider und wirkt – bei aller Liebe zum Detail – eher unlebendig. Dennoch: Es war genau diese Umgebung, die Bernhard für seine kreative Arbeit brauchte. Wobei er sich nicht mit einem einzigen Objekt zufrieden gab. Gleich in der Nähe von Ohlsdorf erwarb der Autor noch zwei weitere Häuser und revitalisierte sie penibel. Manchmal bestand sein Alltag aus nichts anderem als dem Herumfahren von einer Baustelle zur anderen. Seit einigen Jahren ist nun Thomas Bernhards Hauptwohnsitz, der Vierkanthof bei Ohlsdorf im Traunviertel, für Besucher geöffnet.


Gerhard Roth: Archivar und Wanderer

Ein weiterer moderner Klassiker der österreichischen Literatur ist Gerhard Roth, ein gebürtiger Grazer. Von ihm erschienen mittlerweile 19 Romane und drei Erzählungen, die in bis zu zwölf Sprachen übersetzt wurden. Immer wieder tritt Roth auch gesellschaftspolitische Diskussionen los. Ob nun zur mangelhaften Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Österreich oder zu rechtspopulistischen Strömungen in der Politik, Roth bezieht Stellung und ist damit gerne unbequem. Zwischen 1980 und 1991 entstand Roths bis jetzt wichtigste Roman-Reihe, der siebenbändige Zyklus „Die Archive des Schweigens“. Darin erweist sich der Autor als Meister der historischen wie auch wissenschaftlichen Recherche. Stilistisch sind seine Romane – im Gegensatz zu Thomas Bernhard – eher klassisch und spielen oft in Roths Wahlheimat, in der Weststeiermark. Seit Ende der 1970er-Jahre lebt er immer wieder dort, ist fasziniert vom dörflichen Leben und der ursprünglich gebliebenen Gegend. Acht Jahre lang wandert er alle Wege rund um St. Ulrich am Greith ab und kennt irgendwann zu fast jedem Haus die Geschichte seiner Bewohner.

Heute sticht in St. Ulrich am Greith, zwischen dem Dorfwirtshaus und der Kirche, ein kubischer Bau ins Auge, das von Roth initiierte Kulturhaus Greith, das sich mit weinrotem Holz und grauen Ziegeln gut in die Weinlandschaft einfügt. Hier fand auch die große Fotoausstellung von Gerhard Roths „Atlas der Stille“ statt – mit tausenden Bildern, die der Autor während seiner Romanrecherchen in der Gegend festhielt. Mittlerweile ist das Kunsthaus Ausgangspunkt für drei Wanderwege. Sie folgen den Strecken, die der Autor auf seinen Erkundungstouren oft ging. Auf den 4, 12 oder 22 Kilometer langen sogenannten Greith-Wegen kann man nun auf Roths Spuren wandeln. Wegweiser und Zitat-Tafeln, genannt „Literaturstellen“, lassen einen die Landschaft mit den Augen von Gerhard Roth entdecken.


Peter Handke: der streitbare Elfenbeinturmbewohner

Ebenfalls ein Provokateur und zugleich einer der international bekanntesten österreichischen Autoren – er wurde in über 30 Sprachen übersetzt – ist Peter Handke. Schlagartig mit „Die Publikumsbeschimpfung“ bekannt geworden, umfasst sein literarisches Werk Prosa („Der kurze Brief zum langen Abschied“, „Wunschloses Unglück“, „Mein Jahr in der Niemandsbucht“) ebenso wie Theaterstücke („Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“, „Untertagblues“) und Gedichte.

Er zählte zur ersten Generation der Popliteraten und reifte später zum klassischen Erzähler heran. Seine hochstilisierte Sprache spiegelt Beobachtungen der Wirklichkeit und existenzialistische Selbstfindungsprozesse wider. Spätestens mit seinem Essay-Band „Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms“ begründete er seinen Ruf als ein von der Welt abgeschiedener Intellektueller. Gelegentlich verließ er aber doch seinen Elfenbeinturm: In der Zeit des Balkankrieges schrieb er drei vieldiskutierte Essays, in denen er eindeutig für Serbien Stellung bezog.

Zu seiner Heimat Kärnten hat Peter Handke seit jeher ein zwiespältiges Verhältnis. Einer der Hauptgründe ist, dass seine Mutter, eine Kärntner Slowenin, in ihrem Wohnort Griffen, nahe der slowenischen Grenze, nie wirklich akzeptiert wurde. Umso erstaunlicher war es, dass Peter Handke 1996 dem dortigen Stift Griffen seine Originalmanuskripte für eine Dauerausstellung zur Verfügung stellte. Dem 1236 gegründeten Stift drohte damals der Verfall und das Vermächtnis ermöglichte eine Renovierung und eine neue Nutzung. Hier entsteht seither das Handke-Archiv. Eine Dauerausstellung gibt mit Fotos, Presseartikeln, Manuskripten, Typoskripten, Dias, Briefen, Filmen und Notizheften Einblick in das Schaffen des Autors.

LINKTIPPS:

Bernhard-Haus
Obernathal 2
4964 Ohlsdorf
www.thomasbernhard.at

Kulturhaus St. Ulrich im Greith
Im Kulturhaus liegt ein kleiner Wanderführer auf, der eine Beschreibung der neuralgischen Punkte beinhaltet. Fotos aus Gerhard Roths persönlichem Fundus lassen ebendort die Perspektive des Meisters nachempfinden.
Kopreinigg 90
8544 St.Ulrich im Greith
www.greith-haus.at

Stift Griffen
Tel.: +43 4233 2344
Öffnungszeiten: ganzjährig, nach telefonischer Vereinbarung
Montag Ruhetag

www.kulturdreieck-suedkaernten.at/Kulturstandorte/griffen.html


Weitere LiteraTourenTipps

„Weg des Buches” vom Passau bis ins Kärntner Arnoldstein

Bibelschmugglern der Reformation auf der Spur

Ein Weitwanderweg widmet sich brisantem Lesestoff aus der Glaubensgeschichte: Die Verbreitung der Lutherbibel, der ersten Heiligen Schrift in deutscher Sprache, gilt als Grundlage der protestantischen Reformation des 16. Jahrhunderts. Der „Weg des Buches” vom bayerischen Passau bis ins Kärntner Arnoldstein verfolgt die Spur des „ketzerischen“ Druckwerks in katholischen
österreichischen Landen.

Der heutige Pilger beschreitet in 29 Tagesetappen dieselben Pfade wie Handwerker und Kaufleute, die Luthers Schriften mit sich führten. Zunächst geht es im Fahrradsattel den alten Handelsweg von Passau ins Oberösterreichische. Von Ebensee an wähnt sich der Bibelreisende inmitten der Gegenreformation, einer Epoche, in der die Volksbibeln über versteckte Schmuggelwege in geheime protestantische Zellen wie beispielsweise jene in Ramsau am Dachstein geschleust wurden. Per pedes lässt sich die Route der verfolgten Protestanten auf dem Soleweg vorbei an Höhlen, die als Versammlungsorte dienten, bis zum Dachstein nachvollziehen. Von dort schlingt sich der Pfad durch die Steiermark vorbei an frühen protestantischen Bauernsiedlungen in Kärntens Berge.

Der ausführlichen Tourenbeschreibung „Buch zum Weg”, die historische Hintergründe ebenso aufzeigt wie kulturelle Meilensteine am Wegrand, liegt ein Bibellesefaden bei, der eine Anleitung zur Lektüre des Buchs der Bücher liefert. Für
das gesamte Projekt zeichnet die Evangelische Kirche in Österreich verantwortlich.

Buchtipp: Michael Bünker und Margit Leuthold (Hg.): „Buch zum Weg“.

Edition Tandem ISBN 978-3.902606-07-5


Niederösterreich: zu Heimito von Doderer

Zur Sommerfrische fuhr der Wiener Schriftsteller Heimito von Doderer (1896-1966) Jahr für Jahr ins niederösterreichische Prein an der Rax. Sein Domizil, der Riegelhof, ging als „Stangeler’sche Villa“ im Roman „Die Strudlhofstiege“ in die
Literaturgeschichte ein. Nicht nur hier, sondern auch an anderen Plätzen rund um Rax und Semmering siedelte Doderer Teile seines Stücks Weltliteratur an.

Seit des Dichters Zeiten zu Beginn des 20.Jahrhunderts blieb am Fuße der Wiener Hausberge Vieles unverändert – in Doderers Worten: „Patina, die in der Luft liegt, sozusagen.“ Bei Betrachtung des in Privatbesitz befindlichen Riegelhofs, im
Gasthaus „Zum Oberen Eggl“, den der Autor nicht nur gern frequentierte, sondern auch im Roman verewigte, oder in der typischen voralpinen Landschaft werden die Szenen aus der Strudlhofstiege vor dem inneren Auge des Betrachters lebendig.
Als Vademecum zur literarischen Spurensuche eignet sich etwa der Bildband „Heimito von Doderers Preinblicke”, der einschlägige Stellen aus seinem Werk mit Fotografien der realen Schauplätze illustriert.

Buchtipp: Claudia Girardi, Michael Girardi: „Heimito von Doderers Preinblicke. Eine Lesereise mit alten und neuen Ansichten.“ Österreichische Verlagsgesellschaft, ISBN-10 3706700328

Tourismusbüro Reichenau an der Rax: www.reichenau.at

Festspiele Reichenau: www.festspiele-reichenau.com


Thomas Bernhard Haus

  • 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande † 12. Februar 1989 in Gmunden

„Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein solches, das ununterbrochen zur Infamie und zu Geistesschwäche verurteilt ist.“

Geht es nach Thomas Bernhard, so ist Österreich ein katholisch-nationalsozialistisches Land der Spießer, bevölkert von einer stumpfsinnigen Masse und einer erbärmlichen „besseren Gesellschaft“. Die Protagonisten in seiner Prosa – meist geistreiche, tragische Einzelgänger, Ausgegrenzte, Verzweifelte – wettern virtuos gegen die Dumpfheit auf dem Lande, den allgegenwärtigen Antisemitismus, verschmähen in Schimpftiraden beliebte Personen des öffentlichen Lebens und monologisieren wütend gegen alles, was den Österreichern heilig ist. Bernhards Sprache ist verschachtelt und brillant, steigert sich in rhythmischen, variantenreichen Wiederholungen in groteske Überspitzungen. Heftig ist die Empörung, die ihm entgegenschlägt, ob seitens der Politik, des Kunstbetriebs, des Boulevards oder der Bevölkerung. Prominente und persönliche Bekannte fühlen sich erkannt und beleidigt, man fordert sogar die Ausbürgerung des „Nestbeschmutzers“. „Ich glaube, ich habe in meinen Büchern noch nie etwas erfunden“, sagt Bernhard einmal, „verändert – ja, erfunden – nein.“ Niclaas Thomas Bernhard ist das uneheliche Kind einer Dienstbotin, seinen Vater lernt er nie kennen. Zeitweise erlebt er bei seinen Großeltern eine glückliche Kindheit. Als seine Mutter nicht mit ihm zurechtkommt, wird er in ein nationalsozialistisches Heim für schwer erziehbare Kinder gebracht, wo er traumatische Erfahrungen macht. Weitere Heimaufenthalte folgen.

Mit 16 verlässt er das Gymnasium (er nennt die Schule später „Geistesvernichtungsanstalt“) und macht eine kaufmännische Lehre. Sein Großvater, der Schriftsteller Johannes Freumbichler, setzt sich stets für Bernhards künstlerische Ausbildung ein. Anfang 1949 überlebt Thomas Bernhard nur knapp eine schwere Lungenentzündung, während im selben Krankenhaus sein Großvater aufgrund einer Fehldiagnose stirbt. Nach einer Zeit als Journalist und Kritiker studiert er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. Bald danach hat er erste Erfolge als Poet und streitfreudiger Schriftsteller, zuletzt gilt er als einer der erfolg- und einflussreichsten Theaterautoren seiner Zeit. Einen letzten Skandal löst sein Testament aus: Darin verbietet er jede Aufführung und Veröffentlichung seiner Werke in Österreich, was aber inzwischen nicht mehr befolgt wird.

LINKTIPPS:

Bernhard-Haus
Obernathal 2
4964 Ohlsdorf
www.thomasbernhard.at


Oberösterreich: Adalbert Stifter

„Auf diesem Anger, an diesem Wasser ist der Herzschlag des Waldes“, poetische Worte, die Adalbert Stifter (1805-1868) für seine Heimat, den Böhmerwald, findet. Der Dichter aus dem südböhmischen Oberplan setzte der Hochebene, die sich
über die Grenzen Oberösterreichs, Südböhmens und Bayerns zieht, in seinen Erzählungen ein Denkmal.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Landschaft spiegelt sich in den Titeln wider, die Stifter seinen Werken voranstellte: „Der Hochwald“ oder die Sammlung „Bunte Steine“, die Texte wie „Bergkristall“ und „Granit“ beinhaltet. Letzterer Stein
prägt die Mystik des Böhmerwalds, ob in Form von so genannten Steinmeeren oder einzelnen Findlingen. Wanderer entdecken neben den Steinkolossen hervorragende Plätze, die Stifters Beobachtungen entsprungen scheinen, wie etwa den Drei-Sessel-Berg.

Ein Ort, der in Stifters Schriften wieder und wieder auftaucht, ist der Plöckensteiner See in Tschechien. Der Wanderer erreicht die „steinerne Träne“, wie der Meister das stille Bergwasser nannte, von Oberschwarzenberg aus über den Dreiländerweg, der sich entlang der österreichisch-tschechischen Grenze windet. Vom 1.379 Meter hohen Plöckenstein nimmt der Stifter-Jünger einen Abstecher zum nahen Stifter-Denkmal.

Nach einem Stifter’schen Streifzug in die Natur lohnt sich der Besuch des Stiftermuseums in Schwarzenberg, das des Dichters und Malers Werk dokumentiert. Den leiblichen Präferenzen des großen Sohns der Gegend lässt es sich beim Stifter-Menü „mit Griespflanzln, Oaknödl und Woidbean” im Restaurant Bergkristall in Schwarzenberg folgen.

Informationen sowie Kartenmaterial bei:

Ferienregion Böhmerwald – www.boehmerwald.at


Vorarlberg: HemingWays im Montafon

Noch bevor er zu Weltruhm gelangte, verbrachte der spätere Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway (1899-1961) zwei inspirierende Bergwinter im Montafon. Im noch heute existierenden Posthotel Taube vollendete er 1925/26 seinen Roman „Fiesta“, der ihm den literarischen Durchbruch bescheren sollte.
Gleichzeitig bedeutete der Montafoner Aufenthalt eine Wende in seinem Privatleben: Er trennte sich von seiner Frau Hadley und holte Freundin Pauline zu sich, die ihn auf seinen Skitouren begleitete.

„ … Es war viel Schnee, der die ganze Weihnachtswoche hindurch in jenen Jahren
oben im Gauertal fiel …“

vermerkte Hemingway in der Erzählung „Schnee am Kilimandscharo“ über den Jahreswechsel 1925/26. In eben dieses Montafoner Seitental führt ihn eine seiner Schneetouren, die auch heutige Bergfexe erfahren bzw. in der Sommersaison erwandern können: Von Latschau transportiert die Golmerbahn Hemingways Jünger hinauf zum Grüneck (1.890 m). Auf dem
Latschätzer Höhenweg geht es zur Lindauer Hütte. Der Abstieg bzw. die Abfahrt erfolgt über das erwähnte Gauertal und findet schließlich bei einer Einkehr im Gasthaus Löwen in Tschagguns ihren Abschluss – dort, wo sich auch schon der junge Ernest von des Weges Strapazen erholte.

Das Tourismusbüro Montafon offeriert zwei weitere „HemingWays“: einen vom Vermuntsee zum Madlenerhaus, „ein schönes, altes Gasthaus“ auf 1.986 Meter Höhe und einen vom Kapell (1.850 m) auf’s Kreuzjoch (2.395 m) mit fabelhaften
Blicken auf den Piz Puin, dessen Hänge der Amerikaner übrigens auch häufig auf Skiern unsicher machte.

Buchtipp: Günther J. Wolf: „Paradies ohne Wiederkehr – Hemingway im Montafon.“
Rhätikon Verlag Bludenz .

Montafon Tourismus: www.montafon.at


Auf den Spuren von Arthur Schnitzler

Längst sind seine Stücke aus den Spielplänen der Theater nicht mehr wegzudenken. Mit der Auslotung der Kräfte des Unbewussten, seiner Erforschung der Triebnatur des Menschen und der Unsicherheit kulturell- konventioneller Normenbeweist ArthurSchnitzlers Werk zeitlose Aktualität.

Die Welt, in die Arthur Schnitzler am 15. Mai 1862 in Wien geboren wurde, schien die Verdrängung unliebsamer oder beängstigender Sachverhalte zu ihrem Leitthema gewählt zu haben. Die rasante technische Entwicklung verbarg man unter ausladendem historistischem Dekor. Die sich allzu bald als mörderisch erweisende Militärmaschinerie versteckte sich hinter Begriffen der Ehre. Und die Verfassung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie begegnete der Nationalitätenfrage, an der sie zerbrechen sollte, indem sie den Begriff der Nation aussparte.

Auch privat hielt man es nicht anders. Arthur Schnitzlers Vater Johann ging mit dem Satz „Man tut es ab.“ über Alltagsprobleme hinweg. Arthur Schnitzler sollte ein Leben lang nach den hinter der Fassade verborgenen Wirklichkeiten suchen. Kein Wunder, wenn der fast gleichaltrige Sigmund Freud in Schnitzler seinen „Doppelgänger“ erkannte. „So habe ich den Eindruck gewonnen“, schrieb Freud zu Schnitzlers 60. Geburtstag, „dass Sie durch Intuition – eigentlich aber in Folge feiner Selbstwahrnehmung – alles das wissen, was ich in mühseliger Arbeit an anderen Menschen aufgedeckt habe.“

Als junger Arzt in Wien

Die Schnitzlers gehören dem jüdischen Großbürgertum an. Der Vater Johann ist ein angesehener Arzt, während sich die Mutter Louise – wie damals üblich – ausschließlich mit der Familie und den Interessen ihres Ehemannes identifiziert. Wie der Vater schlägt Schnitzler zunächst eine medizinische Laufbahn ein. Aber wenige Tage vor dem Abschluss seines Studiums nennt er diesen Entschluss „ethisch einen Blödsinn“. Bereits die Studienjahre werden von literarischer Arbeit, einer bisweilen Existenz gefährdenden Spielleidenschaft, ausgiebigen Kaffeehausbesuchen und zahlreichen Affären begleitet. „Reizende, dumme, verächtliche süße Geschöpfe“, nennt Schnitzler im Tagebuch die zahlreichen Geliebten jener Jahre. Es finden sich darunter auch häufig Frauen aus den unteren Schichten, die Schnitzler in seinem Stück „Anatol“ im Typus des „süßen Mädels“ unsterblich macht. Nach ihrer ungekünstelten Natürlichkeit sehnt sich der „Hypochonder der Liebe“ und melancholische Dandy Anatol im Stück. Schnitzler selbst verbindet erst mit der verheirateten Wirtin des Thalhofes in Reichenau, Olga Waissnix, eine tiefe Liebesbeziehung. Aber auch sie ändert nichts an dem einmal eingeschlagenen Weg. Auch weiterhin begleiten zahlreiche Affären Schnitzlers Leben.

Der literarische Durchbruch

Zum ersten Mal erregt Schnitzler 1893 mit dem Stück „Das Märchen“ größeres Aufsehen. Wie in Zukunft noch häufig, verbindet sich mit dem Erfolg ein handfester Skandal. Schnitzler fordert in dem Stück, was er selbst seinen zahlreichen Partnerinnen vorenthält: Das Recht der Frau auf ein selbstbestimmtes Leben. 1895 erfolgt der große und gleich weltweite Durchbruch mit dem Stück „Liebelei“. Mit der Schilderung einer Liebe, in der ein Partner sich ganz hingibt und der andere darin nur einen Zeitvertreib sieht, hat Schnitzler ein zeitloses Thema gefunden.

Erfolge und Skandale

Arthur Schnitzler ist nun der erfolgreichste und bekannteste Dichter Österreichs. Der Erfolg von „Liebelei“ erlaubt es ihm, endlich den ungeliebten Beruf als Arzt aufzugeben. In das Jahr seines Durchbruchs fällt aber auch der Beginn eines Ohrenleidens, wahrscheinlich Tinnitus, an dem Schnitzler ein Leben lang leiden wird. Nach dem Tod des Vaters lebt Schnitzler bis zu seinem 41. Lebensjahr mit der Mutter zusammen, was ihn dazu zwingt, mit seinen zahlreichen Affären in Hotelzimmer auszuweichen. Erst als er Olga Gussmann heiratet, zieht er in eine eigene Wohnung. Der Ehe entstammen der Sohn Heinrich und die Tochter Lili. Die Ehe ist unglücklich und zerbricht schließlich, als Olga eine eigene Karriere als Sängerin anstrebt.

Anerkannt und erfolgreich bleibt Schnitzler auch weiterhin ein Skandalautor. 1900 sorgt die Novelle „Leutnant Gustl“ für einen weiteren Skandal. Nach diesem Generalangriff auf den verlogenen Ehrenkodex der Offizierskreise ist Schnitzler sogar gezwungen, seinen eigenen Offizierstitel zurückzulegen. Sein Stück „Professor Bernhardi“, das den herrschenden Antisemitismus offen zum Thema hat, wird von der Zensur verboten. Mit dem Stück „Das weite Land“ stellt sich 1911 ein mit der „Liebelei“ vergleichbarer Erfolg ein. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges setzt Schnitzler darin noch einmal dem Wiener Großbürgertum ein Denkmal.

Die späten Jahre

Schnitzlers Ruhm überdauert auch den Ersten Weltkrieg. Zwanzig Jahre nach seiner Entstehung wagt sich Schnitzler 1921 mit seinem Stück „Reigen“ in die Öffentlichkeit. Es wird der größte Theaterskandal im deutschsprachigen Raum des 20. Jahrhunderts. In zehn Dialogen finden sich zehn Paare, wobei nach jeder Szene einer der Partner ausgetauscht wird. Auf diese Weise wird die gesellschaftliche Stufenleiter durchschritten, bis sich der Kreis schließt. Das Stück wird als pornographisch denunziert. In die zahlreichen kritischen Stimmen mischen sich als düsteres Fanal einer nicht mehr fernen Zukunft auch antisemitische Hasstiraden.

In den letzten Lebensjahren wird es still um Schnitzler. Ihn trifft das gleiche Schicksal wie jenes Bürgertum einer verschwundenen Epoche, dem er ein literarisches Denkmal setzte: Der Dichter einer untergegangenen Welt gerät mit dieser in Vergessenheit. Als Arthur Schnitzlers Freunde sich von einer baldigen Renaissance seines Werkes überzeugt zeigen, antwortet er: „Ich auch: für 1962.“ Der Selbstmord seiner Tochter Lili 1928 ist die große Katastrophe in Schnitzlers späten Jahren. Am 31. Oktober 1931 stirbt Arthur Schnitzler in seinem Haus in der Sternwartestraße 71 in Wien knapp 70-jährig an einer Gehirnblutung.

Glanzvolle Rückkehr

Zeitlebens hatte Arthur Schnitzler eine besondere Affinität zum Kino. Und das neue Medium nimmt sich bereits in seiner Anfangszeit seines Werkes an. Es ist dann auch der Film, der Schnitzler ein großartiges Comeback ermöglicht. Stanley Kubriks „Eyes Wide Shut“ mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen, dem die „Traumnovelle“ zugrunde liegt, macht Schnitzler 1999 weltweit einem breiten Publikum bekannt. Derzeit entsteht unter anderem in Wien mit dem Film „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando „360“ eine moderne Version des „Reigens“. Unter der Regie von Fernando Meirelles spielen Jude Law, Rachel Weisz, Anthony Hopkins, Johannes Krisch und Moritz Bleibtreu die Hauptrollen.

Arthur Schnitzler Gesellschaft: www.arthur-schnitzler.at


Im prunkvollen Bibliothekssaal von Benediktinerstift Admont

Ein Juwel des Barock trifft auf zeitgenössische Kunst. 70.000 restaurierte Bücher, Deckenfresken und Skulpturen im prunkvollen Bibliothekssaal begegnen Werken von Erwin Wurm, Rudi Molacek und Lois Renner.

Stift Admont

Stiftsbibliothek Admont. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Ein spannendes Konzept zwischen benediktinischer Tradition und kultureller Aktualität, das aus der Auseinandersetzung der Admonter Benediktiner mit der Kunst und Kultur unserer Zeit resultiert. Stift Admont glänzt nicht nur mit der größten Klosterbibliothek der Welt, es hat sich seit 1997 auch zunehmend auf das historisch gewachsene Mäzenatentum der Kirche zurückbesonnen. Mit dem Museum für Gegenwartskunst schaffte Stift Admont so einen modernen Rahmen für Werke von über 100 Künstlern, die jeweils thematisch zu wechselnden Sonderausstellungen zusammengestellt werden. Ergänzend zur laufenden Ankaufstätigkeit lädt ein Artists-in-Residence-Programm Künstler der jüngeren und mittleren Generation ins Stift und zum Schaffen ortspezifischer Kunstwerke ein. Was der Kreativität der Artists in Residence entspringt, geht unter dem Label „Made for Admont“ in die Klostersammlung ein.

www.stiftadmont.at


Kriminächte und Dinner mit Österreichs Krimiautoren

 

Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt und trotzdem blüht hier das Verbrechen. Allerdings nur in den Köpfen der österreichischen Krimiautoren, die damit im Buchhandel für Aufregung sorgen. Schön, dass die jeweiligen Ermittler nicht nur gutes Essen sondern auch die Gerechtigkeit lieben.

 

Alles funkelt und glitzert. Die rund 90 Gäste im Festsaal des malerischen Renaissance-Schlosses Rosenburg unterhalten sich ausgelassen. Die Stimmung ist großartig. Kein Wunder, der dritte Gang eines exquisiten Menüs wird aufgetragen und der dazu gereichte Weinviertler Veltliner schmeckt den Gästen ausgezeichnet. Plötzlich fällt ein Schuss. Unüberhörbar kracht der Kopf eines Gastes vornüber in die gebratene Perlhuhnbrust auf Jungzwiebeln und Kartoffelschiffchen. Stille. Keiner der Gäste wagt es, ein Geräusch zu machen. Nein, das stimmt nicht. Einer sitzt da, blickt sich fast beleidigt um, trinkt einen Schluck und isst noch schnell einen Bissen, bevor er sich daran macht, den Fall zu lösen.

Wer ist dieser Ermittler? Es kann nicht Frau Valensky sein, soviel ist klar, aber ist es Herr Brenner, der „Lemming“, Simon Polt, der „Biermösl“, der Wiener Cheng oder vielleicht doch Willibald Adrian Metzger? So heißen einige der mittlerweile berühmt-berüchtigten Ermittler österreichischer Krimiautoren. Alle haben ihre Eigenheiten und einen differenzierten Charakter, doch bei allen Unterschieden tauchen auch immer wieder Gemeinsamkeiten auf. Kaum einer der Ermittler kann sich zurückhalten, wenn ein gutes Essen vor ihm steht. Sportliche Ermittler, die ihre Fälle auch mit der Kraft ihrer Muskeln lösen, kommen so gut wie nicht vor. Der österreichische Kriminalbeamte oder Detektiv zwischen den Buchdeckeln ist häufig ein unsportlicher Mensch, oft ein Genießer und nicht selten im Zwiespalt mit sich und seiner Umgebung. Dennoch trennt er sehr genau zwischen Recht und Gerechtigkeit. Andere mögen schneller schießen, höher springen oder kräftigere Schläge austeilen, aber wenn Alfred Komareks Held Polt leicht übergewichtig auf seinem Rad durch die Kellergasse eines Weinviertler Ortes fährt, müssen sich die bösen Buben in Acht nehmen. Nichts ist gefährlicher als ein scheinbar hilfloser, österreichischer Ermittler, der nicht zu Abend gegessen hat.

Dafür werden sie von den Lesern geliebt. Die österreichischen Ermittler folgen keinem Schema, sind schräg, oft witzig und tief verwurzelt in ihrer Umgebung. Wer immer auch zu einem österreichischen Krimi greift, wird in den meisten Fällen viel mehr als nur ein Verbrechen serviert bekommen. Der Leser kauft mit dem Buch auch eine Reise in das Herz eines Landstrichs, den Zugang zu diversen Milieus oder Grenzräumen, die er sonst nicht so ohne weiteres betreten hätte können. Die Verbrechen, die hier zwischen den Buchdeckeln aufgeklärt werden, mögen erfunden sein, doch die Schilderungen der Umgebung, der Eigenarten und Ausdrucksformen ist es nicht.

Es ist eine Mischung aus Authentizität und Phantasie, welche die besten österreichischen Krimis zu einer unterhaltenden Reiselektüre macht. Den Menschenschlag, dem man in Alfred Komareks Büchern begegnet, die beschriebene Flora und Fauna kann man auch im realen Weinviertel wiederfinden. Und Wolf Haas hat seine Figur Brenner zwar erfunden, doch wie die Menschen in seinen Krimis sprechen, ist pures Österreich. Wenn Stefan Slupetzky in einem seiner Lemming-Bücher in die Kunstszene eintaucht, dann kann sich der Leser darauf verlassen, dass bis auf die Namen fast alles stimmt. Im Guten wie im Schlechten und nur manchmal leicht überhöht.

Die Filmwirtschaft hat dies erkannt und viele Bücher wurden bereits verfilmt oder kommen demnächst ins Kino, wo sie dem berühmtesten Krimi mit österreichischem Schauplatz „Der 3. Mann“ schon längst Konkurrenz machen. Zwar hat „Der 3. Mann“ den Vorteil, dass man die Originalschauplätze im Wiener Untergrund besuchen kann und die verwinkelten Gänge des Kanalsystems heute noch so beeindruckend sind wie vor 50 Jahren. Am Bildschirm haben die Geschichten von Ernst Hinterberger und Alfred Komarek aber bereits gewonnen. Trautmann und Polt sind zu einem fixen Bestandteil der österreichischen und deutschen Fernsehunterhaltung geworden und treten die legitime Nachfolge des legendären Kottan an. Helmut Zenkers beliebte Reihe wurde übrigens wieder neu aufgelegt und fasziniert die Leser nach wie vor.

Die Beliebtheit der Kriminalliteratur hat auch dazu geführt, dass inzwischen an vielen Orten Österreichs Krimifestivals stattfinden. Vom „Mörderischen Attersee“ bis zur jährlich stattfindenden „Kriminacht“ an 43 Vortragsorten gibt es Krimispannung. Bleibt nur noch eine Frage offen: Wer ist der Ermittler in dem eingangs erwähnten Mordfall „Toter Mann in Perlhuhnbrust auf Jungzwiebeln und Kartoffelschiffchen“? Es ist ein Schauspieler, denn die beschriebene Szene spielt sich live vor Publikum ab. Der Mann ist nicht wirklich tot, aber das fünfgängige Menü und das Schloss sind echt. Die Gäste genießen und rätseln mit der Truppe von „Dinner&Crime“, wer hier der Mörder ist. Kriminelle Unterhaltung auf höchstem Niveau. Viel Vergnügen.


Workshop für Schreibende: machARTen der literatur

An einem See findet der Workshop machARTen der literatur mit dem ebenso originellen wie versierten Autor und Sprachjongleur Friedrich Hahn statt. „Ich biete eine Plattform für alle literarisch Ambitionierten, die ihr Schreiben weiterentwickeln wollen“, sagt Hahn. „Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, jeder findet hier die Tipps und Anregungen, die der eigenen Fantasie auf die Sprünge helfen.“ Schauplatz des Workshops ist der Kohlbacherhof am Altausseer See. Der See wurde ja bereits am Anfang des letzten Jahrhunderts als „Tintenfass“ bezeichnet, in welches Literaten wie Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler oder Jakob Wassermann ihre Federkiele tauchten.

machARTen der literatur
http://members.chello.at/friedrich.hahn/start.htm


 

 

 


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