Gärten und Gartenreisen in Österreich

Wiens barocke Prachtgärten

Weitläufigen Natur- und Erholungsraum bieten auch die Parks und Gärten Wiens. Schloss Schönbrunn und seine barocken Parkanlagen wurden ab 1743 unter Kaiserin Maria Theresia erbaut, seit 1996 gehört das Ensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der riesige Schönbrunner Schlosspark bietet Alleen mit aufwändig geschnittenen Hecken, Statuen, Brunnen, prächtige Blumenbeete, einen Irrgarten und einen japanischen Garten, das größte Palmenhaus Europas (aus dem Jahre 1882), den Aussichtspunkt Gloriette und mit dem Tiergarten Schönbrunn den ältesten noch bestehenden Zoo der Welt. Der Schlosspark Schönbrunn kann von Mitte März bis Ende Oktober auch mit einer Panoramabahn erkundet werden.

Schlosspark Schönbrunn mit Blick auf das Schloss vor einem Gewitter. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Die barocke Gartenanlage, die das Untere mit dem Oberen Belvedere verbindet, wurde um 1700 nach französischem Vorbild entlang einer Mittelachse streng symmetrisch angelegt und mit Bäumen, Hecken, Skulpturen und Wasserspielen ausgestattet. Die schöne Aussicht auf die Stadt mit Stephansdom und Kahlenberg gaben dem Ensemble seinen Namen. Zur Anlage gehört auch einer der ältesten Alpengärten Europas mit mehr als 4.000 Pflanzenarten aus Alpingebieten der ganzen Welt (geöffnet von Ende März bis Anfang August). Im Botanischen Garten nebenan, 1754 unter Maria Theresia gegründet, werden 11.500 Pflanzenarten aus sechs Kontinenten für wissenschaftliche Forschung und Artenschutz kultiviert. Mit seinen alten Bäumen und schönen Wiesen ist der Botanische Garten eine der zahlreichen Naturoasen der Stadt und Lebensraum für heimische Tierarten.

Biotope & Biosphären

Ein Grünareal von rund sechs Quadratkilometern steht den Wienern und ihren Gästen im 2. Bezirk zur Verfügung. Der Prater ist nur drei Kilometer Luftlinie vom Stephansdom entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Das einstige Auland der Donau lädt mit ausgedehnten Wiesen, Wäldern und Gewässern in jeder Jahreszeit zu Spaziergängen, Wanderungen, Joggingrunden und Radtouren ein. Die schnurgerade „Prater Hauptallee“ (1020 Wien), eine über vier Kilometer lange autofreie Allee durch die Grünoase, ist von 2.500 Bäumen gesäumt. Die Kastanien stehen dort in bis zu sechs Reihen, ihre Blüte im Frühjahr ist ein Naturerlebnis für sich.



Weitere Gartenadressen in Wien:

Schloss Belvedere. Oberes Belvedere mit Brunnen. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner


Die Gärten Niederösterreichs

Über ganz Niederösterreich verstreut liegen die Mitgliedsbetriebe der Vereinigung „Die Gärten Niederösterreichs“. 26 Gärten – vom idyllischen Kräutergarten bis zum imperialen Schlosspark. Und das ehrgeizigste Garten Projekt Österreichs überhaupt: Für über 30 Millionen Euro wurde seit 2002 eines der schönsten Barockensembles Europas wieder zum Leben erweckt – das Marchfeldschloss Schloss Hof. Besonders aufwändig gestaltete sich die Wiedergeburt des barocken Prachtgartens von Prinz Eugen, der das Anwesen erbauen ließ.

Schloss Hof. © Österreich Werbung, Fotograf: Reinhard Mandl

Mit seinen riesigen Terrassen, imposanten Wasserspielen, den Brunnenanlagen, den kunstvoll ornamentierten Blumenbeeten, Irrgärten und verzweigten Bosketten zählte der Park schon 1730 zu den schönsten Anlagen der Donaumonarchie. Und er verschlang schon damals immens viel Geld. Über 100 Gärtner waren im Dauereinsatz, um diese Prachtanlage zu pflegen. Mit viel Aufwand und Einsatz wurde der vollkommen verloren gegangene, 16 Hektar große Garten (sowie der danebenliegende 5 Hektar große Meierhof) original wieder aufgebaut. Die Rekonstruktion erfolgte mit Hilfe archäologischer Grabungen, alter Pläne und historischer Pflanzenlisten aus der Barockzeit.

(c) Schloss Hof/Lois Lammerhuber

Die Gärten Niederösterreichs
Dachmarke zu 26 Gärten, Infos und Fotomaterial
www.diegaerten.at


Kamptalgärten im Kamptal

Die Kamptalgärten umfassen 19 Grün-Oasen in Niederösterreich.

Im Kamptal haben Gartenfreunde viel zu sehen: Da wartet in Grafenegg ein eindrucksvoller englischer Garten, in dem man auch picknicken kann. Im Kloster Stift Altenburg wurde der Garten der Religionen angelegt, der mithilfe zeitgenösssischen Garten-Designs die großen Weltreligionen darstellt. Der Heilkräutergarten in Maissau bringt einen Überblick über die heimischen Heil- und Würzkräuter. Und in Elsarn wurde unter archäologischen Gesichtspunkten ein Nutzpflanzengarten der Germanen rekonstruiert. Für die Kittenberger Erlebnisgärten wurden 1,5 Hektar Land in 23 Themengärten verwandelt, und die Arche Noah in Schiltern rettet in einem Barockgarten gefährdete Pflanzen und Saatgut. Alle Entfernungen zwischen den grünen Oasen des Kamptals sind kurz, manche sind sogar per Rad zu bewältigen.

www.diegaerten.at

Grafenegg. © Niederösterreich-Werbung/Rita Newman


Der Historische Hofgarten Stift Seitenstetten

Das Benediktinerstift Seitenstetten ist seit langem ein Treffpunkt für Liebhaber von Natur, Kunst und Kultur. Neben der Architektur und den Kunstschätzen ist vor allem der Historische Hofgarten ein Anziehungspunkt. Der in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts revitalisierte Barockgarten beheimatet heute eine Fülle von Themengärten.

Die ersten Darstellungen des umschlossenen Hofgartens im Stift Seitenstetten stammen aus dem Barock. Zeugnis jener Zeit sind die schützende Gartenmauer, das schmiedeeiserne Eingangstor, die lange Mittelachse, die beiden Brunnen und Sandsteinvasen. Die Millenniumsfeiern des Jahres 1996 waren Anlass, eine Revitalisierung der Anlage in Angriff zu nehmen.

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