Berühmte Österreicher und ihre Museen




 

Von Egon Schiele, über Oskar Kokoschka bis zu Sigmund Freud: Lernen Sie Österreichs berühmteste Persönlichkeiten kennen – durch ihre Werke und ihre Wirkungsstätten.

Gustav Klimt

14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien †6. Februar 1918 in Wien

„Wer über mich etwas wissen will, der soll meine Bilder aufmerksam betrachten.“

Gustav Klimts Karriere beginnt früh: Mit 14 erhält der Sohn eines aus Böhmen eingewanderten Goldschmieds ein Stipendium für die Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, in der bald auch sein Bruder Ernst lernt. Nach dem Abschluss, 1883, gründen die beiden eine Ateliergemeinschaft mit dem Mitschüler Franz Matsch und führen etwa zehn Jahre lang zahlreiche dekorative Wand- und Deckengemälde in Palästen, Villen und Theatern aus.

Die historisierenden Bilder sind damals überaus populär und bringen Klimt das Goldene Verdienstkreuz, den Kaiserpreis und die Mitgliedschaft des Wiener Künstlerhauses ein. Heute wäre er allein dafür jedoch wohl praktisch vergessen.

Doch etwa ab 1890 löst er sich zunehmend von der starren akademischen Tradition, sucht nach einem individuellen Stil, wird expressionistischer und entwickelt seine typischen flächigen Ornamente. 1897 tritt er aus dem Künstlerhaus aus und wird Mitbegründer und erster Präsident der Wiener Secession, die den staatlichen Vorgaben an die Kunst den Kampf ansagt.

Im Jahr 1900 erschüttert ein Skandal das Leben des erfolgsverwöhnten Künstlers. Sein Deckenbild „Philosophie“ – ein Auftragswerk für die Aula der Wiener Universität, das auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille gewinnt – stößt auf schroffe Ablehnung bei den Professoren und in der Öffentlichkeit. Das düster- morbide und hocherotische Werk wird als hässlich und pornografisch verhetzt, schließlich kauft er es zusammen mit zwei weiteren Bildern zurück und versetzt die Gemälde privat.

Er überwirft sich mit der Secession und lebt zunehmend abgeschieden, aber produktiv und alles andere als enthaltsam. Er gibt sein Geld mit vollen Händen aus, seine üppigen Abendmahl-Darstellungen sind legendär, seine Modelle entlohnt er fürstlich und zeugt mit einigen von ihnen Kinder. Über seine zahlreichen Beziehungen zu Damen der besseren Gesellschaft wird bis heute viel spekuliert.

Neben hingabevollen Frauenporträts ist er mit Landschaftsbildern erfolgreich, deren eigentümlich flache Wirkung er kreiert, indem er die Motive durch ein Fernglas betrachtet. Trotz seines großen Erfolges wird der Katzenliebhaber von der Kritik noch Jahrzehnte nach seinem Tod meist als dekorativ abgetan. Dabei steht seine kunstgeschichtliche Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Jugendstils außer Zweifel.

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