Wien – gut essen, übernachten & einkaufen

Typische Wiener Gasthäuser, traditionsreiche Unterkünfte mit Flair und die besten Einkaufsadressen für das typisch Wienerische, das Besondere und Regionale: Edles, qualitativ Hochwertiges und lokal Gefertigtes statt Massenware.

Gut essen

Typische Wiener Gasthäuser, die berühmten Beisln und Orte, an denen sich auch die Wiener gerne niederlassen, wenn sie gut essen und trinken möchten: Lesen Sie nach, wo sich in Wien das Einkehren lohnt!

Wirtshaus Gmoakeller – Wiener Küche zu leistbaren Preisen

Das Lokal selbst ist legendär: 1858 eröffnet, wurde es in der Nachkriegszeit 40 Jahre lang von zwei Schwestern geführt, und viele bekannte und weniger bekannte Wiener Künstler gingen hier ein und aus. Als die Wirtin Grete Novak im Jahr 1999 verstarb, widmete ihr sogar die „New York Times“ einen Nachruf. Seither wird das Lokal von Sebastian Laskovsky geführt – als traditionelles Wiener Wirtshaus mit hohem Qualitätsanspruch. Im nach wie vor original erhaltenen Ambiente und im Keller, der vor einigen Jahren als Gastraum adaptiert wurde, werden all jene Köstlichkeiten angeboten, die zur Wiener Küche gehören: von der Tafelspitzsulz mit Kernöl und Zwiebeln über die gebackene Leber mit Mayonnaisesalat und dem Blunz’ngröst’l bis hin zum Wiener Zwiebelrostbraten. Das alles wird in klassischer Manier zubereitet und zu leistbaren Preisen serviert. Daneben trägt man aber auch saisonalen Gegebenheiten Rechnung: Im Mai etwa steht der Spargel auf der Speisekarte, zu Martini das Gansl – natürlich mit dem traditionellen „Staubigen“. Wer lieber einen schon fertigen Wein trinkt, wird auf der tadellos sortierten Weinkarte ebenfalls problemlos fündig.

Kontaktdaten

Wirtshaus Gmoakeller, Am Heumarkt 25, 1030 Wien. www.gmoakeller.at




Zum Huth – mit besonderer Bierkultur

Der Huth ist das beste Beispiel für ein zeitgemäßes Wiener Wirtshaus: modern im Erscheinungsbild, aber klassisch in der Küche.

Eigentlich betreiben Gabi und Robert Huth ja ein kleines Gastro-Imperium mitten in der Stadt, zu dem vier Lokale gehören, denen eines gemeinsam ist: die hohe Qualität des Dargebotenen. Da sind das „da moritz“, ein „Italiener“ mit fantastischer Pizza und einer ebensolchen „Bistecca Fiorentina“, zu der man unter anderem hausgemachte Pommes frites in der Papiertüte serviert, im „Grill House da max“ gibt es Burger und anderes aus dem Josper-Holzkohlegrill; im „Huth-Stadtgasthaus“ legt man Wert auf eine besondere Bierkultur samt dazupassender Wiener Küche. Im Stammhaus schließlich, der „Huth-Gastwirtschaft“, einem hellen, modern eingerichteten Lokal mit hohen Fensterbögen, ist man küchenmäßig sowohl der Tradition als auch der Qualität verpflichtet.

Stets findet man Klassiker wie Grammelknödel auf warmem Fasskraut, Beef tatare, ausgelöstes Wiener Backhendl, Tafelspitz oder Powidltascherln auf der Karte. Ergänzt wird dieses Angebot durch monatlich wechselnde, saisonale Schwerpunkte – von Spargel über Wild bis zum Gansl um Martini. Bestens begleitet werden diese Genüsse nicht nur durch ein perfekt gezapftes Bier, sondern auch von größtenteils heimischen Weinen aus der tadellos sortierten Weinkarte.

Kontaktdaten

Gastronomie zum Huth, Schellinggasse 5–6, 1010 Wien. www.zum-huth.at


Gourmet-Gasthaus Freyenstein

Das Gourmet-Gasthaus Freyenstein glänzt durch die Genialität von Koch Meinrad Neunkirchner. Der verwendet für seine Gerichte am liebsten selbstgesammelte Wildkräuter und lässt sich auch beim Kochen zuschauen.

Der als großer Koch gefeierte Meinrad Neunkirchner schreibt Kochrezepte und -bücher, ist durch seine Verwendung von (selbst)gesammelten Wildkräutern bekannt und führt Regie im Gourmet-Gasthaus Freyenstein. Sitzt man im Sommer im Gastgarten, vielleicht unter dem schönen Maulbeerbaum, kann man ihm durch ein großes Fenster sogar dabei zusehen, wie er seine fast täglich wechselnden Menüs mit kleinen Köstlichkeiten zubereitet. Dies können genial einfache Sachen wie ein Minitoast mit Fenchelsalami und Emmentaler oder eine würzige Mini-Käsekrainer vom Biohof Labonca sein. Meist werden zwei Gänge zusammen serviert, den Auftakt bilden zum Beispiel reife Ochsenherz-Paradeiser, serviert mit Basilikum, Vogelmiere und Hollerblütenessig, begleitet von mariniertem Camarguereis mit Eierschwammerln, Haselnuss und Rote-Rüben-Ragout. Als Fleischgang lassen Maishendl mit Erdäpfel-Spinatpüree und Portulak oder Sommerbock mit glasierten Navetten, Preiselbeeren und Beifuß keine Wünsche offen. Die Kompositionen sind meist mit den selbstgesammelten Wildkräutern abgerundet. Zum Abschluss gibt es beispielsweise Rohmilchweichkäse mit schwarzer Nuss und rotem Holler oder eine süße Variation.

Kontaktdaten:

Gourmet-Gasthaus Freyenstein, Thimiggasse 11, 1180 Wien. www.freyenstein.at


Restaurant Eckel mit einem der schönsten Gastgärten Wiens

Längst ist „der Eckel“ zu einer Wiener Institution geworden. Einmal, weil der Großvater der heutigen Wirtin, Hans Eckel, schon im Jahr 1931 ein berühmt gewordenes Standardwerk über die österreichische Küche mit dem Titel „Was koche ich heute?“ verfasst hat. Andererseits, weil man hier seit Jahrzehnten die Tradition gepflegter Gastlichkeit und guter Küche hochgehalten hat. Gut heißt aber nicht zwangsläufig nur regional – ganz im Gegenteil: Hier isst man zwar ein Kalbsbutterschnitzel mit Erdäpfelpüree, das von Insidern als das beste der Stadt bezeichnet wird, doch im Fischkalter schwimmen auch immer ein paar Hummer herum. Und so tummeln sich auf der Speisekarte in trauter Eintracht Forelle blau, Kalbsgulasch mit Butternockerln oder Erdäpfelsuppe mit Steinpilzen neben Hummercocktail, Gänseleberterrine und Entenbrust.

In der Zubereitung fühlt man sich der Klassik verpflichtet, schielt nicht nach neuen Moden, sondern macht das, was man kann, einfach gut. Ebenso legendär wie das Lokal selbst ist der Weinkeller, in dem man nicht nur die heimischen Spitzengewächse, sondern auch Bordeaux, Burgunder und Co in beachtlicher Jahrgangstiefe und zu stets fairen Preisen findet. Und all das genießt man in einem der schönsten Gastgärten Wiens. Im Schatten seiner mächtigen Lindenbäume lässt sich so manch heißer Sommertag angenehm verbringen.

Kontaktdaten

Restaurant Eckel, Sieveringer Straße 46, 1190 Wien. www.restauranteckel.at


Café-Restaurant Giorgina – gutes Angebot für Vegetarier

Versteckt in einer ruhigen Seitenstraße der Herrengasse und unweit der Minoritenkirche befindet sich das Giorgina. Durch die konstant hohe Qualität, die täglich wechselnde Speisekarte und den angenehmen Service hat sich dieses Restaurant treue Stammgäste erkocht.

Die Speisekarte wartet mit einer überschaubaren Auswahl an vegetarischen und fleischigen Gerichten auf. Das Giorgina bietet seinen Gästen viel frisches, gut zubereitetes saisonales Gemüse, Vegetarier fühlen sich hier umgehend wohl. Herrlich schmecken die knusprig gebackenen, auf Salat gebetteten Steinpilze oder das marinierte Gemüse mit Büffelmozzarella. Auch Rindsuppe mit klassischen Einlagen wie Fleischstrudel oder Frittaten findet sich auf der Speisekarte. Wie wäre es mit Eierschwammerl-Risotto oder einer Rucola-Polenta mit Steinpilzen und Frischkäse? Wiener Klassiker wie Hühnerleber und Tafelspitz dürfen natürlich nicht fehlen. Hervorragend schmeckt der geschmeidig gebratene Rücken vom Mangalitzaschwein, der sich saftig mit dem Marchfelder Spargel am Teller präsentiert. Für einen süßen Abschluss sorgt die – wenn auch überschaubare – Nachspeisenauswahl. Sie bietet beispielsweise hausgemachten Apfelstrudel oder Amaretto-Panna-cotta.

 Kontaktdaten:

Café-Restaurant Giorgina, Bankgasse 2, 1010 Wien. www.giorgina.at


Labstelle – für Fans von selbstgebackenem Brot

Das in einem Durchhaus zwischen Lugeck und Wollzeile versteckte Lokal ist mit ausgesuchten Designklassikern eingerichtet und überzeugt durch freundlichen Service. Die Küche aus der Hand von Kristijan Bacvanin versteht es, aus regionalen Zutaten inspirierte Gerichte zu formen, die auf erfrischende Art mit der Wiener Küche spielen. Vieles ist selbst aus regionalen Zutaten zubereitet, das köstliche Brot wird in nicht weniger als acht Variationen selbst gebacken, Sauergemüse wird selbst eingelegt oder fermentiert. Fisch kommt vom Züchter Franz Hengl aus Wagram, Gemüse aus der herausragenden Wiener Gärtnerei Bach, der Ziegenkäse von Helwin Hinke aus dem Wienerwald. Daraus wird etwa eine tolle Vorspeise aus Paradeisern, aufgeschlagenem frischem wie auch geräuchertem Ziegenkäse und Stangensellerie geformt, die hübsch anzusehen ist und ganz köstlich nach Sommer schmeckt.

Eine aufwändige vegetarische Hauptspeise kombiniert Kohlrabi, frisch gepulte Erbsen, Kräuter und eine köstliche Lavendelemulsion. Aber es gibt auch einfache Genüsse, wie beispielsweise ein Wadlgulasch mit Nockerln und selbst eingelegter Sauergurke. Beim Dessert führt kaum ein Weg am mächtigen Schneenockerl mit Vanillesauce und hausgemachtem Himbeersorbet vorbei. Auch die Weinauswahl ist reichhaltig und harmoniert mit den Gerichten. Gastgarten im Innenhof.

Kontaktdaten:

Labstelle, Lugeck 6, 1010 Wien. www.labstelle.at


Glacis Beisl – an der Stadtmauer mit romantischem Gastgarten

An der alten Wiener Stadtmauer liegt ein wenig versteckt dieses Lokal, das mit seinem romantischen Garten beliebter Treffpunkt für ein bunt gemischtes Publikum ist.

An die 300 Jahre sind die Gemäuer alt – und was heute das bestens frequentierte MuseumsQuartier ist, wurde in der Kaiserzeit für die Hofstallungen und militärische Einrichtungen genutzt. Benannt ist das Lokal, das schon seit der Nachkriegszeit als Stadtheuriger bestand, nach dem „Glacis“, einer freien Fläche vor den historischen Stadtmauern. Heute hat hier eine moderne Gastronomie Einzug gehalten, in der man auf eine entstaubte und da und dort erneuerte Wiener Küche setzt. Da darf natürlich das klassische Gulasch mit Kaisersemmel ebenso wenig fehlen wie das Kalbsbutterschnitzel oder Gekochtes, Gemischtes vom Waldviertler Bio-Rind mit seinen Beilagen. Firm ist man aber auch bei allen angenehmen Nebengeräuschen der Kulinarik – vom sauber gezapften Bier über eine Edelbrandauswahl bis hin zur ambitioniert zusammengestellten Weinkarte.

Kontaktdaten

Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien. www.glacisbeisl.at


Zu den drei Hacken – wo schon Schubert und Nestroy tafelten

Bekannte Künstler wie Franz Schubert, Johann Nestroy oder Moritz von Schwind haben hier schon getafelt, gezecht, komponiert oder skizziert. Und sie wussten offensichtlich, dass in den „Drei Hacken“ gut zu sitzen und essen ist. Wenig hat sich seither am Erscheinungsbild dieses traditionsreichen Hauses mit seinen schönen Gewölben verändert. Und auch die Küche ist klassisch: Was soll man denn auch noch besser machen an einem knusprigen Schweinsbraten mit Kraut und Knödel, Kalbshirn gebacken mit Erdäpfelsalat, gerösteten Nierndln mit Petersilerdäpfeln oder dem typischen Fiakergulasch mit Semmelknödel, Spiegelei, Würstel und Gurkerl? Ja, man kann hier fast so speisen wie zu Schuberts Zeiten – nur die Weine sind sicherlich wesentlich besser geworden und hier in reicher nationaler und internationaler Auswahl vorhanden.

Dafür sorgt Josefine Zawadil, die außerdem im Weinhandel tätig ist, was sich im unweit vom Stammhaus gelegenen „Drei Hacken Magazin“ noch deutlicher erkennen lässt. Da schlendert man durch die Weinregale, sucht sich den passenden Tropfen selbst aus und genießt ihn im Lokal.

Kontaktdaten

Gasthaus Zu den drei Hacken, Singerstraße 28, 1010 Wien. www.vinum-wien.at


Zum Schwarzen Kameel – Beinschinken mit Kren im Jugendstil-Ambiente

Das Schwarze Kameel ist mit dem Gründungsjahr1618 eine längst nicht mehr wegzudenkende Wiener Institution.

Ursprünglich war in dem Haus Bognergasse 5 eine „Gewürzkrämerei“ zu Hause, die der Besitzer, Johan Baptist Cameel, nach dem Erwerb im Jahr 1618 „Zum Schwarzen Kameel“ nannte – was das zweite „e“ im Namen erklärt. Auch wird die Lokalität noch heute „Zum Stiebitz“ genannt, was wiederum an eine Besitzerfamilie erinnert, die hier zwei Jahrhunderte lang wirkte. Wie zu allen Zeiten ist das „Kameel“ auch heute noch Treffpunkt für ein ebenso illustres wie buntes Publikum: von der Wiener Prominenz und Gesellschaft bis hin zu Touristen, die wenigstens einmal das Flair des wunderschönen und original erhaltenen Jugendstil-Ambientes atmen wollen. Die Besitzerfamilie Friese betreibt ein Restaurant und eine Imbiss- und Feinkostabteilung mit einer Vielzahl eigener Produkte. Legendär ist der handgeschnittene Beinschinken, den man hier gerne mit Kren, Schwarzbrot und einem Glas Wein genießt. Feiner geht es natürlich im Restaurant zu, wo unter der kundigen Leitung von Maître Johann Georg Gensbichler – seines Zeichens nicht nur Wein-, sondern auch Käsesommelier – Klassiker der Wiener und internationalen Küche kredenzt werden. Dazu schöpft man aus einem Weinkeller mit rund 800 verschiedenen Etiketten.

Kontaktdaten

Zum Schwarzen Kameel, Bognergasse 5, 1010 Wien. www.kameel.at


Ausgewählte Heurige in Wien

 Christ

Modernes Weingut mit 400-jähriger Tradition. Die Weine sind wohl eine der besten der Stadt.

Amtsstraße 10-14, 1210 Wien, Tel. +43-1-292 51 52; www.weingut-christ.at

Edlmoser

Seriensieger bei Verkostungen, tolles Buffet

Lange-Gasse 123, 1230 Wien, Tel. +43-1-889 86 80; www.edlmoser.at

Fuhrgassl-Huber

Renommierter Großheuriger. Tipp: der Riesling vom Nussberg.

Neustift am Walde 68, 1190 Wien, Tel. +43-1-440 14 05; www.fuhrgassl-huber.at

Göbel

Tolles Ambiente in der einzigen Kellergasse von Wien. Die Rotweine sind spitze.

Stammersdorfer Kellergasse 131, 1210 Wien, Tel. +43-1-294 84 20; www.weinbaugoebel.at

Hengl-Haselbrunner

Interessante Weißweine und Rotweine –sehr gute Küche.

Iglaseegasse 10, 1190 Wien, Tel. +43-1-320 33 30; www.hengl-haselbrunner.at

Kierlinger

Traditioneller Heuriger in historischem Umfeld – der Liptauer ist eine Versuchung.

Kahlenberger Straße 20, 1190 Wien, Tel. +43-1-370 22 64; www.kierlinger.at

Mayer am Pfarrplatz

Hier genoss schon Beethoven ein gutes Glas Wein – ein Muss für den Wien-Besuch. Tipp: Der schöne Altwein-Keller ist bei Weinführungen oder -verkostungen zugänglich.

Pfarrplatz 2, 1190 Wien, Tel. +43-1-370 33 61, ab 16 Uhr +43-1-370 12 87; www.pfarrplatz.at

Schilling

Vorreiter aktueller Weinkultur beim Heurigen. Tipp: Verkosten Sie unbedingt die hausgemachten Brat-, Blut- und Leberwürste.

Langenzersdorfer Straße 54, 1210 Wien, Tel. +43-1-292 41 89; www.weingut-schilling.at

Wieninger Heuriger

Ausgezeichnete Küche und ebensolche Weine – der Wieninger ist ein Heuriger wie aus dem Bilderbuch.

Stammersdorfer Straße 78, 1210 Wien, Tel. +43-1-292 41 06; www.heuriger-wieninger.at

Weingut Wieninger

Architektonisch gelungene Kombination von Alt und Neu, Kellerführungen, Verkostungen und Ab-Hof-Verkauf werden angeboten.

Stammersdorfer Straße 31, 1210 Wien, Tel. +43-1-290 10 12, www.wieninger.at

Winzerhof Leopold

Freundliches Ambiente mit hellem Holz, leckeres Buffet. Besonders die Rotweine sind eine Empfehlung.

Stammersdorfer Straße 18, 1210 Wien, Tel. +43-1-292 13 56; www.winzerhof-leopold.at

Wiltschko

Die Weinlounge in den Weingärten – ein Heuriger der neuen Art. Dazu gibt es leichte Küche und feine Weine.

Wittgensteinstraße 143, 1230 Wien, Tel. +43-1-888 55 60; www.weinbau-wiltschko.at

Zahel

Heuriger mit guter Restaurantküche und ausgezeichneten Rotweinen aus Mauer, außrdem sowie Weißwein von Spitzenlagen am Nussberg.

Maurer Hauptplatz 9, 1230 Wien, Tel. +43-1-889 13 18; www.zahel.at

 

Alle Mitgliedsbetriebe der Qualitätsplattform „Der Wiener Heurige“ findet man auf: www.wienerwein.at

Öffnungszeiten aller Wiener Heurigen

Wiener Heurigenkalender: Übersicht der Wiener Heurigen und deren Öffnungszeiten.
www.wienerheurige.at


Melange, Buchteln und Literatur: das Wiener Kaffeehaus

Für Wien-Besucher ist es eine Attraktion, für Anrainer ein zweites Wohnzimmer, für Künstler und Literaten eine Institution: das Wiener Kaffeehaus. Seit 2011 zählt die Wiener Kaffeehauskultur sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Thomas Bernhard hat seine Liebe zum Kaffeehaus in „Wittgensteins Neffe“ auf seine unvergleichliche Art beschrieben: „Das typische Wiener Café, das in der ganzen Welt berühmt ist, habe ich immer gehasst, weil alles in ihm gegen mich ist. Andererseits fühlte ich mich jahrzehntelang, gerade im Bräunerhof, das immer ganz gegen mich gewesen ist (wie das Hawelka), wie zu Hause, wie im Café Museum, wie in anderen Kaffeehäusern von Wien.“

Wiener Kaffeehäuser mit (literarischer) Tradition:

  • Bellaria: Jugendstil-Café, fallweise Live-Musik-Veranstaltungen, Bellariastraße 6, 1010 Wien, Tel. +43-1-523 53 20, www.cafebellaria.at
  • Bräunerhof: Thomas Bernhards Stammcafé hat immer noch Stil. Sa, So, Ftg spätnachmittags Damentrio. Stallburggasse 2, 1010 Wien, Tel. +43-1-512 38 93, www.braeunerhof.at
  • Central: Tradition, neu belebt. Klaviermusik täglich 17-22 Uhr. Herrengasse/Strauchgasse, 1010 Wien, Tel. +43-1-533 37 63–61, www.palaisevents.at
  • Daniel Moser: Szenelokal am Standort des ersten Wiener Kaffeehauses. Rotenturmstraße 14, 1010 Wien, Tel. +43-1-513 28 23 www.danielmoser.at
  • Hawelka: Nach wie vor ein Künstlerlokal, wunderbar schäbig. Buchteln! Dorotheergasse 6, 1010 Wien, Tel. +43-1-512 82 30, www.hawelka.at
  • Landtmann: Politiker und Künstler sind Stammgäste im Haus neben dem Burgtheater. Universitätsring 4, 1010 Wien, Tel. +43-1-241 00-100, www.landtmann.at
  • Ministerium: Das typische rot-plüschige Interieur diente schon öfter als Filmkulisse. Georg-Coch-Platz 4, 1010 Wien, Tel. +43 (1) 512 92 25, http://www.cafeministerium.at
  • Sperl: Viel gerühmt und oft ausgezeichnet, Kaffeehausromantik im schönsten Sinn. Gumpendorfer Straße 11, 1060 Wien, Tel. +43-1-586 41 58, www.cafesperl.at
  • Weimar bei der Volksoper: Ein Treff für Publikum und Künstler der Volksoper. Währinger Straße 68, 1090 Wien, Tel. +43-1-317 12 06, www.cafeweimar.at

Gut übernachten in Wien

8 Hotels, die ein bisschen anders sind: Unterkünfte mit Flair und/oder einem besonderen Design- oder Kunstangebot.

The Guesthouse Vienna – das Hotel als Wohnzimmer

Hast du Freunde in Wien, dann lade sie ins Hotelzimmer ein – sie sind herzlich willkommen. Das  Boutiquehotel The Guesthouse Vienna konzipierte der britische Star-Designer Terence Conran als Wohnzimmer. Diesen Gedanken verfolgte er konsequent von der Rezeption bis zum Restaurant.

Schräg vis-à-vis von der Albertina und nur fünf Minuten vom Stephansplatz entfernt befindet sich das Designhotel mit Conciergeservice, das sich wie eine private Wohnung anfühlt. Die Rezeption ähnelt einem Empfangssalon, und in den modernen, aber doch wohnlich eingerichteten Zimmern fühlt man sich wirklich wohl. Die auskragenden Fenster sind als gemütliche Sitznischen konzipiert, darin findet sich sogar eine kleine Auswahl an Bestseller-Büchern. Am besten man nimmt darin Platz, schenkt sich ein Gläschen österreichischen Wein ein – jedes Zimmer ist mit einem Weinklimaschrank, bestückt mit vier verschiedenen heimischen Weinen, einer Minibar und Espressomaschine ausgestattet – und beobachtet das bunte Treiben zwischen Albertina und Staatsoper.

Einzelne Designklassiker von Wittmann und Oswald Haerdtl oder der Freischwinger-Stuhl „Nr. 2“ von Friedrich Kiesler sorgen zusätzlich für mondänes Wohngefühl. Molton-Brown-Pflegeprodukte und handgemachte organische Seifen von Lederhaas verwöhnen den Körper. Für einen erholsamen Schlaf sorgt ein ätherisches Pillow-Spray. Beim Betreten des Hauses fällt der erste Blick auf die Brasserie und die Bäckerei – eine Kooperation mit dem prämierten Holzofenbäcker Gragger & Cie. Frisches Brot und Gebäck gibt es nicht nur zum À-la-carte-Frühstück, das zu jeder Tageszeit serviert wird, es wird auch über die Gasse verkauft. Serviert werden leichte und gesunde Gerichte, zubereitet mit hochwertigen regionalen Zutaten. Der Küchenchef achtet bei der Speisenwahl auf Tradition und deren zeitgemäße Interpretation und serviert eine sämige Schwarzwurzel-Kartoffelsuppe mit Räucherkarpfen oder die Entenbrust mit Rote-Rüben Gnocchi. Das Thema Wien ist kulinarisch vertreten durch die Bouillon vom Rind mit Petersiliengrießknödel, dem Wiener Schnitzel mit Erdäpfel-Vogerlsalat sowie dem Fiakergulasch mit Serviettenknödel und Wachtelspiegelei.

Kontaktdaten

The Guest House Vienna, Führichgasse 10, 1010 Wien. www.theguesthouse.at


Boutiquehotel Stadthalle – das erste Null-Energie-Bilanz-Hotel der Welt

Am Anfang stand der Wille, einen Beitrag zu einer intakten Umwelt zu leisten. Doch im Laufe der Renovierungsarbeiten wurde Eigentümerin Michaela Reitterer bewusst, dass sie aus dem traditionsreichen Haus ein Vorbild für nachhaltigen Tourismus machen könnte. Mit der Realisierung dieses Traumes erbringt sie den Beweis, dass Klimafreundlichkeit keinesfalls mit einem Verlust von Komfort oder Design einhergehen muss.

Dank der Photovoltaikanlagen, des ausgeklügelten Bewässerungssystems für Garten und Lavendelfeld, des Zubaus in Passivhausbauweise und vieler weiterer Feinheiten schafft es das Boutiquehotel Stadthalle, mehr Strom zu erzeugen, als es benötigt. Im Stammhaus mit 48 Zimmern, dass das Null-Energie-Bilanz-Hotel komplettiert, ist jedes Zimmer unterschiedlich eingerichtet. Für wiederkehrende Gäste oder solche, die mit dem Zug oder Fahrrad anreisen, gibt es 10 Prozent Ermäßigung.

Boutiquehotel Stadthalle, Hackengasse 20, 1150 Wien. www.hotelstadthalle.at


Hollmann-Beletage – Wohnzimmer für Weitgereiste

Gerade einmal 25 Zimmer (die meisten davon mit großen, offenen Bädern) zählt das Hollmann-Beletage. Nicht viele – und dennoch genug, um der Hauptstadt-Hotellerie einen neuen Akzent zu verleihen. Denn das Hollmanns, benannt nach seinem Gründer Robert Hollmann – einem ehemaligen Koch, Bäcker und Schauspieler – ist einfach anders und individueller als andere Häuser. So trifft man sich hier zum Beispiel nicht in einer anonymen Lobby, sondern im „Wohnzimmer“ mit Klavier und Bibliothek. Und statt der allmorgendlichen Schlacht am Buffet wird im kleinen, küchenartigen Speisesaal ein mehrgängiges Frühstücksmenü serviert.

Wer will, kann im eigenen Heimkino mit Freunden einen Filmabend verbringen, auf der Dachterrasse relaxen oder im Mini-Spa (von Stammgästen ebenso liebevoll wie wienerisch auch gerne „Spa-tscherl“ genannt) saunieren und dabei den Flammen im Kamin zuschauen. Dazu kommt, nur eine Ecke weiter, Hollmanns Salon, ein mit einer Haube gekröntes Restaurant, das sich ebenso unkonventionell wie das Hotel präsentiert und in Wiens schönstem barockem Innenhof untergebracht ist. Biologisch, regional, saisonal: Dies sind die drei Säulen der Küchenlinie.

All das plus der einzigartigen Lage in der Altstadt, nur zwei Gehminuten vom Stephansdom entfernt, war sogar der „New York Times“ eine lobende Erwähnung wert. Die größte Ehre haben dem Haus jedoch die als kritisch bekannten Einheimischen erbracht. Weil so viele Wiener einmal eine Nacht im Hollmann-Beletage verbringen wollten, wurde eigens für sie ein Package namens „Viennese Lovers“ aufgelegt. Darin enthalten: Übernachtung, Candle-Light-Dinner, Prosecco, Blumen und ein Langschläfer-Frühstück im Zimmer.

Kontaktdaten

Hollmann-Beletage, Köllnerhofgasse 6, 1010 Wien. www.hollmann-beletage.at


Hotel Rathaus Wein & Design – ein Haus für Wein-Liebhaber

Der Salzburger Haubenkoch Klaus Fleischhaker betreibt in Wien ein Hotel, in dem sich alles um den Wein dreht.

Jedes der 39 individuell eingerichteten Doppelzimmer wurde einem österreichischen Top-Winzer gewidmet. Diese bestücken die ungewöhnliche Minibar auf „ihrem“ Zimmer mit ihren besten Weinen – und so kann man in intimer Atmosphäre edle Tropfen etwa von F. X. Pichler oder dem Weingut Umathum, Tement oder Bründlmayr verkosten. In der hoteleigenen Weinlounge wird jeden Monat ein neuer Winzer vorgestellt, und die Gäste können über Wein, Wien und Winzer plaudern. Auch schon früh am Morgen darf es Wein in Form von Weinkäse, Weingelee und Weingugelhupf sein. Das Hotel ist berühmt für sein Frühstück, deshalb sollte man sich während eines zwei- oder dreitägigen Aufenthalts zumindest einmal dafür reichlich Zeit nehmen. Für den eiligen Business-Gast gibt es Kipferl und Coffee to go zu günstigen Preisen.

Kontaktdaten

Hotel Rathaus Wein & Design, Lange Gasse 13, 1080 Wien. www.hotel-rathaus-wien.at


Der Wilhelmshof – umweltfreundlich übernachten im Kunsttempel

Der Wiener Pigmentkünstler TyWaltinger setzte die künstlerischen Akzente im Wilhelmshof, der seit drei Generationen im Familienbesitz ist, als Vier-Sterne-ART-Hotel geführt wird und über die größte Solaranlage der Wiener Hotellerie verfügt.

Der Wilhelmshof, dessen Namensgeber der bedeutendste Admiral der österreichischen Kriegsmarine, Wilhelm von Tegetthoff, ist, liegt exakt zwischen Prater und Innerer Stadt, und ist das einzige von Künstlerhand gestaltete Hotel Wiens. Der österreichische Künstler Ty Waltinger bediente sich bei der Gestaltung des Hotels wie in all seinen Werken der intensiven Leuchtkraft natürlicher Farbpigmente.

Kein Zimmer gleicht dem anderen, auffallend sind die individuell bemalten Lampenschirme sowie die Raumbilder. Es empfiehlt sich, statt des Lifts einmal die Treppe zu nehmen, um das Kunstprojekt „5 steps to heaven“ zu sehen, in dem der Künstler die fünf Halbstöcke des Hotels kreativ in Szene setzte. Der „gARTen“, eine grüne Wohlfühloase inmitten der Stadt, lädt dazu ein, sein Frühstück – am Buffet findet man viele regionale Produkte – unter Ty Waltingers acht Meter langem efeuumranktem „prozessualen Werk unter Natureinflüssen“ zu genießen oder an lauen Sommerabenden den Tag mit einem kühlen Bier ausklingen zu lassen. Dazu serviert werden auch kleine Kaffeehausgerichte wie Sacherwürstel oder Schinken-Käse-Toast. Das umweltbewusste Kunsthotel trägt das Österreichische Umweltzeichen, ist Mitglied der „Fabelhaften Hotels“, der Private City Hotels und der Sleep-Green-Hotels, einem Verbund von individuellen Hotels, die den Anspruch von Gästen erfüllen, die umweltfreundlich und ohne auf Komfort zu verzichten übernachten möchten.

Kontaktdaten

Kunsthotel Wilhelmshof, Kleine Stadtgutgasse 4, 1020 Wien. www.derwilhelmshof.com


Hotel Schwalbe – Opernball auf Wunsch inklusive

Es gibt sie noch, die kleinen, liebevoll und familiär geführten Stadthotels, in denen man sich gleich wie zu Hause oder wie bei guten Freunden fühlt. Eines davon ist die Schwalbe in Wien.

Nur ein paar Minuten dauert die Fahrt mit der nahe gelegenen U3 bis zum Stephansdom. Ebenso kurz ist man zu Fuß in den Wienerwald unterwegs. City-Flair oder Ruhe und Erholung ? Den Gästen im Hotel Schwalbe im 16. Wiener Bezirk liegt die Stadt zu Füßen und die Natur im Rücken. Und das macht die Entscheidung an manchen Tagen so schwer, dass man nach dem Frühstück einfach im lauschigen Innenhof oder im „erdbeerfrischen“ Speisesaal sitzen bleibt, um nichts weiter zu tun, als dieses Haus zu genießen. Denn die Schwalbe bietet all das, was man sich als Städtereisender wünscht: erstklassige Lage, stimmungsvolles Ambiente, freundliches, hilfsbereites Personal, ruhige, geschmackvolle Zimmer und mitunter sogar ein kleines, aber feines Abendprogramm, wenn man mal keine Lust auf Ausgehen hat. So wird im hoteleigenen Kultursalon z. B. Kaffeehausliteratur zum Besten gegeben, oder aber die Wiener Salon Schrammeln intonieren wohlbekannte Walzermelodien und Heurigenlieder.

Interessant sind außerdem die Packages des Hauses: Ob frischverliebt, sportlich oder mit Freunden unterwegs – das Schwalbe-Team bietet jede Menge maßgeschneiderte Offerte. Besonderes Highlight: Das Opernball-Paket mit zwei Übernachtungen und Eintrittskarten für den heißbegehrten und immer sofort ausverkauften Ball der Bälle. Tipp: Opernball-Paket rechtzeitig vorbestellen!

Kontaktdaten

Hotel Schwalbe, Degengasse 45, 1160 Wien. www.hotelschwalbe.com


25 hours Hotel beim Museumsquartier

Von der Dachterrasse hat man eine der schönsten Aussichten über Parlament, Rathaus und die gesamte City!

Am besten, Sie vergessen einfach alles, was Sie bisher an Stadthotels gesehen haben. Denn das 25 hours in Wien ist anders. Es spielt mit den Träumen und Sensationen der Circuswelt. Der gemütliche „Dachboden“ mit Flohmarkt-Fundstücken, Longtable und schweren Sofas beherbergt eine Lounge-Bar. In dieser multifunktionalen Lounge wird morgens gefrühstückt, tagsüber ist Business angesagt, und abends genießen die Gäste bei Cocktails und DJ-Klängen die blaue Stunde.

Kein Zimmer gleicht dem anderen: Sie folgen einem betont fröhlichen Farbkonzept und wurden durch Wand-Illustrationen von Olaf Hajek und ausgewählte Designelemente zu Unikaten. Ein Highlight sind die Suiten im fünften Stock mit privater Terrasse inklusive Freiluft-Badewanne. Wer es lieber wärmer hat, kann nach einem Tag in der Stadt oder einem anstrengenden Arbeitstag in der 250 Quadratmeter großen Mermaid’s Cave in Sauna und Dampfbad schwitzen, abkühlen und relaxen. Der Gast findet eine Tee- und Getränkestation vor, dazu abgehängte Sessel, die ganz beschwingt als Schaukelstühle überraschen, und Zinkwannen, die mal Fußbecken und mal Ablagefläche sind. Zeitgleich wurde das italophile Restaurant „1500 Foodmakers“, das direkt an das Hotel angebunden ist, eröffnet. Hier wird die italienische Küche zeitgemäß und kosmopolitisch interpretiert. Natürlich gibt es auch Pizza, die sich aber optisch von der klassischen Pizza abhebt – handgezogen und eher mit Ecken und Kanten anstatt langweilig kreisrund.

Kontaktdaten

25 hours Hotel beim Museumsquartier, Lerchenfelder Straße 1–3, 1070 Wien. www.25hours-hotels.com/wien/


Hotel Altstadt Vienna – erotisch-opulentes Flair für Kunstfreunde

Mitten im 7. Bezirk, hinter der prachtvollen Fassade eines alten Patrizierhauses, befindet sich das Hotel Altstadt Vienna. Die 4*-Herberge gilt als Lieblings-Hide-away von Kunstliebhabern, Musikern und Individualreisenden aus aller Welt.

Hier ein Warhol, dort ein Helnwein oder ein echter Attersee und nur ein paar Meter weiter eine Arbeit vom britischen Künstlerduo Gilbert & George: Wer durch das Hotel Altstadt Vienna spaziert, fühlt sich mitunter wie in einer Kunstgalerie. Das ist zum einen der Sammelleidenschaft des Besitzers Otto Ernst Wiesenthal zu verdanken, der hier viele Werke aus seinem Privatbesitz präsentiert. Zum anderen ergänzen aber auch Leihgaben der Wiener Museen die Ausstellung im Hotel, das Mitglied der Schlosshotels & Herrenhäuser ist. Der rote Salon des Hauses fungiert als Veranstaltungsort für Vernissagen und andere Kulturevents. Die Kunst macht aber auch vor den Türen der insgesamt 42 individuell eingerichteten Zimmer und Suiten nicht Halt: In den privaten Gästegemächern findet man ebenfalls zeitgenössische Malerei an den Wänden und ungewöhnliche Lichtobjekte an den Decken. Besonders sehens- und erlebenswert: Die neun erotisch-eleganten Designzimmer und Suiten, die Stararchitekt Matteo Thun mit pompösen Lustern, dunklem Parkett und rotem Samtmobiliar im Stil des frühen 20. Jahrhunderts eingerichtet hat. Sie sollen an Wiens berühmteste Prostituierte, die Mutzenbacherin, erinnern. Musikliebhaber steigen in der Bösendorfer Suite mit eigenem Flügel ab, während Honeymooner die White Suite wählen und Frischluftfanatiker den 120 Quadratmeter großen Dachgarten der Auersperg Garten Suite genießen.

 Kontaktdaten

Hotel Altstadt Vienna, Kirchengasse 41, 1070 Wien. www.altstadt.at


Hotel Kärntnerhof – stilvoll wohnen zum günstigen Preis

Im Herzen der Wiener Altstadt, nur einen Steinwurf vom Stephansdom entfernt, befindet sich der Kärntnerhof – ein Haus für budgetbewusste Reisende, die trotzdem nicht auf Stil und Eleganz verzichten möchten.

„Drei Sterne in Fünf-Sterne-Lage“, so steht es auf der Homepage geschrieben. Und tatsächlich kann man in Wien kaum zentraler und trotzdem ruhiger wohnen als im Kärntnerhof. Wer’s nicht glaubt, darf der Traditionsherberge ruhig einmal aufs Dach steigen und von der Terrasse die Aussicht auf die barocken Türme des Heiligenkreuzerhofs und das umliegende Gassengewirr genießen: Hier ist man mittendrin und schwebt doch über den Dingen. Apropos Schweben: Für die Fahrt hinauf oder hinunter sollte man unbedingt in den mahagonigetäfelten und messingbeschlagenen Aufzug aus der Zeit der Jahrhundertwende steigen – ein Erlebnis! Oder aber man entscheidet sich fürs Treppenhaus und genießt unterwegs auf jeder der fünf Etagen die vielen Jugendstildetails an Fenstern, Türen und Decken.

Ähnlich stilvoll präsentieren sich auch die 41 Zimmer und drei Suiten des Hauses, die eindrucksvoll beweisen, dass „alt“ nicht gleich „abgewohnt“ bedeutet, sondern „top-gepflegt“ und mit viel Liebe in Schuss gehalten. Das Hotel liegt so ruhig, dass man morgens ausgeruht aufwacht, danach erwartet einen im Salon ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit vielen regionalen Produkten. Was außerdem beeindruckt: Die Mitarbeiter an der Rezeption stehen manchem Luxushotel-Concierge in nichts nach. Ob Theaterkarten besorgen, Restaurants reservieren oder einfach nur den romantischsten Weg von A nach B aufzeichnen – im Kärntnerhof sind Service-Profis am Werk.

Kontaktdaten

Hotel Kärntnerhof, Grashofgasse 4, 1010 Wien. www.karntnerhof.com


Gut einkaufen

In Wien besser einkaufen: Hier finden Sie das typisch Wienerische, das Besondere und Regionale: Edles, qualitativ Hochwertiges und lokal Gefertigtes statt Massenware.

 Designermode

Eine innovative Modeszene macht auch außerhalb von Österreich von sich reden. Besonders in Wien ziehen immer mehr junge Designer internationales Interesse auf sich.

Helmut Lang, einer der wohl bekanntesten Modeschöpfer, wurde 1956 in einem Wiener Randbezirk geboren. Mit 23 Jahren eröffnete er – völlig ohne Ausbildung – seine erste Boutique unter dem Namen „Bou Bou Lang“ in Wien. Sein Mentor und Förderer war damals der exzentrische Schauspieler Helmut Berger. Von Beginn an ging Langs Karriere steil bergauf: Nachdem er 1986 im Rahmen einer Wien- Ausstellung im Pariser Centre Pompidou auf sich aufmerksam gemacht hatte, ging dort noch im selben Jahr die erste Helmut-Lang-Modeschau über die Bühne.

Anfang der 1990er-Jahre gelang Lang mit seinen minimalistischen Kreationen – vorherrschend waren die Farben Schwarz, Weiß und Beige – endgültig der internationale Durchbruch. Er eröffnete Geschäfte in New York, Wien, München, Mailand, Paris, Tokio und Hongkong. 1998 zog er nach New York, wo er als erster nichtamerikanischer Modemacher in den „Council of Fashion Designers of America“ aufgenommen wurde. Ein Jahr später verkaufte er seine Firma zu 51 Prozent an Prada, 2001 zur Gänze. Heute hat sich Helmut Lang aus der Modebranche zurückgezogen und arbeitet als Künstler.

Ebenfalls international erfolgreich ist der türkisch-österreichische Modemacher Atil Kutoglu. Wie Lang ohne entsprechende Ausbildung, wurde Kutoglu in seinen Anfängen vom damals amtierenden Wiener Bürgermeister gefördert. 1991 präsentierte er seine erste Kollektion, bereits drei Jahre später folgten vielbeachtete Modeschauen in Düsseldorf, Mailand, Paris und New York. Seiner Herkunft entspricht der Stil des Designers mit türkischen Wurzeln: ein Mix aus orientalischen Elementen und klaren Linien. Vor allem seine Abendkleider finden inzwischen so prominente Abnehmerinnen wie die Schauspielerin Catherine Zeta-Jones oder Model Naomi Campell.

Wendy & Jim

Wofür Lang und Kutoglu Anfang der 1990er-Jahre den Boden bereiteten, wird heute von einer lebendigen österreichischen Modeszene weitergeführt. Zum Beispiel von Helga Schania und Hermann Fankhauser, die 1997 ihr Label „Wendy & Jim“ gründeten und bei Helmut Lang an der Universität für angewandte Kunst studierten. Ihren Stil bezeichnen sie selbst als „trocken und langsam“. Trend- Magazine wie „i-D“, „Purple“, „Selfservice“ und „*Surface“ zeigen immer wieder Modestrecken der beiden. Heute ist die Marke in schrillen Designerläden rund um den Globus präsent. Zum Beispiel in Hongkong, Tokio, Berlin, New York, Stockholm und natürlich in Wien, wo die beiden nach wie vor arbeiten und leben.

 Wendy & JimOffice
Zieglergasse 68/2
1070 Wien
www.wendyjim.com


Petar Petrov

Genau wie Schania und Fankhauser ging auch Petar Petrov aus der Modeklasse der „Angewandten“ hervor. Der Bulgare lebt seit 1999 in Wien und machte erstmals 2002 in Paris mit seinen Entwürfen auf sich aufmerksam. Hinter seinem Labelnamen „one of some by Petar Petrov“ steht der Gedanke, dass jedes Stück seiner Kollektion Teil eines größeren Gesamtwerks ist. Petrov wurde mittlerweile in den offiziellen Showkalender der Pariser „Fashion Week“ aufgenommen und hat bereits Stammkunden in den USA, Japan, Hongkong, Berlin und Paris.

www.petarpetrov.com


Designer-Modeshops


Anna Aichinger Mode für starke Frauen

Mal ist es die Rock’n‘Roller-Pose, dann ein Hauch von Military, und wer sich auch dann noch nicht sicher ist, den überzeugen vielleicht Kollektions-Namen wie „Alphagirls”. Keine Frage: Anna Aichinger zählt zu den neueren Entdeckungen der österreichischen Modeszene, tauchte wie ein Komet als Gewinnerin des Wiener Fashion Award 2006 auf – und steht seither für Power-Frauen. „Meine Mode ist für die Frau, die in einer Machtposition sitzt und dabei auch noch gut ausschaut – streng, aber respektabel.“ Respektabel ging es auch weiter. Denn Aichingers kämpferische „Bombshell Block“-Kollektion, die ein wenig an Uniformen erinnert und hinsichtlich der Accessoires Anleihen bei den Ordensleisten hochdekorierter Generäle nimmt, wurde prompt in Paris und London gezeigt – ein weiterer Karriereschritt. Um unreflektierte Beiträge zum vor kurzem noch so trendigen Armeelook geht es der Modeschöpferin freilich nicht: Da bewegen sich Details wie der Atompilz-Aufnäher am schmalen Grat zwischen Ironie und Kritik, und das Gesamtbild verströmt viel subtile Strenge: hochgeschlossene Blusen aus Seide, überknielange Röcke oder Kleider, schmal geschnittene Hosen beweisen das auf den ersten Blick.

Aichinger ist, wenn man so will, eine typische Protagonistin für die neu erstarkte Wiener Modeszene. Vier Professoren an der Angewandten hatten unter anderem Anteil daran: Sie begann bei Jean-Charles de Castelbajac, studierte bei Paolo Piva, dann beim niederländischen Duo Viktor & Rolf und machte schließlich vor drei Jahren bei Ralf Simons ihr Diplom – handverlesene Stars, wie sie seit Jahren am MAK zu finden sind. Apropos Diplomarbeit: Der Kampf der Geschlechter und der damals die Gemüter bewegende Krieg in Afghanistan verschmolzen schon früh zum martialischen Look. Aichingers Show-Kollektion „The Dandy Warlords“ fiel bereits damals auf – durch Kleidung, mit der sich Mannequins stärker als üblich verhüllen mussten.

www.nachbarin.co.at www.annaaichinger.com

Erhältlich bei:

„Nachbarin – Europäisches Modedesign“ Gumpendorferstr. 17 1060 Wien Tel.: +43 1587 2169


Modedesign im Bisovsky-Stil

Sie ist ein Mode-Geheimtipp – europaweit. Susanne Bisovsky ist eine der unkonventionellsten Designerinnen in Österreich. Ihren Modestil bezeichnet sie als „Wiener Chic“. Gemeinhin hat dieser Stil aber bereits einen Namen bekommen: der Bisovsky-Stil. Seit 15 Jahren arbeitet die in Linz geborene und in Wien lebende Designerin an ihren Kreationen, überarbeitet sie wieder und wieder. Aber eines versucht sie zu vermeiden, nämlich als Dirndl-Schneiderin bezeichnet zu werden. Ihre Kreationen sind unverkennbar: Überlagerungen der buntesten Muster, folkloristische Elemente kombiniert mit Eleganz oder kontrastiert mit Punk.

www.bisovsky.com


Peter Pilotto

Wenn Anna Wintour, Chefredakteurin der US-Vogue und mächtigste Mode-Instanz der Welt, bei einer Fashion-Show ganze 15 Mal in die Hände klatscht, ist das höchst ungewöhnlich. Wenn sie nach der Show auch noch hinter die Bühne geht, um dem Designer zu gratulieren, kommt das praktisch einer Sensation gleich. So geschehen bei den Herbst-Shows 2009 in London. Der mit so viel Lob bedachte Designer stammt aus Tirol, heißt Peter Pilotto und konnte sich zwei Wochen später auch noch darüber freuen, dass Michelle Obama weltweit in allen Nachrichtensendungen in einer seiner ungewöhnlichen Blusen zu sehen war.

 Peter Pilotto
www.peterpilotto.com


Lena Hoschek

Die Fans von Lena Hoschek stammen aus einem anderen Metier, sind aber nicht weniger berühmt. Pop-Liebling Katy Perry etwa ist verrückt nach Hoscheks Entwürfen, die mit einer originellen Mischung aus Fifties-Style, Folklore und Erotik weibliche Kurven in die Mode zurückbrachte. Und das Wiener Design-Duo Wendy & Jimkommt international so gut an, dass es nicht nur zu den Pariser Hauptacts der Prêt-à-Porter-Wochen zählt, sondern sogar Mitglied der „Chambre Syndicale du Prêt-à-Porter des Couturiers et des Créateurs de Mode“ ist. Im österreichischen Modedesign hat sich in den letzten Jahren eine lebendige Szene etabliert, die international immer mehr Furore macht. Ein alpenländisches Modewunder?

Ausgangspunkt der modischen Erfolgsstory sind drei hervorragende Modeschulen in Wien, die seit der Jahrtausendwende zum Motor einer ungewöhnlichen Kreativbewegung wurden. Die Schulen in Schloss Hetzendorf und in der Herbststraße vermitteln handwerkliches Know-how und Modegespür auf höchstem Niveau, die Modeklasse an der Universität für Angewandte Kunst wird seit einigen Jahren ausschließlich von internationalen Mode-Stars geleitet. Design-Koryphäen wie Vivienne Westwood, Jean-Charles de Castelbajac, Victor & Rolf und Raf Simons holten die österreichische Mode aus dem Dornröschenschlaf.

Lena Hoschek
1070 Wien, Gutenberggasse 17
8010 Graz, Joanneumring 3
www.lenahoschek.com


ulliKo

Seither entwickelt sich die Wiener Mode-Szene immer dynamischer, die jungen Austro-Designer/innen bewegen sich in einem originellen Spektrum zwischen gut tragbarer Mode und Mode als Kunst. Bestes Beispiel: das Label ulliKo. Designerin Ulrike Kogelmüller verwendet für ihre Kollektionen – höchst artifiziell – ausschließlich die Farben Rot, Schwarz und Weiß und lebt ihr großes Faible für Geometrie und abstrakte Formen. Das Resultat ist alles andere als museal: witzige, überraschende und auf eine moderne Art zeitlose Damenmode. Kogelmüller profitiert wie Lena Hoschek und eine ganze Riege von Jung-Designern interessanterweise von der jahrzehntelangen Bedeutungslosigkeit Wiens im internationalen Mode-Zirkus. Abseits des Modediktats der großen Fashion- Metropolen Paris und London konnten die jungen Modemacher mit ihren Arbeiten einen höchst eigenständigen Weg entwickeln.

ulliKo Shop
Kirchengasse 7
1070 Wien
www.ulliko.com


Fashion Week

Drehscheibe für die neue Modeszene ist das MuseumsQuartier in Wien und der umgebende siebte Bezirk. Im MuseumsQuartier finden nicht nur die „Austrian Fashion Week“ für junge Mode im Herbst und der jährliche „Modepalast“ im quartier21 statt, man kann die Kollektionen der angesagten Jung-Designer auch in mehreren Shops kaufen. Der Showroom Combinat etwa ist eine Mischung aus Werkraum und Geschäft, der gleich mehreren Modemacher/inne/n Heimat bietet: Pitour, das Label von Maria Oberfrank, steht für reduzierte Mode mit eleganten Details, die in Handarbeit als Einzelstücke gefertigt werden. Das junge Modelabel MASI kreiert trendige Knitwear für die urbane Individualistin. Die Boutique Gegenalltag zeigt in wechselnden Themenausstellungen aktuelle Designer-Kollektionen, bei styleaut.com wird sowohl online als auch im „realen“ Shop die größte in Wien erhältliche Auswahl an junger österreichischer Mode geboten – insgesamt sind 50 Modemacher im Angebot. Nicht weit entfernt vom MuseumsQuartier führt der komplett in Weiß gehaltene Concept Store „Park“ auf zwei Etagen österreichische Avantgarde-Designer, die auch international Aufsehen erregten: Awareness & Consciousness, Edwina Hörl, Fabrics Interseason oder The House of the Very.

Combinat
Pitour, Masi, usw.
MuseumsQuartier
1070 Wien
www.combinat.at


Boutiquen der jungen Designer

Vor allem aber findet man im 7. Bezirk hinter dem MuseumsQuartier die eigenen Boutiquen der jungen Designer. Da verkaufen Doris Bittermann und Maria Fürnkranz-Fielhauer die klaren, reduzierten Entwürfe ihrer wiener kollektion, mit der sie oft traditionelle Formen wie Schürzen und Wickelkleider neu interpretieren. Maronski, das Label von Martina Meixner, präsentiert extravagante, aber alltagstaugliche Kleidung für selbstbewusste Frauen. Sixxa, die Modelinie der aus dem Grafik-Design kommenden Kathi Macheiner, steht für angesagte Streetwear. Sandra Gilles designt und verkauft in ihrer französisch anmutenden „Petite Boutique“ feinste Nachtwäsche unter dem Titel „Nuit Blanche“ und eine kleine, aber feine Damen-Kollektion, bei der jedes Stück selbst genäht wird. Die ursprünglich aus Russland stammende Lena Kvadrat nennt ihr Label und ihren Shop Art Point und versteht Mode als Mittel zur Kommunikation. Elke Freytag, jüngster Zugang im Modeviertel, kreiert mit „täglich elke“ einen modern- minimalistischen Stil, geprägt von klaren und femininen Schnitten, während sie mit ihrer Zweitlinie „freytag nacht“ Weiblichkeit und Glamour an die Frau bringt. Ina Kent, Wiens Aushängeschild in puncto Ledertaschen, verkauft ihre lässigen, multifunktionalen Bags in der Lindengasse. Und Lili Ploskova designt für ihr Label LILA PIX elegante Accessoires, für die sie oft naturbelassene Seide einsetzt.

Viele der Shops und Designer des 7. Bezirks sind unter dem Netzwerk „7tm“ zu erreichen – und bieten einen feinen Service: individuell buchbare Shopping- und Fashion-Touren durch das Viertel, bei Wunsch Styling-Beratung inklusive. Für Besucher der Stadt werden ausgewählte Kollektionen auf Wunsch sogar ins Hotel geliefert. So können Mode-Interessierte in Ruhe gustieren und bei Gefallen kaufen. Denn die lebendige Modeszene Wiens macht nicht nur international immer lauter auf sich aufmerksam. Sie will vor allem eines: nahe an den Kunden bleiben und mit chicen und leistbaren Kollektionen Wiener Style in die Welt bringen.


LINKTIPPS:

Boutique gegenalltag
MuseumsQuartier
1070 Wien
www.gegenalltag.at

Styleaut Shop
MuseumsQuartier
1070 Wien
www.styleaut.com

Park, Concept Store
Designer: Edwina Hörl, Fabrics Interseason, The House of the Very u.a.
Mondscheingasse 20
1070 Wien
www.park.co.at

wiener konfektion
Siebensterngasse 20
1070 Wien
www.wienerkonfektion.at/

Maronski
Lindengasse 1
1070 Wien
www.maronski.at

Sixxa
Kirchengasse 22
1070 Wien
www.sixxa.at

la petite boutique
Lindengasse 25
1070 Wien
www.sandragilles.com

art point vienna
Westbahnstraße 3
1070 Wien
www.artpoint.eu

elke freytag, Shop + Atelier
Lindengasse 14
1070 Wien
www.elkefreytag.com

InaKent
Lindengasse 46
1070 Wien
www.inakent.com

Showroom LILA PIX
Lindengasse 5
1070 Wien
www.lilapix.net

7tm
Netzwerk
www.7tm.at


Hüte

Julia Cranz ist Österreichs vermutlich kreativste Hutmacherin und laut Eigenangabe auch die verrückteste. Ihre Kunden heißen Sarah Jessica Parker, Grace Jones, Jan Delay oder Anna Netrebko. Und für die arbeitet sie mit Nieten, Federn, Perlen oder Wildschweinzähnen. Das Design ihrer Hüte ist facettenreich: klassische Melone, royaler Hochzeitshut, Sternhaarreifen, Spinnenhut, Pelzkappe mit Katzenohren. Sie behütet Stars, gestaltet Einzelstücke nach Wunsch und kreiert gemeinsam mit Ruth Kubyk komplette Kostümbilder fürs Theater. Sie traf eine der wichtigsten Stylistinnen Amerikas und durfte 2005 auf der New York Fashion Week ausstellen.

www.juliacranz.com


Porzellan und Glas

Augarten

Seit fast 300 Jahren wird in Wien „weißes Gold“ erzeugt. Das edle Porzellan ist noch immer reine Handarbeit, und die kann man bei einer Führung durch die Porzellanmanufaktur Augarten ganz aus der Nähe erleben.

Österreichs Präsidenten speisen von Geschirr aus dem Hause Augarten, Staatsgäste erhalten die edle Keramik als offizielles Geschenk, Reisende leisten sich die teuren Vasen und Figuren gerne als urösterreichisches Souvenir. Mit genauer Handarbeit und anspruchsvoller künstlerischer Gestaltung – heute entwerfen international anerkannte Designer neue Serien – vereint Augarten Tradition mit zeitgenössischem Kunstverständnis.

Die Manufaktur, in der sämtliches Augarten-Porzellan gefertigt wird, liegt idyllisch in Wiens ältestem Barockgarten zwischen Nebengebäuden des Schlosses Augarten. An Wochentagen öffnet sie um 10.00 Uhr ihre Türen für Besucher: Zwischen Brennöfen und Türmen aus halbfertigem Geschirr kann man bei Führungen den Handwerkern zusehen, wie sie hochkonzentriert und bedächtig Lipizzanerfiguren zusammenfügen, Tassen glasieren, Teller drehen oder Vasen mit Chinoiserien und Biedermeiermotiven bemalen. Dabei finden sie aber stets Zeit, um sich mit den Gästen über ihre Arbeit zu unterhalten. Und das Beste: Man kann auch selbst Hand anlegen und eigene Stücke unter professioneller Anleitung modellieren und bemalen – und später gebrannt mit nach Hause nehmen. Seit Frühjahr 2011 gibt es neben einem neuen Museum auch ein Alt-Wiener Restaurant, einen Shop und Werkräume für Kreativkurse.

www.augarten.at


Rottner

Hedwig Rotter: Wiener Porzellan-Interpretin

Seit 2007 kreiert sie unter dem Namen Manodesign – vom Lateinischen „manus“, die Hand: Schließlich werden Hedwig Rotters feine Produkte – Tableware, Accessoires, Interior – von Hand gefertigt. Dabei geht es der Absolventin der Wiener Angewandten, Meisterklasse Matteo Thun, um die Abgrenzung zur industriellen Fertigung.

Nichts soll an Massenprodukte erinnern, ungewöhnlich zerbrechlich dürfen die Unikate aber durchaus sein. Kein Wunder: Hedwig Rotters Liebe gilt hochwertigem Porzellan, das von ihr bei stets 1260 Grad Celsius gebrannt wird. Souverän lotet sie dabei die ganze Bandbreite des fragilen Materials aus, spielt mit gewohnten Formen, fordert das zerbrechliche Material immer aufs Neue heraus. Auch die viel gepriesene jüngste Kollektion „Dottings“ belegt das auf den ersten Blick: Wie aus einer Märchen-Fantasie entsprungen, wirkt die schneeweiße runde Vase mit den vielen unterschiedlich großen Löchern, die nun auch im Schauraum im Herzen des Ottakringer Szeneviertels SoHo zu finden ist – eher Netz als Vase. Maximal Grenzen verschieben – das ist hier ernst gemeint. „Oft bricht alles beim letzten Loch“, erzählt Hedwig Rotter, die hier, in der Wiener Grundsteingasse, sowohl Atelier als auch Verkaufsraum hat. Einen zunehmend auch international wahrgenommenen Namen machte sich Hedwig Rotter zunächst mit themenorientierten Arbeiten. Die Keramik-Gefäße, die an jene Papier-Beutel erinnern, die Air-Sickness-Gebeutelte aus dem Flugzeug kennen, sind etwa einem Projekt entsprungen, in dem es um die Veredelung von Recycling-Produkten ging. Aber auch Humor spielt eine wichtige Rolle. Fußballschuhe aus Porzellan, wahlweise in Gold oder Platin überzogen? Teelichterhalter plus Porzellan- Hirschgeweih? Die vergoldete Geweihminiatur als Brosche „Krickerl de luxe“ und Steinbock plus Edelweiß als Deko einer Porzellanuhr? Auch das ist hier zu finden.

Produkte erhältlich bei: manodesign Grundsteingasse 36 1160 Wien www.manodesign.at


Schneekugeln

Über 300 Museen warten in Wien darauf, erkundet zu werden. Neben so berühmten Häusern wie der Albertina oder dem Mumok gibt es auch jede Menge skurrile Geheimtipps zu entdecken. Einer davon ist das Schneekugelmuseum mit angeschlossener Manufaktur.

Was eine hochwertige Schneekugel ausmacht? Unter anderem die Geschwindigkeit, mit der die Flocken nach dem Schütteln auf den Boden sinken. Bei billigen, industriell gefertigten Exemplaren ist das Gestöber zumeist nach einer halben Minute vorbei. Bei den Schneekugeln, die in Erwin Perzys kleiner Wiener Manufaktur bis heute in Handarbeit hergestellt werden, schweben die funkelnden Schneekristalle hingegen bis zu zwei Minuten lang scheinbar schwerelos durch das Glas! Kein Wunder, schließlich kann sein Unternehmen, das einst vom Großvater – dem Erfinder der Schneekugel – gegründet wurde, auf mehr als ein Jahrhundert Erfahrung und Know-how zurückblicken!

Viele kostbare Exponate aus all den Jahren sowie die Original-Werkstatt von Erwin Perzy I. lassen sich heute im firmeneigenen Museum bewundern. Außerdem erfährt man bei einer Führung auch alles über die unzähligen Sonderanfertigungen, die im Hause Perzy hergestellt wurden. So entstand hier beispielsweise auch eine silberne Schneekugel für Bill Clinton, in die original Konfetti von seiner Einführungsparade eingearbeitet wurden. Wer will, kann nach dem Museumsbesuch im dazugehörigen Shop sein Lieblingsmodell erstehen – oder seine Wunsch-Schneekugel in Auftrag geben.

Wichtige Infos: Führungen müssen vorher telefonisch angemeldet werden. Die Öffnungszeiten können variieren, im Advent ist das Museum täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

www.viennasnowglobe.at


Möbel und Design

Das Möbel-Café – Einzelstücke zum Besitzen

„Herr Ober, zahlen bitte! Also das waren: Mineralwasser, Toast, zwei Melange. Und natürlich der Stuhl, auf dem ich sitze. Über die Leuchte denke ich noch ein wenig nach.“ Nicht jede Stadt hat ein Café, in dem man die Möbel, die im Lokal herumstehen, nach gemütlichem Test auch gleich einpacken und mitnehmen kann. Wien schon. „Das Möbel-Cafe“ heißt die Erfindung des Wiener Design- Enthusiasten Lothar Trierenberg, und der Name ist dabei Programm. Denn auch wenn sich der Topfenstrudel durchaus sehen lassen kann – in der Regel dreht sich hier alles um modernes Design. Denn das „Möbel-Cafe“ ist Talente-Schau, Designladen und Café in einem. Junge Nachwuchs-Designer können ihre Prototypen ausstellen oder originelle Leuchten aufhängen – und im Idealfall gleich an den Mann bzw. die Frau bringen.

Das ungewöhnliche Konzept ist zugleich ein Gradmesser für die aktuelle österreichische Designoffensive. Lange genug musste man darauf warten. Gut hundert Jahre, um genau zu sein. Damals rückte die regionale Ausprägung des Wiener Jugendstils die Stadt ins Zentrum des internationalen Architektur- und Designgeschehens, beeinflusste Avantgardisten in aller Welt. Davon ist man freilich auch jetzt noch ein gutes Stück weit entfernt. Aber immerhin: die Ausbildung der Wiener Angewandten und der anderen Design-Hochschulen des Landes, die junge Talente kontinuierlich durch die hochkarätige Leitung ihrer Meisterklassen fördert, jährlich stattfindende Avantgarde-Schauen wie die Vienna Design Week, vielfältige Einrichtungen wie das Designzentrum Wien im Museumsquartier, aber auch regionale Aktivitäten, etwa die von der steirischen Wirtschaftsförderung unterstützte Organisation Creative Industries Styria (CIS), tragen heute Früchte – Stichwort Vernetzung. Die Modeszene hält da locker mit: Vienna Fashion Week, Fashion Day, Vienna Awards, Modepalast, Blickfang-Messe – längst jagt ein Termin den anderen.

www.dasmoebel.at

das möbel das café Burggasse 10 1070 Wien Tel.: + 43 1 5249 497 täglich 10:00 bis 01:00 Uhr

das möbel > das geschäft Gumpendorferstraße 11 1060 Wien Tel.: +43 1 9243 834 Mo.–Fr. 10:00 bis 18:30 Uhr Sa. 10:00 bis 16:00 Uhr


WerK  Möbel

Die alten Garnituren der Wiener Straßenbahnen gelten als Auslaufmodell. Sukzessive machen sie neuen Niederflurzügen Platz – oder sollen als Vintage-Bim am Wiener Ring ihre letzten Runden drehen. Wie gut, dass es da Designer wie das Wiener Paar Werner und Katja Nussbaumer gibt. Seit langem realisieren die beiden als „WerK“-Duo Kleinmöbel, und mitunter verschlägt es sie auf der Suche nach spannenden „Rohstoffen“ – und wohl im Stile echter Recycling-Avantgardisten – auch auf die Altdeponien am Wiener Stadtrand. Ein durchaus interessanter Ort für die Material-Recherche, wie die eben dort angefundenen Alt-Straßenbahnen beweisen, die den beiden Designern prompt einen besonders wertvollen Rohstoff lieferten: Es handelte sich um jene nostalgisch verbrämten Schichtholzsitze, die so manchen Wiener ein halbes Leben lang durch die Stadt getragen haben – emotionale Hardware, die nun auf eine neue Schiene gebracht wurde.

Die Recycling-Möbel, die aus den entsorgten Sitzen entstanden sind, und die dank Freischwinger-Technik nun bequemes Sitzen ermöglichen, starteten so noch einmal durch. Sie schafften es in Designgalerien ebenso wie in die Sammlung des Wiener MAK. Vor allem aber sind die nostalgischen Möbel „WerK“-Stücke im besten Sinne: Weil Reminiszenzen an die Stunden, die so mancher User auf den Bim-Sitzen verbrachte, nicht ausgeblendet werden. Und weil das Neue nicht aus dem OFF hereinstürmt, sondern als behutsam aus dem zeitlichen und räumlichen Umfeld herausgeschältes Kontinuum anklopft. So gesehen schaffen WerK auch Gucklöcher auf den Fluss der Zeit.

Erhältlich bei:

das möbel > das geschäft Gumpendorferstraße 11 1060 Wien Tel.: +43 1 9243834 Mo.–Fr. 10:00 bis 18:30 Uhr Sa. 10:00 bis 16:00 Uhr

www.dasmoebel.at


Backhausen – Textilien

Das Wiener Traditionsunternehmen produziert seit 1849 Stoffe und Möbel-Textilien höchster Qualität. Und es verfügt über das weltweit größte Archiv von Originalentwürfen des Wiener Jugendstils.

Schon vor über 100 Jahren übernahm Backhausen die textile Ausstattung vieler Wiener Repräsentationsbauten – der Staatsoper, des Parlaments, des Burgtheaters und des Kaiserhauses. 1888 wurde dem Familienunternehmen deshalb der Titel „k. u. k. Hoflieferant“ verliehen. Weltberühmt wurde Backhausen vor allem durch seine Nähe zur Wiener Werkstätte und der Wiener Jugendstilkunst. Die Firma, Gründungsmitglied und Hauptlieferant der Wiener Werkstätte, produzierte Möbel- und Vorhangstoffe, Druckstoffe und Teppiche nach Originalentwürfen von Künstlern wie Josef Hoffmann, Koloman Moser, Joseph Maria Olbrich und Otto Wagner. Über 3.500 dieser Originalentwürfe existieren bis heute und können im Wiener-Werkstätte-Museum, das an den eleganten Backhausen-Shop angeschlossen ist, gratis besichtigt werden. Und bis heute stellt Backhausen Stoffe und Accessoires auf Basis dieser Originale her. Die kann man übrigens gleich vor Ort kaufen – Geschichte zum Mit-nach-Hause-Nehmen!

www.backhausen.at


EOOS

Einpacken und mitnehmen – das geht beim jüngsten Entwurf der momentan wohl erfolgreichsten österreichischen Designer eher schwer: Immerhin handelt es sich um etwas so Voluminöses wie die Schamanen-Sauna, bei der EOOS soeben die Wellness-Weisheit der Naturvölker neu interpretieren. Neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit können per „Kommando-Stein“ nämlich auch Farb-Licht und Sound individuell eingestellt werden. So tauchen per Knopfdruck eigene „Welten“ auf: Vorprogrammierte Kombinationen aus Wärme, Luftfeuchtigkeit, und nicht zu vergessen: Sound, entführen dann Richtung „Jungle“, „Desert“, „Asia“, „Mediterranea“ oder „Indian“. Man ahnt: Es geht um archaische Bilder. Um die Schichten, die sich in den Tiefen der Produkt-Semantik tummeln. Die Schwitzhütte als Zugang zur inneren Welt, das Produkt als Schlüssel für alte Rituale und Kulturen – dieser Ansatz machte die 1995 gegründete Gruppe EOOS längst zu Stars der internationalen Designszene. Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründel schöpfen aus der Kraft archaischer Vorbilder – mit dem Ziel, im Rahmen von Design auch unbewusste Sehnsüchte und Ängste zu thematisieren. Poetische Analyse nennen die vielfach ausgezeichneten EOOS diese Methode.

www.eoos.com


mischer´traxler

 Möbel-Experimente: Katharina Mischer und Thomas Traxler sind mischer´traxler. Gemeinsam gestalten sie Produkte, Möbel, Ausstellungen, wobei das Hauptaugenmerk im Experimentellen und Konzeptionellen liegt. Sie testen, experimentieren, analysieren, verwerfen wieder, spielen mit neuen Materialien und Techniken. Und sie setzen auf Sonnenenergie, Körbe, Sitzmöbel und Lampen, die von solarbetriebenenMaschinen produziert werden.

www.mischertraxler.com


Lobmeyr-Glas

Glasdesign mit Extravaganz: Lobmeyr ist eine Institution in der berühmten Kärntner Straße in Wiens Innenstadt. Und das Handelshaus ist weltberühmt für seine Glaswaren, wie etwa Swarovski bei Kristall. Lobmeyr-Glas-Beleuchtungen bestechen durch ihr teils extravagantes Design. Auch deswegen, weil sich das altehrwürdige Unternehmen jungen, kreativen Strömungen nicht verschließt und mit jungen Designern zusammenarbeitet. Spannend und inspirierend.

www.lobmeyr.at


Märkte

Der Wiener Naschmarkt

Der Geruch von frischer Minze kitzelt in der Nase, wird aber sofort übertroffen von exotischen Düften nach Curry und Kurkuma und nur einen Schritt davon entfernt vom himbeersüßen Aroma wilder Rosen, die in Eimern geparkt auf Käufer warten. Ein türkischer Händler preist lautstark seine Zuckermelonen an, gegenüber verkauft ein chinesischer Koch heiße Nudeln aus dem Wok und der Bio-Bäcker aus dem Weinviertel schlichtet Dinkel-Obst-Törtchen ins Regal. Eine Reise um die Welt dauert am Wiener Naschmarkt nicht 80 Tage, sondern ist locker in vier Minuten zu schaffen.

Österreichs größter Markt, der „Bauch von Wien“, lädt von Montag bis Samstag zum Bummeln, Staunen, Entdecken und Genießen ein. Hier zeigt Wien seinen legendären „Melting Pot“-Charakter: Wiener Schmäh mischt sich mit osteuropäischem Charme, orientalisches Flair mit südländischem Temperament. Zu kaufen gibt es am Naschmarkt alles, was in der Küche gebraucht werden kann: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Brot und Käse. Aber auch Spezialitäten, wie persischer Kaviar, Sushi, Austern oder Kernöl, werden in den grünen Marktständen, die sich dicht an dicht die Wienzeile entlang ziehen, angeboten. Und die besten Produkte des Naschmarkts werden unter den Wienern wie Geheimtipps gehandelt. Bei den Brüdern Umar etwa gibt es die frischesten Meeresfrüchte der ganzen Stadt, bei Herta Gruber legendäre T-Bone-Steaks, die sogar mit der Qualität vom Kobe-Rind verglichen werden. Und der persische Herr Maan vom Kräuterhaus besorgt nicht nur alle Gewürze dieser Welt, er stellt auch Schwarzkümmelöl her, das als Haus- und Wundermittel im Orient gegen unzählige Krankheiten zum Einsatz kommt.

Samstags bietet am westlichen Rand des Naschmarkts ein zusätzlicher Bauernmarkt landwirtschaftliche Produkte und Regionales aus erster Hand. Und von dort sind es nur ein paar Schritte zum wöchentlichen Flohmarkt, wo man zwischen Antiquitäten, Büchern und Platten, Trödelware und Kuriositäten stöbern kann. Der Samstag ist überhaupt der beste Tag für Marktliebhaber in Wien. Zwar sind die insgesamt 25 Märkte der Stadt die ganze Woche über geöffnet, aber am Wochenende bieten sie alle noch zusätzliche Schmankerl. Am Karmelitermarkt gibt es am Samstag die größte Slow-Food-Corner der Stadt: Hier werden ausschließlich traditionelle, bodenständige und regionale Produkte aus umweltbewusster Herstellung verkauft. Biologisches Gemüse, Alpenlachs und Bio-Holzofenbrot sind ebenso zu erstehen wie Käse der besten kleinen Käsereien Österreichs und Fleischprodukte alter Schweinerassen. Der Brunnenmarkt in Ottakring wiederum – sonst fest in türkischer Hand – wird am Samstag durch den Yppenmarkt erweitert, auf dem Bauern aus dem Umland ihre Waren verkaufen. Am Schnittpunkt der beiden Märkte befindet sich eine Wiener Institution: „Der Staud“. Im modernen Pavillon verkauft Herr Staud seine weltberühmten Marmeladen und eingelegtes Gemüse im Glas. Die anregende Multi-Kulti-Atmosphäre des Marktes zieht besonders das Szene-Publikum, Künstler und junge Kreative an: Neuerdings ist das Samstag-Frühstück in einer der Bars am Yppenmarkt unverzichtbares Ritual zum Wochenausklang.

 

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Brot und Süßes

Erich Kasses

Gut Ding braucht Weile. Für Brot gilt das ganz besonders. Mit ein Grund dafür, warum es immer weniger Bäcker und fast nur noch Backshops gibt. In einem kleinen Dorf im österreichischen Waldviertel aber ist die Welt noch in Ordnung. Denn da werkt Erich Kasses, der langsamste – und wahrscheinlich beste Bäcker Österreichs.

Thaya liegt ziemlich weit ab vom Schuss. Oder auch ganz in der Mitte: Nach Wien sind es 130 Kilometer, nach Prag 140. Die Grenze, die längst nur noch im Kopf besteht, liegt gleich im Nachbarort. Die Schnellstraße, die nach langen Diskussionen nun doch zwischen den beiden mitteleuropäischen Metropolen gebaut wird, führt jedoch in weitem Bogen um Thaya herum. Schlecht für die Chancen, dass sich hier in Hinkunft mehr Betriebe, vielleicht sogar aus Zukunftsbranchen, ansiedeln. Gut für jene, die hier nur die gute Waldluft, die bemerkenswerte Architektur der Häuser – für ein so entlegenes Dorf erstaunlich prächtig –, oder gar das außergewöhnlich gute Brot des örtlichen Bäckers suchen. Für sie, die aus der Stadt hierher kommen, wirkt die abgeschiedene Atmosphäre von Thaya wie ein Tonikum für die gereizten Sinne.

Wenn sie das Brot von Erich Kasses essen, so heißt der Bäcker hier, dann geht es ihnen gleich noch einmal so gut. Dabei ist der Mann verrückt. Das darf man durchaus so sagen, das sieht Erich Kasses nämlich selbst genau so: „Wer zwanzig verschiedene Sauerteige kultiviert, der muss ein bissl ein Spinner sein“. Das Resultat gibt dem Bäcker aus Thaya im Waldviertel freilich recht: Sein Brot ist wirklich besonders gut, so gut, dass es längst auch in Wien, und vielleicht bald auch in Prag, verkauft wird. Und er bäckt es in vielen verschiedenen Varianten, bis zu 135 Sorten Brot, Gebäck und Süßes, jede Nacht in seiner Backstube.

Das allein ist noch nicht so speziell. Dass Kasses aber die vielen Sorten ausschließlich mit naturbelassenen Zutaten zubereitet, ohne E-Zusatzstoffe, mit minimalem Hefeeinsatz – dafür mit den erwähnten zwanzig verschiedenen, über Jahre selbst kultivierten Sauerteigen und mit ungefilterter Salzsole statt raffiniertem Salz: Das gibt es heute fast nirgends mehr. Dass er ein Sauerteig-Ciabatta und einen Panettone herstellt, bei denen selbst fanatische Italiener in Ehrfurcht erstarren, weil sie etwas so Gutes, Authentisches selbst in der Heimat kaum noch bekommen – das macht ihm nicht so bald jemand nach.

Brot dieser Qualität braucht vor allem eines: jede Menge Zeit. Deshalb wurde er nun als erster österreichischer Bäcker in die Vereinigung der „Slow Baker“ aufgenommen, einen Verein, der sich im Zeitalter tiefgekühlter Chemie-Teiglinge und künstlich parfümierter Backshops dem Schutz eines gefährdeten Handwerks verschrieben hat: der Herstellung von Brot nach überlieferten Techniken. Seitdem darf Kasses sich sozusagen offiziell als „langsamster Bäcker des Landes“ bezeichnen, ein Titel, der ihm durchaus gefällt: „Weil sich die Langsamkeit auf die Teigführung bezieht, auf die Zeit, die man dem Teig gibt, sich aromatisch zu entwickeln.“

Tatsächlich ist Zeit das entscheidende Moment, wenn es um die Entstehung erstklassigen Brotes geht: Jene Bakterienkulturen, die Sauerteig – und damit den Wohlgeschmack – erst entstehen lassen, wollen sorgfältig kultiviert und mehrmals täglich gefüttert werden. Idealerweise über mehrere Tage, denn nur so entsteht aus einem geschmacklich eher dumpfen Mehl-Wasser-Gemisch die aromatische Basis für eine der ältesten kulinarischen Kulturleistungen überhaupt: Brot.

Bei Erich Kasses arbeiten die Kulturen für jene Brotsorten, die sich besonders gut verkaufen, in massiven Metallbottichen oder, für die Spezialsorten, in kleinen Holzfässern, die er selbst gezimmert hat. Das tun sich heute immer weniger Bäcker an, weil es, wie auch bei Kasses, dazu führt, dass man, in und außerhalb der Arbeitszeit, alle acht Stunden zu den Sauerteigen muss, um sie mit frischem Wasser und Mehl weiter „anzufüttern“. Zusammen mit den sozial ohnehin kaum verträglichen Arbeitszeiten ist dies ein durchaus triftiger Grund dafür, dass es immer weniger echtes Bäckerbrot gibt.

Jeden Tag, bis auf Sonntag, steht der 52-jährige Kasses pünktlich um drei Uhr früh in der Backstube. Dietmar Eggenberger, seit 25 Jahren in der Firma und laut Kasses sein würdiger „Stellvertreter“, ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit eineinhalb Stunden bei der Arbeit, gemeinsam mit zwei weiteren Gesellen und fünf Lehrlingen. Langsame Teigführung heißt nämlich nicht, dass es dabei auch in der Backstube langsam zugehen darf – im Gegenteil: Ab fünf Uhr fahren die ersten Lieferwagen aus, bis dahin müssen nicht alle, aber doch etliche der Sorten fertig gebacken sein. Kasses, in kurzen Hosen, T-Shirt und Bäckerschürze, ist für die Teigarbeit zuständig: Er formt die Brote, speziell die empfindlichen Ciabatte aus dem hoch aufgegangenen, extrem wabbeligen, luftigen und duftigen Weizensauerteig, der vom Olivenöl glänzt. Er formt sämtliche Handsemmeln (um die 300 in 45 Minuten!), weil sie „nun einmal die Visitenkarte jedes Bäckers sind“, wie er sagt. Er bestimmt, wie viele Handvoll selbsteingelegte Rumrosinen zum Striezelteig kommen und kontrolliert mittels Duftprobe, ob der Waldstaudensauerteig aus einem im Waldviertel heimischen Urgetreide auch brav arbeitet. Zwischendurch gesellt er sich zu den Lehrlingen, die heute Morgen 2500 Mohnflesserln zu flechten haben. Stellvertreter Eggenberger bedient derweil die fünf Öfen: Schiebt hier einen Wagen mit Striezeln in den Heißluftofen, schießt dort Ciabatta rotonda in den sieben Tonnen schweren Steinofen ein.

Wenn wir schon dabei sind: das Sauerteig-Ciabatta. Es ist jenes Brot, das Kasses’ Ruhm wesentlich begründet hat. Dabei hat Ciabatta anderswo einen denkbar schlechten Ruf. Es gilt als halb durchgebackener Teigling, bis oben hin voll mit Kunsttriebmitteln und Konservierungsstoffen ebenso wie als „dünne Luft mit Kruste“ aus dem Backshop-Ofen mit einem Geschmack wie gerösteter Karton. Bei Kasses schmeckt man den Sauerteig und das Roggenmalz, da macht die luftige, saftige Krume auch Tage nach dem Kauf noch Freude. In Thaya selbst verkauft er es freilich bis heute kaum, die Kunden aus dem Ort stehen mehr auf seine Semmeln. In Wien, wo es an etlichen feinen Adressen vertrieben wird, da ist es allabendlich mit schöner Regelmäßigkeit ausverkauft.

Bis heute ist Kasses’ mit Abstand wichtigster Abnehmer Meinl am Graben, das legendäre Gourmet-Fachgeschäft in der Wiener Innenstadt, wo sich die Leckerbissen aus allen Teilen des Landes, aber auch aus der weiten Welt, auf zwei Etagen ausbreiten dürfen. Der inzwischen pensionierte Meinl-Geschäftsführer Helmut Touzimsky war es auch, der Kasses vor mehr als 20 Jahren den „alles entscheidenden Tipp“ gegeben hatte: „Backen Sie so wie zu Großvaters Zeiten, das hat Zukunft“, riet er Kasses, als dieser damals mit ein paar Waldviertler Mohnzelten am Graben vorstellig geworden war. „Lange hab ich Meinl nur diese Mohnzelten geliefert, wobei die Lieferung mehr gekostet hat, als die Ware wert war.“, sagt Kasses heute, „Aber dann sind ihm die guten Bäcker nach und nach in Pension gegangen und so kam ich an die Reihe.“ Auch wenn es noch viele Jahre dauern mag, bis das bei Kasses einmal der Fall sein wird, stellt man sich schon bei dem Gedanken die bange Frage: Und, wer bäckt uns dann unser Brot?

 

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Folgende Geschäfte führen Kasses’ Brot in Wien:


Empfehlenswerte Bäckereien

  • Felzl – spezialisiert auf Toscanabrot, beliefert etliche italienische Restaurants.
    Schottenfeldgasse 88
    1070 Wien
    www.felzl.at
  • Trabzon – Türkische Bäckerei mit Verkauf direkt in der traditionellen Holzofen-Backstube! Laufend frisches Brot, das Maisbrot ist eine Sensation.
    Brunnengasse 65
    1160 Wien
  • Grimm – einst k.u.k.-Hofbäcker, bekannt für seine große Auswahl an Backwaren für Allergiker
    Kurrentgasse 10
    1010 Wien
  • Meissl– Qualitätsbäcker, hat nur vormittags geöffnet!
    Leystraße 130
    1200 Wien

Gute Konditoreien

Besonders eindrucksvoll und vielfältig glänzt die Kurkonditorei Oberlaa mit ihren süßen Kreationen in sechs Filialen in Wien. Über hundertfünfzig Ganzjahres- und Saisonköstlichkeiten warten hier in hell erleuchteten Vitrinen darauf, ausgesucht und vernascht zu werden: Konfekt, Kuchen, Torten und noch viel mehr kreatives Allerlei.

In Wien sollte man übrigens auch an den Filialen der Aida-Cafés nicht vorbeigehen. Und zwar nicht nur wegen Patisserie und Kaffee: Die zum großen Teil aus den 1960er-Jahren stammenden Inneneinrichtungen genießen – neben den schicken, rosafarbenen Kostümen der Serviererinnen – mittlerweile Kultstatus. Auch Demel, Sacher und das traditionsreiche Hawelka lohnen einen Besuch.

  • Demel – K.u.K Hoflieferant Wien
    demel.at
  • Sacher– K.u.K. Hoflieferant Wien
    sacher.com
  • Kurkonditorei Oberlaa
    oberlaa-wien.at
  • Café Hawelka, Wien
    Wiener Künstlercafé, berühmt für seine Buchteln
    hawelka.at
  • Café Konditorei Aida, Wien
    26 kleine, intime Filialen, für die man Rosa mögen sollte.
    aida.at

Tipp zum Weiterlesen: ungewöhnliche Orte, überraschend, verstörend, amüsant und schön

111 Orte in Wien die man gesehen haben muss

111 Einblicke und Einsichten in ungewöhnliche Orte, überraschend, verstörend, amüsant und schön verspricht der etwas andere Wien-Reiseführer: „hinter den diskret versteckten Tapetentüren der alten Monarchie ebenso wie in den schrill erleuchteten Entrees des New Vienna, in postmodernen Kaffeehäusern, musealen Beisln, politischen Waschsalons und längst vergessenen Hinterhöfen“.

Lesen Sie nach, wo sich Wien richtig böse, und wo ist es richtig gemütlich ist, wo sich das schönste Stundenhotel der Stadt befindet und wo der Kopf eines Mörders hinter Glas liegt …

Dieses Buch ist ein wahrer Lesegenuss für all jene, die bei ihrem Besuch nicht nur das übliche Standard-Touristenprogramm abspulen möchten.

Von Peter Eickhoff  / Emons Verlag

Spiegel-Bestseller Nr. 1 in Stadtführer Wien

 

 

 

 


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