Wien – der Online-Reiseführer

Empfehlenswerte Museen

Kunsthistorisches Museum

 „Der Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel dem Älteren ist wohl das berühmteste Gemälde des Kunsthistorischen Museums, und es ist gleichsam eine Metapher für das Haus selbst. Denn die Bestände des KHM scheinen unerschöpflich zu sein.

Kunsthistorisches Museum Wien – Halle. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Mit seiner Gemäldegalerie mit Werken von Raffael, Rubens, Rembrandt, Vermeer sowie der weltgrößten Bruegel-Sammlung zählt das „Kunsthistorische“ zu den bedeutendsten Museen der Welt. Ebenso unvergleichlich ist auch die Kunstkammer des KHM – quasi ein „Museum im Museum“: In 20 thematisch gestalteten Räumen öffnet sich eine Wunderwelt mit Preziosen vom späten Mittelalter bis zur Barockzeit, die die Kaiser und Fürsten des Hauses Habsburg sammelten: darunter auch eines der wertvollsten Objekte des Museums, das goldene Salzfass von Benvenuto Cellini, kurz Saliera genannt. Keinesfalls versäumen sollte man die zum KHM gehörende Kaiserliche Schatzkammer – in den zehn Minuten, in denen man vom Museum zur Schatzkammer spaziert, wird man angesichts von Hofburg und Heldenplatz schon auf die imperiale Pracht der Habsburger eingestimmt: In der Ausstellung sind dann nicht nur die prächtigen Gewänder der Kaiser, sondern auch die legendäre Reichskrone sowie die mit zahlreichen Diamanten, Rubinen und Smaragden besetzte österreichische Kaiserkrone zu sehen. Es soll ja Menschen geben, die ausschließlich für die Sammlungen des KHM nach Wien kommen – und dann einige Tage im Museum zubringen. Man sollte also für dieses Flaggschiff der österreichischen Kultur etwas Zeit mitbringen, denn wie gesagt – seine Ressourcen sind unerschöpflich.

www.khm.at


Heeresgeschichtliches Museum

„Kriege gehören ins Museum“ – das ist das Motto des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, das in eine Zeit zurückführt, als die Donaumonarchie auch auf militärischem Gebiet noch eine Großmacht war.

Arsenal in Wien / Heeresgeschichtliches Museum. © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Schon in seiner Architektur, entstanden unter Kaiser Franz Joseph, schien man ehemaligen Kriegsgegnern und Verbündeten eine Reverenz erweisen zu wollen: vereinigen sich hier doch orientalische und venezianische Elemente in spielerisch-prunkvoller Art und Weise. Die Schauräume des Museums führen schließlich durch die österreichische Militärgeschichte, beginnend mit dem Dreißigjährigen Krieg, über die Türkenkriege, die napoleonischen Kriege bis zu den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Staunenswert das älteste noch erhaltene Luftfahrzeug, ein Kriegsballon aus dem Jahr 1796, oder die detailgetreu rekonstruierten Modelle von Flaggschiffen aus der Zeit, als die k. u. k. Monarchie noch eine veritable Seemacht war. Beklemmend der blutige Waffenrock und das Automobil des Thronfolgers Franz Ferdinand, die an das schicksalhafte Attentat vom 28. Juni 1914 in Sarajevo erinnern. Vollkommen neu konzipiert zeigt sich seit dem Gedenkjahr 2014 der Ausstellungssaal zum Ersten Weltkrieg. Dass das HGM heute ganz und gar unkriegerisch ist, zeigt das fantasievoll konzipierte Programm für Kinder. Überdies lädt das HGM das ganze Jahr über zu interessanten Vorträgen, Abendveranstaltungen und Events. Und im Dezember geht vor dem Museum der mittelalterliche Adventmarkt über die Bühne, einer der schönsten Weihnachtsmärkte der Stadt.

Tipp: Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt ins Museum für alle Besucherinnen und Besucher gratis.

www.hgm.or.at


Museum für angewandte Kunst

Dass Design auch Kunst sein kann, zeigt das Museum für angewandte Kunst, MAK, auf eindrucksvolle Weise. Ein großer Schwerpunkt widmet sich den stilgebenden Impulsen des Wiener Designs um 1900.

Design gehört zum Alltag, egal ob es sich um unsere Kleidung, Geschirr oder das Interieur unseres Wohnraums handelt. Geschmack und Funktionalität haben sich jedoch im Laufe der Zeiten stark geändert – und das Museum für angewandte Kunst (MAK) gibt darüber einen kunstvollen Überblick vom Barock bis zur Gegenwart. Herzstück der Schausammlung ist der Teil „Wien 1900“, der die Entwicklungsgeschichte des Wiener Designs und Kunstgewerbes zur Zeit des Jugendstils zeigt. Damals entstand mit den Arbeiten der Wiener Werkstätte ein neuer revolutionärer Stil, der bald seinen Siegeszug durch die ganze Welt antrat.

Druckwerk der Wiener Werkstätten. Exponat im Museum für angewandte Kunst (MAK). © Österreich Werbung, Fotograf: Trumler

Besonders reichhaltig ist die Sammlung von Gründungsmitgliedern der Wiener Secession wie Josef Hoffmann, Koloman Moser und Joseph Maria Ollbrich. Wie zeitlos Wiener Design sein kann, zeigen auch die typischen Wiener Kaffeehaus-Stühle der Firma Thonet, die seit Ende des 19. Jahrhunderts quasi unverändert aus Bugholz hergestellt werden. Eine Vase von Josef Hoffmann, die in eine Holzmontierung eingespannt ist, erscheint wiederum wie ein extraterrestrisches Raumschiff. Fern von jedem Manierismus, sondern streng der Funktionalität gehorchend, wirken dagegen die ausgestellten Möbel von Adolf Loos und Otto Wagner. Und da Kunst und Alltag im MAK leicht verschwimmen, laden einige Objekte auch dazu ein, benützt zu werden: etwa die gemütlichen, bunten Sofas in den weiträumigen Gängen oder eine Couch von Jenny Holzer, die als moderner Kontrapunkt im Designbereich des 19. Jahrhunderts zum Verweilen einlädt. Und im MAK Design Shop lassen sich all jene Dinge erstehen, die mehr sind als nur Museumserinnerung: nämlich Stoffe, Hüte, Lampen, Spielsachen, Regenschirme und vieles mehr – allesamt in originellem Wiener Design.

www.mak.at


Österreichische Galerie Belvedere

Das Belvedere beherbergt die bedeutendste Sammlung österreichischer Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Publikumsmagnet Nummer eins sind die weltberühmten Werke von Gustav Klimt und Egon Schiele.

Es ist eines jener Bilder, die zu Ikonen der Kunstgeschichte wurden: „Der Kuss“ von Gustav Klimt. Das wie in einen goldenen Schrein verschmolzene, liebende Paar wurde so berühmt, dass abertausende Reproduktionen Eingang in viele Wohnräume dieser Welt gefunden haben. Das Original befindet sich jedoch im Oberen Belvedere in Wien und stellt den Mittelpunkt der weltweit größten Klimt-Kollektion dar, darunter die berühmten Frauenporträts und die in strahlenden Farben im pointillistischen Stil angefertigten Landschaftsbilder. Weltgeschichte haben auch viele weitere Bilder des Museums im Belvedere geschrieben: etwa die expressionistischen Gemälde von Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Oder die Werke französischer Impressionisten wie Monet, Manet, Renoir oder Rodin, die die Künstler des Wiener Jugendstils bewunderten. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen jedoch Meisterwerke österreichischer Kunst vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Tor des Schloss Belvedere / Oberes Belvedere in Wien. © Österreich Werbung, Fotograf: Diejun

Beim Rundgang durch das ehemalige Sommerpalais des Prinzen Eugen sind dabei viele „Déja-vu“-Momente garantiert, immer wieder hört man von entzückten Besuchern: „Ach, das kenn ich doch!“ Der Besuch des Oberen Belvedere ist jedoch mehr als nur ein Galeriebesuch mit weltberühmten Bildern, befindet man sich doch in einem der prächtigsten Barockschlösser Mitteleuropas. Immer wieder, besonders aber vom prunkvollen Marmorsaal aus, ergeben sich herrliche Ausblicke auf den barocken Garten, der nach dem Museumsbesuch zu einem Spaziergang einlädt.

www.belvedere.at

Prinzen Eugen

Prinz Eugen war zwar ein Feldherr von nur bescheidener Körpergröße, umso größer, herrschaftlicher und prunkvoller waren jedoch seine Palais, von denen jenes in der Himmelpfortgasse das älteste ist.

Als Prinz Eugen von Savoyen 1736 in Wien starb, war er der einflussreichste und reichste Mann Europas. Doch als er hier 1683 ankam, war er bettelarm. Und er blieb es mehr als ein Jahrzehnt, denn der Kaiser wollte ihn partout nicht befördern – da konnte sich Eugen in den Schlachten bewähren und verwunden lassen, so viel er wollte. Erst als er 1697 die Türkengefahr in Ungarn bannte, konnte er mit dem damit verbundenen höheren Salär – böse Zungen behaupten, mit der erbeuteten Kriegskasse des Sultans – sein prächtiges Palais in der Wiener Innenstadt bauen lassen. Die besten Architekten seiner Zeit waren dafür gerade gut genug: Johann Fischer von Erlach und Lucas von Hildebrandt. Das architektonische Ergebnis war um 1700 in ganz Europa eine Sensation, von überallher kamen Gäste, um dem Prinzen in seinem Winterpalais die Aufwartung zu machen. Seit Herbst 2013 ist nun das sorgfältig restaurierte Palais in der Himmelpfortgasse erstmals vollständig der Öffentlichkeit zugänglich. Eindrucksvoll ist bereits das barocke Stiegenhaus mit seinen gewaltigen Atlanten und einem ehrfurchtgebietenden Herkules. In den Gemächern geht der herrschaftliche Prunk weiter. Das Goldkabinett ist – wie der Name schon sagt – kunstvoll mit Gold an den Decken ausgekleidet, Spiegel verstärken die blendende Pracht. Das Belvedere nutzt das Winterpalais für wechselnde Ausstellungen mit österreichischer Kunst im internationalen Kontext. Daneben sind weiterhin die großflächigen Gemälde des savoyischen Prinzen im Schlachtenbildersaal zu bewundern. In dessen Zentrum steht „Die Schlacht von Turin“, nicht nur eine beeindruckendes Zeugnis von historischer Detailtreue, sondern auch ein amüsantes Suchbild: Ein Restaurator hat Ende des 19. Jahrhunderts in das Getümmel der tausenden Krieger wohl aus Spaß einen Radfahrer hineingemalt – und das, obwohl zum Zeitpunkt der Schlacht, 1706, die Erfindung des Fahrrads noch in weiter Ferne lag …

www.belvedere.at/de/schloss-und-museum/winterpalais


Österreichisches Theatermuseum

Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien, www.theatermuseum.at

Gustav Klimts Ölbild „Nuda Veritas“ (1899) ist Teil einer kleinen, kunsthistorisch wertvollen Sammlung aus dem Nachlass Hermann Bahr/Anna Bahr-Mildenburg. Der österreichische Schriftsteller Hermann Bahr (1863-1934), ein großer Förderer der Kunst der Jahrhundertwende, hatte das in der vierten Ausstellung der Wiener Secession im Jahre 1899 vertretene Bild von Klimt erworben. Die „Nuda Veritas“ ist permanent im Österreichischen Theatermuseum ausgestellt.


Secession

Friedrichstraße 12, 1010 Wien, www.secession.at

Die Wiener Secession, deren Mitbegründer Klimt war, ist nicht nur eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern beherbergt auch den weltberühmten Beethoven-Fries. Der Bilderzyklus (34 x 2 Meter groß) ist dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet und war eines der Hauptwerke der großen Beethoven-Ausstellung 1902 in der Secession. Wegen ihrer Erotik und Drastik löste Klimts Wandmalerei damals neben Bewunderung auch heftige Kritik aus.

Secession am Naschmarkt, entworfen vom Architekten J. M. Olbricht.© Österreich Werbung, Fotograf: Popp Hackner


Wien Museum

Karlsplatz, 1040 Wien, www.wienmuseum.at

Das Wien Museum verfügt über eine hochkarätige Klimt-Sammlung und vor allem über den weltweit größten Bestand an seinen Zeichnungen, der absolute Meisterwerke, Skizzen und Vorstufen aus allen Phasen seines Schaffens umfasst. Das wichtigste Kunstwerk des Museums ist Klimts „Porträt Emilie Flöge“ (1902), sein erstes Damenporträt, in dem das Ornament im Vordergrund steht. Damit markiert es den Beginn jener Schaffensperiode des Künstlers, deren Bilder auf internationalen Auktionen Rekordpreise erzielten. Permanent ausgestellt sind zudem Klimts Gemälde „Pallas Athene“ (1898) und „Allegorie der Liebe“ (1895).


Sehenswerte Architektur-Ziele

Wien hat ein intaktes historisches Stadtbild wie kaum eine andere Stadt. Für neue Architektur eine umso größere Herausforderung, weil sie in Dialog mit der historischen Substanz tritt. Dazu kommt eine Kultur des Um-und Ausbauens alter Bausubstanz, die inzwischen weltweit trendbestimmend ist.

Die Prunkbauten der Barock- und Gründerzeit

Auf den ersten Blick wird das Stadtbild von Wien geprägt von den Prunkbauten aus der Barock- und Gründerzeit. Ein Fahrt mit Vienna-Ring-Tram um die Wiener Ringstraße führt das gleich mehrfach vor Augen: Während der halbstündigen Fahrt werden via Kopfhörer und LCD-Bildschirm alle Details zu den Sehenswürdigkeiten an der Ringstraße in sieben Sprachen erklärt. Die Tram passiert wesentliche Bauten des Historismus: das Parlament, die Votivkirche, das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum, die Universität und das Rathaus. Griechische Säulen und Götter, mythologische Figuren, Bögen aus Gotik und Renaissance und an die 60 Denkmäler berühmter Persönlichkeiten zieren und umgeben die im historistischen Baustil gestalteten Gebäude.

Um etwa 150 Jahre früher datieren die bekannten Barockgebäude Schloss Belvedere, die Karlskirche am Karlsplatz und die Peterskirche. Im Gegensatz zum Historismus, wo die Architekten verschiedenste historische Baustile aufgriffen und imitierten, orientierten sich die Architekten hier an italienischen und französischen Vorbildern. Aus dem Mittelalter erhalten ist das Wahrzeichen Wiens, der Stephansdom, und die älteste Kirche Wiens, die gotische Ruprechtskirche.

Haas Haus und Stephansdom. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp G.

Der Stephansdom ist nicht nur das Wahrzeichen von Wien. Er gilt als „Nationalheiligtum“ der Österreicher. Er ist einer der wichtigsten gotischen Bauten in Mitteleuropa. Noch während der Kaiserzeit durfte keine Kirche höher als der Stephansdom gebaut werden. Heute manifestiert sich gerade hier die Symbiose zwischen Alt und Moderne. Denn gleich neben den historischen Sandsteinergemäuern des Doms ragt der moderne Glaskomplex des Haas-Hauses in die Höhe. ww.stephansdom.at

Jugendstil

Selbstbewusst und eigenwillig wurde die Architektur in Wien erst mit dem Jugendstil, Anfang des 20. Jahrhunderts. Wichtigster Architekt dieser Epoche war Otto Wagner. Sein Verhältnis zur Tradition war nicht mehr imitierend. Im Gegenteil: Er warnte vor der Anbetung des Alten, und die Aufträge, die er annahm, sprechen für sich. Es waren Bauten des öffentlichen Lebens, wie die Österreichische Postsparkasse oder die Wiener Stadtbahn, bis heute eine Teilstrecke der Linie U6. Dafür plante er Anlage, Stationen und Geländer. Zwischen der Station Gumpendorferstraße und der Station Währinger Straße ist die Stadtbahn bis heute im Originalzustand erhalten. Unter dieser Strecke haben sich verschiedene Szene-Lokale angesiedelt, weshalb auch eine abendliche Tour lohnt.

Gleich neben dem Naschmarkt, über dem wichtigsten Jugendstilgebäude Wiens, der „Secession“, einem Werk von Otto Wagners Schüler J. M. Olbrich, ist übrigens der Leitspruch des Jugendstils verewigt: „Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit.“ Nebenan, entlang des Naschmarkts, ragen einige der wichtigsten Wohnhäuser aus der Jugendstilära in den Himmel.

Secession in Wien,© Österreich Werbung, Fotograf: Wiesenhofer

War Otto Wagner noch konsensfähig, so provozierte der Modernist Adolf Loos mit seinem Loos-Haus am Michaelerplatz einen Skandal – war die kahle, ungeschmückte Fassade seines Hauses doch das direkte Gegenüber der kaiserlichen Hofburg. Weil den Wienern die aus der Gründerzeit gewohnten Zierdächer über den Fenstern fehlten, kritisierten sie es damals als „Haus ohne Augenbrauen“. Die Folge: Adolf Loos musste Balkonkästen anbringen lassen.

Tipp für Loos-Fans: die American Bar

Kärntner Durchgang 10, 1010 Wien, www.loosbar.at

Die Bar wurde 1908 von Adolf Loos entworfen und versteckt sich in einer kleinen Seitenstraße der Kärntner Straße. Auf nur 24 Quadratmetern bestimmen Holz, Glas, Messing und Onyx das heute denkmalgeschützte Frühwerk architektonischer Moderne.

Ab den 1930er-Jahren wurden die sogenannten Gemeindebauten Bestandteil des Wiener Stadtbildes. Teils sind die Arbeiterwohnanlagen von gigantischen Ausmaßen und erinnern an wehrhafte Festungen, was auch beabsichtigt war. Einige der historischen Sozialbauten: der Lassallehof im 2. Bezirk, der Rabenhof im 3. Bezirk, der Reumannhof im 5. Bezirk und der über einen Kilometer lange Karl-Marx-Hof im 19. Bezirk.

Das Architektenduo Coop Himmelb(l)au

Die 1950er-Jahre waren geprägt vom Wiederaufbau. 20 Jahre später geriet wieder Bewegung in die Wiener Architekturszene, wenn auch zunächst theoretisch. Das Architektenduo Coop Himmelb(l)au legte damals den Grundstein für viele, erst Jahre später verwirklichte futuristische Gebäude. Die meisten und bekanntesten entstanden allerdings nicht in Österreich – so wie der Kristallpalast in Dresden, der Ostpavillon des Groninger Museums in den Niederlanden oder die BMW-Welt in München. Für Wien planten Coop Himmelb(l)au den GasometerB, das SEG-Apartment-Haus und das Wohn-und Bürohaus in der Schlachthausgasse.

Hans Hollein und sein Haas Haus

Ein anderer österreichischer Architekt, Hans Hollein, setzte ebenfalls erst Jahre nach seinem Postulat „Alles ist Architektur“ seine Visionen um. Er erhielt aber immerhin einen der prominentesten Bauplätze der Stadt – schräg gegenüber dem Stephansdom entstand sein „Haas Haus“. Es geht keine Kompromisse mit seinem mittelalterlichen Gegenüber oder dem Neobarock der umliegenden Häuser ein. Der Ausblick aus dem Café oder dem Restaurant „Do & Co“ im Haas-Haus ist ein Erlebnis.

Haas Haus und Stephansdom. © Österreich Werbung, Fotograf: Popp G.

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